Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

Geflüchtete in Deutschland

Viele Gemeinden im BEFG setzen sich für Geflüchtete ein. Gabriele Löding, Referentin für gemeindenahe Diakonie im Dienstbereich Mission, empfiehlt ihnen ein Buch, das sie bei ihrer Arbeit unterstützen kann.

Integration kann gelingen. Wie, das wird sehr facettenreich und ausführlich in dem Buch „Geflüchtete in Deutschland. Ansichten – Allianzen – Anstöße“ beschrieben. Heinrich Bedford-Strohm schreibt dazu im Buch: „Wenn der Geist der Gemeinsamkeit hier in Deutschland die Oberhand behält, werden wir die Mammutaufgabe bewältigen, die Flüchtlinge zu integrieren.“

Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass mehr als 50 Autorinnen und Autoren aus den unterschiedlichsten Bereichen – aus Kirche, Wirtschaft, Politik, Polizei, Sozialarbeit, haupt- und ehrenamtlich Arbeitende und Betroffene – selber zu Wort kommen. Es verbindet fundierte Hintergrundinformationen aus theologischer, sozialethischer, soziologischer und volkswirtschaftlicher Perspektive mit Praxisbeispielen. Durch das Lesen des Buches bekommen Einzelne und Gemeinden Anregungen für ihre Arbeit. Beispielsweise beschreibt ein Projekt in Essen, wie Migrantinnen und Migranten selbst zu Helfern für Geflüchtete werden; ein anderes Kapitel zeigt auf, wie Geflüchtete durch digitale Medien Informationen erhalten und weitergeben können. Weitere Kapitel beschreiben die Flüchtlingsarbeit als Chance der Gemeindeentwicklung, Kitas als heilsame Orte, ehrenamtliches Engagement als bedeutsam und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure als wichtige Faktoren der Integration.

Das Buch sensibilisiert und motiviert zu einem verantwortlichen Handeln. Es fördert eine differenzierte Wahrnehmung und klärt Sachverhalte. Es gibt Anstöße für gesellschaftliche Diskurse und ermutigt zu verantwortlichem Handeln auf verschiedenen Ebenen.

Ich empfehle das Buch allen, die sich der besonderen Herausforderung der Integration der Geflüchteten stellen.

Gerhard K. Schäfer, Barbara Montag, Joachim Deterding, Astrid Giebel (Hg.): Geflüchtete in Deutschland. Ansichten – Allianzen – Anstöße, Vandenhoeck & Ruprecht.

Über 500 haben die Oncken-Kiosk-App

Auf große Resonanz stößt die App „Oncken-Kiosk“. Die kostenlose App kann bei „Google Play“ für Android-Geräte und im „App-Store“ für Apple-Geräte heruntergeladen werden. Über 500 Interessenten haben die App bereits auf ihren Geräten installiert. Mit ihrer Hilfe kann DIE GEMEINDE gelesen werden – nachdem ein entsprechender Freischaltcode erworben worden ist. Das Jahresabonnement kostet 44,80 Euro, ein Einzelheft 2,29 Euro. Das Gute: Jeder Abonnent kann sein Abo auf bis zu drei Geräten nutzen – etwa auf dem Handy, dem Tablet und einem Computer. So bleibt man auch auf Reisen über interessante Themen und aktuelle Entwicklungen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden informiert.

Wer sich zunächst von dem Nutzen des Angebots ein Bild machen möchte, hat die Möglichkeit, drei Ausgaben der GEMEINDE – die Nummern 8, 9 und 10/2017 – kostenlos komplett anzuschauen. Zudem kann man sich über vier Vorschauseiten jeder Ausgabe (seit Januar 2017) einen Überblick über den Inhalt der jeweiligen GEMEINDE verschaffen. Ebenso können Leser die hilfreichen Funktionen der digitalen GEMEINDE kennenlernen: das Erstellen des persönlichen Lesezeichens, das Lesen im lesefreundlichen Textmodus, Zusatzinformationen über die Verlinkungen erhalten – um nur einige zu nennen. „Alle diese Funktionen sind von den App-Nutzern bereits vielfach angewandt worden“, freut sich die Leiterin der Zeitschriftenabteilung im Oncken Verlag, Olga Nägler. Darin sieht sie eine Bestätigung, dass der Verlag mit dem neuen digitalen Angebot auf dem richtigen Weg ist.

Ein besonderes Angebot ist das Gemeindeleitungs-Abo. Für 10 Euro im Monat können alle Gemeindeleitungsmitglieder einer Gemeinde die digitale GEMEINDE vergünstigt lesen. Das aktuelle Heft wird alle 14 Tage am Donnerstag online gestellt. Darüber erhalten die App-Nutzer eine sogenannte „Push-Nachricht“, die – sofern nicht vom Nutzer deaktiviert – sofort auf ihrem mobilen Endgerät erscheint. Derzeit gibt es Überlegungen, diesen Service auch für andere, besonders wichtige Nachrichten aus dem weltweiten Baptismus zu nutzen. Für Oncken-Verlagsleiter Heinz Sager hätten die App-Nutzer damit einen weiteren Vorteil: „Über wichtige Ereignisse in unserem Bund werden sie vor allen anderen Lesern in Echtzeit informiert.“ Er hofft, dass viele Nutzer sich nicht nur selbst von den Vorteilen der App überzeugen, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis dafür werben.

Auch für die Redaktion der GEMEINDE hat die App Vorteile: Die Redakteure können z. B. nachverfolgen, welche Artikel am häufigsten gelesen werden – und die Inhalte des aktuellen Heftes darauf abstimmen. „So kann DIE GEMEINDE noch stärker auf die Bedürfnisse der Leser eingehen und damit immer besser werden“, so Sager.
Der Oncken Verlag freut sich über jeden, der die App über Facebook, Twitter oder Mail an seine Freunde einfach weiterempfiehlt.

Zeitschriftenabteilung Oncken Verlag:
E-Mail: zeitschriften(at)oncken.de | Tel.: 0561 52005-38

Theologischen Grundkurs abgeschlossen

Vom 30.06. - 02.07.2017 fand das Abschluss-Seminar des Theologischen Grundkurses Süd 2015-2017 statt.

Cora Zacher, eine der Teilnehmerinnen, schreibt:
Ich habe viele neue Einblicke in die Bibel und den Glauben und die Kirche erhalten und Mut auf mehr bekommen! Und wir sind als Gruppe in dieser Zeit zu einer Gemeinschaft von Geschwistern geworden. Jeder von uns hat zu diesem Kurs etwas beigetragen und alle gehen wir beschenkt und bereichert weiter in unsere Gemeinden und Familien.
Danke an all die engagierten Lehrer die so lebendig und fröhlich uns an ihrem Wissen teilhaben ließen. Ich kann nur jedem Mut machen sich auf den Weg zu machen und die Bibel neu zu entdecken und zu erforschen!

Liebe Cora Zacher, was für ein tolles Resümee deiner Teilnahme am Theologischen Grundkurs! Wir freuen uns mit dir und gratulieren zum Abschlusszertifikat!

Und für alle, die jetzt ebenfalls Lust bekommen haben: Im November starten drei neue Kurse im Norden, Osten und im Süden - jetzt noch anmelden!
Weitere Informationen gibt es direkt auf der Seite des Theologischen Grundkurses

Interkulturelle Gemeindearbeit: Ein Projekt mit Zukunft

Internationale Leiter und Leiterinnen, die zum BEFG gehören, wollen diesen aktiv mitgestalten und Impulse geben. Das war die klare Botschaft eines Treffens in Elstal am 7. und 8. Juli, zu dem Thomas Klammt, Leiter der „Internationalen Mission in Deutschland“, eingeladen hatte.

Acht Verantwortliche aus ganz Deutschland waren angereist. Sie vertraten sechs Herkunftsländer (Argentinien, Ghana, Iran, Kongo, Sri Lanka, Vietnam) und damit auch große Gruppen von internationalen Gemeinden und Netzwerken.

Friedbert Neese überbrachte die Grüße der Bundesgeschäftsführung mit den Worten: „Die Zukunft des Bundes ist bunt, interkulturell und diakonisch.“ Dann berichteten alle Anwesenden vom Wirken Gottes und den Herausforderungen ihres Dienstes, mehrmals unterbrochen durch Gebetszeiten für die genannten Anliegen.
In Nordrhein-Westfalen sind gute Kontakte zwischen internationalen und deutschen Gemeinden entstanden – die Gemeinde „Quelle des Lebens“ in Aachen hat große Unterstützung bei der Renovierung ihrer neuen Räume erlebt, die tamilische Gemeinde in Viersen ist von einer deutschen Seniorengruppe „adoptiert“ worden, die regelmäßig für sie betet und Geld sammelt. Richard Aidoo von der New Life Church Düsseldorf kommt mit deutschen Geschäftsleuten in Kontakt, wenn er ihnen Gebet in Krankheitszeiten anbietet, und sie Heilung durch Gottes Kraft erfahren. In Hamburg-Hamm haben Deutsche und Vietnamesen bereits einen Seminartag über den Auftrag der Gemeinde gehalten und beraten nun gemeinsam, wie sich die Gemeinde für Menschen in ihrem Stadtteil öffnen kann. Die Latino-Gruppen in Bayern wollen nicht spanische Gemeinden sein, sondern mit den Deutschen zusammen „Gemeinde der Zukunft“ bauen.

„Wir Deutschen brauchen eine Gebets-Erneuerung“, stellte Hartmut Hoevel, Verantwortlicher für die IMD in Nordrhein-Westfalen, fest. Richard Aidoo, Hauptpastor der New Life Church Düsseldorf, leitete uns im Frühgebet, bei dem wir in acht Muttersprachen besonders für die Gemeinden und für Deutschland beteten. In angeregte Diskussionen brachte uns José Malnis, Pastor in München, durch seine Bibelarbeit und die Fragen: Warum sind Deutsche so zurückhaltend, wenn es um die Einladung zum Glauben geht? Und wie kommt es, dass Menschen aus Kulturen, die sonst sehr von Höflichkeit und indirekter Kommunikation geprägt sind, den Anspruch des Evangeliums viel direkter verkündigen?

Wir sammelten Gedanken zum geplanten Jahresthema des BEFG, bei dem ausdrücklich erwartet wird, dass unsere Gemeinden auch durch interkulturelle Begegnungen inspiriert werden. Mit einer Zusammenstellung von gelungenen Modellen der Integration und der interkulturellen Gemeindearbeit wollen wir dazu Impulse geben.
Das Treffen hat viel dazu beigetragen, dass internationale Leiter und Leiterinnen sich im Bund wahrgenommen fühlen, ihre Erfahrungen einbringen und auch voneinander lernen. Im nächsten Jahr soll das Treffen in Nordrhein-Westfalen stattfinden, wo über die Hälfte der Beteiligten zuhause ist.

Wenn fremde Länder ein Gesicht bekommen

Elijah Brown wird neuer Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes (BWA). Der 36-Jährige US-Amerikaner wurde auf der Ratstagung der BWA vom 3. bis 7. Juli im thailändischen Bangkok gewählt.

Brown tritt am 1. Januar 2018 die Nachfolge des bisherigen Generalsekretärs Neville Callam an, der das Amt zehn Jahre innehatte. „Ich verstehe meine eigene Berufung als eine Berufung zum globalen und gemeinschaftlichen Engagement, welches auf die Ortsgemeinde setzt, das Wort Gottes ernst nimmt, auf den Heiligen Geist hört und stets darum bemüht ist, Netzwerke zu knüpfen, um gemeinsam in den Bereichen Mission, Gerechtigkeit und theologischer Ausbildung tätig zu werden“, sagte er. Dies wolle man tun „als christuszentrierte Zeugen in der Öffentlichkeit, vor allem in Konfliktsituationen und im Kampf gegen Verfolgung, Ausgrenzung von Flüchtlingen und Ungerechtigkeit.“

Thomas Klammt, BEFG-Referent für Integration und Migration wurde in das Exekutiv-Komitee, neben dem Rat eines der beiden Leitungsgremien der BWA, gewählt.

„Die weltweite Verbundenheit der Baptisten trotz aller Unterschiedlichkeit schätze ich sehr“, sagte BEFG-Präsident Michael Noss, der gemeinsam mit Generalsekretär Christoph Stiba an der Tagung teilnahm. Die Begegnungen würden der Situation in fremden Ländern „ein Gesicht geben“, zum Beispiel durch das „Hören von Menschen, die an Orten leben, die wir sonst nur aus den Nachrichten kennen. Deren Sicht aufzunehmen und zu verstehen, dass das Leben dort dann doch noch einmal anders ist, als in den Nachrichten vermittelt wird, ist eine wichtige und bereichernde Erfahrung.“

Im Rahmen der Ratstagung wurden drei neue Baptistenbünde in den Weltbund aufgenommen: Die Evangelisch-Baptistische Kirche Tschad mit 200 Mitgliedern in fünf Gemeinden, die Zomi-Baptistengemeinden Amerika mit 2.500 Mitgliedern in 33 Gemeinden und die Türkisch Baptistische Allianz mit 220 Mitgliedern in fünf Gemeinden.
„Ich freue mich sehr, dass der türkische Baptistenbund mit seinem Präsidenten Ertan Cevik nun Mitglied in der BWA ist“, sagte Christoph Stiba. „Mit Ertan, der auch Missionar unserer Missionsgesellschaft EBM INTERNATIONAL ist, verbinden uns langjährige gute Kontakte und freundschaftliche Beziehungen. Die erstaunliche Entwicklung der Gemeindegründungen in der Türkei von einer einzigen Gemeinde in Izmir bis hin zu einem kleinen türkischen Baptistenbund mit fünf Gemeinden macht für mich deutlich, wie Gott nicht nachlässt, seine Leute zu berufen, um sein Reich zu bauen – auch unter widrigen Umständen.“

Cynthia Maung, eine Ärztin, die 30 Jahre lang Flüchtlinge aus Myanmar behandelt hat, erhielt auf der BWA-Ratstagung den Denton-und-Janice-Lotz-Menschenrechtspreis. Maung stammt ursprünglich aus Moulmein, einer Stadt in Myanmar, aus der sie mit tausenden anderen Angehörigen des Volks der Karen geflohen ist. 1989 eröffnete sie mit sechs Freiwilligen eine Klink an der Grenze zwischen Myanmar und Thailand. Maung und ihre Mitarbeiter hätten dazu beigetragen, eine Malaria-Epidemie unter Kontrolle zu bringen sowie Lungenentzündungen und anderen Krankheiten nachhaltig zu behandeln, hieß es in einem Bericht der BWA. Sie versorgen Opfer, die Traumata durch Schüsse und Landminen erlitten haben und bieten Schwangerschafts- und HIV-Beratung an. Neben der medizinischen Versorgung und der Ausbildung von Pflegepersonal setzt sich die Klinik für Menschenrechte und gegen häusliche Gewalt ein und versorgt mehr als 500 Personen zweimal am Tag mit Nahrung.

Während des Gedenkens an die Verstorbenen, das Bestandteil jeder Ratstagung ist, wurde auch Ursula Geldbach aus Marburg genannt. Die Ärztin war unter anderem Mitglied in der BWA-Kommission für Christliche Ethik und im Komitee der Hilfsorganisation Baptist World Aid.

Auf der Ratstagung wurden fünf Resolutionen zu den Themen Religionsfreiheit in den USA und Russland, Menschenhandel und moderne Sklaverei, der humanitären Krise in Venezuela und der Situation der Flüchtlinge in Ostafrika verabschiedet. Darin riefen die Delegierten dazu auf, für verschiedene globale Entwicklungen zu beten und forderten von Regierenden, Verantwortung zu übernehmen und Unrecht zu beseitigen.
Nach Angaben der BWA nahmen ungefähr 300 Baptistinnen und Baptisten aus mehr als 40 Ländern an der Ratstagung teil. Zur BWA gehören 238 Organisationen in 124 Ländern und Gebieten.

Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

Noch immer sind mehrere Millionen Menschen in Ostafrika von der Hungerkatastrophe betroffen. Anhaltende Trockenheit, andauernde politische Krisen und rasant steigende Nahrungsmittelpreise  verschlimmern die Lage und zwingen viele Betroffene zur Flucht. Dank der großen Spendenbereitschaft und mithilfe seiner internationalen Partner konnte der BEFG schon vielen Menschen in den betroffenen Regionen helfen.

Seit Anfang des Jahres hat der BEFG über 145.000 Euro an Spendengeldern von Einzelpersonen und Gemeinden für die Menschen in Not erhalten. Die Hälfte des Geldes konnte bereits in Projekte investiert werden, um den Betroffenen zu helfen. Mit der Faith Evangelical Baptist Church (FEBAC) hat der BEFG über Canadian Baptist Ministries (CBM) bereits einige Projekte im Südsudan  durchgeführt. Die FEBAC hat sich bei der Versorgung der Flüchtlinge in mehreren Camps so gut etabliert, dass sie, weiterhin in Kooperation mit CBM, inzwischen auch durch die Canadian Foodgrains Bank in größerem Rahmen unterstützt wird. Diese finanzielle Unterstützung ist abhängig von einem Eigenanteil von CBM, für den der BEFG 30.000 $ zur Verfügung stellt. In diesem Folgeprojekt kann nun eine größere Zielgruppe längerfristig mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Die Geschwister der FEBAC werden in einem Flüchtlingscamp im südsudanesischen Bundesstaat Upper Nile Menschen mit Hirse, Maismehl und Bohnen versorgen. Priorität haben dabei Waisenkinder, schwangere Frauen sowie Frauen mit kleinen Kindern und Menschen mit Behinderung.

Darüber hinaus ist es gelungen, über die All African Baptist Fellowship in Kontakt mit zwei Baptistenbünden in Äthiopien zu kommen, die sich in Camps sowohl in Somalia, im Südsudan und in Äthiopien für die Menschen engagieren, die vor dem Hunger fliehen. Sie versorgen sie mit Nahrungsmitteln und stehen ihnen in ihrer Not bei. Hierfür hat der BEFG Unterstützung in Höhe von insgesamt 40.000 $ eingeplant. So werden an insgesamt 1.000 Haushalte Nahrungsmittel wie Reis und Kartoffeln verteilt.

Spenden können auf das Konto des BEFG (IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08) mit dem Verwendungszweck „P 45005 Hunger in der Welt“ überwiesen werden. Falls mehr Spenden eingehen, als wir nach Ostafrika weiterleiten können, werden die Gelder in ähnlichen Projekten zur Hungerbekämpfung investiert. Vielen Dank.

Besser verstehen, was man liest

Im Juni haben 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach anderthalb Jahren den Theologischen Grundkurs der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) abgeschlossen. Lesen Sie hier ihre Erfahrungsberichte.

„Verstehst du auch, was du liest?“ - diese Frage von Philippus an den äthiopischen Kämmerer gerichtet, ließ mich nicht mehr los. So meldete ich mich zum Theologischen Grundkurs an.

Zwei Jahre Lehrbriefe bearbeiten, Exegesen schreiben, diskutieren und den roten Faden im AT und NT entdecken liegen nun hinter uns 18 baptistischen und methodistischen Teilnehmenden. Schon nach dem ersten Wochenende waren wir als Gruppe eng zusammengewachsen, die Abende im Kaminzimmer und das Bergfest trugen ebenfalls dazu bei. Kompetent begleitet wurden wir auf unserem Weg von den Pastoren Volker Bruckart (Theologische Fragen), Steffen Peterseim (AT), Matthias Johannes Schultheis (NT) und Pastorin Ruthild Steinert (Praktische Theologie). Der Kurs bestand aus 8 Wochenenden und einer Seminarwoche. Zu den jeweiligen Themen gab es ein Impulsreferat, in Kleingruppen wurden die Lerninhalte der Lehrbriefe besprochen und diskutiert. In von den Teilnehmenden gestalteten Andachten und Gottesdiensten feierten wir die Gemeinschaft mit Gott und konnten dabei praktische Erfahrungen für die vielfältigen Dienste, auch als Laienprediger/innen, in unseren jeweiligen Gemeinden sammeln. Es waren zwei intensive Jahre, die uns allen viel gebracht haben und in denen wir uns weiterentwickeln konnten.

„Verstehst du auch, was du liest?“ - ich fange an, immer mehr zu verstehen, mein Lernen wird auch nach dem Theologischen Grundkurs weitergehen. Unsere gemeinsamen Wochenenden werde ich sehr vermissen.

Der Grundkurs hat meine Dialogfähigkeit stark erweitert! (Irmtraud Dietz)

Und schon sind eineinhalb Jahre vorbei! Der Theologische Grundkurs war für mich eine sehr hochwertige und kompetente Schulungsmaßnahme. Es war eine intensive Einübung in theologisches Denken mit Blick über den eigenen konfessionellen Tellerrand. Ich werde noch lange davon profitieren. Darüber hinaus möchte ich die intensiven freundschaftlichen Kontakte nicht missen. Ganz großes Danke! (Holder Secker)

Die Entscheidung, mich zum Theologischen Grundkurs anzumelden, gehört zu den besten, die ich in meinem Leben getroffen habe. (Ute Sauermann)

Der Theologische Grundkurs eröffnete mir viele Möglichkeiten, viele Facetten der biblischen Botschaft neu kennen zu lernen und mich mit zahlreichen Themen auseinanderzusetzen – mit manchen zum ersten Mal. Ich hab etwas mehr von der großen Freiheit und Vielfalt des Lebens verstanden, die der Glaube uns ermöglicht. Im Kontakt mit meinen Kurskolleginnen und Kolleginnen und den Lehrenden konnte ich neue Wege beschreiten, meinen Glauben an manchen Stellen neu entdecken, verändern und vertiefen. Ich durfte erleben, dass Gott mich begleitet und beschenkt.
(Gerlinde Baumann)

Wer nun neugierig geworden ist und Lust hat, sich auch auf den Weg zu machen: Die neuen Kurse starten im November 2017 in Stuttgart, Schwarzenshof und Vechta.           

Fotos: Ute Sauermann

Die Freude des Evangeliums weitergeben

„Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude.“ Mit diesen Worten beginnt Papst Franziskus sein Apostolisches Schreiben EVANGELII GAUDIUM – ÜBER DIE VERKÜNDIGUNG DES EVANGELIUMS IN DER WELT VON HEUTE, erschienen im Jahr 2013. Und er schreibt weiter: „In diesem Schreiben möchte ich mich an die Christgläubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude geprägt ist.“

Ich stelle mir vor, dass wir als Christusgläubige in unseren Baptisten- und Brüdergemeinden im BEFG von solcher Freude geprägt sind und deshalb evangelisieren. Einfach von dem erzählen, dessen Freude uns immer und immer wieder erfüllt. In unseren ganz normalen Gemeindegottesdiensten und in unserem ganz normalen Alltagsleben unseren Glauben zur Sprache bringen. Wäre das nicht etwas?

Seit über 25 Jahren ist proChrist in Deutschland und Europa aktiv und unterstützt Kirchen und Gemeinden in diesem Ansinnen. Vielen ist das bekannt. Auch vom 11. bis 17. März 2018 können Gemeinden PROCHRIST LIVE veranstalten – eine besondere Form für die Freude des Evangeliums. Es gibt das neue Konzept mit zwei Varianten, neue Redner und neue Möglichkeiten, über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Gerade in unserer Zeit mit vielen Unsicherheiten ist es wichtig, dass wir verstehen und anderen sagen können, woran wir als Christen glauben. Daher lautet das Motto dieser proChrist-Themenwoche „UNGLAUBLICH?“ Darin steckt das Wort „glaub ich“. Wie ein roter Faden wird sich das apostolische Glaubensbekenntnis durch die Themenwoche ziehen. Darin ist in Kürze formuliert, was wir Christen glauben und was uns über die Grenzen verschiedener Konfessionen hinweg verbindet: der Glaube an den dreieinen Gott, der die Welt geschaffen hat und jeden Menschen unendlich liebt. Was heißt Glauben an Gott für uns heute? Was wird uns durch den christlichen Glauben geschenkt? Darüber soll bei PROCHRIST LIVE geredet und zum Glauben an Jesus Christus eingeladen werden.

Die Live-Übertragung aus Leipzig wird über Bibel TV an hunderte Orte in Europa ausgestrahlt. Die Redner Elke Werner und Steffen Kern werden ein neues Format präsentieren und gemeinsam durch die Abende führen. Sie werden durch ihre Verkündigung zum Glauben an Jesus Christus einladen und verschiedene Möglichkeiten eröffnen, darauf zu antworten.

Weil manche Gemeinden sich aber mehr Flexibilität in Bezug auf die Gestaltung, die Uhrzeit oder die Zielgruppe wünschen, gibt es auch eine zweite Variante. Gemeinden können eine eigene Verkündigerin oder einen eigenen Verkündiger vor Ort einladen (Liste unter www.prochrist-live.de/rednerpool).

So oder so – PROCHRIST LIVE 2018 ist eine gute Möglichkeit, der Freude, die Christus im Evangelium schenkt, Ausdruck zu geben. Macht mit und werdet Veranstalter! In diesem Sinne lade ich die Gemeinden im BEFG ein zu einer „neuen Etappe der Evangelisierung, die von der Freude geprägt ist“.

„Reformation – da geht was!“

„Reformation – da geht was!“ Nicht nur, dass die Ausstellung des BEFG diesen Titel hat – einige Gemeinden haben das Motto wörtlich genommen und sind kreativ geworden.

So wird zum Beispiel in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Weltersbach die Ausstellung bis Ende Oktober durchgehend präsentiert. Pastor Christoph Becker berichtet: „Ich habe dazu eine Reihe von Gottesdienstthemen formuliert, die jeweils den Gedanken einer Tafel aufnehmen. Dahinter steht die Frage, ob sich die Themen der Reformation nicht mit grundsätzlichen Phänomenen oder Prinzipien verbinden lassen, die zum Weg der Gemeinde seit den Anfängen gehören.“

Ähnlich nutzt Pastor Ulf Beiderbeck die Ausstellung in Bonn. Und er ergänzt: „Hier in Bonn binden wir die Ausstellung ökumenisch ein.“ In Westerstede wurde die Ausstellung im Rathaus gezeigt, worüber auch die Zeitung groß berichtet hat. In Oldenburg gab es unter anderem einen „Schwarzbrot-Tag“ mit theologisch „kernigen“ Vorträgen und Gesprächsgruppen zum Thema. Pastor Michael Lefherz in Potsdam bietet eine Reihe unter dem Leitgedanken „Schätze der Reformation heben“ an. Pastor Lars Heinrich in Tübingen ergänzt die Ausstellung mit Predigtreihen zu Martin Luther King und zur täuferischen Tradition.

„Von Martin Luther zu Martin Luther King“ heißt auch die Ausstellung während der Weltausstellung in Wittenberg in der dortigen Hoffnungskirche der Baptisten. Die Ausstellung wurde dazu durch weitere Tafeln zum Besuch von Martin Luther King 1964 in Berlin ergänzt. Bereits über 1000 Besucherinnen und Besucher waren bis Ende Juni schon zu Gast – unter ihnen auch die Botschafterin des Reformationsjubiläums Pfarrerin Margot Käßmann.

Freikirchen in Österreich

„Ich habe einen Traum, dass wir als Freikirchen unser Land mitgestalten!“ Begeistert berichtete der Vorsitzende des Rates der „Freikirchen in Österreich“, Edwin Jung, von diesem neuen Zusammenschluss, der 2013 gegründet wurde und zu dem neben dem Baptistenbund vier weitere Freikirchen gehören. Nach vielen Jahren der Bedeutungslosigkeit haben sie nun die staatliche Anerkennung erhalten, erfahren Unterstützung der katholischen und evangelischen Kirchen, geben einen gemeinsamen Religionsunterricht an den Schulen und planen sogar eine freikirchliche theologische Universität.

Am 24. und 25. Juni fand die Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung erstmals in Wien statt. Kooperationspartner waren der Mennonitische Geschichtsverein und die Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich. Neben den aktuellen Entwicklungen wurde der komplizierte Weg der Freikirchen von ihrer Entstehung bis zur rechtlichen Anerkennung in Österreich in verschiedenen Referaten verständlich gemacht.

Eine wichtige Rolle spielte die Geschichte der frühen Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts. In Niederösterreich und Südmähren entstanden zahlreiche Gemeinden, ein bedeutender Flügel der Reformation. Besonders die Gemeinschaft der Hutterer prägte diese Aufbruchs- und Erneuerungsbewegung. Bald schon kam es aber zu Verfolgung, Vertreibung und zum Martyrium vieler Täuferführer.

In zwei Exkursionen zu Täufer-Gedenkorten wurden diese alten Wurzeln freikirchlicher Identität erfahrbar: In Wien existiert seit einigen Jahren eine Gedenktafel für Balthasar Hubmaier, der 1528 hier verbrannt wurde. Weitere Erinnerungsplätze sollen folgen. In Niedersulz wurde 2008 ein beeindruckendes Täufermuseum eröffnet, ein Besuch lohnt sich!

Der Verein für Freikirchenforschung veranstaltet jährlich ein Symposium zu freikirchlichen geschichtlichen und theologischen Themen, dessen Ergebnisse in einem Jahrbuch dokumentiert werden.

Lob für die Ausstellung „Von Martin Luther zu Martin Luther King“

„Sehr gut“, „informativ“, „phantastisch“ – mit diesen Worten haben viele Besucherinnen und Besucher die Ausstellung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen „ Von Martin Luther zu Martin Luther King“ in der Hoffnungskirche in Wittenberg versehen. Auch die Ehrenamtlichen, die durch die Ausstellung führen, äußern sich zu ihrem Aufenthalt in Wittenberg durchweg positiv.

Besonders interessiert zeigen sich die Gäste an dem, was eine Freikirche ausmacht, erzählt Koordinatorin Theresia Stadtler-Philipp. So seien die am häufigsten gestellten Fragen „Was ist eine Freikirche?“ und „Wie und was glauben die Menschen in einer Freikirche?“ Da ist es zwar hilfreich, wenn die Ehrenamtlichen, die jeweils mittwochs bis sonntags durch die Ausstellung führen, selbst aus einer Freikirchen kommen, unbedingt notwendig ist es aber nicht. Wenche Burger-Nøstvold zum Beispiel ist Mitglied einer Evangelisch-Lutherischen Gemeinde. Sie ist gebürtige Norwegerin und lebt in Emstek in Niedersachsen.
 
„Auf Wittenberg wollte ich mich einlassen“, schreibt sie „ein kleines spannendes Abenteuer, alles neu, die Menschen und auch diese Gegend, in der ich noch nie gewesen bin.“ Sie war eine Woche lang als Ausstellungsführerin tätig, bekam dafür Unterkunft, Verpflegung und ein Ticket für die Weltausstellung: „Die Baptisten-Gemeinde hat mich sehr liebevoll aufgenommen, es wurde sowohl für meinen Leib als auch für meine Seele gesorgt. Gespräche, die Tiefgang hatten, taten mir gut. Die Weltausstellung in Wittenberg bietet sowohl Spirituelles als auch Kunst, tolle Parkanlagen und vieles, vieles mehr, eine Reise dorthin lohnt auf jeden Fall.“

Seit der Eröffnung kommen täglich ungefähr 15 bis 25 Personen, um sich die Ausstellung anzusehen. Einmal sind sogar 49 Menschen dagewesen. Es ergeben sich viele interessante Gesprächen, berichtet Theresia Stadtler-Philipp. Das hat auch Wenche Burger-Nøstvold erlebt: „Es waren Menschen aus aller Welt da, denen ich meine volle Aufmerksamkeit gewidmet habe, mit vielen von ihnen bin ich ins Gespräch gekommen. Im Nachhinein betrachte ich meinen Aufenthalt als ein wunderbares Geschenk, wofür ich mich sehr bedanken möchte bei allen, die mit mir zu tun hatten.“

Übrigens: Wer spontan nach Wittenberg kommen möchte, um die Weltausstellung Reformation zu besuchen, kann sich an Theresia Stadtler-Philipp wenden. Es gibt noch einige Quartiere außerhalb von Wittenberg, die Frau Stadtler-Philipp gerne vermittelt. Dann ist die Anreise mit dem Auto empfehlenswert.

Israelischer Baptist besucht syrische Flüchtlinge

„Ich bin ein Israeli, aber kein Jude. Ich bin ein Araber aber kein Muslim“. Mit diesem Rätsel stellte sich Pastor Hatim Jiryis aus der Freien Evangelischen Gemeinde in Tarshiha vor. Er besuchte syrische Flüchtlinge und die sie unterstützende Gemeinde in Kassel. In Kassel gestaltete er am 20. Mai einen Bibelstudientag an dem 45 syrische und irakische Flüchtlinge teilnahmen. Die Mehrheit gehört zu orthodoxen Kirchen, besucht aber regelmäßig die Kirche im Hof der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kassel-West. Eine Reihe von ihnen ist erst kürzlich getauft worden. Auch einige Muslime nahmen an dem Seminar teil. Die Vorträge zu Kernaussagen des christlichen Glaubens, wie Hoffnung, Liebe und Versöhnung wurden immer wieder von engagierten Teilnehmern unterbrochen. Es wurde nachgefragt und diskutiert.

Für Syrer und Iraker ist die Begegnung mit einem arabischen Christen aus Israel etwas Besonderes, weil in den Schulbüchern dieser Länder seit Jahrzehnten Hass gegen den Staat Israel gelehrt wird. Auch wenn der Referent nicht zur Politik Israels Stellung nahm, war allein sein Bericht über die Religionsfreiheit der arabischen Israelis ein deutliches Zeichen.

In einem Hintergrundgespräch mit Mitarbeitern der Gemeinde über die kulturellen Besonderheiten des Nahen Ostens und ihre Auswirkungen auf die Gemeindearbeit bat er, stärker die kulturelle Prägung der neuen Gemeindemitglieder und Freunde zu berücksichtigen.
Im Gottesdienst ermutigte Pastor Jiryis die Besucher, die Liebe Gottes mit Flüchtlingen zu teilen. Er berichtete von den Gebeten seiner Gemeinde für die Flüchtlinge aus dem Nachbarland, mit dem Israel nach wie im Kriegszustand ist.

Eines der Anliegen von Hatim Jiryis war die Suche nach Freunden für seine kleine Gemeinde, die eine Kirche baut. Tarshiha liegt in Obergaliläa, nicht weit von der libanesischen Grenze. Hier baut die Gemeinde, die bisher in einem Wohnhaus eingemietet ist, ihr neues Zentrum. (www.tevchurch.com) Einmalig in der Geschichte Israels : Das Baugrundstück wurde der Gemeinde von dem jüdischen Bürgermeister aus Maalot geschenkt und das, obwohl Kirchen in Israel nur sehr schwer überhaupt eine Baugenehmigung erhalten.
Die Reise, die unter anderem auch in die Gemeinde Schwäbisch Hall führte, wurde von der Flüchtlingshilfe des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden unterstützt.

Siegfried Kerstan verstorben

Am 6. Juni ist BEFG-Pastor i.R. Siegfried Kerstan im Alter von 88 Jahren gestorben. In ihrem Nachruf drückten BEFG-Präsident Michael Noss und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba Dankbarkeit aus „für das Leben von Siegfried Kerstan, sein Prägen und Gestalten sowie für den Segen, der durch ihn geworden ist.“ Mit seiner liebevollen und freundlich zugewandten Art im Umgang mit anderen Menschen habe er „viele segensreiche Spuren hinterlassen“.

Siegfried Kerstan wurde am 14. August 1928 in Schwentainen in Ostpreußen geboren. Von 1949 bis 1953 studierte er am Theologischen Seminar in Hamburg und Rüschlikon. Dem Studium schlossen sich Gemeindedienste in Stuttgart und Stuttgart-Zuffenhausen an. Von 1960 bis 1965 hatte er das Amt des Bundessonntagsschulpflegers inne. Nach seinem Gemeindedienst in Oldenburg war er von 1976 bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand 1985 Bundesdirektor und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 16. Juni, um 12 Uhr in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Oldenburg statt. Die Beisetzung ist anschließend auf dem Friedhof Eversten.

Wachsende Gemeinden und das Miteinander der Generationen

Bei seiner Sitzung im Mai hatte der Fachkreis Generationen des BEFG-Fachbereichs Familie und Generationen Dr. Ralf Dziewas zu Gast. Ralf Dziewas ist Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie an der Theologischen Hochschule Elstal. Prägnant legte er seine Forschungsergebnisse zum Gemeindewachstum dar.

Er erläuterte, dass die Gottesdienstgestaltung von wachsenden Gemeinden moderner ist als die von durchschnittlichen Gemeinden. Und auch, dass wachsende Gemeinden viel in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen investieren. Ebenso, dass dem Gebet in wachsenden Gemeinden in verschiedenen Bereichen des Gemeindelebens eine große Rolle zugewiesen wird. Die Diskussion im Fachkreis beschäftigte sich mit der Frage, was die Beobachtungen für die Gemeindearbeit mit allen Generationen bedeutet. Zum einen, so folgerten die Mitglieder des Fachkreises, sollten Gemeinden darüber nachdenken, wie Kinder und Jugendliche aktiv in Entscheidungsprozesse der Gemeinde einbezogen werden, so dass die Gemeinde „ihre Gemeinde“ wird oder bleibt. Konsequenzen könnten auch sein, Jugendvertreter regelmäßig in Gemeindesratssitzungen einzuladen und einen Schwerpunkt bei attraktiven Angeboten für Kinder und Jugendliche zu setzen. Ältere müssten ihre Rolle als Mentoren und Ermutiger neu finden. Aufgabe für die Neuausrichtung müsste auch sein, das Miteinander der Generationen so zu gestalten, dass sich viele mit der missionarischen Grundkonzeption der Gemeinde identifizieren können.

Dass projektorientierte Angebote hilfreich für die Gemeindeentwicklung sein können, wurde auch in einem Beitrag von Pastor Lars Schwesinger aus der EFG Herford deutlich. Er stellte die Weiterentwicklung des generationenübergreifenden Angebotes „Auf Augenhöhe“ als Wochenendfreizeit-Angebot mit erlebnispädagogischen Elementen vor. Er hatte das Ein-Tages-Seminar „Auf Augenhöhe“ schon mehrmals mit Jutta Teubert durchgeführt und wird die nun erweiterte Konzeption im Herbst gemeinsam mit Agathe Dziuk, Gemeindediakonin in der EFG Velbert, auf einer Gemeindefreizeit erproben.

Begeisterung lösten auch die Ideen der Theaterpädagogin Thekla Neumann aus. Mit „Theaterspielen auf Augenhöhe“ zeigte sie auf, wie durch kreatives Theater Teilnehmende sich selbst und andere neu entdecken undintergenerationelles Lernen einüben können.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes von Ralf Dziewas sind in der neuesten Ausgabr der Zeitschrift „Theologisches Gespräch“ mit dem Titel „Warum wachsen Gemeinden?“ nachzulesen.


Berührende Berichte, hilfreiche Unterstützung

In den vergangenen zwei Jahren haben über 100 Gemeinden aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) farsisprachige Menschen aus dem Iran und Afghanistan aufgenommen. Mit den Angeboten der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung  unterstützt der BEFG diese Arbeit. Neben einer neuen Infoseite im Internet sind zurzeit die Konsultationstage zu diesem Thema sehr beliebt. So trafen sich am 6. Mai 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der EFG Siegen-Weststraße.

Nach der Begrüßung und Andacht von Gemeindepastor Peter Krusemark lud Gabriele Löding, Referentin für gemeindenahe Diakonie im BEFG, die Anwesenden zur praktischen Auseinandersetzung mit Fremdheit und Migration ein. Thomas Klammt, BEFG-Referent für Integration und Migration, zeichnete das Bild einer großen Bewegung, in der Menschen aus der muslimischen Welt zum Glauben an Christus kommen. Und er stellte an persönlichen Eindrücken aus Hamburg, Karlsruhe, Varel und Düsseldorf dar, wie unterschiedlich diese Bewegung in den Gemeinden des BEFG ankommt.

Als „sehr berührend“ erlebten viele Anwesende den persönlichen Bericht von Qorban Sultani aus Mettmann, der seine Flucht beschrieb: „Auf dem Weg von Afghanistan nach Europa habe ich den Psalm 23 von Anfang bis Ende erlebt.“ Die Gemeinde Mettmann habe ihn mit offenen Armen aufgenommen und er sei dankbar, sich dort mit seinen Fähigkeiten nun einbringen zu können.

Aus zehn weiteren Gemeinden von Gundelfingen über Gevelsberg bis Bad Arolsen und Düsseldorf wurde über „Wunder Gottes und die Herausforderungen des deutsch-persischen Alltags“ berichtet. „Zunehmend wird deutlich, dass mit der Aufnahme von Christen aus muslimischem Hintergrund auch große Aufgaben im Bereich der Seelsorge und Jüngerschaft auf die Gemeinden zukommen“, hebt Thomas Klammt hervor: „So kamen bei dem Konsultationstag auch die Belastungen zur Sprache, die durch die Asylverfahren, Ablehnungsbescheide und Abschiebungsankündigungen auf die Betroffenen zukommen.“

In Arbeitsgruppen wurden am Nachmittag die Themen „Glaubenskurse“, „Integration in der Gemeinde“, „Asylverfahren“, „Seelsorge“ und „Interkulturelle Kompetenz“ vertieft.

„Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Mit diesem Ermutigungswort aus 2. Timotheus 1,7 und einer Gebetszeit für die Gemeinden und das Land endete ein intensiver Seminartag. „Die Stärkung der Mitarbeitenden und die vertiefte Verbindung trägt hoffentlich weiter durch die Herausforderungen der Mission und Integration“, so Thomas Klammt.

Das Christsein als Abenteuer erleben

Die Frauenarbeit im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ist 90 Jahre alt geworden. Das feierten 220 Frauen aus Baden-Württemberg und Bayern mit einem „besonderen Frauentag“ in Neu-Ulm.

Hauptrednerin war die katholische Ordensschwester Teresa Zukic (Weisendorf). Die Nonne aus der „Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu“ ist durch Kindermusicals, Bücher und TV-Auftritte bekanntgeworden. Sie gab Tipps für ein erfülltes Leben als Christ und bezeichnete das Christsein als Abenteuer. Der Glaube könne das eigene Leben verwandeln. Sie empfahl fünf konkrete Schritte umzusetzen: mit sich selbst Freundschaft zu schließen, selbst zur Bibel zu werden, Gott zu loben, Ungewöhnliches gegen die Gewohnheit zu tun und Wunden heilen zu lassen. Eine der Teilnehmerinnen, Elisabeth Malessa (Feuchtwagen), sagte der GEMEINDE: „Wir haben eine sehr fröhliche, authentische Referentin erlebt, die den Herrn Jesus Christus von Herzen liebt und seine Liebe weitergeben möchte.“

Grußworte sprachen der Präsident des Bundes, Michael Noss (Berlin), die Referentin des Fachbereichs Familie und Generationen, Dagmar Lohan (Elstal), und die Ulmer Gemeindepastorin Ruth Greiner. Noss hob hervor, dass Frauen immer schon – recht selbstbewusst – im gemeindlichen Kontext gewirkt haben. Es sei ein längerer Weg gewesen, bis ihnen alle Dienste in der Gemeinde offen gestanden hätten. Es sei auch der beharrlichen und gemeindeorientierten Art der Frauen zu verdanken, dass dies dann so gekommen sei. Noss drückte seine Hochachtung darüber aus, dass die Frauenarbeit, die früher einmal eine selbstständige Einrichtung im Bund war, sich in den neuen Fachbereich Generationen Familie und Generationen eingebracht habe. Ein Preisrätsel, Blumenschmuck und kleine Geschenke gaben dem Tag eine besondere Note.

Ein Höhepunkt des Nachmittags war das Anspiel von drei Frauen aus Ulm, das zum zweiten Vortrag der Ordensfrau passte. Beide trugen den Titel „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“ und erntete viele Lacher im Publikum. Die Nonne rief dazu auf, damit aufzuhören, Mitmenschen und die Vergangenheit für das eigene Unglücklichsein verantwortlich zu machen. Es gelte vielmehr, die Gefühle zu steuern und Situationen neu zu bewerten. Workshops, die Möglichkeit zum Austausch und ein „Markt der Möglichkeiten“ rundeten das Frauentreffen ab.

Die Bundesbeiträge sind das Fundament

Auf der Bundesratstagung wie auch am Vorabend im Forum Finanzen stellte der neue kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, die Haushaltszahlen 2016 vor, warnte vor Bundesbeitragskürzungen und warb für Bundesopfer-Spenden aus den Gemeinden sowie für den Schuldenabbau.

Auf dem Rednerpult steht ein dreifarbiger Jenga-Turm aus 60 Holzbausteinen. Die drei Farben stehen für die wesentlichen Einnahme-Säulen des Bundeshaushalts: Bundesbeiträge, Bundesopfer und sonstige Einnahmen. Volker Springer zieht beim Reden einzelne blaue Steine aus dem Turm. Jeder entfernte Stein stehe für eine Gemeinde, die ihren Beitragszahlungen nicht nachkommt. Die Gründe dafür seien vielfältig und teilweise auch nachvollziehbar, wie bei großen Bauprojekten oder dem Wunsch, vermehrt in die Jugendarbeit zu investieren. Teilweise würden aber auch aufgrund inhaltlicher Differenzen keine oder nur vermindert Bundesbeiträge gezahlt. Jede Gemeinde, die – aus welchem Grund auch immer – bei den Beiträgen spart, sei ein Stein, der dem Fundament fehlt. „Wir dürfen die Stabilität des Bundes nicht gefährden. Und diesen Punkt haben wir meines Erachtens bereits erreicht“, warnt der neue kaufmännische Geschäftsführer. So lag der Fehlbetrag allein bei den Bundesbeiträgen im zurückliegenden Jahr bei fast 290.000 Euro.

Das Defizit für das Haushaltsjahr 2016 beziffere sich im Grunde auf rund 220.000 Euro. Nur durch den Erlös aus einem Objektverkauf aus dem Liegenschaftshaushalt konnte das Minus auf 71.534,19 Euro gedrückt werden. Volker Springer sieht hier keinen Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem. Der Haushalt 2017 sei für ihn ein Übergangshaushalt mit schmerzhaften Einschränkungen auf der Ausgabenseite. „Und selbst dieser Haushalt kann nur ausgeglichen abgeschlossen werden, wenn die Gemeinden ihre Beiträge wie vereinbart zahlen und das Bundesopfer eine Wiederbelebung erfährt.“

Jan Schönknecht lobt die Arbeit des neuen kaufmännischen Geschäftsführers trotz unausgeglichenen Haushalts ausdrücklich: „Du hast erst im Sommer angefangen, bist jedoch schon sehr tief in die Materie eingestiegen. Wir hätten Dir allerdings einen einfacheren Einstieg gewünscht.“ Der Sprecher der Finanzsachverständigen dankt auch allen Gemeinden, die sich treu am Haushalt beteiligen und allen, die auf die Bitte zum Jahresende mit zusätzlichen Bundesopfer-Spenden reagierten.

Ein Problem sehen die Finanzverantwortlichen bei der Verschuldung des Bundes. Die Tilgung der letzten fünf Jahre betrug bei genauer Betrachtung lediglich 55.000 Euro. „Angesichts einer Schuldenlast von rund 11 Millionen Euro viel zu wenig. Jedes Jahr müssen wir etwa 450.000 Euro für Zins und Tilgung ausgeben. Geld, das an anderer Stelle fehlt“, so Springer. Dementsprechend lautet auch der Antrag des Präsidiums, die Bundesbeiträge für das Jahr 2018 um 2 (auf nun 66 Euro in den alten Bundesländern pro Jahr und Mitglied) beziehungsweise 3 Euro (auf nun 63 Euro in den neuen Bundesländern) zu erhöhen und von der Erhöhung 1 Euro für die Schuldentilgung aufzubringen. Die Delegierten folgen diesem Votum mit einer Mehrheit von 98%.

Sowohl die 120 Teilnehmer des Forums Finanzen als auch die rund 460 Delegierten auf der Tagung beteiligen sich rege und tragen wertvolle Ideen zu einer fairen Verteilung der Beiträge vor. Auch zu den Verbindlichkeiten des BEFG gibt es einen Vorschlag aus dem Plenum: Die Schulden wären getilgt, wenn sich 10.000 Mitglieder fänden, die einmalig 1.000 Euro spendeten. Volker Springer sichert zu, dafür ein Konto einzurichten und eine entsprechende Aktion in die Wege zu leiten.    

Neben lebhaften Diskussionen zum Schuldenstand und zu den Bundesbeiträgen steht auch das Bundesopfer im Fokus, freie Spenden für die allgemeine Arbeit des Bundes. Viel diskutiert wurde über die Entscheidung, das Bundesopfer weiterhin mit 1,1 Millionen Euro zu veranschlagen, obwohl dieses Ziel 2016 erneut eindeutig verfehlt wurde. „Wenn sich nicht viel ändert, wird diese Position 2017 einen Fehlbetrag in Höhe von rund 150.000 Euro aufweisen“, so Volker Springer. Er sieht darin jedoch auch einen Ansporn: „Ich wünsche mir, dass jede Gemeinde Bundesopfer-Spenden tätigt. Letztes Jahr haben sich 547 Gemeinden nicht am Bundesopfer beteiligt. Wenn diese Gemeinden jeweils nur 275 Euro spenden, ist die Lücke von 150.000 Euro  im Bundesopfer geschlossen. Das ist in vielen Gemeinden bereits mit einer Kollekte getan!“

Mehrfach dankt Springer allen Gemeinden und Einzelspendern, die sich am Bundesopfer beteiligen sowie allen treu zahlenden Gemeinden. Abschließend formuliert er nochmals die dringende Bitte an alle Gemeinden, die Bundesbeiträge zuverlässig zu zahlen und Sammlungen für das Bundesopfer fest in den Kollektenplan einzuplanen. Dann würde der Jenga-Turm neue Stabilität gewinnen. 

Mehr Zeit für Mitarbeitende und Gemeinden

Mit nahezu 90 Prozent der Stimmen wurde auf der Bundesratstagung am 26. Mai in Berlin-Schöneberg Artikel 17 der Verfassung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) geändert. Er lautet nun: „Die Bundesgeschäftsführung besteht aus dem Generalsekretär, dem Kaufmännischen Geschäftsführer sowie einem oder mehreren Bereichsleitern. Darüber, welche Bereichsleiter der Bundesgeschäftsführung angehören, entscheidet das Präsidium des Bundes.“

Den Antrag auf Verfassungsänderung hatte das Präsidium des Bundes nach einer Neustrukturierung der Arbeitsbereiche des BEFG eingebracht. Die Leiter der Dienstbereiche „Kinder und Jugend“ und „Mission“ bilden nun zusammen mit dem Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, den Leitern der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie und des Referats für Kommunikation sowie der Bundesgeschäftsführung (BGF) die Bereichsleiterkonferenz (BLK). Die BLK dient der inhaltlichen Weiterentwicklung der vom Bund wahrzunehmenden Aufgaben sowie der bereichsübergreifenden Vernetzung und Kommunikation. Die verkleinerte BGF – zu der neben dem Generalsekretär und dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Leiter des Dienstbereichs „Mitarbeiter und Gemeinde“ gehört – könne nun effizienter arbeiten, „verantwortet einen großen Teil der Routineaufgaben der Geschäftsstelle und entscheidet über alle Fragen, die nicht die Mitsprache der Bereichsleiter erfordern“, hieß es in der Begründung des Präsidiums zum Antrag an den Bundesrat: „Die Bereichsleiter werden dadurch von vielen Themen entlastet, die nicht ihren eigentlichen Bereich betreffen. Sie können sich so intensiver der inhaltlichen Arbeit widmen. Das schafft mehr Zeit für die Begleitung der Mitarbeitenden und für Kontakte zu den Gemeinden.“

Ein ähnlicher Änderungsantrag wurde bereits beim Bundesrat 2016 eingebracht, erhielt aber nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten. Der Antrag zweier Gemeinden im selben Jahr, die Verfassung unverändert beizubehalten, wurde allerdings ebenfalls abgelehnt. Deshalb entschied sich das Präsidium dazu, seinen Antrag in leicht überarbeiteter Form erneut einzubringen. Im Vorfeld habe das Präsidium sich eingehend mit den im vergangenen Jahr geäußerten Bedenken befasst und ausführliche Gespräche mit den Kritikern dieser Neufassung geführt, hieß es aus dem Präsidium. Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission, sagte während der Diskussion auf dem Bundesrat: „Ich arbeite gerne in der neuen Struktur. Als Bereichsleiter habe ich weiterhin Einfluss auf die Inhalte und die Haushaltsentscheidungen. Die monatlichen Bereichsleitertreffen sind sehr sinnvoll zur Vernetzung mit den anderen Bereichen wie zum Beispiel der Theologischen Hochschule, die sonst nicht mit am Tisch sitzen würde. Die Zeit, die ich nicht für Aufgaben der BGF wahrnehmen muss, wird frei für originäre Aufgaben im Dienstbereich Mission.“

Das Präsidium versicherte in der Aussprache, es sei eine Selbstverständlichkeit stets darüber zu informieren, wer von den Bereichsleitern zur BGF gehöre und warum.

Diakoniewerk Bethel bleibt in Bekenntnisgemeinschaft

Das Diakoniewerk Bethel bleibt eine Einrichtung im Status der Bekenntnisgemeinschaft mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Das haben die Delegierten des Bundesrats der Freikirche am 26. Mai 2017 in Berlin beschlossen.

Die Delegierten hoben den  Beschluss  des BEFG-Präsidiums vom 12. März 2016  über das Ruhen des Status auf, weil das Diakoniewerk in der Zwischenzeit einigen zentralen Forderungen des Bundes nachgekommen ist. Gleichzeitig stellte der Bundesrat fest, dass der Beschluss des Präsidiums aus dem Vorjahr auf der Grundlage der damals gegebenen Sachlage „geboten und rechtlich nicht zu beanstanden“ war. Darüber hinaus formulierte der Bundesrat die Erwartung, dass die zwischenzeitlich in formaler Hinsicht erfüllten Anforderungen der Ordnung für Einrichtungen im Status der Bekenntnisgemeinschaft „nun auch in der Praxis tatsächlich gelebt werden.“ Der Bundesrat folgte mit seinen Entscheidungen einmütig den Empfehlungen der im Vorjahr berufenen unabhängigen Kommission, deren Bericht die Delegierten einstimmig und mit Dank entgegennahmen.

Den Beschlüssen vorangegangen war eine in Teilen emotionale Debatte. Dabei wurde erneut deutlich, dass die inhaltlichen Differenzen das Verhältnis zwischen den Vertretern des Werks und des BEFG belastet hatten. BEFG-Generalsekretär Pastor Christoph Stiba und Bethel-Vorstandsvorsitzende Dr. Katja Lehmann-Giannotti unterstrichen am Ende, dass die Bundesratsbeschlüsse den Anfang eines Versöhnungsprozesses bilden können.

Dr. Lehmann-Giannotti beschrieb die Beschlüsse in ihrem Statement als Gebetserhörung. Das Werk gehöre in den Bund. Sie räumte ein, im Rückblick würde man heute einige Dinge anders machen. Sie sagte zu, dass die finanzielle und seelsorgerliche Versorgung der Diakonissen im Diakoniewerk Bethel sichergestellt sei.

Dr. Wolfgang Lorenz, ehemaliger BEFG-Präsident und langjähriger Direktor und Vorsteher im Diakoniewerk Bethel, drückte seine Zufriedenheit über die Beschlüsse aus: „Wir danken Gott, dass er uns vor einem Zerschneiden des Bandes zwischen Bethel und dem Bund bewahrt hat.“

„Aus der Enge in die Weite“: 20 Jahre Bildungszentrum Elstal

Mit einem Festgottesdienst hat der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) am 27. Mai 2017 das 20-jährige Bestehen seines Bildungszentrums in Elstal bei Berlin gefeiert. „Heute ist ein Tag der Freude darüber, was entstanden ist!“ Dieser Satz, mit dem BEFG-Generalsekretär Pastor Christoph Stiba die rund 250 Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes begrüßte, war zugleich Grundtenor der eindrücklichen Zeitzeugenberichte, die folgten.

Pastor Dr. Wolfgang Lorenz, ehemaliger Präsident des BEFG, berichtete über die Anfänge des Bildungszentrums, das heute auch Begegnungsstätte und Sitz der Bundesgeschäftsstelle der Freikirche ist. „Aus der Enge in die Weite“ sei in den 80er-Jahren das Motto bei der Suche nach einem neuen Standort für das „baufällige und sanierungsbedürftige“ Theologische Seminar in Hamburg gewesen. Fünf Jahre lang habe eine Kommission nach einem neuen Grundstück im Hamburger Raum gesucht – ohne Erfolg. „Dann kam das Wunder Gottes der Wiedervereinigung. Uns war klar: Ein neues Zentrum kann nur in den neuen Bundesländern entstehen“, so Lorenz. Es habe viel Überzeugungsarbeit gebraucht, doch 1994 habe der Bundesrat, das Kirchenparlament des BEFG, in Rostock grünes Licht für Elstal gegeben. Lorenz zeigte auf, dass die Bau- und Sanierungsarbeiten nach dem Ende des Kalten Krieges auch aus internationaler Perspektive bedeutsam waren. So hätten Baptisten aus Moldawien, der Ukraine und Weißrussland beim Bau geholfen: „Die ‚Osteuropahilfe‘ konnte durch den Einsatz dieser Arbeitsgruppen auch über 100 Gemeinden in diesen Ländern finanziell entscheidend unterstützen. Das war ein eindrückliches Zeichen, wie Gemeindebünde in Ost und West zusammenwachsen konnten.“

BEFG-Präsident Pastor Michael Noss, damals Leiter des Landesverbands Berlin-Brandenburg, beschrieb im Gottesdienst die Erinnerung an seinen ersten Besuch in Elstal: „Der Boden war durch die militärische Nutzung des Geländes verseucht und ich fragte mich: Was soll daraus werden? Doch es ist etwas sehr Gutes entstanden!“ Er äußerte den Wunsch, dass die Bedeutung von Elstal als Begegnungsstätte noch zunehme. Lucie Meißner, Studentin an der Theologischen Hochschule, zeigte sich wie Noss beeindruckt von den Entwicklungen: „Wenn man sich die Bilder anschaut, wie es hier vor 20 Jahren aussah, ist es faszinierend, den Campus heute zu erleben. Wir als Studierende genießen das Miteinander auf dem Campus sehr.“ Pastor Dr. Stefan Stiegler, damals Dozent am Theologischen Seminar und später dessen Rektor, äußerte große Freude darüber, dass es 2015 nach zehn Jahren intensiver Arbeit gelungen sei, die unbefristete staatliche Anerkennung des Seminars zu erreichen, das mittlerweile in „Theologische Hochschule Elstal“ umbenannt wurde.

Holger Schreiber, Bürgermeister der Gemeinde Wustermark, würdigte die Strahlkraft des Bildungszentrums, von dem ein starkes gesellschaftliches Engagement ausgehe: „Es ist ein Glücksfall, dass der BEFG dieses Gelände entwickelt hat, das als Militärstandort früher den Menschen nicht diente. Es ist fantastisch, wie von diesem Ort, der mit einer negativen militärischen Intention entstanden ist, heute Positives in die Welt ausstrahlt.“

Pastor Prof. Dr. Michael Kißkalt, Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, konkretisierte in seiner Festpredigt, worin diese Strahlkraft besteht: „Als Campusgemeinschaft, als Bildungszentrum stehen wir unter der Verheißung Jesu: Ihr seid das Licht der Welt! Wir wünschen uns nichts mehr, als dass die Liebe und die Gerechtigkeit Gottes zu den Menschen kommt. Dafür engagieren wir uns, zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen!“

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