ERF Plus - Wort zum Tag

1. Chronik 22,16

Jeden Morgen höre ich Rufe wie „Mach’s gut!“ oder „Pass auf dich auf!“ oder auch „Beeil dich, damit du noch pünktlich kommst!“ Mit diesen Zurufen verabschieden viele Mütter und Väter jeden Morgen ihre Kinder. Wenn die Kinder aus dem Haus und in die Schule gehen, wünschen die Eltern ihnen, dass der Schultag gut verläuft und die Kinder eine gute Zeit beim Lernen und mit ihren Freunden haben. Unser Bibelvers kennt diese Situation. Er steht im 1. Buch Chronik in Kapitel 22, Vers 16. Auch hier verabschiedet sich ein Vater von seinem Sohn, und er tut das mit den Worten: „Mach dich auf und handle! Und der Herr möge mit dir sein!“

„Mach dich auf und handle! Und der Herr möge mit dir sein!“ Da spricht ein Vater zu seinem Sohn, aber nicht irgendein Vater, sondern König David. Und die Worte sind mehr als der kurze Abschiedsruf am Tagesbeginn. Sie sind fast die letzten Worte eines alten Vaters an seinen Sohn. Denn König David ist alt geworden, er hat viel erlebt und erreicht in seinem Leben. Aber sein letztes Großprojekt kann er nur noch planen und nicht mehr selbst vollenden. David will dem Gott Israels, seinem Herrn, einen Tempel bauen. Doch er hat auch erkannt: Er darf es von Gott aus nicht (1. Chr. 22, 8). Und für dieses Großprojekt reichen seine Kräfte nicht mehr. Das wird die Aufgabe seines Sohnes Salomo werden. Und so bereitet David den Bau vor: Er lässt Baumaterialien kommen, stellt Handwerker ein, legt Geld bereit für dieses riesige Vorhaben. Und dann ruft er seinen Sohn Salomo und übergibt ihm das Großprojekt. Der Vater übergibt dem Sohn die Pläne für den Tempelbau, das ganze Material, die Arbeiter. Er legt die große Aufgabe in die Hände seines Sohnes, und dann fordert er ihn auf loszulegen: „Mach dich auf und handle! Und der Herr möge mit dir sein!“ Und dass der Herr bei Salomo und seinem Handeln sein möge, das ist nicht nur ein frommer Wunsch von David, sondern etwas, das David ganz genau weiß. Wir können hier sogar übersetzen: „Der Herr wird mit dir sein“. [Luther-Übers.] So sicher ist sich David, dass Gott Salomo nicht allein lassen wird beim Tempelbau. Und Gott war dabei, beim Tempelbau und im ganzen Leben von Salomo. Ich weiß nicht, wie es dem jungen Salomo ging, als ihm von seinem Vater der Bau des Tempels übertragen wurde. Aber ich bin mir sicher, dass es für ihn entscheidend war, dass er dieses Projekt nicht allein und aus eigenen Kräften stemmen musste, sondern dass Gott bei jedem Schritt an seiner Seite war.

„Der Herr wird mit dir sein.“ Das gilt ja nicht nur für Salomo. Das hat Gott allen Christen (den Jüngern! Und auch nicht für alles Mögliche, sondern wenn sie seinem Auftrag nachkommen) versprochen. Jesus Christus hat es ausgesprochen: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ [Mt 28,20]. Das heißt: Mit Gott an meiner Seite bin ich nie allein. Es gibt immer einen, der bei mir ist. Das muss kein Tempelbau in Jerusalem sein, das gilt auch für die tägliche Arbeit, den Unterricht in der Schule und den ganz normalen Alltag. „Der Herr wird mit dir sein“, das ist mehr als der Wunsch „mach’s gut!“. Dahinter steckt die ganze Kraft und Autorität Gottes, der die Welt geschaffen hat und sie in seiner Hand hält.

Wenn wir uns morgens an die Arbeit machen, dann tun wir das manchmal frohgemut und manchmal stehen die Aufgaben des neuen Tages wie ein Berg vor uns. Da kann es sogar sein, dass uns die Angst vor einer Aufgabe regelrecht lähmt und wir am liebsten gar nichts tun wollen. Gerade da fordern uns Davids Worte auf aufzustehen, anzupacken und zu handeln: „Mach dich auf und handle“, und zwar mit Gott an unserer Seite. Machen wir uns also auf in diesen neuen Tag, und der Herr wird mit uns sein.

 

 

Autor: Ulrike Treusch

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Lukas 8,48

Von Arzt zu Arzt war sie unterwegs. Immer wieder peinlichen Fragen und Untersuchungen ausgeliefert. Ein Vermögen hatte sie dafür ausgegeben müssen. Aber geholfen hat alles nichts. Nach wie vor litt sie an ihrer Krankheit, die niemand heilen konnte. Unstillbare Blutungen zehrten ihren Körper schon zwölf Jahre aus. Und niemand fand die Ursache. Schlimmer für sie aber war, dass sie durch ihre Krankheit nicht nur selbst immer schwächer wurde, sondern ausgestoßen, abseits gestellt war in der Gesellschaft, Nachbarschaft und sogar in der Familie. Als „unrein“ bezeichnet zu werden ist ein Urteil zur Einsamkeit und zur Isolation. Wer die Frau auch nur anrührte, galt selbst als unrein.

Eine Situation, die so oder in ähnlicher Weise bis heute vorkommen kann, trotz modernster Technik, wissenschaftlichen Erkenntnissen, medizinischen Möglichkeiten. Es gibt auch heute Krankheitssymptome, deren Ursachen nur schwer diagnostiziert werden können. Und die Ausschlussverfahren, Therapien und Nebenwirkungen von Medikamenten bilden oft einen elenden Weg der Enttäuschung. In solcher verzweifelten Lage hörte die Frau von Jesus. Sie hörte, wie Naturgewalten ihm gehorchen mussten, wie er Kranke heilte, wie er Menschen in ihrer Bedürftigkeit annahm und leise keimte in ihr wieder etwas Hoffnung. „Ach könnte ich doch ihm begegnen. Könnte ich doch nur den Saum seiner Kleider berühren. Ich traue ihm zu, mich zu heilen.“ Und so drängte sie sich hinein in die Menge der Leute, die Jesus mit ihren Fragen und Anliegen umlagerten. Plötzlich hörte sie, wie Jesus gebeten wurde, zu einem todkranken 12-jährigen Mädchen eines angesehenen Bürgers zu kommen. Sie fühlte, dass Jesus die Macht hatte, sie zu heilen. Wenn er sich um ein 12-jähriges Mädchen kümmert, dann ist ihm auch eine 12-jährige Krankheit nicht zu viel.

Und so bahnte sie sich ihren Weg durch die Menge bis zu ihm. Sie beugte sich nieder und "rührte die Quaste seines Kleides an", den Saum oder die Fransen, die den unteren Abschluss eines jüdischen Gewandes bildeten. "Sogleich hörte ihr Blutfluss auf", und sie war vollständig geheilt. Sie versuchte, sich still wegzustehlen, doch ihre Flucht wurde von der Frage Jesu gestoppt: "Wer ist es, der mich angerührt hat?" Petrus und die anderen Jünger dachten, dass dies eine recht müßige Frage sei, da alle Menschen ihn drängten, schoben und drückten! Jesus aber hatte eine besondere Berührung bemerkt. Er wusste, dass ihn jemand im Glauben angerührt hatte, weil er spürte, dass Kraft von ihm ausgegangen war - die Kraft, die die Frau geheilt hatte. Zitternd stand die Frau vor ihm und erzählte stockend und jubelnd zugleich, was mit ihr geschehen war. Und Jesus sprach zu der kranken Frau: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!“  Was für ein Wort und was für ein Ereignis. Ja, Jesus kann heilen. Jesus ist Herr auch über Krankheit und Leid. Gleichzeitig aber stehen vor meinen inneren Augen liebe Menschen, die seit Jahren leiden und beten und sehnlich auf Hilfe hoffen. Und sie vertrauen auch. Sie glauben auch, dass Jesus kann. Aber sie werden nicht geheilt oder die bedrängende Situation löst sich nicht. Warum? Warum werden manche gesund und manche nicht? Ich weiß es auch nicht. Eines aber weiß ich gewiss. Jeder, der seine Zuflucht bei Jesus sucht, trotz allem und in allem, darf erfahren, dass Jesus nicht vorbeigeht. Auch wenn ich nichts fühle, aber er fühlt mit mir. Jesus kann einen Menschen heilen, selbst wenn er krank bleibt. Der Friede Gottes ist mehr als ein gesunder Körper. Der Friede Gottes ist eine übernatürliche Kraft, Situationen, Leid und Krankheiten zu tragen. Und deshalb will ich das Wort Jesu auch für mich neu hören: „Geh hin in Frieden!“

Autor: Friedhelm Geiß

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Römer 12,10

Autor: Friedhelm Geiß

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Kolosser 2,7

Lebt verwurzelt und gegründet in Jesus Christus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.  (Kolosser 2,7)

Was für ein prächtiger Baum! Bei einem Waldspaziergang fällt mir die Buche sofort ins Auge, kaum, dass ich die Wegbiegung hinter mir gelassen habe. Ich bin nicht so gut im Schätzen, aber 30 m hoch ist dieser Baum bestimmt. Ich gehe nah an ihn dran und kann ihn mit beiden Armen nicht umfassen. Stark und sicher erscheint er vor mir, strahlt etwas wie eine ruhige Würde aus, wenn man das von einem Baum sagen kann. Ich stelle mir vor, wie er die letzten Herbststürme überstanden hat, die mit starken Winden in seiner Krone gerüttelt und ihn hin und her gebogen haben. Hinterher steht er da, als wäre nichts gewesen, obwohl doch in der direkten Umgebung Bäume, vom Sturm umgerissen, daliegen. Was muss der für eine Wurzel haben, dass diese Masse von Holz so sicher steht. Tage später geht mir dieser Baum noch einmal durch den Kopf, als ich am Schreibtisch sitze. Ein paar Klicks mit der Computertastatur und ich habe Informationen über die Buchen auf meinem Bildschirm. Die Buche hat eine Herzwurzel, heißt es da, Sie bildet einen starken Mittelteil, der nach unten wächst. An den Seiten entwickeln sich viele Nebenwurzeln, die mit den Jahren viele Meter überwinden.

Herzwurzel – diesen Ausdruck lese ich zum ersten Mal, aber er gefällt mir sofort. Als ob das Herz Wurzeln schlagen und damit fest verankert den Stürmen des Lebens standhalten könnte. Ich lächle still – das wär’ klasse – und denke an eigene „Stürme“ zurück. An Beziehungen, die zerbrochen sind, auch durch meine eigene Schuld. An Versagen, wo ich eigentlich Vorbild sein wollte. An Feigheit in Situationen, wo klares Bekenntnis gefragt war. Diese Stürme haben mir ganz schön die Haare zerzaust, um es mal im Bilde zu sagen.

Wieder einige Zeit später lese ich in der Bibel einen Vers, den der Apostel Paulus an eine Gemeinde in Kleinasien geschrieben hat: Lebt verwurzelt und gegründet in Jesus Christus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit. (Kolosser 2,7) Gleich fällt mir dies beim Lesen dieses Buches wieder ein und meine Internetrecherche. Ja, so muss das wohl sein, wenn ein Leben gelingen soll. Fest verwurzelt muss ein Mensch sein. Verwurzelt im Glauben an Jesus Christus, so, als ob die Herzwurzel, das dicke Mittelteil, das die Hauptlast des Baumes trägt und ihm wirkliche Standfestigkeit verleiht, tief gegründet ist in einen sicheren und tragfähigen Boden.

Zu solch einem tiefgründigen Glauben gehört für Paulus zwingend die gute Lehre dazu. Bleibt dabei, was Euch gelehrt worden ist. Geht in die Gemeinschaft mit anderen Christen, lest gemeinsam die Bibel, forscht, lest gute Literatur, hört Radioprogramme und lasst euch nicht von jedem Meinungssturm umschmeißen, der über Euch hinwegfegt. Lebt so, dass Ihr fest werdet und begründet Eure Hoffnung und Eure Ethik in Christus, dann wird eure „Herzwurzel“ wachsen und Euer Leben tragen. Und dann vergesst den Dank dabei nicht. Dieses aktive Sich-erinnern an das, was einem Gutes widerfahren ist – von Menschen und von Gott, dem Lebendigen. Aus dem Sich-erinnern erwächst das bewusste „Danke-sagen“ – weniger dieses Gefühl, das sich im Innern breit macht als mehr dieser klare Gedanke, der konkrete Situationen und Lebenslaufabschnitte in den Blick nimmt und vor Gott benennt: Du hast getragen und durchgeholfen und mein Leben bis hierher gebracht – Gott sei Dank!
Wer so lebt, den wirft auch der nächste Wind nicht so schnell um.

Autor: Werner Bücklein

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

2. Timotheus 2,19

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.  (2. Timotheus 2,19)

Das war schon ein ganz besonderer Tag. Schon am Umschlag war zu sehen: Hier kommt keine Werbesendung oder die Einladung zu irgend einer Geschäftseröffnung – hier kommt etwas wirklich Wichtiges. Vor einiger Zeit haben wir beschlossen, ein Haus zu kaufen. Lange vorher haben wir bedacht, gesucht und vor allem auch gerechnet. Dann war ein Objekt gefunden, wir sind mit dem Verkäufer handelseinig geworden und bald darauf war es dann soweit. Wir trafen uns beim Notar, die Unterschriften wurden unter den Vertrag gesetzt, Hände geschüttelt. Und jetzt kam die Urkunde per Post ins Haus. Jetzt gehört unser Haus wirklich uns. Wir haben es sozusagen im wörtlichen Sinne mit Brief und Siegel. Denn ein Siegel war auch draufgeklebt. Mit diesem Siegel sind wir auf der sicheren Seite. Keiner kann uns dieses Haus einfach so wieder nehmen. Es gehört wirklich uns.

Solch ein Siegel ist keine Erfindung der Neuzeit, Siegel gibt es schon seit vielen Jahrhunderten und immer bedeuten sie das Gleiche: was gesiegelt ist, ist wirklich so gemeint. Der Apostel Paulus kennt die Sache mit dem Siegel auch und er weiß, dass  auch Timotheus ein Siegel natürlich kennt. Timotheus, einer der Mitarbeiter des Apostels Paulus. Deswegen kann er dort schreiben: „Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.“ (2. Timotheus 2,19). Er schreibt es Menschen, denen es ganz ähnlich geht wie vielen von uns heute. Irgendwann in ihrem Leben haben sie Jesus kennen gelernt, haben von ihm gehört, von ihm gelesen. Haben gebetet und erlebt, dass der auferstandene Herr auch heute wirklich lebt und ein Interesse ausgerechnet an mir hat. Glaube hat begonnen und will nun im Alltag umgesetzt werden.

Und mitten im Alltag kommt es vor, dass dieser Glaube an Jesus auf den Prüfstand kommt. Es klappt nicht alles so, wie wir uns das vorstellen, Gebete werden nicht erhört, Krankheit vergeht nicht. Dazu kommen die Fragen und Spötteleien der lieben Mitmenschen und  oft machen sich Zweifel im eigenen Herzen breit. Stimmt das alles mit diesem Jesus? Was ist, wenn ... und dann gibt es diese Selbstverurteilungen dazu. Diese bohrenden Fragen: Müsste ich nicht viel fester glauben? Müsste mein Leben nicht viel mehr vom Licht des Auferstandenen verbreiten? Bin ich überhaupt dicht genug dran? Paulus kennt diese Fragen und Gefühle und er hat eine gute Antwort drauf, eine mit „Brief und Siegel“: Dein Glaube hängt nicht an Deinen Gefühlen. Dein Glaube hängt auch nicht an Deinem Alltag oder daran, wie viel Du schon über Jesus weißt oder von ihm weiter gegeben hast. Dein Glaube hängt an dem, der Dich mit Namen kennt und Dich ruft: du bist mein. Darin besteht der feste Grund, auf dem mein Glaube steht und auf dem auch Du stehen darfst. Das ist das Siegel unseres Glaubens. Das ist das Siegel des Versprechens Gottes: ich kenne dich. Keiner kann uns das einfach so wieder nehmen. Wir gehören wirklich Ihm.

Und ja: der Alltag hat dann natürlich doch etwas mit dem Glauben an Jesus Christus zu tun: handelt gerecht. Hört auf, den einen zu bevorzugen oder den andern zu schneiden. So einfach und doch auch so schwer. Wie gut, dass wir gehalten sind in den Herausforderungen unserer Zeit. Gott hält uns. Das verspricht er uns. Mit Brief und Siegel.

Autor: Werner Bücklein

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Lukas 11,9

Kennen sie das Gefühl? Sie stehen vor einer Haustür und sie klingeln. Da sind dann diese wenigen Minuten zwischen dem Klingeln und der Türöffnung. Wird die Türe geöffnet werden? Wird die Person da sein, die ich treffen möchte? Ein Moment zwischen Hoffen und Bangen. Habe ich mich umsonst auf den Weg gemacht?

Wie gut fühlt sich das an, wenn ich vor einer Türe stehe, ich klingel und es wird aufgemacht. Prima, die Begegnung findet statt.

Jesus gibt uns heute eine grundlegende Zusage: Klopfet an, so wird euch aufgetan.   Wann immer Sie bei Gott anklopfen, er wird öffnen. Dieser Moment zwischen Hoffen und Bangen ist nicht mehr nötig. Die Begegnung mit Gott wird stattfinden,

Werden Sie heute bei Gott anklopfen? Diese Entscheidung nimmt uns niemand ab. Jesus ermutigt dazu. Klopfe an. Suche die Begegnung mit Gott, geh ins Gebet.

Viele Dinge im Alltag können wir nicht beeinflussen. Wir können nichts am Wetter ändern. Ob es einen Verkehrsstau auf dem Weg zur Arbeit gibt, haben wir auch nicht in der Hand - es sei denn, wir verursachen den Verkehrsstau. Ob die Nachbarin heute gut gelaunt ist – das können wir nur sehr begrenzt beeinflussen. Ok, wenn wir der Nachbarin unfreundlich begegnen, wird sie vielleicht noch schlechter gelaunt sein als vorher. Aber dennoch – unser Einfluss auf die Menschen um uns herum ist nur sehr begrenzt. Überhaupt – wir versuchen die Welt um uns herum zu steuern und kommen oft an unsere Grenzen. Wie oft werden wir von den Ereignissen um uns herum angetrieben und wir reagieren nur auf das, was auf uns zukommt. Die Kinder werden krank, das Auto muss in die Reparatur, auf der Arbeit kommt ein Auftrag zusätzlich herein, den niemand hat kommen sehen.

Viele Dinge im Alltag können wir nicht beeinflussen. Aber eine Sache, die haben wir in der Hand. Daran kann uns niemand hindern. Ob wir bei Gott anklopfen oder nicht.

Mir geht es manchmal so, dass ich denke, der Alltag verhindert es, Jesus zu begegnen. Dafür ist doch nun wirklich keine Zeit. Die Herausforderungen des Alltags warten, ich muss los.

Wenn ich so denke, dann verpasse ich etwas. Jesus sagt mir zu, dass ich ihm begegnen kann. In jedem Fall, ich muss nur anklopfen. Und Jesus wartet darauf, dass ich ihm begegne. Er hat Sehnsucht nach uns. Ob ich anklopfe oder nicht, das kann ich beeinflussen. Es liegt in meiner Hand, ob heute eine Begegnung mit Gott stattfindet oder nicht. Denn Jesus hat ja die Zusage gegeben: Klopfet an, so wird euch aufgetan.

Autor: Pfarrer Andreas Hannemann

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

1. Thessalonicher 5,9

Warum sind wir in dieser Welt? Warum leben wir? Eine gewichtige Frage, über die sich Denker und Philosophen die Köpfe zerbrochen haben. Wer kann schon sagen, was der Sinn des Lebens ist? Paulus beantwortete die Frage nach dem Sinn des Lebens in einem Satz: Gott hat uns … bestimmt … die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus. Darum geht es im Leben – dass wir selig werden, durch Jesus Christus. Die Seligkeit dürfen wir besitzen, wir sollen sie unser Eigentum nennen. Was für eine Zusage.

Seligkeit? Seligkeit bedeutet Lebensglück, Zufriedenheit. Seligkeit beginnt heute. Und sie geht über den Tod hinaus. Seligkeit vollendet sich in der Ewigkeit. Da ist sie umfassend, kein Stückwerk mehr. Darauf dürfen sich Christen freuen! So sehr Christen sich auf die umfassende Seligkeit in der Ewigkeit freuen, so sehr dürfen sie heute schon die Seligkeit genießen. Was auch immer ihnen heute begegnet – Gott hat sie zur Seligkeit bestimmt, er will nicht zornig auf Sie sein. Es ist nicht sinnlos, dass sie heute aufstehen und an die Arbeit gehen. Die Menschen, die Ihnen begegnen, sind Teil einer Seligkeitsgeschichte, die Gott mit ihnen schreiben möchte. Das Lebensglück Gottes möchte sich am Arbeitsplatz, im Haushalt, in der Freizeit, und an ganz vielen anderen Stellen des Lebens entfalten.

Die Frage ist: Wie kann dieses Lebensglück, diese Seligkeit sich heute im Alltag entfalten?

Paulus hat zu dieser Frage etwas geschrieben. Im Bibelvers vorher heißt es: „Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.“

 Seligkeit entfaltet sich, wenn wir „Kinder des Tages sind“. Menschen, die Jesus vertrauen, werden zu Kindern des Tages. Jesus als das Licht des Lebens beruft Menschen in eine göttliche Kindschaft hinein. Diese Kindschaft ist die Voraussetzung für alle Seligkeit.

Das Lebensglück Gottes ist im Alltag bedroht. So viele äußere Begebenheiten stürzen auf uns ein. Die vielen Alltäglichkeiten, sie können jede Seligkeit erdrücken. Alltäglichkeiten – das sind nicht nur die Sorgen, die man sich so macht. Es geht auch um die ganz normalen Abläufe des Lebens: einkaufen, Garten pflegen, Kinder versorgen, und, und, und.

Mitten in diesen Alltäglichkeiten brauchen Christen Nüchternheit, um ihren Blick auf Jesus zu richten und sich nicht ablenken zu lassen. Christen brauchen Glaube, Liebe und Hoffnung, damit das Lebensglück Gottes sich im Alltag entfalten kann. Wo Christen Jesus darum bitten: Gib mir Nüchternheit, Glaube, Liebe und Hoffnung, da wird sich das Lebensglück Gottes, da wird sich Seligkeit einfinden. Mitten im Alltag! Umfassend in der Ewigkeit.

Autor: Pfarrer Andreas Hannemann

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Jona 2,8

Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir. (Jona 2,8)
Als Jona diesen Satz betet, sitz er noch im Bauch des Fisches.

Eine unbeschreibliche Situation. Eine der tiefsten Tiefen die ein Mensch erleben kann. Gott hatte ihn dahin gebracht, aber Jona selbst war daran schuld. Gott hatte ihm den Auftrag gegeben in Ninive Gericht zu predigen. Aber Jona hatte die Sorge Gott könnte gnädig sein. Er wollte nicht, das die Leute von Ninive Gottes Gnade erfahren. Das gönnte er den Heiden nicht. Er war nicht bereit nach Ninive zu gehen und machte sich auf zu fliehen. Er war sich ganz sicher, dass er das Richtige tut. Kein Weg war ihm zu weit, kein Schiff war ihm zu teuer. Als der Sturm kam konnte er ruhig schlafen, er hatte kein schlechtes Gewissen. Und als die Seeleute wussten das der Sturm wegen ihm war, war er nicht bereit umzukehren, sondern bereit in den Tod zu gehen. Aber es gibt Situationen, die sind schlimmer als der Tod. Als er drei Tage im Bauch des Fisches ist fängt er an zu beten. Gott kann den stolzesten Geist dazu bringen sich zu beugen, die härtesten Herzen bewegen zum Gebet. Es ist nicht Strafe oder Zorn, sondern die Güte Gottes, die zur Umkehr leitet.

Mit einem Mal weiß Jona wieder von der Güte und Größe Gottes, er weiß das sein Gebet erhört wird, er weiß um seine Rettung, und dafür preist er seinen Gott.

Er sitzt immer noch im Bauch des Fisches, es hat sich noch nichts geändert. Er weiß nicht, das Gott ihm nach diesem vertrauensvollen Gebet an Land bringt. Er weiß nicht wie, aber er weiß das Gott handeln wird.

Auch die Tiefen, in die wir uns manchmal selber bringen, kann Gott gebrauchen um uns Menschen zur Umkehr zu bewegen, aber es ist immer sein unbegreifliche Liebe und Güte.

Es gibt keinen Ort, keine Situation wo Gott nicht wäre. Ich kann noch so einen falschen Weg gehen, seine Güte lässt mich nicht los.

Das will ich von Jona lernen: egal in welcher Lage ich bin, ich will mich meinem Gott vertrauensvoll hingeben. Vertrauen, obwohl ich noch nichts sehe. Ob ich bete für einen Kranken das er gesund wird, oder für den der auf falschem Wege ist, für den der noch nichts von Jesus wissen will. Ich will Gott mehr vertrauen als dem was ich sehe. Die Gewissheit das Gott handelt liegt freilich nicht in meinem Glauben sondern in der Größe Gottes begründet.

Jesus hat mit seinem Sieg über Hölle, Tod und Teufel vorgearbeitet. Gott ist nichts unmöglich, ER will uns segnen. Das erinnert mich an Hebr. 10,35 „werft euer Vertrauen nicht weg, denn eine große Belohnung wartet auf euch.“

Autor: Hartmut Giessler

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Lukas 3,10–11

Johannes der Täufer steht vor vielen Menschen und hält eine sehr spezielle Predigt. Es geht um das Gericht Gottes. Die Menschen sind angetan von seiner Predigt, im Herzen berührt, und fragen. Was sollen wir tun?

Wie ist das in unserer heutigen Zeit? Wenn wir zum Gottesdienst gehen, im Fernsehprogramm oder im Radio eine Predigt hören, stellen wir auch diese Frage: „Was sollen wir tun?“ Ich glaube, diese innere Einstellung etwas tun zu wollen, wird wertvolle Früchte tragen. Und es ist nicht schwer etwas zu tun.

Johannes gab den Leuten damals eine ganz einfache Antwort. „Wer zwei Hemden hat, der gebe dem ab, der keins hat; und wer Speise hat, tue ebenso.“ Nun muss man wissen, es ist nicht das Oberhemd gemeint, das wir kennen, sondern das Untergewand. Es war üblich ein zweites Untergewand zu tragen wegen der Kälte in der Nacht. Und wer zwei hatte braucht nur eins abzugeben. Manche Leute hatten genug zu essen dabei, andere nicht, sie brauchten nur etwas abzugeben. Das war nicht schwer, das war in 5 Minuten erledigt.

„Es ging nicht darum, alle Missstände auf der ganzen Welt zu verändern, sondern ganz konkret im eigenen Umfeld praktisch zu helfen.“ Man musste keine Liste machen von denen die was brauchen und denen die zu viel haben, einfach nur abgeben, teilen.

Mir begegnen immer wieder mal Menschen die Fragen“ was ist denn der Wille Gottes, was soll ich denn tun? Dann sage ich ihnen: lies das NT und wenn dir was begegnet was du tun sollst, wenn dus tun kannst, machs einfach.

Ein konkretes Beispiel. Wenn ich mal in einer Großstadt bin und sehe einen Bettler in der Fußgängerzone sitzen, dann könnte ich ihm einfach etwas geben. Aber mir kommt zuerst der Gedanke, was da wohl wieder für Verbrecher dahinterstecken, die solche Leute ausnutzen. Oder ich überlege warum die da sitzen, sind sie zu faul zum Arbeiten, sind sie selber daran schuld, das sie betteln müssen?

Aber Johannes hat nicht gesagt das ich erst nachfragen soll warum die wenig haben, sondern einfach geben. Mir tut es doch nicht weh, wenn ich dem Bettler 20 oder 50 Cent oder einen Euro gebe, oder ihm etwas zu Essen kaufe.

Der ehemalige ev. Pfarrer Gustav Werner aus Reutlingen hat einmal gesagt: „Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert!“ Was nütz es, wenn mich eine Predigt im Herzen berührt, was nützt meine Barmherzige Gesinnung Armen zu helfen, wenn ich es nicht tue. Es hat keinen Wert.

Ich bin davon überzeugt, wenn wir tun was wir tun können, wenn wir abgeben von dem was wir haben, werden die anderen gesegnet und wir auch. Gott wird sich darum kümmern.

Autor: Hartmut Giessler

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Jesaja 61,10

Dieses Gotteswort erinnert mich an einen erschreckenden Traum. Ich betrete ich bei einer Hochzeit den gutgefüllten Festsaal und sehe die vielen Menschen, die dort miteinander reden, lachen und feiern. Doch dann sehe ich an mir selbst herunter. Ein eisiger Schreck durchfährt mich: Ich bin splitterfasernackt! Entsetzen - was tun? Wie aus dem Saal herauskommen? Aber seltsam: Keiner der Umstehenden nimmt von mir Notiz.

Wenn  doch jetzt einer käme und würde mir einen Mantel umhängen oder einer der Kellner statt des Tabletts mit Sekt ein paar Kleidungstücke reichen! Ich möchte im Boden versinken. Doch dann erwache ich, ungeheuer erleichtert! Ich liege in meinem Bett. Ich habe nur geträumt.

Wie muss sich das Volk Gottes gefühlt haben, damals, als alles verloren war? Jerusalem zerstört und ohne schützende Mauern. Nackt und entblößt die heilige Stadt, Räubern und umherziehenden Horden ausgesetzt. Und wie traurig waren sie, wenn sie zum Zion hinaufstiegen und nur die Trümmer ihres zerstörten Tempels sahen. Verwüstung, Zerstörung, Chaos, als hätte ihnen eine gewaltige Hand die festlichen Kleider vom Leibe gerissen.

Da trat Jesaja auf, nachdem viele aus der Gefangenschaft im babylonischen Exil zurückkehrten und vor der Aufgabe des Wiederaufbaus verzagten. Depression und Niedergeschlagenheit, Müdigkeit und Überforderung machte sich breit. Damals wurde der Prophet vom Geist Gottes ergriffen. Er wurde sich bewusst, dass das Leben stärker ist als der Tod, dass Gottes Güte und Gottes Gerechtigkeit größer ist als alle Verfehlungen.

Damals fasste er seine Botschaft in dieses Bild hochzeitlichen Schmucks, denn unser Losungswort schließt: So kleidet Gott, „wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.“

Er kleidet mich mit Heil. Aber wie wollen wir Heil anziehen?  Hosen und Hemden, Röcke und Blusen kann man anziehen, aber so doch nicht das Heil! Was an und in mir könnte sich mit Heil schmücken wie eine Braut? Doch meine Seele, mein Selbst, meine Person. Von ihr weiß ich, wie empfindlich sie ist. Von ihr weiß ich, wie sehr ich einer schützenden Hülle bedarf.

Wenn ich die Kleider von Gottes Heil trage wie ein Brautkleid, dann wird keiner mehr die Nacktheit und Verletzlichkeit meiner Seele sehen können, sondern wird dieses wunderbare Kleidungsstück bestaunen. So schön, so umschmeichelnd, so verzaubernd ist es, wenn Gott mich mit seinem Heil umhüllt.

Aber wie geschieht das praktisch? Damals sandte Gott seinen Boten Jesaja, der ihnen von den Hochzeitskleidern des Heils erzählt. Damals hat Jesus seine Jünger das Sehen gelehrt, damit sie sich am aufblühenden Leben der Blumen und am fröhlichen Zwitschern der Sperlinge erfreuen.

Und heute? Hüllt uns nicht genauso die herbstliche Natur in ihrer bunten Pracht und reichen Ernte ein? Gibt mir nicht das Losungswort Gottes so viel Gutes mit auf meinen Weg? Finde ich nicht immer wieder Menschen, die mich ermuntern, die mir beistehen und Mut einflößen?

Und wie ist es, wenn der Wind der Geschichte mir besonders scharf entgegenweht? Dann muss ich mich warm anziehen. Dann ist der Mantel der Gerechtigkeit genau das Richtige. An ihm perlt der Regen ab und kein Windhauch kann ihn durchdringen. So will mich die Gerechtigkeit Gottes in meiner Verletzlichkeit und Angreifbarkeit schützen.

Wir feiern 500 Jahre Reformation und ehren Martin Luther. Er entdeckte doch: Es ist nicht mein Mantel, den ich mir umlege. Es ist sein Mantel, Jesu Mantel, den er mir um meine Schultern legt. Es ist seine Gerechtigkeit, mit der er mich verwandelt.

Ich müsste ihn nur anziehen, diesen Mantel. Mein geistlicher Vater sagte einmal zu mir, um mir die Gerechtigkeit nahezubringen, die Gott uns schenkt: „Du kannst gar nicht so viel sündigen, wie er vergeben kann.“

Autor: Pastor Dr. Georg Gremels

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Jeremia 29,11

Was denken wohl andere über mich? Vor einiger Zeit hatte ich ein peinliches Erlebnis. Ich war zu einem Vortrag eingeladen. Gut hatte ich mich vorbereitet. Aber als ich vorn ans Rednerpult trat, begann der Schweiß von meiner Stirn zu tropfen. Ich wusste nicht, was es war, aber es war mir oberpeinlich. Später habe ich begriffen, dass es eine Art Panikattacke gewesen sein musste. Nichts konnte ich dagegen tun. Was sollten die Leute nur von mir denken? Welche Gedanken würden ihnen im Kopf herumgehen? Wenn ich doch hätte im Boden versinken können! Aber der Vortrag musste gehalten und die peinliche Situation durchgestanden werden. Noch die Erinnerung an dieses Erlebnis weckt in mir unangenehme Gefühle auf.

Was denken wohl andere über mich? Wie ist es, wenn ich in einem Gesprächskreis meinen Beitrag gebe, aber danach peinliches Schweigen herrscht. Warum sagt niemand etwas? – Und als nach einer Weile das Gespräch wieder in Gang kommt, warum bezieht sich niemand auf mich. Was denken die anderen über mich? Verachten sie das von mir Gesagte?

Mir liegt viel daran, dass andere gut über mich denken. Um wie viel mehr muss mir daran liegen, wie Gott über mich denkt! Wenn er mich in schwere Zeiten geraten lässt, dann bleibt doch mein Rückschluss gar nicht aus, dass er keine guten, sondern harte, verächtliche Gedanken über mich hat. Und wenn er gar ein ganzes Volk leiden lässt, wenn er einen ganzen Globus mit Katastrophen bedroht, müssen dahinter nicht Gottes dunkle Gedanken der Enttäuschung, des Gerichts und der Vergeltung stehen?

Damals – zu Zeiten Jeremias – hatte Gott sein eigenes Volk gegen die Truppen der Babylonier nicht geschützt. Er hatte Jerusalem nicht vor der Zerstörung bewahrt. Schlimme Zeiten waren das, als die Belagerten hungern mussten und die Eroberer unter den Besiegten wüteten. Was hatte Gott damals für Gedanken über sein Volk? Gedanken des Zorns und des Gerichts?

Damals setzte sich der Prophet Jeremia hin, vom Geist Gottes getrieben, und schrieb einen Brief an die, die in die babylonische Gefangenschaft entführt worden waren. Aus diesem Brief stammt unsere heutige Losung. Nein, nicht Gedanken des Zorns, der Abscheu, der Verwerfung hat Gott und deswegen sein Volk verworfen. So hätte man doch meinen sollen. Nein, Jeremia ist sich gewiss: „Der HERR hat Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ 

Heute, nach rund 2600 Jahren lesen wir die Worte seines Briefes wieder. Und wieder einmal sind die Aussichten finster. Nicht die Demokratien blühen auf, sondern die Alleinherrscher, Gewaltherrscher und Tyrannen. Nicht die Friedensbewegung wächst, sondern Konflikte und Kriege brechen auf, ob in der Ukraine, in Syrien, im Jemen, in Mali und in ganz Afrika. Nicht der Wohlstand für alle breitet sich aus, sondern Menschen machen sich zu Millionen auf, Hunger, Armut und Gewalt zu entfliehen.

Wieder einmal können wir fragen: Herr, welche Gedanken hast du über uns Menschen? Kommt nun das letzte Gericht? Wirst Du Gottlosigkeit und Geldgier der reichen Hälfte der Menschheit strafen? Müssen wir die Suppe auslöffeln, die wir uns eingebrockt haben? Und wie steht es um mich persönlich? Bist du, Gott, mir gram, weil du mir dieses Leiden aufgepackt hast?

Heute spricht der Herr durch die Worte des Propheten zu uns, zu mir: Ich habe „Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch, dass ich dir gebe Zukunft und Hoffnung.“  „Zukunft und Hoffnung!“ Das fordert Glauben: Angesichts der düsteren Weltgeschichte, angesichts meiner persönlichen Leiden, angesichts von Sorgen und Nöten.

Angesichts all dessen will ich glauben, dass Gott weder seinen Globus noch seine Menschheit, weder meine Familie noch mich fallen lässt. Denn er hat Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Er will mir an diesem Tage und auf diesem Weg „Zukunft und Hoffnung geben“.

Autor: Pastor Dr. Georg Gremels

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Apostelgeschichte 17,27

Gestern war ich in der Stadt, also in „Mitte“, Berlin-Mitte. Wir wohnen im Norden der deutschen Hauptstadt, aber mit der S-Bahn ist das kein Problem in 20 Minuten am Bahnhof Friedrichstrasse oder am Alexanderplatz zu sein, also mitten in „Mitte“. Zum Bahnhof Zoo ist die Fahrt  mit der U-Bahn übrigens nur unwesentlich länger, alles im 10 Minuten-Takt oder kürzer.

Als ich die Bahn verlasse, meldet sich mein Telefon. Ein Anruf? Eine Nachricht per SMS oder Whatsapp? – vor kurzer Zeit kannte ich diese neuen Medien bestenfalls vom Hörensagen – nun gehe ich doch ziemlich selbstverständlich damit um. Das meiste ist Idiotensicher, für das andere hat man schließlich auch Kinder und Enkel! Brille raus, aufgesetzt und Bildschirm entsperrt.  Meine Frau? Soll ich auf dem Rückweg noch etwas einkaufen? Oder ist es eines der Kinder? Oder: Infos aus der Gemeinde vom Ehrenamt? Alles kein Problem, solange ich andere auf der Rolltreppe nicht behindere, die den nächsten Anschluss erreichen wollen.

Also wer will was? Mein Blick fällt auf das Display und ich weiß nicht, ob ich belustigt sein will oder mich ärgern soll. Mein Telefon sagt mir nämlich, wo ich bin – was ich allerdings selbst wusste – und was ich jetzt Schönes machen könnte mit Beispielen von Dingen, von denen mein Telefon meint, es würde mir Spaß machen, es zu tun. Unglaublich! Buchladen. Burger-Restaurant, aber keins der üblichen Ketten.

Hatte Paulus etwa auch schon ein Handy, als er bei seiner Predigt in Athen sagte: „Fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns“ und kann dir  gute Ratschläge für die Gestaltung deines Tages  geben…

Paulus redete in seiner berühmten Ansprache auf dem Areopag von Gott, der uns in Jesus so menschlich begegnet ist. Gott, dem Schöpfer und Erhalter dieser Welt, der seinen Geist gegeben hat, der diese Schöpfung durchzieht,  der nahe bei allen Menschen ist, weil sie seine Geschöpfe sind, die er liebt. Nahe bei jedem von uns.

So nahe wie das Internet. Nein. Paulus würde sagen: näher! Und doch auch etwas anders!

Während Herr und Frau Google die Daten, die sie von mir und über mich erhalten, auswerten, zuordnen und hoffen, mich  damit besser und schneller zu verstehen als ich mich selbst verstehe, geht es Gott nicht  um ein Wissen über mich und von mir. Das ist geschenkt. Das hatte er umfangreicher und detaillierter  und mit einer Zukunftskomponente versehen, lange bevor es das Internet gab. In der Sprache der Zeit von damals: beim Jüngsten Gericht werden die Bücher des Lebens aufgetan. Heute, wo im Internet keine Daten verloren gehen und jeder seine digitalen Spuren hinterlässt, können wir das vielleicht sogar besser begreifen und glauben als frühere Generationen.

Aber Gottes Nähe ist nicht die einer Überwachungskamera oder eines Schiedsrichters, der pfeift und Karten verteilt und vom Platz stellt…obwohl – ehrlich gesagt wir uns Gott manchmal so vorstellen, und je nach Lage  entweder genau  so wünschen oder eben befürchten.

Weil er nicht so handelt, empfinden wir dann oft Gottesferne und Gottverlassenheit.

Gott ist uns nahe und sucht unsere Nähe, obwohl er alle Daten über uns hat und uns kennt, besser kennt als wir uns selbst und als jeder andere und mag er noch so viel zu wissen meinen. Also: Trotzdem!

Jesus hat uns in der Geschichte vom verlorenen Sohn gezeigt, dass Gott die Nähe beibehält, obwohl der Sohn die Beziehung aufkündigt. Das gilt uns persönlich genau wie allen,  mit denen wir leben, auch solchen,  die erkennbar nichts von Gott und seiner Nähe wissen wollen oder meinen nichts zu spüren. Daran knüpft Paulus an, wenn er sagt: „Fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“ Dabei begleitet er uns nicht wie ein Schatten,  wie ein ständiger Vorwurf, wie eine übervorsichtige Hubschraubermama.

Gott versucht uns persönlich auf vielerlei Weise anzusprechen. Ich erfahre es am deutlichsten im biblischen Wort. Und das sagt mir, dass er auf unsere Antwort wartet. Ein Gebet. Ein „Vater unser“!

Vater! Ja so vertraut darf ich ihn anzusprechen.  Gott sei Dank darf ich wissen, dass Du, Herr, da bist. Und mir noch ein paar mehr Perspektiven eröffnest als mein Smartphone.

A propos Telefon. Ich habe in Berlin-Mitte etwas gemacht, worauf ich gerade Lust hatte und auf das mein Telefon nicht gekommen ist, weil ich es eben noch nie vorher gemacht habe. Was? Das werde ich Ihnen nicht verraten. Aber machen Sie heute etwas Schönes. Das wünsche ich Ihnen. Und niemals vergessen: ER ist nicht ferne…

Autor: Pfarrer Hans-Georg Filker

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Apostelgeschichte 5,29

Dass Religion Ärger bringt, erfahren wir in unseren Tagen immer wieder einmal. Ich möchte Sie mit hineinnehmen in eine hitzige Debatte. Störung der öffentlichen Ordnung durch Petrus und seine Freunde. Was machen sie genau? Sie stören keinen Gottesdienst lautstark mit Trillerpfeifen. Sie wenden keine körperliche und keine psychische Gewalt an. Sie reden öffentlich im Tempel vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus. Was die Zuhörer teilweise interessiert, teilweise belustigt – wer kann denn von den Toten auferstehen – reizt die politisch und religiös  zuständigen Stellen zur Weißglut. Und sie haben guten Grund dazu. Schließlich war dieser Jesus doch von ihnen zum Schweigen gebracht worden. Damit sollte das Problem seiner angemaßten religiösen Autorität doch behoben sein. Und nun das. Ernsthaft behaupten Petrus und seine Freunde, Gott – Gott! – habe Jesus, den Gekreuzigten, von den Toten auferweckt. Was für eine Vorstellung! Und was für eine Unruhe damit erzeugt wird. Die Anweisung war so klar wie nutzlos: „Hört auf, von Jesus zu reden“. Gott redet in der Heiligen Schrift. Die legen wir aus. „Genau“, sagt Petrus, „das hat Jesus gesagt: Forscht in der Schrift, sie ist die von mir Zeugnis abgibt“. „Schluss jetzt. Wir erwarten gehorsam gegen unsere Anweisungen.“

Jetzt wird Petrus prinzipiell. Er beruft sich nicht auf eine religiöse Gewissensfreiheit. Als von ihm Gehorsam verlangt wird, stimmt er zu, nur anders als ihm bedeutet worden ist: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Auch wenn es unter Umständen Ärger gibt, Verfolgung, Leiden.

Viele Christen erfahren das in unseren Tagen weltweit. „Hört auf, von Jesus zu reden“. Diese Aufforderung ist oft mit Einschüchterungen, Drohungen, Sanktionen verbunden.

Das wirft Fragen auf. Was ist an Jesus so gefährlich, bedrohlich, dass man meint, hier helfe nur Gewalt? Warum provoziert das Reden von und Verweisen auf Jesus so oft merkwürdige Reaktionen?

Übrigens nicht nur in Ländern ohne christliche Tradition. Ich lade Sie ein, einmal einen Praxistest zu machen. Reden Sie mal öffentlich von Jesus im Alltag. Bitte ohne Pathos in der Stimme, ohne stillen Vorwurf, einfach: „Was denken Sie, würde Jesus dazu sagen?“

Das ist schon manchmal in der Familie schwierig. Oft genug gibt’s einen schnodderigen oder süffisanten Kommentar.  „Bin ich Jesus?“ Eben nicht!

Aber wir haben doch Vorstellungen, die wir an den Geschichten, die von und mit Jesus berichtet werden, überprüfen können. Woher kommt die Häme, das verlegene Grinsen, der Spott, die Sprachlosigkeit bis hin zu richtig aggressiven Reaktionen? Was hat Jesus den Leuten getan?

Damit wir uns recht verstehen. Ich denke, seine Leute, also ich und vielleicht auch Sie, haben eine Menge Mist verzapft und viel - viel zu viel -  Anlass gegeben, dass sich Leute  über Christen und das Christentum mit Recht ärgern. Aber Jesus?

Das hat Petrus begriffen: In Jesus kommt Gott selbst zu uns, sehr konkret. Und damit wird die sorgfältig geteilte, ja getrennte Welt des Religiösen und des Weltlichen durcheinander gebracht.

Wenn aus dem richtigen „Sonntagsglaube“ ein praktizierter Alltagsglaube wird, gibt es manchmal Konflikte, über die man sich nur wundert.

„Ihren Idealismus lassen Sie mal in der Kirche“ wird mir gesagt, wenn ich darauf hinweise, das zum Beispiel Geflüchtete auch Menschen sind, deren Würde wir zu achten und deren Aussehen wir nicht zu reglementieren haben. Dass „Penner“ ein Anrecht auf eine anständige Behandlung haben. Dass die Nächstenliebe nicht an Parteigrenzen gebunden ist. Und auch nicht an nationale Grenzen. Dass Ordnung  nicht das letzte Wort hat, sondern Liebe. Hier lohnt es sich noch einmal neu das Neue Testament zu studieren. Damals wie heute: wie haben sich die Leute über Jesus aufgeregt.

Und manchmal haben seine eigenen Leute sehr wenig von seiner Botschaft, von seinem Leben begriffen, weil die Einschüchterung des „so machen wir das eben hier“ so stark zu sein schien. Doch es gibt auch die, die sich nicht mundtot machen lassen. Ich glaube das Beste für uns alle wäre, ein wenig  mehr Mut zu fassen, um mit Takt und wahrhaftig davon zu reden, dass in Jesus unsere Zukunft, die Zukunft Gottes schon angefangen hat. Heute können wir Schritte dahin gehen.

Autor: Pfarrer Hans-Georg Filker

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Prediger 3,1

Das ist wahr. Das stimmt. Genauso ist es. Alles hat seine Zeit. Die Welt ist wahrlich kein Ponyhof und unser Leben kein Spaziergang.

Alles hat seine Zeit: Da gibt es „Gute und Schlechte Zeiten“; das ist das Leben, zumindest Jenseits von Eden, bzw. nach dem Paradies und damit nach dem Sündenfall.

Unser Leben ist gespickt von Zwillingen wie Lachen und Weinen, Leben und Sterben, Lieben und Hassen u.v.m., ob wir wollen oder nicht.

Aber wichtig ist: es wird nicht nur gestorben – es wird gelebt; es wird nicht nur gehasst – es wird geliebt. Gott sei Dank.

Es macht einen Unterschied bei gleichem Erleben, ob man das halbvolle oder das halbleere Glas sieht.

Alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. Aber, alles zu seiner Zeit.
Wenn wir den Film unseres Lebens sehen könnten, dann sehen wir in unserer Kindheit vielleicht unseren prügelnden Stiefvater, aber auch unsere liebenden Großeltern.

Auf meinen Jugendbildern sehe ich einen dicken, übergewichtigen 10 Jährigen, aber auch einen athletischen Jugendlichen, der erste, zarte Freundschaften pflegt. Ich sehe einen jungen Erwachsenen, der die erste große Liebe erfährt, aber auch einen schlimmen Autounfall, bei dem es „Gott sei Dank“ nur Blechschaden gibt. Im Film meines Lebens würde ich Einblick nehmen in meine Studienzeit, in der Erfolg und Misserfolg nahe beieinander lagen. Beides war Wirklichkeit. Gute Zeiten-schlechte Zeiten...
Ich sehe die Bilder meiner Hochzeit mit Glück und Hoffnung – die Geburt meiner Kinder, aber auch Schmerzen und Gefahren. Ich staune über die Kinder, wie sie laufen lernen und Fahrradfahren lernen. Ich sehe auch die Sorgen, wenn ein Kind krank war und sehe Gottes große Bewahrung beim Fenstersturz meiner Ältesten. Sie hatte kaum einen Kratzer.

Im Film sehe ich tausende Begegnungen mit Menschen in meinen Berufsjahren als Gemeindediakon: gute, sehr gute und schlechte….

Zwischendrin blitzt ein Gehaltsstreifen bzw. ein Gehaltsabrechnungsblatt auf: manchmal, aber nicht immer, ein Grund zum Danken. Haus, Miete, Geld, Sorgen und Geschenke entstehen vor meinem geistigen Auge.

Und nun: Die Rente. Was wird kommen? Mehr Freiheit oder mehr Krankheit? Gott weiß es!! Auch der Tod hat seine Stunde, das letzte Bild(?). Einmal werde ich gerufen. Gott ruft mich endgültig zu sich – das glaube ich – oder er lässt uns für immer los. Ich persönlich will bei Gott sein: hier und heute und alle Zeit. Er hat mich gesucht und gefunden und ich habe mich suchen, finden und lieben lassen. Gott sei Dank.

Meine Sehnsucht nach Leben und Erfüllung, nach dem Leben, das nie aufhört, ist versteckt in den Dingen des Lebens, vor allem in den Zwillingen Lachen und Weinen, Leben und Sterben, Lieben und Hassen. Mein Hunger und Durst nach Leben und Ewigkeit wurde mir von Gott in die Wiege gelegt. Deshalb heißt „erfülltes Leben“: ER FÜLLT ES! Gott, mein himmlischer Vater.

Ich wünsche Ihnen heute einen erfüllten Tag. Alles hat seine Zeit – auch das Heute.

Autor: Michael Pietras

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Amos 5,15

„Hasst das Böse“ sagt die Bibel (Amos) mitten hinein in den Sandalen-Skandal, bei dem damals in Israel einzelne und ganze Familien wegen kleinster Schulden z.B. wegen einer Summe im Gegenwert eines Paar Sandalens in die Sklaverei verkauft wurden.

Dazu sagte Bonhoeffer einmal, dass es auch Schuld ist, wenn man Böses zulässt, nicht nur, wenn man Böses tut. Aber  komme ich aus meiner Sicht lieber zum Hauptteil: LIEBT DAS GUTE.

Das wär doch was: Das Gute lieben. Im Film „Forrest Gump“ heißt es: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! “Dies ist nicht ganz richtig. Auch Sekten und Sondergruppen tun Gutes, um „gesehen“ zu werden und nicht um menschenfreundlich zu handeln. Da ist `Gutes tun `manchmal nur Werbung oder der Leim/Honig auf den die Menschen fliegen bzw. fliegen sollen.

Liebt das Gute meint viel mehr: Wollen, was Gott will, tun, was Jesus tat.

„Überlegen, was würde Jesus tun“  - w w J d- war jedenfalls eine ganze Kampagne im christlichen Bereich. „Was würde Jesus dazu sagen?“ Dieser Satz stammt von dem ehemaligen U-Boot-Kommandanten und späteren Pfarrer der Bekennenden Kirche in Deutschland.

„Liebt das Gute“ hat immer schon etwas mit Gott zu tun gehabt. Gott ist Liebe und Jesus selbst sagte mal: “Niemand  ist GUT, außer dem Einen, Gott!“

Das GUTE ist das Gott wohlgefällige – Es steht hier gar nichts von Gelingen, sondern LIEBT DAS GUTE. Das kann auch mal böse ausgehen, z.B. den Verlust der Arbeitsstelle nach sich ziehen. Übrigens: wenn ich das Gute liebe und dementsprechend lebe, habe ich gar keine Zeit für das Böse – Weder es zu hassen, und noch weniger, es zu tun.

Das Gute lieben beinhaltet schon das Böse zu hassen – ohne großes Zutun. Wer das Gute liebt macht aus dem „Vielleicht“ der Gnade Gottes eine garantierte Nähe Gottes in Allen Dingen!

Tun Sie HEUTE das GUTE. Gott segne Sie.

Autor: Michael Pietras

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Offenbarung 21,3–4

Wie oft spüren wir, dass wir vergänglich sind. Die Zeit rast. Wieder und wieder legt sich ein Grauschleier auf uns.

Die Möbel verstauben wieder und wieder. Spinnweben und Staubmäuse kommen wieder und wieder. Unser Gesicht bekommt jedes Jahr mehr Falten. Und aus einem weißen Haar wird so schnell ein grauer Schopf.

Doch im Buch der Offenbarung schaut der Seher Johannes, selbst hochbetagt, Himmlisches. Er sieht, dass das Vergängliche nicht alles ist. Er schaut Ewigkeit. Das ist nicht eine ganz, ganz lange Zeit. Sondern das ist die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. “Siehe, ich mache alles neu!” Da gibt es nichts Vergängliches mehr. Alles ist nagelneu. Alles ist morgenfrisch. Alles ist wie am ersten Tag.Es ist, also ob Gott einen Schleier hoch hebt. Gott hebt den Schleier. Er schenkt eine neue Sicht  selbst angesichts von Alter, Vergehen. Ja selbst angesichts des Leids in der Welt.

Man könnte sagen: Der Schleier der Tränen wird abgewischt.

Unter einem Tränenschleier saß die junge Mutter. Ihr Kind war plötzlich gestorben. Ihr Schluchzen ließ mich erstarren. Ich konnte sie nur in den Arm nehmen, den Weg der Trauer mitgehen, die Tränen abwischen, wieder und wieder.

Dieser Schleier der Tränen hängt oft über uns, wenn wir auf diese Welt sehen: So viele Kriege, so viel Terror, so schreckliche Nachrichten aus aller Welt.

Vor allem aber treibt eines immer wieder die Tränen in die Augen: die Ungerechtigkeit, die immer wieder regiert.

Es zerreißt einem schier das Herz, es kommen einem die Tränen, wenn man das unschuldige Leiden so vieler Kinder und Menschen sieht.

So heißt es in einem Lied:

“Kampf und Krieg zerreißt die Welt, einer drückt den andern nieder. Dabei zählen Macht und Geld, Klugheit und gesunde Glieder.”

Das Leiden in der Welt macht meine Augen trübe. Das Leid und die Trauer um geliebte Menschen lässt mich weinen.

Doch heute kann  etwas leuchten: Sozusagen ein Morgenglanz der Ewigkeit aufstrahlen. Johannes fasst diese Hoffnung in Worte.

Wir alle sollen getröstet werden.

Gott hebt den Schleier der Tränen.

Johannes sieht das:

“Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Und der auf dem Thron saß, sprach:

“Siehe, ich mache alles neu!”

Dieser uralte Johannes kannte auch selbst den Schleier der Tränen. Denn er nennt sich  am Anfang seines Buches Bruder und Mitgenosse in der Bedrängnis. Die Bedrängnis ist die Verfolgung durch die Römer.

Zwar war er Bischof, zwar war er ein Großer im Reich Gottes, aber er nennt sich hier Bruder und Mitgenosse. Er hält sein Ansehen klein. Er leidet weiterhin mit seiner Gemeinde mit, er ist einer der ihren. Das kann uns Trost geben, wenn wir in unserer Zeit heute, fast 1900 Jahre nach Johannes mit unseren Geschwistern -damit meine ich Christen-  fühlen und leiden, die bedrängt und verfolgt werden.

Auch in unserem eigenen Land ist es noch nicht lange her, dass Christen drangsaliert wurden. Sie mussten große Nachteile in Kauf nehmen, manche saßen sogar im Gefängnis.

“Bittere Tränen, leuchtende Hoffnung” so der Titel eines Buches, das Anneke Companjen herausgegeben hat. Sie beschreibt die Lebenswege von Menschen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Unglaubliche Leidenswege werden da festgehalten!

Eine Frau aus ihrer Gemeinde wurde ebenso alt wie Johannes. Mutter Schaap wurde sie von allen genannt. Sie betete besonders für die Christen, die im Gefängnis saßen. Viele, viele Briefe und Informationen wurden ihr zugeschickt.

“Mit den Jahren fiel ihr das Laufen schwerer und sie konnte sich auch nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern, die sie in den Rundbriefen las. Daraufhin entwickelte sie eine neue Art zu beten. Sie legte die Briefe in ihren Schoß und sagte: “Herr, ich kann mich nicht an alles erinnern. Bitte, setze dich doch neben mich und lies diese Briefe.” Dann schloss sie ihre Augen und saß stille da. Sie versuchte, sich in die Lage ihrer Mitgefangenen zu versetzen.”

So können auch wir wie Johannes, wie Mutter Schaap, Mitgenossen an der Bedrängnis werden. So können auch wir unter den Schleier der Tränen gehen und Gottes Kraft auf die Weinenden herabbitten.

So können auch wir aushalten, wie es Johannes viele, viele Jahre ausgehalten hat, dass wir auf der alten Erde leben. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen.

Autor: Pfarrerin Franziska Stocker-Schwarz

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Johannes 21,3–4

„Die ganze Nacht durchmachen…“ Das kann man sehr unterschiedlich erleben. Vielleicht haben Sie sich früher mal eine ganze Nacht lang unterhalten. Sie spürten nicht, wie die Zeit verging. Oder Sie haben die ganze Nacht durchgetanzt? Die Zeit verging wie im Flug.

„Die ganze Nacht durchmachen…“ Das kann auch heißen: Stunde um Stunde zu zählen. Zäh schleppt sich Viertelstunde um Viertelstunde dahin. Und man sehnt den Morgen herbei. Ich erinnere mich noch intensiv daran, wie es mir in langen Krankenhausnächten erging.

Im heutigen Bibelwort heißt es folgendermaßen: „Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.“ Die Fischer hatten die ganze Nacht durchgearbeitet, durchgefischt und nichts gefangen.

Wer waren diese Fischer? Wir hören große Namen im Bibeltext. Petrus und Thomas und Nathanael. Wir vernehmen  einen berühmten Ort: Den See Genezareth.

Indem diese Namen hier genannt werden, klingen und schwingen viele Untertöne mit. Petrus – der Menschenfischer und der erste Bischof von Rom. Thomas, der Zwilling und Zweifler. Nathanael – einer der ersten Jünger Jesu, vom Herrn berufen. Der See – der Ort vieler Machttaten Jesu!

Als neuen Akkord erklingen dann die nächsten Worte des Bibeltextes:

„Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer.“

Wie Jesus sich dann seinen ersten Jüngern zuwendet, wurde zur Trostgeschichte für viele Jesusleute.

Er, der auferstandene Herr, fragt nämlich nach ihrem Ergehen: „Kinder, habt Ihr nichts zu essen?“ Also, „Seid Ihr nicht hungrig – nach solch einer langen Nacht?“

Er, der von Gott Bevollmächtigte, gibt einen neuen Auftrag: „Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden!“ Die Jünger sollen nochmals den Versuch des Fischens unternehmen!

So zeigt uns diese biblische Geschichte, dass das Leben der Jünger von Gott ganz umfangen ist. Gott sieht, was Menschen körperlich brauchen. Der Leib des Menschen ist nicht unwichtig. Leib und Seele gehören zusammen. Es wird deutlich, dass mit ihm, Jesus Christus, dem Heiland und Herrn, menschliches Leben eine noch nicht gekannte Fülle und Tiefe erhält.

Ein volles Netz, aus der Tiefe des Sees gezogen, wird in der Gegenwart Gottes geschenkt.

Das kann auch uns heute trösten: Ob auch schlimme Nächte uns plagen, hier gibt es eine Hilfe. In der Gemeinschaft mit anderen, die um Jesus versammelt sind, können wir das Ufer des Morgens erreichen.

Als ich vor vielen Jahren wirklich dem Tode nahe und sehr geschwächt wochenlang im Krankenhaus lag, durchlebte ich die vielen nächtlichen Stunden. Die Lichter der Stadt, das Schlagen der Kirchturmglocken gaben mir Orientierung. Tagsüber war es oft nur der schwache Radiosender, der mich auf der Isolierstation über den Fortschritt der Stunden informierte. Zum langen Beten war ich zu schwach. Nur Stoßgebete gingen von meinen Lippen. Aber da waren andere, die für mich in dieser harten Zeit eintraten. In diese Gemeinschaft konnte ich mich fallen lassen. Sie trugen mich durch diese Nacht der Krankheit hindurch. Und am Morgen – mit anbrechender Genesung – spürte ich die Gegenwart des lebendigen Gottes tiefer als zuvor. Seine Macht, die Kraft seiner Worte waren in Tiefe und in Fülle vorhanden.

Dies alles schwingt jetzt noch mit. Das alles klingt jetzt noch nach.

„Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber Morgen war, stand Jesus am Ufer.“

Was auch Ihre Nacht, Ihre Enttäuschung, Ihr Frust sein mag! Es gilt. Die Gemeinschaft der Christen birgt die Gegenwart des lebendigen Herrn. Er, der lebendige Gott, kann es auch heute schenken, dass er unser vergebliches Mühen in einen reichen Erfolg verwandelt. Durch die Macht seines Wortes geschehen auch heute noch Wunder. Gottes Gegenwart wünsche ich Ihnen!

Autor: Pfarrerin Franziska Stocker-Schwarz

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Römer 5,11

Kleine Jungs sind noch mächtig stolz auf ihren Papa. Und das ist auch gut so. Und das tut auch gut - dem Papa. „Mein Papa ist der Größte“ - es gibt wohl keinen Vater, auf dessen Gesicht dieses kindliche Lob kein Lächeln zaubert!

Erst wenn Jungs dann ins Teenager-Alter kommen, müssen ihre Väter vom bisherigen uneingeschränkten Bewundert-werden Abschied nehmen. Aber bis dahin gibt es nichts, was kleine Jungs ihrem Papa nicht zutrauen. So sehr, dass sie selbst vor ihren Freunden ohne Scheu angeben: „Mein Papa ist der Größte!“.

Das kann übrigens auch jeder sagen, der Christ ist. Der Jesus nachfolgt. Der Gott vertraut als seinem Vater im Himmel. Der Apostel Paulus schreibt darüber in seinem Brief an die Gemeinde in Rom im fünften Kapitel. Dort heißt es:

Wir rühmen uns damit, dass wir Gott auf unserer Seite haben. Das verdanken wir Jesus Christus, unserem Herrn, der uns die Versöhnung mit Gott gebracht hat.

Christen, sagt Paulus, Christen rühmen sich. Sie geben an. So wie kleine Jungs mit ihren Vätern. „Unser Papa ist der Größte“. In theologisch seriösen Worten beschreibt Paulus hier drei gute Gründe, warum ich als Christ überzeugt sein kann, dass mein Vater im Himmel der Größte ist:

Punkt eins: Gott ist für mich - und nicht gegen mich. Wie viele Menschen haben ein Bild von Gott, das ihnen Angst macht! Vielleicht sind sie als Kinder mit einer Drohbotschaft groß geworden - und sie glauben bis heute, dass Gott der himmlische Polizist ist, der alles beobachtet, alles mißbilligt, alles bestraft. Nein, sagt Paulus: als Christen wissen wir, dass wir „Gott auf unserer Seite haben“. Das begeistert mich: Gott ist für mich - und nicht gegen mich!

Punkt zwei: Dass Gott für mich ist, verdanke ich Christus - und nicht mir selbst. Dass Gott für mich ist, ist kein Grund zu frommer Selbstbeweihräucherung. Es ist unverdient, es liegt nicht an meiner Moral, an guten Taten, am „richtigen“ Glauben. Es liegt an Jesus Christus. Genauer: Weil Jesus Christus mir Versöhnung mit Gott geschenkt hat, deshalb ist Gott auf meiner Seite. Das erdet mich: Dass Gott für mich ist, verdanke ich Christus - und nicht mir selbst.

Und der Punkt drei: Dass Gott für mich ist, brauche ich nicht zu hoffen - das darf ich als Christ ganz sicher wissen. Ich muss nicht nachts wach liegen und zweifeln, ob Gott mich wirklich mag. Ja, ich kenne Menschen, die Christen sind und trotzdem zweifeln, ob Gott wirklich auf ihrer Seite sein kann. Ja, möchte ich ihnen zurufen, ja das kann er! Und das ist er! Das brauchst du nicht zu hoffen - das darfst du ganz sicher wissen! So sicher, dass du sogar damit angeben könntest, wenn du wolltest. „Wir rühmen uns…“, schreibt Paulus.

Also, halten wir fest: Wenn Sie Christ sind, können Sie mit Fug und Recht von Ihrem Gott schwärmen. So wie kleine Jungs von ihrem Vater schwärmen, „mein Papa ist der Größte!“ Dieser Gott ist für Sie - und nicht gegen Sie. Das verdanken Sie Christus - nicht sich selbst. Und das brauchen sie nicht zweifelnd zu hoffen - das dürfen Sie ganz sicher wissen.

Sie brauchen es ja nicht sofort laut quer über die Straße zu brüllen. Vielleicht fangen Sie damit an, das heute mal einen Tag lang bewusst zu denken. Und sich dran zu freuen. Und es auch mal leise vor sich hin zu sagen.

Wenn Sie das tun… ich glaube, dann zaubern Sie auch ein kleines Lächeln auf Gottes Gesicht.

Autor: Dr. Jörg Dechert

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Seiten