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„Wo ist nun dein Gott?“

ERF Plus - Wort zum Tag -

Ich habe mir ein Pressefoto aufgehoben: Sie kennen es vermutlich. Es zeigt 21 Männer in orangefarbenen Arbeitsanzügen. Sie knien im Sand an der libyschen Küste, nahe am Wasser. Die Hände sind ihnen auf dem Rücken zusammengebunden. Hinter jedem steht eine schwarz vermummte Gestalt, die ihn am Kragen hält.

Vor fünf Jahren verbreitete ein IS-Video die entsetzliche Szene der blutigen Enthauptung von 21 Christen. Das waren meist jüngere Männer, Gastarbeiter, die im Ausland Geld verdienen wollten, um ihre Familien ernähren zu können: 20 Kopten aus Ägypten und ein Schwarzafrikaner aus Ghana. Nur weil sie Christen sind, „Ungläubige“, wie Muslime sie nennen, wird ihnen das Leben genommen: Weil sie Jesus als „Sohn Gottes“ dem alleinigen Allah ‚beigesellen‘. - Ein Bild zum Weinen.

Da drängt sich die Frage auf: „Wo ist nun euer Gott?“ Im 42. Psalm klagt jemand: „Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?“ Man betet, ruft um Hilfe; aber Gott greift nicht ein. Viele Menschen mussten die enttäuschende Erfahrung machen, dass Gott seine Gläubigen manchmal nicht schützt. Dann sieht es tatsächlich so aus, als wären Tränen ihr tägliches Brot.

Aber die Christen in Ägypten glauben nicht, dass Gott die 21 Enthaupteten im Stich gelassen hat. Sie sehen in ihnen Märtyrer. Diese Männer müssen überzeugt gewesen sein, dass Jesus für sie und ihre Angehörigen wichtiger ist als ihr irdisches Leben. Daher ließen sie sich nicht darauf ein, Jesus zu verleugnen und ein islamisches Bekenntnis nachzusagen, wodurch sie vielleicht ihr Leben hätten retten können.

Die Kopten halten nun am Jahrestag des Todes dieser Märtyrer Gottesdienste. Dabei machen sie sich bewusst, was ihnen Gottes Gnade wert ist. Gnade bedeutet, dass wir durch Jesus Frieden mit Gott haben, Vergebung der Sünden und Zugang zum ewigen Leben.

Wenn uns versagt bleibt, was wir uns wünschen, wenn alle Mühe vergeblich scheint, wenn uns Leiden auferlegt wird, wenn das Schicksal uns Menschen entreißt, ohne die wir meinen, nicht leben zu können, fühlen wir uns auch ohne Verfolgung oft gottverlassen. Dann kann uns das Beispiel der Märtyrer in dem Glauben bestärken, dass uns die Gnade Gottes nicht entwendet wird, und dass sie alle Verluste bei weitem aufwiegt.

Wer die Briefe des Apostels Paulus oder die Apostelgeschichte liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass am Anfang des Christentums vorwiegend Lebensläufe standen, denen man nicht ohne weiteres ansah, dass Gott sie gefördert und mit Erfolg gekrönt hätte. Bei Paulus kamen anscheinend noch gravierende gesundheitliche Probleme dazu. Im zweiten Korintherbrief deutet er an, dass er sich manchmal fühlte, wie vom Satan zusammengeschlagen.

Aber auf seinen wiederholten Hilferuf antwortete der Herr: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit“. (2. Kor. 12, 19 LUT 2017) Und siehe da, diese Gnade machte aus dem behinderten Missionar Paulus den Apostel, dessen Briefe in der Bibel stehen und uns als Wort des lebendigen Gottes noch heute zum Glauben an Jesus ermutigen.

Autor: Pfarrer i. R. Dr. Wolfhart Schlichting

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Ruhmreich

ERF Plus - Anstoß -

Manchen Menschen eilt ihr Ruhm voraus. Prinz Harry und Greta Thunberg sind solche Menschen. Zur Zeit des Paulus war das z. B. der römische Kaiser Claudius, dessen Ruhm als Rechtsexperte ihm vorauseilte.

Der Apostel Paulus ist weder adeliger Herkunft wie Prinz Harry noch bekannt für Fridays for Future schon eher ein Rechtsexperte. Im römischen Recht kannte er sich aus, doch das jüdische Recht, die Tora, hatte er studiert und aus dem Grunde, viele Christen verfolgt, die er des Hochverrats an Gott bezichtigte. Der fragliche Ruhm als Christenverfolger, der eilte ihm in der Tat voraus.

In der Hafenstadt Korinth hätten sich die Christen gewünscht, er stände für einen berühmten Prediger des Evangeliums, der auch noch mit außergewöhnlichen Erfahrungen aufwarten kann.

In seinem zweiten Korintherbrief setzt Paulus sich mit dieser Frage auseinander. Was macht eigentlich seinen Ruhm aus? Nach vielen verschiedenen Überlegungen kommt Paulus zu einem überraschenden Ergebnis: Sein Ruhm ist seine Schwäche gepaart mit der Gnade Gottes. Im Kapitel 9, Vers 12 sagt Gott Paulus: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ Mit anderen Worten, Paulus arbeitet nicht an seinem Ruhm. Gott selbst verleiht ihm Ruhm, weil er sich mit dem Gott zur Verfügung stellt, was ihm negativ anhängt, ihn in den Augen von anderen schwächt. Paulus weiß, dass er auf Gott angewiesen ist und das verleiht ihm Flügel und bringt ihm durch Gottes Wirken den Ruhm des Völkerapostels ein.

Wenn Gott mit seinem Sohn Jesus Christus aus einem Christenverfolger einen Völkerapostel machen kann; welcher Ruhm kann Ihnen vorauseilen, wenn Sie Jesus Christus Ihre Schwachstellen in den Augen von anderen zur Verfügung stellen?

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Er suchte keinen Streit

ERF Plus - Wort zum Tag -

Der Hirtenjunge hat keinen Streit gesucht. Er kam zufällig dazu, als der Vorkämpfer der feindlichen Truppe einen Freiwilligen zum Zweikampf herausforderte. Dadurch sollte die Schlacht zwischen Philistern und Israel entschieden werden. Die Mannschaften konnten verschont bleiben. Aber keiner wagte es, gegen ihn anzutreten. Denn dieser Vorkämpfer war einschüchternd groß. Und er war schwer bewaffnet. Da verhöhnte Goliath die Juden und ihren kümmerlichen Gott, dem sie offenbar nicht zutrauten, dass er sie schützen kann.

Der Hirtenjunge David fand: Er hat unserem Gott ‚hohngesprochen‘. Das kann man nicht so stehenlassen. Wer an Gott glaubt, muss sich auch zu ihm bekennen.

Und obwohl er lächerlich wehrlos aussah mit Kinderschleuder und Kieselsteinen gegen Schwert und Riesenspieß, trat er dem Spötter entgegen. Der lachte ihn aus. Aber der ohne Panzerhemd und Schild völlig Schutzlose entgegnete: „Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Sichelschwert. Ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth“ 1. Samuel 17, 45 LUT 2017). Ich glaube an Gottes unmessbare Macht, die mich wie unsichtbare Heere umgibt. „Zebaoth“ heißt auf Hebräisch „Heere“.

So begann die unvergessliche Geschichte, wie der kleine David den Riesen Goliath besiegte.

Was das für uns Christen bedeuten kann, darüber hat der Apostel Paulus im 6. Kapitel des Epheserbriefs nachgedacht: Auch wir brechen den Streit nicht vom Zaun. Aber dürfen wir verschweigen, was nach unserer Überzeugung wahr ist?

Wenn es von einem Minarett in der Nachbarschaft über die Dächer dröhnt: „Allah ist der Größte“, und ich weiß, dass damit gemeint ist: also nicht euer dreieiniger Gott,- soll ich das so stehenlassen? Freilich darf jeder sagen, was er will. Aber soll ich meinen Glauben verschweigen? Müsste ich nicht bekennen: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber“?

Und mein Auftrag ist es, „an Christi statt“ alle zu bitten: „Lasst euch versöhnen mit Gott“.

Oder wenn eine Mehrheit Gottes Gebot für einengend und nicht mehr zumutbar hält, müsste ich dann nicht für die Geltung dieser guten Lebensregeln eintreten? Auch dann, wenn es als aussichtslos erscheint, weil die öffentliche Meinung nichts davon wissen will?

Wenn wir glauben, dass das, was Gott sagt, wahr ist, dann ist diese „Wahrheit“ unsere Rüstung. Und ihr ‚gerecht‘ zu werden, ist gleichsam unser Schutzpanzer. Der Apostel Paulus forderte die Epheser auf: „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit“.

Aber die Absicht ist dabei nicht, uns gegenüber anderen zu behaupten. Wir suchen nicht Streit. Wir übermitteln vielmehr ein Friedensangebot für alle, die unter dem Unfrieden der Welt leiden. Daher fügt der Apostel Paulus hinzu: Wir ziehen gleichsam Schuhe an, um uns auf den steinigen Weg zu machen, den Menschen die gute Botschaft unseres Frieden stiftenden Gottes entgegenzubringen. „Beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens“.

Autor: Pfarrer i. R. Dr. Wolfhart Schlichting

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Vorsicht, Riese!

ERF Plus - Anstoß -

Ein furchteinflößendes Gegenüber muss er gewesen sein, der Philister Goliat. Gepanzert und bewaffnet trat der Hüne aus den Schlachtreihen seiner Waffenbrüder und verhöhnte die Israeliten, während auf der anderen Seite des Tals die Soldaten angesichts dieser Erscheinung wie Espenlaub im Wind zitterten.

Dieses Schauspiel wiederholte sich täglich, bis ein Hirtenjunge aus Bethlehem, bewaffnet mit einer einfachen Schleuder und einigen Steinen, dem Spuk ein Ende bereitete und Goliat niederstreckte.

In der Bibel sind folgende Worte über David, dem Hirtenjungen, festgehalten worden:

David sprach zu Goliat: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth. (1. Samuel 17,45)

Klar, David war ein Meister im Umgang mit seiner Steinschleuder gewesen. Vermutlich hatte er als Hirtenjunge viele Tage mit ihr geübt, und als es dann so weit war, hatte er die Schleudertechnik perfektioniert. Aber anders als Goliat hat David nicht alleine seinen Fertigkeiten vertraut. Er hat sich auf Gott verlassen.

Ich will mir Davids Gottvertrauen zu Herzen nehmen, denn auch ich habe immer wieder mit meinen ganz persönlichen „Riesen“ zu kämpfen. Wenn es also wieder einmal soweit ist, will ich ihnen  entgegenhalten: „…ich komme zu dir im Namen des HERRN!

Ja, lieber Herr, bitte sei an meiner Seite! Bitte hilf mir, so wie du David den Sieg geschenkt hast. Amen

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Gebete und ihr Wert

ERF Plus - Wort zum Tag -

Als junger Mensch konnte ich mir kaum vorstellen, dass Gott die gesamte Welt in Einzelheiten vor sich sieht. Aber im Zeitalter von Computer und Google und anderen menschlichen Suchmaschinen, die bereits unendlich viel von uns wissen, wird mir natürlich vieles deutlich stärker bewusst. Gott ist ja bedeutend größer als Google oder sonstige Suchmaschinen.

Spätestens jetzt verstehen viele von Ihnen das heutige Bibelwort aus Psalm 34 Vers 16 „Das Auge des Herrn sieht die Gerechten und sein Ohr hört ihr Schreien“. Hierbei geht es jetzt nicht um eine Vorstellung eines anatomischen Körpers von Gott, sondern um sein Wesen und seine Allmacht und seine Allwissenheit.

Wer hat eigentlich den gesamten Psalm geschrieben? Es war David. In jungen Jahren hatte er schon erlebt, dass Gott ihn im Kampf mit Löwen und Bären beschützt. Später erfuhr er einen ganz steilen Aufstieg, denn der Prophet Samuel salbte ihn zum König von Israel. Ein Mann mit hoher Verantwortung und Ansehen, ein berühmter Mann, dem auch sehr viele gravierende Fehler in seinem Leben passierten. Viele von den 150 biblischen Psalmen sind vom ihm gedichtet.

Lesen Sie doch im Laufe dieses Tages in aller Ruhe den ganzen Psalm. Dadurch wird vieles noch klarer und die Größe Gottes noch bedeutungsvoller.

David beschreibt in nur einem kurzen Satz den Anlass für das Dichten dieses Psalmes. Er war auf der Flucht vor Abimelech, vielleicht vor einem König aus dem Philisterland. Es bestand für ihn also akute Lebensgefahr. In dieser Situation beginnt er in den ersten Versen mit einem Lob Gottes, gerade in dieser schwierigen Situation. Gott zu danken und ihn zu loben, auch in solchen Umständen, ist zu außerordentlich gutem Nachahmen empfohlen.

Nach dem sehr bekannten Spruch: „Danken schützt vor Wanken, loben zieht nach oben“. David richtet seinen Blick nicht angstgebannt auf die schreckliche Gefahr, sondern auf den lebendigen Gott. Ist das nicht eine gute Hilfe z. B. im Blick auf Coronavirusgedanken?

Wenn unser Herz und Verstand voll ist mit Gedanken Gott zu loben und ihm zu danken, ist auf einmal wenig Platz mehr zum negativen Reden über die Politiker. Es ist auch wenig Platz, um auf andere Menschen zu schimpfen. Ist das nicht großartig? Vielleicht eine ganz neue Lebensweise, die es einzuüben gilt.

Ab dem 12. Vers dieses Psalmes gleicht er eher einer Predigt. Der Bibelvers „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und er hört auf ihr Schreien“ lässt uns ganz tief in das Vaterherz Gottes blicken.

Eltern hören auf einem Spielplatz mit vielen Kindern haargenau, wenn sich ihr eigenes Kind verletzt hat und jämmerlich weint. Ein ganz schwacher Vergleich. Umso mehr ist der Vater im Himmel um seine Kinder besorgt. Seine Kinder, die Gerechten, sind Personen, die Jesus Christus im Glauben angenommen haben und von ihm gerecht gesprochen worden sind. Diese Menschen sind hier mit Gerechten gemeint und erleben diesen liebevollen Blick und die Fürsorge und Güte Gottes.

Gott hört auch jedes Gebet in noch so schwierigen Lebensumständen. Für Gott ist es kein Problem, wenn alle Sprachen der Welt gleichzeitig an sein Ohr dringen. Es ist bei ihm alles gespeichert und Gott hört wann und wie ER will.

Autor: Renate Windisch

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Drei Wünsche frei

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In manchen Märchen taucht eine kleine Fee auf, von der man sich etwas wünschen kann: „Du hast drei Wünsche frei!“ Als Kind war das für mich so etwas, wie der Himmel auf Erden. Ich konnte mir wünschen, was ich wollte. Drei Wünsche waren schnell zusammen: Ein Spielzeugsegelboot, ein neuer Fußball und ein Roller. Zum Beispiel. Aber auch ich bin erwachsen geworden und habe die Welt der Märchen hinter mir gelassen. Leider.

Manchmal wünsche ich mir diese scheinbar einfache und übersichtliche Welt zurück, in der eine Fee einem jeden Wunsch erfüllt. Heute ist mein Leben deutlich unübersichtlicher. Und auch mit dem Wünschen ist es nicht mehr so einfach. Meine Gesundheit ist heute ein Thema. Mein Körper, meine Fitness. Was wünsche ich mir eigentlich wirklich?

Gott ist keine gute Fee für Erwachsene. Aber er fragt mich genau das: Was willst du von mir, was ist dein tiefster Wunsch. Echt, eine gute Frage. Was wünsche ich mir eigentlich? Vielleicht Frieden mit mir selbst und mit anderen. Dass ich ein Segen sein kann für meine Familie und für mein ganzes Umfeld? Was wünschen sie sich eigentlich von tiefstem Herzen?

Gott fordert uns auf, ihm das zu sagen, was wir von ihm erhoffen und ersehen. Nachzulesen im Evangelium nach Matthäus: »Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet!“. So einfach klingt das bei Gott. Was ist mein tiefster Wunsch, wonach sehne ich mich am meisten? Er will, dass ich ihn genau darum bitte und mich dann von ihm überraschen lasse. Was hindert mich daran, das heute einfach mal auszuprobieren?

Autor: Stefan Loß

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Gebete in verzweifelten Situationen

ERF Plus - Wort zum Tag -

Jede Person hat die Sehnsucht, sich an etwas zu freuen. Unsere 3-jährige Enkeltochter hat sich für Weihnachten Gummibärchen gewünscht. Bei vielen der Zuhörer sind die Dinge, woran oder worüber sie sich freuen, nicht ganz so bescheiden. Freude wünschen sich viele. Freude, die auch möglichst lange anhält. Freude, die mir niemand wegnimmt. Freude - wie entsteht sie überhaupt?

1. Freude durch Zuwendung eines netten und lieben Menschen.

2. Freude durch Leistung, Fleiß, Ausdauer z. B. durch eine bestandene Prüfung, durch eine fertige        Wohnung oder ein Haus, durch eine Hochzeit

3. Freude, gesund zu sein

4. Freude an den Kindern und Enkelkindern

Aber um diese Art von Freude geht es hier in unserem Bibelvers gar nicht.

Es ist ein Bibelvers aus dem Alten Testament und er heißt „Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn“.

Hanna, die Ehefrau von Elkana, ist hier im Gespräch mit Gott innig verbunden. Sie hatte lange Zeit keine Kinder bekommen. Das bedeutete zur Zeit des Alten Testaments eine große Schande. Nach langer Zeit schenkte Gott Hanna den erbetenen Sohn. Sie machte sich jedes Jahr mit ihrem Mann Elkana auf den Weg nach Silo, um im Tempel dem Gott der Heerscharen Opfer zu bringen und IHN anzubeten.

Dieses Mal nahm sie auch ihren kleinen Sohn Samuel mit. Sicher haben sie sich auch im Gespräch auf diese Reise vorbereitet. Aus vollem dankbarem Herzen stellte sie ihr Kind Gott für seinen Dienst zur Verfügung – genauso, wie sie es dem HERRN versprochen hatte. Unter Anleitung des Priesters Eli sollte er im Tempel mit dem Priester Eli zusammen im Hause Gottes dienen. Das kostete ganz viel Mut und auch den großen Verzicht, das Heranwachsen des Kindes zu erleben und auch die damit verbundene tägliche Freude der Eltern an einem kleinen Kind. Sie gingen einmal im Jahr nach Silo und dann sah sie ihren Sohn.

Hanna liebte Gott über alles. Nichts war ihr so wichtig wie der lebendige Gott. Deshalb konnte sie auch ihren Sohn trotz Abschiedsschmerz und Trennungsschmerz dem Priester Eli anvertrauen.

Ja, es gibt sehr viele Gründe, sich zu freuen. Gott auch mit ihrer Familie zu dienen, war für Hanna das Allerhöchste. Gott zu ehren - kein einfaches Lebensziel. Aber ein ewig gültiges Lebensziel, verbunden mit einem Segen aus der himmlischen ewigen Welt. Daraus entstand auch eine Freude aus der ewigen Welt, die in ihre kleine Welt hineinleuchtete. So wie Marie Schmalenbach es formulierte: „Ewigkeit in die Zeit leuchte hell herein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine".

Hanna, die jahrelang so traurig war, kann sich nun trotz des großen Verzichts über das geschenkte Heil erfreuen. Wenn Gott in ihrem Leben etwas nimmt, gibt er in reichem Segen viel mehr als erwartet. Sie hat den richtigen Blickwinkel ihres Lebens entdeckt: Sie freut sich über das Heil, das Gott schenkt.

Sie können von Hanna ganz viel für ihr persönliches Leben lernen. Gott will auch Sie ganz reich beschenken, wenn Sie im Vertrauen auf Gott etwas loslassen müssen. Das kann bei jedem von Ihnen ganz anders aussehen.

Bei mir trat als Kleinkind eine lebensbedrohliche Krankheit auf. Der Arzt sagte meinen Eltern: „Es kann sein, dass ihr Baby diese Nacht nicht mehr überleben wird." Meine Eltern beteten innig. Sie stellten mich in dieser Nacht aber auch Gott für einen Dienst in Gottes Reich zur Verfügung. Erst als mein Mann und ich verlobt waren und uns für einen Missionsdienst in Afrika vorbereiteten, erzählten meine Eltern von meiner lebensbedrohlichen Nacht und ihrem Gebet.

Gott sieht auch Ihre Gebete und was sie aus Liebe zu Gott IHM anvertrauen.

Autor: Renate Windisch

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Nur glauben, was ich sehe?

ERF Plus - Anstoß -

Es war Ende Januar 2007. Ich fahre mit dem Mountainbike durch die Wälder im Taunus. Mit einem Mal stehe ich vor einem Hindernis. Fichten, vom Orkan Kyrill wie Streichhölzer umgeknickt, versperren mir den Weg. Und sie türmen sich vor mir derart hoch auf: ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte. 4 bis 5 Meter waren das. Nun ist Wind an sich überhaupt nicht sichtbar. Auch nicht ein Orkan wie Kyrill. Doch die Auswirkungen von Winden und Stürmen, die sind absolut real. Und manchmal gewaltig.

Deshalb kann ich gut an Jesus Christus glauben, obwohl ich ihn noch nie gesehen habe. Einer, der ihn sehr wohl gesehen hat, schreibt an Menschen wie mich: „Ihr habt Jesus Christus nie gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn auch jetzt nicht sehen könnt, und eure Freude ist herrlich, ja, grenzenlos.“ So der frühere Chef eines Fischereibetriebs, Simon Petrus. Er und die anderen, die Jesus selbst gehört und gesehen haben, geben weiter und schreiben auf, was Jesus ihnen anvertraut hat: Jesus ist der ewige Gottessohn, der Mensch wurde. Und er ist gestorben und vom Tod auferstanden, um die ganze Welt mit Gott zu versöhnen. Deshalb laden Petrus und die übrigen Augenzeugen Sie und mich ein: Glaube an Jesus. Und weil Jesus absolut real ist, tun Menschen genau das. Sie glauben an ihn. Bis zum heutigen Tag. Und sie erfahren: Jesus ist nun wirklich da in ihrem Leben. Und das macht sie froh. Wir sind eingeladen. Sie auch.

Autor: Steffen Brack

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Jesus das Ohr leihen

ERF Plus - Wort zum Tag -

In unseren Breitengraden haben wir uns unter der Hand auf die Aussage verständigt: Glaube und Religion - das sind Privatsachen. Was wir glauben, das geht niemanden etwas an. Im Raum der Kirche und der Gemeinde kann man ja über so etwas reden, aber bitte nicht in der Öffentlichkeit. Wer weiß, was dann die anderen über uns denken, wenn wir von unserem Glauben reden.

Mit diesem heimlichen Einverständnis befinden wir uns jedoch nicht in der Spur Jesu. Jesus beauftragt und sendet seine Jünger, seine Schüler, als Zeugen. Sie sollen weitersagen, was sie von ihm gehört und aufgenommen haben.

Jemand hat mal gesagt: Nur wer von etwas begeistert ist, der kann auch andere begeistern. Nur wer eine persönliche Beziehung zu Jesus hat, der wird auch davon weitererzählen. Wenn Sie diese Freundschaft mit Jesus noch nicht geschlossen haben, dann ist das kein Problem. Vielleicht hat es Ihnen auch noch niemand gesagt und Sie dazu eingeladen. Der ganze Weg, den Gott zu Ihnen und mir zurückgelegt hat, bedeutet eine Freundschaftseinladung an Sie.

Der lebendige Gott hatte im Lauf der Geschichte viele Anläufe unternommen, um mit seinen geliebten Geschöpfen Gemeinschaft zu haben. Könige, Priester und Propheten hat er seinem Volk geschickt. Die haben sich den Mund fusselig geredet. So hat ein Prophet mit Namen Amos gerufen: Kehrt um zu Gott. So werdet ihr leben. (Amos 5, 4)

Doch alle Anläufe haben nicht dazu geführt, dass Menschen ihm neu vertraut haben. So hat Gott sich zuletzt seinen einzigen Sohn vom Herzen gerissen. Jesus als der Sohn Gottes wurde das Kind in der Krippe. Der junge Mann, der unser Leben ganz geteilt hat - mit all seinen Höhen und Tiefen.

Zwölf Schüler - Jünger genannt - hat dieser Jesus um sich gesammelt. Er hat Kranke geheilt, er hat Armen die frohe Botschaft verkündigt. Die Menschen haben ihm stundenlang an den Lippen gehangen. Er hat ihr Leben verändert. Doch auch der Widerstand ließ nicht lange auf sich warten. Das war den Schriftgelehrten, den Theologen der damaligen Zeit, ein Dorn im Auge. Vor allem sein Anspruch, Gottes Sohn und damit die einzige Rettung zu sein. Und so verrieten sie ihn, machten ihm den Prozess, verspotteten ihn, schlugen ihn und nagelten ihn schließlich ans Kreuz dort draußen auf der Müllkippe Golgatha.

Doch Jesus hat seine Liebe zu seinen Menschen durchgehalten. Er hat die Feindschaft, das Misstrauen, die Sünde dort ein für alle Mal bezahlt. Jetzt ist Frieden und neue Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott kein Wunschtraum mehr. Der Vater hat seinen geliebten Sohn als ersten am Ostermorgen aus dem Grab herausgeholt.

Wer jetzt zu ihm kommt und ihn bittet: „Jesus, ich möchte auch zu dir gehören“, den stößt er nicht hinaus, sondern streicht die Schuld durch und schenkt ihm Leben mit unbegrenzter Haltbarkeit.

Die Feindschaft ist nun endgültig vorbei. Mehr noch. Jesus begegnet nach seiner Auferstehung seinen Leuten mehrmals. Er redet mit ihnen und sendet sie. Was die Jünger hören und erfahren, pfeifen sie jetzt von allen Dächern.

Die Flachdächer waren die Versammlungsräume im Sommer, besonders im Orient. Wem Jesus in seinem Leben begegnet ist, der wird verändert, der wird es eben nicht für sich behalten. Er wird - so wie es einmal der Reformator Martin Luther sinngemäß ausgedrückt hat - wie ein Bettler dem anderen sagen, wo es Brot gibt. Lebensbrot, das den Hunger nach echtem Leben stillt. Lebensbrot, das meine Vergangenheit bereinigt, mir Sinn in meinem Leben und sogar Zukunft über den Tod hinaus schenkt.

Leihen Sie diesem Jesus heute Ihr Ohr und dann erzählen Sie es anderen weiter.

So wie es im Matthäusevangelium heißt: „Was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern.“ (Matthäus 10,27)

Autor: Matthias Rapsch

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Zeuge in unsicheren Zeiten

ERF Plus - Anstoß -

Es passieren Dinge in dieser Welt, die können einem Angst machen. Es gibt Entwicklungen in unserer Zeit, da werden wir zurückgeworfen auf das, was im Leben wirklich zählt: Die Familie, Freundschaften. Der Glaube an Gott? Das, was mir vorher vielleicht Sicherheit gegeben hat, tritt in den Hintergrund: Karriere, Positionen, Geld. Ich muss feststellen: Das, worauf ich mein Leben aufgebaut habe, kommt schneller ins Wanken als angenommen hatte.

Nicht nur ich kenne solche Zeiten. Auch das Volk Israel kannte sie. Schon vor 2600 Jahren fühlten sie sich so, wie ich mich heute.

Damals lebte der Prophet Jesaja unter ihnen. Gott verkündete durch ihn: „Habt keine Angst, ihr Leute von Israel, lasst euch nicht verwirren! Habe ich nicht im Voraus angekündigt, was jetzt geschieht? Ihr habt es gehört, ihr seid meine Zeugen“, Jesaja 44,8.

Gott sagt seinem Volk, was es tun soll: Die Israeliten sollen nicht überrascht und ängstlich sein. Sie sollen vielmehr Gottes Zeugen dafür sein, dass er zu seinen Versprechen steht.

Eine Aufgabe, die für mich heute genauso gilt. Gott hat mir – und Ihnen übrigens auch – einen Auftrag erteilt: Wir sollen über ihn reden. Wie aber kann ich das tun?

Heute ist Pfingstmontag. Christen feiern an Pfingsten, dass Jesus ein Versprechen eingelöst hat. Er hat den Heiligen Geist zu seinen Leuten geschickt. Der soll sie trösten in ihrer Angst. Ihnen Mut machen. Und er soll ihnen helfen, einen klaren Blick zu bekommen für das, was Gott will.

Heute darüber reden, dass Gott treu ist und seine Versprechen einhält? – Das will ich gerne bezeugen!

Autor: Tobias Schier

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Eine Mannschaft

ERF Plus - Wort zum Tag -

Immer wieder erleben wir, wie Sportteams, die keine großen Stars aufweisen, den vermeintlich stärkeren Mannschaften Paroli bieten. Woran liegt das? Meist heißt es dann in der nachfolgenden Spielanalyse: „Wir haben mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt. Wir waren eine Einheit auf dem Platz trotz der unterschiedlichen Spielertypen.“ Der Apostel Paulus spricht es der Gemeinde in Korinth und uns heute zu. Dabei schließt er sich mit ein:

„Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ (1. Kor. 12,13)

Diese Einheit ist durch das Geschenk der Taufe und die Hinwendung jedes einzelnen zu Jesus Christus bereits vorgegeben. Er hat sich aus allen Völkern und Nationen, aus allen Gesellschaftsschichten und Generationen seine Gemeinde gesammelt und geboren. Was für eine bunte und vielfältige Mannschaft. Und dabei hat er menschliche Grenzen und Trennungen durch seinen Geist überwunden. Wir sind durch Jesus Christus als Schwestern und Brüder verbunden.

Noch unter dem Kreuz hat Jesus schon diese besondere Gemeinschaft geschenkt: So weist er einen seiner Schüler, Johannes, an seine Mutter, die Maria. Und Maria ruft er im Blick auf Johannes zu: Schau mal - das ist jetzt dein Sohn. Mit menschlichen Anstrengungen würden wir das nicht hinkriegen, aber Jesus schenkt diese Einheit durch seinen Geist. Er sendet seine Leute und uns mit dem Auftrag in die Welt: „Geht hin und macht zu Jüngern. Geht auf Sendung.“

In der Fußballersprache müsste das heißen: Schießt Tore für das Himmelreich. Dazu sende ich euch mit meinem Geist. Auch wenn alle 11 Spieler auflaufen, so kommt es jetzt darauf an, dass wir diese von Gott geschenkte Einheit auch leben. Heißt das jetzt, dass wir alle gleichförmig und uniformiert werden müssen? Heißt das, dass alle auf der gleichen Position spielen? Nein, jeder bringt sich mit den Gaben, mit der Originalität, die Gott ihm schenkt, in seiner Missionsmannschaft - der Gemeinde - ein.

Wir dürfen dabei den anderen neu als Bruder und Schwester mit seinen Gaben entdecken. Wir lernen dabei, in der Gemeinde grobe Fouls zu vermeiden: Wir reden gut über- und miteinander. Wir legen immer wieder Zorn und Neid ab und sind bereit, dem anderen zu vergeben. Wir hören auf, die Fundamentalismus-Keule zu schwingen, wenn sich Menschen auf den Weg machen, um andere auf ihre Weise zu Jesus Christus einzuladen. Wir nehmen uns den Ball nicht weg, sondern spielen ihn uns zu und freuen uns mit, wenn nur ein Mensch Jesus kennenlernt und ihm sein Leben anvertraut.

Wir lassen es nicht zu, dass uns Herkunft, Alter oder Bildungsgrad in der Gemeinde trennen. Wir sind aber auch dankbar für die Gaben, die Jesus uns geschenkt hat. Wir verstecken sie nicht. Wir bringen sie an dem Platz ein, an den wir von ihm gestellt sind. Wir fördern jüngere Mitarbeiter und nehmen sie eine Zeitlang an die Hand.

Das werden andere spüren und nach dem Geheimnis unseres Glaubens fragen: So wie es mir als Jugendlicher auf meiner ersten christlichen Freizeit ging. Es war ein spannendes Programm und diese Jesusleute strahlten etwas aus, das mich neugierig machte. Sie redeten und lebten mit diesem Jesus. Das wollte ich auch. Zu dieser Jesusmannschaft dürfen Sie auch gehören.

Autor: Matthias Rapsch

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Wie viel braucht der Mensch?

ERF Plus - Anstoß -

In meiner Schulzeit haben wir in Deutsch eine Erzählung von Leo Tolstoi gelesen. Sie heißt "Wieviel Erde braucht der Mensch?" Die Hauptfigur der Erzählung ist der Bauer Pachom, der immer mehr Land besitzen will. Obwohl es ihm stetig besser geht, hat er nie genug.

An diese Erzählung aus dem 19. Jahrhundert musste ich denken als ich die Verse der heutigen Losung aus dem Prophetenbuch Jesaja gelesen habe. Dort steht im 5. Kapitel: "Wehe denen, die sich ein Haus nach dem anderen bauen und ein Grundstück nach dem anderen kaufen, bis keines mehr übrig ist! Sie finden erst Ruhe, wenn das ganze Land ihnen gehört." (Jesaja 5,8)

Der Prophet Jesaja spricht im Auftrag Gottes diese warnenden Worte an die Immobilien- und Großgrundbesitzer der damaligen Zeit. Dabei besteht seine Kritik nicht darin, dass es grundsätzlich falsch wäre, etwas zu besitzen. Auch nicht der große Besitz ist das Problem. Es ist vielmehr die Gier, die hinter dem Kauf der vielen Häuser und Ländereien steht, die Gott kritisiert.

Und es ist auch die Tatsache, dass durch den Kaufrausch der Reichen kein Land mehr für die übrig bleibt, die weniger Geld zur Verfügung haben. Und noch etwas kommt hinzu: Wer seinem großen Besitz mehr vertraut als Gott, der vergisst, wer der Herr auch über den großen Besitz ist. Die Fragen an mich lauten heute deshalb: Welche Beziehung habe ich zu Geld und Besitz? Und wem vertraue ich in meinem Leben?   

Autor: Horst Kretschi

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Das Beispiel Bileams

ERF Plus - Wort zum Tag -

Ein vollmundiges Bekenntnis, das Bileam hier ablegt. Nachzulesen im 4. Buch Mose, Kapitel 22.

Wie kam es dazu? Der Moabiterkönig Balak fürchtete sich vor der Kampfkraft der Israeliten. Diese hatten zuvor die Amalekiter besiegt. Da suchte Balak nach einer Möglichkeit, die Israeliten zu schwächen und kam auf die Idee, sie mit einem Fluch zu belegen.

Er erinnert sich, dass in Petor am Euphrat ein Mann namens Bileam lebt, der sich auf das Verfluchen versteht. So schickt er Boten zu ihm. Bileam solle kommen und die Israeliten verfluchen. Er soll dafür auch gut bezahlt werden. In der Nacht spricht Gott zu Bileam und verbietet ihm, mit den Boten zu gehen und die Israeliten zu verfluchen. So weigert sich Bileam, den Boten zu folgen. Aber Balak lässt nicht locker. Er schickt eine zweite, noch höherrangige Delegation zu Bileam. Die tragen wiederum das Anliegen vor und versprechen eine noch höhere Bezahlung. Bileam antwortet: „Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN.“

Das klingt gut. Da scheint ein Mann mit Prinzipien zu sprechen, der nicht käuflich ist. Aber warum lässt er dann die Delegation bei sich übernachten mit dem Hinweis, er müsse Gott befragen? War Gottes Antwort beim ersten Besuch nicht klar und eindeutig? Offenbar spekuliert Bileam im Grunde seines Herzens damit, dass Gott seine Meinung ändern wird und er sich doch noch den enormen Geldbetrag verdienen kann. Offenbar ist Bileam doch kein Mann mit unerschütterlichen Überzeugungen.

Der weitere Verlauf der Ereignisse zeigt, dass Bileam nicht gegen Gottes Anweisung handeln will. Andererseits aber nicht konsequent ist. Konsequent wäre es gewesen, die Delegation unvermittelt zurückzuschicken und selbst zu Hause zu bleiben. Aber Bileam lässt die Boten bei sich übernachten und reist am nächsten Tag mit ihnen zusammen zu deren König Balak.

Im Neuen Testament wird Bileam an einigen Stellen erwähnt. Dabei wird er jeweils als negatives Beispiel verwendet. So z. B. im 2. Petrusbrief, Kapitel 2. Dort geht es um falsche Propheten. Über sie schreibt der Apostel: „Sie verlassen den richtigen Weg und gehen in die Irre und folgen dem Weg Bileams, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte.“ (2 Petr 2,15)

Bileam fing einmal gut an, als er den Entschluss bekundete: „ Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN.“ Aber in seinem Leben ging er immer wieder faule Kompromisse ein. Offenbar war es ihm nicht gelungen, die Habgier und Geldliebe aus seinem Herzen zu verbannen. Das sollte mir und jedem Christen eine Warnung sein. Auch wir stehen in der Gefahr, trotz guter Absichten und klarer Bekenntnisse auf den Weg Bileams abzugleiten, das heißt: der Sünde nachzugeben.

Die richtigen Entschlüsse zu fassen, ist ein guter Anfang. Aber auf dem weiteren Weg brauchen wir die Führung durch den Heiligen Geist, um nicht auf falsche Wege zu geraten. Und dann natürlich auch den Gehorsam, diesen Führungen zu folgen.

Autor: Bernhard Scharrer

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Pfingsten mit frischem Duft

ERF Plus - Anstoß -

Der Schauspieler und Persönlichkeitsberater Lutz Herkenrath hat eine interessante Erkenntnis. Menschen, die auf andere eine positive Anziehungkraft ausüben, die riechen gut. Als ich dies das erste Mal  gehört habe, fand ich das befremdlich. Aber dann habe ich nochmal darüber nachgedacht:

Letztlich hat er recht. Denn umgekehrt wird schnell klar: Wer sich nicht gewaschen hat, wer ein billiges Rasierwasser benutzt, den will ich tatsächlich nicht in meiner Nähe haben. Einen ähnlichen Vergleich stellt der Apostel Paulus an. Er misst der guten Botschaft Gottes von der Erlösung durch Jesus Christus einen lieblichen Geruch bei, der sich schnell und angenehm verbreitet. Mit diesem Duft ist Paulus unterwegs, um den Menschen etwas Gutes zu tun. Dazu notiert er im zweiten Brief an die Christen in Korinth: 

"Nun, wir machen jedenfalls mit Gottes Botschaft keine Geschäfte wie so manche andere. Wir reden in aller Aufrichtigkeit und in Gottes Auftrag, weil wir mit Christus eng verbunden sind und uns Gott verantwortlich wissen."

Wahrscheinlich würde man eine böse Absicht tatsächlich riechen wie den sprichwörtlichen Braten. Doch Paulus will den Leuten etwas Gutes tun und in diesem Sinne unterwegs sein. Man könnte es vor Pfingsten auch so sagen: Zu Pfingsten gehen die Fenster auf, der Heilige Geist bringt gute und frische Luft in abgestandene Atmosphäre. Mit dem Heiligen Geist riecht es wieder gut. Das jedenfalls ist die Duftmarke, die Gott setzen will. Frische und frohe Pfingsten also.

Autor: Andreas Odrich

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Beten wie es einem ums Herz ist

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.“ Mit diesen Worten beendet David ein Gebet, das in der Bibel als Psalm 35 aufgeschrieben ist. „Wieder einer der zahlreichen Lob- und Dankpsalmen“, dachte ich zuerst, als ich den Vers gelesen hatte. Aber dann las ich den ganzen Psalm durch und stellte fest, dass es sich ganz anders verhält.

David ist in großer Not und Bedrängnis durch feindlich gesinnte Menschen. Er fleht Gott an, mit seinen Feinden abzurechnen. David hat kein Verständnis dafür, dass er vor Menschen fliehen musste, die ihn grundlos töten wollten. Sein Ruf nach Gottes Eingreifen und Bestrafung war aufrichtig und entsprang nicht dem persönlichen Wunsch nach Rache. Es war David ein ernstes Anliegen, dass Gottes Maßstäbe im ganzen Land durchgesetzt würden. So sagte er auch, dass er nicht selbst Rache nehmen will, sondern die Sache Gott überlässt. Aber er machte Gott im Gebet auch Vorschläge, wie das aussehen könnte. Dabei ist er nicht zimperlich, wenn er Gott bittet: „Zücke Schwert und Streitaxt gegen meine Verfolger.“ (V.3)

Das mag für manchen befremdlich klingen. Aber es ist ein Zeugnis dafür, dass wir Gott im Gebet alles sagen dürfen, was wir auf dem Herzen haben. Beim Beten geht es nicht darum, wohlgeformte Sätze zu formulieren. Es geht nicht darum, diplomatisch korrekt zu reden. Nein, von David können wir lernen, dass wir im Gebet reden können, wie uns der Schnabel gewachsen ist und dabei kein Blatt vor den Mund zu nehmen brauchen.

Es scheint mir so, als ob David seinen ganzen Frust loswerden musste. Er hatte nur das Beste im Sinn, wollte ganz treu den Auftrag Gottes erfüllen. David wollte gerecht handeln und zum Wohl der Menschen wirken. Statt Anerkennung bekam er Feindschaft zu spüren. „Sie lästern und spotten über mich, sie rotten sich zusammen zum Schlag gegen mich“ (V. 15 + 16), so klagte er Gott sein Leid.

Das musste David loswerden. Dabei hörte er aber nicht auf, Gott zu vertrauen. Das erlittene Unrecht, die falschen Anklagen, die feindselige Verschwörung führten nicht dazu, dass er selbst zu den Waffen griff und sich Recht verschaffen wollte. „Herr, mein Gott, verhilf mir zum Recht nach deiner Gerechtigkeit“ betete er (V. 24). Und dabei rechnete er fest damit, dass Gott eingreifen würde. So beendete er das Gebet mit dem Entschluss: „Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.“

Wie oft erleiden auch heute Menschen Unrecht, werden gemobbt, verleumdet, falsch beschuldigt, müssen die Coronakrise mit ausbaden, obwohl sie sich an die Regeln gehalten haben? Vielleicht geht es auch manchem Zuhörer so. Dann lassen Sie sich doch von Davids Beispiel leiten. Reden Sie sich allen Frust von der Seele. Sagen Sie Gott ganz unverblümt, wie es ihnen zumute ist. Aber halten Sie auch fest am Vertrauen, dass er Ihnen beistehen wird.

Dabei sind Sie ja nicht auf sich allein gestellt. Selbst wenn Sie keinen Menschen haben, der Ihnen seelsorgerlich zur Seite steht, haben Sie doch Jesus an der Seite. Und wer kann Menschen, die Unrecht erleiden, besser verstehen als Jesus Christus? Hat er doch in einem Maße wie kein anderer Unrecht erlitten und blieb dabei geduldig und sanftmütig. Er versteht uns und will uns helfen.

Und wir können mit David bekennen: „Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.“

Autor: Bernhard Scharrer

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Während du auf Gott wartest

ERF Plus - Anstoß -

Ich muss Ihnen etwas gestehen: Ich mag Warten nicht. Ob ich am Schreibtisch warten muss, bis mein Computer mein Dokument geladen hat, oder beim Arzt auf meinen Behandlungstermin. Ich mag es auch nicht, auf Gott zu warten. Aus irgendeinem Grund scheint er langsamer zu sein als meine Wünsche und Vorstellungen. Manchmal unerträglich viel langsamer. Da bete ich für eine bestimmte Sache oder einen bestimmten Menschen, und es dauert und dauert… und ich frage mich, wie ich die Zeit gut und weise und sinnvoll füllen soll, während ich warte.

Heute habe ich dazu eine Idee bekommen. Und zwar im Neuen Testament, in den letzten Versen des Lukasevangeliums. Da hat Jesus seinen Freunden gerade noch eine Aufgabe gestellt: „Ihr seid meine Zeugen“, beauftragt er sie. „Ich werde den Heiligen Geist zu euch herabsenden, den mein Vater euch versprochen hat. Bleibt hier in Jerusalem, bis ihr diese Kraft von oben empfangen habt!“

Und dann verabschiedet sich Jesus schlagartig von ihnen und wechselt vor ihren Augen in die unsichtbare Welt Gottes. Himmelfahrt. Die Jünger wissen, was Gott mit ihnen vor hat. Aber sie wissen nicht, wann. Also heißt es warten. Wie sollen sie die Zeit möglichst gut und weise und sinnvoll füllen?

Aber dann kommen sie auf eine gute Idee. In Lukas 24 Vers 53 heißt es:

Von da an gingen sie immer wieder in den Tempel, um Gott zu loben und ihm zu danken.

Gott loben und Gott danken - das tun sie immer wieder und immer weiter, während sie warten. Solange, bis Gott an Pfingsten tatsächlich seinen Heiligen Geist zu ihnen herabsendet. (Aber das ist eine andere Geschichte.)

Ich nehme für mich heute mit: Während ich auf Gott warte, gibt es Gutes, Weises und Sinnvolles, das ich tun kann: Zum Beispiel Gott loben und Gott danken.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Leidende unter sich

ERF Plus - Wort zum Tag -

38 Jahre gehörte jener Leidende zu den Bewohnern im „Haus Betesda“. 38 Jahre lag er auch draußen am „Teich Betesda“. Denn man versprach sich Heilung von jenem Wasser, das sich in gewissen Zeitabständen auf geheimnisvolle Weise bewegte. Allerdings - immer nur für den einen Kranken, der als erstes ins Wasser gelangte.

Es ist schon erstaunlich, an welche Strohhalme sich Menschen mitunter klammern, um in ihrer Not Hilfe zu bekommen. Hat der Leidensdruck erst einmal ein gewisses Maß überschritten, setzen Menschen ihre Hoffnung so ziemlich auf alles.

Die einen vertrauen auf die Kraft magischer Steine, andere vertrauen auf die Kraft der Bäume. Wieder andere setzen ihr Vertrauen in die Magie des Wassers. Das ist heute nicht anders als zu biblischen Zeiten. Und so legte man auch jenen Kranken Tag für Tag an jenen geheimnisvollen Teich Betesda.

Doch längst schaute er nicht mehr mit wachen, suchenden und hoffnungsvollen Augen auf das Wasser. Er lag nur noch da und starrte vor sich hin - apathisch und stumm, den leeren Blick auf „unendlich“ gerichtet. Für ihn gab es selbst den berühmten Strohhalm nicht mehr, an den er sich klammern konnte.

Der Satz: „Wem das Wasser bis zum Halse steht, der darf den Kopf nicht hängen lassen…“ bewirkte bei ihm nur noch ein müdes Lächeln. Und den gut gemeinten Hinweis: „Die Hoffnung stirbt zuletzt…“ konnte und wollte er nicht mehr hören. Denn längst war die Hoffnung für ihn erstorben, und geblieben war eine tiefe innere Einsamkeit.

„Leidende unter sich“ - auch in unseren Krankenhäusern und Pflegeheimen - das bedeutet noch lange keine Leidensgemeinschaft. Auch dort gibt es unendlich viel Einsamkeit, die bisweilen noch viel mehr wehtut als das körperliche Gebrechen.

Und so wird jener „Dauerpatient im Haus Betesda“ zum Sprachrohr für alle einsamen und leidenden Menschen in unserer Gesellschaft. Tief aus seinem Innersten brechen die Worte hervor:

„Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.“

Er klagt, jener Kranke am Teich Betesda, doch er klagt nicht ins Leere hinein. Wie die Beter der Psalmen bringt er seine Klage vor Gott und erfährt Antwort auf seine Klagen. Denn Jesus, den Christen auch den Heiland nennen, steht an seinem Krankenbett und spricht: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“

Manchmal brauchen wir diesen Impuls, um nicht in Resignation und Selbstmitleid zu versinken: „Steh auf und geh!“ Und ganz gewiss brauchen wir auch Menschen, die uns dabei behutsam an die Hand nehmen, die uns begleiten und uns wieder hineinhelfen ins Leben. 

Vor allem aber brauchen wir Jesus, der sich zu uns herabneigt, wenn wir an Leib und Seele krank daniederliegen. Und wenn wir uns von „Gott und der Welt“ und auch von Menschen verlassen fühlen, dann können wir erfahren, wie er sich uns liebevoll zuwendet.

Was immer unser Leid auch ist - zu ihm dürfen wir sprechen: „Heile mich Herr, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir geholfen.“ (Jer. 17, 14)

Autor: Lothar Podszus

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„Ich bin so verlassen und hilflos!“

ERF Plus - Anstoß -



Not macht gefühlt einsam. „Ich bin so verlassen und hilflos!“ Dies könnte der Ausruf eines Menschen dieser Tage sein in einem Seniorenheim oder auf einer Corona-Station im Krankenhaus. Die Pandemie drückt zahlreiche Menschen in die Isolation. Manche sind gesundheitlich schwer gebeutelt.

„Ich bin so verlassen und hilflos!“ Das ist aber vielleicht auch die Erfahrung mit meiner ganz individuellen Sorge. Ich habe das Gefühl: Es gibt niemanden, der mich wirklich verstehen kann.

Auch dem König David – Herrscher über Israel vor 3000 Jahren - ging es offensichtlich so. Er ruft im 25. Psalm aus:

„HERR, wende dich mir zu und hab Erbarmen;

ich bin so verlassen und hilflos.“

Not macht auch einen so mächtigen Mann wie David einsam. Und doch ist er in seiner Situation nicht allein. Er hat eine Adresse, an die er sich wenden kann. Er wendet sich an den Gott, der von sich selbst sagt: Ich bin Jahweh, übersetzt: Ich bin für dich da!

Das befreit ihn nicht sofort von der Angst, bekennt David offen. Aber es holt ihn aus seiner Einsamkeit heraus. Er weiß sich auf einmal in seiner Liebe geborgen.

Diese Erfahrung steht jedem offen, der sich an diesen Gott, den Vater von Jesus Christus, wendet. Egal ob die Not Corona heißt oder ein ganz anderes Gesicht trägt. Gott ist da – er sieht mich, er sieht Sie in Ihrer Not.



Autor: Oliver Jeske

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Ende gut, alles gut

ERF Plus - Anstoß -

In der Garage auf und unter meinem Werktisch finden sich einige Objekte, da fällt mir sofort wieder ein, was ich eigentlich mit denen anfangen wollte. Meistens auch, warum sie halbfertig da liegen und eben noch nicht ihren Bestimmungszweck erfüllen. Bei anderen komme ich selbst nicht mehr dahinter, was daraus eigentlich mal werden sollte. Und das entdecke ich – je länger, je mehr – auch in anderen Bereichen meines Lebens: Großartige Ideen, die ich nicht weiter verfolgt habe. Projekte in unterschiedlichsten Stadien – viele auf halbem Weg eingefroren, manche auch kurz vor der Vollendung – aber das auch schon seit längerer Zeit. Ich bin nicht stolz darauf, ich bin damit aber auch bestimmt nicht allein. Auf die Menschheit hochgerechnet gilt: Menschenwerk ist und bleibt oft genug Stückwerk.

 

Nur einer schafft es, an alles einen Knopf dran zu machen. Nur einem gelingt es, alles, was er anpackt, zu einem guten Ende zu bringen. Und das ist eben kein Mensch, sondern das ist Gott. Woher können wir das wissen? Aus den Psalmen, aus dem Liederbuch Israels.

 

Der 138. Psalm ist ziemlich kurz, umfasst nur acht Verse, und er endet mit den Worten: „Der Herr wird alles für mich zu einem guten Ende bringen! Herr, deine Güte währt ewig; und was du zu tun begonnen hast, davon wirst du nicht ablassen.“ –

 

„Was du zu tun begonnen hast“ – Gott bringt es zu Ende. Gott lässt keins seiner Werkstücke halbfertig liegen. Und was Gottes Werkstatt verlässt, das hat Qualität.

Autor: Markus Baum

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Lebenssymphonie

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Die Unvollendete“ – so nennt man eine Symphonie von Franz Schubert. Sie gibt den Musikfachleuten bis heute Rätsel auf. Niemand weiß, warum der große Meister der Komposition sein Werk nach zwei Sätzen abgebrochen hat. Denn allgemein üblich waren vier Sätze und nicht zwei. Vom dritten Satz existiert nur ein kleines Fragment, mehr nicht.

Bis in die jüngere Zeit hinein ließ Schuberts „Unvollendete“ den wahren Musikliebhabern keine Ruhe. Immer wieder versuchten sich Komponisten aus aller Welt daran, die „Unvollendete“ zu vollenden. Aber wirklich anerkannt ist wohl keine dieser Kompositionen.

Ein Gegenbeispiel für Schuberts „Unvollendete“ ist die neunte Symphonie von Beethoven. Sie ist am Ende so überwältigend, dass die Stimmen der Instrumente nicht mehr genügen, sondern einmünden in den großartigen Gesang „Freude schöner Götterfunken…“.

Ganz ähnlich wie eine klassische Symphonie verläuft auch unser Leben, meistens in drei oder vier Sätzen. Manche Lebensabschnitte verlaufen ruhig und friedvoll, sind also eher mit „adagio“ überschrieben. In anderen Lebensphasen geht es ziemlich lebhaft zu. Das nennt man dann wohl „vivace“.

Doch wie verhält es sich mit dem „Finale“ unseres Lebens?

„Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ Philipper 1,6

Das schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Philippi. Er befindet sich im Gefängnis, als er diese Zeilen verfasst und hat keine Vorstellung, wie es mit ihm und seiner Gemeinde weitergehen wird. Vieles deutet darauf hin, dass sein Lebenswerk ein „unvollendetes“ bleiben würde.

Und dennoch findet er diese tröstlichen und zuversichtlichen Worte: „… der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“

Je mehr ich diese Worte auf mich wirken lassen, umso mehr spüre ich: Ich darf es akzeptieren, dass vieles in meinem Leben nur Buchstück geblieben ist. Ich überlasse mein Leben mit all seinen Brüchen dem, der ohnehin für die Komposition des Gesamtwerkes verantwortlich ist. Ich vertraue darauf, dass Christus all das vollenden wird, was in meinem Leben bisher ziemlich unvollkommen gewesen ist und auch weiterhin unvollkommen sein wird.

In wenigen Tagen beginnt für mich der letzte Satz meiner Lebenssymphonie, wenn ich als Pastor in den Ruhestand gehe. Ich spüre schon: Die Kräfte sind nicht mehr dieselben wie in jungen Jahren. Aber was soll’s…  dann wird der letzte Satz eben mit „adagio“ überschrieben.

Und wenn andere empfinden, dass da noch ein weiterer Satz meiner „Unvollendeten“ geschrieben werden müsste, dann mögen sie sich fröhlich daran versuchen.

Mir selbst genügt es, dass Christus mein Leben vollenden wird, hier in dieser Erdenzeit, die mir noch bleibt, und dann einst in Ewigkeit.

Autor: Lothar Podszus

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