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Sehnsucht nach mehr

ERF Plus - Wort zum Tag -

Vielleicht hatten manche nur wegen der Regie von Mel Gibson das Kino aufgesucht. Aber vielleicht war da bei manchen auch eine versteckte Sehnsucht nach mehr, vielleicht sogar nach einer Antwort auf die wirklich wichtigen Fragen des Lebens. Am Ende des Films „Die Passion Christi“ war im Kino eine ungewohnte Atmosphäre.

Sonst steht ja das Publikum während des Abspanns schon auf und verlässt - sich angeregt unterhaltend - das Kino. Jetzt war es anders. Die meisten blieben sitzen. Eine Stille der Betroffenheit oder des Nachdenkens lag über dem Kinosaal. Für mich hatte diese Stille aber auch etwas Lähmendes. Ich meine, die Zuschauer spürten, dass das Leiden Christi etwas mit ihnen persönlich, ihrem Leben, zu tun hat. Aber sie wussten nicht, was! Da schien die Frage im Raum zu stehen: was sollen wir jetzt tun? – Und niemand gab darauf Antwort.

Es war darum gut, dass damals draußen vor dem Kino Christen der Evangelischen Allianz ein Gesprächsangebot machten. Da wurde darüber weiter nachgedacht und gesprochen: Was bedeutet der Kreuzestod von Jesus Christus für meinen Alltag, mein Verhalten, meine Einstellungen?

Zu dieser Frage gibt der Apostel Paulus in seinem zweiten Korintherbrief ein wichtiges Stichwort: Versöhnung. Er fragt: Wenn du willst, dass Versöhnung unter den Menschen geschieht, bist du dann zuvor auch bereit, dich der Kraft der Versöhnung zu öffnen, die vom Kreuz ausgeht?

Es gibt so viel Unversöhnlichkeit. Ich mache dabei die Beobachtung: Es geht oft gar nicht um den aktuellen Streit. Es geht um das Herz der Menschen, um ihre Grundhaltung. Es geht oft letztlich gar nicht um die Versöhnung mit anderen Menschen, sondern um die Versöhnung mit dem eigenen Leben, mit der eigenen Wegführung und dem inneren Streit um den Sinn des Lebens. Es geht eben zunächst um die Versöhnung mit Gott. Jesus starb am Kreuz, um diese Versöhnung zu bewirken und sie uns Menschen ins Herz zu pflanzen. Paulus beschreibt es so: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“

Aber Versöhnung ist nur möglich durch Klärung von Beziehung. Stellen Sie sich vor, Sie wollen sich mit einem Menschen, mit dem Sie im Streit liegen, versöhnen. Sie sind aber nicht bereit, nach Ihrem eigenen Anteil an der verfahrenen Beziehungskiste zu fragen. Ich muss wohl kein Prophet sein, um voraussagen zu können, dass dann aus der Versöhnung letztlich selten etwas wird. Aber gehen wir oft nicht ähnlich mit Gott um? Wir meinen vielleicht, Vergebung sei eben sein Geschäft und wollen uns im Gottesdienst unsere Portion religiöse Seelenpflege abholen. Aber Versöhnung mit Gott ist nicht möglich ohne die Erkenntnis und das Bekenntnis dessen, was gegen Gottes Willen spricht und mich von ihm trennt.

Darin besteht das Versöhnungswerk Christi ja gerade, dass er für unsere Sünde starb. Am Kreuz klärte Jesus unsere Beziehung zu Gott. Jesu Tod am Kreuz bedeutet: Weil wir nicht zu Gott kommen können, kommt er zu uns. Gott mischt sich ein in diese Welt. Das tut er ohne jede Vergewaltigung unserer Person. Denn er handelt in Liebe. Die Liebe aber tut dem Menschen keine Gewalt an. Der allmächtige Gott ist darum ein Bittsteller der Versöhnung. Er bittet uns: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Versöhnung unter Menschen ist ohne Worte nicht denkbar. Das ist auch bei Gott so.

Gott hat sein endgültiges Wort der Versöhnung gesprochen. Es ist das Wort vom Kreuz. Es gilt, weil es geschehen ist.

Das Wort von der Versöhnung stellt eine neue Wirklichkeit in den Raum einer Welt. die von Gott nichts wissen will. Als Liebeswort an diese Welt ist es ein Gegenwort gegen Eigensucht, Hass und Gewalt. Das ist ein Anstoß, der nicht zu vermeiden ist. Aber im Hören und Annehmen dieses Wortes liegt für alle Menschen das Heil.

 

Autor: Pfarrer Jens Brakensiek

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Rund um den Globus

ERF Plus - Anstoß -

"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang" - diese Redewendung findet sich gleich mehrfach in der Bibel, zum Beispiel im Liederbuch Israels, in den Psalmen - sie ist also womöglich schon 3.000 Jahre alt. Psalm 50 zum Beispiel beginnt so: "Gott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang." 

Nun ist die spannende Frage: bezieht sich das auf die Zeit eines Tages? Vom Sonnenaufgang am frühen Morgen,  bis die Sonne abends wieder hinter dem Horizont abtaucht? Oder geht es vielleicht um Geografie? 

Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter. Bevor sie aufgegangen ist, hat sie den Ländern im Osten bereits geleuchtet - und wenn sie bei uns untergegangen ist, freuen sich die Völker westlich von uns über das Tageslicht. Auf Gott bezogen: Gott "redet und ruft der Welt zu" - und zwar buchstäblich aller Welt, allen Menschen in allen Erdteilen rund um den Globus. Und das Echo der Menschen, die Erfahrungen mit Gott gemacht haben, ist genauso weltumspannend, erklingt genauso "vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang." Aber das ist wie gesagt ein Echo, eine Antwort auf das Reden und Handeln Gottes in dieser Welt. 

"Gott redet und ruft der Welt" etwas zu. Und zwar nicht etwas Beliebiges. "Die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen", heißt es im selben Psalm 50, und ganz am Ende spricht Gott in direkter Rede: "Wer Dank opfert, der ehrt mich, und wer seinen Weg recht ausrichtet, dem zeige ich das Heil Gottes!" - Gott redet, und offensichtlich hat er Gutes im Sinn. Gerechtigkeit. Heil. Für diese Welt und für ihre Bewohner. Also auch für Sie und mich.

Autor: Markus Baum

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Mit Musik geht alles besser

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Mit Musik geht alles besser“ – dieser Titel einer alten Filmmusik fiel mir spontan beim Lesen des heutigen Bibelwortes ein. Der Bibelvers besteht mit großer Wahrscheinlichkeit ursprünglich aus einer Liedstrophe. Paulus zitiert diesen Vers in seinem Brief an Timotheus: "Groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit."(1.Tim. 3,16)

Für uns kommt dieser Vers jetzt nicht gerade leicht und locker singbar daher. Wir können aber davon ausgehen, dass Timotheus dieser Satz ziemlich vertraut in den Ohren klang, selbst wenn der Text ziemlich inhaltsschwer und dicht wirkt. Aber „Mit Musik geht“ – wenn nicht alles, doch vieles besser und leichter. Auf jeden Fall prägen sich schwierige Inhalte leichter ein, wenn sie mit Musik unterlegt und gut zu singen sind.

Und nicht nur schwierige Inhalte, auch belastende Erfahrungen und bittere Wahrheiten lassen sich leichter in das eigene Leben integrieren. Mir geht es da sicher nicht anders als vielen anderen Christen. Gesungene Glaubenssätze prägen sich mir besser ein als Bibelworte, die ich nur lese. Und sie erreichen andere Ebenen in mir – und nicht nur den Verstand. Welche Texte und Lieder das jeweils sind, das ist sicher bei Ihnen wie bei mir sehr zeit- und situationsbedingt. Bei mir sind es die Psalmen der Bibel. Oder das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, oder das Tersteegen-Lied: „Gott ist gegenwärtig“. Und immer wieder auch Lieder aus unserer Zeit.

Glaubenssätze, die beim Lesen noch sperrig und schwergewichtig bleiben, werden im Lied eingängig. Sie öffnen sich nach und nach, werden vertraut und verständlich.

So ist auch der Bibelvers aus dem 1. Timotheusbrief eine Hilfe, in sehr verdichteter Form die zentrale Wahrheit über Jesus Christus zu erfassen. Paulus leitet den Hymnus mit einer Feststellung ein: „Zweifellos ist die verborgene Wirklichkeit unseres Glaubens sehr wichtig“, (C.Nord/K.Berger) wie in einer neuen Übersetzung der Vers beginnt. In drei Doppelzeilen werden die wesentlichen Ereignisse aus dem Leben Jesu genannt – und zwar jeweils in der irdischen Erfahrung und in der Entsprechung in der himmlischen Welt: Der Menschwerdung von Jesus steht seine Bestätigung durch Gott bei der Auferstehung gegenüber: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist. Der Verkündigung in allen Völkern steht Jesu Erscheinung vor den himmlischen Boten gegenüber: erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden. Das dritte Paar ist schließlich auf der irdischen Seite der Glaube der Menschen an Jesus Christus; auf der himmlischen Seite dann seine Himmelfahrt und die Aufnahme in die Herrlichkeit Gottes: geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

Der ganze Hymnus ist gestaltet wie das orientalische Zeremoniell einer Thronbesteigung. Zuerst die Erhöhung des erwählten Herrschers, gefolgt von seiner Bekanntmachung (der Proklamation) und schließlich der Einsetzung auf dem Thron.

Paulus schreibt an Timotheus, damit er in seiner Verantwortung für die Gemeinde eine gute Orientierung für seine Verkündigung und Leitungsaufgabe hat. Die Mitglieder der Gemeinde sollen vergewissert werden, dass Jesus Christus der Herr der Welt ist – egal wie bescheiden sein irdisches Leben erscheinen mag. Egal wie groß der Druck auf die jungen Christen ist. Dann gilt es Lieder gegen Angst und Sorge zu singen, Lieder vom Sieg Christi.

Welches Lied singen Sie heute?

 

Autor: Norbert Held

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Mein Fürbittengebet

ERF Plus - Anstoß -

Wenn ich im Gottesdienst das Fürbittengebet höre, dann hilft es mir oft ganz konkret an die Nöte und Sorgen anderer erinnert zu werden. Dann bete ich manchmal für Sachen, die mir auf den ersten Blick als selbstverständlich  erscheinen.

Ich bitte Gott um Mut und Weisheit für Menschen in der Politik, in der Wirtschaft und im Sozialen, dass sie ihre Ämter mit Maß, Liebe und Weitsicht ausfüllen. Ich bitte Gott um Geduld mit den Menschen, die vom rechten Weg abgekommen sind, diejenigen, die nicht nach den Worten der Bibel leben wollen und denjenigen, die voller Zweifel und Unglaube sind. Ich spreche im Gebet meine Bitte um Hilfe für kranke, einsame oder hilflose Menschen. Ich erbitte Hilfe von Gott, wo unser menschliches Werk zu klein oder zu schwach ist.

Gerne erinnere ich mich an den Propheten Joel, der in der Bibel in Kapitel 2, Vers 21 den herrlichen Satz geschrieben hat: „Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR hat Großes getan.“

In der Tat, ist es Gott, der Großes tat, tut und tun wird. Es ist der Herr im Himmel, der unsere Bitten hört und in einem Umfang hilft, wie es uns nur schwer vorstellbar ist. Um seine Gnade und seine Liebe dürfen wir bitten. Im Gottesdienst oder ganz privat allein im Zweigespräch.  Das gibt mir Trost und schenkt mir Fröhlichkeit.

Autor: Dariush Ghobad

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Trotz allem

ERF Plus - Wort zum Tag -

Das ist irgendwie seltsam. Ich lese ein Bibelwort – es ist kurz und knapp, klar und eindeutig. So wie heute im Losungsbuch: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ - aus dem ersten Brief von Paulus an Timotheus, Kapitel 2 Vers 4. Eigentlich könnte ich nach dem Lesen „Amen“ sagen, also „So ist es“ oder „so wird es sein“ – und an mein tägliches Geschäft gehen. Aber nach dem Lesen des Verses ist nicht alles klar, sondern die Fragen kommen hoch.

Zum Beispiel diese: Kriegt Gott eigentlich, was er will? Wie wird er seinen Willen bekommen? Und wann fängt Gott damit an, seinen Willen durchzusetzen?

Warum ich mich das frage? Wenn ich unsere Gesellschaft anschaue, oder die Situation in der Welt, dann habe ich nicht den Eindruck, dass alle Menschen ihr Heil bei Gott suchten und sich von ihm retten lassen wollten. Auch wenn ich nicht nur unsere gegenwärtige Zeit anschaue, sondern mich mit früheren Abschnitten der Menschheitsgeschichte befasse, dann fällt meine Einschätzung nicht viel anders aus. Gut, der Gottesdienstbesuch war schon besser als jetzt, und die Kirchen hatten in der Gesellschaft zeitweise einen besseren Ruf. Aber dass alle ihr Heil bei Gott gesucht und sich selbst so eingeschätzt hätten, dass sie die Wahrheit nicht kennen würden, das scheint mir eher unwahrscheinlich.

Ist also das, was Gott will, eher Zukunftsmusik? Aber wann und wie wird Gott damit anfangen? Irgendwie nehmen die Fragen kein Ende.

Also schaue ich mir das Bibelwort noch einmal an. Und dann merke ich: Bei diesem Vers (und vielen anderen natürlich auch) geht es gar nicht darum, welche Fragen ich daran habe. Paulus erinnert seinen Mitarbeiter an die Verheißungen Gottes. Gott hat durch seine Propheten immer wieder klargestellt, dass er selbst Herr der Zeit ist und Einfluss auf die Weltgeschichte nimmt. Und auch, dass die Ablehnung Gottes durch die Menschen nicht der endgültige und unumstößliche Lauf der Geschichte sein wird.

Einer der prophetischen Beter in der Bibel hat es so in Worte gefasst: „An allen Enden der Erde wird man zur Einsicht kommen, und die Menschen werden zum Herrn umkehren. Alle Völker werden sich vor dir, Herr, niederwerfen und dich anbeten“. (Ps. 22,28)

Das entspricht in der Tat nicht unserer Wahrnehmung. Umso wichtiger ist es also, dass wir uns an diese göttliche Perspektive erinnern lassen. So macht es jedenfalls Paulus immer wieder. Nicht die augenblicklich wahrnehmbaren Ereignisse erklären uns den Plan Gottes mit seiner Welt. Vielmehr helfen uns die Verheißungen Gottes, in den Turbulenzen des Alltages nicht kopflos zu werden.

Was habe ich dann also zu tun? Jedenfalls nicht grübeln und Theorien aufstellen, ob und wie Gott sein Ziel erreichen wird – und darüber mit anderen streiten.

Paulus begründet seinem Schüler Timotheus gegenüber mit dieser Erinnerung an die Verheißungen Gottes die Aufforderung zum Gebet für alle Menschen. „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte, Danksagung für alle Menschen. … Das ist gut und wohlgefällig vor Gott, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden…“. Weil Gott alle Menschen am Herzen liegen und er ihre Rettung will, ist das zunächst einmal die Verpflichtung für die Gemeinden zum Gebet. Beim Gebet für alle Menschen verabschieden wir uns von dem Gedanken, dass etwas aussichtslos sein könnte, oder dass es „hoffnungslose Fälle“ gäbe.

Vielmehr üben wir uns darin, Gott zu vertrauen und uns darauf zu verlassen, dass er – trotz allem Augenschein – mit seinem Plan durchkommt. Wir stimmen uns darauf ein, in den Willen Gottes einzuwilligen.

Das also ist heute dran – statt den vielen Fragen nachzugrübeln.

 

Autor: Norbert Held

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Psalmen sind Lieder der Seele

ERF Plus - Anstoß -

Warum Gott? Warum lässt du das zu, dass ich meinen Arbeitsplatz verliere? Dass meine Ehe zerbricht? Dass ein guter Freund so sehr an einer Krankheit leiden muss? Dass mein Kind stirbt? Worauf kann ich mich überhaupt noch verlassen? Gott bist du da?

Sicherlich kennen Sie solche Fragen auch. In der Bibel gibt es Lieder und Gebete, die das zum Ausdruck bringen: Unser Leben mit allen Erfahrungen der Anstrengung und des Loslassens, des Weinens und des Lachens, der Angst und der Zuversicht. Psalmen sind Lieder der Seele. In Psalm 22 wird deutlich, wie schwer geprüft sich David vorkommt. Er fühlt sich starken körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Und er fühlt sich von Gott verlassen, das ist wohl das Schlimmste für ihn. Und so klagt er sich durch die ersten Verse des Psalms.

Gott hält das aus. Auf einmal aber wechselt David die Tonart. Jawohl, es ist ein Unterschied, ob jemand klagt, der Gott nicht kennt oder ob jemand vor Gott seine Probleme ausspricht. Nach dem Klagen kommt es bei ihm zum Durchbruch in die Gegenwart Gottes. Und dort hört das Klagen auf. Auf einmal klebt er nicht mehr an seinen Sorgen, sondern der Himmel weitet sich über ihm und er schaut nur noch auf den großen, allmächtigen Gott. Das gibt ihm Lebens-und Glaubensmut. Das inspiriert ihn zu neuen Sätzen. "Es werden sich zum Herrn bekehren aller Welt Enden." Nun kann er Gott wieder bezeugen und von seiner Liebe sprechen. So möchte ich auch in der Gegenwart Gottes immer wieder neu inspiriert werden. 

Autor: Ulrike Schild

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Eine dringliche Bitte

ERF Plus - Wort zum Tag -

Ich habe mal eine schwierige Situation erlebt. Negatives war mir unterstellt worden. Gespräche konnten die Situation nicht klären. Da habe ich Gott um Rat gefragt. Ein Bibelvers machte mir klar, dass eine Trennung nötig war.

David, der Psalmbeter, hat in seinem Leben viel mehr Verfolgung, viele Feinde, viel Bedrängnis erfahren. Immer wieder hieß es von ihm: Er dachte in seinem Herzen. Aber die eigenen Pläne hatten ihm Schwierigkeiten eingebracht. Das hat ihn ins Gebet getrieben. Er pflegte regelmäßigen vertrauten Umgang mit seinem Gott. Auch sein Versagen hat er vor ihn gebracht. Das kommt in Psalm 4 zum Ausdruck. Er betet zu: Gott meiner Gerechtigkeit. D.h. David weiß, seine Gerechtigkeit ist eine Gabe Gottes. Und dann bezeugt er in Vers 2: der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet! Wörtlich heißt es allerdings etwas anders: In Bedrängnis hast du mir Raum gemacht; sei mir gnädig und höre mein Gebet. Dieses Wort soll uns durch diesen Tag begleiten.

Bedrängnis zu erfahren, kann vieles auslösen sicher auch Angst. Aber es ist doch noch mehr. David spricht nach dieser Bitte zu denen, die ihn bedrängen und seine Ehre beschmutzen. Deswegen ist es David wichtig, zu betonen, dass seine Gerechtigkeit von Gott kommt. Gott wird sich für ihn einsetzen. Das Bedrängende nimmt David den Raum zum Atmen. Es belastet sein Leben. Gott aber kann ihm mitten in der Bedrängnis Raum machen. Das ist das Großartige an Gott.

Mir ist es damals seltsam ergangen. In den folgenden Tagen bin ich auf die Psalmverse gestoßen: Er führte mich hinaus ins Weite. Psalm 18, 20 Du hast meine Füße auf weiten Raum gestellt. Psalm 31, 9 Das bestätigte mir meine Entscheidung. Ich konnte vergeben und heilwerden mit Jesu Hilfe. In der Folge hatte ich viel mehr Zeit, meine Ausbildung abzuschließen. Die Trennung hatte also auch ihr Gutes.

‚Trost in der Angst‘ so übersetzt es Luther in diesem Wort für heute. Gott ist der große Tröster. Er steht uns bei in jeder Situation.

David hat das offensichtlich immer wieder erfahren: Gott hat ihm in Bedrängnis Raum gemacht. Er hat die Enge der Situation gelöst. Und das will er weiter so von Gott erhalten. Deshalb appelliert er an ihn: sei mir gnädig und höre mein Gebet. David weiß, dass er auf Gottes Gnade angewiesen ist. Er bittet darum. Er hat immer wieder erfahren, dass Gott seine Gebete gehört hat. Im Hebräischen steht nur hören, nicht erhören. Ich denke, das ist ein Hinweis darauf, dass ich Gott die Art der Lösung meiner Bedrängnis überlassen soll. Er hat sicher die besseren Ideen. Aber ich darf mich ihm getrost anvertrauen. Dann kann ich gespannt erwarten, was er tun wird. Also lassen Sie sich von David animieren.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Ich bin getröstet

ERF Plus - Anstoß -

Während ich diesen Anstoß vorbereite, klingelt das Telefon. Mit bewegter Stimme teilt mir eine Kollegin mit, dass ihre Mutter heute Nacht nach langer und schwerer Krankheit verstorben ist. Wir reden ein paar Worte und wenden uns gemeinsam im Gebet an Jesus. Nachdem ich aufgelegt habe, schaue ich auf den Bibeltext. Es ist ein Wort von Jesus, ausgesprochen im Rahmen der Bergpredigt:

„Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden“, Matthäus 5,4.

Wie passend, muss ich denken. Und dann wandern meine Gedanken weiter. Mir fällt ein, dass Hinterbliebene oft davon sprechen, dass ein lieber Mensch »heimgegangen« ist. Damit bringen sie zum Ausdruck, dass dieser Christ sein Lebensziel erreicht hat. Er oder sie darf jetzt schauen und erleben, was sie geglaubt hat, die herrliche Gegenwart von Jesus Christus, eine Wirklichkeit ohne Schmerz und Trauer, voller Freude und Dankbarkeit.

Was Jesus gesagt hat, stimmt! Seine Worte haben mich immer wieder getröstet, wenn ich am Grab von mir lieben Menschen gestanden habe. Aber nicht nur da. Jesu Worte gelten schon viel früher.

Jesus Christus sagt Ihnen und mir seine Nähe zu, wenn schwere Krankheiten uns zusetzen, wenn wir mit Enttäuschungen zurechtkommen müssen, Ungerechtigkeiten hinzunehmen haben oder tiefe Verzweiflung uns im Würgegriff hält.

Ja, Jesus will in allen Lebenslagen meinen Weg teilen. Und das will er auch für Sie.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Die Nacht ist vorgedrungen

ERF Plus - Wort zum Tag -

Lange dauert schon die dunkle Jahreszeit mit allem Unangenehmen und Unsicherem. Immerhin ist es wieder heller geworden. Dunkel kann uns aufs Gemüt drücken. Aber wir sehen auch die Welt um uns her, in der Dunkelheit herrscht. Messerangriffe, Flüchtlingselend, Afghanistan, Syrien, Terror, Brutalität, Aufstand der Menschen gegen ihre untätigen Regierungen in vielen Ländern, usw. Ich habe diese Woche gedacht: Großer Gott, lass das doch mal für eine Woche aufhören. Aber es geht immer weiter. Und vieles geschieht, ohne dass wir davon erfahren.

Auch in der persönlichen Situation kann es dunkel sein: eine hoffnungslose Diagnose, Mobbing an der Arbeitsstelle, Probleme in der Ehe oder mit den Kindern, Nachbarstreitigkeiten, Unfreundlichkeiten. Vieles Ähnliche kann uns da umtreiben. Da macht uns Paulus Hoffnung mit dem Bild des heranbrechenden Tages in Römer 13,11-12: lhr habt die Zeit erkannt, dass die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen.

Wir können mit dem Adventslied singen: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern. Dieser Morgenstern ist Jesus Christus. Ihm sollen wir in der tiefsten Nacht, d. h. in Zeiten der Not und Bedrängnis, vertrauen.

Die Apostelgeschichte berichtet von Paulus und Silas. Sie wurden in Philippi zu Unrecht ausgepeitscht und ins Gefängnis gesteckt. Mitten in der Nacht haben sie Loblieder gesungen. Lobgesänge in der Nacht! So heißt es schon in Hiob 35,10. Wie kann man Lobgesänge in der Nacht anstimmen? Paulus und Silas haben sich damals nach dem ersten Schreck und Schmerz darauf besonnen: Unser Gott ist immer noch da, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Die Lobgesänge in der Nacht haben bei Paulus und Silas ein Erdbeben ausgelöst. Aber es war ein sehr spezielles Erdbeben. Das Gefängnis ist nicht eingestürzt. Nur die Türen und Fesseln sind aufgesprungen. Wenn wir Gott gegen allen Anschein loben, statt uns Trauer und Resignation hinzugeben, kann Erstaunliches geschehen. Es gibt den Satz: Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist. Wir können das bald wieder am Morgen hören, wenn das Fenster offen ist. Die Vögel singen tatsächlich, wenn es noch dunkel ist. Warum? Sie wissen: Bald wird es hell, der Morgen kommt. Das können wir von den Vögeln lernen. Wir können gerade in den finsteren Zeiten unseres Lebens und in dieser Weltzeit - trotz allem - Jesus lobsingen, weil wir seine Zusage haben: Der Tag wird kommen. Das ist die Zusage von Jesus. Das Elend der Welt wird ein Ende haben.

Wir können uns fragen, wie lange das Elend und das Leid, die Nacht der Welt noch dauern wird. Gerade weil sich das Dunkle so steigert, ist das ein Hinweis auf die nahende Wiederkunft Christi. Die Nacht ist am dunkelsten, bevor der Tag anbricht, so hat es mal jemand ausgedrückt. Auch das schon erwähnte Adventslied von Jochen Klepper drückt eine große Hoffnung aus: Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein. Wir haben also allen Grund, mutig zu sein zu Lobliedern in der Nacht.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Leben im Licht Gottes

ERF Plus - Anstoß -

„Leben ohne Schatten ist Leben ohne Sonne, wer nie im Dunkeln saß, beachtet kaum das Licht.“ So hat es Jürgen Werth mal in einem Lied vor 20 Jahren geschrieben.

Keiner mag die Schattenseiten des Lebens, die dunklen Zeiten. Und für viele ist das ähnlich wie mit den Jahreszeiten: Im Sommer wird aufgetankt, um im Winter durchzuhalten, bis dann endlich die Tage wieder heller werden. Tatsache ist allerdings, dass wir ja auch im Winter mit genügend Licht versorgt werden, sonst könnten wir gar nicht überleben. Und dass der Winter auch wichtig für die Natur ist, damit sie anschließend wieder erstarkt aufblühen kann.

So ist es ein ganzes Stück auch mit den Schattenzeiten unseres Lebens. Wenn sie uns auch quälen mögen und wir lieber auf sie verzichtet hätten – die Dunkelheit ist nur begrenzt. Gott, der Schöpfer unseres Lebens, lässt auch darin sein Licht leuchten. Darum ist es wichtig, sich grundsätzlich auf ihn auszurichten, so, wie der Prophet Jesaja im 2. Kapitel seines Buches das ganze Volk Israel auffordert: Komm nun, lasst uns wandeln im Licht des Herrn. Wer bewusst im Licht Gottes unterwegs ist, tankt bei ihm auf. Und er weiß in den Schattenzeiten des Lebens: Gott ist trotzdem da. Diese Zeiten sind nicht nur von Übel, sondern können auch Teil unseres Wachstums sein, vielleicht auch eines Neuerblühens. Leben im Lichte Gottes - das ist wirkliches Leben. Zu jeder Zeit.

Autor: Hans Wagner

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Eine neue Perspektive

ERF Plus - Wort zum Tag -

Was ist das für ein Gefühl beim Aufwachen. Man würde gerne mit einem Ruck aus dem Bett springen und sich daranmachen, den neuen Tag mit seinen Herausforderungen anzupacken. Aber was ist, wenn die Kraft fehlt? Wenn ich mir wie mit Seilen gefesselt vorkomme. Schaffe ich das heute? Ich sehe auf die Probleme und möchte mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen. Ich schaue auf die Menschen, mit denen so schwer auszukommen ist.

Aber unser heutiges Bibelwort aus dem Hebräerbrief Kapitel 12, Vers 1 und 2 weist uns in eine ganz andere Richtung: Schau nicht auf die Schwierigkeiten, sieh nicht auf die Menschen, sondern sieh auf zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens. Eine neue Perspektive ist nötig. Unsere ängstliche Blickrichtung soll völlig umgedreht werden. Wer auf Jesus sieht, der hat einen anderen Blick auf die Welt, auf die Menschen, auf sich selbst. Es ist wie bei einem Bergsteiger, der in den Abgrund unter sich geschaut hat. Dabei hat ihn Tiefenangst gepackt. Aber jetzt heißt es, die Blickrichtung ändern; hinauf zum Gipfelkreuz blicken! Aufsehen zu Jesus. Mit diesen drei Worten ändert sich alles. Warum?

Jesus umgibt uns mit seiner Liebe. Er steht ganz am Anfang unseres Lebens. Er kannte uns schon lange bevor wir geboren wurden. Nicht wir haben uns für den Glauben entschieden, sondern er hat den Glauben in uns begonnen. Und Jesus ist auch der Zielpunkt. Er ist der Sieger über die Macht der Sünde, die uns umstricken und fesseln will. Was er angefangen hat, das bringt er auch ans Ziel. Er ist der Vollender des Glaubens. Mag unser Glaube noch so verzagt, kleinmütig, bruchstückhaft sein, Jesus macht etwas Ganzes, ja, Vollkommenes daraus.

Damit ist unser Tageslauf und unser Lebenslauf verändert. Dem Verfasser des Hebräerbriefs stehen die Wettkämpfe, die es in Olympia gab, vor Augen. „Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist.“

Es stimmt schon, die Nachfolge hinter Jesus her ist kein harmloser Spaziergang. Wir sind als Christen zu einem Marathon herausgefordert. Dazu braucht man einen zweiten Atem, wie die Sportler sagen. Wenn man total erschöpft ist und am liebsten aufgeben würde, genau dann braucht man den zweiten Atem. Man benötigt die Fähigkeit, durchzuhalten und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Jesus ist unser Trainer, deshalb gilt: „Aufsehen auf ihn, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“

Lassen Sie mich am Bild des Wettlaufs klarmachen, was das bedeutet. Jeder Leichtathlet weiß, was es mit dem sogenannten „Hasen“ auf sich hat. Der „Hase“ ist ein geübter Wettkämpfer, der im Training auf der Bahn mitläuft. Ihm geht es nicht um einen Sieg, sondern er dient dem Athleten lediglich dadurch, dass er ihm ein oder zwei Schritte vorausgeht. Der „Hase“ hat nur eine Aufgabe, nämlich den Läufer anzuspornen und ihn zum Durchhalten zu ermutigen. Ganz ähnlich ist das auch im Glauben. Jesus läuft mit uns. Er bestimmt das Tempo – und zwar so, dass wir folgen können. Er legt für mich das Pensum dieses Tages fest. Er weiß, was er mir zumuten kann und was ich brauche.

Der Hebräerbrief kennt die Lage der Gemeinde Jesu Christi. Er sieht die Anfechtungen und Verfolgungen, die den Christen zu schaffen machen. Es weiß, dass viele kraftlos und enttäuscht sind. Sie kommen nicht mehr zum Gottesdienst. Doch gerade deshalb ruft er uns an diesem Tag zu: „Lasst uns aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“

Autor: Pfarrer Dr. Rolf Hille

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Moment mal

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So viele Jahre hatte David gewartet, sich versteckt, gekämpft, bis Gott sein Versprechen eingelöst hat: Nun ist David unangefochten König in Israel. Gott hatte Davids Leben gerettet, egal welche Falle ihm sein Vorgänger Saul gestellt hatte. David hatte sogar ein Versprechen erhalten: Einer aus seiner Familie sollte für immer in Israel herrschen. David lehnt sich entspannt zurück und entzieht sich dem Blickkontakt Gottes. Nur für einen Moment schiebt David Gottes erklärten Willen zur Seite.  

Er merkt gar nicht, was er tut. So berauscht ist er von den Momenten des Glücks. Gott erbarmt sich über David und schickt ihm einen Mann über den Weg. Der erzählt eine Geschichte. David wird hellwach. Er empört sich über das Verhalten des reichen Mannes, der sich mies verhält. Doch das er genauso drauf ist, merkt David erst, als der Mann zu ihm sagt: „Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel?“ (2. Sam. 12, 9)

In Momenten, in denen es mir gut geht, neige ich wie David dazu, meine eigenen Pläne umzusetzen, ohne sie mit Gott abzustimmen. Mich aus seiner Nähe zu entfernen und Gedanken nachzuhängen, die Gott nicht gefallen. Wie gut, wenn Gott sich auch über mich erbarmt und mich durch den Heiligen Geist zur Vernunft ruft: „Elke, warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet.“

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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In Jesu Reichweite

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Wissen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, weshalb Sie heute allen Grund zur Zuversicht haben? Jesus verspricht in Johannes 10, 27 und 28: „Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir; ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

Jesus nennt unseren Namen. Er redet jeden persönlich an. Weil er unsere Lebensgeschichte kennt, hat er für uns das Wort, das wir gerade jetzt brauchen. Seine Stimme verändert die Grundstimmung unseres Lebens. Es ist sein Wort, das unsere Lebensmelodie neu zum Klingen bringt. Es tröstet uns, wenn die Wolken der Schwermut über uns hängen und es zeigt uns den verlässlichen Weg, wenn wir unsicher geworden sind.

Wer die Stimme Jesu hört, bekommt Sehnsucht nach seinem Wort. Wer Jesu Wort ernsthaft hört, der folgt ihm, und wenn wir ihm folgen, hat das Folgen. Aus dem Hören erwächst Gehorchen: Es reifen Entschlüsse, Konsequenzen werden gezogen, praktische Schritte getan; bestimmte Wege werden gegangen, andere gemieden.

Die Schritte hinter Jesus her sind so vielfältig wie das Leben selbst. Unter der Leitung des Hirten geht es durch steinige Wüsten und Durststrecken. Aber dann kommt wieder eine Wasserstelle zum Ausruhen. Manchmal peitscht uns auf einem kahlen Hügel kalter Regen ins Gesicht. Aber dann gibt es auch wieder Zeiten, in denen es eine ungetrübte Freude ist zu leben. Jesus ruft uns in den weiten Raum der Freiheit. Wir haben einen großen Auslauf, einzig begrenzt von seiner Rufweite.

„Ich kenne meine Schafe!“ Jesus spricht dieses Wort ohne Unterton in der Stimme; von schwarzen Schafen ist bei ihm nicht die Rede. Er liebt uns, obwohl er uns besser kennt als wir uns selber kennen. Er ist nicht enttäuscht, weil er sich nie über uns getäuscht hat. Wenn andere von uns abrücken, ruft er uns näher zu sich.

Wir sind oft unsicher, ob wir das ewige Leben, das er uns geschenkt hat, auch wirklich bis zur Ewigkeit durchretten. Aber hier zeigt er uns ein wichtiges Geheimnis des Glaubens. In besonderen Stunden der Anfechtung und Versuchung brauchen wir uns nicht mit der Rufweite Jesu zu begnügen. Wir sollen uns in seine Reichweite begeben. Wenn die Macht der Sünde in uns übermächtig wird, brauchen wir den handgreiflichen Schutz des Hirten. Wenn der Ankläger uns aus seiner Gemeinschaft reißen will, dann haut uns Christus mit seinem kurzen schweren Hirtenstecken heraus.

Aber dann geht Jesus noch einen Schritt weiter und sagt uns ein letztes Wort: „Ich gebe ihnen das ewige Leben und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ Das ist die Situation, in der uns weder die Rufweite noch die Reichweite des Hirten mehr durchhilft. Das ist der Augenblick, in dem wir uns selbst nicht mehr auf den Beinen halten können. Wir bleiben hinter der Herde zurück, in der letzten Einsamkeit. Den wachsamen Blicken des Hirten entgeht das nicht. Er hält inne, lässt die Herde ruhig ein wenig weitergehen, wendet sich uns zu, bückt sich nieder ins nasse Laub, nimmt uns auf seinen Arm. Der böse Feind will uns für immer von dem guten Hirten trennen. Der Gekreuzigte fordert jedoch den Tod heraus: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Dem Tod, der uns zu töten sucht, hat der Hirte längst das Genick gebrochen. An dieser Grenze wird seine Ohnmacht offenkundig.

Das Leben ist keine Idylle und das Sterben erst recht nicht. Aber das Wort gilt: „Ich bin der gute Hirte.“ Seine Hände und Füße zeigen tödliche Wunden. Aber es sind Wunden, die den Tod besiegt haben. Es sind Hände, denen uns niemand mehr entreißen kann. Es sind Arme, die uns über die letzte Grenze zum Vater durchtragen.

 

Autor: Pfarrer Dr. Rolf Hille

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Ich bin getrost

ERF Plus - Anstoß -

Es gibt Situationen im Leben, die an den Grundfesten der eigenen Existenz rütteln. Zwei Beispiele fallen mir ein: Man muss sich einer schlimmen Diagnose stellen. Es fühlt sich an, als ob der sonst so feste Boden unter den Füßen plötzlich wankt. Plötzlich steht alles, wofür man gelebt und gearbeitet hat in Frage.

Die Bibel berichtet von einer ähnlichen Situation. Allerdings ging es damals nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit, sondern um einen Mann, der über viele Jahrzehnte hinweg große Verantwortung getragen hatte. Die Rede ist von Mose. Seinem Nachfolger Josua gibt er am Lebensende folgende Worte mit auf den Weg:

Der HERR, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht! (5. Mose 31,8)

Mose weiß um die Versprechen Gottes. Mose hat erlebt, wie sich Gott immer wieder zu seinen Leuten gestellt hat. Höchstpersönlich hat er den Weg in die Zukunft gebahnt. Deswegen ist es nicht nötig, sich zu fürchten. Auch, wenn der eigene Weg bald enden wird.

Was kann ich mitnehmen? Egal in welcher Lebenssituation ich stecke, mag die Prognose auch noch so düster sein: Der HERR, der selber vor mir hergeht, der wird mit mir sein und wird die Hand nicht abtun und mich nicht verlassen.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Hoffnung in Verfolgung

ERF Plus - Wort zum Tag -

Meine Kinder kennen zurzeit nur eine Zeitrechnung. Vor den Ferien und in den Ferien. Die Zeit vor den Ferien vergeht für sie viel zu langsam, während die Zeit in den Ferien in ihren Augen immer viel zu schnell verstreicht. Nicht nur die Zeit ist relativ, sondern vor allem das Zeitempfinden. Schöne Momente vergehen scheinbar viel schneller als unangenehme oder schwierige Situationen.

Im 1. Petrusbrief, Kapitel 5 Vers10, schließt der Verfasser sein Schreiben mit einem Segensgruß ab, der zum Durchhalten ermutigt  – auch in schwierigen Lebensumständen: „Der Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“

Die Leiden, von denen Petrus hier berichtet, sind im Zusammenhang mit dem immer stärker werdenden Gegenwind zu sehen, dem sich die frühe Christenheit ausgesetzt sah. Es ging hier also nicht um einen Schnupfen oder unerfüllte Karrierewünsche. Es ging um Ungerechtigkeit und Angriffe auf Leib und Leben. Die Leiden, mit denen sich die ersten Christen konfrontiert sahen, waren Verleumdung, unrechtmäßige Inhaftierung, Folter und Tod.

Leider sieht es in vielen Teilen der Welt heute für Christen nicht viel besser aus. Das überkonfessionelle Hilfswerk Open Doors schätzt, dass weltweit 260 Millionen Christen extremen Formen der Verfolgung ausgesetzt sind. Was kann in solchen existentiellen Lebenssituationen Trost und Hoffnung geben?

In die Not der ersten Christen hinein spricht Petrus von einer Hoffnung, die sich darauf gründet, dass jedes Leiden zeitlich begrenzt ist. Und dass nach dem Leiden eine Zeit kommt, in der Gott seine Menschen aufrichtet, sie stärkt und ihnen neue Kraft gibt. Diese Erfahrung machen Christen immer wieder – egal, ob es sich um Leiden durch Verfolgung oder um persönliches Leiden handelt: Nach der Gefangenschaft kommt die Freiheit, nach Krankheit die Heilung, nach Hoffnungslosigkeit Trost und Hilfe.

Doch was, wenn die Befreiung ausbleibt? Wenn die Not nicht gelindert wird und Gefangenschaft oder Krankheit sogar zum Tod führen? Wie kann man dann von einer „kleinen Zeit“ des Leidens sprechen?

Am Anfang des Segenswunsches des Apostels Petrus, der seinen Glauben vermutlich selbst mit dem Leben bezahlen musste, steht eine klare Positionsbestimmung. Petrus spricht von dem „Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu einer ewigen Herrlichkeit in Christus“. Neben der Gewissheit, dass Gott aufrichten, stärken und kräftigen kann, vermittelt Petrus die Zuversicht,, dass die Ewigkeit frei von Leiden und Schmerz sein wird.

„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ heißt es an einer anderen Stelle in der Bibel. Nur angesichts dieser Perspektive lässt sich im Hinblick auf das Leiden, das Christen hier und heute erleben, von einer kleinen Zeit des Leidens sprechen. Es gab eine Zeit, in der haben sich Christen unter Verweis auf die Ewigkeit vor der Verantwortung für diese Welt gedrückt. Doch Engagement für die Schöpfung und Freude auf die Ewigkeit müssen keine Gegensätze sein.

Wer jetzt schon in der Verbindung mit Gott lebt und erfahren hat, dass Gott  aufrichtet, stärkt und kräftigt, der darf sich jetzt schon freuen. Er kann sich freuen, weil alles Leiden ganz sicher ein Ende haben wird. Und weil er auch im Leid in Gottes Liebe gegründet ist.

Autor: Michael Gerster

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Liebe ohne Wenn und Aber

ERF Plus - Anstoß -

Ich bin als Einzelkind aufgewachsen. Freundschaften waren mir immer sehr wichtig. Und eine solche Freundschaft musste beschworen werden nach dem Motto: „Wir bleiben beste Freunde, ein ganzes Leben lang“. Natürlich haben diese Kinderfreundschaften nicht ewig gehalten. Das Leben ist in Bewegung und irgendwann verliert man sich aus den Augen. Mit Gott ist das anders. Wenn er mir verspricht, immer an meiner Seite zu bleiben, als Freund, Wegbegleiter und Tröster, dann meint er das wirklich ernst. Er steht hartnäckig zu seinem Versprechen, egal, was passiert. Das Volk Israel hat diese Erfahrung gemacht. Gott hatte sie auserwählt als sein Volk. Und obwohl sie diesen Bund immer wieder gebrochen haben, steht Gott zu seinem Wort. Im Buch des Propheten Hesekiel, Kapitel 16, Vers 60 lesen wir Gottes Worte an sein Volk: „Obwohl du den Bund gebrochen hast, den ich mit dir in deiner Jugend geschlossen hatte, will ich zu meinem Wort stehen und mit dir einen Bund für alle Zeiten schließen.“ Gott hält an seinem Versprechen fest, obwohl die Israeliten das wirklich nicht verdient hatten. Genau wie ich. Habe ich verdient, dass Gott mich liebt? Sicher nicht. Gott liebt mich, weil er es will. Er hält an seinen Zusagen fest, weil er es will, nicht, weil ich es verdient hätte. Gott ist treu. Er liebt mich und er liebt Sie. Bedingungslos und leidenschaftlich. Und wenn Sie gerade denken: „Das habe ich doch gar nicht verdient!“ Dann haben sie völlig recht,. Diese Liebe Gottes kann sich niemand verdienen. Sie ist und bleibt ein Geschenk. Ich wünsche Ihnen heute, dass Sie genau das glauben können. Dass Gott Sie liebt ohne Wenn und Aber.

Autor: Stefan Loß

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Assoziationen

ERF Plus - Wort zum Tag -

Als wir vor etlichen Jahren umgezogen sind, hatte ich aus Organisationsgründen den Umzug an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden geplant. Für jeden Termin hatte ich ungefähr die gleiche Anzahl von Freunden und Bekannten, die uns zur Hand gingen. Und obwohl es an jedem Wochenende auch dieselbe Anzahl von Kisten und Möbeln waren, die es zu schleppen galt, waren wir am ersten wesentlich früher fertig. Warum? Es lag an einem Bekannten, der es verstand, die Helfer und die Abläufe optimal zu planen und zu steuern. Dieser Bekannte ist ein geborener Leiter und Organisator. Wenn ich an seinen Namen denke, kommt mir auch immer dieses besondere Talent von ihm in den Sinn.

Wenn der Name von Freunden oder Verwandten fällt, bringen wir diese oft mit bestimmten Erlebnissen, Eigenschaften oder Fähigkeiten in Verbindung. Tante Ilse macht die beste Zitronenrolle, Oma Ulli die leckerste Nudelsoße der Welt und keiner bringt Lampen so gut an wie Opa Heinz. Wir verbinden oft die Namen von Menschen mit besonderen Fähigkeiten und Eigenschaften von ihnen.

Wie ist das aber bei Gott? Was verbinden wir mit ihm, wenn sein Name fällt? In einem der bekanntesten Bibeltexte der Welt – Psalm 23 – heißt es: „Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen“. Gott steht also mit seinem Namen dafür ein, dass er die, die sich ihm anvertrauen, sicher führt und ans Ziel bringt. Der Autor des Psalms, der selbst Hirte war, beschreibt Gott als einen guten Hirten, der das ihm anvertraute Schaf führt und leitet. Er spricht von Ruheplätzen am Wasser und saftigen Weiden.

Das reine Paradies für Schafe? Aber das stimmt nicht. Denn es ist auch von dunklen Tälern und von Feinden die Rede: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Wenn Gott also mit seinem guten Namen dafür steht, dass er uns sicher führt und ans Ziel bringt, dann bedeutet das nicht, dass alles glatt läuft und es keine Widerstände gibt. Es gibt mit Gott die guten Zeiten, in denen Gebete erhört werden, in denen das Leben in vollen Zügen genossen wird, weil er ein Gott ist, der gerne schenkt und gerne gibt.

Aber es gibt eben auch die Zeiten, die von Leiden, Schmerzen und Dunkelheit geprägt sind. Die Krankheit, für deren Heilung man nun schon so lange gebetet hat. Die neue Arbeitsstelle, auf die man nun schon so lange gehofft hat, der Kinderwunsch, der nun schon Jahre unerfüllt geblieben ist. In diesen Zeiten fällt es schwerer, auf die Führung Gottes zu vertrauen.

Doch auch in diesen Zeiten gilt: Gott führt sicher und bringt ans Ziel. Unser Glaube findet in einer Welt statt, in der neben den ruhigen Wassern und den saftigen Weiden eben auch die dunklen Täler und die Feinde existieren. Und dennoch klingt in den Worten des Psalms immer die Gewissheit mit, dass Gott ein Gott ist, der mit seinem Namen dafür einsteht, dass er die, die ihm vertrauen, sicher ans Ziel bringt. Wenn Gott führt, dann bedeutet das auch, dass er mit auf dem Weg ist. Dass er Trost schenkt. Vielleicht erlebt man die Nähe Gottes dann trotz und in allem Leid und eben nicht nur durch die Bewahrung und Rettung aus Leid, so wie es der Autor des Psalms beschreibt: „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.“

Gott ist dafür bekannt, dass er ein guter Gott ist, der die, die ihm vertrauen, sicher führt und ans Ziel bringt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute diese Führung Gottes erleben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute spüren und glauben können, dass er da ist. Am frischen Wasser und im dunklen Tal.

Autor: Michael Gerster

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Ein blödes Schaf?

ERF Plus - Anstoß -

„Das finde ich einen ganz dummen Vergleich. Da verstehe ich Jesus überhaupt nicht. Warum vergleicht er uns mit Schafen? Ich bin doch ein Mensch. Ich kann selbstständig denken. Ich finde diesen Vergleich total daneben. Ich bin doch kein blödes Schaf.“ Ein lieber Kollege regte sich mächtig auf. Und zwar über die Aussage von Jesus, dass er der gute Hirte ist. Und die Menschen, die an ihn glauben, seine Schafe. Ich war fast ein wenig erschrocken, als mein Kollege seinem Herzen so ungeniert Luft machte. Aber vielleicht war das ja doch ganz gut. Denn so konnten wir gemeinsam darüber nachdenken.

 

Einmal sollten wir uns als Menschen eingestehen: so eigenständig und unabhängig von anderen sind wir im Grunde genommen gar nicht. Auch wenn wir das gerne wären. Wir folgen öfter der großen Masse als wir glauben. Ein Beispiel: Eltern suchen mit viel Kreativität einen Namen für Ihr Kind. Schön soll er sein und vor allem: einmalig. Doch nach ein paar Jahren stellen sie fest: in der Kindergartengruppe sind noch zwei andere mit dem gleichen Namen. Wir Menschen sind in gewissem Sinn Herdentiere. Und darauf angewiesen, dass uns jemand gut führt. Deshalb warnt Jesus vor schlechten Hirten. Vor bösen Führern. Und er sagt: „Ich bin der gute Hirte und kenne meine Schafe. Und meine Schafe kennen mich.“ Bei Jesus bin ich also bestens aufgehoben. Und deshalb folge ich ihm. Und Sie?

Autor: Steffen Brack

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Reisebegleiter

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Vor 4.000 Jahren, irgendwo im Orient: Der erfolgreiche Viehzüchter und Partriarch Abraham hat keinen leichten Job für seinen Knecht. Er soll losziehen und eine Frau für seinen Sohn Isaak finden. Und zwar nicht irgendeine. Es soll eine aus ihrem Volk sein. Dieser Auftrag ist wichtig für Abraham. Das zeigt sich unter anderem darin, dass der seinen Knecht schwören lässt.

Ich sehe förmlich, wie es im Kopf des Knechtes rattert. Ja, er ist der Knecht Abrahams und sollte tun, was der ihm sagt. Ja, es ist eine ehrenvolle Aufgabe, die nicht jeder bekommt. Ja, es könnte schief gehen. Was könnte alles schiefgehen und wie genau kann sich der Knecht noch besser absichern, sollte es wirklich schiefgehen. Ein Gespräch zwischen den beiden entsteht.  Schließlich macht sich der Knecht auf den Weg. Abraham sagt ihm folgendes: „Gott wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben.“ Ein Engel des Herrn? Sind das nicht diese mächtigen Geschöpfe, die so furchteinflößend sind, dass sie ihr Kommen mit den Worten „Fürchte dich nicht!“ ankündigen müssen? Na dann kann ja nichts mehr schief gehen auf der Reise des Knechtes. Und tatsächlich, er findet die passende Frau für Abrahams Sohn Issak. Der Engel selber tritt im Verlauf der Reise nie in Erscheinung.

Das erinnert mich an meine eigene Reise. Nicht irgendeine Reise. Meine Lebensreise. Gott hat mich auf diese Reise geschickt, in der ich den unterschiedlichsten Menschen und Situationen begegne.  Herausforderungen meistern und Aufgaben erledigen muss. Als Kind Gottes ist es mein Auftrag, in seinem Sinne zu leben und anderen Menschen von ihm zu erzählen. Abraham muss seinem Knecht sehr vertraut haben, bei dieser schwerwiegenden Aufgabe. Auch Gott vertraut mir eine gewichtige Aufgabe an. Und ich weiß: Gott wird auch mir Gnade auf meiner Reise schenken.

Autor: Tobias Schier

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Behüt dich Gott

ERF Plus - Wort zum Tag -

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ist eine Erinnerung ganz präsent. Nämlich die, als unser Vater uns an jedem Morgen zuerst liebevoll weckt und dann ein leckeres Frühstück zubereitet. Jeden Tag gibt es Brötchen vom Bäcker um die Ecke - und manchmal sogar Nutella aus dem Westen. Das ist für mich eine besondere Zeit, weil er dann - meist für den gesamten Tag - in seiner Zahnarztpraxis verschwindet und uns erst zum Gute Nacht sagen wieder begegnet. Und immer gibts von ihm beim Verabschieden in die Schule den Abschiedswunsch: „Behüt dich Gott!“.

Behüt dich Gott – ein Segen, der für einen ganzen Tag mit mir geht. Zu meiner Kindheit gehört er einfach dazu. Später, als ich selber eine Familie habe, verabschiede ich unsere Kinder ebenfalls mit diesem Gruß. Und bis heute sage ich Kindern, Enkeln und guten Freunden beim Abschied dieses „Behüt‘ dich Gott“. Es ist keine Floskel, sondern ein Wunsch und eine Bitte an Gott.

Ähnlich ging es den Aposteln. Bevor sie eine Reise antreten, werden sie auch von den Christen der jeweiligen Städte gebührend verabschiedet. Mehrmals lese ich in der Apostelgeschichte in den Abschiedsberichten: Wir knieten nieder und beteten.

Was ist das Besondere an einem Abschied, dass dieser Wunsch: „Behüt dich Gott“ plötzlich so wichtig wird? Der Aufbruch in eine unbekannte Zukunft? Die Gefahren einer Reise mit allen Unwegsamkeiten? Vielleicht auch der Schmerz einer zeitlichen oder dauerhaften Trennung?

Bei den Reisen der Apostel sind alle Gründe denkbar. Sie haben viel vor. Dabei wissen sie wenig über das, was sie erwartet. Für sie ist der Heilige Geist ihr Navigationsgerät. Er führt sie zum nächsten Ziel ohne, dass sie vorher die Route berechnen können. Also eine ziemlich ungewisse Sache.

Wenn uns unser Vater verabschiedete, war der Tag sicher weniger gefährlich. So wird es wahrscheinlich bei den meisten von uns gehen. Und trotzdem ist es gut und wichtig, auch die kleinste Reise unter Gottes Segen zu stellen und dem Reisenden ein „Behüt dich Gott“ zu sagen. 

Etwas anderes wird mir dabei noch bewusst, wenn ich beim Abschied bete oder „Behüt dich Gott“ sage. Eigentlich mag ich keine Abschiede. Sie machen mich oft so hilflos. Ich gebe meine Verantwortung aus den Händen. Mein unmittelbarer Einflussbereich endet bei einem Abschied. Weg ist eben weg.

Dann ist für mich ein Segensgebet so etwas wie ein letztes Geschenk, was ich mitgeben kann. Ein Liebesdienst für den, den ich ziehen lassen muss. Mit meinem Gebet übergebe ich meine Lieben ganz bewusst in die Hände eines Größeren, von dem ich weiß: Er geht mit! Und das ist für mich beruhigend.

So ist nicht nur der, der geht, beschenkt. Sondern auch ich, die ich an Gott loslassen darf.

Und was ist dann, wenn etwas Unheilvolles auf dem Weg geschieht? Trotz Gebet und Segen?

Das ist zuerst einmal genauso schlimm, als wenn nicht gebetet wird. Da gibt’s nichts zu beschönigen. Und doch ist es anders. Weil diese Menschen unter Gottes Schutz stehen, dürfen wir sie auch dort wissen. Und das gilt in jeder Lebenssituation, egal, wie sie aussieht. Es macht das Schlimme nicht besser. Aber es ist gekoppelt an die Allmacht unseres großen Gottes. Und dieser allmächtige Gott verliert uns alle keinen Moment aus dem Blick. 

Darum: Behüt Sie Gott – an diesem Tag

Autor: Silke Stattaus

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