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Offenbarung 4,11

ERF Plus - Wort zum Tag -

Wenn ich im Winter aufwache und das Schlafzimmerfenster öffne, schaue ich zum Himmel. Ich halte Ausschau nach dem Morgenstern. In der Bibel wird Jesus Christus mit dem Morgenstern verglichen. Der Morgenstern leuchtet besonders hell. Er erinnert mich daran, dass Jesus das himmlische Licht in mein Leben bringt. Der Himmelsblick am Morgen oder am Abend, selbst wenn ich einen prachtvollen Sternenhimmel sehe, ist nichts gegen den Himmelsblick, der dem Apostel Johannes gewährt wird.

Manches, was Johannes in Gottes Himmel sieht, kann er in Worte fassen, weil es das so oder so ähnlich auf Erden gibt. Wie einen Thron. Gekrönte Häupter, die sich um den maßgeblichen Thron im Himmel gruppieren. Blitze, Donner, Stimmen, gedimmtes Licht – angezeigt durch Fackeln, wie bei einer Nachtwanderung. Es gibt aber auch Erscheinungen, die wir heute höchstens mit Fantasy-Geschichten verbinden. Eine Gestalt mit sechs Flügeln z. B. – übersät mit Augen. Etwas, das an ein Meer erinnert oder eine Person, die Gedanken an Edelsteine wachruft. Und was für mich am beeindrucktesten ist:

Eine Lobeshymne nach der anderen. Auf den Herrscher Himmels und der Erde. Keine kritischen Worte, keine abfälligen Ausdrücke, kein herziehen über Gott. Keiner, der sich lustig macht. Alle sind wie gebannt von Gottes Aura, dieser außerordentlichen Himmelswelt. Gottes Welt, in der wir Dinge wieder erkennen werden. Gottes Welt zeichnet sich aber auch durch Wesen und Verhaltensweisen aus, die uns überaus fremd sind.

Haben Sie schon mal in einem Gespräch fünf Minuten lang nur Gutes über Gott gesagt? Sich durch nichts irritieren lassen – den Blick fest auf den Himmel gerichtet und staunend nach Worten gerungen, so wie Johannes damals?

Johannes macht uns klar: Im Himmel ist kein Platz für abfällige Bemerkungen. Im Himmel zählt nur eins, wie ich über Gott, über Jesus Christus und den Heiligen Geist rede. Die vierundzwanzig Ältesten haben das verstanden. Sie werfen sich vor Gott auf die Knie. Nicht nur das, sie nehmen sogar die Kronen ab, mit denen Gott sie ausgezeichnet hat. Im Himmel zählt nur die Macht und Gegenwart Gottes. Wenn der Blick auf den Thron Gottes fällt, ist das so überwältigend, dass die eigene Macht Gott vor die Füße gelegt wird. Die Ältesten verweisen durch ihr Verhalten auf Gottes Macht. Sie erkennen sie an und sind davon in ihrem Herzen berührt. Nichts soll den Blick auf Gott verstellen. Sie sind überwältigt, die zwölf Stellvertreter für Israel und die zwölf für die nichtjüdischen Völker – also die, die Gottes Volk abbilden. In dieser Haltung sprechen sie aus, was in ihren Herzen klingt: „ Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.“ Gott wird in der Offenbarung, Kapitel 4, Vers 11 so gelobt.

Der Himmel, den ich morgens bestaune, ist von Gott geschaffen. Er wollte ihn. Gott wollte mich. Er wollte die Menschen, die mit mir im Haus leben. Er wollte sein eigenes Zuhause, den Himmel, in den Johannes uns bis heute einen Einblick verschafft. Ob Sie sich von dem guten Reden über Gott anstecken lassen – trotz allem, was Sie gerade bedrückt? Ob Sie dem Blick von Johannes folgen und von Gottes Umgebung fasziniert sind? Vertrauen Sie wie Johannes darauf, dass es allein auf Gott ankommt? Auf seinen Willen? Vielleicht fassen Sie Ihr Staunen in Ihre eigenen Worte. Ich sage: „Wenn der Morgenstern schon so glänzt, wieviel Himmelsglanz zeichnet dich, Jesus, aus! Du bist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?“

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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1. Chronik 29,11

ERF Plus - Anstoß -

„Gehe sorgfältig mit Sachen um, die du dir ausgeliehen hast“. Ich dachte eigentlich, ich hätte diesen Satz verinnerlicht – bis zu diesem Tag während meiner Studienzeit, als ich mir von Rainer ein Buch auslieh. Rainer war ein guter Freund, seine Eltern hatten mal eine Buchhandlung geführt, und entsprechend wichtig war die Unversehrtheit von Büchern in Rainers Familie. Gerne lieh er mir eins seiner Bücher aus, und ich ging so mit dem Buch um, wie ich eben mit Büchern so umgehe. Nicht mutwillig, aber eben nicht wie ein Buchhändler.

Ein kleiner aber feiner Unterschied, den ich kennen lernen sollte, als ich Rainer das ausgeliehene Buch zurückgab. Was für mich nur ein klitzekleiner Knick im Cover des Taschenbuchs war, war für Rainer eine halbe Staatsaffäre. Und für mich eine wichtige Erkenntnis: Ich mag noch so überzeugt von meinen Maßstäben sein – wie man mit geliehenen Sachen richtig umgeht, entscheidet letztlich der Eigentümer.

Das ist mit Büchern so, aber auch mit meinem Leben und unserer Welt.

Als Christ glaube ich: Mein Leben wurde mir nur geliehen, die Schöpfung uns Menschen nur anvertraut. Eigentümer ist in beiden Fällen Gott selbst. Der alttestamentliche König David, der einen besonders engen Draht zu Gott hatte, bringt das in 1. Chronik 29,11 so auf den Punkt:

Alles im Himmel und auf Erden ist dein.

Gott gehört die Welt, und Gott gehört mein Leben. Ich darf und soll beides gestalten, aber beides ist nur geliehen.  Deshalb will ich mit meinem Leben wie mit der Schöpfung möglichst so pfleglich umgehen, wie es der Eigentümer will.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Jesaja 53,8

ERF Plus - Wort zum Tag -

Da war mal wieder so ein Gottesdienst, an dem ich mich geärgert habe. Warum? Weil im Fürbittengebet und auch sonst immer nur von Gott die Rede war. Dagegen ist doch nichts zu sagen, oder? Doch! Wenn in den Gebeten stereotyp nur noch die Anrede „Gott“ verwendet wird, dann frage ich schon, wer denn da gemeint ist. Von Gott reden ja sehr viele, auch in anderen Religionen. Hier, in einem christlichen Gottesdienst, erwarte ich etwas anderes. Jesus hat uns gelehrt, im Gebet Gott als „Vater“ anzureden. Immer wieder im Neuen Testament taucht auch der Titel „Herr“ auf. Und natürlich können wir auch einfach „Jesus“ sagen.

Dabei hat doch der christliche Glaube nur ein Thema: Jesus Christus. Wir leben in unserem Land und in der ganzen westlichen Welt wie selbstverständlich von den christlichen Vorgegebenheiten. Das jetzige Jahr 2019, - das sind eben das 2019. Jahr nach Christi Geburt: Weihnachten, Ostern, Pfingsten. Mag der christliche Sinn dieser Feste bis auf Weihnachten auch kaum noch bewusst sein, trotzdem hält sich unsere Gesellschaft weithin fraglos an den christlichen Festtagskalender. Umso mehr muss das für Christen selbst gelten: Unser Glaube hängt an Jesus Christus, und nur an ihm. Mögen Gelehrte kritische Fragen anbringen: Der Glaube hängt an Jesus, der am Kreuz für uns gestorben ist, damit wir Vergebung unserer Schuld bekommen und mit Gott, dem himmlischen Vater, wieder im Reinen sind. Er hängt an Jesus, der von den Toten auferweckt worden ist, um uns unzerstörbares Leben zu schenken.

 Ein Wort der Bibel sagt mit großer Deutlichkeit, was Jesus für uns getan hat. Im Alten Testament, ja, schon da, findet sich der großartige Satz: „Er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat seines Volkes geplagt war.“ Mit dem „er“ ist ein leidender Mensch im Dienst Gottes gemeint, ein sogenannter Gottesknecht. Bis heute deuteln die Ausleger dieser Stelle im Jesaja-Buch herum, wer gemeint sein könnte. War es ein Einzelner? War das Volk Israel insgesamt gemeint? Wir Christen geben die für uns einzig mögliche Antwort: Mit diesem leidenden Gottesknecht ist Jesus gemeint. Was hier steht, ist ein Vorschein dessen, was dann 400 Jahre später mit dem Kreuz Jesu Christi und seiner Auferstehung Wirklichkeit geworden ist: Der da aus dem Leben weggerissen worden ist, um für die Sünden der Menschheit zu sühnen, ist Jesus.

Das ist der Kern der christlichen Botschaft, und wer sie verwässert oder sogar verschweigt, der hat sie nicht verstanden oder will sie nicht wahrhaben. Es reicht nicht, in Jesus nur den mitleidenden Bruder zu sehen, den Seelsorger, der viel über den Menschen weiß. Er ist der einzige Trost im Leben und im Sterben, er allein kann Menschen Antwort geben auf die großen Fragen, woher sie kommen und wohin sie gehen, denn er kommt von Gott und ist wieder dorthin gegangen. Wer sich ihm anvertraut, ihn nun wirklich Herr seines Lebens sein lässt, der kann geborgen und zuversichtlich seinen Weg gehen.

 Darum ist es unangemessen, in christlichen Predigten nur allgemein von Gott zu reden und im Gebet nur die Anrede „Gott“ zu benutzen. Wir haben guten Grund, Gott als „Vater“ anzureden. Er ist der Vater Jesu Christi. Wir haben guten Grund, „Herr“ zu rufen, denn damit ist Jesus in seiner Herrschaft gemeint. Und wenn wir einfach „Lieber Herr Jesus“ sagen, wie ich das gern tue, dann zeigt das die Vertrautheit der Beziehung zu Jesus. Bloß nicht nur „Gott“ sagen. Das wirkt kalt, unpersönlich und lässt offen, was unseren Glauben wirklich ausmacht.

Autor: Pfarrer i. R. Hartmut Bärend

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Hebräer 12,3

ERF Plus - Anstoß -

„Wie viel wird mir eigentlich zugemutet?“ Ich gebe zu, dass mir Selbstmitleid manchmal richtig Spaß macht. Die lange Schlange im Supermarkt, das Hotel, das doch nicht wie gewünscht ausfällt, die böse Politik, die nicht nach meinen Vorstellungen handelt. Es ist einfach zu schön, sich in der Opferrolle zu wähnen. Schuld sind die anderen, und manchmal sogar der liebe Gott persönlich. 

Bleibt die unangenehme Frage, ob das eigentlich stimmt und ob meine Haltung die richtige ist. Schnell merke ich, dass ich mich oft über Bagatellen aufrege. Und dass es vielen Menschen um mich herum wirklich schlecht geht, zum Beispiel, weil sie mit einer ausweglosen Krankheit zu kämpfen haben, oder wenn sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden, wovon wir immer wieder berichten.

Das allein sollte mich schon aus meinem Selbstmitleid herausreißen. Der Schreiber des Hebräerbriefes tut es erst recht und erinnert mich an Jesus Christus: "Gedenkt an den, der so viel Widerspruch von den Sündern an sich erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut sinken lasst."

Gott ging in Jesus den tiefsten Weg, den er gehen konnte. Mit dem Blick aufs Kreuz merke ich sehr schnell, wie gut es mir eigentlich geht. Und ich komme aus der Passivität sehr schnell in die Aktivität. Was kann ich eigentlich praktisch dazu beitragen, dass sich bestimmte Dinge ändern, wo bin ich gefragt, was kann ich tun? Für Selbstmitleid ist da plötzlich keine Zeit mehr. Was für eine  Befreiung. 

Autor: Andreas Odrich

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Jakobus 4,10

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Vor Gott wie ein Lamm, vor den Menschen ein Löwe“, sagte mir vor Jahren eine ältere Frau. Sie wollte damit offensichtlich ihr Lebensmotto beschreiben. Ich kannte sie zwar erst seit kurzem, aber ich konnte schnell verstehen, warum sie auf so ein Wort gekommen war. Sie hatte viel durchgemacht.  Mitten im 2. Weltkrieg hatte sie in noch ganz jungen Jahren ihren Mann verloren. Seitdem musste sie sich weithin allein durchs Leben kämpfen. Das war ihr offensichtlich gelungen, aber sie strahlte eine große Härte aus.

Diese Frau teilt das Leid und Los vieler Frauen, die bedingt durch die Kriegswirren schon in jungen Jahren ihren Mann verloren haben. Meine Mutter hat Ähnliches erlebt und meine Geschwister und mich allein großziehen müssen. Trotzdem hatte und habe ich Mühe mit diesem Wort. Meine Mutter hätte es wohl auch nie gebraucht. „Vor Gott wie ein Lamm, vor den Menschen ein Löwe“, das klingt irgendwie extrem. Das würde ja bedeuten, dass das Leben dann nur noch ein einziger bitterer Existenzkampf wäre, in dem - Stichwort Löwe – es auch auf Kosten anderer gehen kann. Und vor Gott wie ein Lamm? Damit würde ja entfallen, was sich eben auch durch die Bibel zieht: Dass Menschen auch mit Gott ringen und oft die Warum-Frage stellen. Das tut ein Lamm nicht.

Aber trotzdem, ich stehe mit Achtung vor der Lebensleistung dieser Frau und finde es eindrucksvoll, dass sie eine Art Lebensmotto für sich gefunden hat. Und nicht nur das: Sie hat für sich klargestellt, dass es nicht nur darum gehen kann, irgendwie durchs Leben zu kommen. Nein, ihr ist bewusst, dass es im Leben immer auch  um die Beziehung zu dem lebendigen Gott geht.

Nun macht mich ein Bibelwort nachdenklich. Ob die Frau mit dem „Vor Gott wie ein Lamm“ doch irgendwie recht hat? An einer Stelle im Neuen Testament lese ich, und es ist offensichtlich als Aufforderung gemeint: „Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.“ Also doch, sich vor Gott ganz klein machen und damit etwas tun, was ihm gefällt, ja, was sich dann einmal auszahlen wird?

Aber dann habe ich mich gefragt, was denn hier wohl mit Demut gemeint ist. Hat Demut mit Unterwürfigkeit zu tun? Das habe ich lange geglaubt, aber das tue ich heute nicht mehr. Denn das deutsche Grundwort für „Demut“ stammt aus der Wurzel „diu-mut“, und das heißt „Mut zum Dienen“. Es hat nichts mit Kriecherei zu tun, mit schweigender Duldsamkeit, sondern mit aktiver und mündiger Dienstbereitschaft. „Demütigt euch vor dem Herrn“ heißt so viel wie „Dient dem Herrn“ und ihm allein. Jochen Klepper hat in einem seiner Lieder wunderbar zum Ausdruck gebracht, was hier gemeint ist. In „Er weckt mich alle Morgen“ heißt es in Vers 4: „Er – gemeint ist Gott - ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht. Was ich von ihm empfahe, gibt sonst kein Herr dem Knecht. Wie wohl hat´s hier der Sklave, der Herr hält sich bereit, dass er ihn aus dem Schlafe zu seinem Dienst geleit.“

„Vor Gott wie ein Lamm“, - ja, wenn ich zuerst auf den Hirten schaue, wie Klepper das tut. Gott selbst ist es, der mich ruft. Er gibt die nötige Kraft. Er vergibt, wo ich gefehlt habe. Er lässt mir Zeit, mich auszuschlafen. Er begleitet mich in seinen Dienst. Dann, ja dann wird mein Dienst eine rechte Freude! Damit kann ich Demut ganz neu verstehen.

Natürlich stimmt auch das andere. Viele Menschen sind heute nicht mehr bereit zu dienen. Sie wollen das schnelle Geld, Wohlstand, Unabhängigkeit. Auf Dauer bringt das aber keine Befriedigung, weil es ein Leben ohne Gott und letztlich total egoistisch ist. Damit bin ich wieder bei der tapferen Frau vom Anfang. Lamm hin oder her, jedenfalls ist sie Gott treu geblieben und steht in seinem Dienst. Das bleibt ihr Ehrenzeichen.

 

Autor: Pfarrer i. R. Hartmut Bärend

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Micha 7,9

ERF Plus - Anstoß -

Es gibt Sätze in der Bibel, die höre ich mir gern an, zu denen sage ich spontan ja. Ein Satz aus dem Buch des Propheten Micha, ziemlich am Ende der Hebräischen Bibel, das wäre so ein Fall. Da heißt es von Gott:  „Er wird mich ans Licht bringen, dass ich seine Gnade schaue.“ Klingt gut, nicht wahr? Licht. Gnade. Prima!

 

Das Problem ist: Den Satz gibt’s nur brutto. Zumindest ist es nicht ganz seriös, wenn man den ersten Teil unterschlägt. Und ob jede und jeder diesen ersten Teil unterschreiben würde – das ist dann doch die Frage. Denn was steht da? „Ich will den Zorn Gottes ertragen - denn ich habe gegen ihn gesündigt -, bis er sich meiner Sache annimmt und mir Recht verschafft.“ - Ups.

 

Gott wird mich also nicht bedingungslos ans Licht bringen und mir seine Gnade erweisen, sondern, was ist die Bedingung: Die Einsicht, dass ich eigentlich nicht seine Gnade verdient hätte, sondern etwas ganz anderes. Seinen Zorn. Das Eingeständnis: Ich sitze in der Patsche. Ich sitze im Dunkeln. Ich brauche Licht, ich brauche einen Anwalt, der mir hier raushilft. Einen Anwalt, auf den und auf dessen Fähigkeiten ich mich blind verlassen muss, obwohl auf mich selbst eher kein Verlass ist. 

 

Erst dann, erst nach dieser Vertrauensübung, stellt sich die Gewissheit ein: Gott ist dieser Anwalt. Derselbe Gott, der allen Grund hat, auf mich zornig zu sein, der kann und wird „…mich ans Licht bringen, dass ich seine Gnade schaue.“

Autor: Markus Baum

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Jesaja 9,5

ERF Plus - Wort zum Tag -

Was tun, wenn die Weltlage verrückt spielt und die großen Herrscher ihre Macht demonstrieren und Kriege führen? In Jerusalem ging die Angst um. Die Herzen der Menschen bebten wie die Bäume im Sturm. Und am See Genezareth, in Galiläa, war es stockdunkel. Viele Bewohner wurden weggeführt und irgendwo im großen assyrischen Reich angesiedelt. Was tun, wenn die Lage so hoffnungslos ist?

Gott kündigt ein Kind an. Wenn alles trostlos und verfahren ist, regiert der allmächtige Gott mit einem Kind. Den machtbesessenen Herrschern dieser Welt stellt Gott ein kleines Kind gegenüber. Kann das gut gehen? Wäre es nicht besser, er würde seine ganze Macht demonstrieren und den Himmel zerreißen, dass alle Menschen auf einen Schlag sehen, wer wirklich Herr auf dieser Erde ist. Das wäre doch unser Wunsch!

Doch Gott macht es viel größer. Dem ganzen Machtgehabe, dieser geballten Gewalt stellt er ein Kind gegenüber, seinen Sohn. Und dieses Kind bekommt nach seiner Geburt Namen, Thronnamen, wie es damals bei den großen Königen üblich war. Diese Namen sind wie ein Regierungsprogramm. Beim Kind Gottes, beim Sohn Gottes sind es vier Namen. Jesaja 9, Vers 5 sind diese Namen aufgeschrieben: „Er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst!“

Diese Namen haben es in sich. Vier Namen, so wie es vier Himmelsrichtungen gibt. Das heißt, das Regierungsprogramm Gottes gilt für die ganze Erde. Nicht nur für Israel, nicht nur für Jerusalem, auch nicht nur für die Kirche oder für die Christen gilt dieses Programm. Nein, es sind vier Namen und damit gilt es für die ganze Welt, überall und für jeden.

Und was ist der Inhalt dieses Programms? Es ist ein Programm voller Wunder und es gilt für ewig. Es besagt, dass Gott an sein Ziel kommen wird. Nicht die Herren dieser Welt oder die mächtigen Damen dieser Welt kommen ans Ziel. Es steht am Ende auch nicht das Chaos oder das Nichts. Nein, das Ziel ist: der Friede-Fürst herrscht. Gottes Friede, Gottes ewiger Friede wird kein Ende haben.

Zu schön, um wahr zu sein, ist diese Botschaft, die vor über 2600 Jahren gesagt wurde. Oder nicht? Wie sehnt sich diese Welt nach diesem Frieden Gottes?! Doch wir wissen mehr. Wir wissen, wer diese vier Namen bekommen hat. Für uns hat dieser Herrscher Gottes, dieses Kind ein Gesicht und eine Gestalt. Es ist Jesus Christus, der Mann aus Nazareth. Sein Gesicht trägt die Dornenkrone und seine Gestalt hängt am Kreuz. Dort am Kreuz hat er Frieden gemacht, Frieden zwischen uns und Gott. Weil er die Dornenkrone trägt und am Kreuz gestorben ist, ist uns unsere Schuld vergeben und wir dürfen zu Gott, zu unserem Vater gehen. Ja, es ist eine Geschichte voller Wunder. Gott hat seinen Sohn vom Tod auferweckt. Er sitzt neben ihm, zu seiner Rechten. Und ob wir es sehen oder nicht: Er hat die Macht, er ist der Herr und er kommt ans Ziel. Schon jetzt dürfen wir seinen Frieden erfahren und erleben. Wir dürfen Boten seines Friedens sein, mitten in einer heillosen Welt. Was für ein Auftrag, denn diese Welt fängt gleich neben uns an. Und wir dürfen geprägt sein von der unbändigen Hoffnung, dass dieser Herr einmal wiederkommen wird und regiert. Dann ist Frieden, überall.

Autor: Dekan Volker Teich

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Matthäus 16,15

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Im Matthäus Evangelium wird in dem 16. Kapitel eine inspirierende Szene beschrieben. Jesus lässt sich von seinen Jüngern berichten, wen die Menschen auf der Straße für den Menschensohn halten. Danach fragt er die Jünger selbst: „Wer sagt denn ihr, dass ich sei?“ Daraufhin antwortet ihm Petrus mit einem innigen: „Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ Danach spricht Jesus ihn selig und offenbart Petrus seine großen Pläne für ihn.

Für mich ist dieser kurze Eindruck ein persönlicher Schlüssel zum Verständnis von Jesus Christus. In aller Offenheit und Herrlichkeit wird hier vom lebendigen Sohn Gottes gesprochen. Zunächst lässt er sich mitteilen, auf welchen gedanklichen Irrwegen sich die Menschen in der Umgebung befinden. Um dann von seinem engsten Kreis klar als Christus, als Retter, benannt zu werden.

Ich denke, dass das heute immer noch so ist. Viele Menschen sprechen über die Bibel, über Jesus Christus, den Heiligen Geist und den Vater im Himmel. Aber so richtig begreifen, so richtig mit dem Herzen fassen, können wir es nur, wenn wir uns auch mit Jesus beschäftigen. Nur im Gebet offenbart sich mir seine Herrlichkeit. Nur im täglichen Selbststudium der Bibel vermag ich die tiefe Wahrheit über Jesus zu erkennen. 

Ich habe für mich aus dem Abschnitt zweierlei mitgenommen: Erstens, nur wenn ich eine Beziehung zu Jesus pflege, dann erkenn ich ihn. Und zweitens, vieles was mir auf den ersten Blick in der Bibel fremd erscheinen mag, wird mit dem Studium ganz vertraut.

Autor: Dariush Ghobad

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Sacharja 9,9

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Der König kommt!“ Voller Schrecken machte sich diese Botschaft in den Städten des Nahen Ostens breit. „Der König kommt!“ Nein, das war keine gute Botschaft. Es war der König mit der Laterne. Es war Alexander der Große. Er stellte vor die Stadttore eine Laterne und zündete ein Licht an mit der Botschaft: „Solange diese Kerze brennt, habt ihr Zeit euch zu ergeben. Aber wehe, wenn die Kerze erlischt, dann geht bei euch das Licht aus. Dann gibt es kein Erbarmen mehr. Dann wird alles platt gemacht“.

„Der König kommt!“ Auch in Jerusalem zitterte man bei dieser Botschaft. Wenn dieser König kommt, dann beginnt eine neue Zeit, ein neues Denken wird uns dann aufgedrängt. Das Gesetz Gottes, die Gebote Gottes sind dann zweit- oder drittrangig. Dann gilt das Gesetz und das Denken Griechenlands. „Der König kommt!“ Die Städte des Nahen Ostens zitterten bei dieser Botschaft. Und tatsächlich, Alexander kam und überrollte die Staaten der damaligen Welt.

„Der König kommt!“ Da tritt Sacharja auf, der Prophet Gottes. Er tritt auf und ruft: „Tochter Zion, freu dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.“(Sacharja 9,9) Was für eine Botschaft! Da wird der ganz andere König ausgerufen, der König Gottes. Der ist nicht der Weltstar auf einem Paradepferd. Er ist nicht der, vor dem alle zittern müssen. Er bringt nicht das neue Recht als Machtdiktat. Nein, er ist gerecht. Er sieht den einzelnen Menschen in seiner Not. Er hilft auf. Er selbst wird arm, so arm, dass er selbst Hilfe braucht. Aber er führt die Menschen zu Gott. Er bringt das Recht und das Reich Gottes mit sich. Da hat Angst keinen Raum mehr, Verzweifelte dürfen neu hoffen und das Volk Gottes darf sich freuen, darf singen und tanzen und jubeln, weil Gott selbst kommt.

Viele Jahre später stand ein Kreuz vor den Toren von Jerusalem. Am Kreuz hing eine gequälte, gemarterte Gestalt. Und oben am Kreuz war ein Schild angebracht. „Jesus von Nazareth, der König der Juden“ war in den drei Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch zu lesen. Hingerichtet am Kreuz, fertiggemacht, so hängt der König Gottes da. Aber es ist die Botschaft an uns: Freu dich, juble laut. Das ist dein König. Der hat sich für dich und für mich gegeben, damit wir Frieden von Gott haben. Er hat sein Leben gegeben, weil er uns hilft, uns Gerechtigkeit gibt. Was wir verbockt haben, das trägt er. Wo wir schuldig geworden sind, das übernimmt er. Er ist der Ärmste geworden, um uns reich zu machen. Jetzt kann kommen, was will, er ist bei uns.

Und wenn heute alles schief geht, wenn wir Nachrichten bekommen, die uns erzittern lassen. Das eine, das Große, das Wichtige steht fest: Der König Gottes, Jesus Christus ist für uns und ist bei uns. Und seine Liebe, die hält uns. Der König Gottes ist da!

 

 

Autor: Dekan Volker Teich

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Matthäus 20,28

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Mancher redet fromm und lebt unfromm, mancher redet von Liebe und meint damit vorrangig die Liebe zu sich selbst. Mancher redet vielleicht sogar vom Dienen, drückt sich aber, wenn Arbeit anliegt. Die Tendenz von uns Menschen ist klar: Was wir mit dem Mund sagen, muss nicht durch unsere Taten abgedeckt sein. Das ist heute so, dass war auch um Jesus herum so. Damals vor 2000 Jahren. Manche wollten groß das Wort führen, Priester und Pharisäer zum Beispiel. Daher kommt vielleicht der Ausdruck 'falsche Pharisäer', weil ihr Reden und Handeln oft nicht zusammen passte. Die Jünger von Jesus streiten sich darum, wer der Größte sei und Jesus, der Chef im Ring, macht ihnen etwas ganz anderes vor: Er dient seinen Jüngern, wäscht Ihnen die Füße, dass es ihnen schon fast peinlich ist.Ein König, der nicht auftrumpft. Ein Herr, der sich nicht bedienen lässt. Gottes Sohn dient den Menschen. Beugt sich unter sie, macht sich klein, trumpft nicht auf, will nicht deckeln, sondern lieben. Das ist mal ein Beispiel. Das ist wahre Größe. Das ist das, was zählt. Die Liebe kommt nicht von oben herab. Die Frau, die jahrelang die demenzkranke Mutter pflegt. Die Krankenschwester, die ohne Murren Überstunden schiebt, der kranke Mann, der treu für andere betet. Menschen, die die ungeliebten Arbeiten in der Gemeinde tun, Toiletten putzen, Staub wischen. Andere, die sich ehrenamtlich fürs Gemeinwohl einsetzen, sei‘s in der Suppenküche oder im Altenheim. Das sind die wahren Helden.

Im Dienen liegt eine ungeheure Kraft. Wer dazu den Mut hat, dem glaubt man auch eher, wenn er von der Liebe Gottes spricht. Jesus hat es uns vorgemacht. 

Autor: Ulrike Schild

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Philipper 1,6

ERF Plus - Wort zum Tag -

Der Philipperbrief ist wohl die persönlichste Schrift des Apostels Paulus. Der Apostel schreibt den Brief aus dem Gefängnis. Dennoch ist der Grundton ausgesprochen positiv und herzlich. Gleich zu Beginn formuliert er ein Gebet für die Christen in Philippi. Paulus ist sehr dankbar für die Gemeinde und ihre Freundschaft. Und er ist ausgesprochen zuversichtlich im Blick auf ihren Glauben und ihre Treue. Er schreibt in Phil 1,6 – und das ist heute unser Wort zum Tag: „Ich bin dessen gewiss, dass er, der das gute Werk in euch angefangen hat, es bis zum Tag Christi Jesu auch vollendet haben wird“

Was für ein Zuspruch. Paulus begleitete doch seine Gemeinden ausgesprochen kritisch, wie wir aus seinen Briefen sehen. Schwierige Entwicklungen erkannte er schon im Ansatz und er scheute sich auch nie, den Finger gleich auf den wunden Punkt zu legen. Ausgerechnet er also gibt den Philippern eine Art Blanko-Garantie: „Es kommt gut mit euch. Keine Angst. Alles wird gut!“

Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass wir einander immer wieder so ermutigen. Nicht nur Warnhinweise geben und Fragwürdiges kritisieren, sondern einander zusprechen: „Es kommt gut mit dir. Denn Gott ist bei dir und segnet dich!“

Dabei ist freilich der zweite Satz sehr wichtig. Denn es geht nicht um den Allerweltstrost: ‚Alles wird gut!‘ Erstens kommt nicht alles einfach gut. Und zweitens haben wir es auch gar nicht in der Hand, dafür zu sorgen, dass es gut kommt mit uns. Sondern wir sind in Gottes Hand. An ihm liegt es. Er liebt uns und will, dass wir das Ziel erreichen.

John Wesley, der Begründer der methodistischen Bewegung, hat den Begriff der ‚vorlaufenden Gnade‘ entwickelt. Es war ihm wichtig zu unterstreichen: Bei allem nötigen Engagement auf Seiten der Menschen, bei all unserem Kampf um eine gute Lebensführung – all das wäre für nichts, wenn nicht Gottes Gnade unserem Wirken vorausginge und den Weg ebnete, auf dem wir uns bewegen und entfalten können. Ich glaube, Paulus geht es in unserem Wort zum Tag um dasselbe Anliegen: Einerseits zu sagen, dass Gott es schenken muss, dass unser Leben, unser Reden und Tun gelingt. Und andererseits zuzusprechen, dass er genau dies tatsächlich tut. Darum brauchen wir um unser Heil nicht mehr zu fürchten. Weil er uns hält und liebt. Weil er in uns arbeitet und uns reifen lässt. Weil er dafür sorgt, dass wir das gesetzte Ziel auch erreichen.

Dieser Zuspruch eröffnet den Zugang zu großer Gelassenheit. Was immer ich heute vorhabe. Wie anstrengend manche Aufgaben sein mögen. Wie groß die Fehler sein mögen, die mir passieren. Gott ist bei mir. Ja, er geht mir voran. Und er will dafür sorgen, dass es gut kommt mit mir. Es darf ein guter Tag werden heute, weil ich auch für mich in Anspruch nehmen darf, was Paulus den Korinthern zusagt: „Ich bin dessen gewiss, dass er, der das gute Werk in euch angefangen hat, es bis zum Tag Christi Jesu auch vollendet haben wird.“

 

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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Psalm 37,5

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Ist es ein Zeichen von Schwäche, wenn ich jemand anderes bitte, mir zu helfen? Dieser Gedanke  kann einem kommen, wenn man Psalm 37,5 liest. Dort steht:

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen. (Psalm 37,5)

David hat diesen Satz geprägt. Und der Zusammenhang legt nahe, dass David allen Grund hatte, sich aufzuregen. Immerhin beginnt er den Psalm mit den Worten: „entrüste dich nicht über die Bösen“.  

Ich glaube, dass es David nicht um blindes Vertrauen oder stilles Herunterschlucken von Ärger geht, sondern um eine bewusste Entscheidung. Etwa so: Ich entscheide mich jetzt angesichts verschiedener Möglichkeiten, Gott, meinem Herrn, zu vertrauen.

Deswegen will ich es so halten, wie König David mir das rät: Ich will meine Blicke auf Gott richten, mit ihm meine Wege besprechen. Ich will Gott um Einsicht und Durchblick bitten und für die Fähigkeit mich nicht aufzuregen. Ich will offen sein für Korrektur und dann mich seiner Führung anvertrauen. 

Das tue ich nicht, weil ich mich vor der Verantwortung eigener Entscheidungen drücken will, sondern weil ich mir bewusst bin, dass Gottes Perspektive besser ist als meine. Außerdem habe ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht, mich Gott anzuvertrauen. Er hat mich bisher immer gute Wege geführt, ja, auch dann, wenn diese Wege manchmal ziemlich schwierig waren.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Jakobus 4,7

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"Ordnet euch Gott unter! Leistet dem Teufel Widerstand, und er wird vor euch fliehen."  Was für eine deutliche Aufforderung. Geschrieben hat sie Jakobus und man findet diesen Vers im Neuen Testament, im 4. Kapitel seines Briefes. Und natürlich richtet sich dieser Brief an Christen. Das könnte ja erst mal stutzig machen und fragen lassen: Müssen Christen dazu extra noch aufgefordert werden? Sich Gott unterzuordnen? Dem Teufel zu widerstehen? Ist das nicht selbstverständlich?

Wer das ganz vierte Kapitel dieses Briefes liest, wird vielleicht überrascht sein. Da ist von Unfrieden in der Gemeinde die Rede, von Kämpfen, ja sogar von Mord! Und wer sich heute in Kirchen und Gemeinden oder anderen christlichen Gruppierungen umschaut, wird feststellen: Auch hier gibt es genug Konflikte und Versagen, Fehlverhalten und Böswilligkeit. Darum: Ja, auch Christen müssen diesen täglichen Kampf immer wieder vor Augen haben. Sie stehen nicht lässig auf der "Wir haben es kapiert"-Seite gegenüber anderen Menschen auf der "Ihr müsst es noch begreifen"-Seite. Christen haben allerdings den Gewinn, dass sie nicht nur von alledem wissen können, sondern noch viel mehr: Mit Jesus haben Sie diesen Kampf nicht mehr selbst auszutragen. Sie stehen auf der Seite des Siegers. Aber es bleibt: diesen Platz, der ihnen geschenkt wird, müssen auch sie täglich für sich in Anspruch nehmen. Indem sie sich Gott unterordnen und so dem Teufel Widerstand leisten.

Autor: Hans Wagner

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Jakobus 4,7

ERF Plus - Wort zum Tag -

Heute bringt mich das Wort zum Tag in die Bredouille. In Jakobus 4,7 heißt es: „So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er vor euch!“ Ich finde das mit dem Teufel eine heikle Sache. Natürlich, keine Frage, dass es das Böse gibt und dass es aktiv ist. Keine Frage auch, dass ich mich nicht dem Bösen, sondern Gott unterstellen will. Jesus hat natürlich recht, wenn er daran erinnert: „Ihr könnt nicht zwei Herren dienen!“ (vgl. Mt 6,24). Also alles klar: Dem Teufel widerstehen und sich Gott unterstellen. Dann kommt es gut. Oder etwa nicht?

Nun ja. Heikel ist die Sache mit dem Teufel, weil er eben auch Gläubige fasziniert. Manchmal befürchte ich, dass wir Christen viel zu oft vom Teufel und von Sünde reden. Dabei gleichen wir dem Kaninchen, das im Angesicht der Schlange vor Angst erstarrt und vergisst, dass es ja davonlaufen könnte. Der Schlange in die Augen zu schauen führt geradewegs ins Verderben. Das Unheil zieht einen magisch an.

Darum, wenn mich jemand fragt, ob ich an den Teufel glaube, sage ich: Nein! Weil glauben im biblischen Verständnis auch bedeutet: jemandem vertrauen oder jemandem folgen. Und in diesem Sinne will ich nicht an den Teufel glauben. Außerdem vertraue ich darauf, dass Christus stärker ist. Dazu bin ich überzeugt davon: Den Teufel ärgert nichts so sehr, wie wenn er nicht beachtet wird. Und er hat keine Macht, wenn ich ihn nicht beachte, weil ich mich an Christus orientiere, der stärker ist.

Es gibt noch weitere Gründe, warum ich die Sache mit dem Teufel heikel finde: Im lobenswerten Bestreben, nur Gott zu dienen, können Christen in Versuchung geraten, fast überall Spuren des Bösen auszumachen. Das führt dann zur Ablehnung von allem, was nur im geringsten gefährlich sein könnte. Wie schnell wird dabei das Kind gleich mit dem Bade ausgeschüttet und man gerät in ein Schwarz-Weiß-Denken, dass der vielschichtigen Realität einfach nicht angemessen ist. Statt detektivisch in allem das Böse zu identifizieren und auszugrenzen, suche ich deshalb auch im Unbekannten und Neuen lieber nach Gottes Spuren. Und so staune ich immer wieder, wo ich ihm überall auch noch begegnen kann. – Und dann gibt es ja auch noch die Verlockung, den Bösen als Ausrede zu nutzen. Wenn man einen Fehler gemacht hat, gibt man einfach dem Bösen die Schuld dafür. Schließlich hat er uns verführt. Doch zu glauben, so fein raus zu sein, ist ein Trugschluss. Schließlich sind wir letztlich selbst verantwortlich für das, was wir tun oder nicht tun.

„So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er vor euch!“ Ich versuche, dem Teufel zu widerstehen, indem ich ihn einerseits so wenig wie möglich beachte, andererseits aber auch nicht die Verantwortung auf ihn abschiebe, wenn ich mich irre, etwas Falsches sage oder tue. Vor allem aber versuche ich mich auf Gott, den Vater Jesu Christi auszurichten und mich in meinem Reden, Tun und Glauben an ihm auszurichten. – Flieht der Teufel so vor mir? Ich glaube jedenfalls, dass sein Einfluss so klein bleibt, während ich hoffe, dass Gott in meinem Leben eine immer größere Rolle spielt.

 

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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Jesaja 27,3

ERF Plus - Anstoß -

„Ich darf doch noch träumen!“ So antworte ich manchmal, wenn mein Gesprächspartner meine Idee für spinnert hält.

Viele Israeliten trugen vor gut 2400 Jahren die Sehnsucht in sich, dass Gott sich endlich mit seinen Vorstellungen vom Leben durchsetzt. Wäre das was?

Manche aus ihrem Volk fanden das verrückt. Sie hatten ihr Leben eingerichtet. Mal hatte Gott darin Platz, mal nicht. Vor allem dann nicht, wenn es um ihren eigenen Vorteil ging.

Doch die Träumer fanden einen, der ihre Träume erdete. Den Propheten Jesaja. Jesaja versprach ihnen im Auftrag Gottes:

Israel wird von Gott wie ein Weinberg gehegt und gepflegt, auf den Gott unendlich stolz sein wird. Und weiter in schriftlicher Form im Kapitel 27, Vers 3 im Jesajabuch: „Ich selber bin sein Wächter, ich, der Herr, und alle Augenblicke tränk' ich ihn. Bei Tag und Nacht bewache ich den Weinberg, damit ihm nichts und niemand schaden kann.“ (GNB)

Dieser Traum blitzt bis heute öfter zum Greifen nah auf. Jedoch so richtig erfüllt ist das Versprechen Gottes noch nicht. Kein Wunder! Denn das Gericht hat noch nicht stattgefunden, an dem Gott sich hundertprozentig durchsetzen wird. Bis dahin träume ich mit den Israeliten weiter. Gott erlaubt es mir. Denn als Christin gehöre ich wie Israel zu Gottes Volk.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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2. Timotheus 2,19

ERF Plus - Wort zum Tag -

Es geschieht in der Nacht von Palmsonntag auf Montag in der Karwoche, am 13. April 1992. Das stärkste Erdbeben nördlich der Alpen seit 1756 wird registriert. Das ganze Rheinland wird durchgeschüttelt. Bis nach London, Berlin und München sind die Erdstöße der Stärke 6,0 zu spüren. In Häusern klirren Gläser, fallen Bücher aus dem Regal, rieselt Putz von der Decke. Menschen stürzen vor Schreck aus dem Bett. Innerhalb kurzer Zeit gehen Tausende Notrufe ein. "Alles schwankt!", berichten in Panik die Anrufer bei Polizei und Feuerwehr. Vor allem durch herabfallende Schornsteine und Dachziegel werden im Rheinland mehr als 30 Menschen verletzt. In Bonn stirbt eine 79-jährige Rentnerin an Herzversagen nach einem „Erdbebenschock“. Am Kölner Dom kracht ein 1,50 Meter großes Ornament aus Naturstein zu Boden. Insgesamt werden 7200 Gebäude beschädigt. Unter dem Strich steht die Schadenssumme von umgerechnet 130 Millionen Euro. Es hätte viel schlimmer ausgehen können. Denn zur Katastrophenzeit mitten in der Nacht waren die Menschen im Bett und nicht auf der Straße, wo es Gesteinsbrocken und Ziegel hagelte. Das Erdbeben selbst ereignete sich in großer Tiefe, 17 Kilometer in der Erde, und ging deshalb relativ glimpflich aus.

Nie werde ich diese Nacht vergessen: Unsere Tochter Hanna, eineinhalb Jahre alt, erwacht aus dem Schlaf und fängt laut an zu weinen. Mit meiner Frau Christine habe ich die Abmachung, dass ich nachts aufstehe, wenn Hanna weint. Meine Frau sorgt sich nachts um unsere jüngere Tochter Eva, die gerade erst 10 Wochen ist. Also stehe ich auf und gehe in Hannas Kinderzimmer, um sie zu beruhigen. Aber sie hört nicht auf zu weinen, obwohl ich ihr die Flasche gebe. Inzwischen bin ich hellwach. Etwa um 3.20 Uhr fängt die Erde an zu beben. Die Tassen im Schrank scheppern. Alles wankt. Ich bekomme Panik und denke: Jetzt ist alles aus. Gleich stürzen die Wände ein und begraben uns. Mein Leben spult sich wie ein Film ab. Ich will beten. Nur ein Wort bekomme ich heraus: Jesus! Und plötzlich steht mir unser Hochzeitspruch aus 1. Korinther 3, Vers 11 vor Augen. Er lautet: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“

Mit einem Theologiestudenten, der gerade als Praktikant bei uns war,  lasen meine Frau und ich dann die Erdbebengeschichten der Bibel. Als Jesus am Kreuz starb, bebte die Erde und auch am Auferstehungstag. Dann spricht die Bibel davon, dass am Ende der Tage große Erdbeben geschehen werden. Uns war es so, als ob Jesus uns durch dieses Erbeben aufrütteln wollte. Es wurde uns klar: Alles kann plötzlich ins Wanken geraten. Alles kann plötzlich aus sein. Auch unser Leben. Ich hatte in dieser Nacht zum ersten Mal so etwas wie Todesangst. Aber der feste Grund besteht. Das Fundament hat einen Namen: Jesus! Einen andern Grund gibt es nicht. Und Jesus ist da, wenn alles aus den Fugen gerät. Das ist besiegelt. Er kennt mich. Er weiß um meine augenblickliche Situation. Er fängt mich auf.

So wie es im 2. Timotheusbrief, Kapitel 2, Vers 19 heißt: Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.

Ich will diese Erfahrung aus jener Nacht nicht missen. Noch nie hatte ich davor eine ähnliche Situation erlebt, in der ich dachte: Jetzt muss ich sterben. Was trägt, wenn es mit unserem Leben zu Ende geht? Was zählt am Schluss? Ist der Glaube an Jesus Einbildung oder Wirklichkeit?  Tatsächlich – Jesus war da in dieser Nacht. Jesus hat mir neue Glaubensgewissheit geschenkt. Jesus trägt mich durch alle Nächte, auch durch meine letzte. Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.

Autor: Martin Scheuermann

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Lukas 10,5

ERF Plus - Wort zum Tag -

Nach einer Studie der Universität Freiburg schrumpfen die beiden großen Kirchen in Deutschland stark. Bis 2060 wird sich die Zahl der Kirchenmitglieder halbieren, so die Prognose. Am wahrscheinlichsten ist ein Kirchenaustritt der Erhebung zufolge bei jungen Leuten zwischen 25 und 35 Jahren - Menschen, die mit dem Eintritt ins Erwerbsleben erstmals Kirchensteuer zahlen müssten. Bis zum 31. Lebensjahr treten 31 Prozent der getauften Männer und 22 Prozent der getauften Frauen aus der Kirche aus.

„Die Situation ist dramatischer, als die Zahlen zeigen", sagt EKD-Ratsmitglied Andreas Barner. "Wir sind Teil eines säkularen Trends, der schwer zu beeinflussen ist." Der Chef der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, sagte: „Wir geraten angesichts der Projektion nicht in Panik, sondern werden unsere Arbeit entsprechend ausrichten." Für ihn sei die Studie auch „ein Aufruf zur Mission".

Jesus hat ganz unscheinbar mit 12 Männern angefangen seine Botschaft unters Volk zu bringen. Zu Petrus sagt er: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“  (Matthäus 16, 18)

Der Bibeltext aus dem Lukasevangelium, Kapitel 10, Vers 5 lautet: „Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede diesem Hause!“ Jesus sendet seine Jünger aus. So baut Jesus Gemeinde. Geht zu den Leuten. Besucht die Menschen in ihren Häusern. Bringt ihnen das Evangelium, die frohe und rettende Botschaft. Durch euch soll sich der Glaube ausbreiten. Ihr seid Boten des Friedens. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann breitet sich der Friede Gottes aus.

Der Friede Gottes – Schalom genannt – gilt allen Häusern, allen Menschen. Schalom den Verachteten. Schalom den Kranken. Schalom den Gesunden. Schalom den Verfolgten. Schalom den Armen. Schalom den Reichen. Schalom den Einheimischen. Schalom den Zugereisten. Schalom den Lebenden. Schalom den Sterbenden. Schalom ist die Liebe Gottes in Reinkultur. Christus ist unser Friede. (Epheser 2, 14) Schalom ist der Atem Gottes. Schalom führt Menschen mit Gott zusammen. Schalom führt Menschen zusammen. Schalom führt Völker zusammen.

Es ist wie am Tag der Auferstehung von Jesus. Da tritt Jesus plötzlich in das Haus, in dem sich die verzagten und verängstigten Jünger befinden. Seine ersten Worte sind: „Friede sei mit euch!“  Da wurden die Jünger froh. Danach spricht Jesus nochmals: „ Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Johannes 20, 19-21)

Ich erinnere mich noch gut an eine Begegnung mit Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda. Mit einem Pastoren-Team sprachen wir mit ihm über das Thema: „Wie können wir in einer immer unchristlicher werdenden Gesellschaft Menschen zum Glauben an Jesus führen?“ Die Antwort von Erzbischof Dyba war ganz einfach und klar. Er sagte: „Wir machen es so wie die ersten Christen. Sie sind dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus begegnet und glaubten an ihn. Dann haben sie ihren Glauben anderen Menschen bezeugt und das Evangelium verkündet. So hat sich der Glaube an Jesus ausgebreitet.“

Auch wenn dramatisch sinkende Mitgliederzahlen der Kirchen uns lähmen wollen, wollen wir uns von Jesus senden lassen. Die Gemeinde Jesu wächst und wird sich vollenden.

Autor: Martin Scheuermann

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Jesaja 52,7

ERF Plus - Anstoß -

Wie kann man Gott loben, wenn alles um einen herum in Schutt und Asche liegt? So ähnlich muss es den Bewohnern von Jerusalem gegangen sein, als sie Jesajas Botschaft hörten. Wobei, je nachdem wie man diesen Bibelabschnitt historisch einordnet, stand das Gericht Gottes für Jerusalem noch bevor.

Der Prophet Jesaja sieht nicht das, was Wirklichkeit ist, eben Schutt und Asche. Er schaut auf das, wovon Gott sagt, dass es einmal sein wird: Rettung von Feinden und Frieden in Stadt und Land. Gott selber wird die Macht ergreifen und sich gegen die Feinde durchsetzen. In Jesajas Worten klingt das so:

Wie lieblich klingen die Schritte des Freudenboten auf den Bergen, der Frieden verkündet, der gute Botschaft bringt, der Rettung verkündet, der zu Zion spricht: Dein Gott ist König geworden! (Jesaja 52,7)

Die Worte, die seinerzeit als Trost für das bedrängte Volk Gottes gemeint waren, haben auch heute noch Kraft. Sie weisen mich auf eine Realität hin, die weit über meine derzeitigen Umstände hinausgeht. Gott ist Willens und fähig, auch in die dunklen Stunden meines Lebens Freudenboten zu schicken. Menschen, die mir seinen Frieden und Rettung verkünden und mich daran erinnern, dass Gott im Regiment sitzt.

Ich finde Jesajas Worte ausgesprochen tröstlich. Und ich wünsche Ihnen das für heute: einen Freudenboten von Gott. Jemand, der Ihnen Gottes Frieden überbringt und der Sie daran erinnert: Gott ist immer noch der Herr.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Theologie studieren in Elstal

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Es gibt viele Orte, an denen man Theologie studieren kann. Doch die Theologische Hochschule Elstal (THE) ist etwas Besonderes – nicht nur, weil sie die Ausbildungsstätte unseres Bundes ist. Wolfgang Günter (WG) von der Zeitschrift DIE GEMEINDE im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Dziewas (RD), dem Prorektor der THE, der dort Diakoniewissenwissenschaft und Sozialtheologie unterrichtet.

WG: Theologie zu studieren – das heißt, die biblischen Sprachen zu lernen, sich mit der Auslegung des Alten und Neuen Testaments zu befassen und sich auf die Gemeindearbeit vorzubereiten. Warum gerade in Elstal?

RD: Die biblischen Texte sind die Basis unseres Glaubens und deshalb sollten angehende Pastorinnen und Pastoren sie gut kennen und die Sprachen gelernt haben, in denen die Bibel geschrieben wurde. Aber Theologie zu studieren bedeutet an unserer Hochschule in Elstal nicht nur, Wissen zur Bibel zu erwerben. Wer bei uns Theologie studiert, wird von uns auch dabei unterstützt, den eigenen Glauben zu vertiefen und an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Außerdem sind wir die einzige theologische Ausbildungsstätte in Deutschland, an der man akkreditierte Abschlüsse in Evangelischer Theologie und Freikirchlicher Diakonie erwerben kann, die direkt für einen pastoralen oder diakonischen Dienst in unserem Gemeindebund qualifizieren.

WG: Bieten sich dann gute berufliche Perspektiven?

RD: Da in unserem Gemeindebund in den nächsten Jahren sehr viele Stellen in den Gemeinden den frei werden, werden auch die Vermittlungschancen in einen Gemeindedienst im BEFG auf absehbare Zeit sehr gut sein.

WG: Wie sieht das Verhältnis von Theorie und Praxis in der Lehre aus und kommt dabei auch ein spezifisch baptistischer Aspekt zum Vorschein?

RD: Wenn man sich auf einen konkreten Beruf vorbereitet, muss man viele Dinge zunächst erst einmal in der Theorie lernen und verstehen, um in der Praxis hilfreich sein zu können. Wer andere operieren will, sollte vor dem Griff zum Skalpell die Funktionsweise der Organe in der Theorie verstanden haben. Und im pastoralen und diakonischen Dienst muss man über breite biblische und theologische Kenntnisse sowie über soziale und psychologische Kompetenzen verfügen, bevor man Menschen in schwierigen Lebenssituationen seelsorgerlich begleiten und Gemeinden gründen, leiten oder weiter entwickeln kann. In Elstal aber lehren wir keine reine Theorie, sondern unterrichten immer mit dem Blick auf die zukünftige Berufspraxis und wählen unsere Beispiele, Übungen und Aufgabenstellungen eben aus dem Kontext der baptistischen Gemeinden und Diakoniewerke, für die wir ausbilden.

WG: Was muss ich an Voraussetzungen mitbringen und woran erkenne ich, ob das Studium etwas für mich ist? Braucht man dafür eine besondere „Berufung“?

RD: Wer Freude daran hat, in der Gemeinde ehrenamtlich mitzuarbeiten, und dabei gute Erfahrung macht, oder wer für sein Engagement positive Bestätigung erhält, sollte sich einmal die Frage stellen: Steckt in diesen positiven Erfahrungen für mich vielleicht die Anfrage Gottes, mich auf einen hauptamtlichen Gemeindedienst vorzubereiten? Und dann gilt es, die Antwort auf diese Frage im Gebet und in Gesprächen mit Menschen zu suchen, die den pastoralen oder diakonischen Dienst aus eigener Erfahrung kennen. Und wer sich für ein Studium interessiert, wird bei uns zu allen notwendigen Zulassungsvoraussetzungen und den individuellen Studienmöglichkeiten beraten.

WG: Vielen Dank für das Gespräch!

Matthäus 4,17

ERF Plus - Wort zum Tag -

Vor kurzem erlebte ich auf einer Autofahrt, dass die Autobahn wegen einer Ölspur gesperrt wurde und wir von der Autobahn heruntergeleitet wurden. Eine Umleitung war noch nicht ausgeschildert. Mein Navi zeigte mir eine Route an, die mir aber nicht einleuchtend schien. Ich entschied mich für einen anderen Weg. Nach relativ kurzer Zeit meldete sich das Navi zu Wort und sagte: „Bitte wenden!“ Ich fuhr weiter und hörte wiederholt die Aufforderung: „Bitte wenden!“ Die Stimme des Navis blieb ganz ruhig und entspannt. Ich aber dachte, ich wüsste es besser und fuhr weiter. Dann erkannte ich den Grund für die Aufforderung umzukehren.  Ich war in einer Sackgasse gelandet. Die Straße endete hier. Ich konnte gar nicht anders, ich musste umkehren. Hätte ich doch nur schon früher auf mein Navi gehört!

Nach Jesu Taufe und seiner Versuchung  beginnt Jesus seine öffentliche Tätigkeit in Galiläa. Kapitel 4, Vers 17 aus dem Matthäusevangelium fasst das Hauptthema der Predigten Jesu in einem Satz zusammen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“

In der Lutherbibel heißt es: „Tut Buße!“ Manche denken, es gehe darum, etwas abzubüßen. Das ist aber nicht der Fall. Jesus forderte die Menschen damals auf: „Kehrt um! Ändert euer Leben! Macht nicht so weiter wie bisher!“ Und er nennt auch gleich den Grund dafür, warum es nötig ist umzukehren: „Denn das Himmelreich ist nahe!“ „Himmelreich“ ist ein anderes Wort für „Reich Gottes“ oder „Gottesherrschaft“. Jesus will sagen: In mir beginnt die Gottesherrschaft auf Erden. Deshalb ist es jetzt Zeit, sein Leben zu ändern. Letztlich lädt Jesus die Menschen ein, sich auf ein Leben mit ihm einzulassen!

Die Einladung Jesu „Kehrt um“ gilt auch uns heute! Der Weg, den wir einmal eingeschlagen haben, muss nicht endgültig sein. Ich darf anhalten, mich umwenden und neu anfangen. Ich darf zu Jesus umkehren und mein ganzes Vertrauen auf ihn setzen.

Umkehr bedeutet auch Abkehr, Abkehr von allem, wozu Gott nicht ja sagt, Abkehr von einem Leben, in dem ich selbst das Sagen habe. Jesus bietet uns an, alles wegzunehmen, womit wir uns zerstören, einander verletzen und das Leben schwermachen. Jesus will uns alles, was wir an Schuld und Fehlverhalten mit uns herumtragen, abnehmen. Wenn wir unsere Schuld im Gebet zu Jesus Christus bringen, fällt eine zentnerschwere Last von uns ab. Umkehr bedeutet also einerseits Abkehr, aber genauso auch Hinkehr, Hinkehr zu Jesus. Er ist der, der uns unsere Schuld wegnimmt. Er ist aber auch der, der uns einen neuen Anfang für unser Leben schenkt. Das gilt einmal bei der grundsätzlichen Umkehr unseres Lebens, der Bekehrung, das gilt aber auch für die vielen Kurskorrekturen, die wir als Christen immer wieder nötig haben.

Jesus Christus begründet, warum Umkehr wichtig ist: „Denn das Himmelreich ist nahe!“ Jesus Christus wird wiederkommen und dann werden wir vor Gott stehen. Nur wer umgekehrt ist, wird vor Gott bestehen können. Wer in der neuen Welt Gottes dabei sein will, braucht Umkehr!

Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, auf die Stimme des Navis zu hören, wenn es sagt: „Bitte wenden!“ Ich habe aber auch gelernt, dass es noch viel wichtiger ist, auf die gute Stimme Jesu zu hören, wenn er mir sagt: „Kehr um! Lass dich korrigieren!“ Es tut gut, falsche Wege zu verlassen und immer wieder ganz neu mit Jesus anzufangen. Der heutige Tag ist gut dazu geeignet!

Autor: Pastor Raimund Puy

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