Sammlung von Newsfeeds

Josua 5,14

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an“, so lautete vor Jahren die Esso-Reklame. Das gilt nicht nur für die Mineralstoff-Firma, sondern auch für unser Leben. Vieles müssen wir „anpacken“: Manches ändern wir und manches ändert sich. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt: ein neues Schuljahr, eine neue Arbeit, eine neue Vorgesetzte. Auch im Alltag kennen wir viele Probleme, die wir lösen müssen. Wir planen und führen durch, müssen Entscheidungen treffen, unser Leben gestalten. „Da müssen wir durch“, sagen wir manchmal, wenn es Veränderungen gibt, die auf den ersten Blick schwierig zu sein scheinen.

Auch Josua stand vor einer schwierigen und sogar gefährlichen Aufgabe: Jericho sollte erobert werden, aber das schien fast unmöglich, denn die Gegner in der Stadt hatten eine gute Verteidigungsstrategie und waren den Israeliten militärisch überlegen. Ehe Josua „Packen wir’s an, Attacke“ rufen konnte, trat ihm ein gewaltiger Mann mit gezogenem Schwert entgegen. Josua erschrak. Auf seine Frage: „Bist du Freund oder Feind“, gibt sich der Fremde als Fürst über das Heer des Herrn zu erkennen.

Als Josua den Boten Gottes erkannte fiel er auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht? (Josua 5,14).

Es ist gut, wenn wir bei allen Veränderungen und Problemen in unserem Leben nicht gleich „Packen wir’s an“ sagen, sondern vorher mit Gott darüber reden. „Was sagt der Herr seinem Knecht?“ sagt Josua. „Was sagt der Herr mir?“ frage ich.

Manchmal schickt uns Gott ja auch andere Menschen in den Weg, die uns helfen, Gottes Weg mit uns zu entdecken. Ich gehöre zu den Menschen, die alle Probleme gern schnell lösen und „vom Tisch haben“ wollen -  „Ärmel aufkrempeln und ran“.  Für mich ist es dann immer wichtig, dass meine Frau mich in solchen Situationen fragt: „Hast du auch schon darüber gebetet?“ Meistens hatte ich es getan, manchmal aber auch in der Hektik vergessen. Wir haben dann immer, wenn es irgendwie ging, gemeinsam diese Hände gefaltet und die Angelegenheit mit Gott besprochen. Die Probleme waren dann nicht einfach weg, manchmal schenkt mir Gott eine Idee zur Problemlösung, oft auch nicht. Aber ich ging dann ruhiger in manch schwierige Gespräche, meist wurden sie sachlicher.

Es ist wichtig, dass wir bei all unseren Problemen, gerade auch mit Menschen, um Geistesgegenwart bitten, dass Gott uns seinen Geist schenkt, damit wir geistesgegenwärtig reden und handeln können.

Martin Luther hat, wenn die Tage besonders hektisch und schwierig waren, die Gebetszeit nicht verkürzt, sondern verlängert, weil er wusste: Die Zeit mit Gott ist jetzt besonders wichtig.

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann. Jochen Klepper drückt das so aus:

Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht er stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.

Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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Matthäus 13,16

ERF Plus - Anstoß -

Jesus spricht mit seinen Jüngern. Er sagt, dass ihnen ein besonderes Privileg zu Teil geworden ist. Sie haben etwas erleben und den Sinn dessen verstehen dürfen, was anderen vorenthalten geblieben ist. Das meint Jesus, wenn er im Matthäusevangelium mit folgenden Worten zitiert wird:

„Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören“, Matthäus 13,16.

Ich kenne dieses Phänomen: Da macht mich jemand aufmerksam auf etwas. Ich schaue hin, kann aber nichts erkennen. In gleicher Weise merke ich auf, höre aber nichts Außergewöhnliches. Meistens dauert es eine Weile bis es mir plötzlich, wie Schuppen von den Augen fällt. Ich sehe dann nicht nur. Plötzlich erkenne ich. Mit einem Mal verstehe ich. Zusammenhänge erschließen sich mir plötzlich, die ich vorher nicht wahrgenommen habe.

So ähnlich ist es zu Jesu‘ Zeiten gewesen: Alle haben das Gleiche gesehen und gehört. Jesus hat Menschen geheilt und unterhaltsame Geschichten erzählt. Aber nur einer kleinen Schar auserwählter Menschen hat sich erschlossen, was Jesus gemeint hat. Ich sollte besser sagen: Einem ausgewählten Hörerkreis wurde offenbart, worum es Jesus wirklich ging, was die Botschaft hinter der Botschaft gewesen ist: Die Wunder sind Zeichen für das besondere Wirken Gottes gewesen und die Gleichnisse haben tiefe Wahrheiten über Gottes Heil für die Menschen enthalten.

Ich wünsche mir für heute Augen und Ohren, die hinschauen und hinhören. Ich wünsche Ihnen und mir die Fähigkeit, zu erkennen, wenn Jesus Christus handelt und zu verstehen, worum es ihm geht und welche Aufgabe er für mich bereit hat.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Bunt zusammenwachsen

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Das Präsidium und die Bereichsleiter des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) haben am 11. Januar bei einem Klausurtag die Entwicklung des Bundes im Blick auf die zunehmende Internationalität der Gemeinden sowie ihre Auswirkungen und Konsequenzen besprochen.

„Aus der ganzen Welt, aus Ost und West, aus Nord und Süd werden die Menschen in Gottes neue Welt, zu Gottes Fest kommen“, hielt Pastor Michael Lefherz eine Andacht über Lukas 13,29 und verwies auf das Mission Statement „Bunte Gemeinde“. In den letzten Jahren sind die Gemeinden des BEFG bunter geworden. Viele Ehren- und Hauptamtliche haben sich diakonisch für Geflüchtete eingesetzt und sie in den Gemeinden willkommen geheißen. Diese Entwicklung bringt auch neue Herausforderungen mit sich. In den Gemeinden wird spürbar, dass Gott uns manchmal an unsere Grenzen führt, um Vorurteile verschwinden zu lassen und neue Geschichten zu schreiben. Wie kann diese neue Geschichte aussehen? Wie kann Integration gelingen?

Mit diesen Fragen und Entwicklungen beschäftigte sich das Präsidium und die Bereichsleiterkonferenz wiederholt bei ihrem Klausurtag am 11. Januar. Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung, gab den Anwesenden einen Einblick in die gegenwärtige Situation der Bundesgemeinden: Im BEFG sind laut dem aktuellen Jahrbuch 35 internationale Gemeinden. Sie machen etwa vier Prozent des Bundes aus. Von ihnen gehören 18 zu der Internationalen Mission in Deutschland (IMD). Darüber hinaus haben viele andere Bundesgemeinden internationale Mitglieder und fremdsprachige Angebote. Das trifft auf ungefähr ein Viertel aller BEFG-Gemeinden zu. Nach Englisch sind Angebote auf Farsi (persisch) mit 20 Prozent die zweithäufigste Fremdsprache in den befragten Gemeinden. Zudem können internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Pastorale Integrations- und Ausbildungsprogramm (PIAP) der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie absolvieren. Nach zwei abgeschlossenen Kursen wurden so bereits 18 Teilnehmende ordiniert und arbeiten heute als Pastorinnen und Pastoren in den Gemeinden oder überörtlich.

Im Hinblick auf die Internationalität im BEFG stellte Thomas Klammt fest, dass die interkulturelle Gemeinschaft zunehmend auch in Gottesdiensten erlebt wird: durch Übersetzung, Beteiligung von Fremdsprachigen bei Musik, Gebet, Lesung bis hin zur Verkündigung. Sie wirke sich jedoch erst langsam auch auf die Besetzung von Leitungsaufgaben oder Anstellungen von Migrantinnen und Migranten aus. Kritisch merkt er an, dass die Kulturen des Gebens sehr verschieden sind, was sich auf die finanzielle Beteiligung der Migranten am Haushalt von Gemeinden und Bund auswirke. „Veränderung braucht Optimismus und einen langen Atem. Und auch die Bereitschaft zum Streit. Niemand hat gesagt, die Gesellschaft der Vielheit sei eine gemütliche Angelegenheit“, zitierte er den Autor Mark Terkessidis. Integration bedeute Zusammenwachsen und das sei ein Prozess.

Von seinen Erfahrungen berichtete Pastor José Malnis, Verantwortlicher für die Latinoarbeit im Landesverband Bayern: „Als Latinogemeinde wollen wir in die deutsche Gemeinde integriert sein. Gemeinsam wollen wir Gott loben und verkündigen. Dazu brauchen wir auch mehr Ausbildungsmöglichkeiten in anderen Sprachen und Mentoring-Programme.“ Auch der Iraner Omid Homayouni aus der EFG Varel, der überörtlich auch für den Landesverband Nordwestdeutschland arbeitet, wünschte sich ein Für- und Miteinander von der deutschsprachigen und den internationalen Teilgemeinden. Ebenso berichtete Präsidiumsmitglied Alfred Aidoo von seinen Erfahrungen. Er stammt aus Ghana und ist heute Pastor in einer deutschen Gemeinde. Scott Corwin, Pastor der International Baptist Church in Berlin-Steglitz, erzählte von dem Übergang seiner Gemeinde von einer amerikanischen Garnisonsgemeinde zu einer multi-ethnischen und multi-kulturellen Gemeinde.

Profitieren wollten die Teilnehmenden des Klausurtags auch von den Integrationsarbeiten anderer Länder. Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission, stellte die Erfahrungen aus Polen, Österreich und Schweden vor und was der Bund daraus lernen könne. In einer Gruppenarbeit nahmen Präsidiumsmitglieder und Bereichsleiter die verschiedenen Impulse auf und erarbeiteten Vorschläge für die konkrete Weiterarbeit: Ausbildungs- und Fortbildungsangebote, interkulturelle Beratungsmöglichkeiten und auch Programme, die gezielt die Integration von Migranten der zweiten Generation im Blick haben sollen sowie die Repräsentation internationaler Geschwister in Gremien auf den unterschiedlichen Ebenen. „Die Veränderung der letzten Jahre ist für unseren Bund eine Bereicherung “, meinte BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba, „Integration ist dabei nicht immer einfach und schnell.“ Schritt für Schritt würden die Gemeinden „zusammenwachsen und zusammen wachsen“, sagte er. „Wir sind als Bund aus bunten Gemeinden miteinander auf dem Weg.“ Und er fügte hinzu: „Vielleicht kann das auch bei den anstehenden Präsidiumswahlen sichtbar werden, wenn aus den Landesverbänden und Gemeinden auch Personen mit Migrationshintergrund vorgeschlagen werden und kandidieren.“

5. Mose 13,7.9

ERF Plus - Anstoß -

„Guter Rat ist teuer.“ Das haben unsere Vorfahren gelernt und eine sogenannte Volksweisheit daraus gemacht. „Guter Rat ist teuer“ dahinter stecken sicher entsprechende Erfahrungen mit Ratschlägen, die nicht gut waren. Wen fragen Sie um Rat? Wer hilft Ihnen weiter, wenn sie mal ein einer Sackgasse stecken und jemanden brauchen, der ihnen den richtigen Tipp gibt? In der Bibel lesen wir viele Warnungen vor falschen Ratschlägen oder vor „Verführungen“, wie das im Buch der Bücher so treffend heißt. Damals hatten Mose und sein Bruder Aaron viel damit zu tun, das Volk Israel auf dem richtigen Weg zu halten. Immer wieder sind die Israeliten falschen Göttern und Götzen auf den Leim gegangen. Das „Goldene Kalb“, das sie sich selbst gebastelt haben, ist nur eines von vielen Beispielen. Und was hat mir das heute zu sagen? Was für ein Problem haben wir denn mit falschen Göttern und Götzen und mit leeren Versprechungen? Wenn sie ab und zu fernsehen, kennen sie Sprüche wie diese: „Vertrauen ist der Anfang von allem.“ „Wir sind da.“ Oder „In guten Händen.“ Eine Großbank, ein Automobilclub und eine Hotelkette versprechen uns mit solchen Slogans geradezu das Blaue vom Himmel. Da ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Zu schnell verwandeln sich solche Versprechen in Schall und Rauch. Die Bibel ermahnt uns, kritisch zu bleiben, genau hin zu hören. Und auch dann nachzufragen, wenn gute Freude uns gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Von Mose stammt die Warnung: „Wenn dich dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und anderen Göttern dienen, so willige nicht ein.“ Also: Obacht! Auch, wenn Ratschläge durchaus gut gemeint sind: Nachdenken und Entscheiden müssen Sie immer noch selbst. Gott sei Dank!

Autor: Stefan Loß

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Galater 5,1

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Diese beglückende Botschaft schreibt der Apostel Paulus seinen Lesenden in der Landschaft Galatien in Kleinasien. Er ergänzt sie sogleich um die Warnung: „So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen“.

Springen wir sogleich in unsere Zeit: Ist das nicht wunderbar, heute zu leben, mit so vielen Freiheiten! Die sind uns ganz selbstverständlich geworden, während sie unseren Vorfahren oder auch unseren Mitbürgern im Osten unseres Landes bis 1989 verwehrt waren. Frei reisen können wir, das Ausland besuchen und unsere Meinung zu Gesellschaft und Politik kundtun. Was wir anziehen, ist unsere Sache und ebenso, welchen Geschmack im Blick auf Musik, Kunst und Religion wir haben. Ob die anderen gut finden, was wir machen oder nicht, das ist deren Thema. Damit können sie sich beschäftigen. Oder richten wir uns doch nach der Meinung der anderen, nach ihrer Bestätigung, ihrer Ablehnung? Brauchen wir die Akzeptanz von den anderen, womöglich noch von denen, die uns weniger wohl gesonnen sind? Oder die Belobigung derer, zu denen wir ein gleichgültiges Verhältnis haben? Vielleicht nehmen wir wahr, dass wir dank sozialer Medien, dank unserer Freundes- und Bekanntenkreise, dank vermeintlicher gesellschaftlicher Zwänge unsere objektive, bürgerliche Freiheit gar nicht ausschöpfen.

Diese bürgerliche Freiheit, unabhängig vom Wohlgefallen des Mitmenschen die eigene Überzeugung zu leben, wurzelt nach dem Verständnis des Apostels Paulus in der Person Jesu Christi und dem, was er für uns getan hat. Aus welcher Kraft und in welcher Freiheit wir leben sollen, hat uns Christus gezeigt. Das Gebot der Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst, in gleicher Intensität, das ist die Leitlinie unseres Handelns. Die Leitlinie unseres Daseins, unserer inneren Gewissheit und Freiheit aber ist die Verwurzelung in der unlöslichen Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Zwei Kapitel vor unserem Vers schreibt der Apostel Paulus: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“ Der Glaube an Jesus Christus macht die Freiheit aus. Sie besteht zunächst in Gottes unverbrüchlicher Zusage: Du bist mein Kind. Nichts kann dich von meiner Liebe trennen. Mit deiner gesamten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bist du mir angenehm. Bleibe in meiner Gegenwart. Lass dich beschenken mit meiner Gerechtigkeit. Genieße das Geschenk der Freiheit: Lass deine Bemühungen sein, mit deinen eigenen guten Taten dir den Anschein der Gerechtigkeit, Reinheit und Größe zu geben.

Wer versucht, die eigene Gerechtigkeit nachzuweisen und zu dokumentieren: Ich bin ok, der wird in seinem Inneren die Zweifel verspüren: Ist das wirklich wahr, dass ich ganz gerecht bin? Dass ich frei sein darf? Oder haben die anderen nicht doch recht mit ihrer Meinung, dass ich mich lieber anders verhalten, mehr tun sollte - oder dass es etwa keine wirkliche Freiheit gebe? Solchen Gedanken nachzuhängen - oder gar zu meinen, dass wir eine andere Religion bräuchten, ist für den Apostel das Joch der Knechtschaft. Von dem möchte er uns für immer befreit sehen. Das Wunderbare an dem Wunsch des Paulus. Wenn wir an Christus glauben, ist der Wunsch nach Freiheit Wirklichkeit. Paulus fleht dich an: Bleibe in Gottes Wirklichkeit. Denn in Christus bist du wirklich frei!

 

Autor: Pfarrer Ingo Maxeiner

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Psalm 22,23

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern.“ So lautet die heutige Tageslosung. Erweitern möchte ich sie um die zweite Satzhälfte: „Ich will dich in der Gemeinde rühmen“. Im eigenen Kreise über Gott informieren, das will der Psalmbeter. Selbstverständlich sind die Schwestern eingeschlossen. Dabei hat er mehr vor, als einen religionswissenschaftlichen Sachvortrag halten: die Bekanntgabe des Namens geht über in die Anrede Gottes, um ihn zu loben und zu preisen. Gemeint ist, das Leben mit Gott zu führen, der ihn vor den Bedrohungen verschont, aus den Bedrängnissen rettet. Und dazu will er die Mitmenschen einladen. Das ist das Thema unseres geistlichen Mannes.

Der allerdings hat seinen Psalm mit einer bitterlichen Klage begonnen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hilfe sei fern gewesen, eine Antwort nicht zu vernehmen, die Nacht war ruhelos. Der Evangelist Matthäus hält fest: Genau diese Klage hat Jesus am Kreuz an seinen Vater gerichtet. Und Jesus musste auch mit ansehen, wie um sein Gewand gelost wurde. Diese Klage findet sich ebenfalls in unseren Psalm. Wie aber kommt es zum Umschwung bei dem Psalmbeter? Warum vollzieht sich der Wandel von der Klage zum Lob? Und wieso fordert er seine Mitmenschen auf, sich dem Lob anzuschließen?

Der Beter erinnert sich an das, was er gesehen, gehört und erlebt hat. Ja, es stimmt, seine Not war groß. Aber seine Bitte um Errettung vor den Gefahren ist erhört worden. Er ist überzeugt: die Armen und Elenden sollen satt werden. Auch ihre Nachkommen werden Gottes Güte erfahren. Ihre Herzen sollen ewiglich leben. Denn Gott gehören das Reich und die Völker - und wenn sie ihm gehören, dann ist der Horizont für alle Zeit offen. Diese Erfahrung wurde auch Jesus zuteil. Mitten in seiner Klage wegen der Verlassenheit klangen mit dem Psalm doch schon die Errettung und das ewige Leben an.

An welchem Punkt Ihres Lebens stehen Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer? Bedrängen Sie Not, Krankheit und Verlassen sein? Werden Sie von Ihrer Mitwelt gemieden oder verachtet? Hat die Seele ihre Kraft verloren? All diese Sorgen und Nöte kennt der Psalmbeter und nimmt sie ernst. Zugleich wurde ihm Gottes begeisternde Güte und Gerechtigkeit offenbart, dazu seine immerwährende Macht. Im kleinen Israel zu Hause, durfte er doch einen Blick auf die ganze Welt tun. Die wird sich Gott zuwenden.

Welche Impulse dürfen der Psalmist und sein prominentester Mitbeter Jesus Christus Ihrem Leben mitgeben? Unser Herr und Heiland würde sich freuen, wenn Sie alle Ihre Sorgen und Nöte mit ihm teilen. Wenn Sie sich ihm frei anvertrauen. Und wenn Sie Jesu Horizont gewinnen. Der besteht im Reich Gottes, das mit Jesus Christus nahe herbei gekommen ist. Jesus eröffnet uns mitten im heutigen Leben den Blick auf seine aktuelle und seine kommende Wirklichkeit. Hilfe erfahren wir für unsere Seele, oft auch für unseren Leib. Und ganz gewiss werden wir das himmlische Jerusalem schauen, wenn wir Jesus Christus vertrauen. Unser Heiland kommt, ist da, bleibt und regiert! Möge dieser Ausblick uns bewegen, unseren Mitmenschen von Gott zu erzählen, vielleicht zunächst als Bericht. Und dann uns freisetzten, ihn zu loben und zu preisen mit Gebeten, mit Liedern, mit Taten der Liebe, mit unserer ganzen Person.

Autor: Pfarrer Ingo Maxeiner

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Matthäus 28,8

ERF Plus - Anstoß -

Wenn ich etwas Überwältigendes erlebt habe, dann bin ich voll davon. Das kann ein Urlaubserlebnis sein, eine dramatische Situation, die sich zum Guten gefügt hat oder einfach nur ein herrlicher Sonnenuntergang. Ich muss mit anderen Menschen teilen, was ich erlebt habe. Schließlich ist geteilte Freude doppelte Freude.

Drei Frauen muss es an Ostern ähnlich ergangen sein. Sie hatten sich am frühen Morgen mit schwerem Herzen auf den Weg gemacht, um ihrem Herrn die letzte Ehre zu erweisen. Aber daraus wurde nichts. Zu ihrer großen Überraschung war das Grab Jesu leer. Der Grabstein war zur Seite gerollt gewesen, und anstatt eines Toten haben die drei Frau Engel gesehen, die ihnen die frohe Botschaft mitgeteilt haben: „Der, den ihr sucht, ist nicht hier. Er ist auferstanden. Wie er es gesagt hat.“ Im Matthäusevangelium heißt es weiter:  

Die Frauen gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Matthäus 28,8

Was vor bald 2.000 Jahren an Ostern begonnen hat, kann man bis heute immer wieder beobachten. Menschen erkennen, dass Jesus den Tod überwunden hat, dass er lebt. Mit großer Freude machen sie sich auf, um das anderen zu sagen.

Ich will mich gerne von dieser Freude anstecken lassen und den Menschen um mich herum die frohe Botschaft weitersagen.    

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Wie eine Surferin von Gott getragen

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Prof. Dr. Andrea Klimt hat Baptistinnen und Baptisten aus aller Welt über ihre Gottesvorstellungen befragt. In ihrem Beitrag zur zweiten Säule des Jahresthemas („Die eigene Spiritualität wertschätzen“) beschreibt sie, was deren Antworten über eine typische baptistische Frömmigkeit aussagen.

Thereza ist unter schwierigen Umständen aus Rumänien nach Österreich geflohen. Wenn sie auf ihr Leben zurückblickt, ist sie dankbar. Dankbar, dass die Flucht gelungen ist. Dankbar, dass sie in der Lage war, die deutsche Sprache zu erlernen. Sie sieht in ihrer gelungenen Flucht eine Führung Gottes, und das Erlernen dieser schwierigen Sprache nimmt sie als ein Geschenk aus Gottes Hand. Miguel aus Puerto Rico fühlt sich von Gott aufgefangen und trotz eines schweren Fehlers wieder angenommen und geliebt. „Das war Gottes Plan“, sagt Yara aus Afghanistan über ihren Weg nach Österreich. „Wenn wir in Afghanistan geblieben wären, dann würden wir jetzt nicht mehr leben“, ist sie sich sicher. Karin bekommt mit, wie zwei Männer sich an einer U-Bahn-Station streiten. Der eine redet sehr abwertend auf den anderen ein. Karin hat den Impuls, etwas zu tun und mischt sich ein. Der Streit wird beendet. „Gott hat mir den Mut gegeben, dazwischen zu gehen. Ich weiß nicht, ob ich das von mir aus so gemacht hätte“, sagt sie mir in unserem Gespräch. Johannetta ist weit über achtzig Jahre alt und sagt mit Blick auf ihren letzten Lebensabschnitt: „Ich weiß, dass Gott mich erwartet.“ Elena fühlt sich nach ihrer Scheidung von Gott begleitet. Eine dringend benötigte Wohnung, die ihr durch eine Mitarbeiterin der Stadt vermittelt wird, sieht sie als ein Geschenk von Gott. Clara, eine ältere langjährige Baptistin aus den USA sagt, dass sie sich in ihrem Leben durch Gott getragen fühlt, wie eine Surferin auf ihrem Surfbrett. Ana aus Kuba denkt ständig an Gott, weil sie für die Menschen betet, die um sie herum Nöte haben oder in schwierigen Lebenssituationen sind.

Ihre Geschichten haben mir meine baptistischen Gesprächspartnerinnen und -partner während meiner Forschungsarbeiten erzählt. Sie haben mich fasziniert. Ich hatte mir zur Aufgabe gemacht, etwas über „Gottesvorstellungen baptistischer Erwachsener“ zu erfahren. Dazu habe ich mit circa 60 Personen aus unterschiedlichen Kulturen gesprochen. Was haben sie gemeinsam und was davon könnte als eine „typisch baptistische Frömmigkeit“ verstanden werden? Diese Frage habe ich mir unter anderem gestellt.

Baptisten und Baptistinnen deuten die Erfahrungen in ihrem Leben und Alltag als Gotteserfahrung. Allen gemeinsam war, dass bedeutende Lebensereignisse im Rückblick mit Gott in Verbindung gebracht wurden. Sie wurden als Plan oder Führung Gottes gesehen. Gott hat bei der Flucht geholfen, hat versorgt, Mut gegeben, in schwierigen Situationen begleitet und bewahrt.

Gefühle, die Gott gegenüber geäußert werden, sind vor allem Vertrauen und Dankbarkeit. Die Mehrheit der Befragten beschreibt eine Veränderung ihrer Gottesvorstellung im Laufe der Zeit, wobei oft von kritischen Lebensereignissen ein verändernder Impuls ausgehen kann. Oft ist das Vertrauen der Einzelnen gerade durch Krisenzeiten gewachsen, was nicht automatisch bedeutet, dass die Betroffenen in der Krise selbst die Nähe Gottes stark erlebt haben. Oft ist es eher die Rückschau auf eine bewältigte Krise, die das Vertrauen stärkt.

Aber nicht nur besondere Situationen, sondern vor allem der Alltag wird mit Gott in Verbindung gebracht. Um herauszufinden, ob die Befragten bestimmte Rituale oder Gewohnheiten haben, habe ich folgende Frage gestellt: „Gibt es bestimmt Zeiten, Orte oder Situationen, in denen Du öfter an Gott denkst?“ Die Antworten der befragten Baptistinnen und Baptisten aus verschiedenen Kulturen ähneln sich. Die meisten von ihnen beantworten die Frage sinngemäß so: „Ja... (kurzes Nachdenken), aber eigentlich: Nein! Keine bestimmten Orte – ich denke überall an Gott. Nein, eigentlich keine bestimmten Zeiten – ich denke immer an ihn. Nein, eigentlich keine bestimmten Situationen – ich denke überall an ihn.“ Man könnte dies mit „immer und überall“ wiedergeben.

Möglicherweise sind es nicht nur Baptisten, die so antworten. Es ist also möglicherweise keine originär baptistische Antwort, aber es ist möglicherweise eine typische Antwort für Baptistinnen und Baptisten: Gott ist für mich immer und überall präsent, und ich erlebe dies in meinem Alltag und auch in besonders herausfordernden Lebenssituationen. Nach meiner Erfahrung ist es so für Baptisten weltweit: Alles ist mit Gott verbunden. Der Alltag ist vom Gedanken an Gott durchdrungen.

Das Gebetsleben von Baptistinnen und Baptisten erscheint wie ein ständiger Dialog mit Gott. Es ist also weniger rituell auf bestimmt Orte oder Zeiten festgelegt oder an bestimmte Gebetshaltungen und vorformulierte Gebete gebunden. Vieles, was erlebt wird, fließt ins Gespräch mit Gott ein. Baptistinnen und Baptisten sind überzeugte und hoffnungsvolle Beter. Sie sind überzeugt davon, dass es Sinn macht, alles im Gebet zu Gott zu bringen. Sie rechnen mit dem Eingreifen Gottes. Interessanterweise handelt es sich hier weniger um ein „übernatürliches“ Eingreifen Gottes, vielmehr wird damit gerechnet, dass Gott durch Menschen handelt. Die von Gott erfahrene Hilfe auf der Flucht geschieht oft durch Menschen, die helfen und zur Seite stehen. Südafrikanische Baptistinnen und Baptisten erzählten mir, dass es für sie eine Antwort auf ihre Gebete war, wenn plötzlich ein Korb mit Essen vor der Türe stand oder ein Stipendium für das Schulgeld gewährt wurde.

Diese Beobachtung schließt auch die Erfahrung ein, dass Gott durch mich handeln kann und ich daher ebenfalls im Gebet frage: „Was soll ich tun? Wie soll ich mich verhalten?“ Auch diese Perspektive taucht in den Gesprächen auf, wie das Beispiel von Karin zeigt.

Eine wesentliche Rolle für die Frömmigkeit von Baptistinnen und Baptisten ist das Lesen in der Bibel. Das ist für sie eine Möglichkeit, eben diesen „Willen Gottes“ in Erfahrung zu bringen. Dabei werden viele Aspekte der biblischen Botschaft verinnerlicht, so dass das Handeln im Alltag davon bestimmt werden kann.

Im nächsten Beitrag der Artikelserie zum Jahresthema beschreibt Prof. Dr. Andrea Klimt die Bedeutung der Gemeinde für den Glauben von Baptistinnen und Baptisten. Darauf folgt ein Artikel von Alexander Rockstroh über typische Ausdrucksformen der Frömmigkeit in der Brüderbewegung.

Literatur:
Klimt, Andrea – Gottesvorstellungen baptistischer Erwachsener im interkulturellen Vergleich, Göttingen 2017

Jeremia 24,7

ERF Plus - Wort zum Tag -

Ist Gott wirklich da? An meinem Leben interessiert? Oder ist er bloß Gegenstand tiefsinniger Gedanken von Theologen, die über ihn reden und schreiben? Gibt sein heiliges Wort nur Anlass zu Streitereien unter denen, die sich für fromm und gottesfürchtig halten? Oder ermutigt es mich weiterzugehen? Kann ich mich auf das biblische Wort und den, der es gegeben hat, verlassen?

Schon der Prophet Jeremia, von dem im Alten Testament berichtet wird und der um 600 vor Christus lebte, muss sich fragen lassen, wie nahe Gott seinem Volk ist und wie verlässlich. Und er spricht Gottes Absichten im Blick auf sein Volk klar aus.

Jeremia lebt in einer Zeit, die von sozialen Nöten und kriegerischer Bedrohung geprägt ist. In der falsch von Gott gepredigt wird. So eine Art ‚Alles-wird-gut-Evangelium’ (vgl. Jer. 23,16.17). Jeremia, der Prophet, mahnt: Gottes Weisungen zu missachten, bleibt nicht folgenlos. Gott wird richten (vgl. Jer. 22,3-9).

Und doch sitzt er nicht enttäuscht von seinen Menschen im Himmel. Wenn ich das einmal so bildlich sagen darf. Auch nicht wütend, weil sie ihm ungehorsam sind. Ihn mit bloßer Religiosität abspeisen wollen. Gott hält an seiner Sehnsucht fest: „Sie sollen mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ So steht es in Kapitel 24 Vers 7 des Jeremia-Buches.

Das also ist Gottes Absicht: Bei und mit denen zu sein, die er zu seinem Eigentum berufen hat. Denen er sein Wort, seine guten Weisungen zum Leben, gegeben hat. Das gilt zunächst und allererst dem jüdischen Volk. Bei ihm will Gott wohnen. Für die Landsleute und Zeitgenossen Jeremias ist unstrittig, wo Gott wohnt, nämlich im Tempel in Jerusalem. Jahrhunderte später, als Gott seinen Messias Jesus zu seinem Volk sendet, zeigt sich, dass dies nur eine sehr begrenzte Vorstellung war. Denn die Sehnsucht Gottes, bei seinem Volk zu wohnen, erfüllt sich in einer viel tieferen und umfassenderen Weise. Von Jesus heißt es, dass er durch den Heiligen Geist in denen wohnt, die ihm vertrauen und gehorchen (vgl. Joh. 14,23).

Der Prophet Jeremia sagt klar und deutlich, was Gott voraussetzt, bevor er in ein Leben einzieht. „Sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ Wer sich wünscht, dass Gott in seinem Leben wirkt, muss umkehren. Sich abwenden von selbstherrlichen Entscheidungen, von Rechthaberei und Unversöhnlichkeit. Ein halbherziges Bereitsein für Gottes Segen, ohne sich von Einstellungen zu trennen, die Gott und seinem Wort widersprechen, verhindert eine enge Gemeinschaft mit dem Schöpfer. Wer sich die Nähe Gottes wünscht, kann nicht mit Sünde liebäugeln. Gelegentliches Beten und ein bisschen Kirchgang liegen Gott nicht am Herzen. Auch nicht soziales Engagement, wenn es womöglich geschieht, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Er sehnt sich danach, dass wir uns von ganzem Herzen ihm zuwenden.

Bei Besuchen habe ich mehrfach erlebt, dass die Gastgeber eine Katze im Haus hatten. Darauf angesprochen, sagen sie: ‚Nein, das ist nicht unsere Katze. Sie gehört den Nachbarn. Aber sie ist fast nur bei uns, denn wir geben ihr Futter.’ Ob mancher sich nicht Gott gegenüber so verhält wie diese Katzen? Solange der die Bedürfnisse erfüllt, hält man sich zu ihm und seiner Gemeinde. Aber wirklich gehören will man ihm nicht.

Doch Gott scheint Hoffnung zu haben. Jeremia, der Prophet, verkündet – selbst gegen allen Augenschein - dass Gott damit rechnet, dass Menschen von ganzem Herzen zu ihm umkehren. Nicht halbherzig ein wenig religiös sind, sondern ihm wirklich gehören wollen. Wenn Sie sich dazu entschließen, erleben Sie den Unterschied, ob Sie sagen und beten ‚ein Gott’ oder ‚mein Gott’.

 

Autor: Werner Heise

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Apostelgeschichte 10, 36

ERF Plus - Anstoß -

Als Jesus gestorben und auferstanden war, brach eine schwere Zeit für die Christen an. Wobei das Wort „schwer“ noch reichlich untertrieben ist. Die Besatzungsmacht Rom tat alles, um diese Christen mundtot zu machen. Es war eine Zeit der Verfolgung und des Leides. Aber auch eine Zeit der Wunder. Denn Petrus und die anderen Jünger ließen sich nicht unterkriegen. Sie trafen sich weiterhin und verkündeten die frohe Botschaft wo und wie es nur möglich war. Ihre Herzen brannten und sie konnten nicht anders, als von dem zu erzählen, wovon ihre Herzen voll waren.

In dieser Zeit nun kommen römische Soldaten zu Petrus. Der wird wohl erstmal ziemlich geschockt gewesen sein und gedacht haben: Jetzt werden sie mich gefangen nehmen. Nichts da! Es waren die Soldaten des römischen Hauptmanns Kornelius. Der war ein gottesfürchtiger Mann. Eigentlich unmöglich, denn Jesus war doch zu den Juden gekommen, nicht aber zu den Heiden. Oder etwa doch nicht? Gott belehrt Petrus eines Besseren. Petrus geht mit in das Haus des Hauptmanns und begegnet einem Mann, der Gott von Herzen liebt.

Ich begreife: Jesus war und ist für alle Menschen gekommen. Alle heißt hier alle, also ohne Ausnahme. Ohne Ansehen der Person. Die Hautfarbe ist unwichtig, die gesellschaftliche Stellung ist unwichtig, was man hat oder nicht hat, ist unwichtig, das Geschlecht ist unwichtig, das Alter ist unwichtig. Ja sogar die eigene Vergangenheit ist unwichtig. Da wo Jesus einkehrt, wird alles neu. Das Alte ist vergangen. Petrus berichtet Kornelius: „Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.“

Vielleicht eine Nachricht, die Sie heute hören müssen. Jesus ist für jeden gekommen und die gute Nachricht des ewigen Lebens gilt jedem, der in Jesus den einzig wahren Sohn Gottes erkennt.

Autor: Tobias Schier

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Römer 2,4

ERF Plus - Wort zum Tag -

Morgendlicher Berufsverkehr. Ich fahre zügig in den Kreisverkehr ein und muss unvermittelt bremsen. Ein Fahrzeug blockiert noch vor der Ausfahrt jedes Weiterkommen. Nicht nur für mich. Ich warte. Ich hupe. Warte. Steige aus, um die Ursache dieses Staus zu erkennen. Hinter der Ausfahrt ragt ein Lieferwagen wenige Zentimeter auf die Fahrbahn. ‚Dafür muss man nicht stehenbleiben’, denke ich und spreche den jungen Mann am Steuer an. Erhalte eine unfreundliche Antwort. Doch dann kommt Bewegung in die Sache und jeder setzt seine Fahrt fort. Meinerseits nicht ohne Kopfschütteln.

Später fällt mir ein, dass ich wenige Tage zuvor an der Zapfsäule hielt. Ein Taxi fährt heran. Wartet. Hupt. Meine Frau steht noch in der Tankstelle vor der Kasse. Ein geeigneter Parkplatz, um vorzurücken, ist nicht vorhanden. Der Taxifahrer steigt aus. Klopft an meine Autotür. Nicht gerade freundlich erkläre ich ihm, dass wir erst zahlen und dann fahren. Grummelnd geht der Mann zu seinem Fahrzeug zurück. Jetzt fällt mir diese Szene wieder ein. Was mich bei anderen stört, tue ich selbst.

Ähnlich schreibt es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Rom (vgl. Rö. 2,1.3). Nicht mit Blick auf das Verhalten im Verkehr, sondern auf den Umgang mit Sünde. Sündigt ein anderer, erkenne ich es gut und missbillige es. Und kenne ich mich in der Bibel aus, fällt mir noch deutlicher auf, wo jemand Gottes Gebote missachtet. Doch wenn ich auf andere sehe, wie sie stolz, eigensüchtig, gierig nach Geld und Anerkennung sind, ist mein Blick von mir selbst abgelenkt. Und leicht stellt sich das Gefühl ein, besser zu sein. Gerechter. Gott mehr Freude zu bereiten als sie. Oder wenigstens nicht so viel Kummer.

Der Apostel Paulus entlarvt solche Gedanken und Gefühle als gefährliche Selbsttäuschung. Und er geht noch einen Schritt weiter. Er warnt gerade die, die sich im Wort Gottes auskennen. Die wissen, was wir lassen und was wir tun sollen, um so zu leben, wie es Gott gefällt und unseren Mitmenschen gut tut. Die erlebt haben, wie gütig und freundlich Gott zu ihnen ist. Die erfahren haben, dass Gott einen langen Atem mit ihren Verfehlungen hat. Gerade sie mahnt der Apostel nachdrücklich und persönlich: Zieh daraus nicht den falschen Schluss!

Wenn du unaufrichtig bist, bist du nicht besser als ein ertappter Betrüger. Wenn du Gott ungehorsam bist, nicht besser als einer, der Gott ablehnt. Von ihm nichts wissen will. Wenn du deine heimliche Sünde pflegst, bist du nicht besser als ein stadtbekannter Ehebrecher. Wenn Gott dich bisher nicht zur Rechenschaft gezogen hat, dann nicht, weil du so gut bist, sondern weil ihm anderes am Herzen liegt: „Weißt du nicht“, schreibt der Apostel im Brief an die Christen in Rom im 2 Kapitel Vers 4, „dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?“

Gott ist nicht zu schwach, um Konsequenzen zu ziehen. Das hat er in der Geschichte oft genug gezeigt. Er trägt mich mit ausdauernder Geduld, damit ich zur Einsicht komme. Endlich aufhöre, mir und anderen etwas vorzumachen. Sünde ist nicht harmlos. Sie wirkt wie ein tödliches Gift. Zerstört Beziehungen. Zwischen Menschen. Und die zu Gott. Am Ende kostet sie das Leben.

Gott ist gütig und freundlich, damit ich von falschen Wegen umkehre. Ihm vertraue und gehorche. Denn das ehrt ihn (vgl. Rö. 1,5). Gott, der Sie und mich geschaffen hat, will nicht, dass unser Leben durch Sünde zerstört wird. Seine Güte hat ein Ziel: Dass wir zu ihm umkehren. Solche Umkehr nannte man früher „Buße“. Sünde bekennen und sich von ihr abwenden. Dazu bietet dieser Tag heute Gelegenheit.

 

Autor: Werner Heise

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Jesaja 54,8

ERF Plus - Anstoß -

Manchmal könnte ich als Vater an die Decke gehen, und tue es dann auch. Dann nämlich, wenn meine Kinder partout den gleichen Fehler immer und immer wieder machen. Das muss doch nicht sein! Wie oft habe ich gesagt, was gut und vernünftig wäre. Habe erklärt, welche Folgen das unvernünftige und schädliche Verhalten hat. Lerne rechtzeitig für die Arbeit. Räume die Schulsachen ordentlich weg. Erledige Aufgaben sofort. Und was kommt dabei rum? Gefühlt nichts. Ich hätte auch mit einer Wand reden können. Also kommen meine Kinder aus eigener Schuld in Schwierigkeiten. Das ärgert mich, und dann flammt einfach die Wut in mir auf. Am liebsten will ich meine Kinder dann erstmal nicht sehen. Doch die Wut ebbt auch wieder ab. Denn als Vater liebe ich meine Kinder von Herzen und vergebe ihnen immer wieder. Bei Gott ist das ähnlich, und zwar in Bezug auf jeden einzelnen Menschen auf dieser Erde. Der Prophet Jesaja zitiert ihn mit den Worten: "Als der Zorn in mir hochstieg, habe ich mich für einen Augenblick von dir abgewandt. Doch ich habe Erbarmen mit dir, und ich höre nie auf, dich zu lieben. Das verspreche ich, der HERR, dein Erlöser." (Jesaja 54,8) Das gilt bis heute! Für jeden Menschen! Egal was er getan hat und wie oft er gegen Gottes Rat und Gebote verstoßen hat. Gottes unendliche Liebe überstrahlt alles andere.

Autor: Horst Kretschi

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5. Mose 18,14

ERF Plus - Wort zum Tag -

In meinem letzten Urlaub war ich in der englischen Kleinstadt Glastonbury. Sie gilt als Hauptstadt der Esoterik. Warum?

Kennen Sie die Geschichte vom heiligen Gral? Der Gral bezeichnet den Kelch aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken hat. Josef von Arimathäa soll ihn nach England gebracht und in Glastonbury vergraben haben. Dort gibt es eine Quelle, deren Wasser eine starke rötliche Färbung hat. Diese Färbung, so die Legende, kommt von dem Abendmahlskelch Jesu. In Glastonbury sah ich, wie im Bereich der Quelle, Menschen in tiefer Meditation versunken waren. Ich konnte es nicht fassen. So viele Menschen, die sich von der Quelle etwas erhofften. Nebenbei bemerkt: Die rötliche Färbung verdankt das Wasser dem starken Eisengehalt im Boden und nicht dem Abendmahlskelch Jesu, der dort vergraben sein soll.

Ich wurde in Glastonbury an eine Aussage von Pfarrer Ulrich Parzany erinnert. Er sagte: „Es gibt in Deutschland mehr Wahrsager, die beim Finanzamt gemeldet sind als Pfarrer in der Evangelischen Kirche.“ Auch wenn ich mir das kaum vorstellen kann, so zeigt meine Beobachtung aus Glastonbury, wie der Satz von Pfarrer Parzany, wie viele Menschen sich Hilfe und Orientierung durch Esoterik und Wahrsagerei erhoffen.

In diese Situation hinein lese ich aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 14: „Die Völker hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; dir aber hat der Herr, dein Gott, so etwas verwehrt.“

Die Lage für das damalige Volk Gottes sah schlecht aus. Bisher hatte Gott durch Mose zu dem Volk gesprochen. Doch Mose würde in das neue Land nicht mit kommen. Wie konnte das Volk zukünftig Gottes Reden hören? Der Gedanke auf die ortsansässigen Wahrsager und Zeichendeuter zurückzugreifen lag nahe. Doch der Herr verbietet es klar, damals, wie heute. Weder Wahrsagerei, noch das Quellwasser aus Glastonbury, noch weitere Gegenstände oder Personen aus dem esoterischen Bereich und des Okkulten tragen dazu bei, Gottes Reden zu hören, ganz im Gegenteil.

Im weiteren Verlauf von 5. Mose 18 verspricht der Herr, auch zukünftig zu seinem Volk zu sprechen und zwar durch einen Propheten, den er sendet.

Christen sehen dieses Versprechen in der Person Jesu Christi in letzter Konsequenz erfüllt. Auf ihn gilt es zu hören. Was er zu sagen hat, steht klar in den Evangelien. Gottes Stimme heute hören, jetzt, wo das neue Jahr gerade begonnen hat, das geschieht, wenn Menschen auf das hören, was Jesus Christus sagt.

Autor: Pastor Werner Hanschmann

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Kolosser 1,9–10

ERF Plus - Anstoß -

Im Ring steht der Boxer alleine, nur angewiesen auf sich selbst. Denkste. Denn auch der fähigste Mann mit Weltmeistertitel hat einen Trainer. Und der erteilt jede Menge Instruktionen. Wie soll es jetzt taktisch weitergehen, und wie muss der Sportler auf den Gegner reagieren. Ohne den Trainer wäre der Held im Ring bald keiner mehr.

Ein gutes Bild auch für das Leben. Und für das Leben mit Gott. Auch da lerne ich ständig dazu, muss meine Fähigkeiten trainieren und mein Unvermögen minimieren, selbst wenn ich eine anerkannte geistliche Größe sein sollte. Und so schreibt der Apostel Paulus vor 2000 Jahren an die Gemeinde in Kollosä, auf die er große Stücke hält:

"Deshalb hören wir nicht auf für euch zu beten. Dann könnt ihr ein Leben führen, durch das der Herr geehrt wird." 

Paulus weiß, die Gemeinde darf nicht müde werden. Sie soll nicht schwächeln und am Ende auf der Strecke bleiben wie ein Marathonläufer oder wie ein Boxer, der die Deckung verliert. Die Sprache verrät es: Ich muss Nächstenliebe und Demut üben. Immer wieder. Und wenn Gott meine Quelle ist, will ich den Anschluss halten. Nicht weil ich muss, aber weil ich klug beraten bin, und mich genau das auf Tour und Kurs hält Richtung Ziel. Wie einen Sportler, der auf seinen Trainer hört.

Autor: Andreas Odrich

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Psalm 4,8

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Mach dir Freude auf!“, lautet ein Werbeslogan von Coca-Cola. Eine offene Flasche Coca-Cola und du beginnst dich zu freuen, verspricht diese Werbung.

Sich zu freuen ist wichtig. Freude gibt Energie und Lebenskraft. Sie vertreibt angstvolle Gedanken. Wer sich freut hat Lebensqualität. Solch ein Mensch kommt morgens ganz anders aus dem Bett, als einer, der sich vor dem Tag fürchtet.

Der Werbeslogan verspricht Freude durch ein Getränk. Andere Menschen suchen Freude bei einem Hobby, beim Treffen mit Freunden, oder in einer Urlaubsreise.

In der Bibel wird viel von Freude gesprochen. Im Psalm 4, Vers 8, sagt der Beter: „HErr, du erfreust mein Herz, mehr als zur Zeit, da es Korn und Wein gibt in Fülle.“

Was mir an dieser Aussage auffällt: Dieser Mensch bekommt die Freude von Gott. Es sind nicht die materiellen Dinge, so wichtig sie sein mögen, die ihm diese Freude schenken. Dazu ist diese Freude größer, stärker, als die Freude über ein gutes Auskommen.

„Hey, Mensch, warum freust du dich so über das, was Gott dir schenkt“, frage ich den Beter. Dabei denke ich an viele Christen, die mit einem Gesicht durch die Gegend laufen, als müssten sie die Last der Welt tragen.

Die Antwort gibt mir der Beter in seinem Psalm. Ich erfahre, dass Gott ihn hört, tröstet, gnädig mit ihm umgeht und ihn führt. Es ist nicht sein eigenes Verhalten, sondern Gottes Verhalten, was ihn froh macht. Nicht seine Leistung ist für ihn Grund zur Freude, sondern die Art und Weise, wie sich der Herr ihm gegenüber verhält.

Trotz stressiger Lebensumstände, weiß sich dieser Mensch von Gott gehalten und geborgen. Er vertraut darauf, dass der Herr sich ihm zuwendet.

Gott wendet sich den Menschen zu. Am Deutlichsten wird das in der Person Jesu Christi. Nicht nur, dass er Mensch wird wie unsereiner, nicht nur, dass er schwere Situationen, wie Verrat und Schmerzen erlebt. Er gibt sein Leben hin, damit Menschen dauerhaft mit Gott leben können.

Ich weiß nicht, zu welchen Menschen Sie gehören. Sind Sie heute Morgen vom Bett mit Freude in den neuen Tag gesprungen, oder haben Sie sich noch einmal die Decke über den Kopf gezogen? Der Beter vom Psalm 4 geht in den neuen Tag mit dem Vertrauen: Gott hat mir Freude gemacht, denn er lässt mich nicht im Stich. Weder Sie, noch ich wissen, was ein neuer Tag im Einzelnen bringt, aber der Beter ermutigt, darauf zu vertrauen, dass der Herr sich uns zuwendet. Er wendet sich Ihnen und mir zu und wendet sich nicht ab, komme, was wolle. Da kommt Freude auf!

Autor: Pastor Werner Hanschmann

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1. Timotheus 6,17

ERF Plus - Anstoß -

Ich möchte Sie einladen zu einem Gedanken-Experiment. Stellen Sie sich vor, jemand bekommt sieben Millionen Euro geschenkt. Einfach so. Würde der sich freuen? Ganz bestimmt. Und nun stellen Sie vor, jemand bekommt zehn Millionen Euro - und muss einen Monat später drei Millionen wieder abgeben. Wie würde der sich fühlen?

Die Erfahrung zeigt: Die meisten Menschen denken im Besitzstand. Wenn wir etwas geschenkt bekommen, freuen wir uns - aber schnell wird es für uns selbstverständlich. Und wenn wir es später wieder abgeben müssen, werden wir wütend. Auch wenn es nur geschenkt war.

So ist das mit Reichtum - lesen wir in der Bibel. Zum Beispiel im Brief des Apostel Paulus an den jungen Nachwuchs-Gemeindeleiter Timotheus, den wir im Neuen Testament finden. Paulus rät Timotheus:

Sag allen, die in dieser gegenwärtigen Welt reich sind, sie sollen nicht stolz sein und nicht auf ihr Geld vertrauen, das bald vergehen wird. Stattdessen sollen sie ihr Vertrauen auf den lebendigen Gott setzen, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen, damit wir uns daran freuen und es genießen können.

Für Paulus ist klar: Auch der Reichste verdankt seinen Besitz am Ende Gott. Er darf ihn auf Zeit dankbar genießen. Aber er sollte sein Vertrauen keinesfalls auf Geld setzen statt auf Gott.

Ich nehme für heute mit: Meinen Besitz werde ich irgendwann loslassen müssen - aber der lebendige Gott wird meine Hand für immer festhalten, auch über den Tod hinaus.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025“

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

2025 jährt sich die erste täuferische Glaubenstaufe von 1525 in Zürich zum 500. Mal. Aus diesem Anlass bereitet eine Arbeitsgruppe, zu der Vertreter der Mennoniten, der Baptisten und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) gehören, fünf Themenjahre vor. Der Beginn ist 2020 mit dem Thema „gewagt! mündig leben“. 

Die Themenjahre sollen anregen, darüber nachzudenken, was Christsein unter täuferischen Vorzeichen im 21. Jahrhundert bedeutet. Die Täufer waren im 16. Jahrhundert Teil des reformatorischen Aufbruchs. Sie zeichneten sich durch eine große Vielfalt aus, die bis heute die täuferischen Gemeinden und Kirchen prägt. Die Erinnerung an 500 Jahre Täuferbewegung soll dazu herausfordern, sich mit den eigenen Traditionen auseinanderzusetzen, den Glauben Anderer wahrzunehmen und sich selbstbewusst und dialogfähig in die ökumenische Diskussion einzubringen.  

Zu jedem Themenjahr wird ein Magazin veröffentlicht, das in Gesprächs- und Hauskreisen, Gemeinden, ökumenischen Gremien sowie in Bildungseinrichtungen zu Diskussionen über das jeweilige Jahresthema anregen soll. Ausstellungen, Materialien für Schule und Bildungsinstitutionen sowie Tagungen werden die Auseinandersetzung mit den zurückliegenden 500 Jahren täuferischer Geschichte illustrieren und vertiefen. Der  Auftakt für „500 Jahre Täuferbewegung“ ist Himmelfahrt 2020.

Träger der geplanten Aktionen ist der Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“  mit Sitz in Frankfurt/Main in der Ökumenischen Centrale der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Vorsitzende ist PD Dr. Astrid von Schlachta, Dr. Andreas Liese ihr Stellvertreter.

Die Themenjahre:

2020: gewagt! mündig leben
Taufe – Freiwilligkeit – Religionsfreiheit
2021: gewagt! gemeinsam leben
Gleichheit – Verantwortung – Autonomie
2022: gewagt! konsequent leben  
orientiert an Jesus – nonkonform – bekennen – Martyrium
2023: gewagt! gewaltlos leben
Friedenskirche – Widerstand – Versöhnung
2024: gewagt! Hoffnung leben
Reich Gottes – Utopie – Erneuerung

Die Täufer waren eine reformatorische Bewegung, die im frühen 16. Jahrhundert entstand. Zu ihr gehörten Gruppen wie die Mennoniten und die Hutterer, die Schweizer Brüder und Melchioriten sowie  viele  einzelne,  kleinere  Gemeinden.  Sie  verfolgten  das  Ziel,  als  mündige  Menschen gemeinsam und konsequent ein an biblischen Maßstäben orientiertes Leben zu führen. Ihre Ideale waren  die  Freiheit  des  Glaubens  und  die  Gewaltlosigkeit.  Für  ihren  Glauben  nahmen  sie Verfolgung, erzwungene Migration und Diskriminierung in Kauf. Heutzutage zählen Gruppen wie Mennoniten, Mennoniten Brüdergemeinden, Hutterer und Amische sowie Baptisten und Quäker, die im frühen 17. Jahrhundert im Zusammenhang mit der englischen Reformation entstanden, zum weiten Spektrum der täuferischen Kirchen.

Kontakt: 
PD Dr. Astrid von Schlachta
Vorsitzende „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“ 
mennoforsch(at)t-online.de
Telefon: 06352 700 519

Pastor Bernd Densky
Geschäftsführer „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“ 
bernd.densky(at)ack-oec.de
Telefon: 069 247027-18

 

 

 

Esra 8,31

ERF Plus - Wort zum Tag -

Sind Sie schon einmal mit einem sehr schwierigen Auftrag betraut worden? Ich denke an etwas, bei dem es auf Sie angekommen ist. Einen komplizieren und langwierigen Auftrag, bei dem nicht ausgemacht gewesen ist, dass Sie ihn erfolgreich ausführen können. Ich finde, das kann einen ganz schön nervös machen. Vor allem dann, wenn ich nur begrenzten Einfluss auf den Erfolg habe.

Mit einem solchen Auftrag wird der jüdische Priester Esra ausgestattet. Der persische König Artaxerxes schickt Esra nach Jerusalem. Esras Problem ist sein Reisegepäck. Das enthält allerhand Kostbarkeiten, die bei anderen Begehrlichkeiten auslösen könnten: Jede Menge Gold und Silber, beispielsweise. Weil Esra sich der Gefahr bewusst ist, ruft er vor Reiseantritt eine Zeit des Fastens und Betens aus. Jedem, der ihn begleitet, muss klar sein, dass diese Aktion nur gelingen kann, wenn Gott seinen besonderen Segen schenkt. Dann bricht er mit der Karawane in Richtung Süden auf.

Am Ende der langen Reise kann Esra sagen: Es ist alles gut gegangen. „Die Hand unseres Gottes war über uns, und er errettete uns“, so schreibt es Esra in Kapitel 8,31.

Als Esra diese Worte spricht, da ist es ihm sehr ernst damit. Das wird aus dem Zusammenhang deutlich. Unmittelbar vorher bekennt Esra: „Ich schämte mich, vom König Geleit und Reiter zu fordern, um uns auf dem Weg vor Feinden zu helfen.“ (Vers 22) Es wäre sein gutes Recht, eine berittene Eskorte anzufordern. Schließlich ist er im Auftrag des Königs unterwegs. Aber Esra tut es nicht. Er vertraut lieber auf Gott, geht das Risiko ein und … fährt gut mit dieser Entscheidung.

Ich finde Esras Haltung beeindruckend. Er ist sich des Risikos bewusst, das er eingeht, und entscheidet sich für Gottvertrauen und gegen militärischen Schutz.

Beim Nachdenken über diesen Text habe ich mich gefragt: Lege ich meine Geschicke in Gottes Hände, so wie Esra es seinerzeit getan hat?

Als Erstes ist mir eingefallen, dass wir in unserer Familie eine Tradition haben. Wir falten die Hände unmittelbar vor der Abreise und bitten Jesus Christus um Schutz und Bewahrung unterwegs. Meine Frau und ich haben diese gute Gewohnheit von unseren Eltern übernommen. Wir beten, weil wir wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, heil und gesund am Ziel anzukommen. Wir legen unsere Geschicke bewusst in Gottes Hand. Diese Haltung kann ich auch bei anderen Gelegenheiten einnehmen. Früh morgens beispielsweise, bevor ich mit der Arbeit beginne oder vor einem schwierigen Gespräch. 

Von Esra lerne ich aber auch, von dem zu erzählen, was Gott getan hat: Nach der bewahrten Ankunft, nach der gelungenen Arbeit oder dem schwierigen Gespräch innezuhalten und – so wie Esra – zu sagen: Der Herr, mein Gott, war bei mir. Gott hat Gelingen geschenkt. Dafür bin ich ihm dankbar.

 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Johannes 10,27–28

ERF Plus - Anstoß -

Ich bin ein echtes Stadtkind. Und ich bin geplättet. Rein zufällig komme ich bei einer Wanderung an einer Schafherde vorbei. Ich staune, wie der Schäfer mit Hilfe seiner Hütehunde ein nahezu rechtwinkliges Viereck aus wolligen Kreaturen auf die Wiese zeichnet. Kein Tier bricht aus. Und wenn doch eines aus der Reihe tanzt, gibt’s einen kurzen Befehl und einer der beiden Hunde ist sofort zur Stelle.

Fantastisch! Vor allem, weil ich Menschen bewundere, die die Gabe haben, Ordnung ins Chaos bringen zu können – ganz praktisch in wenigen Minuten auf dem Schreibtisch. Aber auch im Leben von Menschen – dort, wo einiges durcheinander geraten ist.

Genau diese Gabe hat Jesus Christus. Er hat sich selbst einmal mit einem Hirten verglichen. Von ihm stammt die Aussage: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

Genau diese Orientierung und Sicherheit brauche ich, wenn mal wieder das Chaos auf mich einstürmt, selbstverschuldet oder schlicht, weil das Leben so ist, wie es ist.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist für mich da. Er achtet auf mich. Er will eine enge Beziehung zu mir. Dieses Angebot gilt jedem, der sich danach sehnt. Sollte ich einmal wieder eine Schafherde sehen, will ich ganz bewusst an den denken, der mein Chaos-Bewältiger ist.

Autor: Oliver Jeske

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Unterstützung für diakonisch aktive Gemeinden

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

„In vielen Gemeinden ist die Bereitschaft zum diakonischen Handeln vorhanden und gehört zum Gemeindealltag. Die Arbeit mit Geflüchteten hat viele Gemeinden bereichert.“ Zu diesem Resümee kamen die regionalen Diakoniebeauftragten Susan Jose für den Bereich Schleswig-Holstein und Almut Siodlaczek für den Bereich Hessen. Hier stellen sie die Arbeit der regionalen Diakoniebeauftragten vor.

Wir haben eine Befragung unter allen Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in unserer Region durchgeführt, um zu ermitteln, welche Angebote es in den Gemeinden im diakonischen Bereich gibt und welche Fragen, Wünsche und welcher Bedarf dazu bestehen. Ziel dieser Befragung war es, einen Einblick in die diakonischen Arbeiten zu bekommen, um Informationen zielgerichteter weiterzugeben und auf Bedürfnisse reagieren zu können. Darüber hinaus haben wir recherchiert, welche Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten es für die jeweilige Region gibt. So konnten wir zum Beispiel im Landesverband Hessen die Information über eine finanzielle Projektförderung im Bereich Krabbelgruppen an Gemeinden weitergeben.

Die Erfassung der Daten war ein erster Schritt. Für dieses Jahr planen wir, Vernetzungs- und Austauschangebote zu schaffen und Beratung anzubieten. Wir wünschen uns, dass das Konzept der regionalen Diakoniebeauftragten weiter bekannt gemacht und auch in den anderen Landesverbänden dafür geworben wird. Denn es ist unser Anliegen, dort weitere Diakoniebeauftragte zu gewinnen, sodass in jedem Bundesland regionale Diakoniebeauftragte etabliert werden oder Diakoniewerke entstehen. Die Diakoniebeauftragten sollten möglichst Diakoninnen oder Diakone sein, da sie durch ihre Ausbildung die nötige Qualifikation besitzen und als ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch für den BEFG als Diakoniebeauftragte gegenüber externen Gremien auftreten können.

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