Jesus und der sinkende Petrus auf dem Meer

Bibellese: Matthäus 14, 22 - 33

Der Text schließt sich direkt an die Speisung der 5000 an. Die Jünger erleben ein Wunder. Das, was ihnen zur Verfügung steht, fünf Brote und zwei Fische, ist genug um 5000 Männer, ohne Frauen und Kinder, zu versorgen.

Anschließend sollen sie an das andere Ufer vorausfahren. Das Volk ist gegangen und Jesus bleibt zurück um zu beten. Auf dem See kommen sie in Not. Ein starker Wind und die Wellen stehen ihnen entgegen.

Da begegnet ihnen Jesus auf dem See. Jesus geht auf dem Wasser. Das erschreckt sie so sehr, dass sie vor Furcht schreien. Sie erkennen Jesus nicht. Den, von dem sie noch am ehesten Hilfe erwarten können, mit dem sie schon so viel erlebt haben, den erkennen sie nicht. Sie halten ihn für ein Gespenst. So sehr verengt ihre Not den Blick, dass sie Jesus nicht erkennen, vielleicht auch nicht erwarten. Aber Jesus kennt ihre Not und offenbart sich ihnen. „Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!“

Petrus fasst als erster neuen Mut. Er will es seinem Meister gleich tun und auf dem Wasser gehen. Und Jesus fordert ihn zu diesem Glaubensschritt auf. Er traut es ihm zu, so wie er den Jüngern auch bei der Speisung der 5000 zugetraut hat, dass das Ihre, im Vertrauen auf Jesus, viel bewirken kann.

Und doch verlässt Petrus der Mut wieder, als er die Wellen sieht. Er streckt seine Hand aus zu Jesus und der rettet ihn. Dann steigen sie in das Boot und der Sturm legt sich. Einmal mehr wird den Jüngern klar, sie haben es mit Gottes Sohn zu tun.

Wir sagen oft: „Not lehrt beten!“ Aber ist das wirklich so? Beten wir in unserer Not zu Gott? Suchen wir dort nach Hilfe, nach Antworten, nach Lösungen? Erwarten wir dort, in unserer Not, Hilfe? Erkennen wir in unserer Not seine Hilfe?

Ich merke, dass ich schon versuche mit meinen fünf Broten und zwei Fischen zurechtzukommen. Und doch erwarte ich, dass Jesus ein Wunder wirkt, denn ich weiß, wenn ich auf mich allein angewiesen bin, reicht es nicht. Ich will ihn nicht außen vor lassen, aber meinen Teil dazu beitragen möchte ich auch. Denn offensichtlich erwartet Jesus das. „Gebt ihr ihnen zu essen!“, sagt Jesus zu den Jüngern bei der Speisung der 5000. „Komm her!“, spricht er zu Petrus auf dem See. Unsere Mitwirkung, wir als sein Werkzeug, ist erforderlich und gehört selbstverständlich dazu.

Müssen wir das Boot verlassen um auf dem Wasser zu gehen? Ein Glaubensschritt, der uns herausfordert? Ich kenne meine Grenzen, denn es heißt auch:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“

Matthäus 4, 7b

Ein weiteres stellen wir fest. Jesus führt Petrus zurück ins Boot, in die Gemeinschaft. Gemeinsam erkennen sie: „Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“ In der Krise führt uns Jesus in die Gemeinschaft und wir erkennen, Jesus ist wahrhaftig Gottes Sohn.

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