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Geschichten vom Missionsfeld

Mission ist keine Einbahnstraße! Das konnte man beim EBM-Missionsrat in Wien hautnah und eindrücklich erleben. 150 Gäste und Delegierte aus 25 Ländern, mit denen EBM INTERNATIONAL partnerschaftlich verbunden ist, haben den Donauhof mit internationalem Leben gefüllt. Eine inspirierende Atmosphäre war an unzähligen Stellen und in vielen Veranstaltungen spürbar. Die Gastfreundschaft der Wiener Projekt:Gemeinde hat die Tage zu einem tollen Erlebnis gemacht und den besonderen Charme der Stadt und der Menschen gezeigt. In dem dreiminütigen Film von Valere Schramm, Mitarbeiter der Gemeinde, wird das wunderbar deutlich:

https://www.youtube.com/watch?v=FZEUpipokf0&feature=youtu.be

Die partnerschaftliche Verbundenheit, die die Missionsarbeit von EBM INTERNATIONAL kennzeichnet, wurde besonders durch die vielfältige Partizipation der Teilnehmenden spürbar. In elf Workshops berichteten Menschen, die mit unseren Projekten verbunden sind, von ihren Erfahrungen. Zusätzlich gab es in diesem Jahr zum ersten Mal anstatt klassischer Bibelarbeiten die Möglichkeit mit kurzen Testimonials die Gruppe zu inspirieren. Angelehnt an die TEDx Veranstaltungen, die viele aus den sozialen Medien kennen, erzählten 12 völlig unterschiedliche Personen, wie die Arbeit von EBM INTERNATIONAL ihr Leben nachhaltig prägt und verändert: Rui Teske aus Brasilien, Mitglied des Vorstandes von EBM INTERNATIONAL erzählte davon, wie der brasilianische Gemeindebund Pioneira Schulungen in Mosambik mit organisiert und durchgeführt hat und wie sie dann selbst davon profitiert haben, Teil der Mission von EBM INTERNATIONAL zu sein. Elizabeth Mvula, die amtierende Vizepräsidentin der Baptist Convention of Malawi bezeichnete sich selbst als "lebendiges Zeugnis". Sie meinte, es sei auch der Partnerschaft mit EBM INTERNATIONAL zu verdanken, dass sie als Frau eine solche Leitungsaufgabe in ihrem Gemeindebund übernehmen kann. Dr. Santosh, Arzt in einem Projekt von EBM INTERNATIONAL in Indien erzählte von einem tragischen Unglück, bei dem sein Sohn ums Leben kam und wie seine Familie heute Trost für andere spenden kann, die selbst Leiderfahrungen gemacht haben. Marlene Cevik aus unserer Gemeindegründungsarbeit in der Türkei berichtete von den großen Herausforderungen in der Türkei durch die vielen Geflüchteten, aber auch davon, wie die kleine Gemeinde in der Türkei helfen kann und Wachstum erlebt. Lea Herbert, Pastorin aus Großhansdorf erzählte von ihrer Begeisterung das Wirken Gottes auf dem Missionsrat hautnah zu erleben: "Durch Euch zu sehen, wie Gott in der Welt wirkt, gibt mir Mut für meinen Dienst hier in Deutschland". Und tatsächlich ist es jedes Jahr auf dem Missionsrat erstaunlich zu erleben, wie Gott in den über 300 Projekten die EBM INTERNATIONAL im Jahr 2016 unterstützt hat wirkt. In einem zweiten kurzen Film wird hier ein kleines Fenster dieser Segensspuren geöffnet:

http://ebm-international.org/ebm-imagefilm-2017-de.0.html Und zum Schluss bleibt die Ermutigung an alle Gemeinden, sich aktiv zu einem Teil dieser Arbeit zu machen: Zeigt die Filme in den Gemeinden und unterstützt die Arbeit von EBM INTERNATIONAL im Gebet. Und lasst Euch durch einen Gemeindebesuch für die Missionsarbeit begeistern. Besonders spannend ist sicher der Besuch des Missionsrates, bei dem Besucher herzlich willkommen sind. Im nächsten Jahr findet er vom 2.-5. Mai in Gandia/Spanien statt.

 

 

Matze Dichristin

 

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Geschichten vom Missionsfeld

Die Geschichte, die ich euch erzählen möchte, fing im Jahr 2010 an. Es geht um vier Geschwister: Daiana, José, Rodolfo und Juliana. Alle waren Opfer von Missbrauch durch ihren eigenen Erzeuger. Sie kamen sehr schwach und krank hier im Kinderheim an und vermissten ihre Mutter sehr. Am meisten erstaunte und bewegte uns, dass die Mutter, Sandra, immer Kontakt zu uns hielt, trotz ihrer intellektuellen Einschränkung. Sie arbeitete als Haushaltshilfe auf dem Land – auf den Feldern und im Weinberg. Bei all ihren Besuchen im Heim war sie den Kindern gegenüber stets sehr zugewandt und liebevoll. Die Kinder haben sich auch immer sehr gefreut, wenn sie kam, und haben uns gebeten, wieder bei ihrer Mutter wohnen zu dürfen. Das Jugendamt war dagegen. Dennoch haben wir Gott gemeinsam darum gebeten. Einmal kam Juliana zu Pastor Manfredo mit der Bitte, ihr die Bibel mehr zu erklären, damit sie ihrer Mutter davon erzählen könne, die nicht lesen kann. Letzten Sommer hörten wir, dass der Mutter mehr Platz zum Wohnen für die Kinder fehlte, damit diese wieder bei ihr bleiben dürften. Seit zwei Jahren lebt Sandra mit einem Mann zusammen, mit dem sie eine stabile Beziehung hat; und seitdem ist auch ihr Leben geordneter. In diesen zwei Jahren haben beide die Kinder regelmäßig besucht. Gemeinsam mit der Gemeinde starteten wir eine Aktion, um ihr Haus zu vergrößern. Sie bekamen für den Anbau Sand, Steine, Zement, Nägel, Kalk und Eisenstangen für das Dach von uns gespendet. Beim Kauf dieser Materialien waren die Kinder mit mir mitgekommen und waren sehr glücklich. So konnte der Lebensgefährte von Sandra, der Maurer ist, das Haus um zwei weitere Zimmer erweitern. Dazu sagte Juliana dann einmal: „Gott erhört Gebete!” Die Übergabe der Kinder an ihre Mutter war ein sehr emotionaler Moment, auch für die Jugendrichterin, die anwesend war. Sandra, die Mutter, hat mich inbrünstig umarmt. Sie sagte unter Tränen: „Danke, dass ihr euch so gut um meine Kinder gekümmert habt!” Wir haben erfahren, dass sie in eine nahegelegene Gemeinde gehen und dass es ihnen allen gut geht. Vielen Dank an alle, die Teil dieser Geschichte waren, zum Beispiel durch eine Kinderpatenschaft!

 

Edith Landenberger

Heimleiterin Cotia, Brasilien

 

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