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Trittfest leben

ERF Plus - Wort zum Tag -

Vor längerer Zeit wurde ich aufgrund anhaltender Schmerzen in der Wirbelsäule mit einer Einspritzung in die Problemzone mit Erfolg behandelt. Die Schmerzen ließen nach, die Entzündung ging zurück. Doch nach etwa drei Wochen stellte sich eine unangenehme Nebenwirkung ein: Meine Fußgelenke waren in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt; ich ging sehr unsicher und kam mir vor wie eine Ente, die „watschelt“.

Nicht sicher auftreten können kann auch eine andere Ursache haben. Es kommt auf den Untergrund an, auf dem ich gehe. Ein Beispiel: Wenn ich im Murnauer Moos auf den Holzbohlen laufe, bin ich sicher. Wenn ich sie jedoch verlasse, um eine bestimmte Pflanze aus nächster Nähe durch das Vergrößerungsglas zu betrachten, habe ich keinen festen Tritt mehr und muss damit rechnen, langsam, aber sicher im Moor zu versinken.

Wir werfen einen Blick zurück zu David, der vierzig Jahre als König regierte. In seinem Danklied für Gott sagt er in 2. Samuel 22, Vers 37: „Du gibst meinen Schritten weiten Raum, und meine Knöchel wanken nicht.“

Seine Aussage erstaunt mich. Wieviel Not hatte David durch die Eifersucht und den Neid seines Vorgängers, König Saul, erlitten: etwa zehn Jahre auf der Flucht vor ihm, ohne Heimat dauernd unterwegs! Als König stand David in Auseinandersetzungen mit den Herrschern anderer Völker. Und im Inneren seines Landes gab es schwierige Herausforderungen – bis in seine eigene Familie hinein.

Wie kommt David im Rückblick darauf zu dem Bekenntnis: Mit Dir, Gott, kann ich trittfest leben? Und welche Tipps gibt er uns damit für unseren Alltag?

  1. David pflegt ein Vertrauensverhältnis mit dem lebendigen Gott. Er lebt mit seinem Herrn auf Du und Du und weiß sich von ihm gehalten und geführt. Zu Beginn seines Liedes spricht David von Gott in Bildern: mein Fels, meine Burg, meine Zuflucht, mein Heiland.
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  3. David spricht mit seinem Gott, denn eine Beziehung lebt vom Reden miteinander und vom gegenseitigen Zuhören. Er spricht über all das Gute, das er mit Gott erlebt hat, sowie über all die Schwierigkeiten, die er bewältigen musste. Und seine Schuld vor Gott und Menschen bekennt er, auch wenn er sich dazu innerlich überwinden muss.
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  5. David erkennt im Rückblick Gottes Handeln und seine Bewahrung: Du gibst mir weiten Lebensraum, in dem ich sicher gehen kann. David begreift: Ich habe Gottes Hilfe erfahren. Als Werkzeug in seiner Hand bezeuge ich: Der Herr führt seine Pläne mit seinem Volk, mit dieser Welt und mit mir aus.
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Ich fasse Davids Tipps zum trittfesten Leben zusammen:

  1. Es gilt, im Vertrauen zum lebendigen Gott in einer persönlichen Beziehung zu leben. Dazu ist sein Sohn Jesus Christus als Mensch in diese Welt gekommen.
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  3. Ich kann und soll mit meinem Herrn über alles reden, keinen Lebensbereich ausklammern. 
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  5. Ich will auf die Erfahrungen, die ich in der Vergangenheit mit meinem Herrn gemacht habe, zurückschauen. Daraus gewinne ich Kraft und Zuversicht, mich der heutigen, vielleicht schwierigen Situation mutig zu stellen. Auch wenn ich unsicher bin und den nächsten Schritt noch nicht erkenne, will ich es üben zu sagen: „Herr, ich vertraue dir. Du bist der, der den Wolken, der Luft und den Winden Wege, Lauf und Bahn gibt. Du wirst auch heute für mich Wege finden, die mein Fuß sicher gehen kann.“
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Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Freimut und Hoffnung

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Es gibt eine Gruppe von Wörtern, die sind schon an und für sich genommen wirkmächtig. Freiheit, das wäre ein solcher Begriff. In fetten Buchstaben, womöglich noch durch ein Ausrufezeichen verstärkt, auf ein Plakat gepinselt oder auf ein Banner gedruckt, an eine Wand gesprüht, als Emblem auf eine Jacke gestickt oder auf die Kutte eines Motorradclubs – das wäre schon ein Statement. Freiheit! Und dann kommt es noch auf die Umstände an.

Hans und Sophie Scholl haben 1943 ein Flugblatt der studentischen Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ verbreitet in den Fluren der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, und was haben sie da „im Namen des ganzen deutschen Volkes vom Staat Adolf Hitlers“ zurückgefordert: „Die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen.“

Freiheit! Knapp 2.000 Jahre vor den Geschwistern Scholl hat der Apostel Paulus einen kernigen Satz auf Briefpapier diktiert, der da lautet: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3,17). Das ist auch ein Statement. Aber was ist hier der Zusammenhang? Es geht nicht um die bürgerlichen Freiheiten, die wir in modernen, demokratisch verfassten Staaten heute genießen. Aber es geht sehr wohl um eine persönliche Freiheit. Und die gibt es, so hat Paulus dort im 2 Korintherbrief Kapitel 3 behauptet, in direkter Verbindung mit Gott. Wer von Gott begeistert ist und sich von ihm leiten lässt, der oder die ist wirklich frei und kann jederzeit erhobenen Hauptes durchs Leben gehen.  

Autor: Markus Baum

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Trost mitten im Leid

ERF Plus - Wort zum Tag -

Leid kennt zahllose Gesichter, verschiedene Härtegrade und eine unterschiedliche Trefferquote unter uns. Der eine ist mehr, der andere weniger belastet und ganz ohne Leid verläuft kein Menschenleben. - Alle unsere Leiderfahrungen zeigen, wir leben jenseits von Eden. Dennoch ist die Zeit der Leiden auf unser irdisches Dasein begrenzt.

Die Ewigkeit jedenfalls wird uns endgültig befreien von allem, was uns heute Not macht, Tränen fließen lässt oder Schmerz bereitet. - Wenn Jesus lehrt „Selig sind, die Leid tragen“, ist zuerst in der Sprache des Neuen Testamentes eine ganz bestimmte Art des Leides gemeint: Vorrangig ist an Mitmenschen gedacht, die mit tiefem Schmerz um einen geliebten Toten klagen und trauern.

Auffällig ist im Alten wie im Neuen Testament, dass Leid Menschen, die mit Gott leben, genauso treffen kann wie jene, die ohne ihn leben. So trauert Jakob um seinen verschollenen Sohn Joseph (1. Mo 37,34); König David tagtäglich um seinen Sohn Absalom (2. Sam 13,37) und Maria um ihren Bruder Lazarus (Joh 11,33).

Warum wird ausgerechnet den Trauernden von Jesus Seligkeit oder Glücklichsein zugesprochen? Leid allein jedenfalls kann uns kein Glück bringen. So sagt es uns unsere menschliche Logik. Beide, Leid und Glück, scheinen zwei sehr voneinander entfernten Welten anzugehören. Doch was bei Menschen unmöglich ist, ist durchaus bei Gott denkbar.

Deshalb liegt das Schwergewicht dieses Wortes Jesu nicht im „Leid tragen“, sondern im Trost Gottes. Gott weiß, dass unentwegter Sonnenschein ein Land zur Wüste macht. Und darum braucht es in unserem Leben den „Regen des Leides“, um bestimmte Erkenntnisse über Gott zu bekommen und hilfreiche Erfahrungen mit Gott zu machen. Eine dieser Einsichten findet sich in Psalm 34,19: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“

Wie gelangt Gottes Trost insbesondere am Grabe eines geliebten Menschen zu uns?

Manch einer hat Gottes Trost durch Worte anderer Christen erlebt, die ihn durch diese schwere Zeit begleitet haben. Andere sind durch Gottes Wort von der Hoffnung auf die Ewigkeit bei Gott so getröstet worden, wie nie zuvor. Und etliche sind besonders eindrücklich am offenen Grabe von der Gewissheit getragen, dass selbst der Tod ihren geliebten Angehörigen nach Römer 8 nicht von der Liebe Gottes trennen kann.

Auf welche Art und Weise uns Gottes Trost erreicht, stets geht er auf die Liebe unseres himmlischen Vaters zurück, den Paulus darum den „Gott allen Trostes“ nennt. Gott allein weiß, was wir benötigen und er wird es seinen Kindern nicht vorenthalten.

Autor: Matthias Dreßler

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Die frohe Seite der Medaille

ERF Plus - Anstoß -

Wie ist Gott, wie wird er in der Bibel beschrieben? Und was strahlt mein christlicher Glaube aus, der sich auf diesen Gott bezieht?

Manche Menschen haben den Eindruck, es gehe beim christlichen Glauben vorrangig um Schuld und schlechtes Gewissen. Oder ums Rechthaben, weil man Gott auf seiner Seite weiß. Oder vor allem um das Leiden, allem voran natürlich das von Jesus.

Nun: In alledem steckt Wahres drin. Doch fehlt jeweils die andere, frohe Seite der Medaille. Schuld macht der christliche Glaube zum Thema, weil er Befreiung davon verspricht. Richtig oder falsch gibt es, um das Gute in dieser durcheinander geratenen Welt zu finden. Und das Leiden Jesu mündet in seine Auferstehung, für mich persönlich. Christlicher Glaube ist Frohe Botschaft, Evangelium.

Da verwundert es nicht, dass Gott seinen Boten Jesaja mit einer frohen Botschaft zu seinem Volk Israel schickt und ausrichten lässt: „Der HERR hat mich gesandt, zu trösten alle Trauernden.“ (Jesaja 61,1.2) Im Zusammenhang dieser Aussage wird auch genannt: zerbrochene Herzen verbinden, Gefangene in die Freiheit führen, Gebundene befreien. Es ist ein schönes Bild von Gott, das Jesaja hier zeichnet.

Es tut gut, sich diese Seite der Medaille immer wieder vor Augen zu führen. Sonst wird mein Glaube einseitig, rechthaberisch, griesgrämig. In diesem Sinne: Wem könnte ich heute eine frohe Botschaft bringen, wen mit Gottes Hilfe trösten, wen ein wenig in die Freiheit helfen? So fängt Glaube an zu strahlen.

Autor: Joachim Bär

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Staunende Kinderaugen

ERF Plus - Wort zum Tag -

Wer kennt sie nicht? Staunende Kinderaugen, gefüllt mit Glück, begeistert vom Augenblick, einfach voller Freude über ein kleines Geschenk?

Können wir noch staunen – als Erwachsene? Staunen über Gottes Wesen, das ganz von seiner Liebe zu uns geprägt ist? Staunen über sein Wirken, das uns trägt, führt und bewahrt? Staunen über die Kraft seines Wortes, das uns Mut und Trost schenkt, das uns den Weg weist und das Ziel seiner Ewigkeit vor Augen malt? Staunen über das Wunder seiner Schöpfung, die uns durch Saat und Ernte täglich mit Brot versorgt?

Im Römerbrief, Kapitel 11, Vers 36 bekennt der Apostel Paulus staunend und anbetend die umfassende Schöpferkraft Gottes: „Von ihm und durch ihn und zu ihm ist alles. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!“.

In dieser Welt können wir nichts, aber auch gar nichts Gutes entdecken, was nicht zuvor durch die Hände Gottes gegangen ist. Bis ins Detail ist alles in göttlicher Weisheit auf Gott selbst ausgerichtet.

Darum kann ein Beter im Psalm 139,14 als persönliches Bekenntnis voller Staunen formulieren: „Ich danke dir dafür, dass ich so wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“

Und Psalm 96 spricht sogar vom „Jauchzen aller Bäume vor dem Herrn“ und von der „Fröhlichkeit des Feldes“. Und der Prophet Jesaja (44) kennt die „frohlockenden Berge“.

Zahlreiche Gründe können jeden, der mit Gott lebt, zum Staunen anregen.

Paulus stehen vor allem Gottes unerforschliche Wege und sogar seine unbegreiflichen Gerichte mit seinem Volk Israel vor Augen. Ein plan- und zielloser „Amoklauf der Geschichte“ ist für ihn undenkbar. Und Paulus ist sich dessen ganz sicher: Eines Tages wird Gottes Weisheit „ganz Israel“ als Gerichtete retten. Den Ratschluss Gottes über seinem Bundesvolk Israel kann keiner durchkreuzen. Am Ende wird die Liebe Gottes siegen, die sein Volk durch das finstere Tal der Zerstreuung genauso begleitet hat wie zu seiner neuen Existenz im verheißenen Land.

Wer wollte nicht darüber genauso staunen wie über Gottes Angebot an alle Völker, sein Heil annehmen zu können? Das Geheimnis der Versöhnung Gottes mit seiner Menschheit in Christus (2. Kor 5,18) bleibt unerforschlich. „Von Gott und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.“ - Umfassender kann nicht beschrieben werden, dass zu Gottes Schöpfungswerk unauslöschlich sein Versöhnungswerk gehört. Gott hat den Anfang dieser Welt gestaltet und er wird sie zu seinem Ziel führen und zwischendurch keinen von uns allein lassen. Und was uns rätselhaft an unserem Weg bleibt, ist dennoch von der Weisheit Gottes umschlossen.

Und was ist, wenn ich gerade meilenweit vom Staunen über Gottes Güte und Liebe entfernt bin, weil ich nicht verstehe, was um mich oder mit mir passiert? Dann lohnt es sich, mit Julie Hausmann zu beten oder zu singen:

„Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht: So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich!“.

Amen

Autor: Matthias Dreßler

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Gott macht lebendig

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„Herr, du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.“ Ein Satz aus dem Bußgebet des Volkes Israel im Buch des Propheten Nehemia. Ja,sie hatten schwierige Zeiten hinter sich, sie hatten Gott den Rücken gekehrt. In Schutt und Asche lag sie, die Stadt Jerusalem. Ungeschützt, da keine Stadtmauer mehr vorhanden war. Der Tempel zerstört. Die Feinde machten mit ihnen, was sie wollten. Doch dann schickt Gott den Nehemia ins Land, der Ihnen wieder Mut macht. Und sie machen sich auf und bauen unter mühsamen Umständen eine Stadtmauer. 

Und jetzt stimmen sie sich wieder darauf ein, auf den einen großen und wunderbaren Gott. Sie spüren seine Allmacht wieder. Und sie tauchen ganz neu in die Dimensionen Gottes ein. Sie preisen seine Schöpfung. Sie dringen durch zum Lob Gottes. Die Mutlosigkeit, dass erlahmte Leben, hat ein Ende. Sie wissen wieder, an wen sie glauben. Sie freuen sich am Licht der Sonne, die allem Leben Kraft gibt. Sie freuen sich an der Nacht, die zur Ruhe einlädt, und sie freuen sich an den Sternen, die das unermessliche Weltall ahnen lässt. Und wissen es wieder: Das hat Gott gemacht. Und er hat auch sie wieder lebendig gemacht in seiner großen Güte. 

Vielleicht mag unser Leben auch schon mal versandet sein, kraftlos, mutlos, gar nicht mehr lebendig. Dann könnte uns auch ein Gebet helfen, dass uns wieder in die Gegenwart Gottes bringt und uns Türen öffnet für das Lob Gottes. Vielleicht schickt Gott uns auch einen Menschen vorbei, der uns dabei hilft. So kann unser Leben und der Glaube an Gott – wieder lebendig werden.

Autor: Ulrike Schild

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Ein freudiger Anruf

ERF Plus - Wort zum Tag -

In regelmäßigen Abständen ruft mich ein guter Bekannter an. Er meldet sich erst mal nicht mit Namen. Sein erster Satz am Telefon lautet: Die Freude am Herrn ist unsere Stärke.

Dieser Satz stammt aber nicht von meinem Bekannten, sondern von Esra. Er war Schriftgelehrter und Priester. Ein Teil seines Volkes war aus der Gefangenschaft freigelassen worden. In Jerusalem bauten sie den Tempel wieder auf. Doch bei der Stadtbefestigung - der Mauer - kam die Bautätigkeit zum Erliegen. Nehemia bekam die offizielle Erlaubnis des Perserkönigs, die Stadtmauer neu aufzubauen. Mit Gottes Hilfe und vielen Mitarbeitern gelang ihm das Werk in 52 Tagen.

Doch es sollte nicht beim äußeren Bauen bleiben. Der geistliche Aufbau lagen Nehemia und Esra sehr am Herzen. Darum versammelte sich das ganze Volk auf einem großen Platz. Esra sollte Gottes Wort - das waren damals die 5 Bücher Mose - laut vorlesen, auslegen und die Menschen daran erinnern. Das Wunder geschah: Als sie das Wort Gottes von Esra hörten, erkannten die Menschen ihre Schuld und die Folgen. Sie waren betroffen und weinten. Doch dabei sollten sie nicht stehenbleiben. Es gibt einen, der größer ist als unser Versagen. Es gibt eine Freude, die alle menschliche Schuld überragt. Es ist der heilige Gott, der mit seinen Leuten neu anfängt. Darum ruft es Esra den Menschen zu: Seid nicht bekümmert. Denn die Freude am Herrn ist eure Stärke. (Nehemia 8,10)

Ich weiß nicht, in welcher Situation Sie zurzeit stecken. Vielleicht schleppt sich in Ihrem Leben momentan auch manches nur mühsam dahin: Es scheint keine schnelle Lösung eines Konfliktes zu geben. Ihr Arbeitsplatz soll irgendwann wegfallen. Die Diagnose des Arztes und die bevorstehende Operation schauen alles andere als rosig aus.

Ja, und da sind Worte gefallen, die Sie vielleicht gerne zurücknehmen würden. Vielleicht haben Sie Dinge getan, die vor Gott und den Menschen nicht in Ordnung waren. Sie sind schuldig geworden. Das alles lastet wie ein schwerer Rucksack auf Ihnen. Wie gut, dass Gott uns die Gemeinschaft nicht aufkündigt. Wie gut, dass er sogar noch einen Schritt weitergeht als zu Zeiten Nehemias und Esras.

Er verlässt den Himmel bei Gott und wohnt unter uns. Jesus teilt unser Leben ganz. Er wird ein kleines Kind in der Krippe. Er wird ein junger Mann, der zwölf Freunde um sich sammelt. Er spricht Worte, die Menschen faszinieren. Er tut Wunder, heilt Kranke, speist Hungrige und weckt Tote auf. Dann geht er aufs Ganze: Er lädt unser ganzes Versagen, unsere Schuld und Sünde auf sich und stirbt stellvertretend für uns den Tod am Kreuz. Von dort breitet er die Arme aus und ruft uns zu: Kommt her zu mir alle, die ihr müde und beladen seid. Ich will euch erquicken, erfrischen und erneuern. Das alte ist vergangen und vergeben. Ihr dürft neu anfangen.

Wie geht das? Sie dürfen ihn beim Wort nehmen. Sie dürfen das, was Sie bedrückt und belastet vor Jesus ausschütten. Sie dürfen ihn um Vergebung bitten. Dann gilt Ihnen der Zuspruch: Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei (Johannes 8,36) Da kommt echte und bleibende Freude auf, die über diesen Tag und dieses Leben weit hinausreicht. Und sollten Sie jemals auch so einen Anruf bekommen, wie ich von meinem Bekannten, dann können Sie mit Gewissheit antworten: Ja, die Freude am Herrn ist auch meine Stärke.

Autor: Matthias Rapsch

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Haltung bewahren

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Haltung bewahren, koste es, was es wolle. Möglichst immer freundlich und verbindlich, aber nie verletzlich oder schwach sein. Nach dieser Devise leben und handeln manche Kreise. Das bekannteste Beispiel dieser Einstellung sind die Vertreter der britischen Monarchie. Wussten Sie, dass es in der englischen Sprache sogar einen Begriff dafür gibt, die „stiff upper lip“, die steife Oberlippe?

Auch für den Apostel Paulus geht es darum, Haltung zu bewahren, allerdings in einer völlig anderen Art und Weise. In seinem zweiten Brief an die Christen der griechischen Hafenstadt Korinth schreibt er folgende Gedanken.

In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. (2. Korinther 6,4.10)

Paulus redet nicht von „Augen zu und durch“ und auch nicht von „bloß keine Schwäche zeigen“. Er bezieht sich auf eine Einstellung, die einem veränderten Herz entspringt. Er möchte seinen Lesern etwas deutlich machen.

Als Diener von Jesus Christus habe ich mich dazu entschieden, so zu leben, sagt Paulus. Auch wenn mich die Umstände traurig machen, bleibe ich ein fröhlicher Mensch. Selbst wenn es so aussieht, als sei ich arm, bin ich in Wirklichkeit reich beschenkt von meinem Herrn. Deshalb kann man den Eindruck haben, ich sei ein Habenichts. Tatsächlich habe ich alles, was ich brauche. Und noch viel mehr! 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Pilgern

ERF Plus - Wort zum Tag -

Wer in den Bergen zu einer Tour aufbricht, der braucht die passende Ausrüstung und viel Ausdauer. Schöne aussichtsreiche Berggipfel lassen sich nicht mal so nebenbei bezwingen. Schnell kann das Wetter umschlagen oder die Sonne so intensiv scheinen, dass wir auf jeden Fall einen ausreichenden Schutz brauchen.

In der Bibel wird unsere Lebensreise auch mit einer langen Wanderung und Pilgereise verglichen. In der Mitte der Bibel stehen Gebete und Lieder, auch Psalmen genannt. Sie wurden bei verschiedensten Anlässen gebetet und gesungen.

Im 121.Psalm geht es um eine Pilgerreise zum Tempel nach Jerusalem. Die Wallfahrer sind noch unterwegs. Der Tempel ist schon von weitem zu sehen. Er steht für die erfahrbare Gegenwart Gottes. Hier können Menschen Gottes Weisungen empfangen und in ihrem Glauben gestärkt werden. Aber der Weg ist noch weit und mühsam. Gefahren lauern und so manche Erschöpfung kann sich einstellen. Deshalb wendet sich der Wallfahrer an den lebendigen Gott. Wer kann mir helfen? Dann folgt sein Bekenntnis: Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Danach ermutigt der Beter auch seine Wegbegleiter. Er lädt sie ein, sich dem Schutz Gottes und seiner Hilfe anzuvertrauen:

Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. (Psalm 121,5–6)

Wir sind heute zwar nicht auf einer Pilgerreise zum Tempel in Jerusalem, aber auf unserer Lebensreise läuft auch nicht immer alles glatt. Es gibt Streit und Konflikte in der Familie oder unter den Arbeitskollegen. Die täglichen Herausforderungen machen uns oft zu schaffen. Wir fühlen uns leer und erschöpft. Unerwartet trifft uns womöglich eine Krankheit oder anderes Leid.

Ihnen allen gilt die Einladung und Zusage: der Herr ist dein Schutz. Zu Gott, dem Herrn, dürfen wir jederzeit mit unseren Nöten kommen und unser Herz bei ihm ausschütten. Er ist uns in Jesus Christus ganz nahegekommen. Er hat unser Leben geteilt mit all seinen Höhen und Tiefen. Er ist sogar bis in die tiefste Sohle am Kreuz auf Golgatha gestiegen, um uns neues Leben und Hoffnung zu schenken.

Seit dem Ostermorgen ist er als der auferstandene Herr in Rufweite. Bei ihm finden wir Schutz und Hilfe, wenn uns die raue Alltagssonne und die Unruhe in der Nacht bedrohen. Er vergibt uns gern, wenn wir zu ihm kommen. Er möchte unsere Verletzungen heilen, die wir anderen und die andere uns zufügen. Bei ihm finden unsere aufgescheuchten und gehetzten Seelen Ruhe. Von seinen Worten können wir leben und Kraft schöpfen.

Deshalb können Sie heute ermutigt in den Tag gehen. Egal, was kommt und wie lang Ihre Lebensreise noch dauert: Sie sind mit Jesus Christus nie mehr allein. Sprechen Sie doch mit ihm. Die Bibel nennt das Gebet. Dieses Reden ist keine Einbahnstraße. Gott redet auch mit Ihnen durch sein Wort, durch Begegnungen mit Menschen und alltägliche Erlebnisse. In ihm haben Sie den besten Wegbegleiter, den man sich vorstellen kann. Er wird Sie auch an der Todesschwelle nicht allein lassen, sondern in das neue und ewige Zuhause bei ihm führen.

Autor: Matthias Rapsch

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Was ist deine Vision?

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Was ist deine Vision? Wie oft haben wir die Frage Ende der 1980er Jahre in den Gottesdiensten gestellt. Ich war damals gerade erst Christ geworden, habe mich dem Gemeindechor angeschlossen und immer wieder mitgesungen: „Was ist deine Vision? Das Ziel, auf das du hinlebst?“ Dieses schwedische Lied mit einem deutschen Text von Andreas Malessa machte mich damals schon darauf aufmerksam: Es ist gut, überhaupt erst mal eine Vision, ein Ziel zu haben. Nicht einfach so in den Tag hineinzuleben, sondern sich wirklich zu fragen: Worum geht es? Es gibt Antworten, die prasseln täglich auf uns ein. „Mehr Geld, mehr Ansehen, mehr Erfolg“ – Vieles, was man scheinbar mehr braucht. Aber: Was ist mein Ziel? Was ist dein Ziel?

Im Johannesevangelium findet sich in Kapitel 17 ein Novum: Jesus betet zu seinem Vater für die Menschen, die ihm nachfolgen – damals Jünger genannt, später dann Christen. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. So lautet eine seiner Formulierungen.

Dieses Gebet hat mich ausgerichtet, es ist für mich ein Auftrag. Ich will Menschen aufmerksam machen auf die Welt Gottes, also auf seine Wirklichkeit. Bewahrung vor dem Bösen heißt für mich, ganz aktuell: Ich lasse mich nicht mitreißen, Hass und Hetze zu verbreiten. Liebe ist meine Motivation. Mit dem Gebet Jesu auf den Weg zu den Menschen – das ist mein Ziel. Und ich bin neugierig, was Sie antworten, wenn jemand Sie fragt: Was ist deine Vision?

Autor: Hans Wagner

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Verlockend

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Was für ein schöner Baum. Er trägt Früchte. Die sind reif. Verlockend zum Reinbeißen. Eigentlich hatte Eva gar kein Auge für die schmackhafte Frucht. Das Paradies umgab sie. Adam und sie waren hier zuhause. Es gab so viel Schönes im Überfluss, dass die Frucht eines bestimmten Baumes nicht ins Gewicht fiel. Lebenswichtig wurde sie erst, als die Schlange die Frucht als Augenöffner anpries. Als Evas Blick auf die besagte Frucht fiel, bemerkte sie, dass diese Frucht tatsächlich etwas fürs Auge war. In der Bibel wird im 1. Mosebuch, Kapitel 3, Vers 6 weiter erzählt:

„Die Frau nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß.“

Mann und Frau zeigen: „Gemeinsam sind wir stark. Wir sind uns einig.“ Sie essen beide von der Frucht, die Gott ihnen aus guten Gründen vorenthalten hatte. Die Folge?

Das Ehepaar, aber als Spätfolge auch Sie und ich leben nicht mehr im Paradies. Wir leben jenseits von Eden und schlagen uns mit vielem rum, was uns Mühe macht. Wir lassen uns wie Adam und Eva verlocken, zu vielversprechenden Früchten zu greifen, die schal schmecken und unser Leben verdunkeln.

Aus diesem Kreislauf können wir auch jetzt schon mit Jesus Christus aussteigen. Mit ihm hat Gott die Tür zum Paradies wieder geöffnet. Die Tür steht uns offen, an Jesu Seite himmlische Schätze zu sammeln. Dank Jesus können wir nach unserem Tod im himmlischen Paradies leben.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Das Gleichnis vom blinden Blindenführer

ERF Plus - Wort zum Tag -

Kürzlich habe ich von einer alten Dame gehört, die eine vielbefahrene Straße überqueren wollte. Sie zögerte, denn der Verkehr war sehr stark und es gab keine Ampel.

Nachdem sie schon einige Zeit gewartet hatte, kam ein Mann zu ihr mit der Frage: „Kann ich mit Ihnen die Straße überqueren?“ Erleichtert nahm sie dieses Angebot an und fasste seinen Arm. Der Weg, den die beiden jetzt gingen, war alles andere als sicher. Der Mann wurde selbst unsicher, als er sich mit der Frau in einem Zick-Zack-Kurs durch den Verkehr schlängelte. „Sie haben uns beinahe getötet“, erklärte die Dame ärgerlich, als sie endlich das Trottoir der anderen Seite erreichten, „Sie gingen ja wie ein Blinder.“ „Ich bin blind“, gab der Mann zur Antwort, „darum habe ich Sie ja gefragt, ob ich mit Ihnen die Straße überqueren könnte“.

Ich staune immer wieder, wie gut stark sehbehinderte und blinde Mitmenschen den modernen Verkehr bewältigen mit einem Blindenlangstock oder Blindenhund. Tastbare Bodenleitsysteme und Blindenampeln helfen ihnen dabei. Zur Zeit des Neuen Testaments gab es das alles noch nicht. Und da auch noch keine Antibiotika und Augenoperationen zur Verfügung standen, lebten wohl recht viele Blinde in Israel. Immer wieder werden sie in den Evangelien erwähnt. So auch in der Bergpredigt, als Jesus den folgenden Vergleich gebrauchte und zu seinen Jüngern sagte: „Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?“ (Lukas 6,39).

Das Sprichwort vom blinden Blindenführer war in der Antike gut bekannt. Man versteht es sofort, denn die Antworten auf die rhetorische Frage von Jesus waren klar: Nein! Ein Blinder kann einem anderen Blinden nicht den Weg weisen. Ja! Beide werden in eine Grube fallen. Doch was genau wollte Jesus damit seinen Jüngern veranschaulichen und erklären? Von welchen Blinden spricht er im übertragenen Sinne?

Nicht nur unsere Augen, sondern auch unser Herz und Verstand können verblendet und blind sein. Gerade den Pharisäern warf Jesus immer wieder vor, sie seien „blinde Blindenführer“, die das Volk in die Irre führen würden. (Mt 15,12.14; 23,16-24).

Er beschuldigte sie, andere belehren zu wollen, nur nicht sich selber (Röm 2,19-21).

Sie führten ihre Schüler ins Verderben mit ihrer Selbstgerechtigkeit, Heuchelei und Inkonsequenz im Umgang mit Gottes Wort. Genau davor warnt nun Jesus seine Nachfolger. Er sagt: „Seid nicht pharisäisch, sondern barmherzig (V. 26). Verurteilt andere nicht (V. 37) und hütet euch davor, voreilige Urteile über andere zu fällen (1.Kor 4,5)“.

Wie oft habe ich mich schon über den Splitter im Auge meines Mitmenschen empört, ohne den Balken in meinem eigenen Auge zu bemerken! (vgl. Luk 6,41) Genau in diesen Momenten werde ich zu einem „blinden Blindenführer“, der nicht mehr seelsorgerlich und barmherzig mit den Schwächen anderer umgeht. Nur mir gegenüber bin ich großzügig und barmherzig, indem ich meine Schwächen und Fehler gern bagatellisiere oder verstecke.

Und was meint Jesus dazu? Er sagt: Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du klar sehen, um auch den Splitter aus dem Auge deines Mitmenschen zu ziehen!“ (V. 42b). Das Brett vor dem Kopf muss also weg. Dann bin ich nicht mehr blind und kann wieder klar und scharf sehen. Vor Gott prüfe ich mich daher und bitte ihn aufrichtig um Selbsterkenntnis. Dann bekenne ich meine Schuld und nehme Christi Vergebung und die verändernde Kraft des Heiligen Geistes in Anspruch. Erst dann kann ich anderen den Weg weisen zu Jesus, der unsere innere Blindheit heilt und uns einen wunderbaren Durchblick im Leben schenkt. Möchten Sie das nicht auch?

Autor: Jürgen Neidhart

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Wie können wir Gott begegnen?

ERF Plus - Wort zum Tag -

Tief in uns gibt es eine Sehnsucht, Gott zu begegnen: die Sehnsucht nach etwas Größerem. Die Sehnsucht nach etwas, was erhebt. Wir sind immer auf der Suche nach dem Wahren, das uns wirklich erfüllen kann. Und keine der unzähligen Ersatzbefriedigungen hilft uns da weiter.

Wie können wir denn Gott begegnen? Wie kann dieses Vakuum ausgefüllt werden?

Gott hat uns mit dieser Sehnsucht geschaffen. Wer ihm begegnen möchte, muss von sich selbst und seinen Umständen wegschauen und zu Gott aufblicken. Wie soll das praktisch aussehen? Psalm 95 beginnt mit den folgenden Worten:

„Kommt, lasst uns jubeln dem HERRN, jauchzen dem Fels unsres Heils! Lasst uns mit Dank seinem Angesicht nahen, ihm jauchzen mit Liedern! Denn ein großer Gott ist der HERR, ein großer König über allen Göttern.“

Das Herz des Psalmsängers ist erfüllt von seinem Gott. Daher kann er gar nicht anders, als uns voller Begeisterung zu einer Begegnung mit Gott einzuladen: „Kommt, lasst uns jubelnd und jauchzend in Gottes Gegenwart treten!“ Manchmal ist mein Jubel jedoch recht verhalten, zum Beispiel nach dem Aufstehen am Morgen. Vielleicht ist mir überhaupt nicht zum Jubeln zumute. Gestern Abend vor dem Fernseher habe ich noch gejubelt, als unsere Nationalmannschaft ein Fußballtor geschossen hat. Trotzdem hat sie verloren!

Um unabhängig von der eigenen Situation auf Gott zu schauen und die Begegnung mit ihm zu suchen, kann uns das Lesen eines Psalms eine unschätzbare Hilfe sein. Warum gibt es immer und in jeder Lage genügend Gründe, um Gott freudig und dankbar zu begegnen? Der Psalmist schildert uns Gott mit den folgenden Worten: Er ist der Fels unsres Heils (V. 1), der feste und sichere Grund unserer Erlösung. Er ist ein einzigartig großer Gott (V.3); er ist der König aller Könige und Herr aller Herren (vgl. 1Tim 6,15).

Er ist über alle Dinge als Schöpfer erhaben, denn er hat die ganze Welt und auch uns gemacht (V.4-6). Er ist unser Gott und sorgt wie ein Hirte wunderbar für die Seinen (V. 7). Oder wie es David sagte: „Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“ (Psalm 23,1).

Nichts ist diesem Gott verborgen. Über alles behält er die Kontrolle. Wir stehen auf sicherem Boden, denn auf Gott ist Verlass. Er ist zuverlässig und treu.

Wenn ich mir das bewusst mache, wie groß, herrlich, reich und wunderbar unser Gott ist, dann sehne ich mich nach seiner Gegenwart. Dann bin ich auch bereit, ihm persönlich oder zusammen mit anderen Anbetern in der richtigen Art und Weise zu begegnen.

Gott verdient unseren Dank, unseren fröhlichen Lobpreis und unsere Anbetung.

Als nüchterner Mitteleuropäer äußere ich meine Liebe zu ihm weniger mit einem lauten Freudenausbruch oder einer Standing Ovation, aber gern mit fröhlichen Liedern wie diesem: „Jubelnde Freude füllt nun mein Leben. Jesus hat Sieg und Kraft mir gegeben… Darum gehör ich ihm!“ (Norman Clayton). „Wer singt, betet doppelt!“ Dieser hilfreiche Tipp stammt vom Kirchenvater Augustinus.

Ich will heute Gott danken, für das, was er für uns getan hat und unablässig tut. Ich will Gott loben für seine große Macht und Herrlichkeit. Und wer möchte, kann einstimmen und voller Ehrfurcht und Hingabe anbeten, so wie es der Psalmist empfiehlt: „Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer!“ (Psalm 95,6)

Und so werden wir Gott begegnen können und unsere Sehnsucht ist gestillt.

Autor: Jürgen Neidhart

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Gott ist der Größte

ERF Plus - Anstoß -

Wenn meine Enkel von etwas erfüllt sind, dann muss das unbedingt raus. Mit großen Augen und aufgeregter Stimme erklären sie meiner Frau und mir, was sie beschäftigt. Und wir? Wir freuen uns, dass sie uns teilhaben lassen an dem, was sie so sehr bewegt.

Plötzlich kommt mir die Frage in den Sinn: Wann ist es mir das letzte Mal so ergangen, dass ich unbedingt von dem erzählen musste, was ich erlebt hatte?

Ich brauche nicht lange nachzudenken. Eines der eindrücklichsten Erlebnisse der zurückliegenden Jahre verbinde ich mit dem Luxusdampfer AIDAdiva. Mit ein paar Kollegen stand ich auf einer der Hamburger Landungsbrücken, als der Koloss langsam an uns vorbeizog. Das war überwältigend! Darüber habe ich noch lange geredet.

Staunen und Ehrfurcht spüre ich auch in dem, was der Apostel Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus schreibt. Ergriffen von Gottes Größe und Herrlichkeit, formuliert Paulus:  

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann, dem sei Ehre und ewige Macht! (1. Timotheus 6,15–16)

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie diese Worte hören. Mich inspirieren sie. Und deswegen will ich mit Paulus einstimmen in das Lob Gottes. Ich will ihn preisen und loben, denn ihm gehören Ehre und ewige Macht, Gott, dem Herrn aller Herren.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Ich nicht!

ERF Plus - Wort zum Tag -

Nach einem triumphalen Einzug in Jerusalem, dem Hinauswurf der Geschäftemacher aus dem Tempel, steht Jesus dort und lehrt. Dringt damit ein in den Bereich der Hohenpriester und der Ältesten. Obwohl Jesus sich bereits für das Volk Israel als der vorhergesagte Messias erwiesen hatte, fragen ihn die geistlichen Führer jetzt nach seiner Vollmacht. Rede und Gegenrede wechseln ab und dann erzählt Jesus ein Gleichnis und fragt sie in der ersten Hälfte:

Was meint ihr aber hierzu? Ein Mensch hatte zwei Söhne, und er trat hin zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh heute hin, arbeite im Weinberg!

Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht. Danach aber gereute es ihn, und er ging hin. (Matthäus 21, Verse 28 und 29)

Die Zuhörer damals werden sich gewundert haben. Da tritt ein Mensch zu seinem Sohn und spricht mit ihm. Doch das war nach damaliger Sitte eigentlich gar nicht üblich. Denn in jener Zeit ruft ein Vater seine Kinder und sie wären zu ihm gekommen, um sich ihre Aufträge abzuholen.

Der Mensch spricht: Mein Sohn, gehe heute hin. Für mich hört sich das mehr nach einer Bitte an als nach einem Befehl.

Beschämt muss ich zugeben, dass ich als Kind und Heranwachsender auch meinen Eltern oft an den Kopf geworfen habe: Ich will nicht. Natürlich wählte ich dann mit dem Älterwerden immer diplomatischere Worte. Da mussten noch Hausaufgaben erledigt werden oder es wurde darum gefeilscht, wann der Auftrag denn auszuführen wäre. Morgen ist doch auch noch Zeit dafür oder nächste Woche. Mal sehen, keine Lust.

Heute behaupte ich als Vater von fünf Kindern, dass dieses Verhalten wohl erblich sein muss.

„Ich will nicht“ sagt der erste Sohn. Danach gereut es ihn und er geht. Was ihn dazu letzten Endes getrieben hat, doch der Bitte des Vaters zu folgen, das wissen wir nicht. Es scheint Jesus aber auch nicht wichtig zu sein. Ausschlaggebend ist, dass der erste Sohn seinen Unwillen bereut und danach in den Weinberg geht.

Einmal gefällte Entscheidungen können also korrigiert werden und lassen sich ändern, wenn sie als falsch erkannt werden. Umkehr ist möglich.

Auch ich habe oft mein trotziges „Ich will nicht“ gegenüber meinen Eltern zurückgenommen und ihren Bitten entsprochen. Vielleicht waren mir Zweifel gekommen, ob dieser Unwille richtig war. Oder ich spürte, wie sich das Klima zu Hause abkühlte. Aber auch meinen Eltern war es wichtig, dass ich schließlich tat, um was sie mich gebeten hatten.

In der Bibel begegnen uns mehrfach Menschen, die auch erst nicht wollen und später dann doch Gottes Geboten folgen. Ich denke an Mose, den späteren Anführer des Volkes Israel. Trotz einer eindrucksvoller Gottesbegegnung am brennenden Dornbusch weigerte sich Mose zunächst, nach Ägypten zu ziehen. Um das Volk zu befreien.

Mir fällt auch der Prophet Jona ein. Der sollte auf das Wort des Herrn hin in die Stadt Ninive gehen, um die Bewohner zur Umkehr von ihren bösen Wegen zu bewegen. Jona geht dann auch, aber in die falsche Richtung. Und Gott muss den Himmel, das Meer und einen großen Fisch in Bewegung setzen, um Jona wieder zurückzubringen.

In dieser ersten Hälfte des kleinen Gleichnisses kann ich viel Menschenkenntnis, Verständnis und Zuneigung entdecken. Jesus weiß um das Hin und Her unserer Herzen. Er hält das aus, dass auch wir Christen einmal falsch liegen können. Er rechnet damit, dass wir Fehler machen in unserem Leben.

Aber Jesus schätzt es sehr, wenn wir uns korrigieren lassen. Vielleicht durch unser Gewissen und durch die Leitung des Heiligen Geistes. Und was mich besonders begeistert ist: Jesus macht uns das frühere „Ich will nicht“ nie mehr zum Vorwurf.

Autor: Herbert Laupichler

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Für Gott das Beste

ERF Plus - Anstoß -

„Es ist ja für den Herrn!“ Gehört habe ich den Satz oft, als ich noch freiberuflich gearbeitet habe. Der Satz bedeutete nichts anderes als: „Es darf nicht viel kosten, du musst dir nicht viel Mühe geben.“ – „Ist ja für den Herrn.“ Für Gott reicht es also, wenn ich mir nicht so viel Mühe gebe, er ist auch mit schlampiger Arbeit zufrieden.

Ist das ernst gemeint? Bei so mancher christlichen Veranstaltung kann man den Eindruck haben, dass genau dieses Motto dahintersteckt: „Es ist ja für Gott, da müssen wir uns nicht so anstrengen.“ „Für Gott reicht es allemal.“ Diese Art zu denken ist nicht neu. Schon im Buch Maleachi kann man nachlesen, dass Gott keine Freude hatte an halbherzigem Einsatz und dilettantischer Arbeit. Im ersten Kapitel bei Maleachi lesen wir, wie Gott sich über die Opfergaben seines Volkes ärgert: Blinde und lahme Tiere landen auf seinem Altar. Statt Gott mit ihren Opfern zu ehren, machen sie seinen Tempel zu einem Abfallhaufen. Nach dem Motto: „Für Gott gut genug.“ Klar, dass Gott sich darüber aufregt. »Ein Sohn ehrt seinen Vater und ein Diener seinen Herrn. Ihr nennt mich euren Vater, doch wo bleibt die Ehre, die mir zusteht?“, so spricht Gott durch den Propheten Maleachi.

Gott will, dass ich ihn ehre. Und zwar mit ganzem Herzen. Mit allem, was ich bin, kann und habe. Er liebt es, wenn ich ganz bei der Sache bin. Wenn ich versuche, für ihn mein Bestes zu geben. Mit Leidenschaft und Liebe ihn zu ehren. Durch mein Leben, durch meine Arbeit, die Musik, was auch immer. Ehre sei Gott.

Autor: Stefan Loß

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Attraktiv?

ERF Plus - Wort zum Tag -

Der Prophet Jeremia hatte die undankbare Aufgabe, den Rest Israels in der Zeit vor dem Exil in Babylon mit seinem prophetischen Dienst zu begleiten. Ein Teil des Volkes war bereits verschleppt, unter anderem auch die Propheten Daniel und Hesekiel. Jeremia war jedoch in Jerusalem geblieben. Und scheinbar machten die führenden Männer unbeeindruckt weiter wie bisher. Denn Jeremia muss ihnen vorwerfen, dass sie die Schafe der Herde Gottes zugrunde richten. Sie zerstreuen, vertreiben und sehen nicht wie gute Hirten nach ihnen.

Dazu konnte Gott nicht schweigen und kündigte durch Jeremia an: „Ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen, dass sie fruchtbar sein sollen und sich mehren.“ (Jeremia 23,3)

Wobei mit dem Ich Gott gemeint ist. Gott spricht von seiner Herde und vergleicht damit die Menschen in Israel mit einer Herde von Schafen. Sie runzeln die Stirn? Ich auch. Denn oft gilt ein Schaf als dumm und schwach. Und doch ist es besser dran als alle anderen Tiere. Denn es hat einen Hirten, der für das Schaf sorgt, es begleitet und schützt. So müssen Schafe nicht kämpfen, sie werden gehütet, gepflegt und geweidet. Der Hirte kennt jedes einzelne Schaf. Er trägt die kleinen und leitet die großen, er versorgt die Kranken und schont die müden.

Gott hatte die Aufsicht und Fürsorge für die Herde weitergegeben. An Könige, Priester und Leviten. Und diesen Hirten, dieser Elite des Volkes, wirft Gott nun vor, dass sie sich nur selbst geweidet haben. Sie sind mit der Herde umgegangen, als ob sie ihr Eigentum wäre. Sie haben die Menschen als Untergebene betrachtet und nicht als etwas, das ihnen anvertraut war.

Die Führer des Volkes Israel haben sich nicht wie Hirten verhalten, sich nicht um die Schwachen, Kranken, Verirrten und Verwundeten gekümmert. Und darum haben die Schafe die Orientierung verloren. Sie hatten keine Vorbilder und keine Führer mehr.

Sie wurden nicht mehr geweidet. Und jetzt sind sie zerstreut und schutzlos. Doch Gott überlässt seine Herde nicht ihrem Schicksal. Er lässt Jeremia sagen, dass er die Herde wieder sammeln will. Gott will immer nur das Beste für seine Herde. Was in der Geschichte des Volkes Israel auch immer wieder eindrucksvoll bewiesen wird. Doch nun zu uns Christen.

Wenn ich das Neue Testament richtig verstehe, gehören die Nachfolger von Jesus, also wir Christen, auch zu der Herde Gottes. Und Jesus selbst malt sich als der gute Hirte vor die Augen seiner Zuhörer. Der seine Schafe zusammenruft, um sie auf gute Weideplätze zu führen.

Doch Jesus ist jetzt im Himmel. Und Gott hat für das Hüten der Herde Gottes Menschen berufen. Menschen, die in Jesus den guten Hirten sehen, der sein Leben gegeben hat für seine Schafe.

Gott hat auch heute die Aufgabe des Hirten weitergegeben. Und ich denke, wo bin ich da als Hirte gefragt? Wo hat Gott mich und sicher Sie auch als Hirte hingestellt?

Doch ich will ehrlich sein und gebe zu, dass ich oft an der Aufgabe scheitere. Dass ich von mir enttäuscht bin oder mich so machtlos fühle. Falls es Ihnen auch manchmal so geht: Sie und ich sind nicht allein. Wir tragen nicht allein die Verantwortung für den uns anvertrauten Teil der Herde Gottes.

Denn Gott hat zugesagt, dass er die Übriggebliebenen seiner Herde sammeln wird aus allen Ländern und er sie wiederbringen will zu ihren Weideplätzen, dass sie fruchtbar sein sollen und sich mehren. Gott nimmt sich also selbst seiner Herde an.

Autor: Herbert Laupichler

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Eins fehlt!

ERF Plus - Anstoß -

Als Kind hatte ich einmal eines meiner Fahrtenmesser verloren. Ich besaß eine ganze Sammlung solcher Klingen. Aber das ist jetzt egal. Es geht nur um das eine, das ich auf einer Wiese verloren habe. Mehrere Stunden suche ich im Gras. Aber ich finde es nicht. Frustriert gehe ich nach Hause. Aber nur, um mich nach dem Abendessen erneut auf die Suche zu machen. Ich habe es schon damals nicht ertragen, etwas zu verlieren. Damit habe ich etwas gemeinsam mit Gott. Ganz im Ernst! Das wird deutlich an einer Episode, die im Lukasevangelium überliefert ist:

Da kommen einmal ganz besonders fromme Leute zu Jesus. Sie beschweren sich, weil Jesus sich mit Menschen abgibt, die augenscheinlich nichts mit Gott am Hut haben. Jesus antwortet den Frommen: „Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?“

Jeder einzelne Mensch ist Gott wichtig. Und gerade auch diejenigen, die nicht an Gott glauben. Jesus vergleicht sie mit dem einen Schaf, das jemand verloren hat. Es ist doch total logisch, dass jeder sich aufmacht und sucht, was er verloren hat. Und deshalb ist Jesus auch bei Leuten, die ohne Gott leben. Das sind die Menschen, die aus Gottes Sicht verloren sind. Also nicht dort, wo sie hingehören. Denn wir alle gehören eigentlich zu Gott, der uns geschaffen hat. Und er liebt uns. Auch Sie und mich. Und Gott sucht uns deshalb auch so leidenschaftlich. Wenn sich ein Mensch von Gott finden lässt, dann freut er sich. Also Gott freut sich. Und der gefundene Mensch auch.

Autor: Steffen Brack

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Mehr als ein Schmusetuch

ERF Plus - Wort zum Tag -

Wie zärtlich das klingt: „Gott, unser Heiland“.

Der große Gott will, dass alle heil werden. Alle - und das heißt: Wie eine Mutter sich herunterbeugt, die blutende Wunde am Knie anschaut, dem Kind über den Kopf streichelt und tröstend sagt: „Das wird wieder!“, und dann wird die Wunde gesäubert und ein Pflaster kommt drauf.

„Gott, der Heiland“ – ein ungewohntes Bild, vor allem, wenn ich so die Religionen der Welt anschaue!

Und ich kenne diesen Vers auch eher als „Keule“: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ – also: Entscheide dich heute, wo du die Ewigkeit verbringen willst: Himmel oder Hölle!“ – Und das ist ja auch richtig; wir dürfen aus dem Evangelium kein Schmusetuch machen, kein: „Ist nicht so schlimm!“ - drüber gepustet und „gut ist…“

Und wie wichtig ist es, sich jetzt zu entscheiden, jetzt im Leben! Weil es für das Leben jetzt so wichtig ist!

Ich denke an die Begegnung mit einem Hilfesuchenden zurück. Er kam immer wieder, ich habe ihm immer wieder Geld gegeben, aber es taten sich immer wieder „Löcher“ auf: „Nur noch dieses eine Mal, bitte!“ – und jedes Mal hoffte ich: das war jetzt die entscheidende Hilfe. Und er sagte auch: „Ich bete immer wieder!“ Bis ich begriff, was „Beten“ für ihn heißt: Gott bestürmen mit seiner Bitte, immer wieder! Aber Beten ist doch auch: auf Gott hören! Das kannte er offenbar nicht. Hätte ich ihm doch lieber den Weg zu Jesus gezeigt, statt ihm Geld zu geben! Und irgendwann musste ich meine Telefon-Nummer sperren, weil die Bitten nicht mehr aufhörten. Das Beste bin ich ihm schuldig geblieben!

Gott, unser Heiland, will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen – darin sind zwei Wahrheiten versteckt: Ohne Jesus sind wir blind und wir sind verloren. Wir sind blind – denn sonst würden wir die Wahrheit ja kennen – und darum sind wir verloren…

Was ist Wahrheit? Das frage ich mich auch oft: etwa, die Wahrheit über mich. Wie bin ich wirklich? Jahrelang dachte ich: Ich bin faul. Dann erkannte ich: Nein, im Gegenteil: ich bin zu fleißig - nur kriege ich mit meinem Fleiß eben auch nicht alles gebacken, so wie es richtig gut wäre... Ich bin für meine eigenen Fehler blind, ich brauche die anderen; ich brauche Gott, um zu wissen, wer und wie ich bin.

Wie ist denn die Welt: schön oder schlecht? Wenn ich im Fernsehen Berichte sehe über die Mafia, über Kindesmisshandlung – wie schrecklich; gibt es überhaupt etwas Schönes und Gutes auf der Welt? Wenn ich in meinem Garten bin und das Leben blüht: ja, wie schön, wie vollkommen ist doch diese Welt! - Stimmt denn beides?

Ja, beides stimmt! Wunderschön ist diese Welt, vieles ist so gut – aber wir brauchen doch Rettung: Wir sind verloren! Ich fühle mich manchmal „verloren“; unfähig, diese Welt zu ertragen, geschweige denn, sie zu bezwingen: „Wie mache ich was? Wie wird es gut?“

Ich bin blind dafür, und ich bin verloren! Aber zum Glück kenne ich Jesus, und ich habe ihm mein Leben gegeben: Ich gehöre ihm! Aber für viele andere ist das nicht klar: Sie kennen nicht den Vater im Himmel. Die Vergangenheit ist nicht gefüllt mit Vergebung. Gewissheit, nach dem Tod zu Jesus zu gehen - haben sie nicht. Sie kennen nicht das Glück, auf Gott zu hören und seinen Willen zu tun.

Warum nicht? Mancher sagt „Sie wollen halt nicht!“ Sind sie einfach zu bockig? Ich weiß es nicht, denn ich kann in keinen Menschen hineinsehen. Ich muss es auch nicht wissen, warum mancher Jesus ablehnt. Aber ich weiß: Wer Jesus JETZT nicht als Heiland und Retter hat, der verpasst so viel! Am Ende auch den Himmel bei ihm. Und ich will mein Augenmerk darauf richten, anderen das Wichtigste zu geben, nicht nur ein bisschen. Herr, hilf mir dabei!

Autor: Pfarrerin Renate Schmidt

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Ihre Gesellschaft

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„Geschlossene Gesellschaft“ – das kenne ich zum Beispiel aus Restaurants. Da ist eine Hochzeits- oder auch Geburtstagsgesellschaft, die ganz unter sich sein und feiern will. Dann ist das Restaurant für alle anderen geschlossen, niemand sonst ist willkommen, es sei denn, man gehört zu den geladenen Gästen.

Das Volk Israel im Alten Testament war so eine geschlossene Gesellschaft. Es war das auserwählte Volk Gottes. Entweder man wurde hineingeboren und gehörte dazu oder eben nicht. Alle grandiosen Verheißungen und Versprechungen, die Gott machte, galten dem Volk Israel, vorausgesetzt, dass die Menschen, die diesem Volk angehörten, Gott von ganzem Herzen lieben würden.

Doch dann kommt der Prophet Jesaja und öffnet Tür und Tor für jeden, der dabei sein will und Gott von ganzem Herzen liebt. Er sagt dem Volk Israel „Gott der HERR spricht: Ich will noch mehr sammeln zu der Schar derer, die versammelt sind.“

Diese hoffnungsvolle Botschaft für die Menschen damals gilt bis heute – auch für Sie und mich. Egal welche Vergangenheit Sie haben, egal aus welcher Familie sie stammen, Gott gibt Ihnen die Möglichkeit zu seiner Familie zu gehören. Die Bedingung ist nicht ein offizielles Einladungsschreiben. Die Bedingung ist Liebe. Wenn Sie Gott von ganzem Herzen lieben und Ihre Liebe zu Gott Ausdruck in Ihren Worten und Taten findet, dann gehören Sie mit zu der Schar. Gott will keine „geschlossene Gesellschaft“, er will Ihre Gesellschaft.

Autor: Tobias Schier

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