ERF Plus - Wort zum Tag

1. Samuel 3,19

Ich mag diesen Satz nicht. Obwohl es ja eigentlich ein schöner Satz ist. „Der HERR war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.“ Doch in der Jungschar - damals, als ich noch klein war - wurde er allzu oft benutzt, um uns Jungs zum Schweigen zu bringen, wenn wir allzu ausgelassen und aufsässig  waren. Allzu vorlaut und vorwitzig. Da war dann jeder dumme Spruch so ein Wort, dass auf die Erde fiel. Jeder blöde Witz. Und das, was wir damals „Kraftausdrücke“ nannten, sowieso. Sollte man denn nur Vernünftiges sagen? Das ging doch gar nicht! Das wäre ja auch ausgesprochen langweilig gewesen.

Heute weiß ich: Wir müssen uns schon immer wieder klar machen, was wir mit unseren Worten anrichten können. Die Zunge kann zuweilen mehr zerstören als die Faust. Dazu steht manches in der Bibel. Aber diesen Satz aus dem 1. Buch Samuel kann man dazu nur bedingt als Begründung heranziehen. Er sagt etwas aus über diesen besonderen Menschen Samuel, den von Gott berufenen Propheten. Er sagt etwas aus über die besondere Autorität, die besondere Vollmacht, mit der Gott ihn ausgestattet hatte. Seine Worte trafen ins Schwarze. Ins Herz. Ins Herz einfacher Hirten, ins Herz kommender Könige. Jedes Wort Samuels war offenbar von Gott gefüllt. Mit himmlischer Klarheit und Wahrheit, mit himmlischer Liebe und Barmherzigkeit. Keins seiner Worte fiel auf die Erde, in den Staub, in den Dreck. Keins wurde vergeblich gesprochen.

Aber dann bin ich plötzlich doch wieder bei mir. Bei dem, was ich sage. Ist es, wie bei Samuel, gefüllt mit himmlischer Klarheit und Wahrheit, mit himmlischer Liebe und Barmherzigkeit? Ich gehöre nicht gerade zu denen, die an verbaler Inkontinenz leiden und den ganzen lieben langen Tag redenredenreden. Diese Leute gibt’s ja. Alles, was sie denken, muss sofort raus. Oder schlimmer noch: Sie reden, bevor sie gedacht haben. Nein, ich gehöre eher zu den Schweigsameren - außer, wenn ich auf der Bühne stehe oder im Studio sitze natürlich. Ich möchte anderen nicht auf die Nerven gehen mit meinen Geschichten. Bin ich also fein raus? So rein quantitativ fällt bei mir dann eindeutig weniger zur Erde als bei anderen. Aber was heißt das schon! Auf die Quantität kommt es nicht so an, eher auf die Qualität. Ich möchte ja auch, dass meine Worte bei meinem Gegenüber ankommen, dass sie etwas bewirken, etwas ausrichten. Ich möchte Treffer landen mit meinen Worten. Gute Treffer zumeist. Wohltuende. Hilfreiche. Obwohl - zugegeben - manchmal möchte ich auch verletzen. Möchte ich weh tun. Was mir hinterher dann regelmäßig leidtut. Diese Worte wären besser zur Erde gefallen … Und schon bin ich wieder bei Gott. Samuels Worte fielen nicht auf die Erde, weil dieser Gott mit ihm war. Und ich darf ihn wohl bitten, auch mit mir zu sein. Beim Reden und beim Schweigen.

Jochen Klepper, der Journalist und Liederdichter, hat das einmal so gebetet:
„Alle Grenzen meiner Tage biege, Gott, in deinen Kreis,
dass ich nur noch Worte sage, die ich von dir kommen weiß.“

Alle? Das ist ein hoher und sicherlich unerreichbarer Anspruch. Auch Klepper wird ihm nicht gerecht geworden sein. Aber ich darf’s ja beten. Jeden Tag wieder.

In einem meiner Lieder habe ich etwas Ähnliches so ausgedrückt:

„Ich will nicht mit den Wölfen heulen.
Nicht sagen, was man halt so sagt.
Will, was du sagen würdest, teilen.
Und schweigen, wenn man dich nicht fragt.
Ich will nicht mit der Masse klagen.
Nicht herziehn über Freund und Feind.
Will Worte des Erbarmens sagen.
Damit das Licht im Dunkel scheint.
Ich will nicht mit der Mehrheit schweigen.
Nicht weghörn, wenn ein andrer schreit.
Ich möchte deine Liebe zeigen.
Mit Worten aus der Ewigkeit.
Wenn du schweigst, Herr, will ich schweigen.
Ich will reden, wenn du sprichst.

Autor: Jürgen Werth

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Psalm 44,22

Im Neuen Testament steht die eindrucksvolle Geschichte von Jesus und den Jüngern, die unterwegs sind auf dem See Genezareth. Jesus ist müde. Er schläft. Auch dann noch, als ein fürchterlicher Sturm losbricht. Die Jünger kämpfen um ihr Leben - und Jesus schläft. Irgendwann reißt ihnen der Geduldsfaden. Sie rütteln ihn wach und schreien in den Sturm: „Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?“ (Markus 4, 38) Und Jesus steht auf, bedroht Wind und Wellen - und alles ist ruhig.

So ähnlich muss es dem Menschen gegangen sein, der Psalm 44 geschrieben, ja vielleicht sogar geschrien hat. „Warum verstößt du uns denn nun und lässt uns zuschanden werden?“ (Vers 10). „Um deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe. Wache auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoß uns nicht für immer!“ (Verse 23 und 24). So ähnlich geht es uns zuweilen. Alles um uns herum bricht zusammen - und Gott tut nichts. Schläft er? Hat er Urlaub? Ist er zur Kur?

Der Beter unseres Psalms verweist auf sein Herz. Ein Herz, das ganz und gar Gott gehören möchte. „Gott kennt ja unseres Herzens Grund.“ Das macht ihm Hoffnung. Das gibt ihm Mut. Gott lässt sich nicht täuschen. Er sieht nicht nur das, was vor Augen ist, er sieht das Herz. Was genau ist dieses Herz eigentlich? Es ist wohl das, was von mir bleibt, wenn ich alle Hüllen abgelegt habe. Meine Mitte, meine Persönlichkeit, meine DNA, mein Ich. Dieses Herz sieht Gott. Und er sieht nicht nur das Dunkle. Er sieht auch das Helle. Er sieht unsere Liebe zu ihm. Oder wenigstens unsere Sehnsucht danach, ihn zu lieben.

Eine kleine Geschichte dazu:

Ein junger Jude kommt zu einem Rabbi und sagt: „Ich möchte gern zu dir kommen und dein Jünger werden."  Da antwortet der Rabbi: „Gut, das kannst du, aber ich habe eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten. Liebst du Gott?" Da wird der Schüler traurig und sagt: „Eigentlich lieben, das kann ich nicht behaupten." Darauf der Rabbi freundlich: „Hast du Sehnsucht danach, Gott zu lieben?“ Der Schüler überlegt eine Weile und erklärt dann: „Manchmal spüre ich die Sehnsucht danach, ihn zu lieben, recht deutlich, aber meistens habe ich so viel zu tun, dass diese Sehnsucht im Alltag untergeht." Da zögert der Rabbi und sagt dann: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, hast du dann Sehnsucht danach Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“ Da hellt sich das Gesicht des Schülers auf, und er sagt: „Genau das habe ich. Ich sehne mich danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben." „Das genügt“, strahlt der Rabbi. „Du bist auf dem Weg.“

Gott ist offenbar genügsam, wenn er mein Herz sieht. Ihm genügt meine Sehnsucht. Sogar meine Sehnsucht nach der Sehnsucht ihn zu lieben. Zurück zu lieben. Denn seine Liebe kommt ja immer zuerst. Steht immer am Anfang. Er schenkt mir sein Herz ja, lange bevor ich ihm mein sehnsüchtiges Herz schenken kann.

Wenn’s drunter und drüber geht in meinem Leben, will ich’s ihm bringen, dieses Herz. Und alle Verzweiflung. Und alle Liebe. Allen Zweifel. Und allen Glauben. Und ich will hoffen und warten, dass er eingreift, dass er hilft. Mehr kann ich nicht tun, mehr muss ich nicht tun. Und ich werde erleben, dass er nicht schläft. Er schläft nie. Er ist hellwach.

Autor: Jürgen Werth

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Psalm 138,2

Vor einigen Jahren fuhren wir in den Herbstferien mit unseren Kindern an die Riviera. Eines unserer Kinder klagte im Urlaub über Schmerzen im Bein. Sofort nach unserer Rückkehr in die Schweiz ließen wir deshalb in unserem Regionalspital ein Röntgenbild machen. Der Befund war niederschmetternd: «Ihr Zehnjähriger hat im Schienbeinknochen ein Ewing-Sarkom, einen bösartigen Tumor.» Etwas anderes komme kaum in Frage. Er werde unseren Sohn aber bis zu seinem Tod begleiten, versicherte unser Kinderarzt meiner Frau.

Was würden Sie in einer solch dramatischen Situation tun? Ich schrie zu Gott um Hilfe: „Herr, erbarme dich über unseren Jungen. Du hast doch in deinem Wort versprochen, für uns zu sorgen und Gebete zu erhören.“ So betete ich damals sinngemäß. Und dann ging es ganz schnell. Am Abend ergab die Magnetresonanztomographie im Spital Thun, dass es sich nicht um einen Tumor, sondern um eine Vereiterung des Knochenmarks handle. Am nächsten Morgen wurde unser Sohn in Bern operiert. Doch dann erhielten wir die nächste Hiobsbotschaft: Die Wachstumsfuge im Schienbein sei vom Eiter zerstört worden. Das werde zu einem fehlerhaften Wachstum führen und wohl etliche Operationen nach sich ziehen. Um es kurz zu fassen. In den kommenden Jahren wuchs das Bein unseres Jungen völlig normal und es blieben keinerlei Schäden zurück.

Mir ging es nach dieser überstandenen Notsituation wie David, der im Psalm 138 (V. 2) betete: „Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen“.

Auch der Psalmist hat eine große Not erfahren. Wir wissen nicht genau, was es war, vielleicht die jahrelange Verfolgung durch Saul oder eine Krankheit. In solchen Notzeiten entstanden Psalmengebete, die auch heute noch enorm hilfreich und entlastend sind. David betete: Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft… Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich…“ (Ps 138,3.7)

Eine schnelle Erhörung bedeutet jedoch nicht automatisch eine schnelle Änderung der Situation. Doch David weiß aus Erfahrung, dass Gott ihn niemals im Stich lassen würde. Und als Gott dann sein Gebet erhört, ist dies eine große Stärkung für sein Glaubensleben. „Von ganzem Herzen“ dankt er nun diesem einzigartigen Gott für die erfahrene Hilfe. David preist Gottes Güte und damit seine entgegenkommende Liebe und Gnade. Und er ist begeistert von Gottes Treue und Unwandelbarkeit (vgl. Joh 1,17). Er begründet das so: Ja, du hast bewiesen, wie zuverlässig dein Wort ist“ (Hfa).Du hast dein Versprechen erfüllt, ja, du hast noch viel mehr getan, als wir von dir erwartet hatten!“ (GN).

Ich möchte Sie heute ermutigen, Ihre Anliegen vertrauensvoll im Gebet zu Gott zu bringen. „Gott kann weit mehr tun, als wir bitten und verstehen“ (Eph. 3,20). Er übertrifft unser Hoffen und Erwarten und auch unseren Kleinglauben. Denn er steht hundertprozentig zu seinem Wort.

Autor: Jürgen Neidhart

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2. Korinther 4,6

Es gibt Menschen, die beim Betreten eines Raumes sofort die Aufmerksamkeit aller Anwesenden gewinnen können. Und zwar ohne dass sie irgendetwas dafür tun müssen. Ihr Auftreten genügt. Wir bezeichnen dieses „gewisse Etwas" als Ausstrahlung. Wie wirke ich auf andere? Eine Frage, die wir uns – oft unbewusst – immer wieder stellen. Wer von uns wünscht sich nicht, positiv wahrgenommen zu werden und andere Männer oder Frauen mit der eigenen Ausstrahlung zu faszinieren?

Ein Stückweit kann man das lernen. Hier ein paar Tipps dazu: „Bring dein Inneres zum Leuchten! Was du denkst, strahlst du aus! Sei selbstbewusst, denke und fühle immer positiv!“ Mindestens 30% unserer Ausstrahlungskraft soll mit unserem Äußeren zusammenhängen. Daher gilt es, immer das richtige Outfit und den authentischen Haar-, Mode- und Farbstil zu finden. Das kostet jedoch viel Zeit und Geld. Was wird nicht alles angeboten, um uns zu einer besseren Wirkung auf andere zu verhelfen! Ich bin davon überzeugt, dass man an der Ausstrahlung eines Menschen sehr gut erkennen kann, wie es in seiner Seele aussieht: Sie ist sozusagen ein Spiegel der Seele.

Was könnte denn unsere Seele am allerbesten zu Leuchten bringen? Gibt es die positive Ausstrahlungskraft auch in der Bibel? Der Apostel Paulus schreibt dazu: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben“ (2. Kor. 4,6).

Schon bei der Schöpfung der Welt hat Gott ja schon einmal den Befehl ausgesprochen: „Aus dem Dunkel soll Licht leuchten“ (1. Mo. 1,3). Seither schafft er im Herzen des Glaubenden Licht und vertreibt damit das Dunkel der Sünde und des Unglaubens aus seinem Inneren. Das hat auch der Apostel erfahren. Paulus erkannte vor Damaskus im Angesicht Christi die Herrlichkeit Gottes und war nachher nicht mehr derselbe. Diese Erfahrung dürfen auch wir machen. Das führt zu einer völlig neuen Ausstrahlungskraft. Menschen, die Jesus nachfolgen, strahlen etwas aus.

Sie strahlen etwas aus vom Wesen ihres himmlischen Vaters, von den Eigenschaften Jesu Christi und von der Frucht des Heiligen Geistes. Doch das ist nie ihr Verdienst oder ihre Leistung: Der Mond strahlt nicht aus sich heraus, er reflektiert nur das Licht der Sonne. So leuchten auch die Nachfolger Jesu nicht von sich aus, sie reflektieren nur das göttliche Licht. Wie hat es doch der Graf von Zinzendorf so treffend in einem seiner Lieder ausgedrückt: „Und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein…“ („Herz und Herz vereint zusammen“, 1725).

In Jesus kommt die ganze Herrlichkeit Gottes zu uns. Jesus ist die größte Gabe an die Menschheit. Jesus ist das Licht. Und wir sind der Lichtschein. Ein Leben mit Ausstrahlung ist gelebter Glaube. Mit Entscheidungen, die von diesem Glauben geprägt sind. Es ist ein Leben, das Profil zeigt. Ein Leben, das Gottes Wesen ausstrahlt, ist nicht zu übersehen. Denn unser Leben spricht mehr als unsere Worte. Was die Menschen bei uns sehen, bewirkt mehr, als das, was sie von uns hören. Paulus sagt: „Gott schafft in unseren Herzen Licht. Das leuchtet, (so) dass andere auf dem Angesicht Christi Gottes Herrlichkeit sehen“ (2. Kor. 4,6, Jörg Zink). Unser Leben hat Auswirkungen – so oder so. Wenn unser Leben etwas von der Herrlichkeit Jesu Christi widerspiegelt, dann wird es zum Segen für andere Menschen. Dann geht es nicht mehr darum, welch faszinierende Ausstrahlungskraft oder Attraktivität von uns ausgeht. Sondern darum, dass durch unser Leben die Sicht auf Jesu Herrlichkeit ermöglicht wird, weil er hell in und durch uns scheint.

Autor: Jürgen Neidhart

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Psalm 12,7

Auf was ist heute noch Verlass? Viele Worte in den Medien und sonstigen Informationsquellen schaffen mehr Verwirrung als Klarheit. Fake-News sind kaum mehr von Informationen mit Wahrheitsgehalt zu unterscheiden. Was kann ich glauben, wo muss ich aufpassen, um nicht mit Falschinformationen manipuliert zu werden? Das ist eine sehr kraft- und zeitraubende Tätigkeit. Wer lügt? Wer hält sich an die Wahrheit? Wo sind Halbwahrheiten? Ich kann das nie vollkommen differenzieren. Es bleibt immer eine Unsicherheit. Gleichzeitig brauche ich Informationen, auf die ich mich verlassen kann. Was ich bei mir als wahr abspeichern kann. Ich brauche Orientierung in einer zunehmend komplexer werdenden Welt. Ich brauche Trost in einer oft trostlosen Welt. Ich brauche Hoffnung in einer oft hoffnungslosen Welt.

Wenn ich jemand näher kenne, kann ich eher abschätzen, ob er verlässlich ist. Wenn ich erfahren habe, dass es stimmt, was er sagt, bin ich auch bereit, ihm zu vertrauen. Ansonsten bleibe ich lieber skeptisch.

Auch Gott redet! Haben Sie das gewusst? „Habe ich noch nie gehört, weder erlebt noch erfahren!“, sagt vielleicht jemand von Ihnen. Dabei redet Gott schon seit etwa 4000 Jahren zu den Menschen. Wie?? Er spricht durch sein Wort, das er immer wieder Menschen zum Aufschreiben gegeben hat. Im Buch der Psalmen lässt er einen Texter, der mit den Lügen und Unwahrheiten der Menschen schlechte Erfahrungen gemacht hat, aufschreiben: „Du (Gott) hältst immer, was du versprichst!“ Vers 7 aus Psalm 12 formuliert: „ Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.“ So ist Gottes Wort, sagt der Liedtexter. Was würde mit unseren Worten in einem Schmelzofen geschehen? Was würde davon übrigbleiben, wenn sie dieser  rabiaten Behandlung ausgesetzt wären? Wahrscheinlich nicht viel. Es käme wohl raus: Worte und Zusagen, die ich nicht erfülle. Versprechen, die ich nicht einlöse, weil ich oft vergesslich bin oder es einfach nicht schaffe. Zu hoch gepokert, würde man sagen. Unbedachte Worte, die keiner ernsthaften Prüfung standhalten. Unwahrheiten, Halbwahrheiten, mit einem Schein von Wahrhaftigkeit, aber dahinter oft nur Betrug und Täuschung.

Bei manchen Menschen habe ich gelernt, nichts mehr zu glauben. Oder es zumindest nicht allzu ernst zu nehmen, was sie so von sich geben. Obwohl ich mich danach sehne, jemanden vertrauen zu können, bin ich vorsichtig. Ich sehne mich nach Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, aber ich bin vorsichtig. Ich würde gerne jemandem mit offenem Herzen glauben, aber ich bin vorsichtig. Wenn sich allerdings Gottes Worte als wahr herausstellen würden, sähe es anders aus.

Nochmal den Textdichter von Psalm 12: „Du hältst immer was du versprichst!“, sagt er zu Gott. Was weiß er, was ich nicht weiß? Was hat er erlebt, dass er sich so sicher sein kann? Was bringt ihn eigentlich zu solch einer steilen Aussage? Unzweifelhaft hat er offensichtlich was erlebt mit Gott und seinem Wort an die Menschen. Es muss jedenfalls für den Texter etwas Gutes gewesen sein. Denn irgendwann fing er einfach mal an zu vertrauen. Vielleicht erst im Kleinen (man kann ja nie wissen). Dann auch bei anderen Dingen, immer öfter mit demselben staunenswerten Resultat: Es stimmt tatsächlich, was Gott zusagt. Er hält es! Unglaublich aber wahr! „Du hältst immer, was du versprichst!“ Das hat er erlebt!

Gibt es eine größere Gewissheit und Verlässlichkeit? Wohl kaum! Und das Beste: Gott spricht nicht nur zu besonders frommen Menschen, nein, er spricht zu jedem Menschen, der ihm zuhört. Er spricht eine Sprache, die ich verstehen kann. Es gibt nur einen Weg herauszufinden, ob es stimmt, was er zusagt. Wie es auch der Textdichter tat: Er hat es probiert. Will ich es auch probieren?

Autor: Werner Karch

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Epheser 2,17

Frieden – dieses Wort hat für mich in letzter Zeit eine unsichere Bedeutung. Ich merke, dass sich was verändert in der Welt. Immer mehr Staaten wollen ihre Bürger besser kontrollieren. Sie wollen z. B. uneingeschränkt von Oppositionen und systemkritischen Kräften regieren. Nur so, wie es sich die Machthaber vorstellen, mit wenigen oder eingeschränkten Rechten der Bürger. Demokratie nach außen, Kontrolle nach innen. Abschottung nach außen, Feindbilder drinnen pflegen. Einer muss ja Schuld sein, dass wir so regieren müssen. Ich habe das Gefühl, dass diese Veränderung in einzelnen Gesellschaften sehr konfliktträchtig ist, um es mal milde auszudrücken. An der Geschichte der Völker sieht man, dass solche Staatsformen, in denen die Rechte der Menschen eingeschränkt werden, nur bedingt funktionieren. Das friedliche Miteinander innerhalb und auch außerhalb dieser Staaten ist auf irgendeine Weise immer gestört. Wenn dann noch ein anderer Staat zum Feindbild gemacht wird, ist es nicht mehr weit zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

Frieden, was ist das eigentlich? Abwesenheit von Streit? Friede, Freude Eierkuchen? Harmonie um jeden Preis? Die Faust in der Tasche lassen? Der Stärkere gewinnt, dann ist Ruhe? Sind die Menschen eigentlich in der Lage, Frieden zu schaffen und auch zu erhalten? Nur bedingt, wie man am Weltgeschehen oder auch am Geschehen in den Gesellschaften, sieht. Auch in den Familien ist Friede oft nur ein Wunsch.

„Jesus Christus kam in die Welt“, heißt es im Epheserbrief, „und hat im Evangelium Frieden verkündet, den Fernen und den Nahen.“

Was ist das für ein Frieden? Die religiös motivierten Konflikte auf der Welt nehmen kein Ende. Wo ist hier der Friede zu finden? Der zentrale Punkt für den ganzen Unfrieden ist ein zerrüttetes Verhältnis zu Gott, so finden wir es in der Bibel. Zwischen Gott und Mensch gibt es keinen Frieden. Der Mensch war unfähig zum Frieden mit Gott, mit sich selbst und mit anderen – eine friedlose Natur. Jesus hat hier Frieden geschaffen, wo bei Menschen nur Unfrieden war.

Aber wie? Er hat den Unfrieden, als eine Folge von meiner eigenwilligen Trennung von Gott aufgehoben. Der Mensch will von Natur aus nichts von Gott wissen. Jesus hat für diese Schuld bezahlt. Die Schuld, Gott nicht zu wollen, zu erklären: Gott gibt es nicht, die Weigerung, ihn anzuerkennen, hat den Menschen einiges gekostet. Er ist für Gott auch nicht mehr anerkennenswert, nicht zum Guten fähig und von daher für Gott verloren. Gott hat den Menschen verloren, der Mensch hat Gott verloren.

Christus hat, als er von Menschen vor 2000 Jahren ans Kreuz geschlagen wurde und starb, diese Trennung überwunden. Als Mensch, stellvertretend für mich, hat er für meine Schuld gebüßt, die mich immer von Gott getrennt hat. Sein Friede ist in erster Linie die Versöhnung mit Gott: Wo jemand meine Schuld gesühnt hat, ist kein Grund mehr für Unfrieden.

Das heißt: Friede mit Gott ist möglich, wenn ich ihn ernst nehme, d.h. an ihn glaube. Ich habe dadurch eine gute Grundlage, Friede mit anderen anzuzetteln. Ich erlebe auch Frieden mit mir selbst, weil ich weiß, dass Gott mit mir Frieden hält. Also Frieden mit den Fernen und Frieden mit den Nahen.

Nicht, dass mir das immer gelingt, aber ich kenne den Weg, den Jesus Christus mir ermöglicht: Annahme, Versöhnung, Wertschätzung und Vergebung anstatt Hass, Schuldige suchen, Überheblichkeit und Geringachtung. Welchen Weg wähle ich?

Autor: Werner Karch

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Maleachi 3,17

Sie sollen mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.

"Ehrlichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“ Das ist ein altes Sprichwort. Aber heute noch so wahr wie damals.  Wer sich an geltende Regeln hält, ist selber schuld. Was ist von den Wahlkampfversprechen geblieben, die noch im September so vollmundig verbreitet wurden? Bei Doktorarbeiten schreibt man kräftig ab und gibt es als eigene Gedanken aus. Von den Schummeleien bei der Steuererklärung ganz zu schweigen. Und selbst, wenn Millionenbeträge hinterzogen werden, verzeiht die Gesellschaft dies, wenn die Person selbst beliebt ist. Ein Ehepaar fährt in Urlaub nach Thailand. Abends in der Bar macht der Barkeeper ihnen ein Angebot. Für 300 € verkauft er ihnen die Rechnung eines thailändischen Krankenhauses: Aufenthalt für acht Tage wegen starker Magen-Darm-Beschwerden. Kosten 2.800 €. Einzureichen bei der deutschen Krankenversicherung. Da nimmt das Ehepaar doch gleich zwei dieser Rechnungen, eine für den Mann und eine für die Frau. Zu dumm, dass die deutsche Krankenversicherung merkt, dass die beiden Krankenhäuser über tausend Kilometer auseinanderliegen. Aber oft genug klappt es ja. Jeder Vierte hat schon einmal seine Privathaftpflichtversicherung betrogen. Betrug ist gesellschaftsfähig. Und auch äußerst gewinnbringend.

Das weiß man nicht nur heute. Der Prophet Maleachi klagt schon vor 2.500 Jahren über Betrug. Die Menschen betrügen nicht nur untereinander, sondern sie versuchen auch Gott zu betrügen. Damals war es ein festes Gesetz, den zehnten Teil seines Verdienstes für Gott an den Tempel abzugeben. Aber manche Menschen versuchten dies zu umgehen. Sie zahlten gar nicht oder gaben schlechte Ware ab. Ob sie sich einbildeten, dass Gott es nicht merkt? Es schien ihnen egal zu sein. Besser ein wohlhabendes Leben ohne Gott, als ein hartes Leben mit Gottes Geboten, so sagten sie sich. Und die Zahl derer, die so dachten, wurde mehr und mehr.

Manchmal macht es mutlos zu sehen, wie wenig Ehrlichkeit zählt. Und natürlich ärgert es auch, wenn man die Kosten des Betrugs noch mitzahlen muss, wenn man dadurch selbst zum Betrogenen wird. Die Versicherungen erstatten Kosten – auch zu Unrecht eingereichte Kosten – aus den Beiträgen aller Versicherten.

Einer lässt sich nicht betrügen: Gott. Er weiß um das, was wir machen: das Richtige und das Falsche! Und er weiß, dass es sich auszahlen wird, sich an Gott zu halten.

Gott spricht durch den Propheten Maleachi: Sie (die sich an Gott halten) sollen an dem Tag, den ich machen will, mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient. Dann sollt ihr wieder sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Es ist gut zu wissen, dass es noch eine Gerechtigkeit jenseits unserer Gerechtigkeit hier auf der Erde gibt. Das hilft, nicht mutlos zu werden, bei dem Unrecht, das um uns herum geschieht. Vor allem aber ist es gut, um Gott zu wissen und zu spüren: Er gibt uns die Gesetze nicht, weil er es uns schwer machen will. Er gibt sie uns, weil sie uns gut tun. Er gibt sie uns, weil er unser Vater ist, im Himmel und auf Erden.

Autor: Dorothee Döbler

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5. Mose 5,21

Einmal im Jahr öffnen die Ministerien in Berlin ihre Türen für Besucher. Ich war neugierig, wie es im Innenministerium aussieht. Es wurde eine Menge dort geboten. Die GSG 9, die Spezialtruppe der Bundespolizei, zeigte, wie schnell sie sich von Hauswänden abseilen kann. Experten gaben Tipps zum Schutz vor Einbrechern und Taschendieben. Und es wurde gezeigt, wie leicht Hacker in unsere PCs eindringen  -  und wie wir uns davor schützen können. Sicherheit in unserem Land und für unser Eigentum – dafür setzt sich dieses Ministerium ein. Schlimm, dass Sicherheit nicht etwas Selbstverständliches ist. Schlimm, dass es Menschen gibt, die das Eigentum anderer nicht respektieren. Wie gut, dass es nicht nur eine Polizei gibt, sondern auch, dass es Gesetze gibt, die klar stellen, was erlaubt und was verboten ist.

Viele unserer Gesetze heute beruhen auf Regeln, die Menschen schon vor mehr als 3.000  Jahren formuliert haben. Auch in der Bibel sind solche Regeln niedergeschrieben. Gott hat sie durch den Propheten Mose seinem Volk gegeben. Darin ist unter anderem festgelegt, wie mit dem Eigentum des Mitmenschen umgegangen werden soll: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist.

Offensichtlich wurde auch schon vor über 3.000 Jahren betrogen und gestohlen. Auch damals brauchte es schon Gesetze, die regelten, was verboten ist, und welche Strafen demjenigen drohen, der gegen das Gesetz verstößt. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist.
Wenn ich genau hinhöre, dann geht es nicht nur darum, dass ich dem anderen nichts wegnehmen soll. Sondern es geht noch tiefer: Ich soll gar nicht erst das begehren, was dem anderen gehört. Ich soll es mir gar nicht erst wünschen. Ich soll nicht neidisch sein auf das, was der andere hat. - Das ist eine große Herausforderung.

Ich habe überlegt, warum dieses Gesetz in der Bibel so streng formuliert wird. Ist es nicht so? - Aus Gedanken werden Worte. Und aus Worte werden Taten. Wenn ich Schlechtes denke, werde ich es irgendwann auch aussprechen. Und wie weit – oder wie nahe - ist der Weg vom schlechten Reden zum schlechten Tun? Um nicht zum Täter zu werden, ist es wichtig, dass ich nicht nur mit meinen Worten, sondern auch schon mit meinen Gedanken sorgsam umgehe. Und so, wie es sich die Polizei auch zur Aufgabe macht, dass Straftaten gar nicht erst entstehen, so wie ich Tipps bekommen habe, wie ich mich schützen kann, damit ich nicht zum Opfer werde, so erklärt mir Gott, wie ich mich vor mir selber schützen kann, damit ich nicht zum Täter werde:

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist. Damit aus Gedanken keine Worte werden und aus Worten keine Taten.

Autor: Dorothee Döbler

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1. Samuel 12,24

Ein Schüler schimpft über seine Lehrerin. Sie hat ihm doch tatsächlich eine Fünf gegeben. Der Schüler ärgert sich über die schlechte Note. Laut regt er sich über die Lehrerin auf. Für seinen Frust meint er allen Grund zu haben, denn sie hat die schlechte Note gegeben. Dabei verwechselt der Schüler Ursache und Wirkung. Die Ursache für die Fünf liegt nicht bei der Lehrerin, sondern bei ihm selbst. In den vergangenen Monaten hat er kaum gelernt, sich die Zeit für die Hausaufgaben nicht genommen. Die Ursache für die Fünf liegt bei seiner Faulheit und nicht bei der Lehrerin.

Nach meinem Eindruck gleichen viele Christen diesem Schüler, wenn es um die Beziehung zu Gott geht. Nein, nicht dass ich diese Christen als faul bezeichne, aber sie verwechseln, wie der Schüler, Ursache und Wirkung. Bei Christen sieht das in dem Fall so aus: Sie bemühen sich nach Gottes Geboten zu leben und erhoffen sich davon, dass der HERR ihnen gnädig begegnet. Sie versuchen Gottes Willen zu tun und erhoffen sich davon seinen Segen. Diese Christen meinen mit ihrem Verhalten Gottes Liebe zu gewinnen. Auch sie verwechseln Ursache und Wirkung.

Samuel fordert Israel auf, Gott zu fürchten, ihm treu zu dienen. Die Ursache dafür liegt aber im Handeln Gottes, welches das Volk zuvor erlebt hat. Er hat große Dinge für sein Volk getan. Dabei denkt Samuel an die Erwählung Israels, wie an die Befreiung aus der Sklaverei. Samuel denkt an den Bundesschluss auf dem Sinai, wie daran, dass der HERR ihnen das Land gegeben hat, in dem sie jetzt zu Hause sind. Vor aller Gottesfurcht, vor jedem treuen Dienst Israels, steht Gottes liebevolles Handeln für sein Volk.

Der Apostel Johannes schlägt im Neuen Testament in dieselbe Kerbe. Im 1. Johannesbrief, Kapitel vier Vers zehn, schreibt er: „Darin steht die Liebe nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.“

Gott handelt zum Wohl und Heil seines Volkes. Die Folge soll sein, dass das Volk ihm treu dient. Meinen wir, als Christen, also nicht mit einem christlichen Lebensstil uns die Gunst des HERRN zu verdienen. Zuerst und vor allem anderen steht die Liebe des HERRN zu den Menschen. Sie ist die Ursache, im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Wirkung davon soll sein, dass Menschen ihn ernst nehmen und ihm treu dienen. Zuerst gilt es auf die Ursache zu sehen. Daran erinnert Samuel das Volk.

Für die Beziehung zu Gott ist es wichtig mit wachen Sinnen durch das Leben zu gehen. Dann entdecken Menschen, was ihnen geschenkt wurde, von Anfang an.

Das Leben hat sich niemand erarbeitet. Dann nehmen sie wahr, wie sie geführt und bewahrt wurden. Sie können vertrauen, dass der HERR zu ihrem Heil schon gehandelt hat, bevor sie waren. So entdecken sie sich als reich beschenkte Menschen. Und ein solch reich beschenkter Mensch teilt das Gute, was er hat, mit seinen Mitmenschen.

Samuel nennt das: Gott fürchten und ihm treu dienen.
Das ist die Wirkung, die der Ursache folgt. Die Ursache ist das Erste, Gott sei Dank!

Autor: Pastor Werner Hanschmann

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1. Mose 39,23

Ich kenne einen Studenten, der alle seine Prüfungen mit herausragenden Leistungen abschließt. Er absolviert sein Studium nicht nur in der Regelstudienzeit, sondern auch mit sehr guten Noten. Gründe dafür gibt es gleich mehrere: Er ist intelligent, fleißig, wird von zu Hause unterstützt und die Dozenten mögen ihn.

Josef ist ebenfalls erfolgreich. Er sitzt zwar im Gefängnis, aber er hat das Vertrauen des Gefängnisdirektors gewonnen. Er überträgt ihm Aufgaben, die Josef sehr gut löst. Was sind die Gründe dafür? Ist es, wie bei dem Studenten, seine Intelligenz? Ist er einfach gut im Organisieren?

Der Bibelvers gibt eine andere Antwort. Der Grund für Josefs Erfolg liegt bei Gott. Er segnet, was Josef tut.

Auf alten Fachwerkhäusern steht manchmal der Satz: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Dahinter steht die Überzeugung: Es kommt auf Gott an, es kommt darauf an, was er gelingen oder scheitern lässt.

Hier stoßen wir Menschen auf eine Wahrheit, die vielen vermutlich nicht gefällt. Sie lautet: „Mensch, du hast nicht alles in der Hand. Du bist von Gott abhängig.“

Sehen wir uns den Studenten noch einmal an: „Wem verdankt er seine Intelligenz? Ist es sein Verdienst, dass er vom Elternhaus unterstützt wird, die Professoren fair mit ihm umgehen? Trotz seines Fleißes ist er auf viele Faktoren angewiesen, auf die er kaum Einfluss hat. Bei Josef ist es nicht anders. Er macht, was er kann und trotzdem kann er nur sehr begrenzt beeinflussen, ob sein Handeln erfolgreich ist. Er erlebt, wie Etliches in seinem Leben nicht nur gelingt, sondern auch scheitert. Allein der Aufenthalt im Gefängnis führt ihm das täglich vor Augen.

Wir Menschen sind von Gott abhängig. Wenn wir erfolgreich sind, kann uns das auf zwei wichtige Erkenntnisse hinweisen: Das Erste, dass wir danken und damit ausdrücken: Es ist uns viel geschenkt worden. Der dankende Mensch entdeckt sich als Beschenkten. Er muss nicht auf eigene Faust leben, sondern bekommt eine Ahnung davon, dass es einen guten Vater im Himmel gibt, der für die Menschen sorgt. So kann er gelassen leben.

Das Zweite, was Menschen daraus lernen, dass sie von Gott abhängig sind, ist Demut. „Ich bin nicht der Herr über alles. Das ist ein Anderer. Ich habe nicht alles im Griff. Das hat ein Anderer.

Josef ist erfolgreich, aber er kennt auch das Scheitern. Das soll den Menschen Mut geben, die am Misserfolg leiden. Es ist nicht unbedingt ihr Versagen, wenn etwas nicht gelingt. Josef muss lernen, dass im Leben nicht alles wie erträumt läuft.

Dabei stellt er fest: Gott ist bei mir, wenn es gut geht, aber auch, wenn es nicht läuft. Gott ist nicht nur im Palast, sondern auch im Gefängnis. Josefs Leben gibt den Erfolglosen Mut und lehrt die Erfolgreichen Demut.

Autor: Pastor Werner Hanschmann

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Jesaja 55,9

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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Römer 12,12

Das, was Paulus hier an die Gemeinde von Rom schreibt, daran kann man sich reiben. Einmal mit der Frage, wie man das alles macht, was Paulus hier schreibt, ja fordert. Zum andern weil man hier besonders gut erkennen kann, was Luther meinte, als er sagte: Die Bibel ist wie ein Kräutlein. Je mehr man es reibt, desto mehr duftet es.

Darum also nun die erste Frage: Wer kann das erfüllen, was hier steht? Und es steht ja nicht allein. Es steht in einem großen Zusammenhang anderer Forderungen. Wie kann man das alles machen? Ist das nicht eine unglaubliche Überforderung? Die Könige früher haben ihren Untertanen ja insgesamt sehr viel abverlangt. Gehören diese Auf-Forderungen auch dazu? Forderungen im Namen Gottes, des Königs? Nein, so ist es von Paulus sicher nicht gemeint. Dem kommen wir auf die Spur, wenn wir das Kräutlein reiben, also den Text sorgfältig bedenken. Paulus wusste: Wir Christen haben eine Hoffnung. Ja, er lebte davon.

Diese Hoffnung gründet in Jesus Christus. Er ist unsre Hoffnung. Das bedeutet Hoffnung für Gegenwart und Zukunft, ja, sogar Hoffnung für eine geordnete Vergangenheit, die uns nicht mehr einholen kann. Diese Hoffnung beflügelt uns und lässt uns fröhlich sein. Weil wir diese Hoffnung haben, brauchen wir nicht traurig sein. Christus holt uns aus der Trauer heraus und erfüllt uns mit neuer Hoffnung. Die Hoffnung auf Christus ist eine starke Kraftquelle. Das gilt für jeden einzelnen von uns. Deshalb können wir immer wieder fröhlich sein.

In der jungen Kirche aber stand nicht so sehr der Einzelne im Blickfeld, sondern die Gemeinde, die oft unter Verfolgung gelitten hat. Dann, wenn Bedrängnis über die Gemeinde kommt, Verfolgung, die ihren Ursprung im Glauben hat, dann sollen die Christen geduldig sein. Wir müssen nicht künstlich fröhlich wirken mit aufgesetztem Lächeln. Aber wir haben auch keinen Grund zur Verzagtheit, zur Depression. Geduldig sein ist mehr als nur still erleiden. Geduld soll auch das Verhalten der Christen gegenüber den Verfolgern prägen. Vielleicht kennen einige von Ihnen noch die großartige Ballade von Conrad Ferdinand Meyer, Die Füße im Feuer. Da wird in einer dramatischen Geschichte geschildert, was es heißt, dem König Jesus Christus zu dienen. Weil er dem größten König, nämlich Christus dient, verzichtet er auf die Rache, zu der er eine günstige Gelegenheit bekommen hat. Das ist nicht läppischer Verzicht, es ist errungene, hart erarbeitete Geduld, nicht passiv, sondern ganz aktiv.

Ich glaube, das geht nur im Gebet. Nun nicht in einem Gebets-Vers oder einem vorformuliertem Gebet, sondern in einem Beten, das lebendige und enge Zwiesprache mit dem Herrn und König ist. Beharrlich – das meint dann „dran bleiben“. Nicht nachlassen.

Das gipfelt dann im Segnen. Der Segen kann eine besondere Art und Weise des Gebets sein, die den Bogen schlägt hin zu neuer Hoffnung. Diese Hoffnung erfüllt dann auch andere mit Freude, weil Gott uns Hoffnung gibt.

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Merken Sie, wie hier eines aus dem anderen erwächst – beginnend und endend mit der Hoffnung, die fröhlich macht?

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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2. Korinther 5,21

„Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ (2. Korinther 5,21)

Ich lese den Lehrtext aus den Herrnhuter Losungen für diesen Tag! Ziemlich schwer verständlich, diese Lutherübersetzung. Mal sehen was die neuere Übersetzung „Hoffnung für alle“ sagt:

„Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und Menschen werden, die Gott gefallen.“

Ein Mensch werden, der Gott gefällt. Das möchte ich auch. Was gehört dazu? Dieser Vers sagt es: Schuld vergeben lassen. Das tue ich jeden Tag.

Gott gefällt noch, wenn wir zu ihm eine Beziehung eingehen. Ja, die habe ich auch und pflege sie. Weiter gefällt ihm, wenn ich Menschen zu ihm einlade. Das ist für mich die schwerste Übung. Vor allem dann, wenn ich spüre: hier bin ich gefragt!

Da denke ich auch an diesen sonnigen Samstagmorgen im letzten Sommer. Ich muss zu dem kleinen Supermarkt zwei Straßen weiter. Da sehe ich einen Typen in einem Rollstuhl sitzen, dem ich nicht im Dunklen begegnen möchte. Um die 50, Glatze, freier Oberkörper, Piercing und großflächig tätowiert. Ein Auge und ein Bein sind verbunden. Er hat eine Bierflasche auf seinem Schoß.

Ich hole den Einkaufswagen und gehe ins Geschäft. Aber irgendwie lässt mich dieser Typ nicht los. Ich überlege, ob ich nach meinem Einkauf einfach zu ihm gehe und ihn anspreche.

Nee, das will ich nicht. Was soll ich dem schon sagen? Er sieht so brutal aus.

Na ja, er sitzt ja im Rollstuhl. Handgreiflich wird er schon nicht werden.

Er kommt bestimmt aus dem Krankenhaus gegenüber. Da gibt’s genügend Leute, die sich mit ihm befassen können.

Aber vielleicht setzt Gott ihn gerade mir in den Weg....

Als ich aus dem Laden komme, weiß ich: ich spreche ihn an: „Oh, das sieht ja schlimm aus mit Ihren Verbänden! Wie geht es Ihnen denn?“

Ich bin mit meiner Frage noch nicht zu Ende, da platzt es aus ihm heraus: „Ich bin wütend auf Menschen, die andere fertigmachen!“ Und dann erzählt er mir von Menschen aus seinem Umfeld, die Schwache missachten. Von der Angst, dass sein Bein abgenommen wird. Von der Sorge, ob sein Auge erhalten werden kann. Und außerdem hat er kein Geld und ist unsicher. Wir reden eine Weile miteinander. Dann frage ich ihn, ob ich für ihn beten darf. „Ja, bitte, aber legen sie mir die Hände auf“.

Ich staune. Diese Bitte habe ich nicht erwartet. Klar, lege ich ihm meine Hand auf seine Schulter. Und ich bete für ihn zu Jesus. Kurz und knackig – wir stehen ja schließlich mitten auf dem Fußweg vor dem Supermarkt.

Kaum habe ich ‚Amen‘ gesagt, da legt er los – mit seinem Gebet. Kindlich und voller Vertrauen.  Dieser Mann kennt Jesus, obwohl er überhaupt nicht danach aussieht. Sein Gebet ist deutlich länger als meins. Ich bin berührt. Zum Schluss sagte er: „Sie sind ein Engel“, und küsst meine Hand. Wir verabschieden uns und ich verspreche, weiter für ihn zu beten.

War ich an diesem Tag ein Mensch, der Gott gefällt? Ich hoffe es. Und ich danke Gott für den Mut, den er mir geschenkt hat. Aber eigentlich war es mehr als Mut. Es war mir ein Bedürfnis. Und vielleicht ist genau das eine logische Folge für Menschen, die von eigener Sünde freigesprochen sind: wir werden frei für Andere.

Autor: Silke Stattaus

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1. Thessalonicher 5,9

„Wozu sind wir bestimmt?“ Über diese Frage denkt Paulus mit der jungen Gemeinde in Thessaloniki nach. Ich stelle sie mir auch? Wozu bin ich bestimmt?

Da gibt es erst einmal die ganz praktischen Dinge, die mich ausmachen als Ehefrau und Mutter. Dann mein Beruf und Ehrenamt. Und meine persönlichen Beziehungen in Freundschaften und christlicher Gemeinde. Auch die täglichen Aufgaben machen etwas von meiner Lebensbestimmung aus. Aber ist das alles?

In dem Abschnitt, aus dem unser Tages-Vers stammt, befasst sich Paulus mit dem „Tag des Herrn“. Also dem Tag, an dem Jesus sichtbar auf diese Welt kommt. Christen glauben daran und freuen sich darauf. Wirklich?

Mal ehrlich, so richtig vorstellen kann ich mir das nicht. Und was ich mir nicht vorstellen kann, das macht mir Angst. So kann Paulus mich mit seinen Worten nicht wirklich beruhigen. Allerdings: Beruhigen will er ja auch erst einmal nicht: Er mahnt uns, mit wachen Augen diesem Tag entgegen zu gehen. Und er hat gleich ein paar praktische Tipps zur Hand, wie das aussehen kann:

  • Wir sollen wachen und nicht schlafen – wobei damit nicht der nächtliche, sondern der geistliche Schlaf gemeint ist.
  • Wir sollen nüchtern sein und uns nicht mit Drogen berauschen.
  • Wir sollen uns mit den Möglichkeiten bewaffnen, die unsere Seele schützen. Auch hier sind nicht Pistolen oder kugelsichere Westen gemeint. Sondern Paulus erinnert mit drei Schlagworten an den Schutz, den das Wort Gottes bietet: Glaube, Liebe, Hoffnung.

Ich frage mich: Trägt das wirklich durch am Tag des Herrn?

Mir fällt die Trauerfeier einer alten Tante ein, die mich vor einigen Monaten tief bewegt hat. Tante Anneliese war viele Jahre ihres Lebens Leiterin eines christlichen Kinderheims. Eine Krebserkrankung, die allen medizinischen Behandlungen trotzte, bescherte ihr nach Ausbrauch nur noch ein gutes halbes Jahr. Dieses halbe Jahr aber hat sie sich mit ihrer Familie auf den Tag vorbereitet, an dem sie Jesus begegnen wird. Und dann kam dieser Tag. Was für ein Geschenk in aller Trauer, dass Tante Anneliese in den Armen ihrer beiden Schwestern ihr Leben auf dieser Erde beenden darf.

Zur Trauerfeier ist die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele sind gekommen, die sie liebten und schätzten. Wir hören, dass sie eine Frau war, die Gastfreundschaft lebte. Von den vielen Kindern, die bei ihr im Heim ein Zuhause gefunden haben. Wir hören, dass sie jede ihrer Lebensgeschichten kannte und sie auch als Erwachsene nie aus dem Blick und aus ihrem Herzen verloren hat. Sie liebte ihre Arbeit und sah es als Privileg, dafür auch noch Geld zu bekommen.

Tante Anneliese hat durch ihr Leben Menschen zu Jesus eingeladen. Sie hat ihren Glauben im ganz normalen Leben gelebt. Sie hat gebetet und andere beten gelehrt. Sie hat sich den Segen Gottes nicht nur im Gottesdienst zusprechen lassen, sondern ihn auch anderen zugesprochen.

Als ich sie kurz vor ihrem Tod frage, was sie im Himmel erwartet, da sagt sie von Krankheit gezeichnet, aber mit leuchtenden Augen: „...dass ich ohne Fragen mit Jesus Freundschaft leben kann!“

Freundschaft mit Jesus leben. Ich weiß, dass sie das schon hier und jetzt getan hat, auch mit den Fragen, die ihr das Leben stellte. Freundschaft mit Jesus – für Tante Anneliese eine Lebensbestimmung die durchgetragen hat.

Was rät Paulus seiner jungen Gemeinde in Thessaloniki in punkto Lebensbestimmung? Seid wach und nüchtern, glaubt, liebt und hofft! Und er verheißt, dass all das schon hier und jetzt der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit Jesus ist.

Autor: Silke Stattaus

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Apostelgeschichte 14,17

Paulus und Barnabas mussten auf ihren Missionsreisen oft unfreiwillig weiterziehen. In dem Ort vorher namens Ikonion gab es mächtig Ärger. Die einen wandten sich dem Evangelium zu, die anderen beschwerten sich. Sie wollten die beiden sogar verprügeln und steinigen. Da blieb nichts anderes übrig, als einen Ort weiterzuziehen. So kamen sie nach Lystra. Die Bevölkerung war größtenteils heidnisch und sprach neben der griechischen Sprache noch ihren Dialekt lykaonisch. Dort setzten sie ihre Evangelisation fort. Das geschah mit großer Vollmacht und sogar mit Zeichen und Wundern. Ein gelähmter Mann wurde geheilt und konnte wieder laufen.

Doch die Menschen in Lystra deuteten das Heilungswunder völlig falsch. Für sie war klar: Paulus und Barnabas sind wie ihre heidnischen Götter aus dem Himmel. Sie nannten den Barnabas Zeus und den Paulus Hermes. Und die heidnischen Priester trafen schon Vorbereitungen, um ihnen zu opfern. Da wird es den beiden zu bunt. Sie zerreißen ihre Kleider und springen mitten in die Menge. Im Judentum war das Zerreißen der Kleider ein ganz starker Ausdruck des Entsetzens und der Abwehr. Auf keinen Fall sind wir Götter. Wir sind Menschen wie ihr und wir predigen euch das Evangelium von dem wahren und lebendigen Gott. Dieser Gott hat sich in Jesus gezeigt. In seinem Namen laden wir euch ein, umzukehren von den falschen Göttern hin zu dem lebendigen Gott. Und da die Menge recht aufgeheizt war, blieb jetzt nicht mehr viel Redezeit. Dieser Gott hat sich auch euch Heiden nicht unbezeugt gelassen. Ihr seid auch seine Geschöpfe und er hat euch Regen geschickt. Ihr hattet genug zu essen. Er gab euch Einkommen und Auskommen. Ja, er hat euch manches geschenkt, was euer Herz froh gemacht hat. Schaut also von euch und euren menschengemachten Götzen weg auf den lebendigen Gott.

Dieses Wort ist aus der Predigt des Paulus und Barnabas lädt uns ein, auf die kleinen und großen Geschenke zu achten. Vielleicht fangen Sie gleich damit an, wenn Sie aufgestanden sind und danken Gott. Danke, dass ich wieder fröhlich aufgewacht bin und du mir einen neuen Tag schenkst. Danke für ein Dach über dem Kopf und ein leckeres Frühstück. Danke für die lieben Menschen, die du mir zur Seite gestellt hast. Danke für die Müllabfuhr. Danke für meinen fahrbaren Untersatz und alle Bewahrung, die ich erlebt habe. Danke für den Frieden und die Freiheit in unserem Land. Danke für unseren Bürgermeister oder Landrat. Danke für meine Arbeitsstelle. Danke, dass ich dein Wort verstehe.

Gleichzeitig dürfen wir aber auch wie Paulus und Barnabas seine Güte unseren Mitmenschen erzählen. Wir dürfen bezeugen, dass unser Gott der Geber aller Gaben, der Schöpfer des Lebens ist. Wir dürfen erzählen, dass sich Gott in Jesus bezeugt hat. So wie es in 2. Kor.5,17 steht: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. In seinem Namen bitten wir als seine Botschafter und Zeugen: Lasst euch versöhnen mit Gott. Dazu wünsche ich ihnen heute eine gute Gelegenheit.

Autor: Matthias Rapsch

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Matthäus 6,27

Noch nie haben wir in unserer deutschen Geschichte eine so lange Periode des Wohlstands und Friedens erlebt. Die meisten von uns sind finanziell gut abgesichert. Viele Versicherungen sind ja auch nützlich im täglichen Leben. Bei Unfall, Krankheit und anderen Schäden helfen sie uns äußerlich wieder auf die Beine. Doch das heutige Bibelwort erinnert uns daran, dass wir unser Leben eben nicht gegen alle Eventualitäten absichern können, auch wenn wir uns noch sehr darüber den Kopf zerbrechen. Wie schnell kann uns die Diagnose eines Arztes diese bittere Wahrheit vor Augen führen: Krebs im Endstadium -da ist nach menschlichem Ermessen nichts mehr zu machen. Oder wir werden in einen Unfall verwickelt oder die Firma meldet Konkurs an. Dann nützen uns unsere Sorgen um unser Einkommen und Auskommen gar nichts mehr. Dieses Wort Jesu aus der Bergpredigt schenkt uns reinen Wein ein: Vergiss es nicht. Dein Leben hier auf der Erde ist begrenzt. Irgendwann schlägt auch für dich die letzte Stunde, auch wenn Du das verdrängst. Werde klug und häng dich mit deinem Herzen nicht an Besitz und Wohlstand. Beschäftige dich nicht dauernd mit dem Horten und Sammeln von irdischen Schätzen. Das alles kann deine Lebenszeit nicht verlängern.

Zwei wichtige Hinweise gibt uns Jesus im Zusammenhang unseres heutigen Bibelwortes.

1. Schaut auf die Vögel unter dem Himmel. Klar sind die fleißig. Die müssen fliegen, um zu Nahrung zu kommen. Aber die hält Gott für die Vögel bereit. Auch wir dürfen arbeiten und fleißig sein, aber ob es gelingt und ob was rauskommt, das liegt nicht in unserer Hand. Wir bitten im Vaterunser um das tägliche Brot, weil wir wissen, dass nur Gott selbst Wachsen und Gedeihen schenkt. Zum täglichen Brot gehören ja außer der Nahrung auch gute Freunde, treue Nachbarn und vieles, was wir gar nicht machen können. Und wenn die täglichen Sorgen mich doch wieder beschleichen? Dann lädt mich die Bitte im Vaterunser ein, dass ich meine Sorgen im Gebet Jesus abgebe, denn er sorgt für mich.

2. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein! Mit diesem Wort wehrt Jesus den Feind Gottes, den Teufel, ab, der ihn zu einem Brotwunder verführen möchte. Für uns heißt das: Schaut auf das, was unvergänglich, was ewig ist. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Hängt euch an Jesus mit eurem ganzen Leben. Er allein ist ewig und unvergänglich. Er hat das erste Wort in der Weltgeschichte gehabt und er wird auch das letzte Wort haben. Deshalb dürfen wir uns ihm auch heute schon anvertrauen. Mit Jesus haben wir die Gewissheit, dass uns nichts und niemand von ihm trennen kann. Mit Jesus haben wir ewiges Leben, das heute und hier beginnt. Und dann haben wir eine neue gute Sorge - das ist die Himmelssorge. Jetzt richte ich mein Leben nach Jesus und seinem Wort aus. Er soll mein Leben immer mehr ausfüllen mit seiner Liebe und seinem Wort. Dann wird das Große groß und das Kleine klein. Und ich darf mit anderen dafür sorgen, den anderen vom Reich Gottes weiterzuerzählen.

Autor: Matthias Rapsch

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Johannes 1,45

Wissen Sie, welches der scheinbar schlimmste Vorwurf ist, den man mir und meinen Kolleginnen und Kollegen im Pfarramt machen kann? – Wenn man uns vorhält, wir seien „missionarisch“. Was aber ist denn so schlimm daran, wenn ich als Pfarrer möchte, dass andere Menschen Jesus Christus als persönlichen Erlöser kennenlernen? Wäre nicht genau das unser wichtigster Auftrag, der für das Überleben der christlichen Kirche in einer zunehmend glaubenslosen Zeit absolut notwendig ist? Der Apostel Paulus hat sich jedenfalls nicht geschämt für die Botschaft des Evangeliums (Röm 1,16). Er und viele andere waren sogar bereit, dafür ihr Leben zu lassen.

So auch der Apostel Philippus. Von ihm handelt unser heutiges „Wort zum Tag“: Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth.“ (Joh 1,45)

Schon zu Beginn des Johannesevangeliums wird deutlich, dass der christliche Glaube durch Menschen vermittelt wurde. Dank dieser Vermittlung kamen die ersten Jünger in Verbindung mit Jesus und begannen, an ihn zu glauben.

Johannes der Täufer machte zwei seiner Jünger auf Jesus aufmerksam, indem er sagte: Seht, dies ist Gottes Opferlamm!» – «Als die beiden Jünger das hörten, folgten sie Jesus», sagt uns die Bibel (Joh 1,36.37). Einer der beiden, Andreas, traf kurze Zeit später seinen Bruder Simon und bezeugte ihm: „Wir haben den Messias gefunden, den von Gott versprochenen Retter!» – «Danach nahm Andreas seinen Bruder mit zu Jesus», heisst es in der Fortsetzung dieser Geschichte (Joh 1,41.42).

Simon Petrus und Andreas werden auf ihrer Heimreise nach Galiläa von ihrem Freund aus Betsaida, Philippus, begleitet. Jesus beruft auch ihn in seine Nachfolge. Und auch er folgt Jesus nach. Später trifft Philippus Nathanael aus Kana. Philippus ist glücklich, überzeugt und identifiziert sich schon ganz mit der kleinen Jüngerschar von Jesus.

Darum lädt er auch Nathanael ein und sagt zu ihm: „Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth.“ (Joh 1,45) Haben Sie das Prinzip dieser Beispiele erfasst?

Da werden Menschen gläubig. Und sogleich werden sie zu Wegweisern auf Jesus hin. Einer bezeugt dem andern, dass dieser Jesus der verheissene Retter ist. Zuerst ist es Johannes der Täufer, dann sind es Andreas, Petrus, und schliesslich Philippus. Ist die Fackel des Glaubens angezündet, kann man damit eine andere anzünden.

So verbreitet sich der christliche Glaube. Sind Sie und ich bereit, dieses Feuer an andere weiterzugeben, damit es auch in ihren Herzen Feuer entfachen kann? –

Es ist nicht immer einfach, ein Zeuge Jesu zu sein. Nathanael antwortet Philippus ziemlich brüsk: «Nazareth? Was kann von da schon Gutes kommen!»

Doch Philippus lässt sich auf kein theologisches Streitgespräch ein. Er antwortet: „Komm mit und überzeuge dich selbst!“ Nur in der Begegnung mit Christus kann die Entscheidung für oder gegen ihn fallen. Und so wird in der Folge auch Nathanael ein Jünger Jesu.

Ein englischer Atheist (Huxley) bat einmal einen überzeugten Christen, ihm zu erklären, was Christus für ihn bedeute. Als der ihm seinen Glauben bezeugt hatte, standen dem berühmten Ungläubigen die Tränen in den Augen und er sagte: „Ich würde meine rechte Hand dafür hergeben, wenn ich das alles auch glauben könnte.“

Es sind nicht die klugen Argumente, es ist unser einfaches Zeugnis von Jesus, das menschliche Herzen treffen und das Feuer des Glaubens anzünden kann.

Wen laden Sie heute mit den Worten ein: Komm mit und überzeuge dich selbst!“?

Autor: Jürgen Neidhart

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Jesaja 40,10

Hat Gott mich vergessen? Haben Sie sich dies nicht auch schon gefragt? Oder sich zumindest so gefühlt? In Zeiten des Leidens, der Krankheit und Not empfinden wir oft, Gott sei uns nicht mehr gut gesonnen. „Bestimmt hat er uns vergessen, sonst würde er uns doch helfen!“ Wir sind verunsichert, weil Gott schweigt. Unser Leben fühlt sich unglücklich an.

Vor einigen Jahren dachte ich auch einmal, Gott hätte mich vergessen. Die Situation an meinem Arbeitsplatz und in der Familie war schwierig. Ich hatte keine richtige Zukunfts-perspektiven mehr. Resignation und Niedergeschlagenheit wollten sich in mir breit machen. Heute, etwa 10 Jahre später, bezeuge ich Ihnen voller Freude und Dankbarkeit, dass Gott mir damals wunderbar geholfen hat. Als ich in meiner Not zu IHM rief, gab Gott Antwort. Er heilte mich innerlich, ermutigte und befreite mich. Und er zeigte mir Lösungen für meine Probleme. Rückblickend kann ich sagen: Es ist herrlich herausgekommen. Ich kann mein Glück kaum fassen. Gott ist so treu!

Hat Gott uns vergessen? Diese Frage stellte sich vor 2500 Jahren auch das Volk der Juden. Es war in die babylonische Gefangenschaft verschleppt worden. Jerusalem war zerstört, der Tempel Salomos dem Erdboden gleich gemacht. Die Juden mussten fern der Heimat als Sklaven leben. Der Psalmist drückte diese Erfahrung so aus: „An den Flüssen Babylons sassen wir und weinten, wenn wir an Jerusalem dachten.“(Ps 137,1)

Der Prophet Jesaja erhielt von Gott einen Auftrag. Er sollte diesem trostlosen Volk prophetisch den Trost Gottes zusichern. Und er tat dies mit den folgenden Worten: „Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass die Knechtschaft ein Ende hat und dass ihre Schuld vergeben ist …“

Tatsächlich, die Prophetie wurde wahr.

Nachdem der Perserkönig Kyros der Grosse das babylonische Reich eingenommen hatte, erliess er noch im selben Jahr ein Edikt, in dem er den Juden die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau ihres Tempels erlaubte.

Die 70-jährige Gefangenschaft im Exil fand dadurch ein Ende. Gott hatte sein Volk also doch nicht vergessen. Er ermöglichte ihm einen Neuanfang – etwas, das vorher kaum vorstellbar gewesen wäre.

Freudenbotinnen sollten nun in allen Städten Judas verkünden, dass Gott nach Jerusalem kommt und sein Volk aus der Gefangenschaft mitbringt: „Sage den Städten Judas:

Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen.“

(Jes 40,10). Gott selbst zieht mit seinem befreiten Volk nach Hause, wie damals beim Auszug aus Ägypten. Der Herr der Geschichte und Sieger über Babylon tritt nun seine Herrschaft in Jerusalem an.

Doch dieser mächtige Befreier kommt für sein Volk als zärtlicher Hirte. Jesaja fährt fort:

Schaut! „Er bringt eine Belohnung mit und führt sein wiedererworbenes Volk vor sich her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte: Die Lämmer wird er im Arm tragen und sie auf seinem Schoss halten, die Mutterschafe wird er freundlich leiten.“ (Jes 40,10b.11).

Das gilt auch für Sie heute: Gott hat Sie nicht vergessen. Er kennt auch Ihre Lebenssituation ganz genau. Früher oder später wird er auch in Ihrem Leben gewaltig eingreifen und helfen. Es lohnt sich, geduldig zu sein und auf seine Hilfe zu warten.

Autor: Jürgen Neidhart

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1. Petrus 5,10

Was Petrus im heutigen Bibelwort schreibt, ist zuerst an Christen gerichtet, die Verfolgung erleiden: "Der Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen."  1. Petrus 5,10

Gott macht das wahr. Ibrahim hat es erfahren. Im Norden Nigerias hatte er das Evangelium von Jesus Muslimen weitergegeben. Viele bekehrten sich zu Christus. Deswegen wurden seine Frau und drei Kinder von fanatischen Muslimen getötet. Er selbst konnte zuerst fliehen, wurde dann aber auch verhaftet und eingesperrt. Infolge von Folter und ohne medizinische Versorgung wurde er sehr krank, frustriert und niedergeschlagen. Da schaffte es ein anderer Christ, ihn zu besuchen, der selber durch Haft und Folter gegangen war. Der konnte ihm dienen, ihn aufrichten und im Glauben stärken. Es gelang, dass er unter Bewachung in ein Militärkrankenhaus zur Behandlung verlegt wurde. Die ihn begleiten, beten, dass Ibrahim ganz frei kommt.

Von solcher Verfolgung und Leid sind wir – Gott sei es gedankt – weit entfernt. Umso mehr sollten wir für solche Christen beten.

Wenn wir diese Dimension im Blick haben, dürfen wir das Petruswort aber auch für uns und unsere viel, viel geringeren Leiden hören. Denn es gilt für alle, die ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben: Der Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

Auch uns kann es niedergeschlagen machen, wenn wir Ablehnung oder gar Feindschaft erleben, weil wir für Jesus Christus, sein Wort und seine Weisung eintreten, zum Beispiel bei der Frage von Abtreibung oder Ehe.

Oft noch mehr bringt es unsern Glauben ins Schleudern, wenn uns eine vermutlich unheilbare Krankheit trifft. Dann sind schon ein oder zwei Jahre keine „kleine Zeit“ des Leidens mehr. Wie sieht da das Aufrichten und Stärken aus?

Vielleicht wie bei jener Frau, die schwer an Krebs erkrankt war. Sie rief ihren Pfarrer an,  mit ihr zu beten. Der bat mich, mit zu kommen, weil es im Jakobusbrief heißt, dass die Gemeindeverantwortlichen zusammen für den Kranken beten sollen. Bei diesem Gebet hat sie Gott ganz spürbar aufgerichtet, ermutigt und wieder im Glauben gegründet. Später ist sie dann getrost in die ewige Herrlichkeit ihres Herrn Jesus Christus eingegangen als Gott sie heim rief.

Da ist mir aufgegangen: Die Herrlichkeit in Jesus Christus wiegt bei weitem das Leiden auf, das nur zeitlich und begrenzt ist. Und oft dürfen wir schon mitten drin erleben, wie Jesus uns aufrichtet und tröstet.

Zwei Folgerungen daraus: Ich will mich viel mehr auf die Herrlichkeit  freuen, zu der uns Gott berufen hat. Und ich will im Leiden die Gemeinschaft und Hilfe anderer Christen in Anspruch nehmen. Machen Sie mit!

Denn Der Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

Autor: Pfarrer i. R. Hans-Jörg Blomeyer

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5. Mose 7,7–8

Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einem besonderen Event eingeladen. Welchen Schmuck wählen Sie als Frau für diese Gelegenheit? Sicher nicht Ihren billigsten und unansehnlichsten. Kürzlich brauchte ich ein Passfoto und zog dazu meine schönste Krawatte an. Am Schluss kam sie nicht einmal aufs Bild. Wenn wir etwas wählen können, das zu uns passen soll, muss es in der Regel das Beste und Schönste sein.

Gott handelt dagegen ganz anders. Das sagt uns die Losung dieses Tages, in der Mose zu dem Volk Israel spricht: „Nicht hat euch der HERR angenommen und erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat."  5. Mose 7,7–8

Gott erwählt nicht, was großartig ist, in die Augen sticht, ihm viel Ansehen bringt. Gott erwählt das Geringe, das Kleine, ja Kleinste: Warum tut er das? Weil er nicht aus Schicklichkeit oder Eitelkeit, sondern aus Liebe handelt, allein aus Liebe. Die Liebe gibt den Ausschlag.

Gott liebt das Geringe, Verachtete, mit Krankheit Beladene, Verlorene. Vor allem durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, wissen wir das. Er hat, was dem Volk Israel gilt, für Menschen aller Nationen in Kraft gesetzt. Das ist ungemein tröstend, rettet, beauftragt aber auch.

Wie tröstend das ist, erlebte eine junge Frau. Sie klagte mir: „Ich bin nichts wert. Meine Eltern haben mich nicht gewollt. Meinetwegen mussten sie heiraten.“ Ich konnte ihr aufgrund der Bibel bezeugen: „Gott, dein Vater im Himmel, liebt dich. So sehr liebt er dich, dass er seinen Sohn für dich sandte. Er will dein Hirte und Herr sein“. Sie vertraute darauf und wurde ein fröhliches Gotteskind.

Vielleicht denkt jetzt jemand: „Aber mich liebt Gott nicht. Sonst hätte ich nicht diese Krankheit, diese begrenzte Lebensaussicht.“ Dem setzt Jesus Christus entgegen: So sehr hat Gott die Welt – auch Sie – geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. In diesem Wort ist auch Hilfe für da Kranksein eingeschlossen. Vor allem aber schenkt  Jesus durch sein Sterben und Auferstehen  unbegrenzte ewige Lebensgemeinschaft mit dem liebenden Vater im Himmel.

Das gilt auch, wenn Schuld dem im Wege steht. Jesus hat am Kreuz dafür bezahlt und will sie vergeben. Das Lied hat recht: Er liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht, ist näher als je du gemeint.“ Es genügt, sich ihm anzuvertrauen, seine Liebe anzunehmen.

Haben Sie schon Erfahrungen mit Gott und seiner Liebe zu Ihnen gemacht, die Jesus uns schenkt? Dann wünscht er sich nichts mehr, als dass Sie diese Liebe heute an Ihren Nächsten weiter reichen. Dann erlebt auch er, dass Gottes Liebe den Ausschlag gibt, wie schon zu Moses Zeiten das Volk Israel, dem als erstes gesagt ist: „Nicht hat euch der HERR angenommen und erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat.

Autor: Pfarrer i. R. Hans-Jörg Blomeyer

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