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Geschichten vom Missionsfeld

…Mahesh (damals 38 Jahre alt) bewirtschaftete mit seiner Frau und zwei Kindern seit über 20 Jahren sein Land. Gewöhnlich bekam er etwas Geld für Saatgut, Dünger und Pestizide. Das Ausbleiben des Regens, wie auch die schlechte Qualität des Saatguts und die steigenden Kosten für Arbeitskräfte, ließen keine guten Erträge zu. Trotzdem musste er die hochverzinslichen Darlehen zurückzahlen; dies war nicht möglich. So häuften sich die Schulden im Laufe der Jahre an. Als es dann wieder eine Missernte gab, konnte er die Schuldenlast nicht mehr ertragen und nahm sich das Leben.

Diese Geschichte ist nun fast sechs Jahre her und war leider auch kein Einzelfall. In Indien nehmen sich jedes Jahr ca. 15.000 Bauern das Leben, weil sie aus der Schuldenfalle der großen Saatgut- und Düngemittellieferanten nicht mehr herauskommen. Dagegen unternahm unser Partner, das „CBM Bethel Hospital“ (baptistisches Krankenhaus), in Indien etwas und rief 2012 das Hungerbekämpfungsprogramm in Vuyyuru ins Leben. Hierbei wurden 540 Bäuerinnen und Bauern aus unterschiedlichen Dörfern von Agrar-Ingenieuren geschult, keine Pestizide und keinen Kunstdünger mehr zu benutzen, sondern organischen Dünger. Außerdem erhielten sie Schulungen im Anbau neuer Produkte sowie im Marketing ihrer Ernte. Zudem lernten sie, die kleinen Grundstücksflächen neben ihren Häusern und Hütten für sogenannte „kitchengardens“ (Nutzgärten) zu nutzen. 450 Bäuerinnen sind nach fünf Jahren noch dabei und erbringen eine sehr gute biologische Ernte von Reis, Hirse, Linsen und Ingwer. Diese ist nicht nur gesund, sondern auch sehr beliebt auf dem Markt. Zudem erzielen sie mehr Einkommen als früher. Angeregt durch die Schulungen haben über 80% der Frauen neben ihren Häusern Kleingärten für den Anbau von Kürbissen, Gurken, Tomaten, Auberginen, Gelbwurz, Bohnen, Papayas, Guyaven u.v.m. angelegt. Dadurch können sie ihren Eigenbedarf gut abdecken und erhalten eine abwechslungsreiche und gesunde Nahrung. Nachweislich ist die Anzahl der Krankheiten in diesen Dörfern deutlich zurückgegangen und auch die Kinder werden ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt. Zur Motivation für ihre weitere Arbeit, gibt es einmal im Jahr ein Festival, das sogenannte „World Kitchen Gardens day“ mit Preisverleihungen. Hier können die Familien ihre Ernte vorstellen. Das durchschnittliche Netto-Einkommen der Familien durch den Verkauf ihrer Ernte beträgt ca. 27.000 Rupien (ca. 375 EURO) pro Monat. Mit diesem Verdienst können sie gut leben. Vor Jahren gründeten 18 Dörfer eine gemeinsame Kooperative. Seitdem zahlen die Bauern-Familien jeden Monat 100 Rupien in ein gemeinsames Konto ein. Mit diesem Geld vergeben sie dann kleine Kredite an arme Familien für z. B. medizinische Behandlungen und Schulmaterialien. Insgesamt wurden bereits 1.000.000 Rupien (ca. 13.800 EURO) zusammengespart. Dr. Judson Pothuraju, Regionalrepräsentant von EBM INTERNATIONAL in Indien, hat kürzlich das Hungerbekämpfungsprogramm in Vuyyuru besucht. Er berichtete mit großer Freude über die sehr gute Entwicklung dieses Programms. Er schrieb auch, dass er am “World Kitchen Gardens day” teilnahm. Viele Bäuerinnen trafen sich hier um die Ernte aus ihren kitchengarden zu präsentieren. Einige von ihnen besuchte er auch zuhause und machte sich ein Bild von ihrer beeindruckenden Arbeit. Ein nachhaltiges Projekt, das vielen Menschen aus der Schuldenfalle hilft, Hungersnot bekämpft und langfristig für eine gesunde Ernährung und ein festes Einkommen sorgt. Danke, dass Ihr uns dabei unterstützt!

Pastor Christoph Haus

Generalsekretär EBM INTERNATIONAL

 

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Geschichten vom Missionsfeld

Auf einem ehemaligen Drogenumschlagplatz in einem Armenviertel von Mendoza/ Argentinien spielen jetzt fröhliche „PEPE-Vorschul-Kinder“. Zuvor musste das neu gekaufte Grundstück noch von Utensilien befreit werden, die für spiritistische Sitzungen und okkulte Praktiken verwendet wurden. Und auch geistlich wurde durch Gebete eine Säuberung vorgenommen.

Dieses neue Grundstück neben dem Sozialzentrum ist eine Gebetserhörung. Endlich können verschiedene Gruppen den Platz für ihre Aktivitäten nutzen. Das Sozialzentrum steht am Rande von Mendoza, in dem Viertel „12 de Mayo“, in einem sozialen und geistlichen Brennpunkt inmitten von Armut, Kriminalität, Drogenhandel und auch geistlicher Not. In 15 Projekten wird Kindern, Jugendlichen und ihren Familien Hilfe angeboten. Täglich gibt es für rund 300 Kinder eine Armenspeisung. Gerade in letzter Zeit kamen viele Jungen aus dem Drogenmilieu, die durch die Arbeit des Sozialzentrums auch aus ihrem kriminellen Umfeld befreit wurden. Immer mehr Menschen kommen zum Glauben. Eine Beispielgeschichte: Eine Mutter kam mit ihren Kindern ins Sozialzentrum und schilderte dort ihre Not: „Wir leben ohne Dach über dem Kopf; ohne Schutz auf der Straße. Meine Kinder haben weder Jacken, noch Socken oder Schuhe. Mein 10-Monate altes Baby ist unterernährt. Bitte helft mir!“ Sofort wurde ihr geholfen: Eines der Kinder wurde im MANNA-Programm aufgenommen, wo es tagsüber von einer liebevollen Familie aus der Gemeinde betreut und versorgt wird. Martina, 6 J., geht jetzt in die PEPE-Vorschule. Mit zwei Jahren war sie von ihrem Cousin so schwer verletzt worden, dass die Auswirkungen davon tiefe Spuren hinterlassen haben. Seit sie im Sozialzentrum ist, hat sich bei ihr sehr viel verändert und gebessert. Die Ortsgemeinde besorgte für die Familie ein Quartier, Kleidung und Nahrung. Oft sind die Mütter so hilflos und brauchen Rat auch für den alltäglichen Umgang mit ihren Kindern. Häufig müssen sie arbeiten und können sich kaum uns sie kümmern. Die Mitarbeiter im Sozialzentrum sind froh, dass ihre sozialen Hilfsangebote eng an die Ortsgemeinde angeschlossen sind. Sie staunen und sind dankbar darüber, was Gottes Liebe, Kraft und Allmacht durch ihr Engagement in Mendoza bewirkt. EBM INTERNATIONAL unterstützt diese Arbeit, die sehr am Wachsen ist, schon seit vielen Jahren. Das konnten und können wir nur mit Hilfe von vielen Spendern schaffen. Vielen Dank, für jede Spende und für jedes Gebet!

Pastor Carlos Waldow

Missionssekretär für Lateinamerika

 

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Geschichten vom Missionsfeld

Auch in diesem Sommer nahmen Freiwillige, die einen sechs- bis zehnmonatigen Arbeitsaufenthalt im Ausland vor sich haben, am Vorbereitungskurs in Elstal teil. In ihren Einsätzen lernen sie Menschen und Kultur kennen, teilen das Leben miteinander und dienen Gott und den Menschen. Ihre Einsatzstellen sind in den lokalen Projekten der Partnerunionen von EBM INTERNATIONAL in Afrika (Malawi, Südafrika), Indien und Argentinien.

„Schnell fand sich unsere Gruppe zusammen. Die meisten von uns 14 jungen Leuten kannten sich schon vom Bewerberwochenende. Wir konnten neben dem Kursprogramm unsere Freizeit gemeinsam verbringen. So spielten wir Volleyball und integrative Spiele und musizierten gemeinsam. Aber auch die Seminare trugen eine Menge zur Gruppenentwicklung bei. Beispielsweise wurden von uns in den erlebnispädagogischen Übungen Teamwork, Kreativität und Kommunikation gefördert.

Unser Zusammengehörigkeitsgefühl wurde durch die Mückenplage noch gesteigert, der wir alle schutzlos ausgeliefert waren. Zur Auswertung bekamen wir bei unserem regelmäßigen Tagesabschluss abends immer zwei Zettel. Auf den einen schrieben wir unser tägliches Lowlight, auf den anderen unser Highlight. Die Zettel präsentierten wir dann in der offenen Runde: Die guten hängten wir für jeden sichtbar an die Wand, die schlechten warfen wir mit einer Kraft, die wir für angemessen hielten, in den Mülleimer. Dort stand auf den schlechten Zetteln nicht selten die besagte Mückenplage drauf.

Ein aufschlussreicher Tag war für uns die Exkursion nach Berlin. Wir wurden jeweils zu zweit in verschiedene Stadtteile geschickt. Unsere Aufgabe bestand darin, dort einen Tag lang zu verbringen und danach irgendwie zurückzukehren. Das Herausfordernde dabei war, dass wir weder unsere Handys, noch Essen oder eigenes Bargeld mitnehmen durften, sondern nur mit dem jeweiligen Tagessatz eines durchschnittlichen Gehalts unseres Einsatzlandes ausgestattet wurden. Diese Tagessätze betrugen zwischen 19 Cent und 2,08 Euro. Wir mussten also kurzfristig an Geld kommen, was einiges an Kreativität und vor allem Überwindung kostete. Unvermeidlich gelangten wir so in Kontakt mit fremden Menschen, was zu erfahrungsreichen Gesprächen führte.

Durch die zahlreichen und zeitintensiven Seminare, den Gesprächen unter uns Freiwilligen sowie das Kennenlernen der beiden Mentorinnen aus Südafrika und Malawi, verstanden wir einige Aspekte, die wir bezüglich unseres jeweiligen Einsatzlandes zu beachten haben. So haben wir nun das Gefühl, gut vorbereitet zu sein. Zwar haben wir trotzdem noch Respekt vor unserem bevorstehenden Einsatz, gehen jetzt aber mit viel mehr Selbstbewusstsein und Wissen in die Länder.

Letztendlich überwiegen die Vorfreude und der Ehrgeiz gegenüber der Angst vor dem Fremden oder möglichen Sprachbarrieren.

Auf geht’s nach Argentinien, Indien, Malawi und Südafrika.“

Bericht von den Freiwilligen Neele Hußmann und Marvin Esau

 

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Geschichten vom Missionsfeld

Ein wichtiger Arbeitsbereich von EBM INTERNATIONAL

Bei unserer letzten Reise nach Kamerun konnten Christoph Haus und Matthias Dichristin auch wieder in den Norden des Landes reisen und gemeinsam mit dem Regionalrepräsentanten Magloire Kadjio die Ausbildungszentren besuchen, die EBM INTERNATIONAL in Garoua und Maroua unterstützt. Allein in dieser Region investieren wir jedes Jahr 100.000 Euro in die Ausbildung von jungen Frauen und Männern, weil wir überzeugt davon sind, dass eine qualifizierte Berufsausbildung das Leben von jungen Menschen nachhaltig beeinflusst und eine ganze neue Generation davon geprägt wird und ein eigenständiges sicheres Leben führen kann. Besonders in dieser Region des Landes, wo der Terror der Boko Haram Sekte einen großen Einfluss auf die junge Generation hat, ist Bildung der Schlüssel, um einer Radikalisierung vorzubeugen und die demokratischen Kräfte im Land zu stärken. Am Technischen Zentrum in Garoua (CTG) ist seit mehreren Monaten in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen ein neuer Ausbildungsgang entstanden. In diesem Jahr haben bereits 13 Leute zusätzlich ihre Ausbildung als Restaurant- und Hotelfachkraft begonnen. Bei unserem Besuch im April waren die Ausbildungsräume noch im Bau, aber es war bereits deutlich, dass hier bald Leben einzieht. Nun fand am 28. Juni 2017 der erste offizielle Besuch auf dem fertigen Gelände statt und Persönlichkeiten aus Kirche und Politik konnten sich ein Bild davon machen, welche hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten am CTG gegeben sind. Neben dem neuen Ausbildungsgang läuft die Arbeit in den Bereichen Automechanik, Schneiderei und Schlosserei wie gewohnt weiter. Ungefähr 150 junge Menschen machen am CTG eine Ausbildung in den verschiedenen Bereichen. Eine hauseigene Autowerkstatt sorgt dafür, dass zusätzliche Einkünfte erzielt werden können. Für einige angesehene Automarken ist das CTG die offizielle Werkstatt in der Region. Produkte aus der Schneiderwerkstatt können regional verkauft werden und kleinere Maschinen (bspw. Ölpressen) werden in der Schlosserei selbst entwickelt und hergestellt. Unser Missionar Nathan Minard aus Frankreich ist Teil des über 20-köpfigen Mitarbeiterteams unter der Leitung des Kameruners Roland Godom. Das CTG ist damit ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt und wird wie alle Projekte, die wir als EBM INTERNATIONAL fördern von einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleitet. Als EBM INTERNATIONAL ist es unsere Vision, dass wir „Gottes verändernde Liebe teilen, damit Menschen in Hoffnung leben“. Diese Hoffnung ist ganzheitlich und umfasst alle Lebensbereiche. Aus diesem Grund investieren wir uns in fünf verschiedenen Arbeitsbereichen, die wir in unserem neuen Imagefilm vorstellen, der unter folgendem Link zu sehen ist http://ebm-international.org/ebm-imagefilm-2017-de.0.html

Matze Dichristin

 

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