Sammlung von Newsfeeds

Psalm 73,24

ERF Plus - Wort zum Tag -

Viele neuere Erfindungen sind sehr hilfreich, z.B. das Navigationsgerät. Auf fremden Terrain und bei Nacht leitet es uns sicher zum Ziel, meistens jedenfalls. Denn so ganz sollte man sich nicht darauf verlassen. Mancher, der dies tat, landete schon im Fluss oder im dichten Wald und musste vom Technischen Hilfswerk gerettet werden. Mit dessen Hilfe atmet mancher dann auf, wenn er ans Ziel gekommen ist.

Anders ist es, wenn man sich auf  Gott verlässt. So jedenfalls bezeugt es der Beter des 73. Psalms. Im Vers 24 lesen wir: „Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“ Da gibt es keine Fehlleitungen. Da kommt man garantiert sicher ans Ziel.

Woher nimmt der Beter diese feste Gewissheit? Er nimmt sie daher, weil er Gott kennt. Wenn er das Handeln Gottes in der Geschichte anschaut, dann sieht er viel Unrecht. Er sieht aber auch, dass bei Gott alle Fäden zusammen laufen. Ihm gleitet nichts aus der Hand. Er behält das letzte und entscheidende Wort. Und er hat die Macht, die verfahrenste Situation zum Guten zu verändern. Deshalb setzt der Beter sein ganzes Vertrauen auf ihn.

Wer sich diesem Gott anvertraut, wird gut geleitet. Auch wenn seine Führungen manchmal wunderlich erscheinen – er bringt uns gewiss ans Ziel. Und was ist das Ziel seiner Führungen?

Bei einem Freund im Hausflur las ich einen Liedvers, der dort an die Wand geschrieben war:

Ein Tag, der sagt’s dem andern:

Mein Leben sei ein Wandern

zur großen Ewigkeit.

O Ewigkeit, so schöne,

mein Herz an dich gewöhne,

mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

Dort soll unser Lebensweg ankommen: Bei dem lebendigen Gott, in seiner Ewigkeit. Und wir werden ankommen, wenn wir unser Vertrauen auf ihn setzen. Mag sein, dass wir manche seiner Führungen nicht verstehen. Mag sein, dass sie uns manchmal zu schwer erscheinen. Und in der Ewigkeit können wir ihn dann auch fragen, warum er uns so und nicht anders geführt hat.

Ein alt gewordener Freund, der  viel mit Krankheiten zu schaffen hat, schrieb mir einmal auf meine Frage, wie es ihm ergehe: „Der Aufstieg wird immer beschwerlicher, die Aussicht aber immer schöner.“

Das wissen Menschen, die mit Jesus verbunden sind.

Im 8. Kapitel des Römerbriefes schreibt der Apostel Paulus: „Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben: Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“

Im Blick auf Jesus dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint. Er wird unser Vertrauen nicht enttäuschen. Vielleicht sehen wir bei seinen Lebensführungen nicht durch. Vielleicht leiden wir unter manchen Lasten und Unbegreiflichem. Im Blick auf Jesus dürfen wir dem lebendigen Gott glauben, dass er unser Leben zu einem guten Ende führt. Wir werden staunend sehen: Er hat alles richtig gemacht.

Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

 

Autor: Rainer Dick

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2. Timotheus 4,7–8

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Wieviel ist ein Menschenleben wert? Der Apostel Paulus freut sich am Ende seines Lebens nicht auf eine gute Summe Geld, sondern auf einen Preis, der für ihn viel mehr wert ist. "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den guten Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten, hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit".

Diese Krone wird Paulus von Gott verliehen. Es wäre wirklich zynisch, wenn Gott dem Paulus am Ende ein paar Geldbündel hinterher werfen würde. Wozu auch, Paulus könnte das Geld ohnehin nicht mitnehmen in die Ewigkeit.

Und deshalb ist Gottes Gerechtigkeit aus Sicht des Paulus der größte Gewinn, den er aus seinem Leben ziehen kann. Denn diese Gerechtigkeit braucht Paulus dringend. Sein Leben hat mit Schuld und Versagen begonnen. Paulus hat Menschen fälschlich im Namen Gottes verfolgt und getötet. Und das hat Gott ihm vergeben. Und nicht nur das. Gott hat Paulus nicht abgeschrieben, sondern erneut ins Rennen geschickt. Paulus darf aus seinen Fehlern lernen, und nunmehr die Liebe Gottes an andere weitergeben.

Was für eine gute Botschaft: Gott ist bereit, Vergebung zu schenken und Paulus muss keine Angst haben, dass er trotz großem Fehlverhalten verdammt wird.

Billig ist diese Gnade nicht. Jesus Christus hat sie mit seinem Kreuzestod teuer bezahlt. Ich will mein eigenes Leben daher nicht mutwillig mit groben Fehlern pflastern - ich will mich vielmehr anspornen lassen, mein Leben in diesem Sinne wertebasiert zu leben.

Autor: Andreas Odrich

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Psalm 90,16

ERF Plus - Wort zum Tag -

Kennen Sie die köstliche Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer? Die Augsburger Puppenkiste hat dieses Märchen den Fernsehzuschauern bekannt gemacht.

In dieser Geschichte kommt der ‚Scheinriese‘ vor. Der wirkt aus der Ferne riesig und bedrohlich. Doch je näher man ihm kommt, umso kleiner und schwächer wird er.

Bei  Gott ist das genau umgekehrt. Und er ist keine Märchenfigur. Wenn man weit weg von ihm lebt, dann erscheint er unbedeutend und ungefährlich. Da kann man ihn verspotten und ihn leugnen. Aber je näher man ihm kommt, umso mehr entdeckt man, wie er wirklich ist: Unvergleichlich groß und mächtig.

Und am nächsten sind wir ihm, wenn wir beten. Vers 16 stammt aus einem Gebet. Wir lesen es in Psalm 90: „Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.“

Anscheinend sind wir von Natur aus blind für Gottes Größe und seine Werke. Unsere Sünde vernebelt uns den Blick. Wir brauchen geöffnete Augen, um uns nicht in Gott zu täuschen. Darum können wir nur beten. Gott selber muss uns die Augen öffnen. Und er will es tun. Denn Jesus verspricht im Johannesevangelium Kapitel 16, Vers 8, dass der Heilige Geist dieses Wunder an uns vollbringen wird: „Wenn der Tröster, der Heilige Geist, kommen wird, dann wird er der Welt die Augen auftun.“

Der Psalmbeter hat vieles erkannt: Wir sind nicht die Herren der Welt. Wir sind Geschöpfe des ewigen Gottes. Aber er ist der Schöpfer aller Dinge. Wir sind sterbliche Menschen. Aber Gott ist das Leben. Er ist ewig. Unsere Sünde ist keine Lappalie und kein Kavaliersdelikt.

Sie zieht Gottes Gericht nach sich.

Mose, dem der Psalm zugeschrieben wird, hat das am eigenen Leib erfahren. Weil er ungehorsam war, durfte er nicht mit in das verheißene Land. Sie können es im 32.Kapitel des 5. Mosebuches nachlesen.

Und Vergebung der Sünden ist kein zwangsläufiges Geschehen. Das hat zwar der französische Aufklärer und Philosoph Voltaire so gesehen. Er war Zeit seines Lebens ein Spötter und Gottesleugner gewesen.  Als er auf seinem Sterbebett gefragt wurde, was denn Gott, falls es ihn gäbe, mit ihm tun würde. Da hat er geantwortet: „Vergeben, ist ja sein Beruf.“

Nein, Gott ist nicht harmlos und deckt mit Augenzwinkern unsere Verfehlungen zu. In den Versen 7 und 8 unseres Psalms betet der Verfasser: „Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen und dein Grimm, dass wir plötzlich vernichtet werden. Denn unsere Sünde stellst du vor dich, unsere unerkannte Schuld ins Licht vor deinem Angesicht.“

Aber er deckt unsere Verfehlungen mit seiner Liebe zu. Schauen Sie auf den gekreuzigten Jesus. Er trägt unsere Sünden und erträgt Gottes Gericht. In Jesus sehen wir die Herrlichkeit der Gottesliebe. Vergebung ist das unbegreifliche Wunder, das Gott vollbringt.

Wer das erkennt, der kann nur staunen und Gott anbeten. Und zusammen mit dem biblische Beter bitten, dass uns die Augen dafür aufgehen. Und deshalb bete ich: Herr, öffne mir die Augen, dass ich deine Werke erkenne und dir, dem großen und herrlichen Gott glaube!

 

 

Autor: Rainer Dick

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Matthäus 6,26

ERF Plus - Anstoß -

Keinem nützt es, aber jeder macht es: Sich sorgen.

Vor kurzem war ich in Kenia in einem traditionellen Stammesgebiet. Kein Wasseranschluss, kein Stromanschluss, kein Handynetz. Dort sorgen sich die Menschen darum, wann der Regen kommt. Ob es heute genug zu essen gibt. Wann man sich ein neues Kleidungsstück leisten kann.

Und bei uns? Sorgen sich die Menschen auch. Vielleicht über Erfüllung in der neuen Beziehung, die richtige Kaufentscheidung, die Berufswahl der Kinder.

Sorgen macht sich jeder – aber nützen tut es keinem. Denn Sorgen belädt uns mit einer Verantwortung, für die wir nicht gemacht sind: Wenn ich ein Problem erlebe, kann ich versuchen, etwas zu tun. Wenn ich das Problem aber nur gedanklich sorgenvoll umkreise, kann ich nichts tun – und bin ihm mental trotzdem ausgesetzt. Deshalb macht Sorgen unfrei.

Jesus möchte Menschen gerne aus dieser alltäglichen Unfreiheit herausholen. Er lädt uns ein, die untragbare Verantwortung dem zu geben, der sie tragen kann: Gott. Jesus wörtlich im Matthäusevangelium:

Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

Jesus argumentiert hier: Wenn Gott Tiere mit allem versorgen kann, was lebensnotwendig ist – sollte er sich da nicht um die Menschen kümmern, die er liebt?

Sorgen machen oder Gott vertrauen – mich stellen die Worte Jesu jeden Tag neu vor eine Entscheidung. Wie will ich heute leben?

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Soforthilfe für Malawi, Mosambik und Sierra Leone

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Die Katastrophenhilfe des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) unterstützt die Opfer der Überschwemmungen und des Zyklons Idai in Mosambik und Malawi sowie die Opfer eines Feuerausbruch in Sierra Leone mit einer Soforthilfe in einer Gesamthöhe von 41.000 Euro.

In Südostafrika kam es in den letzten Wochen zu heftigen Regenfällen, massiven Überflutungen und zu einem Zyklon. In Mosambik verloren viele Familien ihr gesamtes Hab und Gut. Die Soforthilfe des Bundes wird 100 Familien mit Baumaterial und Nahrungsmitteln helfen. Der BEFG hat beschlossen, dafür 15.000 Euro aus dem Katastrophenfonds einzusetzen. Auch in Malawi kam es zu heftigen Überschwemmungen. Die Regierung von Malawi erklärte drei Distrikte im Süden des Landes zur nationalen Katastrophenregion. Ernten wurden vernichtet und einzelne Gebiete sind durch zerstörte Straßen weitgehend isoliert. Rund 16.000 Euro aus dem Katastrophenfonds sollen in Malawi der Soforthilfe dienen. 1.100 Menschen sollen dadurch mit Lebensmitteln versorgt und Dächer repariert werden. Die Katastrophenhilfe setzt die Gelder in Zusammenarbeit mit EBM INTERNATIONAL zielgerichtet vor Ort ein.

„Wir denken an die Menschen, die Opfer dieser Katastrophe geworden sind. Wir beten für die Menschen in Mosambik und insbesondere auch in Malawi und wollen sie auch finanziell unterstützen“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Unser Bund hatte bis 2016 eine enge Partnerschaft mit Malawi. Viele Kontakte und Freundschaften sind dadurch entstanden. Als Bund wollen wir nun unseren Geschwistern in ihrer Not beistehen. Wir denken ebenso an die vielen Notleidenden an uns nicht bekannten Orten.“

Auch Joachim Gnep, Vorsitzender der Katastrophenhilfe, verweist auf unbeachtete Katastrophen: „Von vielen Katastrophen wird kaum Notiz genommen, weil sie nicht medienwirksam zu uns durchdringen. Als Bund nehmen wir auch solche Regionen in den Blick, um unsere Partner und Gemeinden vor Ort zu unterstützen. Die Soforthilfe ist für uns ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit.“ Zu diesen unbeachteten Orten gehören die Slums von Kru Bay in Sierra Leone. Dort hat ein Feuer 120 Häuser zerstört. Die Katastrophenhilfe des Bundes wird 10.000 Euro als Soforthilfe aus dem Katastrophenfonds für Kru Bay bereitstellen. Nach dem Ausbruch des Feuers haben etwa 700 Menschen ihr Zuhause verloren. Ein hauptamtlicher Projektmanager koordiniert die Hilfe vor Ort und setzt sich insbesondere für alleinerziehende Frauen und deren Kinder ein. Neben Nahrungsmitteln wie Reis werden auch Schulmaterialien benötigt. Spenden an den allgemeinen Katastrophenfonds ermöglichen es dem BEFG, bei Katastrophen wie diesen schnell und unbürokratisch zu helfen.

Allgemeiner Katastrophenfonds:
Projektnummer 45004
IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
(Konto des BEFG bei der Spar- und Kreditbank Bad Homburg)

Bei Spenden für Flutopfer bitte die Projektnummer 45012 angeben.

Christus im Handeln sichtbar werden lassen

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Die EFG Hamm hat sich auf die Suche gemacht, wie sie Nachfolge Christi in ihrer Stadt leben kann. Dabei hat sie sich Martin Luther King zum Vorbild genommen und ist gesellschaftspolitisch aktiv geworden.

Unser gesellschaftliches Engagement begann damit, dass wir versucht haben, unsere Umgebung wahrzunehmen, durch Gespräche mit Sozialarbeitern der Stadt, durch Gebetsspaziergänge im Quartier. Wir haben uns bemüht, aufzunehmen, was im Quartier südliche Innenstadt da ist, was unsere Mitmenschen haben und was sie brauchen. Und haben begonnen, ohne Berührungsängste mit Menschen guten Willens zusammenzuarbeiten.

Daraus entwickelte sich das diakonische Projekt „Pfeffermühle“. Ein Team von ehrenamtlichen Mitarbeitenden, unterstützt von Honorarkräften, bereitet jeden Samstag mit Kindern aus der Innenstadt gemeinsam eine Mahlzeit zu. Dann wird zusammen gespielt. Es gibt kreative Angebote oder auch gemeinsame Ausflüge. Einige Kinder sind bereits einige Jahre dabei, manche arbeiten mittlerweile mit. Für uns ist das Angebot ein Geschenk an die Menschen der Stadt.

Vor einigen Jahren haben wir uns entschlossen, bewusst zu unserer Identität als Baptisten zu stehen und herauszustellen, in welchem Sinn wir Baptisten sind. So haben wir begonnen, in Predigten und Gruppenstunden uns intensiver mit Dr. Martin Luther King Jr. zu beschäftigen. Auf unserer Homepage haben wir eine inzwischen bundesweit beachtete Dokumentation zu Martin Luther King aufgebaut. Damit wollen wir zeigen: Wie der Baptistische Weltbund und wie der Baptistenpastor Martin Luther King verstehen wir als Baptistengemeinde in Hamm den Einsatz für Menschenrechte als wichtige Äußerung des Evangeliums.

Ein weiterer Auslöser für uns als Gemeinde, uns tiefer auf das Denken und Wirken von Martin Luther King einzulassen, war eine Demonstration der Partei „Die Rechte“. Am 20. Juli 2013, dem Gedenktag an die Widerstandskämpfer in der NS-Zeit, zog die Demo auf dem Weg vom Bahnhof zur Stadtmitte direkt vor unserem Gemeindehaus entlang. Ich stand mit meiner Frau vor unserer Kirche und sagte mir: einmal und nicht wieder! Die Straße gehört nicht den Rechten und der Tag des Widerstandes schon gar nicht! Und: Wir dürfen als Gemeinde die Anwohner und Passanten, die teilweise mit Kleinkindern am Straßenrand standen, nicht allein lassen. So wurde die Demo für uns zur Herausforderung zum zivilgesellschaftlichen Engagement. Vorbild für unser Handeln ist dabei Martin Luther King, den seine Frömmigkeit zum gesellschaftspolitischen Handeln führte.

Seitdem vertrete ich als Pastor unsere Gemeinde beim „Runden Tisch gegen Radikalismus und Gewalt“, einem Zusammenschluss von über dreißig Akteuren der Stadt für Demokratie und Toleranz. Im Auftrag der Stadt Hamm hat der Runde Tisch ein Handlungskonzept gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erarbeitet, mit Handlungsempfehlungen auch für den interkulturellen und interreligiösen Dialog. Als Gemeinde haben wir bei Demonstrationen der Rechten mehrere Gegen-Demonstrationen des Runden Tisches unterstützt und uns an ihnen beteiligt, zum Beispiel vor der neu errichteten zentralen Einrichtung für 800 Geflüchtete.

Wir sind gegen etwas, weil wir für etwas stehen. Folglich haben wir mit einigen Akteuren vom Runden Tisch und anderen Interessierten den Verein „Flüchtlingshilfe Hamm“ gegründet. Schwerpunkt des Vereins ist die wöchentliche kostenlose Beratung sowie die Unterstützung bei Alltagsfragen. Zwischen Gemeinde und Verein besteht eine enge Zusammenarbeit in der Begleitung von Geflüchteten. So finden die jährlichen Sommerfeste mit bis zu 500 Teilnehmenden im Innenhof unseres Gemeindezentrums statt.###3_IMAGES###In einem Stadtteil mit hohem Anteil von Migranten und dem einzigen Stadtteil Hamms, in dem die Partei „Die Rechte“ ein Ratsmitglied stellt, setzt sich eine Künstlergruppe mit unterschiedlichen Projekten für Toleranz ein. In Zusammenarbeit mit dieser Gruppe ist in den letzten vier Jahren ein „Ring der Friedensnobelpreisträger“ entstanden. Er möchte Impulse geben für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Gerne haben wir als Gemeinde die Patenschaft für die Gedenktafel für Martin Luther King im Friedenspark übernommen.

Aus der Zusammenarbeit im Friedenspark entstand die Bodenplastik, die der Hammer Künstler Jockel Reisner in Gedenken an Martin Luther King gestaltete und die wir vor unserem Gemeindehaus verlegt haben. Das Zitat darauf, das aus der Friedensnobelpreisrede von Martin Luther King stammt, begleitet mich seitdem und fordert mich immer wieder heraus, es bewusst nachzusprechen. „Ich glaube daran, dass unbewaffnete Wahrheit und bedingungslose Liebe das letzte Wort haben werden.“

Die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für den interkulturellen und interreligiösen Dialog führte auch zur Mitarbeit beim Interreligiösen Friedensgebet, das in Hamm jeweils Anfang Januar stattfindet. Im letzten Jahr haben sich alle Vertreter der Religionsgemeinschaften, die sich am Interreligiösen Friedensgebet beteiligen, darauf verständigt, das Friedensgebet mit Zitaten aus Kings Rede „Das Haus der Welt“ zu gestalten, im Gedenken an dessen Ermordung vor 50 Jahren.

Zum gleichen Thema haben wir einen WDR5-Radiogottesdienst gestaltet, den auch NDR Info und RBB Kulturradio übertragen haben. Ausgehend vom Gleichnis vom Barmherzigen Samariter haben wir darin geschildert, wie wir versuchen, Kings politische und gesellschaftliche Gedanken umzusetzen. Viele differenzierte Rückmeldungen brachten zum Ausdruck, dass der Gottesdienst für Zuhörende ein guter Rückenwind war, sich vor Ort in der Begleitung von Geflüchteten, in der Politik und im Umweltschutz zu engagieren.

Das Jahresthema des Bundes „INSPIRIERT LEBEN … dass Christus Gestalt gewinnt“ bedeutet für uns als Gemeinde: Von Christus und seinem Handeln inspiriert wollen wir uns gesellschaftspolitisch engagieren. Und in der Überzeugung handeln: „Es ist immer die richtige Zeit, das Richtige zu tun“ (Martin Luther King).

Psalm 146,8

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.“ So steht es im Psalm 146 in Vers 8. Ab Vers 7 lese ich: „Der HERR macht die Gefangenen frei. 8 Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HERR liebt die Gerechten. 9 Der HERR behütet die Fremdlinge / und erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen führt er in die Irre. 10 Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für.“ Halleluja! In der Lutherbibel trägt dieser Psalm die Überschrift Gottes ewige Treue“.

Mir fällt beim Lesen dieses Psalms – „Der HERR macht die Gefangenen frei. Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind“ -  eine Geschichte aus dem Leben von Johannes dem Täufer ein. Johannes der Täufer ist im Gefängnis. Herodes Antipas, sein Landesherr, hatte ihn verhaften lassen – nach dem Zeugnis der Bibel – weil Johannes öffentlich den Ehebruch seines Landesherrn anprangerte.

Im Gefängnis kommen Johannes Zweifel an der Person Jesu. Jesus ist es ja, auf den er öffentlich hingewiesen hatte: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt“ (Joh 1,29). Mit diesen Worten hat Johannes der Täufer auf Jesus gezeigt und ihn so als Heiland und Sohn Gottes bezeugt. Nun sitzt er im Gefängnis und es kommen Zweifel: ist Jesus wirklich dieser Gesandte Gottes, als den ich, Johannes, ihn bezeugt habe?

Johannes bleibt nicht bei seinen Zweifeln stehen. Er schickt zwei seiner Jünger zu Jesus und lässt ihn fragen: „Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“  Und was antwortet Jesus? Er sagt zu den Jüngern des Johannes – nachzulesen im Matthäusevangelium Kapitel 11: Geht hin und erzählt dem Johannes, „was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“

Da bin ich wieder bei Psalm 146: „Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.“ Offensichtlich hat Jesus seine Lebensaufgabe darin gesehen, die barmherzige Zuwendung Gottes; die aufrichtende Liebe und Hilfe Gottes den Hilfsbedürftigen, den Armen, den Blinden, den Niedergeschlagenen, den Witwen, Waisen und auch den Fremden so nahe zu bringen, dass sie ermutigt wurden und neue Lebenskraft und neue Lebensperspektiven entwickeln konnten.

So will Jesus auch heute für uns da sein. Er macht die Blinden sehend. Er richtet auf die niedergeschlagen sind. Jesus liebt die Gerechten. Er behütet die Fremdlinge und erhält Witwen und Waisen. Der Herr, Jesus Christus, ist König ewiglich. 

. Die Sängerin und Songschreiberin Thea Eichholz, geboren 1966, verarbeitet den Krebstod ihres Mannes, den sie mit ihren beiden Kindern Mitte Dreißig erlitt in ihrem Lied: Herr, wohin sonst sollten wir gehen?" Im Refrain heißt es:

Herr, wohin sonst


 sollten wir gehen?


 Wo auf der Welt fänden wir Glück?


 Niemand, kein Mensch


 kann uns soviel geben wie du


 du führst uns zum Leben zurück.


 nur du.

Ich wünsche es Ihnen, dass Ihnen Jesus Christus heute als dieser Heiland und Helfer Gottes so nahe ist, wie es der Psalmvers Ihnen zusagt: „Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.“ 

 
 

 


 

Autor: Pastor Bernd Densky

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1. Thessalonicher 3,7–8

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Unser ältester Sohn ist vor über einem halben Jahr bei uns ausgezogen. Er lebt in einer Wohngemeinschaft und leistet ein Freiwilliges soziales Jahr. Wir als Eltern freuen uns, wenn er sich bei uns meldet. Wir sind dankbar, wenn wir hören, dass es ihm gut geht. Und seine Besuche bei uns werden fast zu einem kleinen Familienfest.

Paulus, der große Theologe und Bibelautor, der vor zwei Jahrtausenden lebte, war Single. Eigentlich dürfte er so etwas nicht kennen. Und doch treiben ihn ganz ähnliche Gedanken um, wenn er an die Christen in der Stadt Thessaloniki schreibt:

„Ihr habt euren Glauben bewahrt, Brüder und Schwestern, und das hat uns mitten in unserer Angst und Sorge neuen Mut gegeben. Jetzt leben wir wieder auf, weil wir wissen, dass ihr feststeht in der Verbundenheit mit dem Herrn.“

Was war passiert? Paulus hatte die Christengemeinde in Thessaloniki gegründet. Wegen Problemen mit der angestammten Synagogengemeinde musste er die Stadt früher als geplant verlassen. Er macht sich Sorgen: Werden die Christen, jung im Glauben, ihre Überzeugungen über Bord werfen, wenn erste Schwierigkeiten auftauchen?

Nein, die Nachrichten, die ihn erreichen, sind gut. Die Sorgen sind unbegründet. Es geht weiter mit den Christen in Thessaloniki.

Die Sorge von Paulus, die Sorgen von uns Eltern: Sie spiegeln etwas von Gottes Sorge um uns. Er fragt Sie und mich: Geht es dir gut? Bist du weiter auf dem Weg mit mir? Wie gut, wenn ich diese Frage mit Ja beantworten kann. Wie schön, dass sich jemand – ja, dass sich Gott um mich sorgt.

Autor: Oliver Jeske

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Eine außergewöhnliche Familie

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Zwei Mal im Jahr trifft sich die Exekutive der Baptist World Alliance (BWA), also der weltweiten baptistischen Familie mit etwa 47 Millionen Mitgliedern in 125 Ländern. Dieses Leitungstreffen brachte Anfang März wieder über 30 Frauen und Männer aus 20 Ländern zusammen, die drei Tage lang im BWA-Center in Falls Church (USA) über das Wirken Gottes auf allen Kontinenten erfahren und diskutiert haben. BEFG-Referent Thomas Klammt ist Mitglied der Exekutive und berichtet, worum es bei dem Treffen ging.

Anders als in Europa und Nordamerika erleben Baptistengemeinden in Lateinamerika, Afrika und Asien großes Wachstum. Aus Bangladesch wird berichtet, dass in den letzten 20 Jahren jede der 200 Baptistengemeinde eine weitere Gemeinde gegründet hat! Im Nachbarland Indien findet man allerdings auch die größten Volksgruppen, die vom Evangelium fast unerreicht sind. Mission und Evangelisation waren deshalb das Hauptthema der Exekutive, auch beim Festabend, zu dem Generalsekretär Dr. Elijah Brown zahlreiche Freunde und Unterstützer der BWA eingeladen hatte. Sie waren besonders beeindruckt vom Bericht einer syrischen Pastorin, die in Damaskus den Jesus-Film ins öffentliche Kino gebracht hat.

Ein anderes großes Thema der BWA ist der Einsatz für Religionsfreiheit und Menschenrechte. Aus Bulgarien erhielt die Exekutive die dankbare Meldung, dass ein Religionsgesetz verhindert werden konnte, dass die Schließung vieler Gemeinden bedeutet hätte. Zum aktuellen Geschehen in Venezuela berichteten die südamerikanischen Baptisten von ihren Hilfen für Geflüchtete und vom Einsatz für politische Gefangene, zu denen auch ein baptistischer Jugendpastor gehörte.

Die BWA organisiert Not- und Entwicklungshilfe, zum Beispiel in den von Hurrikans und Fluten betroffenen Gebieten in der Karibik oder in Indonesien. Zur besseren Vernetzung dieser Hilfsprogramme wird der Runde Tisch „Baptist Forum for Aid and Development“ (BFAD) gebildet, durch den in Katastrophenfällen sehr schnell und direkt reagiert werden kann. Durch einen Besuch im letzten Jahr zeigten die Verantwortlichen der BWA und der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) Solidarität mit den kriegsgeplagten Menschen in der Ukraine.

Das BWA-Center in Falls Church dient als Ausgangsbasis für die weltweite Vernetzung der baptistischen Familie mit dem Ziel, in der Welt einen Eindruck von Christus zu vermitteln: „Networking the Baptist Family to impact the world for Christ“. In den neu renovierten Räumen wurde nun das „Heritage and Mission Welcome Center“ eröffnet, an dessen Wänden die Geschichte der BWA und ihre heutige Landkarte und Aufgabenschwerpunkte präsentiert werden. ###3_IMAGES### Als Mitglied der Exekutive der BWA begeistert mich vor allem, wie wir als Christen aus allen Kontinenten zusammenkommen: den Lobpreis leitet ein Japaner, die Andacht ein Pastor aus Haiti, Gebet und Segen ein Brasilianer. Ich bete und arbeite gemeinsam mit Frauen und Männern aus Jamaika, England, Ghana, USA, Korea, Argentinien. Eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit Jesus Christus als Mittelpunkt!

Für den 22. bis 26. Juli 2020 ist die weltweite baptistische Familie nach Rio de Janeiro eingeladen: „Together 2020“ heißt das Motto, unter dem erstmals die BWA-Konferenzen für Erwachsene und Jugendliche vereinigt werden. Diese Tage sollen das Leben der Menschen in Rio und der mehreren Tausend Teilnehmenden aus aller Welt mit der Kraft Gottes in Berührung bringen.

Matthäus 12,50

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In der Bibel wird  eine denkwürdige Geschichte von Jesus erzählt. Jesus hat gerade seine zwölf Jünger berufen. Er geht in ein Haus und will essen. Aber er wird offensichtlich von einer so großen Anzahl Menschen bedrängt, dass er und seine Jünger nicht zum Essen kommen. Der Grund: Jesus hatte viele Kranke geheilt und Menschen von Dämonen befreit. Jetzt kommen Menschen zu ihm, um sich von ihm heilen zu lassen. Die Konsequenz in dieser Situation: Jesus kommt nicht zur Ruhe. Er kommt noch nicht einmal zum Essen.

Hier setzt die Geschichte ein, auf die ich hinauswill. Im Markusevangelium, in Kapitel drei können wir lesen: als das seine Familie hört, die Mutter und die Geschwister Jesu, da machen sie sich auf, um ihn zu holen. Die Lutherübersetzung schreibt sogar, „um ihn zu ergreifen“, „denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.“

So kommt die leibliche Familie Jesu zu dem Haus, in dem Jesus belagert wird. Sie schicken Menschen hinein, um ihn herauszubitten. Aber Jesus lehnt das ab. Es heißt wörtlich in der Bibel: Und er sprach zu Ihnen, zu den Boten seiner Familie: „Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder!  Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“

Mir ist diese Geschichte eingefallen, als ich  im Matthäusevangelium, Kapitel 12 las (Mt 12,50): „Jesus spricht: Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“


 Eine nachdenkenswerte Geschichte. Jesus kappt quasi die Beziehung zu seiner eigenen, leiblichen Familie: „Wer ist meine Mutter und meine Brüder?“ Und er macht mit einer Handbewegung die Menschen zu seiner Familie, die um ihn herumsitzen. Ich habe es am Anfang angedeutet. Es sind die Menschen, die bei Jesus Hilfe und Heilung suchen: Kranke, Belastete, Sünder, Arme, Hilfsbedürftige – all die, die sich vom Leben abgeschnitten erfahren:  „Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder!“

Ich sehe es vor meinen inneren Augen: Jesus sitzt auch heute noch bei den Sündern. Er sitzt bei den Belasteten, Kranken, bei den Hilfsbedürftigen und Armen. Er sitzt bei ihnen und bei mir. Er legt behutsam die Hand auf unsere Schulter und sagt: „Ihr seid meine Mutter, ihr seid meine Brüder und Schwestern.“ Ich sehe diese Situation bildlich vor meinem inneren Auge. Ein altes Heilslied fängt an in mir zu klingen: „Das wird allein Herrlichkeit sein; das wird allein Herrlichkeit sein. Wenn frei von Weh ich sein Angesicht seh; wenn frei von Weh ich sein Angesicht seh.“

Ich wünsche es Ihnen, dass Ihnen Jesus heute so unmittelbar begegnet; dass er Sie anrührt und Ihnen die Hoffnung, die Glaubens- und Lebenskraft; dass er Ihnen die Liebesfähigkeit der Kinder Gottes ins Herz pflanzt. Das hat er damals gemacht. Das will und wird er heute tun. Er kann das, weil es auch heute Menschen gibt, die wie er bei den Schwachen, bei den Zukurzgekommenen, bei den Kranken, Belasteten und Armen sitzen und die für Sie da sind. Ganz im Sinn des Bibelwortes: „Jesus spricht: Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“

 

Autor: Pastor Bernd Densky

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2. Mose 24,7

ERF Plus - Anstoß -

Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen – so bekommen das schon Kinder vermittelt, und die lieben Kleinen üben und fordern das dann auch mit allem Ernst ein. Eine unverzichtbare Lektion: Vertragstreue, Stehen zum eigenen Wort und zur eigenen Verantwortung, die man einmal übernommen hat.

Früh genug sind Kinder und junge Leute dann aber auch mit dem Gegenteil konfrontiert: Treuebruch, oder dass jemand auf einmal nichts mehr wissen will von den eigenen Zusagen. Und wenn man im Erwachsenenalter erlebt, dass ein geliebter und geschätzter Mensch sein Wort bricht - das tut auch nicht weniger weh als die ersten großen Enttäuschungen, die man als Kind erlebt hat.

Vor etwas mehr als 3.000 Jahren hat das Volk Israel am Berg Sinai einen feierlichen Bund mit Gott geschlossen und ausdrücklich besiegelt, kann man nachlesen im 2. Buch Mose Kapitel 24: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“ Und was war das, was hatte Gott gesagt? Er hatte unter anderem die Zehn Gebote erlassen - und eine ganze Reihe weiterer zentraler Anweisungen. Für den Umgang mit den lieben Nachbarn, überhaupt mit den Mitmenschen, Gott hatte auch so profane Dinge wie die Entschuldung bei einer Privatinsolvenz geregelt. Und die Israeliten haben sich freudig darauf eingelassen. Kurze Zeit später allerdings haben sie den Vertrag mit Gott bereits gebrochen. Mutwillig. Keine gute Idee. Auch Vertragsstrafen tun weh.

Wenigstens Gott hat sich an seinen Teil der Vereinbarungen gehalten. Gott ist treu. Nicht nur vertragstreu. Und das gilt bis heute. Wer sich auf Gott verlässt, kann sich auf Gott verlassen.

Autor: Markus Baum

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Gespräche statt Gräben

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Eine Delegation des BEFG-Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung hat sich am 17. und 18. März mit der polnischen Bundesleitung in Warschau getroffen. Beide Seiten verständigten sich, weiterhin über Gemeindegründung, die Arbeit unter Migrantinnen und Migranten und neue Entwicklungen im Gespräch zu bleiben

Die Leitungsgremien der polnischen und der deutschen Baptisten tagten nach langer Zeit zum ersten Mal wieder gemeinsam. Ein aktuelles Thema sowohl in Polen als auch in Deutschland ist Gemeindegründung. Der polnische Bund verzeichnet nicht nur ein stetiges Wachstum an Mitgliedern (auf gegenwärtig fast 6.000 Mitglieder mit etwa 10.000 Personen im Freundeskreis) sondern auch an Gemeinden. Während des Treffens wurde die 101. Gemeinde in den Bund aufgenommen. Besonders in größeren Städten entstehen neue Gemeinden, sodass es zum Beispiel in Posen bereits acht Gemeinden gibt.

Fast alle Gemeinden in Polen haben enge Kontakte zu ukrainischen Zuwanderern. Denn mehr als zwei Millionen Ukrainer sind in den letzten Jahren auf der Suche nach Arbeit nach Polen gezogen. Einige Mitglieder aus ukrainischen Baptistengemeinden haben sich polnischen Gemeinden angeschlossen, sodass mittlerweile etwa gleich viele ukrainische wie polnische Baptisten in Polen leben. Inzwischen sind viele ukrainische Angebote entstanden, und sieben ukrainische Pastoren arbeiten im polnischen Bund, die dadurch dem Pastorenmangel in Polen abhelfen. Einige von ihnen haben ihre Gemeinden im umkämpften Osten der Ukraine verloren. Interessiert diskutierten die Teilnehmer die Erfahrungen in Deutschland mit Migration aus dem Nahen Osten und Afrika.

Viele polnische Gemeinden haben in den letzten Jahren diakonische Projekte gestartet. Seit drei Jahren hat auch der Bund ein eigenes Diakoniewerk ins Leben gerufen, um die Arbeiten zu koordinieren. Ein aktuelles Projekt ist die Begleitung von Pflegefamilien für ehemalige Heimkinder.

Pastor Robert Merecz schilderte die Entwicklung in der Gemeinde Stettin. Eine enge Arbeitsgemeinschaft deutscher und polnischer Baptisten fördert den Aufbau eines „Christlichen Zentrums“ in einer 1854 gebauten ehemals deutschen Baptistenkapelle. Er warb darum, das Projekt stärker zu unterstützen, um mögliche EU-Fördergelder nutzen zu können. Dafür ist ein finanzieller Eigenanteil erforderlich, der mit Hilfe aus Deutschland aufgebracht werden soll. Diskutiert wurden darüber hinaus der Aufbau von Gemeindepartnerschaften und die Möglichkeit, in Deutschland arbeitenden Polinnen und Polen in deutschen Gemeinden ein Zuhause zu bieten.###3_IMAGES###Die polnischen Teilnehmer berichteten den Besuchern aus dem BEFG von der seelsorgerlichen Begleitung der Pastoren. „Oft sind die Pastoren die einsamsten Menschen in ihrer Gemeinde“, berichtete der Leiter des Seelsorgeprogramms. „Darum ist es sehr wichtig, genau hinzuhören, wie es den Kollegen geht.“ Udo Hermann, der den BEFG-Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde leitet, schilderte die Maßnahmen in Deutschland, die dazu dienen sollen, besonders die Berufsanfänger zu ermutigen, rechtzeitig Hilfe zu suchen, wenn sie in eine Krise geraten. Ein erfolgreiches Modell des polnischen Bundes, ehrenamtliche Mitarbeiter zu stärken, ist seit einigen Jahren ein zweijähriges Mentorenprogramm, mit dem jeweils 35 junge Mitarbeiter durch 15 Mentoren begleitet werden.

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba betonte: „Schritt für Schritt haben sich Deutschland und Polen nach dem Krieg angenähert, auch die Baptisten. Heute erleben wir in Europa, dass Gräben wieder aufzubrechen drohen. Es ist wichtig, dass wir dem gemeinsam etwas Verbindendes entgegensetzen. So wollen wir auch in der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) gut über- und miteinander reden.“ Dem polnischen Bund falle dabei eine wichtige Rolle zu, weil Polen sowohl zum Osten wie zum Westen gute Beziehungen pflegt. Matthäus Wichary, der Generalsekretär des polnischen Bundes, dankte Stiba für die Initiative, zusammen zu tagen: „Es kommt darauf an, Freundschaft zu erleben.“ Und Michael Noss, Präsident des deutschen Bundes, lud für 2020 zu einem Gegenbesuch nach Elstal ein.

Matthäus 22,2.10

ERF Plus - Wort zum Tag -

Je später der Abend, desto angesehener die Gäste, sagen wir. Der König hat zum Hochzeitsfest seines Sohnes eingeladen. Als seine Diener den Eingeladenen sagen: Jetzt ist es so weit, es ist an der Zeit, denken sie: Das hat Zeit. Wir sind zu beschäftigt, vielleicht kommen wir später, die Vorspeise kann man verpassen, vielleicht kommen wir auch gar nicht.

„Schön, dass sie wieder meine Mutter besuchen“, sagte mir der Sohn als er mir die Haustür öffnete. „Sie freut sich immer, wenn sie kommen. Vielleicht brauche ich das später ja auch mal, aber jetzt bin ich noch voll fit und beschäftigt, Herr Pfarrer. Ich sag schon mal auf Wiedersehen“ - und ging in sein Zimmer.

In unserem Gleichnis bleiben die Stühle nicht länger reserviert. Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn eine Hochzeit ausrichtete. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen alle, die sie fanden, Böse und Gute; und der Hochzeitssaal war voll mit Gästen (Matthäus 22,2.10), heißt es in unserem Gotteswort für heute.

Wenn die besseren Leute nicht kommen, dann werden die Boten geschickt zu den Leuten an den Zäunen und auf den Gassen. Es sind Gute und Böse darunter, gerade Naturen und Halunken. Gott führt seinen Plan auf alle Fälle durch. Die Satten und die Gleichgültigen können ihm das Konzept nicht verderben. Wo die Träger der christlichen Tradition streiken, holt Gott die anderen draußen. Wo das christliche Abendland sich von Gott weg bewegt, baut Gott sein Reich in anderen Kontinenten.

„Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben“, dieses geflügelte Wort gilt auch hier. Wer Gottes Einladung nicht beachtet, verscherzt sich Gottes Zuwendung. Unser Gotteswort macht uns deutlich: Gottes Einladung, Gottes Ruf sollen wir nicht verachten, sondern hat unbedingte Priorität – und Gott geht durch seine Boten, eben auch durch uns, auf Menschen zu, an die wir oft wenig denken, die wir in unseren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen nicht sehen, die aber oft auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind.

Der Schweizer Theologe Rudolf Bohren hat es uns Christen einmal sehr schön gesagt: „In unseren gemeindlichen Gremien gleichen wir einer Blüte, die sich noch nicht hat entfalten können. Die Blätter schauen nach innen. Wir schauen gewiss auf die Mitte, auf Jesus Christus. Die Sonne des Geistes aber wird das Wunder wirken, dass die Blätter sich nach außen falten, dass wir also den Blick von innen nach außen wenden, weil Christus sagt: Gehet hinaus in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker“.

Machen wir uns doch auf den Weg.

Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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Jesaja 49,26

ERF Plus - Anstoß -

Haben Sie schon einmal von Intervallfasten gehört? Der neueste Schrei auf dem nicht enden wollenden Markt von Diät und Abnehmprodukten. Statt Zusatzstoffe, Kalorienzählen oder Low Carb ist nun in Mode, einfach eine bestimmte Anzahl von Stunden nichts zu essen. Man darf 8 Stunden lang alles essen was man will, darf dann aber 16 Stunden lang nichts mehr zu sich nehmen. Wer das über Wochen durchhält, der fühlt sich danach angeblich wie ein neuer Mensch.

Ich persönlich bin mir da nicht so sicher, ob das für mich ein so geeigneter Weg ist. Zugegeben, auch ich trage ein paar Pfunde zu viel mit mir rum, aber ich fühle mich wohl. Meine körperliche Hülle ist ja sowie so nur von begrenztem Nutzen und Dauer. Ich nehme sie nicht mit vor Gottes Thron. Mir ist daher ziemlich Wurscht, ob ich Goldmitglied in einem Verschlankungsclub bin.

Dennoch, solange ich auf Erden lebe, werde ich mit Haut und Haaren am Leben teilnehmen. Und um diese Zeit geht es in Jesaja 49, 26: Alles Fleisch soll erfahren, dass ich, der HERR, dein Heiland bin und dein Erlöser.

Der Herr lässt uns am eigenen Leib spüren, dass er unser Heiland ist. Dass er uns erlöst von dem Bösen und uns führt durch das irdische Sein. Denn sein ist das Reich und die Ewigkeit.

Mein Körper mag nicht in bester Form sein, aber mein Seele bleibt topfit, solange ich Gottes Wort höre und auf Erlösung durch Jesus hoffe.

Autor: Dariush Ghobad

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Römer 12,2

ERF Plus - Wort zum Tag -

Es soll einen frommen Mann gegeben haben, der keinen Fernsehapparat in seinem Hause haben wollte. Aber als er alt und allein war und auch nur noch wenig aus dem Haus gehen konnte, bestellte er doch einen. Als das Gerät angeliefert wurde und er auf dem Karton las „Fernsehen bringt ihnen die Welt ins Haus“, soll er gesagt haben: „Nehmt den Fernsehapparat gleich wieder mit, denn mit der Welt will ich nichts zu tun haben“.

Sie lächeln vermutlich über diese nette Geschichte wie ich, weil wir ja wissen, dass wir in der Welt leben und uns ihr nicht entziehen können. Die entscheidende Frage aber ist: Übernehmen wir alles, was die anderen sagen und tun, empfangen wir unsere Impulse vom  „Mainstream“  unserer Zeit, dem, was vorherrscht, oder von Gott? Der Apostel Paulus gibt uns den Rat, ja mehr noch die Anweisung: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.(Römer 12,2).

Es muss ein „Ruck“ durch Deutschland gehen, hat der frühere Bundespräsident Roman Herzog einmal gesagt und meinte damit, aus Gleichgültigkeit und Anpassung aufzubrechen. Muss auch so ein „Ruck“ durch uns Christen gehen, damit wir uns durch Erneuerung unseres Sinnes ändern? Manchmal wünsche ich mir das auch.  Aber Paulus weiß, dass wir oft dazu zu schwach sind. Deshalb redet er im Zusammenhang unseres Gottes Wortes von der Barmherzigkeit unseres Gottes, die uns verändert.  Er will uns die Kraft geben, unseren Sinn zu erneuern und von ihm her in unserer Welt, dort wo wir leben und arbeiten, zu wirken. Wichtig ist, dass wir immer wieder uns an die Kraftquelle Gottes anschließen, um genug Energie für unser Leben zu bekommen. Als ich vor einiger Zeit in einem ICE fuhr, wurde mir das besonders deutlich: Wir saßen alle sehr gemütlich in unserem Waggon. Einige lasen, andere arbeiteten am Laptop, der Kaffee schmeckte, die Raumtemperatur stimmte.  Es war richtig schön. Allerdings standen wir schon eine halbe Stunde auf der Strecke. Als dann die Durchsage kam: „Wir bitten um Entschuldigung, wir haben einen Oberleitungsschaden“, dachte ich spontan: So ist das oft auch in unseren Gemeinden und in meinem Leben. Wir haben uns bequem eingerichtet, aber kommen nicht von der Stelle. Wenn wir uns an Gottes Kraftquelle anschließen, nimmt  auch das Leben in unseren Gemeinden und mein eigenes Leben wieder Fahrt auf in die richtige Richtung, hin zum Ziel. Gott will uns helfen, unseren Sinn zu erneuern, damit wir prüfen können, was Gottes Wille ist. Wir leben ja in einer Zeit, in der viele Informationen und Meinungen auf uns einströmen, in der die öffentliche Meinung eine große Macht hat. Die Kölner sagen so schön: „Wat krisse heute nit alles in den Kopp jeklopt“.

Wenn wir von der Energie Gottes her leben, können wir prüfen, was Gottes Wille und was gesellschaftliche Meinungsmache ist – und unser Leben dann immer wieder neu nach ihm ausrichten. Dann wird auch Gottes Wille ein Stückweit trotz aller Brüche in unserem Leben und unserer Schuld, die wir immer wieder begehen, durch uns deutlich werden: Das Gute, das Wohlgefällige, das Vollkommene. Unsere Welt braucht heute solche Menschen, Menschen die hellwach sind bei allem, was in unserer Welt geschieht, die Zeitung lesen, Nachrichten aufnehmen und  für das Geschehen in unserer Welt beten und die auch hier und da ihre Stimme erheben. Dag Hammarskjöld, der erste UNO-Generalsekretär von 1953 bis 1961, ein bekennender Christ, hat es einmal so gesagt: „Einmal hast du mich gepackt Gott – und so war mein ganzes Leben ein Leben für dich mitten in der Welt.“

 

Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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Jesaja 10,1.2

ERF Plus - Anstoß -

„Wow, was war ich für ein toller Hecht!“, sagt Bernd.  Immer am wuseln, immer einen Termin, immer anerkannt, immer geachtet, immer stark! Und dann? Von einem Tag auf den anderen ging nichts mehr! Diagnose Burnout. Er war plötzlich auf andere angewiesen. Katastrophal! Wie war das noch mit dem tollen Hecht? Schwäche ist nicht gerade in! Unsere Welt beachtet die Starken. Die Schwachen stehen eher im Schatten.   Auf welcher Seite stehen Sie denn eigentlich im Moment? Fühlen Sie sich stark oder schwach? Vielleicht sind Sie krank, dann fühlt man sich eher schwach. Oder sie trauern um einen geliebten Menschen, der nicht mehr da ist. Oder sie stecken in einer Lebenskrise. Oder Menschen haben Sie enttäuscht, Menschen, denen sie vertraut haben. Oder sie machen sich große Sorgen über ihre finanzielle Situation? Wie gut ist es, wenn grad in solchen Momenten Menschen helfend an unserer Seite stehen. Im Buch Jesaja steht: „Weh denen, die unrechtes Urteil schreiben, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden!“

Gott hat eine Schwäche für Schwache. Ihm scheint es ganz besonders wichtig zu sein, dass ich eben nicht auf die Schwachen, Armen und Elenden herunterschaue und Ihnen das Leben u.U. noch schwerer mache. Zum einen kann ich selbst jeden Moment in eine Situation geraten, wo das Leben schwierig wird und ich auf andere angewiesen bin. Und es steht mir grundsätzlich nicht zu, andere nieder zu machen. Gott möchte, dass wir einen anderen Kurs fahren. Uns die Hände reichen, uns helfen. Leichter gesagt als gelebt, jedoch nicht unmöglich. Würde Ihnen ein Mensch einfallen, der gerade heute Ihre Hilfe braucht?

Autor: Ulrike Schild

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Jesaja 38,19

ERF Plus - Wort zum Tag -

Unsere Kinder sollen wissen, was uns wichtig ist. Sie werden durch ihre Eltern geprägt. Es gibt so einen Satz: Das, was du tust, redet so laut, dass ich nicht hören kann, was du sagst. Reden und Tun sollen also übereinstimmen. Wie können wir unsern Kindern vermitteln, was uns wichtig ist? Mehr als Gebote und Anweisungen wirkt es, wenn sie teilhaben können an den Erfahrungen, die wir mit Gott machen. Zeugnisse von Gottes Wirken oder Eingreifen spornen eher dazu an, es selbst mit Gott zu versuchen. Menschen möchten etwas von Gottes Handeln erfahren.

Leben wir selbst von solchen Erfahrungen von Gottes Wirken und Eingreifen? Sind es immer neue Erfahrungen oder liegen sie Jahrzehnte zurück? Ihr sollt meine Zeugen sein, hat Jesus gesagt. Zeugen berichten von dem, was sie gesehen und erlebt haben. Das können kleine, alltägliche Dinge sein oder auch Großes.

Im Alten Testament lesen wir von Hiskia, dem König von Juda. Er hat einige tiefgreifende Erfahrungen mit Gott gemacht. Z.B.: Jerusalem wird von Assur belagert. Dabei werden Hiskia, die Bevölkerung von Jerusalem und ganz besonders ihr Gott verhöhnt. Sie würden erobert werden. Auch ihr Gott könne ihnen nicht helfen. Hiskia schickt in dieser Not zum Propheten Jesaja um ein Wort von Gott. Der lässt ihm eine gute Nachricht melden: Der Angreifer muss abziehen und wird ums Leben kommen. Dieser aber schickt noch eine Drohbotschaft an Hiskia. Mit dieser geht Hiskia in den Tempel. Er breitet das Schreiben vor Gott aus und ruft ihn an. Und Gott hört auf Hiskias Gebet. Da wird die Rettung bestätigt. Welch ein Wunder!

Dann aber wird Hiskia todkrank. Jesaja bestätigt ihm seinen nahen Tod. Hiskia weint und schreit zu Gott. Und dieser erhört ihn und gibt ihm fünfzehn weitere Lebensjahre. Hiskia lobt seinen Gott. All diese Erfahrungen kann er seinen Kindern weitergeben. Er sagt es im Loblied: Der Vater macht den Kindern deine Treue kund. Jesaja 38,19

Hiskia hat Gott erfahren als einen, der da ist, wenn wir um Hilfe schreien. Er ist auch da, wenn es uns gut geht. Wir haben allen Grund, ihn zu loben und zu preisen. Das sollen eben auch unsere Kinder und andere Menschen hören und miterleben. Gottes Treue muss ihnen bezeugt werden.

Unsere Nächsten bekommen natürlich auch mit, wenn wir mit Gott hadern oder er in unserem Leben keine große Rolle spielt. Wie leicht vergisst man die wunderbaren Erfahrungen. Das ist auch bei Hiskia geschehen. Sein Reichtum ist ihm zu Kopfe gestiegen. Er muss damit vor ausländischen Gästen protzen. Der Tadel, den er daraufhin von Gott erhält, lässt ihn kalt. Leider ist bei seinem Sohn und Nachfolger nicht das Lob von der Treue Gottes angekommen. Er wurde einer der schlimmsten Könige von Juda.

Wir haben es nicht in der Hand, wie unsere Kinder und Mitmenschen auf unser Reden reagieren. Aber wir können ihnen Gottes Treue und Liebe bezeugen und wir können für sie beten. Wir können mit ihnen für ihre kleinen und großen Anliegen beten. So können sie selbst diese Erfahrung machen.

 

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Matthäus 19,14

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Eines der bekanntesten Worte Jesu wird im Matthäusevangelium überliefert. Es bezieht sich auf Kinder, die von wohlmeinenden Erwachsenen auf Abstand zu Jesus gehalten werden sollen:

Jesus spricht: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich. (Matthäus 19,14)

Jesus möchte Kinder in seiner Nähe haben. Also Menschen, die noch keinen Plan von der Welt haben und die in jeder Hinsicht unfertig sind.

Alles, was Kinder zu Jesus bringen können, ist ihr Interesse an Jesus und ihre Bereitschaft, ihm aufmerksam und ohne Vorbehalte zu zuhören. Das reicht Jesus aus, um sie bei sich willkommen zu heißen.

Mich bewegt aber noch ein anderer Gedanke, den ich an dieser Stelle einmal loswerden möchte: Wie wäre es, wenn Sie und ich den Menschen in besonderer Weise danken, die Sonntag für Sonntag – und oft auch unter der Woche – Zeit und Kraft investieren, um jungen Menschen Jesus nahe zu bringen? Ich bin im Kindergottesdienst, in der  Sonntagschule und später in der Jugendstunde geprägt worden. Menschen haben mir den Glauben erklärt und vorgelebt. Sie haben mir durch Leben und Lehre Jesus nahegebracht, haben mich in guter Weise geprägt. – Vielleicht ist es Ihnen ähnlich ergangen.

Und wenn Sie zu denen gehören, über die ich gerade spreche, dann lassen Sie sich ermutigen. Sie tun etwas Wesentliches. Sie ermöglichen jungen Menschen einen Zugang zu Jesus. Und weil es nichts Wichtigeres gibt, als Jesus kennen und lieben zu lernen, ist ihr Dienst etwas ganz Besonderes. Gott segne Sie dafür!    

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Matthäus 5,48

ERF Plus - Wort zum Tag -

Ich wollte immer eine gute Mutter sein. Ich wollte keine Fehler in der Erziehung machen. Ich habe mich informiert, Bücher gelesen, mir Gedanken gemacht. Trotzdem ist es mir nicht gelungen. Ich war nicht vollkommen. Gott sei Dank ist aus den Kindern doch etwas geworden.

Nobody is perfect. So heißt es ja und das trifft nun wirklich zu. Da stoße ich doch im Wort für heute auf den – gelinde gesagt – herausfordernden Satz: Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Matthäus 5,48 Jesus hat ihn in seiner Bergpredigt zu seinen Jüngern gesagt. Was meint er damit? Er hat doch seine Jünger gekannt und wusste, wie wenig perfekt sie waren. Das Darum zu Beginn des Satzes weist auf den Zusammenhang dieses Bibelverses hin. Den sollte man grundsätzlich immer beachten. Jesus hat in diesem Abschnitt über die Feindesliebe gesprochen. Er macht deutlich, dass jetzt nicht mehr Gleiches mit Gleichem vergolten werden soll. So tun das die Menschen von sich aus. Jesus sagte: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen. Diese Aussage ist genauso herausfordernd wie seine Zusammenfassung im Wort für heute: Seid vollkommen.

Kinder werden von ihren Eltern geprägt auch in ihren Verhaltensweisen. So sollen auch wir uns vom himmlischen Vater prägen lassen, von ihm lernen, wie er mit den Menschen umgeht. Gott lässt allen Menschen Gutes zukommen. Viele merken es nicht oder nehmen es einfach als selbstverständlich. Die oft gestellte Frage müsste man eigentlich umformulieren: Warum lässt Gott das Gute zu? Wir haben es häufig nicht verdient.

Es ist ein Grundton in der Bergpredigt: Gott ist gut und sorgt als himmlischer Vater für seine Kinder. Ich komme deswegen nicht zu kurz, wenn ich auf Negatives nicht re-agiere. Jesus hat mich frei gemacht. Ich muss nicht mehr zurückschlagen, wenn irgendeiner mich angreift.

Aber ist das so einfach? Und gar die Forderung Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Das ist doch unerfüllbar. Wenn ich schon als Mutter nicht vollkommen war, obwohl ich es doch wollte, wie sollte dies dabei möglich sein? Da könnte man verzagen.

Auch wenn dieser Satz ganz richtig übersetzt ist, kann man ihn als Anspruch und als Zuspruch ansehen. Im Griechischen steht hier die Zukunftsform. Ihr werdet vollkommen sein. Es ist einmal als unbedingtes Gebot zu verstehen und zu übersetzen mit ‚ihr sollt‘, genauso wie im Hebräischen bei den Zehn Geboten. Aber ich denke, es darf auch mit Zukunftsform übersetzt werden: ‚ihr werdet vollkommen sein‘. Das ist typisch für Gott: Er gibt und er fordert. Aus allem, was er uns gibt durch den Heiligen Geist, ergibt sich auch die Erwartung und die Forderung, es umzusetzen. Mir hilft das Bild des römischen Brunnen. Wir empfangen von Gott zuerst: Liebe, Gnade, Barmherzigkeit und noch so viel mehr. Das, was wir empfangen, können wir weitergeben. Gott gibt jeden Nachschub. Der Zuspruch führt aber zum Anspruch. Gott will, dass seine Leute hier auffallen mit ihrem Verhalten. Sie sollen sich unterscheiden. Die sind Licht in der Welt allein durch ihre Zugehörigkeit zu Jesus. An ihrem Verhalten soll das für alle Welt sichtbar werden.

 

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Psalm 11,7

ERF Plus - Anstoß -

Es ist wieder einmal Abiturzeit in Deutschland. Viele Klausuren sind schon geschrieben, es ist Stress auf höchstem Niveau für Schüler und auch für Lehrer. Irgendwann kommt dann der Tag, wo alle aufatmen und der letzte Termin geschafft ist.

Ich erinnere mich in meinen Prüfungszeiten vor allem an meinen Schreibmaschinenunterricht - damals. Wir hatten einen super Lehrer, der es verstand, uns zu motivieren. In der Prüfung wachte er dann mit Argusaugen vor allem über eines: Darüber, dass unser Blick nicht auf die Schreibmaschinentastatur ging. Blind schreiben war die Aufgabenstellung. Und wenn er jemanden erwischte, brauchte er nur den Namen zu nennen – man zuckte zusammen und hob den Kopf.

Könnte es sein, dass manche Menschen eine ähnliche Vorstellung von Gott haben? Vielleicht hat das ja etwas mit Psalm 11 zu tun, einem Gebet des Königs David. Er beschreibt Gott darin als jemanden, der von seinem Thron her mit Augenblitzen die Menschenkinder prüft. Mancher Comicverfilmer hat das wohl schon gelesen. Tatsächlich kommt David aber zu dem Punkt: Gott ist gerecht und hat die Gerechtigkeit lieb. Er ist nicht subjektiv, wie vielleicht ein Lehrer, der bei einer Prüfung bestimmte Schüler kritischer im Blick hat. Gottes Augen sehen viel mehr als unsere, sehen tiefer. Zum Beispiel in unser Herz. Und er sieht es nicht nur, er liebt es auch und will es verändern. Das braucht uns keine Angst zu machen, sondern es ist die Möglichkeit für ein erfüllteres Leben. Ein gerechtes Leben.

Autor: Hans Wagner

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