ERF Plus - Wort zum Tag

1. Korinther 4,1–2

„Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden“, 1. Korinther 4,1–2.

Einstellungsgespräche. Die Bewerberinnen haben die Stellenausschreibung gründlich gelesen. Die nötigen Qualifizierungen besitzen sie alle. Sie haben sich auf diesen Termin vorbereitet, manche mehr, andere weniger auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Und auf die übliche Frage nach ihren sonstigen Fertigkeiten sprudeln sie alle nur so heraus: Von Führerschein, Sprachkenntnissen, ehrenamtlichem Engagement und vielfältigen Fortbildungen ist zu hören.

Im Nachgespräch der Entscheidungsverantwortlichen sticht bei der Sichtung der Gespräche eine Kandidatin besonders heraus: Sie hatte den Mut, eine Rückfrage zu stellen: „Auf was außerhalb der üblichen Ausbildung und Berufserfahrung legen Sie denn besonders wert?“

Vielleicht war die Stellenausschreibung an dieser Stelle doch zu allgemein geblieben. Alle anderen hatten auf gut Glück aufgezählt, was sie meinten, noch in die Waagschale werfen zu können. Nur diese eine fragte ruhig und selbstbewusst zurück.

Sie wird sich später in ihrem Dienst  nicht in tausenderlei Bemühungen aufreiben, um alles irgendwie hinzubekommen, nein, sie wird eine klare Prioritätenliste verfolgen: Das Wichtigste zuerst, und das darf auch die meiste Zeit in Anspruch nehmen.

Fühlen Sie sich auch manchmal überfordert von all den Dingen, die möglichst zu gleich und überhaupt ganz schnell erledigt werden müssen? Ich zumindest kenne das sehr gut. Da liegt mein Schreibtisch voll mit Terminsachen, und doch meint jede Anruferin und jeder Besucher, ihr Anliegen benötige doch nicht so viel Zeit und könne eigentlich ganz schnell mal zwischendurch sofort erledigt werden. Und natürlich möchte ich ja auch niemanden enttäuschen. Da hat derjenige am Telefon gegenüber dem Briefeschreiber schon einen Vorteil, wird aber vom persönlichen Besucher noch ausgestochen.

Und was ist mit meinem obersten Chef und besten Freund, mit dem Herrn meines Lebens, mit Gott? Irgendwie kommt der bei dieser Prioritätenfindung ganz schlecht weg. Er wehrt sich ja nicht, wenn ich seine Anliegen etwas verschiebe, um die zuerst zu erledigen, die mir am dringlichsten erscheinen.

Und außerdem, bescheiden ist seine Anforderungsliste ja auch nicht wirklich. Was soll ich alles tun: Mich um die Benachteiligten kümmern, Zeit für die haben, denen keiner ein Ohr schenkt, Barmherzigkeit üben, sein Wort verbreiten, nebenbei müssen Gebäude in Stand gehalten werden, Gottesdienste, Taufen, Beerdigungen, Trauungen sind zu halten, irgendwie muss das Geld für alles aufgetrieben werden, und durch Öffentlichkeitsarbeit müssen auch alle Menschen erfahren, was in Gottes Namen hier geschieht.

Dabei gibt Gott mir nicht mehr Stunden am Tag als den anderen Leuten.

Gut ist es da, zu wissen, was Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth zu Beginn des vierten Kapitels als vorrangig festhält:

„Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.“

Damit ist geklärt, was immer an erster Stelle zu stehen hat: Christi Willen zu tun und Gottes Wort zu verkündigen! Und bei Unklarheiten darf ich mich jederzeit an unsern Chef wenden. Das ist ja das ganz besondere an unserem Dienstverhältnis! Eigentlich doch ganz  (Reizwort) wunderbar, oder?

Autor: Pfarrer Reinhard Arnold

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Römer 12,21

Tag für Tag hören wir vom Bösen in der Welt. Wir erfahren es auch selbst in unserem Leben. Wie gehen wir damit um? Politik, wenn sie sich von Gott leiten ließe, könnte Böses eindämmen. Aber wirklich fertig werden, wird sie damit nie. Für persönliche Erfahrungen mit dem Bösen hat Paulus in Römer 12,21 eine herausfordernde Anweisung: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Statt ‚überwinden‘ kann man auch ‚siegen‘ übersetzen. Das zeigt deutlich: Hier geht es um einen Kampf. Das Böse attackiert uns. Wird es uns zur bösen Reaktion verleiten? Oder siegen wir, indem wir unbeirrt beim Guten bleiben?

Dazu ein eindrucksvolles Beispiel: Der Evangelist Erino Dapozzo war längere Zeit im KZ. Er litt furchtbar unter Hunger und Krankheit. An Weihnachten 1943 ließ ihn der Kommandant des KZs zu sich rufen. Dapozzo musste hungernd zusehen, wie der KZ-Leiter üppig speiste und noch die Kuchen aß, die Dapozzos Frau ihrem Mann geschickt hatte. Hass war die naheliegende Antwort. Dapozzo betete gegen den Hass an. Er bat um Liebe und konnte so den Hass überwinden.

Nach dem Krieg fand er den Kommandanten nach langem Suchen. Dapozzo berichtet: Ich sagte zu ihm: „‚Ich bin Nummer 17531. Erinnern Sie sich an Weihnachten 1943?' Da bekam er plötzlich Angst. ‚Sie sind gekommen, um sich an mir zu rächen?' Ja, bestätigte ich und öffnete ein großes Paket. Ein herrlicher Kuchen kam zum Vorschein. Ich bat seine Frau, Kaffee zu kochen. Dann aßen wir schweigend den Kuchen und tranken Kaffee. Der Kommandant begann zu weinen und mich um Verzeihung zu bitten. Ich erzählte ihm, dass ich ihm um Christi willen vergeben hätte.“ (nach Axel Kühner, Überlebensgeschichten)

Was heißt das für mich? Statt über das Böse nachzusinnen, soll ich alle Gedanken darauf richten, was ich dem Übeltäter Gutes tun kann. Feurige Kohlen sammelt man nach der Bibel so auf sein Haupt. Die Wirkung habe aber nicht ich in der Hand, sondern Gott. Nur ihm bin ich mit meinem Handeln verantwortlich. Er will, dass ich mich auf keinen Fall verleiten lassen, Böses zu tun.

Komme ich dann nicht zu kurz? Das Bild vom römischen Brunnen mit seinen überfließenden Schalen kann helfen. Die oberste Schale wird gefüllt, wenn ich mich an Gott mit meinen Bedürfnissen wende, ihm meinen Mangel klage. Er gibt das Leben und das im Überfluss. Danach kann es überfließen. In Lk6,38 sagt Jesus: Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben. Diese Fülle wird mit vier Adjektiven beschrieben. So kann das Leben von Christen aussehen. Wir müssen es nicht aus uns herauspressen. Wir können aus Gotte Fülle Gnade und überfließendes Leben empfangen. Nur so wird es möglich, das Böse zu überwinden.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Psalm 83,2–3

Und wenn Gott schweigt. So heißt ein Lied von Manfred Siebald. Im dritten Vers heißt es:

„Und wenn Gott schweigt – dann wollen alle Zweifel in uns nisten,

die sonst ein Wort von ihm zur Seite schiebt.

Und schließlich ist uns so, als ob wir wüssten,

dass es am Ende Gott wohl gar nicht gibt.“

Wenn uns etwas umtreibt, das wir nicht verstehen, können wir uns an Gott wenden. Das ist auf jeden Fall die richtige Adresse. Aber wenn er dann schweigt? Dann brechen verschiedene Fragen auf. Das Leid der Welt ist so ein Thema. Im Psalm 83 sieht der Beter Asaf prophetisch eine bedrängende Zukunft seines Volkes. Israel wird von allen Seiten bedrängt. Es soll ausgelöscht werden. Und Gott scheint tatenlos zuzusehen.

Da bricht es aus Asaf heraus: Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. So steht es in Psalm 83,2 und 3. Ich denke, wir können diesen Ausruf gut verstehen. Wir erleben diese Bedrängnis Israels bis heute. Israel ist von Feinden umzingelt. Immer mehr Menschen und Völker wenden sich gegen dieses Volk. Aber wir haben auch erstaunlichste Bewahrung beobachten können. Noch immer existiert dieser Staat. Gott wirkt, auch wenn wir es nicht wahrnehmen.

Und wenn Gott in unserem Leben schweigt? Da gibt es nur Eines. Wir werden wir uns im Hinhören üben müssen. Unser Beten soll doch keine Einbahnstraße sein. Haben wir uns je darin geübt, auf Gott zu hören, bevor es kritisch wurde? Gott begegnete dem Propheten Elia im stillen, sanften Sausen nicht im Sturm. Die Stimme Gottes ist leicht zu überhören und zu übertönen. Das ist in unserer lauten, immer aktiven Welt so. Wenn dann die Zweifel auftauchen, können wir daran denken, dass wir nicht die ersten mit dieser Erfahrung sind. Asaf erinnert Gott im Psalm an seine früheren Machttaten. Er erinnert sich selbst, was Gott ihnen schon alles Gutes getan hat. Das hilft Asaf, nicht zu verzagen. Wie es ja heißt: Danken schützt vor Wanken.

Dass Gott schweigt kann auch andere Ursachen haben. Manchmal hat er schon zu uns geredet, aber wir haben nur gehört nicht gehorcht. Vielleicht steht noch irgendetwas Unbereinigtes zwischen ihm und uns. Fragen Sie Gott danach. Aber halten Sie trotzdem daran fest: Gott ist da, er liebt sie. Ich habe mir in solchen Situationen vor Augen gehalten: Jesus hat versprochen: Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Mt28,20 Außerdem: Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Psalm 121,4 Er bekommt also mit, was gerade geschieht. Und drittens: Jesus hat auch gesagt: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Mt28,18 Er kann also erfolgreich eingreifen.

Manchmal muss man lange darauf warten oder sieht es nicht. Also lasst uns unser Vertrauen nicht wegwerfen, das eine große Belohnung hat. Auch wenn wir nicht verstehen, was geschieht, gilt es doch: weiterbeten, weitervertrauen, weiterhören auf Gottes leise Stimme.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Jesaja 33,2

„Yes, we can!“ - „Ja, wir schaffen das!“ Das war das Motto von Barak Obama in seinem Wahlkampf vor etlichen Jahren in Amerika. Es war ein Appell an das Volk, der Mut und Zuversicht verbreiten sollte. Amerika wird, gemeinsam mit seinem neuen Präsidenten, die Probleme, Erneuerungen und Veränderungen angehen. Die Zukunft gehört uns! Auch die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, wollte 2015 dem Volk, angesichts der Flut von Flüchtlingen und den damit verbundenen Problemen Mut machen: „Wir schaffen das!“ Wieder ein Appell an die eigene Kraft und Kompetenz dieses Mal des deutschen Volkes. Aber: Gut gemeinte Appelle verlieren, aufgrund der täglichen Probleme des Alltags, schnell ihre Kraft. Entmutigung und Schwierigkeiten, unvorhergesehene Hindernisse, lassen diese Zusprüche leicht zu zynischer Rhetorik werden. Die Kraft geht verloren, die man eigentlich zur Bewältigung der Probleme benötigt. Oft wird dann nach einfachen, manchmal auch radikalen Lösungen gesucht, um das Problem endlich vom Tisch zu bekommen.

Der helfende Arm Gottes war für die Israeliten zur Zeit des Alten Testaments immer wieder Trost und Hoffnung. „Wir schaffen das nicht, aber Gott hat wohl mehr Möglichkeiten und größere Kompetenz als wir“. Das war oft die Meinung der führenden Persönlichkeiten der damaligen Zeit. „Wir schaffen das nicht“ war ein Offenbarungseid der eigenen Kraft und Fähigkeiten. Aber gleichzeitig war es der entscheidende Punkt für das Eingreifen Gottes. „Yes, he can“, „Ja, Gott kann“ - hätte man damals gesagt.

Wie sieht das bei mir aus? Es ist leicht über größere Zusammenhänge zu reden, aber vor der eigenen Tür mal nachschauen? Ich fürchte und hasse das: Mein Ziel nicht zu erreichen. Fehler zu machen. Die Sache nicht mehr im Griff zu haben. Trotz meinem Ehrgeiz, meiner Anstrengung und meinen Fähigkeiten gelingt es mir nicht, mit der Herausforderung fertig zu werden. Versagen hat viele Gesichter. Von wegen: dem Tüchtigen ist alles möglich! Wie gut wäre es, wenn ich wüsste, einer hilft mir dabei, lässt mich nicht hängen. Gibt es den helfenden Arm Gottes heute noch, die rettende Hand, oder war das nur früher? Gott hat ein Herz, so unglaublich es klingt, für die vielen Versager, die Zurückgebliebenen, die Loser und die begrenzten Menschen. Warum sollte er sonst ein so großzügiges Angebot machen? Außerdem verfügt er tatsächlich über Möglichkeiten, die für mich unerreichbar sind. Ich neige dazu, wenn es wirklich nicht mehr geht, dieses Angebot anzunehmen – mit Vorsicht, man weiß ja nie, was daraus folgt. Aber mal ehrlich: Habe ich letztendlich eine andere Alternative?

Auf Menschen zu hoffen, die doch auch nur begrenzt sind wie ich und mit sich selbst genug zu tun haben? Wohl kaum. Er bietet mir seine Kraft, seine Kompetenz und seine Möglichkeiten an: „Ich kann mehr als alles, um was ihr bittet und mehr als ihr versteht!“ Traue ich mich, diese Angebot anzunehmen, oder drehe ich selbst weiter meine sinnlosen Runden im Hamsterrad? Woher nehme ich Hoffnung und Kraft, wenn ich selbst nichts mehr davon habe? Wie im Jesajabuch beschrieben als Bitte an den Herrn, den Gott Israels: HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal! (Jesaja 33,2)

Lasse ich mich darauf ein, um zu sehen, ob dieses Angebot wirklich stimmt? Nur wenn ich mich darauf einlasse, werde ich erfahren, ob es wirklich funktioniert. Wenn es stimmt ist es eine Wahrheit, die größer ist als mein oft schwankendes Vertrauen auf mich selbst. Wenn es stimmt, muss es wirklich einen Gott im Himmel geben. Er scheint mich zu kennen und es gut mit mir zu meinen, warum sonst dieses Angebot? Die Frage ist: Will ich ihm meine Probleme anvertrauen?

Autor: Werner Karch

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5. Mose 6,11–12

Wie soll ich mich richtig ernähren? Was ist gesund, was ist ungesund? Ich möchte mich ja nicht selbst schädigen, sondern gesund und fit halten. Das Fazit der vielen Ratgeber zur Ernährung lautet: Idealgewicht, Gesundheit und langes Leben - alles hängt von der Ernährung ab. Kampf dem Herzinfarkt, Kampf dem Übergewicht!

Das Angebot an Nahrungsmitteln, aber auch an Ernährungsformen, ist unüberschaubar. Würde ich alle Ernährungsformen ausprobieren, käme ich in diesem Leben bestimmt zu keinem Ende. Vegetarismus, Veganismus, Makrobiotik, Trennkost, Vollwerternährung, Ayurverda oder Schnitzer-Kost um nur einige zu nennen. Dagegen steht ein riesiges und unüberschaubares Angebot an Nahrungsmitteln, das den Unentschlossenen geradezu überschwemmt. Aber stimmt es, dass die richtige Ernährung lebensfördernd ist? Wenn es eine richtige Ernährung gibt, gibt es auch eine falsche Ernährung. Das weckt wieder Ängste: Werde ich krank durch falsche Ernährung, gehe ich ein Risiko ein? Die Folge ist ein unterschwellig schlechtes Gewissen. Damit verbunden eine Desorientierung und Hilflosigkeit bei der Auswahl meiner Lebensmittel. Was ist denn nun jetzt um Himmels willen richtig? Frust anstatt Genuss, so könnte ich vereinfacht sagen.

Gott hatte, als er mit der Menschheit anfing, schon ziemlich früh dafür gesorgt, dass der Mensch was zu essen hatte. Er hatte ihn nicht sich selbst überlassen, sondern verantwortlich Vorsorge getroffen, dass er am Leben bleiben konnte, indem er sich gut ernährte. Zunächst waren es Früchte und Pflanzen als Nahrungsmittel. Später kam auch das Fleisch von Tieren hinzu – der Mensch konnte nach Belieben jegliche Speise zu sich nehmen. Nach Gottes Plan konnte der Mensch selbst einen Umgang mit der Nahrung finden. Gott hielt ihn verantwortlich und intelligent genug dazu. Diese Freiheit und Wahlmöglichkeit, je nach Geschmack und Vorliebe, ist eine gute Sache. Es war eigentlich ganz einfach: Ich kann selbst entscheiden, was mir schmeckt und gut für mich ist. Ich muss mich nicht ständig sorgen, was ich esse und was nicht.

Ein Freund von mir hat etwa 50 kg Übergewicht. Er hat kein schlechtes Gewissen, er entschuldigt sich nicht für seinen Körperumfang, er steht dazu. Wenn ich sehe, wie gerne er isst, welcher Genuss und welche Freude da zutage tritt, kann ich nur staunen. „Der müsste doch mal auf sein Gewicht achten, weniger essen“, „keine Disziplin“ würde ich kritisch sagen. Aber er dankt Gott für sein Essen und kann es vielleicht wesentlich mehr genießen als ich. Er hat keinen Druck, dass er vielleicht was falsch macht oder sich anders ernähren sollte. Dies ist für ihn kein Thema. Gott hat es ihm gegeben und er freut sich dran. Falsch oder richtig sind für ihn keine Fragen, die man sich beim Essen stellen sollte. Genießen was Gott einem gibt und dankbar dafür sein – das ist seine Einstellung.

Vielleicht habe ich auch inzwischen vergessen, dass Gott der Geber meiner Nahrung ist, und dafür sorgt, dass ich zu essen habe. Ich kann dankbar dafür sein, dass er sich in diesem Maße um mich kümmert. Da ändern auch übervolle Verkaufsregale nichts daran, die den Eindruck vermitteln: Es ist alles in Fülle erhältlich. Das war nicht immer so.

Ich darf essen, was mir schmeckt und danke Gott dafür – damit kann ich gut leben und zufrieden sein mit dem, was ich esse und auch mit mir. So wie es im 5. Buch Mose, Kapitel 6 steht: Wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst. (5. Mose 6,11–12)

Autor: Werner Karch

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Hebräer 2,18

Meine Frau sieht sehr gern die Fernsehsendung mit Günther Jauch "Wer wird Millionär?" Oft fragt sie mich dann: Hättest du das gewusst? Manches weiß ich, aber längst nicht alles. Wenn ein Kandidat nicht weiter weiß. dann hat er mehrere Möglichkeiten, sich eine Hilfe zu suchen. Eine davon ist der Telefonjoker. Er kann seine Frage an den Telefonjoker weitergeben. Den hat der Kandidat vorher festgelegt, weil er ihm zutraut, bei Bedarf zu helfen und die gestellte Frage richtig zu beantworten.

Im Hebräerbrief geht es genau darum und noch um mehr. Die Frage lautet: Wer kann mir helfen, wenn ich unter Druck stehe?  Wer ist als Helfer ausgewiesen, wenn es um mein ganzes Leben geht und nicht nur um Quizfragen? Die Antwort im Hebräerbrief - und im ganzen NT - ist eindeutig: Christus kann helfen. Er kann denen helfen, die versucht, die auf die Probe gestellt werden. Denn „Versuch“ meint  in der Bibel etwas anderes als in unserer Alltagssprache. Versucht werden heißt, auf die Probe gestellt oder geprüft werden.  Die Prüfung, um die es geht, ist eine Prüfung des Glaubens. Ihr und mein Glaube wird auf die Probe gestellt. Jeder von uns ist an dieser Prüfung schon gescheitert. Nur einer nicht - Jesus Christus. Im Hebräerbrief geht es in weiten Teilen darum, den Lesern zu zeigen: Jesus Christus kann helfen. Er hat Erfahrung. Zwar ist er als der Sohn Gottes höher als die Engel, aber gleichzeitig hat er sich selbst in das Leiden der Menschheit begeben. Er weiß Bescheid.

Gleich zu Beginn der Wirksamkeit von Jesus zeigt sich das sehr eindrücklich. Dort wird Jesus auf die Probe gestellt. Dabei ist er geschwächt, weil er lange gefastet hat. Drei Proben sind es, auf die der Teufel ihn stellt.

Er versucht zunächst, ihn bei seinen Grundbedürfnissen zu packen, indem er ihn auffordert, aus Steinen Brot zu machen. Als er damit scheitert, will er das Gottvertrauen von Jesus auf die Probe stellen.  Darum fordert er Jesus auf, von der Spitze des Tempels zu springen. Doch auch darauf geht Jesus nicht ein. Zuletzt will ihn der Teufel mit einem Angebot locken, das Jesus große Macht eintragen würde. Diese Verlockung funktioniert ja bei den meisten Menschen. Jesus aber weist alle Versuchungen und damit den Versucher ab. Keine Chance.

Aber genau das ist unsere Chance. Wir haben mit Jesus einen Mann an unserer Seite, der zum Helfer für uns und für andere werden kann. Das sollen alle wissen, die sich gerade schwer tun, Jesus zu vertrauen oder in einer Glaubensprüfung stehen. Sie sollen wissen: Jesus hat Versuchung erlitten und kann denen helfen, die angefochten werden. Er ist einer von uns geworden. Er kennt Ihre Lebenssituation aus eigenem Erleben. Hunger oder Durst, Armut oder Leid, Einsamkeit oder Ungerechtigkeit – all das ist ihm nicht fremd. Wenn er sich also einsetzt, dann als einer, der es selbst durchgemacht hat. Darum gewinnen  Menschen neue Hoffnung. Wenn einer etwas ausrichten kann, dann einer, der es selbst erlebt und erlitten hat. Zu solcher Hoffnung ermutigt der Hebräerbrief auch Sie. Denn Jesus kann helfen. Das galt damals, aber es gilt heute noch genauso.  

„Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.“ – so stehte es im Hebräerbrief.

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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Psalm 42,7

Die Psalmen 42 und  43 bilden gemeinsam ein sehr persönliches Gebet. Dennoch wird es gleich in der 1. Zeile „eine Unterweisung“ genannt, also eigentlich nichts so Persönliches, sondern für andere bestimmt. Da hat jemand versucht, den Menschen etwas mitzugeben für schlechte oder schwierige Zeiten. Eine Art Vademecum für schwere Tage. Für Zeiten des Alters, dann, wenn es mir nicht mehr so gut geht und die Kräfte nachlassen; wenn sich auch Krankheiten und Altersgebrechen einstellen. Für Probleme, wenn das, was gerade noch selbstverständlich war, sich auflöst und das Chaos sich breit macht.  Es gibt so viele Probleme.

Der Gedanke hinter dem Wort Unterweisung ist der, dass es hilft, dann ein Mittel dabei zu haben, das sich bei anderen längst bewährt hat – nämlich das Gebet als ganz bewusste Hinwendung zu Gott. Das Gebet verliert nicht dadurch seine Kraft, dass andere auch so beten. Im Gegenteil. Es stellt sich heraus: Anderen geht es ähnlich. Und was ihnen geholfen hat, das kann auch mir helfen.

Lassen Sie uns zuerst mal schauen, wie es dem Menschen geht, der hier das Wort ergreift?
Er ist betrübt, also traurig. Aber nicht nur das: 
Er ist unruhig, unzufrieden. Er hat eine Sehnsucht nach der Begegnung mit Gott – wahrscheinlich im Tempel.
Er fühlt sich einsam. Schlimmer noch, er hat das Gefühl, dass Gott gegen ihn steht.
Ps 42,8b: „Alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.“ Nicht nur, dass Gott abwesend wäre. Mehr noch, Gott selbst scheint gegen den Beter zu stehen. Es sind Gottes Fluten, die den Beter umzubringen drohen. Wenn Sie mal in einen solchen Strudel geraten sind, dann wissen Sie, wie sich Todesangst breit macht. Und hier verbunden mit dem Gefühl. Da steht Gott dahinter. Er ist der Urheber auch dieser Bedrohung.

Das sind Fragen, die nagen. Denn sie haben einen Nährboden im eigenen Herzen. Wo ist Gott jetzt in meinem Leben?

Vielleicht haben Sie diese Frage auch schon mal gestellt. Weil Sie auch schon mal an diesem Punkt waren. Keine Lust mehr. Voller Resignation. Und dann noch die zermürbenden Debatten mit Menschen, die Gott ablehnen oder seine Existenz leugnen.

Aber – der Beter gibt nicht auf. Dazu ermutigt ihn der Psalm als Anleitung zum Beten und als Blickrichtung zum Denken. Lass dich nicht irritieren. Denke noch mal nach. Denke an die Erfahrungen der Güte Gottes in deinem Leben.

Wenn ein Mensch alt geworden ist, dann kann er doch auch von Erfahrungen der Güte Gottes berichten. Dann weiß er doch, dass er sich nicht allein soweit durchgeschlagen hat. Die Jungen, die 20- oder 30 – jährigen, die mögen noch glauben, es wäre ihre eigene Stärke, die sie voranbringt. Die 50- oder 60- oder 70- jährigen, die glauben das in der Regel nicht mehr. Sie wissen es besser. Wissen Sie nicht auch, wie zerbrechlich unser Leben ist und wie wenig selbstverständlich es ist, dass wir noch leben? Erfahrungen der Güte Gottes in Ihrem und meinem Leben.

Wer das einmal erkannt hat, der wird das Vademecum der Bibel nutzen und sich gerade in Zeiten, in denen er betrübt und traurig ist, an Gott wenden. Bei ihm ist Hilfe.

Deshalb heißt es im Psalm 42:

Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich.“  (Psalm 42,7)

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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Jeremia 8,9

Stellen Sie sich vor: Sie wollen Urlaub in einer Ihnen völlig unbekannten Gegend machen. Die Anreise hat bislang problemlos geklappt. Doch jetzt haben Sie sich hoffnungslos verfahren. Sie wissen nicht mehr, wo sie sind. Ich habe da eine sehr unbewohnte Gegend irgendwo in Mecklenburg/Vorpommern vor Augen: Schlechte Straßen, wenig besiedelt und wenn, dann nur von ziemlich kleinen Siedlungen. Kein Ortsname sagt mir etwas und die Hinweisschilder helfen auch nicht weiter, weil dort auch nur Orte stehen, mit denen ich überhaupt nichts verbinde.

Was machen Sie, um aus der verfahrenen Situation zu kommen? Zuerst einmal muss der eigene Standort bestimmt werden. Das geht mit einer herkömmlichen Straßenkarte ebenso wie mit einem Navigationsgerät. Während ich auf der Straßenkarte meinen Ort selbst suchen muss, zeigt mir das Navi dank Satellitenortung, wo ich mich gerade befinde.

Ich nutze in der Regel ein Navi. Ob Sie es mit Karte oder Navi herausbekommen, ist egal, aber wichtig. Denn ohne den eigenen Standort zu kennen, wird es schwierig bis unmöglich, die richtige Richtung zu finden.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Haben Sie schon mal versucht, Menschen nach dem richtigen Weg zu fragen? Das kann hilfreich sein - oder aber auch nicht. Manchmal kann man da richtig in die Irre geschickt werden! Ich erinnere mich an einige unfreiwillige Stadtrundfahrten, wo Passanten meinten, es genau zu wissen.

Das ist einer der Gründe, warum ich lieber mein Navi dabei habe. Leider gibt es ein so geniales Teil noch nicht für den Weg durch das Leben. Ich fände das klasse: Morgens das „Lebensnavi" angemacht, kurze Ortung und dann die Erkenntnis: „Hier bin ich jetzt. Ok, ich bin doch etwas zu weit vom Weg zum Leben abgekommen, muss mal eben die Richtung korrigieren!“

Eine Ortungsmöglichkeit für meinen Lebensweg gibt es schon - sie besteht aus dem Worten der Bibel. Sie ist mein Navi durchs Leben. Manchmal komme ich damit nur mühsam weiter. Dann ist es gut, geistliche Berater zu haben, die mir bei der Standortbestimmung und Neuausrichtung helfen können. Das Risiko dabei ist, dass ich nicht weiß, ob diese Berater den Weg wirklich kennen. Wenn sie nur so tun als ob, können sie zwar richtig überzeugend sein - doch die Zeche habe ich zu zahlen.

Ganz übel erlebte dies das Volk Israel zur Zeit Jeremias. Da gab es viele solcher geistlichen Führer, die das Volk in die Irre führten. Sie kannten zwar die damalige Bibel, aber sie glaubten ihr nicht mehr unvoreingenommen. Sie hatten ihre eigene Lehre entwickelt. Diese Lehre führte das Volk über viele schöne Straßen, lullte es ein in gute Gefühle und versprach die schönste Zukunft. Zu spät kam das böse Erwachen.

Jeremia hatte den Auftrag bekommen, so etwas wie ein richtiger Navigator zu sein. Er sprach Klartext und verschönte die Lage nicht. Verzweifelt warnte er sein Volk, dass es nicht auf die hören solle, die sich als weise ausgaben, obwohl sie längst die Verbindung zu Gott verloren hatten: „Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?“

Diese Frage Jeremias war ein Versuch, das Volk zu einer himmlischen Standortbestimmung zu bringen, einem Ehrlich-Werden, wie es wirklich um sie aussah. Jeremias Bemühungen blieben sein Leben lang vergeblich. Am Ende verlor Israel sein Land, seine Heimat.

Wie froh bin ich, wenn mir mein Navi zeigt, in welchem Dilemma ich festsitze. Wie dankbar sage ich: Hurra, jetzt finde ich den Weg da heraus!

Ich glaube, dass unsere Christenheit genau das heute so nötig hat wie Israel damals: Eine ehrliche Standortbestimmung aus der Perspektive der Bibel und eine ehrliche Skepsis gegenüber allen, die nur davon reden, dass alles schön und gut ist und gut werden wird.

Darum: Lieber ein dankbares Erschrecken heute, wo ich noch meinen Weg korrigieren kann, als ein böses Erwachen morgen!

Autor: Walter Undt

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Offenbarung 3,12

Das erste Wort, das mir auffällt, ist die Überwindung. Meine Gedanken sind sofort bei meinem inneren Schweinehund. Es sind die Themen, die mich behäbig machen, wenig bis gar nicht motivieren, etwas anzufassen, weil es einfach mühsam ist - und weil es keinen Spaß macht. Der Hometrainer z. B. steht seit einigen Wochen in der Wohnung. Der Wille zum Training war da. Gedanklich bin ich auch fast jeden Tag gefahren - aber mich zu überwinden, wirklich zu fahren, dazu kam es selten. Unglaublich fantasievoll wären die Gründe, würde ich sie alle aufschreiben.

Unter dem Strich bleibt: ohne Fleiß kein Preis. Es hilft mir nicht, es bringt mich nicht weiter, wenn ich nichts tue. Nur wenn ich mich überwinde, dann habe ich auch etwas davon. Tue ich es nicht, muss ich die Zeche dafür zahlen.

Im Reich Gottes ist das im Prinzip nicht anders. Nur die Folgen können schwerwiegender sein. In der Offenbarung spricht Jesus sieben Gemeinden direkt an. In sieben Musterfällen wird uns beispielhaft genannt, worauf man als christliche Gemeinde sorgfältig achten sollte.

Positiv hervorgehoben wird hier die Gemeinde in Philadelphia. Von ihr heißt es (8): Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Ein paar Zeilen später steht der Lehrtext des heutigen Tages: 12 Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes.

In die Gemeinde hatte sich eine Irrlehre eingeschlichen. Es gab da einige, die vorgaben, etwas zu sein, was sie nicht waren. Sie begannen offensichtlich Abstriche an Gottes Wort zu machen oder es umzudeuten.

Ich glaube, dass Jesus uns vor keiner Gefahr mehr gewarnt hat als vor dieser: Seine Worte nicht mehr ernst zu nehmen, sie abzuschwächen, zu verdrehen oder für überholt zu erklären. Es gibt nichts Gefährlicheres für Nachfolger Jesu als eine verfälschte Lehre.

Ganz besonders gefährlich ist sie, wenn sie aus den eigenen Reihen kommt. Wenn Menschen aus dem Kern der Gemeinde anfangen, ihre eigene Auslegung zu finden, eine Auslegung, die sich gut anhört, die Spaß macht und bei der man sich nicht groß überwinden muss.

So ähnlich muss es in Philadelphia gewesen sein. Da waren Juden aufgetaucht, die taten nur so, als ob sie Juden seien. Jesus sagt: „Super, dass ihr nicht darauf hereingefallen seid! Ihr habt nicht den leichteren Weg gewählt. Ihr habt die Irrlehre überwunden.“

Und so hört ausgerechnet die Gemeinde mit der kleinen Kraft, dass sie ein Pfeiler, eine tragende Säule im Tempel Gottes ist. Gott selbst schreibt seinen Namen auf diesen Pfeiler. Die kleine Gemeinde, die sich keinen i-Punkt vom Wort Gottes hat abbringen lassen, wird so zum Orientierungspunkt für alle anderen Gemeinden.

Die Gemeindeleitung wird sich damit wenig Freunde gemacht haben - aber das Lob von höchster Stelle zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg waren.

Wer überwindet, der... Das ist der Schlüssel für eine segensreiche und nachhaltige Gottesbeziehung. Wer treu bleibt, hat es schwerer, aber dafür den HERRN auf seiner Seite.

Gibt es etwas, wo heute bei Ihnen die Überwindung gefragt ist? Lassen Sie sich motivieren, alles auf Jesus zu setzen und es lieber mit Menschen als mit dem Herrn der Welt zu verscherzen!

Autor: Walter Undt

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Lukas 19,42

„Wenn doch auch du erkenntest an diesem Tag, was zum Frieden dient" (Lukas 19,42).

Jesus weinte bei seinem Einzug nach Jerusalem. Zwei weltgeschichtliche Wendepunkte standen Jesus vor Augen: In wenigen Tagen würde er widerrechtlich und gewaltsam am Kreuz sterben. Nach vier Jahrzehnten würden der Tempel zerstört und die Bevölkerung Jerusalems vertreiben werden.

Beiden Ereignissen gingen heftige Auseinandersetzungen unter der örtlichen jüdischen Bevölkerung voraus. Jeweils zwei Lager mit ihren gegensätzlichen Positionen standen einander unversöhnlich gegenüber: War Jesus der ersehnte Messias und Heilsbringer- oder war er ein gefährlicher Irrlehrer und Hochstapler? Sollte man die heidnischen römischen Besatzer eigenhändig mit Gewalt aus dem Lande treiben- oder durfte man im Vertrauen auf Gottes souveränes Befreiungshandeln vorläufig mit den Bedrängern zusammen arbeiten?

Die Parteien der Gewalt hatten sich zerstörerisch durchgesetzt. Jesus wurde getötet. Jerusalem wurde zur römischen Kultstätte. Trotzdem ist Gott im Blick auf Jesus zu seinem Ziel gekommen. Seinen Sohn hat er von den Toten auferweckt. Gemeinsam mit ihm regiert er sein Reich. Wir Christen erhalten die Zusage, aufzuerstehen und in Freude im kommenden himmlischen Jerusalem zu leben und zu feiern.

Vor welchen Herausforderungen stehen wir jetzt? Wie sollen wir den Anschuldigungen begegnen, unsere Kanzlerin und wir Deutschen seien Nazis? Dramatischer: Was sollen wir tun angesichts von Bürgerkriegen, Christenverfolgungen, Vertreibungen und Flucht? Endlich: wie sollen wir mit unseren Mitmenschen zuhause in Frieden leben? Was erkennen wir? Was meinen, sagen und tun wir?

Erkennen wir Jesus als Gott, als unseren Herrn und Heiland? Bekennen wir, dass mit seinem Kommen, mit seinem Leben, mit Kreuz und Auferstehung sein Reich angebrochen ist? Erkennen wir unsere eigenen Fehler und Verfehlungen? Bekennen wir unsere Sünde vor Gott? Lieben wir unseren dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist? Haben wir unseren Mitmenschen lieb, als Gottes Geschöpf? Und lieben wir uns selbst mit unserer Geschichte, unseren Grenzen und Chancen? Vielleicht sind uns diese Fragen zu viel und zu grundsätzlich. Ob wir so mit dem Frieden anfangen könnten: Lassen Sie sich lieben von Gott. Tuen Sie heute, was aus Gottes Liebe heraus dran ist.

Friede sei mit uns! Gottes Friede ist mit uns!

Autor: Pfarrer Ingo Maxeiner

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Matthäus 13,43

„Die Gerechten werden leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich“ (Matthäus 13,43).

In wenigen Tagen ist es wieder soweit: Die Sonne erreicht ihren mittäglichen Höchststand. Sonne satt.  Die Natur ist aufgeblüht. Die Farbenpracht der Blumen überwältigt. Die Sonne wärmt Leib, Seele und Herz. Die Welt und unsere Stimmung werden hell und froh.

Dieses Bild überträgt Matthäus auf die Gerechten. Sie sind es, die im kommenden Reich Gottes leuchten werden. Und es erhellen. Und erwärmen. Von wem redet der Evangelist? Von Mutter Theresa? Von dem heiligen Martin? Von dem Reformator Luther? Ja, von denen sicher auch. Gutes haben sie getan. Barmherzigkeit haben sie geübt und die Wahrheit gelehrt. Ja, sie sind Vorbilder. Wer sind die Gerechten, wenn nicht Menschen wie sie? Dankbar sein können sie, weil sie nach dem Willen Gottes gelebt haben. Und doch: Mutter Teresa und Luther fragten: habe ich genug geschafft? Habe ich nicht auch  vieles getan, was nicht oder nicht ganz mit dem Willen Gottes übereinstimmt? Werde ich das Reich Gottes sehen und ererben?

Vor 500 Jahren machte Martin Luther eine Entdeckung. Er las diesen Satz im Brief des Apostels Paulus an die Römer: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“. Da wurde ihm klar: Wir sollen den Menschen Gutes tun. Das braucht die Welt. Gerecht aber sind wir, wenn wir an den dreieinigen Gott glauben. In Jesus hat er uns Gerechtigkeit geschenkt. Unsere Verfehlung hat er ans Kreuz getragen. Dort hat er die Kraft unseres Fehlverhaltens ausgelöscht. Und uns zu Gerechten gemacht. Gerecht sind wir, wenn wir uns in Christus bergen, Ihm glauben, Ihm danken dafür, dass wir seine Kinder sind.. Und danken für die Gemeinschaft unter uns. In den Augen des Herrn werden wir Gerechte. So bleiben wir Gerechte. Für immer. Für die Zeit und für die Ewigkeit.

Die Gerechtigkeit nehmen wir mit in unsere Zukunft, auf der Erde und bei Gott. Im Glauben an Christus sind wir schon heute Bürger in seinem Reich. Was dort passiert? Was entdecken wir? Wir bilden die Güte Gottes ab. Wir sorgen für unsere Mitmenschen. Wir loben unseren Schöpfer, Retter und Tröster. Wir lassen uns in Zweifel und Angst von Gott zusagen: Du bist mein Kind. Mit Ehre und Herrlichkeit habe ich dich gekrönt. So gehören wir ganz gewiss in das Reich Gottes. Wir sind sein Volk. Gott ist es, der uns leuchten lässt. Er strahlt durch uns ganz hell. Das geschieht zu unserer und zu Gottes Freude. Das Wunderbare daran: Schon jetzt ist es so weit: Wir Gerechte leuchten wie die Sonne in unseres Vaters Reich!

Autor: Pfarrer Ingo Maxeiner

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Hosea 14,4

"Wir wollen nicht mehr sagen zu dem Werk unserer Hände: „Du bist unser Gott“ (Hosea 14,4).

Prächtig glänzte der Palast des Königs Nebukadnezar in der Abendsonne Babylons. „Das ist das große Babel, das ich erbaut habe zur Königsstadt durch meine große Macht zu Ehren meiner Herrlichkeit“ (Daniel 4,27) Vollmundig redete er über seine Leistungen. Ohne Scheu ließ er sich von seinen Untertanen wie ein Gott verehren. 'Ich, mein, mir, mich' waren die Worte, die sein Denken prägten, so wie wir es manchmal auch bei uns antreffen. 'Mein Haus, mein Auto, mein Konto und so fort. Vielleicht tanzen wir nicht öffentlich um unser selbstgemachtes 'goldenes Kalb' wie es die Israeliten in der Wüste taten (2. Mose 32,4). Aber bin ich ganz frei davon?

Hier wird diese Problematik angesprochen. Was treibt mich an in meinem Denken und Tun? Welche Zielrichtung bestimmt mein Leben? Wie oft schleicht sich heimlich ein wenig Stolz ein, im Blick auf das, was mir gelungen ist. Dabei ist Dankbarkeit im Rückblick sicher gut angebracht. Die Gefahr jedoch, dass ich mich an der Gabe mehr freue als am Geber, begleitet mich täglich.

Mir ist aufgefallen, dass die Bibel nicht nur da von Götzendienst spricht, wo es um unsere Leistung geht. In den Briefen der Apostel im neuen Testament wird von Götzendienst auch bei einem  ungeheiligten Lebenswandel gesprochen. Nicht nur unsere Taten, unsere Leistung, das Werk unserer Hände, können uns zum Götzendienst verleiten, sondern unser ganzes Sein kann Götzendienst sein, weil wir fehlerhaftes Verhalten nicht ablegen, sondern womöglich noch genüsslich pflegen.

Dabei warnt uns schon der König Salomo, dass es gefährlich ist, stolz auf unser eigenes Tun zu blicken, denn „Hochmut kommt vor dem Fall“ (Sprüche 16,18).

Der Prophet Hosea redet deshalb von der Notwendigkeit einer bewussten Umkehr in unserem Denken und Tun. Er ruft sein Volk Israel dazu auf, eine klare Entscheidung zu treffen. „Wir wollen nicht mehr sagen“. Hier wird keinem 'so war das doch schon immer' das Wort geredet, sondern von dem Entschluss, ab sofort es anders zu machen als bisher.  Bittere Tage durchlebte der König Nebukadnezar bis er zu dem Entschluss kam, nicht mehr seiner Hände Werk anzubeten, sondern dem lebendigen Gott Israels zu vertrauen. Das erforderte eine radikale Umkehr, so wie sie  von Hosea beschrieben wird.

Auch ich bin durch das Wort Gottes herausgefordert, immer wieder neu diese Entscheidung  zu treffen. Der heutige Tag soll meinen Entschluss zum Ausdruck bringen, dass ich der Einladung Hoseas folge. Gerhard Tersteegen hat das positiv so formuliert: “Im Wort, im Werk und allem Wesen, sei Jesus und sonst nichts zu lesen.“ (Ich bete an die Macht der Liebe)

Autor: Walter Ulmer

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Psalm 91,15

"Der Herr spricht: Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören“ (Psalm  91,15)

Wo gibt es vergleichbares in unserer Welt? Der Kontrast kann nicht größer sein. Da stehen sich zwei ungleiche Partner gegenüber. Auf der einen Seite steht Gott der Allmächtige, Ewige, Unfassbare. Er, der alles in den Händen hat und diese Welt regiert, auch wenn wir manchmal nichts davon zu sehen meinen. Es ist Gott, der eines Tages seinen Plan vollendet und alle die an Jesus Christus glauben, zu sich in den Himmel holt zum ewigen, großen Siegesfest über Sünde, Hölle, Tod.

Auf der anderen Seite stehe ich, Gottes Geschöpf. Für mich, der ich nur Teil eines „Sandkorns auf der Waage“ bin, wie Jesaja das so schön formuliert (Jesaja 40,15), hat er einen Weg zur ewigen Erlösung in Jesus Christus gefunden. Ich soll, befreit von meiner Schuld, im fröhlichen Glauben an Jesus Christus durch meinen Alltag gehen. Eine ganz persönliche Beziehung  zwischen Gott und mir ist entstanden.  Gott drückt das  in einfachen Worten so aus: „er ruft mich an – ich will ihn erhören“. Wo gibt es ähnliches in unserer Welt? Jeder von uns hat es schon oft erlebt, dass sein Telefonanruf fehlschlug. Der gewünschte Gesprächsteilnehmer ist nicht zuhause, oder eben gerade mit anderen Dingen beschäftigt. Und auf unsere Bitte um einen Rückruf wurde nicht reagiert. Bei Gott ist das ganz anders. Er ist immer hörbereit. Er nimmt sich immer Zeit für mich. Er verdrückt sich nicht mit einer fadenscheinigen Ausrede. Gott selbst sagt:  „Wenn er, der Beter ruft, dann will ich ihn erhören“. In einem Lied habe ich die Erfahrung eines Liederdichters entdeckt: Er bezeugt: 'Ich mochte zu ihm kommen, des Abends oder früh, verwundet oder schuldig, nie ward er ungeduldig'  (A. von Viebahn) Welch eine Perspektive für den heutigen Tag.

Aber noch etwas ist mir aufgefallen. Da steht eben nicht nur, Gott wird zuhören, sondern, Gott wird   erhören. Ich weiß, das scheint nicht deckungsgleich mit unseren Erfahrungen. Wie oft haben wir schon gebetet, aber die Erhörung blieb aus. Manche haben sich dadurch dazu verleiten lassen, Gott den Rücken zu kehren. Die Aussage  allerdings ist eindeutig: Gott hört nicht nur unsere Gebete, sondern er erhört sie. Allerdings wird nicht gesagt: wann und wie Gott auf das Gebet des Beters eingeht. Fest steht nur eines, dass Gott das Gebet erhört. Wir müssen es ihm überlassen auf welchem Weg er die Erhörung einleitet und durchführt. Und auch der Zeitpunkt wird von Gott festgelegt. Wir sind zwar oft wie kleine Kinder die quengeln und verärgert sind, weil unsere Bitte nicht sofort erfüllt wird. Gott macht es garantiert so gut, dass wir am Ende darüber staunen werden. Vertrauen wir also auf ihn, er wird’s wohl machen.

Autor: Walter Ulmer

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Johannes 5,7–8

Der Kranke antwortete Jesus: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin. (Johannes 5,7–8)

Ein Mann liegt seit 38 Jahren krank am Teich Betesda in Jerusalem. Keiner konnte ihm bisher helfen, sonst wäre er nicht so lange schon dort. Aber Jesus sagt ihm am Ende der Geschichte: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“ Und das Unfassliche geschieht: Der Mann wird sofort gesund. Er packt sein Lager zusammen und geht.

38 Jahre lag dieser Mann am Teich Betesda! 38 Jahre im Krankenhaus. Das muss man sich mal vorstellen! „Austherapiert“ sagen die Ärzte dazu. Keine Therapie hilft mehr. Wir sind am Ende mit unserem Latein.

Aber noch schlimmer: Der Mann ist unnütz! In den Augen einer Gesellschaft, die nach der vorhandenen Arbeitskraft urteilt, ist er nutzlos. Eine typische Hartz-IV-Karriere: Langzeitarbeitslosigkeit. Hier sogar: Ein ganzes Leben arbeitslos. Daher ist der Mann nicht nur ein Elend in sich selber, sondern so sieht ihn auch seine Umwelt. Auf Dauer im Spital Betesda interniert. Ein Kurbad für die hoffnungslosen Fälle.

„38 Jahre“! Weniger interessant als die Zahl ist die Tatsache, die zwei Verse später steht: Ich habe keinen Menschen, der mich in den Pool trägt.

Ich habe keinen Menschen! – Was für ein verzweifelter Hilfeschrei! Jeder ist sich selbst der Nächste. Jeder ist auf sich selber gestellt. Keiner von meinen Verwandten will mehr etwas mit mir zu tun haben. Und heute gibt es selbst im Krankenhaus und in der Rehabilitation oft keine Begegnung mehr. Einer ist vom anderen isoliert durch die Technik und durch die vielen Sachen, mit denen sich die Angestellten beschäftigen müssen. 

Einsam sein – das hat mich an Nietzsches Gedicht „Vereinsamt“ erinnert:

Die Krähen schrein / und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein, / wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

... Die Welt – ein Tor / zu tausend Wüsten stumm und kalt!

Wer das verlor, / was du verlorst, / macht nirgends halt.

Einsamkeit – heute wird sie noch radikalisiert durch die Entgötterung der menschlichen Existenz. (Was meinen Sie mit dem Satz? Bitte einfacher formulieren!? Und mit dem persönlichen Gott ging bei vielen auch der menschliche Nächste verloren. Viele empfinden ihr Leben als leer angesichts der gigantischen Weite eines Kosmos von Milliarden von Lichtjahren Ausdehnung. Die Zeitspannen in der Menschheitsgeschichte mit Millionen von Jahren zurück und bis zum Weltende nach vorne: Durch diese riesigen Zeiträume verliert der Mensch jeden Bezugsrahmen, in dem er ein sinnvolles Leben führen könnte.

„Ich habe keinen Menschen“, das bedeutet also auch: ich habe gleichfalls keinen Gott, der mir hilft.

Der kranke Mann versteht die Frage von Jesus zuerst einmal falsch. Er meint, da käme jetzt endlich einer, der ihm ins Wasser hilft. Doch Jesus wird im Johannesevangelium schon in den ersten Versen als Gottes Sohn vorgestellt. Er muss nicht durch Wasser helfen. Er ist die Hilfe selber, in Person! In Jesus ist der wahre Gott in die Welt gekommen, um uns zeitlich und ewig zu helfen. Deshalb steht nach dieser Geschichte in der Bibel ein Abschnitt über „die Vollmacht des Sohnes“ und von der Absicht seiner Gegner, ihn zu töten. Denn sie sagen: Er macht sich Gott selbst gleich, wenn er sagt, Gott sei sein Vater.

 Jesus befiehlt dem chronisch kranken Patienten: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und es geschieht so. So kann nur er reden, Jesus, der Sohn Gottes. Er hat von Ewigkeit her die Vollmacht seines Vaters im Himmel.

Autor: Pfarrer Dr. Jochen Eber

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Jesaja 51,12

Jesaja 51,12 Gott spricht: „Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben?“

Was tröstet mich? Jedes Kind hat sein „Trösterle“, so sagt man bei uns in Süddeutschland. Das ist der Teddybär oder ein anderes Plüschtier. Es kann auch ein Schmusekissen sein, das hilft, wenn die Tränen über die Wangen kullern.

Dann steckt das Kind den Daumen in den Mund, es hält seinen Teddybär ganz fest im Arm. Die Mutter klebt ein Pflaster auf die blutenden Knie, und dann gibt es noch das sprichwörtliche „Trostpflaster“: ein kleines Geschenk, etwas Süßes, und Schmerz und Tränen sind vergessen.

Bei Erwachsenen ist das dann schon anders. Brad Pitt sucht nach seiner Trennung von Angelina Jolie Trost bei Bradley Cooper, so melden es die Illustrierten. Angelina Jolie wiederum sucht Trost bei Johnny Depp. Und der Weltmeisterschaftsheld Mario Götze sucht Trost bei Freundin Ann-Kathrin Brömmel. Der Fußballverein Bayern München sucht Trost in heimischen Titeln, meldet die Passauer Neue Presse Ende April, nachdem die Bayern in der Champions League ausgeschieden waren. Doch dann verliert der erfolgsverwöhnte Verein auch noch das Spiel um den DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund. So konnte sich Bayern München vor drei Wochen nur trösten, dass die Fußballer immerhin die Bundesliga gewonnen haben. – Soweit einige Schlagzeilen zum Thema „Trost“.

Erwachsene lenken sich oft ab, wenn sie die Trostlosigkeit dieser Welt nicht ertragen können. Manche vergraben sich in ihrem Hobbykeller. Andere suchen falschen Trost bei Tabletten, die die Stimmung verbessern, oder im Alkohol. Doch dadurch wird nichts besser, sondern ein neues Problem entsteht. Männer suchen  häufig Trost bei einer Geliebten und Frauen im Gespräch mit ihrer besten Freundin. – Ist das der Trost, den wir im letzten wirklich brauchen und der Gott gefällt?

„Ich, ich bin euer Tröster!“, Das sagt Gott in unserem Bibelvers Jesaja 51,12. Das Volk Israel wird aus seiner Heimat ins Zweistromland abgeführt. Das ist für die Menschen ein traumatisches Ereignis. Sie sind schockiert, sie leben trostlos. Aber es gibt eine Hoffnung, und diese Hoffnung kommt von Gott selber. Er kündigte in den Versen von Jesaja Kapitel 51, dass er seinen Leuten, die im Exil leben, helfen will. Gott, der Herr, will in die Geschichte eingreifen. Das Volk Israel soll in seine Heimat zurückkehren können. „Die Erlösten des Herrn werden heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen.“ Das verspricht Gott im vorangehenden Vers Jesaja 51,11. Erwarten Sie heute, dass Gott Ihnen hilft! Er hat die Welt erschaffen. Er hat mehr Mittel und Wege, als Sie sich vorstellen können. Respektieren Sie ihn und suchen Sie Hilfe bei ihm! Haben Sie keine Angst vor Menschen, die Ihnen Ihren Lebensweg vermasseln könnten. Menschen sterben und sind bald vergessen, aber Gott lebt ewig. Er ist für Sie und für mich Trost und Hilfe.

Christen haben in der Reformationszeit die christliche Lehre in einem kleinen Taschenbuch, das man Katechismus nennt, zusammengefasst. Der Heidelberger Katechismus sieht den Trost als wichtigstes Thema im Leben eines Christen. Daher beginnt der Text mit der ersten Frage: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ Und die Antwort heißt: „Dass ich mit Leib und Seele / im Leben und im Sterben nicht mir, / sondern meinem getreuen Heiland / Jesus Christus gehöre. / Er hat mit seinem teuren Blut / für alle meine Sünden vollkommen bezahlt / und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst; / und er bewahrt mich so, / dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel / kein Haar von meinem Haupt kann fallen, / ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss. / Darum macht er mich auch / durch seinen Heiligen Geist / des ewigen Lebens gewiss / und von Herzen willig und bereit, / ihm forthin zu leben.“ Ich wünsche Ihnen an diesem Tag, dass Sie es erfahren, dass Gott, der Herr, Sie tröstet.

Autor: Pfarrer Dr. Jochen Eber

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Apostelgeschichte 1,8

Wenn Sie einen Stein in ruhiges Wasser werfen, entstehen Kreise. Ein Kreis, zwei, drei – immer mehr. Als Anstoß ist nur ein Stein nötig. Danach geht es weiter und weiter. Etwas Ähnliches geschah an Pfingsten. Jesus hatte es seinen Jüngern angekündigt: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Das ist das Wort für heute aus Apg1,8. Wörtlich lautet der erste Teil so: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist.

Das heißt: Die Jünger werden Kraft von oben erhalten mit dem Heiligen Geist. Er, die dritte Person der Gottheit, kommt selbst in ihr Leben. Er ist nicht nur eine Kraft. Aber mit ihm kommt die Kraft, die Menschen im Innersten verändern kann und will. Christen sind Menschen, die den Heiligen Geist empfangen haben. Sie leben nicht mehr unter dem Gesetz. Dieses fordert nur. Aber es gibt keine Kraft, seine Forderungen zu erfüllen. Mit dem Heiligen Geist sind diese Menschen nun ausgerüstet, das zu tun, was Gott will. Genauer: der Heilige Geist will durch sie wirken und handeln, wie nur er es kann.

Wie gerne handle ich doch noch aus eigener Kraft. Stattdessen soll ich mich Gott, dem Heiligen Geist, zur Verfügung stellen. Er wohnt ständig in mir. Mit ihm will ich rechnen. So, wie es schon in Sacharia 4,6 steht: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. Heer und menschliche Kraft beeindrucken. Sie scheinen mächtig zu sein. Darum stehen wir in der Gefahr, die göttliche Kraft durch unser Tun und Meinen zu ersetzen. Der Heilige Geist ist ja nicht zu sehen. Aber er ist da und gibt die göttliche Kraft und die ist nicht zu überbieten.

Das ist der Stein, der damals sozusagen ins Völkermeer geworfen wurde. 120 Menschen warteten in Jerusalem auf das Kommen des Heiligen Geistes. Sie wurden erfüllt von diesem Geist. Angst und Schrecken verschwanden. Freude und Kraft erfüllte sie. Sie wurden zu Zeugen für Gottes großartige Erlösung. Erst in Jerusalem, etwas später in Samarien und dann in der ganzen Welt bezeugten sie und andere Gottes Handeln. Mit unglaublichem Einsatz und trotz Verfolgung von verschiedenen Seiten brachten sie die gute Nachricht in die Welt.

Diese Nachricht hat immer mehr und mehr Menschen ergriffen und in Bewegung gesetzt. Auch uns steht diese Kraft durch den Heiligen Geist zur Verfügung. Auch uns kann er in Bewegung setzen. Lassen Sie sich zeigen, wo er Sie einsetzen will und was da zu tun ist. Und tun Sie das mit dem Heiligen Geist und in seiner Kraft. Sie werden staunen, was mit ihm möglich ist.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Philipper 3,13–14

Worauf kommt es im Leben an? Was ist wirklich wichtig für Sie? Wie leicht kann man sich da täuschen! Jemand hat mal gesagt: Das Wichtigste ist das, woran Sie morgens als Erstes und abends als Letztes denken.

Im Paradies wurde das harmonische Verhältnis der Menschen zu Gott zerstört. Aus unerfindlicher Liebe hat Gott aber alles daran gesetzt, Menschen wieder zurück zu sich zu ziehen. Das hat Jesus mit seinem Sterben am Kreuz für unsere Schuld möglich gemacht. Das bestätigt die Auferstehung.

Viele merken das leider nicht. Aber Paulus erkannte das vor Damaskus, als Jesus ihm in den Weg trat. Diese Erkenntnis ist ihm eingefahren und hat ihn nie wieder losgelassen. Er erfasste die Bedeutung dieser göttlichen Erlösung bis in die Tiefe. Staunen und Freude löste das bei ihm aus. Es stellte alles, was sein bisheriges Leben geprägt hatte, in den Schatten. Dies drückt er in Phil3,13.14 so radikal aus: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Paulus hatte ursprünglich gemeint, Gott mit der gewissenhaften Einhaltung des Gesetzes zu gefallen.

Das will er jetzt vergessen, hinter sich lassen, frei davon werden. In Jesus zu sein ist sein Ziel. Er streckt sich nach der endgültigen Gemeinschaft mit Jesus aus. Bei diesem seinem Erlöser will er in der Ewigkeit sein. Er weiß: Hier und jetzt besteht immer wieder die Gefahr, in noch so gut gemeinte religiöse, auch christliche Regeln zu verfallen. Deswegen steht ‚vergessen‘ und ‚ausstrecken‘ im Griechischen in der Form eines andauernden Tuns. Paulus will die Gesetzlichkeit für immer hinter sich lassen. Sein einziges Ziel ist Jesus. Durch nichts will er sich davon abbringen lassen.

Die Liebe Gottes zieht ihn zu dem Ziel der himmlischen Berufung. Gott hat ihn berufen. Er hat sich rufen lassen. Mit größter Freude hat er die Erlösung angenommen. Nun folgt er Jesus. In ihm hat er die ganze Fülle der Gottheit. Diese Fülle will Paulus ergreifen. Mit weniger ist er nicht zufrieden. Die Gemeinschaft mit Jesus bedeutet ihm alles – hier in der Zeit und erst recht in der Ewigkeit.

Christsein ist eben keine Religion. Religiös sein bedeutet: Ich halte bestimmte Regeln ein in der vagen Hoffnung, dass das Gott irgendwie beeindrucken wird. Das müssen wir vergessen. Christsein heißt, sich von Jesus ein ganz neues Leben schenken zu lassen. Und dieses mit Jesus in Freiheit und Freude zu leben. Es heißt, auf Gottes Liebe mit ganzer Hingabe zu antworten. Das Ziel ist: aus seiner Kraft leben zu lernen, seinen Willen für mich zu erkennen und zu tun. Ich will mit Dank und Freude bei ihm bleiben. Ich will mich nach immer mehr von ihm ausstrecken. Das soll das Wichtigste in meinem Leben sein. Alles, was mich davon abhalten könnte, muss und will ich hinter mir lassen.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Apostelgeschichte 4,32

In meiner Jugendzeit ist es mir ein einziges Mal gelungen, meine Schwester mit in den Jugendkreis zu nehmen. Sie hatte mit dem Glauben überhaupt nichts am Hut,  hat aber diesen einen Abend über sich ergehen lassen. Nachher hat sie zu Hause erzählt: "Ach, was haben die sich da alle lieb...". Mit andern Worten: die waren da ja alle ein Herz und eine Seele! Das war das, was bei ihr hängen geblieben ist- als sie dort junge Christen getroffen hat.

Ein Herz und eine Seele- so wird in der Apostelgeschichte die erste Gemeinde beschrieben.

Das hört sich so an, als wären die da auf einer ständigen Harmoniewelle geschwommen. Das war aber mit Sicherheit damals in Jerusalem nicht der Fall. Genauso wenig wie in unserem Jugendkreis.

Da, wo unterschiedliche Leute zusammen kommen, wird es immer auch verschiedene Meinungen geben. Aber selbst wenn es bei Meinungsverschiedenheiten mal lauter wird und Streit gibt, muss das nicht unbedingt negativ sein. Denn es zeigt, dass einem die Gemeinde wichtig ist. Sonst wäre es mir doch gar nicht wert, darüber zu streiten!

Die Beschreibung "Ein Herz & eine Seele" bezieht sich von daher eher auf den gemeinsamen Nenner: Jesus Christus! Wenn sich in der Gemeinde alle einig sind: "Jawoll: Jesus Christus steht bei uns im Mittelpunkt. Und wir wollen so leben und miteinander umgehen, wie er sich das vorstellt!"

Dann ist das eine gute + einheitliche Basis! Da lässt sich alles andere (was nicht sooo wichtig ist) unterordnen. So dass...

  • ich bereit bin, mich auch mal von anderen korrigieren zu lassen
  • dass man sich untereinander vergeben kann (gerade dann, wenn man sich im Eifer mit Worten verletzt hat)
  • und dass man sich bei zweitrangigen Angelegenheiten sogar mal überstimmen lässt; eine Entscheidung dann trotzdem mitträgt, ohne deswegen persönlich beleidigt zu sein.

Zu der Einheit in der ersten Gemeinde gehörte zudem: dass man nicht nur an sich selbst denkt. Sondern auch einen Blick hat für das, was der andere gerade braucht! Deshalb heißt es in der Apostelgeschichte von den ersten Christen in Jerusalem:

„Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.“

Die Apostelgeschichte erzählt hier von einer ungewöhnlichen Gütergemeinschaft: Haben Sie es noch im Ohr? "Auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam".

Wie geht das denn?

Indem ich mir bewusst mache: alles, was ich habe, ist mir erstens von Gott geschenkt worden. Und zweitens ist es nur vorübergehend in meinem Besitz. Nichts davon werde ich mitnehmen können, wenn ich diese Erde einmal verlassen muss.

Dazu kommt ein hohes Vertrauen in den andern: dass der andere mein Wohlwohlen und Teilen nicht ausnutzt. Und dass das Ganze ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist!

Was den Zusammenhalt und das Miteinander- Teilen angeht, ähnelt Gemeinde sehr einer Familie: auch da kann ich mir meine Geschwister ja nicht aussuchen.

Trotzdem hat jeder in der Familie seine Daseinsberechtigung- genauso wie ich. Weder in der privaten noch in der Gemeinde- Familie dreht sich alles nur um mich. Sondern jeder ist wichtig!

Auch in einer Familie gibt es mal Streit, gerade unter Geschwistern. Doch wenn es mal hart auf hart kommt, rauft man sich zusammen. Und zieht gemeinsam an einem Strang!

So wünsche ich Ihnen, dass Sie in Ihrer Gemeinde nicht nur alles Mögliche einfordern. Sondern dass Sie sich einbringen; Ihre Gemeinde mitgestalten und weiterentwickeln.

Dass Sie dazu beitragen, dass man geschwisterlich miteinander umgeht, teilt, streitet und Vergebung lebt!

Umso mehr das gelingt, desto eher werden Sie sich wohlfühlen. Und auch Gäste werden dann von Ihrer Gemeinde sagen: "Genial, wie die miteinander umgehen. Die sind da ja wirklich ein Herz und eine Seele...!"

Autor: Daniel Benne

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Apostelgeschichte 3,8

Einmal im Jahr gibt es bei uns einen Jungschar – Ausflug. Beliebtes Ziel hierfür ist ein Indoor-Spielplatz. Das ist meist eine ehemalige Tennishalle: in der große Klettergerüste und Trampolins aufgebaut sind. Die Kinder sind auf der Fahrt ganz aufgeregt. Das Ziel wird schon von weitem mit großem Jubel begrüßt. Vor Ort gibt‘s dann kein Halten mehr. Die Kinder stürmen in die Halle: mit großer Freude werden alle Geräte angeschaut. Und natürlich ausprobiert. Auf den Trampolins wird jubelnd herum gehüft. Von allen Seiten werden wir Mitarbeiter gerufen: „Guck mal hier!“ Oder „Schau mal, was ich für einen tollen Salto springen kann!“ Für uns Mitarbeiter ist das richtig schön, diese große Begeisterung der Kinder mitzuerleben. Und: na klar – wir müssen dann auch mithüpfen. Kinder lassen ihrer Freude freien Lauf. Bei Erwachsenen sieht man das seltener. Vielleicht noch nach großen Siegen im Sport. Aber sonst?

Der Gelähmte in der Apostelgeschichte war ein Erwachsener. Was sollte also sein kindliches Herumspringen hier? Dazu noch im Tempel... Der Mann war schon von Geburt an gelähmt gewesen. Täglich ist er zum Tempeleingang getragen worden. Das war sein Highlight des Tages – zumindest für ein paar Stunden unter Menschen zu kommen.

Wobei: wenn man sich vorstellt, wie er unten am Boden sitzt. Und die Passanten huschen mit ihren Blicken über ihn hinweg – dann war er im wahrsten Sinne des Wortes „unter“ den Menschen. Auf einer ganz niedrigen Stufe.

Das war sein Alltag. Das war sein Leben: dort sitzen und auf ein paar Almosen hoffen. Almosen hat er sich auch von den beiden Aposteln Petrus und Johannes erhofft, die da gerade vorbei kamen. Petrus fordert den Gelähmten auf: „Sieh mich an!“ Erwartungsfroh schaut der Gelähmte Petrus an. Er hat darauf gehofft, dass Petrus ihm jetzt etwas Geld gibt. Doch Petrus erklärt ihm: „Geld hab ich nicht. Stattdessen möchte ich Dir etwas anderes geben: Im Namen von Jesus von Nazareth sage ich Dir: steh auf und geh!“

Petrus hilft ihm hoch. In dem Moment bekommen seine Gelenke Kraft. Er kann zum ersten Mal in seinem Leben auf eigenen Füßen stehen. Wenn man bedenkt, dass er die Welt bisher nur von unten her kannte – also aus seiner Sitzposition am Boden, dann entdeckt er nun eine völlig neue Perspektive. Die Freude darüber war so groß, dass er angefangen hat, herum zu hüfen und sich zu bewegen. In der Apostelgeschichte hört sich das so an: „Der Gelähmte sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.

Auf einmal hatte er alle Möglichkeiten. Er konnte arbeiten gehen, richtig Geld verdienen, selbst für seinen Unterhalt sorgen. Und war nicht mehr darauf angewiesen, dass ihn andere von A nach B tragen.

Falls es Ihnen gerade ähnlich geht wie dem Gelähmten. Und Sie auch körperlich oder seelisch am Boden liegen: dann wünsche ich Ihnen diesen erwartungsfrohen Blick nach oben auf Jesus Christus. Wir sollen und dürfen Jesus Großes zutrauen. Jesus kann Wunder tun und gesund machen. Vielleicht ist das das Größte, was Sie sich wünschen. Aber wenn Jesus Ihnen Menschen zur Seite stellt, die sich zu Ihnen herabbeugen in Ihrer Not. Die Ihnen darin beistehen und Gesellschaft leisten, dann ist das vielleicht fast genauso viel wert wie eine körperliche Heilung. Weil das der Seele gut tut.

Wenn Sie dagegen jemanden besuchen, der krank ist, oder einen, der unter seiner Einsamkeit leidet, dann werden diese Menschen vielleicht keine körperlichen Jubelsprünge machen können. Aber ihr Herz ist dann oft voll von Jubel. Wenn Sie so jemandem Gesellschaft leisten, lässt das sein Herz höher schlagen. Und das ist dann für Sie ähnlich schön mitzuerleben, wie wenn man Kinder auf dem Indoor-Spielplatz in ihrer Freude erlebt.

 

Autor: Daniel Benne

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Römer 14,17

„Kinder, hört auf euch zu streiten“ - vermutlich gibt es keine Eltern, die in ihrer Erziehung ohne diesen Satz ausgekommen sind. Wenn mehrere Kinder in einer Familie zu Hause  sind, dann gibt es eigentlich immer etwas zu streiten. Geschwister finden eigentlich immer einen Grund zum Streiten, wenn sie das wollen.

Eltern stehen dieser Art von Streit dann meist verständnislos gegenüber. „Wieso müssen die über solche Nichtigkeiten streiten?“ Über Dinge streiten, die eigentlich ziemlich unwichtig sind - das können wir auch als Erwachsene. Leider gerade auch als Christen.

Ja, manchmal verbergen Christen Meinungsverschiedenheiten auch vorschnell unter einer Decke von Harmonie, anstatt Konflikte offen und fair  auszutragen. Aber worum es mir geht, ist diese andere Art von Streit: Kleinlich, destruktiv, in Nebensächlichkeiten verrannt.

Wenn Christen so streiten, finde ich das unangebracht - denn eigentlich müssten sie doch um das große Ganze wissen. Glauben wir nicht an einen Gott, der in seiner Gnade jeden Menschen liebt? Sind wir nicht davon überzeugt, dass kein Mensch Gott gegenüber im Recht ist? Warum sind wir dann oft so verbohrt im Rechthaben?

Sich im Streit um Nebensächlichkeiten zu verrennen, das ist mindestens so alt wie der christliche Glaube selbst. Im Neuen Testament sind uns Briefe des Apostel Paulus überliefert. Und darin wirbt Paulus immer wieder darum, dass Christen sich von unnützen Streitereien fern halten lernen und die Hauptsache des Glaubens nicht aus den Augen verlieren.

Zum Beispiel in seinem Brief an die Christen in Rom: Dort hatten sich Christen gerade in die Haare gekriegt darüber, ob man sich das Fleisch vom heidnischen Opferfest nebenan zum Abendessen grillen darf oder nicht. Der Streit ums Essen drohte die Einheit der Christen zu gefährden, die Nebensache wurde wichtiger als die Hauptsache.

Paulus ermahnt seine Leser deshalb in Kapitel 14 Vers 17: Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.

Paulus sagt hier: „Kinder, hört auf zu streiten“. Der Apostel erinnert die Christen in Rom daran, die Hauptsache wieder zur Hauptsache zu machen: Es geht beim christlichen Glauben doch nicht um Regeln für Essen und Trinken - sondern um Gerechtigkeit vor Gott und Friede untereinander und Freude im Heiligen Geist!

Der Streit um Götzenopferfleisch scheint passé, und wir haben heute andere Themen gefunden, um uns zu streiten: Die „richtige Bibelübersetzung“ etwa, die „richtige Musik im Gottesdienst“, oder auch die „richtige Überzeugung in gesellschaftspolitischen Fragen“. Christen sind bis heute anfällig dafür, im Streit um Nebensachen die Hauptsache aus den Augen zu verlieren.

Ich möchte mir deshalb heute neu sagen lassen, was Paulus den Christen in Rom zu sagen hatte: Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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