ERF Plus - Wort zum Tag

Psalm 33,4

Des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.“ (Psalm 33, 4)

Ich bin dankbar für alle Menschen, die ihr Wort halten. Wenn sie sagen, das erledige ich, dann weiß ich, dass es wirklich erledigt ist. Wenn sie sagen, darum kümmere ich mich, dann muss ich mir keine Gedanken mehr machen. Es wird dann wirklich erledigt. Wenn ich einen solchen Menschen zum Freund habe, dann kann ich sicher sein: Er lässt mich nicht im Stich. Wenn es drauf an kommt, wird er an meiner Seite stehen, und ich kann mich auf ihn verlassen.

Kennen Sie solche Menschen? Wie gut! Sie sind wirklich unendlich kostbar.

Und wie ist eigentlich Gott? Genauso. Er ist zuverlässig. Derjenige, der keine leeren Worte macht, sondern derjenige, dessen Wort verlässlich ist. Auf dessen Wort ich vertrauen kann.

Wenn er uns Menschen etwas zusagt, dann hält er sein Versprechen. Manchmal sind seine Zeitvorstellungen ganz anders als unsere. Manchmal dauert es, und wir in unserer Kurzatmigkeit, können das kaum aushalten. Aber Gott hält seine Zusagen. Er hält Wort.

Es war bei meiner Konfirmation. Vieles habe ich von damals vergessen. Aber nicht das Bibelwort, das mir mit auf den Lebensweg gegeben worden ist: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen.“ Dieses Wort hat sich mir eingeprägt. Ich habe gelernt, damit zu leben. Mich darauf zu verlassen. Gott um seine Leitung zu bitten. Besonders, wenn ich mich für oder gegen etwas entscheiden muss.

Nicht jede Entscheidung hat sich sofort bestätigt, aber ich habe ihn wirklich kennengelernt als denjenigen, der die Wege meines Lebens nicht nur führt, sondern dann immer mit dabei ist. Es ist ein gutes Wort für mich.

Oder seine Zusage: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen. Welch ein Wort für die Situationen in meinem Leben, in denen ich versagt habe, schuldig geworden bin an Gott und meinen Mitmenschen. Und dann dieses Wort, das mir zusagt, dass Gottes Gnade mir trotzdem gilt.

Ich bin so dankbar für die bleibenden Zusagen Gottes, die stabil sind und tragen. Auf denen ich mich abstützen kann, denen ich vertrauen darf.

Entdecken Sie die Zusagen Gottes und verinnerlichen Sie diese. Im Auf und ab unseres Lebens geben sie Halt und festen Grund. Denn: „Des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss“, wie es in Psalm 33, 4 heißt.

Autor: Lothar Eisele

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Nehemia 9,6

HERR, du machst alles lebendig und das himmlische Heer betet dich an.“ Nehemia 9,6

Ich erinnere mich noch genau an dieses Gespräch. Über 20 Jahre habe ich als Mitarbeiter der Abteilung Missionarische Dienste die Sommer im Zelt der Campingkirche verbracht. Wir feierten schöne Gottesdienste mit einer sehr frei gestalteten Liturgie. Dann kam ein Neustart als Gemeindepfarrer. Ich musste mich erst mit der Gottesdienstliturgie unserer Landeskirche vertraut machen. Eine Kollegin half mir dabei, mich mit der Gottesdienstordnung zurecht zu finden.

An einem Sonntagmorgen nahm sie an einem von mir gestalteten Gottesdienst teil. Dann kam das Auswertungsgespräch, und in dem fiel der entscheidende Satz: „Lieber Herr Eisele. Als die Gemeinde das Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist sang, hatte man den Eindruck, dass sie gerade überlegen, was muss ich denn als nächstes singen?

Aber hier geht es doch um den Lobpreis Gottes. Die Gemeinde stimmt gewissermaßen mit ein in den Gesang der Engel, die um Gottes Thron versammelt sind. Gott soll gepriesen und gelobt werden. Von ganzem Herzen.“

Ich werde diesen Satz nicht vergessen: „Die Gemeinde stimmt ein in den Gesang der Engel, die um Gottes Thron versammelt sind.“ Wir aber singen die Lieder zur Ehre Gottes manchmal nur in gedankenloser Routine. Und sehr oft verzichten wir ganz auf das Lob Gottes, bleiben beim Bitten und Flehen stehen oder beten gar nicht.

Wie kommt es dazu? Vielleicht weil wir ein Bewusstsein für die Herrlichkeit, Größe, Macht und Liebe Gottes verloren haben? Vielleicht, weil wir so mit unserer eigenen kleinen Welt beschäftigt sind, dass wir gar nicht auf den Gedanken kommen, die Gegenwart Gottes zu suchen?

Aber vielleicht auch deshalb, weil wir anscheinend keinen direkten Zugang zu Gottes neuer Welt haben?

Doch manchmal passiert es. Da habe ich beim Bibellesen plötzlich den Eindruck, dass sich der Vorhang in Gottes Welt öffnet. Dass ich einen Blick erhaschen darf von Gottes Himmel, in dem er auf dem Thron sitzt, in der seine Geschöpfe ganz erfüllt sind von seiner Herrlichkeit und ihn in Gemeinschaft loben, anbeten und preisen.

Und dann erinnere ich mich: Durch Jesus Christus ist die Tür zu dem lebendigen Gott geöffnet. Jesus sagt uns zu, dass wir zu Gott gehören, dass wir Heimatrecht haben in seiner herrlichen Welt. Ja, wir gehören wirklich zu ihm.

Wir dürfen seine Herrlichkeit und Liebe genießen und mit unserem Lobpreis darauf antworten. Er verdient unsere Anbetung aus ganzem Herzen. Im Nehemia-Buch wird es uns vorgemacht. Kapitel 9, Vers 6:

HERR, du machst alles lebendig und das himmlische Heer betet dich an.

Autor: Lothar Eisele

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1. Petrus 1,8

Jesus Christus habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb“ (1. Petrus 1,8)

Es hat sich vor Jahren in Marburg zugetragen. In der dortigen Landeskirchlichen Gemeinschaft bekommen einige Christen Kontakte zu jungen Chinesen. Diese sind als Studenten in die Universitätsstadt gekommen. Verbindungen werden geknüpft. Die Christen interessieren sich für das Studium der jungen Leute und helfen ihnen nach Kräften, sich in Deutschland zurechtzufinden. Dabei kommen auch Fragen des Glaubens zur Sprache. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus haben die jungen Freunde aus China jeden Glauben an etwas „Höheres“ verloren. Die Christen besorgen Bibeln. Die zentralen Aussagen des christlichen Glaubens kommen zur Sprache. Danach schreibt eine Frau: „Haben Sie herzlich Dank, dass Sie meinem Mann die Sache mit Jesus und der Liebe Gottes so schön erklärt haben. Mein Mann hat vor Freude die ganze Nacht nicht geschlafen.“

Es gleicht einem Wunder: Menschen, die weit vor den Toren des christlichen Glaubens stehen, hören die Botschaft von Jesus Christus und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Das geht ja auch in keinen Kopf hinein: Der Herr des Himmels und der Erde, der Heiland und Erlöser hat es auf mich abgesehen. Er hat mich lieb. Und ich darf ihn lieben. So staunt auch Petrus, wenn er an seine Gemeinden schreibt. „Ihr habt Jesus Christus nicht gesehen und habt ihn doch lieb“. Er macht damit deutlich, was Glauben in seinem Kern bedeutet: in einem Liebesverhältnis stehen. Jesus liebt uns, und wir lieben ihn. Die Liebe geht hinüber und herüber. Das macht glücklich. Da kommt Freude auf, vielleicht sogar eine Nacht lang.

Was daran so bemerkenswert ist: Wir haben „Jesus nicht gesehen“. Er ist uns nie körperlich begegnet. Auch die Christen, an die Petrus schreibt, hatten keine persönliche Berührung mit Jesus. Aber sie – und Sie hoffentlich auch – sind ihm begegnet: als er Sie ansprach in seinem Wort und sich das als ein Wort der Liebe und Barmherzigkeit zeigte. Als er uns begegnete im Heiligen Abendmahl und uns die Liebe von Jesus in Brot und Wein regelrecht durch den Magen ging. Und er ist uns begegnet, als wir einem Hilfebedürftigen gegenüberstanden, der uns nötig brauchte und uns an das Jesuswort erinnerte: „Was ihr einem dieser Menschen getan habt, das habt ihr mir getan“. Nein, wir haben Jesus nicht direkt gesehen (wir wüssten schon gerne, wie er damals wirklich auf der Erde ausgehen hat), aber er ist uns begegnet. Seine Liebe zu uns hat unsere Liebe zu ihm entzündet. Genau darauf kommt es an.

So erfährt es der Apostel Petrus, als er nach der Auferstehung Jesus begegnet. Der spricht ihn direkt an: „Hast du mich lieb?“ Jesus fragt Petrus und uns nicht, ob wir etwas an ihm lieben und großartig finden: seine goldenen Worte zum Beispiel, seine vorbildlichen Taten. Nein, Jesus geht’s ums Ganze: „Hast du mich lieb, mich selber und nicht nur etwas von mir. Mich, deinen Herrn und Heiland, deinen Fürsprecher und Erlöser?“

Indem wir auf die Frage von Jesus mit Ja antworten, so wie Petrus das damals getan hat, binden wir uns heute an ihn. Wir schlagen in die Hand ein, die er uns entgegenstreckt. Wir lieben zurück: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe“.

Wer geliebt wird und selber liebt, der empfindet sein Leben als sinnvoll und als wertvoll. Wer geliebt wird, der weiß, wozu er morgens aufsteht und wofür er lebt.

Es gehört für mich zum Schönsten des christlichen Glaubens, dass ich schlicht und einfach bekennen kann: „Ich liebe Jesus“. Das macht mich froh und dankbar. Und vielleicht komme ich auch mal dahin, dass ich, wie unser chinesischer Glaubensbruder, mal eine ganze Nacht schlaflos bleibe, nicht wegen Kummer und Sorgen, die mir im Kopf umherschwirren, sondern aus lauter Freude an Jesus.

Autor: Präses i. R. Dr. Christoph Morgner

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Jesaja 63,9

Der HERR erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her“ (Jesaja 63,9)

„Mit diesen alten christlichen Worten kann ja keiner mehr etwas anfangen. Was soll das: ‚Erlösung‘! So redet heute keiner mehr. Das Wort kann man gar nicht mehr verwenden“. So höre ich es vielfach in christlichen Kreisen. Aber dann habe ich noch den Fußballreporter im Ohr: „Durch sein Tor in der 89. Minute erlöste Marko Reus Borussia Dortmund in Madrid.“ Kein Gedanke an „unverständlich“. Jeder weiß, was gemeint ist. Deshalb sollten wir Christen nicht allzu zimperlich sein, von Erlösung zu reden, wie es das Bibelwort für heute tut. Da geht es natürlich nicht um das runde Leder, sondern um Menschen, um Gottes Volk im alten Israel. Sie haben „Erlösung“ erlebt. Alles ist anders geworden. Nicht schlagartig, aber immerhin. Nun atmen sie auf.

Denn es hatte sich Schlimmes zugetragen. Die babylonischen Heere haben im Land kräftig gehaust. Kein Stein blieb auf dem anderen. Selbst den heiligen Tempel haben die Soldaten in Schutt und Asche gelegt. Teile des Volkes sind nach Babylon in die Gefangenschaft weggeführt worden. Zwei Generationen lang haben sie dort zubringen müssen. Als sie endlich wieder in die Heimat zurückkehren dürfen, geht das Elend weiter: Ruinen und Ödnis, wohin das Auge reicht.

Und was besonders bedrückt, ist das Eingestehen: Eigentlich sind wir an unserem Elend selber schuld. Was haben wir Gott gelästert! Wir haben fromm getan, aber nur, bis wir aus dem Tempel wieder draußen waren. Dann ging‘s im Alltag wieder an: das Betrügen der armen Leute, das Fälschen von Maßen und Gewichten, der Reibach auf Kosten anderer. Gott hatte gewarnt, hatte einen Propheten nach dem anderen geschickt. Aber die haben sich den Mund fusselig geredet. Ihr Reden war gegen den Wind. Es hat alles hat nichts genützt.

Dann hat Gott eintreten lassen, was er angekündigt hatte: Besetzung des Heiligen Landes, Gefangennahme und Exil. Nun war der Jammer groß. Alle wussten: Diese Katastrophe haben wir selber verschuldet. Nun löffeln wir die Suppe aus, die wir uns eigenhändig eingebrockt haben.

Aber das alles war zum Glück nicht Gottes letztes Wort. Jetzt kommt „Erlösung“ ins Spiel. „Der HERR erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte.“ Gott hat sein Volk nicht einfach fallenlassen. Sondern er hat einen dicken Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen. Warum? „Weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte“. Das war die Wende. „Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her“.

Seitdem gehört „Erlösung“ zu den großen Worten in der Christenheit. Jeder darf erleben, wie Gott erlöst, wie Gott uns aus verfahrenen Situationen heraushelfen kann, wie er uns Türen auftut in ein verändertes Leben.

Ich denke an den Terroristen, der neben Jesus am Kreuz hängt. Sein Leben ist verspielt. Seine politischen Ziele kann er abhaken. Er hat nur eine Bitte: „Jesus denk an mich, wenn du in dein Reich zurückkehrst“. Und Jesus: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“. Das ist Erlösung pur. Von einem Augenblick zum andern tut sich für ein verfehltes Leben der Himmel auf.

Ich denke an einen jungen Mann, der seinen Alkoholkonsum nicht mehr beherrschen konnte. Er war regelrecht krank. Das ruinierte nicht nur Körper und Seele, sondern auch seine Arbeitsverhältnisse. Eines Tages – und es brauchte längere Zeit dazu – ließ er sich in die Blau-Kreuz-Gruppe einer Gemeinde einladen. Dort traf er auf Menschen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten. Einige berichteten, wie sie mit Hilfe des Glaubens davon losgekommen sind. Eines Tages wagte der junge Mann den Schritt und vertraute sich Jesus an. Er kam vom Alkohol los. Das war Erlösung. Nun wird er lebenslang auf der Hut sein müssen, nicht in den alten Trott zurückzusinken. Er weiß, was er Jesus, seinem „Erlöser“ zu verdanken hat.

Jeder von uns darf die erlösende Kraft von Jesus erfahren – ganz gleich, an welcher Stelle wir uns festgefahren haben und welches Problem wir nicht unter die Füße bekommen. Erlösung ist möglich. Immer wieder. Deshalb sollten wir „Erlösung“ nicht den Fußballspielern überlassen.

Autor: Präses i. R. Dr. Christoph Morgner

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Psalm 51,12

Dürfen wir so nahe bei Gott sein, wie das in Psalm 15 beschrieben wird: „Auf seinem heiligen Berg wohnen, in seinem Zelt weilen“? Das heißt, ihm ganz nahe sein, geradezu familiär verbunden. Wie zwei Ehepartner. Oder wie Eltern mit ihren Kindern.

Da werden einige sehr zögerlich sein mit ihrer Antwort. Können wir Menschen wirklich in einer solchen Beziehung mit dem allmächtigen Gott leben?

Andere werden vielleicht rascher antworten: Ich gehöre doch zur Gemeinde Jesu. Ich bete täglich, und ich bin fromm. Ich bemühe mich, alle Gebote Gottes zu halten. Ich gehöre doch zu Gott.

Und ich denke auch, das ist gut so, wenn wir das aufrichtig von uns sagen können. Aber „in seinem Zelt weilen“. Gewissermaßen das Zimmer mit ihm teilen? Das ist doch eine sehr enge persönliche Beziehung. Aber wenn wir Psalm 15 aufmerksam lesen, sehen wir, dass eine solch persönliche und vertraute Beziehung zu Gott doch durchaus möglich ist. In seinem Gebet nennt der Verfasser des Psalms dafür die Voraussetzungen: „Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, und die Wahrheit redet von Herzen, wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, wer seinem Nächsten nichts Arges tut.“

Nun meinen vielleicht manche: Schließlich habe ich mich schon vor vielen Jahren entschieden, Jesus nachzufolgen und ein bewusst christliches Leben zu führen. Und das habe ich auch die ganzen Jahre getan. Nun ja, nicht immer ist es hundertprozentig gelungen; schließlich ist keiner perfekt. Aber im großen Ganzen…

Aber meinen Sie wirklich, dass das genügt? Sein Leben nach den Geboten Gottes zu richten, sich treu zu einer Gemeinde zu halten, seinen Mitmenschen zu achten, vergebungsbereit zu sein, wenn uns selber Unrecht geschehen ist?

Dass wir so leben, ist sicherlich gut und auch richtig. Aber damit haben wir noch lange nicht das erfüllt, was uns in dem Psalm gesagt wird. Was die Voraussetzung für ein Leben in echter und enger Gemeinschaft mit Gott ist. Sind Sie da wirklich sicher, völlig untadelig in den Augen unseres Gottes? Wenn ich mich selbst ansehe, muss ich leider zugeben, dass es auch heute noch nach vielen Jahren in der Nachfolge Jesu so manches an mir gibt, das gar nicht die Anforderungen für ein Leben in unmittelbarer Nähe Gottes, die in Psalm 15 genannt werden, erfüllt.

Paulus schreibt dazu in seinem Brief an die Römer in Kapitel 3 ganz deutlich und unmissverständlich, was für alle Menschen – auch für die Christen – gilt: „Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.“ Wenn man das ganz unvoreingenommen liest und mit offenem Herzen auf sich wirken lässt, dann kann das schon recht niederschmetternd sein. Wenn das also das letzte Wort wäre, hätte niemand die Möglichkeit, bei Gott auf seinem heiligen Berg zu wohnen.

Aber zum Glück ist die Aussage des Paulus damit noch nicht zu Ende. Denn er fährt fort, dass die Menschen zwar alle Sünder sind, aber sie „werden ohne Verdienst gerecht aus der Gnade Gottes durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“

Wir dürfen also mit Gott enge Gemeinschaft haben, obwohl wir oft das genaue Gegenteil von dem getan haben, was der Beter in Psalm 15 nennt: „Wer untadelig lebt und tut, was recht ist.“ Und das heißt in erster Linie, was Gott recht ist. Zu ihm passt – das fängt schon mit der Geduld an. Sind Sie an der richtigen Stelle geduldig und ungeduldig, wenn es um Verhaltensweisen geht, die nicht zu Gott passen? Ich z. B. lieblos über einen anderen denke? Können Sie wirklich von sich sagen, dass Ihr Verhalten immer untadelig ist. Dass Sie noch nie einen Vorteil angenommen haben, der Ihnen eigentlich gar nicht zugestanden hat. Also etwas, das unrecht war.

Waren alle Ihre Worte immer von der Wahrheit geprägt? Und zwar von der Wahrheit, die aus Ihrem Herzen kam? Wie rasch wählen wir doch Worte, die unserer Aussage eine solche Färbung geben, dass alles immer im besten Licht erscheint, obwohl es gar nicht so ist. Wenn wir dies alles ehrlich bedenken, bleibt uns nicht viel Hoffnung auf eine innige Gemeinschaft mit Gott. Im Gegenteil: wir hätten allen Grund, uns zu fürchten.

Aber trotzdem dürfen wir voll freudiger Zuversicht sein. Denn wie wir es schon vorhin aus dem Brief des Paulus an die Römer gehört haben, hat Gott, weil er uns lieb hat, eine wunderbare Lösung unseres Problems geschaffen: Er hat all das, was gar nicht zu einer innigen persönlichen Beziehung zwischen ihm und uns passt, von uns weggenommen und hat es auf Jesus gelegt. Und Jesus hat – auch aus Liebe zu uns – die Konsequenzen unseres Fehlverhaltens getragen. Oder nennen wir unser Fehlverhalten besser mit den richtigen deutlichen Worten: unsere Sünde, unsere Schuld. All das, was uns von Gott trennt, was es unmöglich macht, dass wir in echter inniger Gemeinschaft mit Gott leben, hat Jesus weggenommen.

Auch wenn wir schon lange Zeit Christen sind, ist es gut, wenn wir uns daran wieder neu erinnern. Und in Dankbarkeit und Freude es wieder neu ergreifen und für uns persönlich in Anspruch nehmen.

Also: Es ist durchaus möglich – wie der Psalmbeter es ausdrückt – im Zelt Gottes zu weilen und auf seinem heiligen Berg zu wohnen. Das hat unser Herr Jesus durch sein Opfer für uns geschaffen. Und das will ich jeden Tag neu dankbar und freudig für mich persönlich in Anspruch nehmen.

Autor: Pfarrer Helmut Heiser

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Lukas 1,16–17

In Lukas 1, 16-17 heißt es:
Der Engel sprach von Johannes: „Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“

Oft finden wir in der Bibel Berichte, dass Gott in der Geschichte mit seinem Volk Israel und dieser Welt immer wieder durch Menschen konkret gehandelt hat. Manchmal gab es im Leben dieser Menschen eine ganz besondere Berufungsgeschichte für die ihnen von Gott übertragenen Aufgaben. So war es zum Beispiel bei Noah oder Jona oder den Propheten Jesaja und Jeremia.

Allen gemeinsam war die ihren Aktivitäten vorausgegangene vorherige Kontaktaufnahme Gottes, der ihnen einen besonderen Auftrag für ihr Leben anvertraute. Oft war es schwer für die so von Gott in Dienst Genommenen, diesem Auftrag nachzukommen.

In unserem Wort für den heutigen Tag ist von der wundersamen Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers und seinem Auftrag die Rede.

Johannes war Sohn der Elisabeth und des Priesters Zacharias, einem im Dienst für Gott alt gewordenen Ehepaar: „… alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.“ Auf diesem Lebenshintergrund begegnet der Engel Gottes Zacharias im Tempel.

Für Zacharias war die Ankündigung der Schwangerschaft seiner Frau wundersam. Denn sie war bis zu diesem Zeitpunkt kinderlos geblieben. Elisabeth war unfruchtbar und beide waren inzwischen hochbetagt. So erbittet er sich ein Zeichen, das ihm der Engel Gabriel gewährt. Zeichenhaft soll es ihm die Sprache verschlagen: er soll stumm bleiben bis zur Geburt, weil er dem Wort der Verheißung Gottes nicht geglaubt hat.

Schließlich geschieht, was angekündigt wurde. Als Elisabeth den Sohn zur Welt bringt, erhält er durch Zacharias den Namen Johannes, was bedeutet: „Gott ist gnädig.“

In die Geschichte eingegangen ist Johannes als der „Bußprediger“, „der Täufer“– und hat so der Ankündigung des Engels Gabriel voll und ganz entsprochen, „dem Herrn ein Volk zuzurichten, das wohl vorbereitet ist.“

Noch mehr: Er hat auch Jesus getauft. Altes und Neues fanden sich deshalb in ihm präsent. So stand er ganz in der Tradition der Propheten und scheute sich nicht, bekannte Mißstände öffentlich anzuprangern. Er rief zur Umkehr zu Gott und einem konsequent ethisch verantworteten Leben auf. Und er zeigte zugleich auf Christus hin: „Er ist stärker als ich.“

Das Wort für heute macht uns darauf aufmerksam:

Gottes Verheißung ist unserer Wirklichkeit voraus – Gott kann möglich machen, was wir weder erwarten noch nach menschlichem Ermessen überhaupt für möglich halten. Möglicherweise sogar gerade dann, wenn uns seine Verheißung, wie es bei Zacharias war, in unserem Alltag ganz unverhofft begegnen sollte.

Er lädt uns neu ein, ihm zu vertrauen.

Autor: Pfarrer Helmut Heiser

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Jesaja 40,26

Wann haben Sie das letzte Mal den Sternenhimmel beobachtet? Ich gebe zu: Ich bin kein Sternengucker. Meistens ziehe ich abends ziemlich achtlos meine Wege, was den Himmel über mir angeht. Aber hin und wieder überkommt es mich doch: Ob an einem warmen Sommerabend auf der Terrasse unserer Ferienwohnung oder in einer klaren, kalten Winternacht auf dem Weg von der Garage in unser Pfarrhaus. Dann bleibe ich manchmal stehen und schaue hoch, staune über die funkelnden Sterne, obwohl sie unzählige Lichtjahre entfernt sind.

So ähnlich scheint es dem Propheten Jesaja ergangen zu sein, nachzulesen im Bibelwort für den heutigen Tag: In Jesaja 40, 26 heißt es:

„Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen.“ – „Wer hat all dies geschaffen?“ Für den Propheten keine wirkliche Frage. Er ist gewiss, dass sein Gott der Schöpfer von Himmel und Erde ist.

Heutzutage mögen wir noch Manches mehr wissen über die Schöpfung als damals. Beispielsweise, dass die Erde rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt liegt. Das ist genau der Abstand, der Leben auf unserer Erde ermöglicht. Läge die Erde einiges näher an der Sonne, so würde sie verglühen. Wäre der Abstand größer, müsste alles Leben vor Kälte erstarren.

Oder: Dass Tag für Tag gut zehn Millionen Sternentrümmer auf die Erde zurasen; doch eine Lufthülle fängt diese Gesteinsbrocken ab, lässt sie in der Atmosphäre verglühen. Wie weise hat der Schöpfer alles geordnet. So finde ich mich wieder in einem Gebet des Naturwissenschaftlers Johannes Keppler (gelebt von 1571 – 1630):

„Ich danke dir, Schöpfer und Herr, dass du mir diese Freude an deiner Schöpfung, das Entzücken über die Werke deiner Hände geschenkt hast. Ich habe die Herrlichkeit deiner Werke den Menschen kundgetan, soweit mein endlicher Geist, deine Unendlichkeit zu fassen vermochte. Wo ich etwas gesagt habe, was deiner unwürdig ist, oder wo ich der eigenen Ehre nachgetrachtet habe, das vergib mir in Gnaden. Amen.“

Nun hat sich der Prophet Jesaja hier an Menschen gerichtet, die keinen Sinn für schöne Naturbetrachtungen hatten. Denn Israel hatte gerade den Krieg gegen Babylonien verloren. Jerusalem samt Tempel liegen in Schutt und Asche. Etliche Tausende wurden aus ihrer Heimat als Kriegsgefangene verschleppt. Tief deprimierte Menschen hatte Jesaja vor Augen. Trotzdem ermutigt er sie „aufzuschauen“.

Vertraut wieder neu eurem Gott, der Himmel und Erde geschafft hat. Wo ihr am Ende seid, ist Gott noch längst nicht am Ende. Wo ihr für euch keine Möglichkeiten mehr seht, ist für diesen Gott nichts unmöglich.

Vielleicht denkt heute manch einer an seine dunklen Stunden, in der er sich selber fremd ist. Oder an Situationen, in denen ihn Kritiker hart die eigenen Grenzen aufzeigen. Auch für heute gilt: Schau doch her, Gott der Schöpfer, hält dich heute fest. Oder wie sagte es einmal der verstorbene Berliner Professor Helmut Gollwitzer:

„Nicht mehr glauben an unsere Unmöglichkeit, sondern nur noch glauben an Gottes Möglichkeit. Nicht mehr sagen: Ich kann doch nicht beten, glauben, lieben, sondern: Mit dir und durch dich kann ich es. Und darum aufstehen und schlafen gehen, leben und sterben mit der Bitte: Tu, was du versprochen hast! Komm und hilf meiner Schwachheit auf. Auf dein Versprechen will ich heute neu anfangen zu beten, zu glauben, zu lieben und zu hoffen.“

Autor: Pfarrer Rainer Heuschneider

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1. Mose 9,13

Die Skulptur aus Yad Vashem beeindruckt mich immer wieder. Sie steht dort als Mahnmal auf der Erinnerungsstätte an den Holocaust im 3. Reich, einige Kilometer außerhalb der Altstadt Jerusalems. Da erkennt man Janusz Korczak, einen Erzieher und Arzt aus Polen. Um ihn herum stehen ganz eng die Kinder, die ihm in einem jüdischen Waisenhaus anvertraut wurden.

Sie blicken verängstigt, ja fast erstarrt. Als diese Kinder von deutschen Soldaten in ein Konzentrationslager abtransportiert wurden, ließ sie Korczak nicht im Stich. Freiwillig blieb er an ihrer Seite. Und als die Kinder dort 1942 umgebracht wurden, ging er mit ihnen gemeinsam in den Tod. Mich beeindruckt der Mut und die Treue dieses polnischen Lehrers zu seinen Schülern.

Spiegelt sich in diesem Lebenszeugnis nicht etwas vom Wesen Gottes wieder? Dass Gott uns Menschen nicht im Stich lässt, dass er uns treu bleibt? Diesen göttlichen Wesenszug entdecken wir bereits auf den ersten Seiten der Bibel. Nachdem die Menschheit Gott den Rücken zugekehrt hat, geschieht eine universale Naturkatastrophe. Schlimmer als jeder Tsunami und jede Jahrhundertüberschwemmung wird die Erde von einer Sintflut erfasst. Nur ein paar Menschen aus der Familie Noahs können sich auf die Arche retten, begleitet von dem gewaltigsten Zoo der Weltgeschichte. Es dauert (sind mehr) Monate, bis sie wieder Festland betreten können. Aber schon in diesen ersten Kapiteln der Bibel soll deutlich werden:

Gott gibt uns Menschen nicht auf. Er schenkt einen Neuanfang. Mehr noch:
Gott gibt Noah und seinen Nachkommen ein Versprechen: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde“ (1. Mose 9, 13)

Das hebräische Wort für „Bogen“ bezeichnet zum einen eine Waffe. Der Jäger braucht einen Bogen zur Jagd, der Kämpfer zum Kampf. Hier meint der Bogen aber einen farbenfrohen Regenbogen, den wir auch heute immer wieder einmal in der Natur erleben. Aus einem Kriegssymbol wird hier ein Friedenszeichen Gottes. Ja, der Regenbogen erinnert mich daran, dass Gott mich nicht im Stich lässt. Dieses Zeichen der göttlichen Treue wird später noch überboten durch das Kreuz, an dem Jesus, Gottes Sohn, grausam stirbt. Dadurch ermöglicht Jesus einen ewigen Zugang zu Gott.

Kein Mensch kann so tief fallen, dass Gottes Liebe und Treue ihn nicht auffängt. Niemand kann sich soweit von Gott entfernen, dass der treue Gott ihn nicht noch einholt. Jeder Regenbogen soll mich daran erinnern.

Autor: Pfarrer Rainer Heuschneider

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2. Timotheus 1,5

Jede Familie hat ihre Familientraditionen! Die einen verknüpfen mit diesen Bräuchen wunderbare Erinnerungen und geben sie dann gerne an ihre Kinder weiter. Andere denken nicht mehr gerne an diese Kindheitserinnerungen zurück. Wie war das bei Ihnen zu Hause?

Etwa dann, wenn Geburtstage, Ostern oder Weihnachten gefeiert wurden? Welche Rituale erlebten Sie als Kind beim Zubettgehen? Wurde gesungen und gebetet? Oder sagten die Eltern einfach „Gute Nacht“ und schlossen dann die Türe des Kinderzimmers? Gab es jeweils vor dem Essen ein Tischgebet, oder sagte man einfach „Mahlzeit“ und begann dann zu essen? Und wie lebten die christlichen Eltern den Glauben an Jesus vor? Überzeugend – oder war alles nur ein frommer Anstrich?

Bei solchen Fragen merken wir sofort, ob wir in einem Elternhaus aufgewachsen sind, das uns positiv mit dem christlichen Glauben geprägt hat oder nicht. Und ob wir unsere eigenen Familientraditionen gut oder schlecht erlebt haben.

In unserer heutigen Bibellese geht es um den Glauben an Jesus und wie er über Generationen hinweg auf eine gute, motivierende Weise weitergegeben worden ist. Paulus erinnert seinen noch jungen Mitarbeiter Timotheus im 2. Timotheus-Brief 1, Vers 5 an einen unbezahlbaren Schatz, den er von klein auf mitbekommen hat:

„Denn ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir.“

Was für gute christliche Vorbilder der junge Timotheus doch erlebt hat. Seine Großmutter und seine Mutter haben ihm den Glauben an Jesus so vorgelebt und mitgegeben, dass er ansteckend wurde: Auch Timotheus fand zum Glauben. Er glaubte nicht nur an Jesus, er war sogar dazu bereit, als Vollzeit-Mitarbeiter von Paulus sein ganzes Leben für Gott einzusetzen.

Mich beschäftigen aber auch Fragen, wenn ich so einen Vers lese. Welchen Einfluss haben wohl der Großvater und der Vater auf das Leben des Timotheus gehabt? Waren die beiden auch ein Vorbild für den jungen Timotheus oder eher nicht? Oder wurde Paulus für ihn zum christlichen Ersatz-Vater? Diese Fragen werden im Text nicht beantwortet. Aber eines ist für mich klar: Das geistliche Erbe von Großmutter und Mutter wurde für ihn wichtig.

Ich wünsche mir für jeden jungen Menschen solche Vorbilder im Glauben – nicht nur weibliche – sondern auch einen Vater, der die Verantwortung, den Glauben weiterzugeben, ernst nimmt.

Ich bin zutiefst dankbar, dass ich in einem Elternhaus aufwachsen durfte, in dem Großeltern und Eltern Jesus von ganzem Herzen lieb hatten. Das hat bleibende Spuren in meinem Leben hinterlassen. Ich weiß, dass ich ohne sie heute nicht die Person wäre, die ich bin. Auch wenn ich keine Kinder habe, möchte ich dieses Erbe an eine junge Generation weitergeben, die auf der Suche ist nach geistlichen Müttern und Vätern, die einen ungeheuchelten Glauben leben. Beten Sie mit mir, dass viele junge Menschen solchen Vorbildern begegnen und so zu gesunden Mitarbeitern im Reich Gottes heranreifen können.

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Jesaja 65,1

Wenn wir uns in die Geschichte des Volkes Israel vertiefen, stellt sich früher oder später die Frage: Warum hat der lebendige Gott ausgerechnet diese Menschen als sein Volk auserwählt? Wir wissen es nicht. Aber wir sehen, was er mit diesen Menschen tut.

Er zeigt sich ihnen gegenüber als machtvoll. Er hat sie aus der Gefangenschaft der Ägypter befreit, ihnen einen Weg durch das Meer gebahnt und sie vor ihren Feinden beschützt. Er hat sie in der Wüste mit Manna und Wasser versorgt. Sie erlebten gute Zeiten, in denen sie Gott lobten und anbeteten und ihm zutiefst dankbar waren. Aber sie waren oft vergesslich und dachten nicht mehr an diese guten Zeiten.

Solange Gott ihnen alle Wünsche sofort erfüllte, waren sie von ihm begeistert. Wenn aber etwas nicht so funktionierte, wie sie sich das vorgestellt hatten, wurden sie unzufrieden und wünschten sich sogar die „Fleischtöpfe Ägyptens“ zurück. Dann war Gott plötzlich sehr weit weg.

In solchen Zeiten wollte das Volk diesen einen, lebendigen Gott nicht mehr als seinen Gott anerkennen. Das Volk Israel wollte so glauben wie die Völker in seiner Umgebung. Und wie sie zu vielen Göttern beten, auch zu solchen aus Stein und Holz. Aber Gott liebte dieses Volk in guten und schlechten Zeiten, in allen Hochs und Tiefs. Er wollte der Gott dieses wankelmütigen Volkes sein. In unserem heutigen Tageswort lesen wir in Jesaja 65, Vers 1, was Gott in Bezug auf sein Volk zutiefst bewegte: „Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten. Ich ließ mich finden, von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich.“ Weiter heißt es: „Ich streckte meine Hände aus den ganzen Tag nach einem ungehorsamen Volk, das nach seinen eigenen Gedanken wandelt und auf einem Wege, der nicht gut ist; nach einem Volk, das mich beständig ins Angesicht kränkt: Sie opfern in den Gärten und räuchern auf Ziegelsteinen.“

Warum buhlte Gott so um sein Volk? Was war ihm so wichtig an diesen halsstarrigen Menschen? Es gibt eine ganz einfache Antwort: Weil er dieses Volk auserwählt hatte und liebte! Ist das nicht auch ein Abbild von dem, wie Gott mit uns und unserer Welt umgeht?

Noch heute ist Gott auf der Suche nach Menschen, die zu ihm gehören wollen. Nachdem Jesus auf diese Erde gekommen und für die Menschheit der ganzen Welt gestorben und auferstanden ist, haben alle Menschen Zugang zu diesem lebendigen Gott. Das gilt nicht nur für das Volk Israel, sondern für alle: auch für Atheisten und Esoteriker, für die Verbitterten und Enttäuschten, sogar für Muslime und auch für Menschen, die von Gott gar nichts wissen wollen.

Der lebendige Gott ruft heute noch: Hier bin ich; hier bin ich! Es ist erstaunlich zu sehen, welche Wege Gott beschreitet, um uns zu finden. Muslimen offenbart er sich heute oft in Träumen und Visionen – und sie finden so zum lebendigen Glauben. Gott ruft die Menschen auch heute noch – nicht zuletzt auch durch uns und unser Leben. Ich freue mich, wenn Menschen den lebendigen Gott und Jesus Christus kennen lernen – egal auf welchem Weg. Lassen Sie uns darum beten, dass sich noch viele rufen lassen – auch solche, die ihn gar nie gesucht haben. Denn Gott sagt: „Ich lasse mich suchen von denen, die nicht nach mir fragen. Ich lasse mich finden, von denen, die mich nicht suchen.“

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Jesaja 40,27

Wahrscheinlich hatten Israel und Jakob gute Gründe, sich von Gott vergessen und verlassen zu fühlen. Die Menschen waren aus ihrer Heimat vertrieben. Von Frieden, Sicherheit und Wohlstand war bei ihnen nichts zu spüren. Sie waren der Willkür fremder Machthaber und Bürokraten ausgeliefert. Weit weg von Heimat oder Tempel. Genau so empfinden sie es: entweder ist es Gott egal, was mit uns geschieht. Gott hat uns vergessen oder er ist hier genauso ohnmächtig wie wir oder es gibt Gott womöglich gar nicht.

Gute Gründe gibt es auch heute genug, warum es töricht erscheint, noch an einen Gott zu glauben, der sich um uns kümmert und der am Zustand der Welt etwas ändern könnte. Steht nicht unsere alltägliche Erfahrung dagegen, die Schreckensmeldungen von Gewalt und Terror und Zerstörung.

Menschlicher Härte und Bosheit scheint niemand zu widersprechen oder ihnen etwas entgegenzusetzen – kommt Gott dagegen nicht an? Hartnäckig weigern sich Menschen, ihre Herzen von Gott gewinnen zu lassen und ihm Raum einzuräumen. Das Leben auf Liebe und Vertrauen zu bauen scheint zumindest mal naiv.

Dagegen setzt Gott aber nicht Lautstärke und Gewalt, sondern Liebe und Geduld. Gottes Weg zu den Menschen, mit den Menschen und auch seine Zukunft mit dieser Welt ist der Weg Christi: die Stationen dieses Wegs: die Geburt eines Säuglings, der selbst bald ein Flüchtlingskind ist, der junge Mann, der die machtstrotzenden Römer mit einfachen Worten verunsichert, der Gekreuzigte, der für seine Feinde betet und der Auferstandene. So ist Gottes Macht: durch das Dunkel und die Ohnmacht hindurch zeigt sich, wie stark und mächtig die Macht seiner Liebe ist.

Gott ist nicht ohnmächtig, aber er geht den Weg mit ins Exil. Er wählt den Weg der Herzen: jedes Herz will er gewinnen, nicht bezwingen. Das ist die Zusage der Propheten an Israel, der Engel an die Hirten, der Auferstehungszeugen an uns: Gott ist da. Er ist treu. Er hat dich nicht vergessen. Er ist der, dem die Zukunft gehört und du gehörst dazu.

Diese Zusage ist auch eine Herausforderung gegen den Augenschein, durch die eigenen Zweifel hindurch zu Gott zu stehen. Halte fest an deinem Vertrauen, an deinem Glauben. Geh den Weg mit, den Gott geht – den Weg der Liebe, des Verzichtens auf Gewalt, des Loslassens, des Vertrauens, der Solidarität mit denen, die heute in einem fremden Land, nämlich bei uns, Zuflucht suchen und sich alleingelassen und verlassen und ohnmächtig fühlen. Verlass dich auf Gott und öffne ihm dein Herz, überlass deine Sorgen ihm, dann kannst du dich getrost dafür einsetzen, dass diese Welt ein Stück besser wird.

Autor: Pastorin Kerstin Offermann

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Psalm 103,14

„Asche zu Asche – Staub zu Staub.“ Bei diesen Worten tauchen vor meinem inneren Auge Bilder von Friedhof und Beerdigung auf. Erinnerungen an Trauer und Verlust und auch an die eigene Vergänglichkeit: wir sind nur Staub im Wind der Zeit. Genauso vergänglich und flüchtig. Noch ein anderes Bild fällt mir ein: die Szene aus dem Western-Klassiker: „Zwölf Uhr mittags“. Zwei Schurken duellieren sich im Staub der Mittagshitze in einem Geisterdorf. Auch ein Bild von Vergänglichkeit, von Vergeblichkeit und vom Vergehen.

Und doch ist grade dieses Bild unvergesslich, eben weil es so eindrücklich von der Einsamkeit und von der Vergänglichkeit erzählt.

Das unsere Tage vergehen und wir mit ihnen, ist eine Realität, ein Teil unseres Lebens. Es mag gut sein, sich daran zu erinnern, aber es kann auch genauso zerstörerisch sein. Wenn nämlich die Erfahrung von Trauer und Vergessen überhand nehmen und das Leben zu ersticken drohen. Wenn alles sinnlos erscheint, weil es ja eh nicht so drauf ankommt: am Ende bleiben doch nur Asche und Staub.

Aber es bleiben auch Erinnerungen. Die gelebten Tage mögen unwiederbringlich vorbei sein, aber sie haben Spuren hinterlassen, Erinnerungen, Erfahrungen. Sicherlich nicht nur gute. Es gibt ja auch Erinnerungen, die einen heimsuchen und quälen. Aber es gibt auch solche, die wie Licht und Wärme sind, die aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüberscheinen.

Die Kraft unserer Erinnerungen, vergangenes Leben wieder gegenwärtig werden zu lassen, ist ein Spiegel der schöpferischen Kraft von Gottes Erinnern.

Gott gedenkt daran, dass wir Staub sind, heißt es im Losungs-Vers von heute. Gott gedenkt seiner Geschöpfe. Gott, erinnert sich an uns, an jeden Menschen. Und selbst, wenn Gott daran denkt, dass unser Leben nur ein Hauch ist und wir vergänglich sind, verwehen, wie Staub im Wind, so denkt er eben doch an uns. Und damit weht uns nicht nur der Wind der Vergänglichkeit um die Ohren, sondern auch der lebensspendende Hauch des Geistes Gottes.

Wenn Gott an etwas denkt, dann ist in diesen Gedanken auch immer die schöpferische Kraft des Heiligen Geistes anwesend. Dann sprüht das Leben auch aus jedem noch so finsterem Gedenken. Wenn Gott an uns gedenkt, dann blüht unser Leben auf, auch mitten in der Vergänglichkeit.

Wenn Gott an ein Staubkorn denkt, dann begleiten seine Gedanken selbst das Verwehen im Wind. Gott hat die Staubkörner gezählt und kennt ihren Ort. Keins ist vergessen. Sie sind gut aufgehoben in Gottes Schöpfung.

Genauso trägt Gott auch unserer Werden und Vergehen in seinen liebevollen Gedanken. Er hält sie in seinen Händen und lässt uns nicht los, auch nicht, wenn der Wind über unsere Tage weht und unser Leben verblüht. In Gottes Gedenken haben wir Zuflucht und Zukunft. Ja, wir sind vergänglich. Aber nichts, was wir tun oder was uns geschieht, ist vergeblich.

Gott denkt an uns. In seinem Gedenken ist bewahrt, was war. Durch sein Gedenken fließt Segen in unser Leben, so wie uns gute Erinnerungen wärmen. Sein Gedenken nimmt auch die Schmerzen, die Trauer und das Leid mit in sich auf und trägt es behutsam, lässt es nicht vergeblich gewesen sein, sondern wandelt es unter dem Hauch seines Geistes in Segen.

Autor: Pastorin Kerstin Offermann

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Jesaja 55,1

Der Prophet Jesaja führt uns auf einen orientalischen Markt. Ein richtiges Fest für alle Sinne: Es gibt nichts, was es da nicht gibt. Es riecht nach exotischen Gewürzen. Bunte Farben und ein Riesengedrängel. Da wird gefeilscht und gehandelt. Jeder Händler verspricht das Blaue vom Himmel herunter. Jeder will den Lebensdurst auf seine Weise stillen.

„Hauptsache gesund!“ wirbt der Teeverkäufer und preist seine Kräuter und Pülverchen an. „Hauptsache Abenteuer!“ ruft ein alter Globetrotter und wirbt mit Stoffen und Früchten aus fernen Ländern. „Hauptsache reich!“ locken Juweliere und Goldschmiede in ihr golden schimmerndes Reich. „Hauptsache nicht allein!“ wirbt die verschleierte Dame und lässt die staunende Menge rätseln, welche Welten hinter ihrem Vorhang warten.

Da ertönt unerwartete Konkurrenz:  „Wohlan, alle die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!“ Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft ohne Geld und umsonst. Neigt Eure Ohren her und kommt her zu mir. Höret, so werdet ihr leben.“ Wer ruft denn hier? Der lebendige Gott reiht sich ein in die Tische und Stände der Marktschreier. Der Schöpfer von Himmel und Erde ist sich nicht zu schade, sich in die Reihe der Budenbesitzer zu stellen. Sein Angebot scheut nicht den Vergleich mit allen anderen Lebensdurst – Löschern. Er macht nicht andere madig, sondern bittet uns, sein Angebot zu prüfen und zu vergleichen.

Wo suchen Sie das Leben? An welche Stände zieht es Sie? An welchen Buden werden Sie schwach? Wo wird Ihre Sehnsucht nach Leben wach gekitzelt? Was ist das Besondere beim Angebot unseres Durstlöscher - Gottes:

1. Sein Angebot ist gratis.

2. Sein Angebot ist nachhaltig.

„Warum zahlt Ihr Geld für das was kein Brot ist und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht?“ fragt er provozierend.

1. Gratis. Sola gratia – sagt Luther. Das Leben gibt es nur gratis. Nur Gnade Gottes macht unser Leben reich. Das Leben können wir nicht verdienen und müssen wir nicht verdienen.

2. Nachhaltig: Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt – sagt Jesus und löst damit ein, was Gott durch Jesaja versprochen hat. (Jh 4, 14)

Alle anderen Durstlöscher sind wie Meerwasser. Sie löschen nicht den Durst, sondern lassen ihn unerträglich werden. Der alte Humorist Wilhelm Busch hat recht mit seinem Gedicht:

„Wonach du sehnlich ausgeschaut,

Es wurde dir beschieden.

Du triumphierst und jubelst laut:

Jetzt hab ich endlich Frieden!

Ach, Freundchen, rede nicht so wild,

Bezähme deine Zunge!

Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,

Kriegt augenblicklich Junge.“

Jesus löscht unseren Lebensdurst nachhaltig.

So nachhaltig, dass sogar noch andere davon profitieren. Ein Bekannter von mir ist Ingenieur und offiziell im Ruhgestand. Aber vor ein paar Wochen ist er mit seiner Frau nach Ostafrika ausgereist, um Meerwasser Entsalzungsanlagen zu bauen. Er hat seinen Lebensdurst bei Jesus gestillt. Nun sollen auch andere Durstige trinken. Löschen Sie Ihren Lebensdurst bei Jesus.

Autor: Pfarrer Matthias Adt

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Jesaja 55,1

Der Prophet Jesaja führt uns auf einen orientalischen Markt. Ein richtiges Fest für alle Sinne: Es gibt nichts, was es da nicht gibt. Es riecht nach exotischen Gewürzen. Bunte Farben und ein Riesengedrängel. Da wird gefeilscht und gehandelt. Jeder Händler verspricht das Blaue vom Himmel herunter. Jeder will den Lebensdurst auf seine Weise stillen.

„Hauptsache gesund!“ wirbt der Teeverkäufer und preist seine Kräuter und Pülverchen an. „Hauptsache Abenteuer!“ ruft ein alter Globetrotter und wirbt mit Stoffen und Früchten aus fernen Ländern. „Hauptsache reich!“ locken Juweliere und Goldschmiede in ihr golden schimmerndes Reich. „Hauptsache nicht allein!“ wirbt die verschleierte Dame und lässt die staunende Menge rätseln, welche Welten hinter ihrem Vorhang warten.

Da ertönt unerwartete Konkurrenz:  „Wohlan, alle die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!“ Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft ohne Geld und umsonst. Neigt Eure Ohren her und kommt her zu mir. Höret, so werdet ihr leben.“ Wer ruft denn hier? Der lebendige Gott reiht sich ein in die Tische und Stände der Marktschreier. Der Schöpfer von Himmel und Erde ist sich nicht zu schade, sich in die Reihe der Budenbesitzer zu stellen. Sein Angebot scheut nicht den Vergleich mit allen anderen Lebensdurst – Löschern. Er macht nicht andere madig, sondern bittet uns, sein Angebot zu prüfen und zu vergleichen.

Wo suchen Sie das Leben? An welche Stände zieht es Sie? An welchen Buden werden Sie schwach? Wo wird Ihre Sehnsucht nach Leben wach gekitzelt? Was ist das Besondere beim Angebot unseres Durstlöscher - Gottes:

1. Sein Angebot ist gratis.

2. Sein Angebot ist nachhaltig.

„Warum zahlt Ihr Geld für das was kein Brot ist und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht?“ fragt er provozierend.

1. Gratis. Sola gratia – sagt Luther. Das Leben gibt es nur gratis. Nur Gnade Gottes macht unser Leben reich. Das Leben können wir nicht verdienen und müssen wir nicht verdienen.

2. Nachhaltig: Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt – sagt Jesus und löst damit ein, was Gott durch Jesaja versprochen hat. (Jh 4, 14)

Alle anderen Durstlöscher sind wie Meerwasser. Sie löschen nicht den Durst, sondern lassen ihn unerträglich werden. Der alte Humorist Wilhelm Busch hat recht mit seinem Gedicht:

„Wonach du sehnlich ausgeschaut,

Es wurde dir beschieden.

Du triumphierst und jubelst laut:

Jetzt hab ich endlich Frieden!

Ach, Freundchen, rede nicht so wild,

Bezähme deine Zunge!

Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,

Kriegt augenblicklich Junge.“

Jesus löscht unseren Lebensdurst nachhaltig.

So nachhaltig, dass sogar noch andere davon profitieren. Ein Bekannter von mir ist Ingenieur und offiziell im Ruhgestand. Aber vor ein paar Wochen ist er mit seiner Frau nach Ostafrika ausgereist, um Meerwasser Entsalzungsanlagen zu bauen. Er hat seinen Lebensdurst bei Jesus gestillt. Nun sollen auch andere Durstige trinken. Löschen Sie Ihren Lebensdurst bei Jesus.

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Nehemia 9,6

Volksfest in Jerusalem. Heute ist Einweihung. Die Stadtmauer ist fertig. Vor 2 Monaten sah sie noch aus wie die Trümmerwüste von Aleppo. Nun wurde sie wieder aufgebaut in einer unglaublichen Rekordzeit von 52 Tagen. Lange Jahre des Vergammelns und Verrottens sind vorbei.  Lange Jahre, in denen sich nichts tat, sind vorüber.  Nach langen Jahren des Jammerns und Selbstmitleids haben sie die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. Freude und Stolz sind berechtigt. Jubel Trubel Heiterkeit ist angesagt.

Aber was ist das? Jubel Trubel Traurigkeit. Schaut man in die Gesichter, schaut man in gerötete Augen. Freudentränen? Nein, das sind keine Freudentränen. Das sind Tränen der Selbsterkenntnis. Tränen der Reue. Was ist denn da bloß passiert? Gott schenkt den Festgästen nicht nur den Blick auf die Mauersteine, sondern auf die steinernen Mauern ihrer Herzen. Gott lenkt ihre Blicke nicht nur auf den Neubau, sondern auf seine Verheißungen für diese Stadt.

Was sehen sie da? „Wären wir auf Gottes Fundament geblieben, wären diese Mauern nie gefallen. Wären wir Gottes Bauleute geblieben, wäre der Bau nie kaputt gegangen.“ Diese Sicht verwandelt ihre Tränen: Die Trauer – Tränen werden zu Freuden – Tränen. Warum? Dass die Mauer wieder steht, das ist nicht Zeichen ihrer Baukunst. Das ist Zeichen von Gottes Gnade. Er hat ihnen einen Nehemia geschickt. Der hat seine steile Karriere am persischen Hof geopfert, weil ihm Gottes Zusagen für Jerusalem wichtiger waren als seine Stellung.

Die Liebe zu seinen  Landsleuten im Elend war ihm wichtiger als seine Position. Nach 52 Tagen Mauerbau sind die Leute nun innerlich wach geworden. Sie sehen nicht nur Steine.

Sie sehen den Gott, der aus Steinen Nachkommen Abrahams machen kann. Sie sehen den Gott, der Steine zum Schreien bringen kann, wenn die Menschen das Lob vergessen. Sie sehen den Gott, der aus steinernen Herzen lebendige Herzen machen kann. Eben haben sie es am eigenen Herzen erfahren.

Und so kommen sie aus dem Loben  gar nicht mehr heraus. Ihr Lob bekommt prophetische Züge: Prophetie, nicht nur auf die Zukunft, sondern auch auf die Vergangenheit gerichtet: „Herr, du bist´s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.“ Sie haben viel zu klein gedacht vom großen Gott. Ab heute wollen sie Gott wieder Gott sein lassen.

Autor: Pfarrer Matthias Adt

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Nehemia 9,6

Volksfest in Jerusalem. Heute ist Einweihung. Die Stadtmauer ist fertig. Vor 2 Monaten sah sie noch aus wie die Trümmerwüste von Aleppo. Nun wurde sie wieder aufgebaut in einer unglaublichen Rekordzeit von 52 Tagen. Lange Jahre des Vergammelns und Verrottens sind vorbei.  Lange Jahre, in denen sich nichts tat, sind vorüber.  Nach langen Jahren des Jammerns und Selbstmitleids haben sie die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. Freude und Stolz sind berechtigt. Jubel Trubel Heiterkeit ist angesagt.

Aber was ist das? Jubel Trubel Traurigkeit. Schaut man in die Gesichter, schaut man in gerötete Augen. Freudentränen? Nein, das sind keine Freudentränen. Das sind Tränen der Selbsterkenntnis. Tränen der Reue. Was ist denn da bloß passiert? Gott schenkt den Festgästen nicht nur den Blick auf die Mauersteine, sondern auf die steinernen Mauern ihrer Herzen. Gott lenkt ihre Blicke nicht nur auf den Neubau, sondern auf seine Verheißungen für diese Stadt.

Was sehen sie da? „Wären wir auf Gottes Fundament geblieben, wären diese Mauern nie gefallen. Wären wir Gottes Bauleute geblieben, wäre der Bau nie kaputt gegangen.“ Diese Sicht verwandelt ihre Tränen: Die Trauer – Tränen werden zu Freuden – Tränen. Warum? Dass die Mauer wieder steht, das ist nicht Zeichen ihrer Baukunst. Das ist Zeichen von Gottes Gnade. Er hat ihnen einen Nehemia geschickt. Der hat seine steile Karriere am persischen Hof geopfert, weil ihm Gottes Zusagen für Jerusalem wichtiger waren als seine Stellung.

Die Liebe zu seinen  Landsleuten im Elend war ihm wichtiger als seine Position. Nach 52 Tagen Mauerbau sind die Leute nun innerlich wach geworden. Sie sehen nicht nur Steine.

Sie sehen den Gott, der aus Steinen Nachkommen Abrahams machen kann. Sie sehen den Gott, der Steine zum Schreien bringen kann, wenn die Menschen das Lob vergessen. Sie sehen den Gott, der aus steinernen Herzen lebendige Herzen machen kann. Eben haben sie es am eigenen Herzen erfahren.

Und so kommen sie aus dem Loben  gar nicht mehr heraus. Ihr Lob bekommt prophetische Züge: Prophetie, nicht nur auf die Zukunft, sondern auch auf die Vergangenheit gerichtet: „Herr, du bist´s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.“ Sie haben viel zu klein gedacht vom großen Gott. Ab heute wollen sie Gott wieder Gott sein lassen.

Autor: Pfarrer Matthias Adt

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Lukas 8,17

Gott sieht alles, hat man vielen von uns nicht schon immer damit gedroht und Angst gemacht? Nun greift Jesus das auch noch auf in seiner Gleichnisserzählung. Es kommt alles ans Licht, sagt er. Ist das nicht schrecklich? Manchmal bin ich ganz froh, dass nicht alles ans Licht kommt. Ich bin darüber nicht nur froh im Blick auf mich, sondern auch auf andere. Stellen Sie sich doch einmal vor, wir wüssten wirklich alles? Wer könnte das denn aushalten? In der Regel können wir doch den Menschen am meisten abnehmen und glauben, von denen wir am wenigsten wissen. Wir werden dann nicht so schnell enttäuscht.

Aber es ist doch wohl so, dass einmal alles ans Licht kommt. Dann aber in dem geschützten Raum in der Gegenwart Gottes. An Gottes großem Gerichtstag kommt alles an den Tag. Mir macht das klar, ich trage für mein Leben die Verantwortung. Was aber bedeutet das? Kann ich das denn überhaupt? Geht das nicht über meine Kraft?

Verantwortlich sein für das, was ich tue, heißt ja zu dem stehen, was ich tue. Wir Menschen neigen schnell dazu, die Verantwortung auf andere zu schieben; auf Menschen oder Umstände. Manchmal stimmt das sicher auch, aber doch nicht so oft, wie wir es machen?

Da werde ich geblitzt, weil ich zu schnell gefahren bin – ärgerliche Sache. Was schießt mir durch den Kopf? Kann ich nicht irgendwelche Umstände dafür verantwortlich machen? Wenn ich ehrlich bin, hatte der Blitzer recht. Ich war definitiv zu schnell und es war kein anderer in meinem Auto, der aufs Gas getreten hat. Ein kleines Beispiel nur aus dem wirklichen Leben.

Eigentlich mag ich Menschen nicht, die nicht zu dem stehen, was sie getan haben, aber ich ertappe mich immer wieder selbst dabei. Mir hilft allerdings das Wissen, es kommt einmal alles an den Tag. Es ist tröstlich und vor allem gerecht. Für mich ist das Wissen darum nichts bedrohliches. Vielmehr hilft es mir, mein Leben ehrlich zu leben.

Dass Gott alles sieht, macht mir schon lange keine Angst mehr. Ich lerne meinen Gott durch Jesus Christus immer besser kennen. Er ist ganz und gar für mich. Er liebt mich über alles. Er will mich nicht strafen und schon gar nicht vernichten. Schon der Beter in den Psalmen weiß: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (Ps. 103,8)

Vor diesem Gott kann ich ehrlich sein. Er weiß auch um meine Schwachheit und die dunklen Stunden. Er weiß aber auch, dass ich es ehrlich meine. Deshalb will ich gerne so Leben, wie er es mir in seiner Liebe empfiehlt. Das Wissen, einmal kommt alles an den Tag, hilft mir auch hier schon aufrichtig und ehrlich zu sein. Das tut mir und meinen Mitmenschen gut.

Autor: Eberhard Adam

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Lukas 8,17

Gott sieht alles, hat man vielen von uns nicht schon immer damit gedroht und Angst gemacht? Nun greift Jesus das auch noch auf in seiner Gleichnisserzählung. Es kommt alles ans Licht, sagt er. Ist das nicht schrecklich? Manchmal bin ich ganz froh, dass nicht alles ans Licht kommt. Ich bin darüber nicht nur froh im Blick auf mich, sondern auch auf andere. Stellen Sie sich doch einmal vor, wir wüssten wirklich alles? Wer könnte das denn aushalten? In der Regel können wir doch den Menschen am meisten abnehmen und glauben, von denen wir am wenigsten wissen. Wir werden dann nicht so schnell enttäuscht.

Aber es ist doch wohl so, dass einmal alles ans Licht kommt. Dann aber in dem geschützten Raum in der Gegenwart Gottes. An Gottes großem Gerichtstag kommt alles an den Tag. Mir macht das klar, ich trage für mein Leben die Verantwortung. Was aber bedeutet das? Kann ich das denn überhaupt? Geht das nicht über meine Kraft?

Verantwortlich sein für das, was ich tue, heißt ja zu dem stehen, was ich tue. Wir Menschen neigen schnell dazu, die Verantwortung auf andere zu schieben; auf Menschen oder Umstände. Manchmal stimmt das sicher auch, aber doch nicht so oft, wie wir es machen?

Da werde ich geblitzt, weil ich zu schnell gefahren bin – ärgerliche Sache. Was schießt mir durch den Kopf? Kann ich nicht irgendwelche Umstände dafür verantwortlich machen? Wenn ich ehrlich bin, hatte der Blitzer recht. Ich war definitiv zu schnell und es war kein anderer in meinem Auto, der aufs Gas getreten hat. Ein kleines Beispiel nur aus dem wirklichen Leben.

Eigentlich mag ich Menschen nicht, die nicht zu dem stehen, was sie getan haben, aber ich ertappe mich immer wieder selbst dabei. Mir hilft allerdings das Wissen, es kommt einmal alles an den Tag. Es ist tröstlich und vor allem gerecht. Für mich ist das Wissen darum nichts bedrohliches. Vielmehr hilft es mir, mein Leben ehrlich zu leben.

Dass Gott alles sieht, macht mir schon lange keine Angst mehr. Ich lerne meinen Gott durch Jesus Christus immer besser kennen. Er ist ganz und gar für mich. Er liebt mich über alles. Er will mich nicht strafen und schon gar nicht vernichten. Schon der Beter in den Psalmen weiß: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (Ps. 103,8)

Vor diesem Gott kann ich ehrlich sein. Er weiß auch um meine Schwachheit und die dunklen Stunden. Er weiß aber auch, dass ich es ehrlich meine. Deshalb will ich gerne so Leben, wie er es mir in seiner Liebe empfiehlt. Das Wissen, einmal kommt alles an den Tag, hilft mir auch hier schon aufrichtig und ehrlich zu sein. Das tut mir und meinen Mitmenschen gut.

Autor: Eberhard Adam

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Lukas 13,29

Da kommen sie aus allen Himmelsrichtungen. Die bunte Vielfalt Gottes. Menschen mit Sehnsucht nach Liebe, Frieden und Geborgenheit. Sie alle sind auf der Suche nach ihrer echten Heimat. Oft sind sie aus ihrer irdischen Heimat vertrieben worden. Sie sind auf der Flucht und heimatlos. Wo können sie ankommen? Wo begegnet ihnen wirkliche Liebe? Wo können sie sich willkommen und angenommen fühlen? Jesus sagt, im Reich Gottes ist für sie Platz. Das klingt hoffnungsvoll.

Den Zuhörern damals allerdings ging es wohl ganz anders. Da hatte einer Jesus die Frage gestellt: „Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden?“ Jesus antwortet auf diese Frage: „Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht.“ Dann erklärt er ihnen, dass sie in der Gefahr sind, diese Tür nicht zu beachten. Am Ende der Wege Gottes könnte es dann so ausgehen: „Ihr werdet sehen Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“

Jesus redet hier also Klartext. Für viele ist das ärgerlich. Sie sind sich nämlich ganz sicher, dass sie dann dabei sein werden im Reich Gottes. Nun gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder Jesus hat recht, das wäre natürlich ganz dumm für sie. Oder er hat nicht recht und dann ist alles so gut wie es jetzt ist. Damals haben sich viele für die zweite Möglichkeit entschieden, dabei kamen sie ja besser weg. Jesus hingegen hat man verdächtigt, ein falscher Lehrer zu sein. Letztlich führte das dann dazu, dass Jesus zum Tode verurteilt wurde.

Nun glauben wir Christen allerdings, dass Jesus recht hatte. Was aber bedeutet das dann für mich heute? Zunächst bedeutet es für mich, ehrlich zu prüfen wo stehe ich denn eigentlich? Nehme ich Jesus ganz ernst in dem, was er sagt? Bin ich auch bereit, mich korrigieren zu lassen? Wenn ich die Aussage Jesu von denen aus Osten und Westen, Norden und Süden richtig verstehe, dann gehöre ich ja zu denen. Ich gehöre nämlich nicht zum Volk Israel. Also sieht es ja für mich ganz gut aus.

Ja, es sieht für mich wirklich gut aus, allerdings für die vom Volk Israel auch. Jesus ist für alle Menschen gekommen. Er ist in seiner Liebe für alle Menschen gestorben und er hat damit die Schuld aller Menschen hinweg getragen. Alle haben also die Chance im Reich Gottes dabei zu sein.

Jesus sagt von sich, dass er der Weg und die Tür ins Reich Gottes ist. Es liegt bei uns, ihm das zu glauben. Es geht also darum, dass Geschenk der Liebe Gottes anzunehmen.

Gott, der Vater möchte uns unbedingt dabei haben in seinem Reich, in seiner neuen Welt. Ich finde es auch irgendwie spannend, mit  Abraham, Isaak und Jakob und allen Propheten am Tisch zu sitzen und ihre Geschichten zu hören. Noch spannender finde ich es allerdings, Jesus zu sehen und von ihm zu hören, wie es für ihn war, hier als Mensch unter uns Menschen zu leben. Dann sind da noch die vielen anderen aus aller Welt, spannend.  Es lohnt sich also auf jeden Fall dabei zu sein.

Autor: Eberhard Adam

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Lukas 13,29

Da kommen sie aus allen Himmelsrichtungen. Die bunte Vielfalt Gottes. Menschen mit Sehnsucht nach Liebe, Frieden und Geborgenheit. Sie alle sind auf der Suche nach ihrer echten Heimat. Oft sind sie aus ihrer irdischen Heimat vertrieben worden. Sie sind auf der Flucht und heimatlos. Wo können sie ankommen? Wo begegnet ihnen wirkliche Liebe? Wo können sie sich willkommen und angenommen fühlen? Jesus sagt, im Reich Gottes ist für sie Platz. Das klingt hoffnungsvoll.

Den Zuhörern damals allerdings ging es wohl ganz anders. Da hatte einer Jesus die Frage gestellt: „Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden?“ Jesus antwortet auf diese Frage: „Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht.“ Dann erklärt er ihnen, dass sie in der Gefahr sind, diese Tür nicht zu beachten. Am Ende der Wege Gottes könnte es dann so ausgehen: „Ihr werdet sehen Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“

Jesus redet hier also Klartext. Für viele ist das ärgerlich. Sie sind sich nämlich ganz sicher, dass sie dann dabei sein werden im Reich Gottes. Nun gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder Jesus hat recht, das wäre natürlich ganz dumm für sie. Oder er hat nicht recht und dann ist alles so gut wie es jetzt ist. Damals haben sich viele für die zweite Möglichkeit entschieden, dabei kamen sie ja besser weg. Jesus hingegen hat man verdächtigt, ein falscher Lehrer zu sein. Letztlich führte das dann dazu, dass Jesus zum Tode verurteilt wurde.

Nun glauben wir Christen allerdings, dass Jesus recht hatte. Was aber bedeutet das dann für mich heute? Zunächst bedeutet es für mich, ehrlich zu prüfen wo stehe ich denn eigentlich? Nehme ich Jesus ganz ernst in dem, was er sagt? Bin ich auch bereit, mich korrigieren zu lassen? Wenn ich die Aussage Jesu von denen aus Osten und Westen, Norden und Süden richtig verstehe, dann gehöre ich ja zu denen. Ich gehöre nämlich nicht zum Volk Israel. Also sieht es ja für mich ganz gut aus.

Ja, es sieht für mich wirklich gut aus, allerdings für die vom Volk Israel auch. Jesus ist für alle Menschen gekommen. Er ist in seiner Liebe für alle Menschen gestorben und er hat damit die Schuld aller Menschen hinweg getragen. Alle haben also die Chance im Reich Gottes dabei zu sein.

Jesus sagt von sich, dass er der Weg und die Tür ins Reich Gottes ist. Es liegt bei uns, ihm das zu glauben. Es geht also darum, dass Geschenk der Liebe Gottes anzunehmen.

Gott, der Vater möchte uns unbedingt dabei haben in seinem Reich, in seiner neuen Welt. Ich finde es auch irgendwie spannend, mit  Abraham, Isaak und Jakob und allen Propheten am Tisch zu sitzen und ihre Geschichten zu hören. Noch spannender finde ich es allerdings, Jesus zu sehen und von ihm zu hören, wie es für ihn war, hier als Mensch unter uns Menschen zu leben. Dann sind da noch die vielen anderen aus aller Welt, spannend.  Es lohnt sich also auf jeden Fall dabei zu sein.

Autor: Eberhard Adam

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