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Wenn ER ruft

ERF Plus - Wort zum Tag -

Schon in jungen Jahren haben mein Mann und ich unabhängig voneinander den Ruf Gottes in seine Nachfolge angenommen und es wurden wichtige Weichen gestellt. Was ist doch alles in unserem Leben geworden, weil wir dem Ruf Gottes „Komm, folge mir nach“ gefolgt sind?

Diese Entscheidung für ein Leben mit dem lebendigen Gott hat unser ganzes Leben geprägt. Rückblickend auf so viele vergangene Jahre können wir nur staunen. Da war z. B. der Ruf Gottes in die Theologische Ausbildung und später die Partnerwahl. Immer wieder kamen wir an Weggabelungen und wir fragten uns: „Welcher Weg ist wohl jetzt der Richtige?“

Jesus hat schon am Anfang seines Dienstes Menschen berufen. Wir lesen in Markus 1, 16 + 17 „Als er aber am Galiläischen Meer entlang ging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach; ich will euch zeigen, wie ihr Menschen für Gott gewinnen könnt!“

Andreas und Simon Petrus haben ihre Boote verlassen und sind mit Jesus gegangen. Diese Männer waren drei Jahre ständig mit Jesus unterwegs. Sie sahen seine Art zu leben, hörten ihn predigen, lernten von ihm, litten mit ihm. Sie erlebten das Schwerste, das Kreuz - und das Schönste, die Auferstehung. Nach der Himmelfahrt gründeten sie die ersten christlichen Gemeinden! Was ist doch aus diesen einfachen Fischern geworden!

Auch mein Mann und ich kamen im Rückblick auf unser Leben übereinstimmend zum Fazit, dass es für uns die beste Entscheidung war, dem Ruf Gottes: „Kommt, folgt mir nach“ zu folgen.

Mit Sicherheit hätte sich unser Leben total anders entwickelt, wenn wir das nicht getan hätten! Was ist doch positiv aus dieser einen Entscheidung über all die vergangenen Jahre geworden? Viel Gutes, Schönes, Berührendes und Dankenswertes sind geworden. Wir haben interessante Menschen kennengelernt und an vielen verschiedenen Orten gewohnt und sind dadurch flexibel geblieben. Es gab Höhepunkte: Etwa dann, wenn Menschen durch unsere Arbeit den Ruf Jesu: „Folge mir nach!“ für sich angenommen haben. Wir haben erlebt, wie Gott Menschen veränderte, heilte und neu machte. Gott hat uns versorgt, gesegnet, bewahrt, getragen und immer wieder neue Kraft geschenkt.

Aber es gab auch Zeiten, wo es turbulent zuging, wo wir uns ein ruhigeres Leben gewünscht hätten. Momente, wo es nicht so einfach war, wo es um uns stürmte, wo wir krank waren und nicht mehr weiterwussten. Es gab auch traurige und schwere Momente in unserem Dienst, wo wir Gottes Handeln nicht verstanden haben. Manchmal fühlte sich das Leben im Dienst für Gott sehr einsam an. Aber rückblickend war es trotz allem die beste Entscheidung, dem Ruf Jesu zu folgen. Vieles wäre nicht geworden, wenn wir diesem Ruf in Jesu Nachfolge nicht gehorcht hätten.

Heute ermutige ich Sie, auch mal darüber nachzudenken, was aus Ihrem Leben durch die Entscheidung für Jesus alles geworden ist. Da gibt es sicher auch bei Ihnen viel zu danken.

 

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Geh hin und mach den Mund auf!

ERF Plus - Anstoß -

Er war ein einfacher Mann. Ein Landwirt, der irgendwo aus dem Süden stammte, Schafe und Rinder züchtete und ein paar Maulbeerbäume angepflanzt hatte. Aber jetzt stand er da und verkündete den Menschen des Volkes Israel eine aufregende Botschaft. Eine Botschaft, die von Gott kam. Jedenfalls behauptete das der Fremde.

Wer bist du und woher kommst du, wurde er vom obersten Priester in Bethel gefragt. Wer erlaubt dir, so zu reden? Die selbstbewusste Antwort von Amos war:

Ich bin ein Viehhirte und veredle Maulbeerfeigen. Aber der HERR hat mich hinter meiner Herde weggenommen und zu mir gesagt: Geh und prophezeie meinem Volk Israel! (Amos 7,14-15)

Ich kann mir die verwirrten Gesichter vorstellen: Ein Bauer aus Tekoa, hier bei uns in Bethel? Seit wann spricht Gott durch Landwirte?

Ja, die Priester wussten ganz genau, wie Gott sich zu verhalten hatte. Und eines war ihnen sonnenklar: Gott vertraut sein Wort nicht einem einfachen Bauern an.

Heute wissen wir, dass das nicht stimmt. Gott handelt souverän. Er beruft, wen er für die oder den Richtigen hält. Bildung, Herkunft oder Beruf sind für ihn nebensächlich. Für Gott sind andere Dinge wichtig. Zum Beispiel eine ehrliche Antwort auf folgende Fragen:

Bist du bereit, dich meinem Auftrag zu stellen? Bist du Willens, dein sicheres Leben hinter dir zu lassen und den Mund aufzumachen, auch wenn das mit einem persönlichen Risiko für dich verbunden ist?

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Gaben entdecken

ERF Plus - Wort zum Tag -

Manchmal staunen wir über Menschen, die unglaublich begabt sind. Was sie anpacken, gelingt ihnen. Manche Menschen haben eine schöne Stimme, können noch dazu fantastisch malen, wunderschön auf ihrem Instrument spielen, gut schreiben, verschiedene Sprachen sprechen, und erst noch gut reden! Und weil sie so viele Dinge gut können, sind sie gefragt, werden bewundert, stehen oft im Rampenlicht und haben viele Freunde.

Daneben stehen Sie und ich - und es stellt sich doch ganz schnell die Frage: „Welche Gaben habe ich denn?“ Wie können wir herausfinden, wo unsere Begabungen liegen?

Ich habe einmal mitgeholfen, einen Kurs für Frauen zu leiten. Irgendwann gaben wir den Teilnehmerinnen den Auftrag, eine Liste von den Dingen aufzuschreiben, die sie gut können. Es folgte betretenes Schweigen. Jede schaute verstohlen in die Runde, ob die Anderen etwas aufs Papier brachten. Nach einer Weile platzte eine der Frauen heraus und sagte: „Was ich nicht kann, das weiß ich und da könnte ich eine lange Liste auf mein Blatt bringen! Aber was ich kann? Das weiß ich doch nicht!“

Diese Aussage hat mich berührt und sie ist mir im Laufe meines Lebens immer wieder begegnet. Besonders bei Jugendlichen, bei Frauen und bei behinderten und kranken Menschen. Wer bin ich denn und was kann ich denn schon?

Paulus schreibt seinem jungen Mitarbeiter im 1. Timotheusbrief 4, 14: „Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist.“

Timotheus sollte die Gemeinde lehren, ihnen das Evangelium verkünden und sie vor Irrlehrern bewahren. Timotheus war noch sehr jung und musste schon so ein wichtiges Amt übernehmen. Paulus ermutigte ihn besonders. Er sagte ihm und den Lesern des Briefes, dass niemand auf den jungen Timotheus herabsehen darf. Aber er soll auch ein Vorbild sein in allem was er tat, im Glauben, in der Liebe und in der Disziplin. Begabung und damit verbundene Verantwortung verpflichten auch.

Um Timotheus und der Gemeinde klarzumachen, dass Gott ihn zu diesem Dienst berufen hat, haben ihm die Leiter der Gemeinde vor allen Anwesenden die Hände aufgelegt. Sie haben Gott um Weisheit gebeten für den anspruchsvollen Dienst. Damit haben sich ältere, weise Menschen sowie die Gemeinde hinter Timotheus gestellt.

Das ist ein wichtiger Hinweis für uns. Auch wir brauchen andere Menschen, die uns zutrauen, dass wir begabt sind. Menschen, die uns eine Plattform geben, unsere Gaben einsetzen zu können. Gegenseitige Ermutigung ist enorm wichtig.

Sehr oft hat uns Gott ganz natürliche Gaben mitgegeben, Dinge, die wir von Natur aus gerne machen. Ich glaube aber auch, dass Gott uns in bestimmten Situationen zusätzlich Gaben schenken kann, die wir im Dienst für Gott und in der christlichen Kirche einsetzen dürfen. Wie nötig haben wir doch alle die Gabe des Mitgefühls, des Gebets, der Anteilnahme, der Fürsorge, der Gastfreundschaft, des Tröstens oder des Dienens. Es geht doch darum, dass wir die uns zugeteilten Begabungen fröhlich einsetzen.

Schreiben Sie doch mal auf, was Ihre Begabungen sind!

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Mittelpunkt

ERF Plus - Anstoß -

"Geht es zurzeit nur noch darum, auszuhalten, bis es vorbei ist, oder wollen wir jetzt leben?" Diese Frage begegnete mir vor ein paar Wochen in einer Predigt in unserer Gemeinde. Und wie Sie merken, begleitet mich die Frage immer noch. Es ist keine schöne Zeit, in der wir gerade leben. Auch ich schaue immer wieder auf die sich verändernden Zahlen und fühle mich unwohl bei der aktuellen Entwicklung. "Wenn es doch bald vorbei wäre!" Dieser Gedanke kommt immer wieder, auch an anderer Stelle. Zum Beispiel bei der bevorstehenden Wahl in den USA. Nein, es ist keine schöne Zeit.

Es mag dem Volk Israel in der Gefangenschaft im 6. Jahrhundert vor Christus ähnlich gegangen sein. Und als es dann tatsächlich endlich vorbei ist und die Israeliten so langsam nach Jerusalem zurückkehren, haben sie nur eines im Blick: Ihre eigene kleine Welt wiederherzustellen! Haus und Garten müssen wieder schick werden, so wie früher. Erst als der Prophet Haggai ihren Blick auf Gott und seinen Tempel lenkt, da besinnen sie sich und ändern ihre Haltung: Gott wird wieder Mittelpunkt. "Der HERR erweckte den Geist des Volkes, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN Zebaoth, ihres Gottes." so beschreibt es Haggai.

Endlich alles vorbei, damit es dann wieder wird wie früher? Nein! Ich möchte die aktuelle Zeit nicht einfach aushalten. Sie verändert unsere Welt und sie verändert auch mich. Trotzdem bleibt Gott der Mittelpunkt meines Lebens. Er trägt mich. Heute, morgen und in einer Zeit, in der so manches vorbei und auch anders sein wird.

Autor: Hans Wagner

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Ein Fazit

ERF Plus - Wort zum Tag -

Was hilft, wenn unser Glaube in die Krise kommt? Ein Schicksalsschlag, der Tod eines geliebten Menschen, das Scheitern einer Beziehung, eine schwere Krankheit können eine solche Krise auslösen.


 Manchmal ist es auch nur die alltägliche Routine unseres Christseins, in der die Freude am Glauben sich verflüchtigt.

Die vertrauten Worte der Bibel erreichen plötzlich unser Herz nicht mehr. Der Hebräerbrief ist an solche Menschen geschrieben. Menschen, die müde geworden sind in ihrem Christsein und sich zum Teil von der Gemeinde zurückgezogen haben. Als Trost- und Mahnrede ist dieser Brief zu verstehen. Als Sammlung von seelsorglichen Gesprächen hat ihn jemand bezeichnet. Er will zu einem Neuanfang im Glauben ermutigen.

In einer Segensbitte am Schluss des Briefes ist sein Anliegen noch einmal zusammengefasst:

Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt – heißt es in Hebräer 13, Vers 20 bis 21.

Um drei wichtige Einsichten geht es in diesem Segenswort: Wir erfahren, was Gott für uns getan hat.


 Er hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus einen ewigen Bund des Friedens mit uns geschlossen. Was uns von Gott getrennt hat, unsere Schuld und Sünde, ist weggenommen.

Das ist gemeint, wenn die Bibel vom Frieden zwischen Gott und Menschen redet. Gott ist für uns zum Gott des Friedens geworden. In seinem Frieden sind wir geborgen in Zeit und Ewigkeit.

Und Jesus ist für uns zum großen Hirten seiner Schafe geworden. Er sagt es selber: Ich bin der gute Hirte, ich gebe mein Leben für die Schafe. Ich schenke ihnen das ewige Leben und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. (vgl. Joh. 10)

Der gute Hirte ist bei uns in den dunklen Tälern unseres Lebens und lässt unsere Hand nicht los, auch nicht im Sterben und im Tod. Wenn der Gott des Friedens es so gut mit uns meint und der gute Hirte Jesus Christus mit uns geht, dann kann sich in unserem Leben auch in der Krise alles zum Guten wenden. Er mache uns tüchtig in allem Guten – heißt es. Wenn wir zu Jesus Christus gehören, dann bewegen wir uns in einer Luft, in der das Böse nicht mehr gedeihen kann.

Dann fragen wir: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Wir orientieren uns an seinem Wort und erfahren so seinen Willen. So wirkt Gott das Gute in unserem Leben.

In eine Segensbitte fasst der Seelsorger des Hebräerbriefs diese Gedanken. Für andere um Segen bitten heißt, ihr ganzes Leben der Gnade Gottes anzubefehlen. So ermutigt er die angefochtenen Glieder der Hebräergemeinde und uns, dem Gott des Friedens und dem guten Hirten Jesus Christus wieder neu zu vertrauen.

Ein Pfarrerkollege hat berichtet, dass er als junger Vikar seinen Glauben verloren hat.


 Er schreibt: „Ich weiß nur noch, dass niemand und nichts diese Not aufbrechen konnte. Dann hatte ich die Moderation bei einem Vortragsabend. Wir sollten die Bibel aufschlagen. Der Referent hat vorgelesen. Dieses Bibelwort aus Hebräer 13. Und da, in diesem Moment, beim Hören und Lesen dieser Stelle, da bekam ich das „glauben-Dürfen“ zurück. So macht es Gott.“

Autor: Pfarrer Werner Schmückle

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Für immer und ewig

ERF Plus - Anstoß -

Gott ist groß darin, Linien auszuziehen. Selbst, wenn Menschen Bruchlinien sehen, wie die Israeliten, die damals in Babylonien festsaßen. Gott sieht verheißungsvolle Linien. Eine Linie von seinem Lieblingskönig David und dem Bund, den er mit David geschlossen hat, über den Bund, den Gott erneut mit seinem Volk Israel schließen will, bis hin zu dem Bund, den Gott sich durch seinen Sohn Jesus Christus mit uns heute wünscht.

Die Initiative geht von Gott aus. Dauer des Bundes: ewig. Trotz geschichtlicher Epochen, die daran zweifeln lassen. Gefragt ist hinhören und entscheiden, ob Gott hält, was er verspricht: Ewig den Durst seines Volkes Israel zu stillen. Ewig meinen Durst zu stillen. Jesus hat die Durstigen viel später in Israel zu sich eingeladen und macht das bis heute. Kein anderer Bund hält ewig. Der deutsche Fußballbund wird spätestens, wenn Jesus erneut auf dieser Welt erscheint, aufhören zu existieren. Ein Ehebund endet mit dem Tod eines Partners, oft auch schon vorher. Der Bund fürs Leben sieht so aus: Gott interessiert sich dafür, ob ich in seinen ewigen Bund eingetreten bin, weil ich glaube, dass Jesus der beste Durstlöscher aller Zeiten ist und bleibt.

Was Gott im Jesaja Buch, Kapitel 55, Vers 3 verkündigen lässt, ist weiter gültig: „Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen.“

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Eine Handbreite

ERF Plus - Wort zum Tag -

Die Sehnsucht und Suche nach Sicherheit gehört zum Leben vieler Menschen.

Man versucht sich abzusichern und zahlt seinen Beitrag für die entsprechenden Versicherungen: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung und so weiter.

Und natürlich auch ein entsprechendes Finanzpolster auf dem Bankkonto. Oft geht es nach dem Sprichwort: „Zwei Sicherungen nützen mehr als eine, und besser ist zwei als keine.“ Zu den Erfahrungen in der Corona-Krise gehört wohl auch die Erkenntnis, dass es letzte Sicherheit nicht gibt.


 Wer mit der Bibel lebt, dem ist das längst bewusst.

Der Beter des 39. Psalms bittet Gott in der Krankheit und der Bedrängnis durch Feinde um diese Erkenntnis und spricht sie dann aus: Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! – heißt es in Psalm 39, Vers 6.

Nein, es ist nichts mit dem sicheren Leben in dieser Welt. Unser Leben ist wie eine Handbreite vor Gott. Die Handbreite, das sind vier Finger einer Hand ohne den Daumen. Die Handbreite gilt als das kleinste hebräische Längenmaß. Wie ein Nichts ist das Menschenleben, wie ein Hauch, der schnell verweht.


 Und in Vers 7 heißt es dann: Wie ein Schatten, wie Bilder in einem Traum, die schnell verschwinden, geht der Mensch durchs Leben. Sein Tun und Treiben ist viel Lärm um Nichts, er sammelt Schätze für lachende Erben.

Im Psalm 103 ist diese Erkenntnis so ausgedrückt: Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde, wenn der Wind darüber weht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.

Für manche Menschen ist diese Erkenntnis ein Grund zum Verzweifeln. Der 39. Psalm weist uns einen anderen Weg. Der Beter wirft sich Gott in die Arme: Nun Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich – heißt es in Vers 8.

Der Beter bittet darum, dass Gott ihm das Ziel seines Lebens zeigt. Im Psalm ist dieses Ziel noch nicht ausgesprochen, es wird erst deutlich vom Neuen Testament her. Es ist die Geborgenheit des ewigen Lebens bei Gott, die Jesus uns schenkt.

Ihr werdet euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel unseres Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit – heißt es im 1.Petrusbrief. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir  -sagt uns der Hebräerbrief.

Ein Christ aus der Schweiz hat einen ganz schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung durchlebt. Über WhatsApp hat er sich an die Freunde gewandt, die für ihn gebetet haben und ihnen geschrieben: „Bitte sorgt euch nicht! Ich kann euch versichern, dass es viel schöner bei Jesus ist als mit einem so aggressiven Virus zu kämpfen.“

Sich Gott in die Arme werfen, das ist der Weg, zu dem uns der Psalm anleitet. Franz von Assisi macht das in einem Gebet mit diesen Worten:


 „O Herr, in deinem Arm bin ich sicher.


 Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten.


 Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“

Quelle des Corona – Zitats: Arnold Denoth: Covid – 19 überlebt!, in: Augenblick mal Nr. 128; August 2020, S. 3-5

Autor: Pfarrer Werner Schmückle

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Wenn der Tod machtlos ist

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Manchmal ist es gut, wenn mich jemand an eine Tatsache erinnert, die mir aus dem Blick zu geraten droht. „Gott meint es gut mit mir“ ist eine solche Tatsache, an die ich immer wieder einmal erinnert werden muss.

Eine andere Tatsache hält der Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an Timotheus fest. Paulus schreibt:

„Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium“, 2. Timotheus 1,10.

Ist das nicht wunderbar? Jesus hat dem Tod die Macht genommen. Er, der von sich einmal gesagt hat: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge“ (Johannes 10,10). Er hat den Tod überwunden. Diesen letzten Feind.

Sie und ich, wir haben eine Zukunft mit Jesus, die weit über das hinausgeht, was wir jetzt erleben. Diese Tatsache ist durch das Evangelium ans Licht gekommen. Darauf kann ich mich verlassen! 100 Prozent. Und zwar auch und gerade dann, wenn es mir nicht danach ist, weil viel zu viel schlimme Dinge auf mich einstürzen, mich bedrängen.

Vielleicht hören sie diese Worte und fragen sich: Kann das auch für mich gelten? Kann ich auch damit rechnen, dass Jesus mich mit unvergänglichem Leben beschenkt?

Ja, damit können Sie rechnen. Er steht zu seinem Wort, wenn Sie sich und Ihre Geschicke ihm anvertrauen, ihn Herr Ihres Lebens sein lassen.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Gottes Art

ERF Plus - Wort zum Tag -

Die Herrnhuter Losung für den heutigen Tag steht im 1. Buch der Könige, Kapitel 19, in den Versen 5 u.8: Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.

Zwei Sätze aus dem Alten Testament, die es in sich haben. Eigentlich müssten wir jetzt gemeinsam die ganze Geschichte dahinter lesen. Es ist die des Elia, eines Propheten, also eines Verkündigers des Willens Gottes. Hier geht es um die Kapitel 18 und 19 des 1. Könige-Buches. Ich kann Ihnen nur empfehlen, das einmal in einer ruhigen Stunde zu lesen.

Aber kurz zusammengefasst: Elia war der Prophet des Gottes Israels. Die Realität aber sah mittlerweile so aus, dass der König Ahab und seine Frau Isebel alle möglichen anderen Götter im Sinn hatten. Baal hieß der eine. Für ihn feierten sie Feste und Gottesdienste. Auf seine Priester hörten sie. 

Doch Gott war das ein Gräuel. Elia hatte für IHN und seine Beachtung gekämpft. Er hatte die Götzenpriester der heidnischen Isebel zu einem unglaublichen Experiment herausgefordert und wollte damit zeigen, welcher Gott wirklich Macht hat. Und Gott hatte ihm großen Erfolg beschert, sodass am Ende alle Priester des Baal „auf der Strecke geblieben“ waren. Elia hatte fast wie im Rausch ein grauenvolles Gemetzel veranstaltet - vermeintlich zur „Ehre seines Gottes“. Damit hatte er den Zorn der Königin herausgefordert, die sich nun an Elia rächen wollte.

Obwohl Gott ihm gezeigt hatte, wozu er in der Lage war, hatte Elia nun aber eine „Heiden-Angst“ bekommen und sich im letzten Winkel irgendwo am Rande der Wüste verkrochen. Ihm schlotterten die Knie. Vermutlich war er doch nicht so ganz sicher, ob er das Richtige getan hatte und dass Gott das alles so gut fand.

Und da saß er nun, völlig erschöpft am Rande der Wüste, an einem Bach. Der Kopf fiel ihm schon zur Seite, und er schlief ein. Hier konnte Isebel ihre Rachepläne fürs Erste vergessen. Voller depressiver Gedanken wünschte Elia sich sogar zu sterben.

Doch dann stehen hier diese zwei Sätze: „Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.“

Eine offensichtliche Ermutigung seines Dienstherrn: Elia, lass den Kopf nicht hängen, ich will dich noch gebrauchen. – Weiter heißt es dann „Und er sah sich um, und siehe, neben ihm lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.“

Gott weckte ihn erneut und sagte, er solle losgehen – eine weite Strecke durch die Wüste, zu einer Höhle. Als Elia am Morgen aus der Höhle schaute, geschah etwas Seltsames. Denn „siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Wind. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel“, denn nun merkte Elia, dass in dem „sanften Sausen“ Gott gegenwärtig war.

Und er entdeckte: „Ich habe für Gott geeifert“. Aber indem ich auf meine Waffen vertraut habe und buchstäblich „die Pferde mit mir durchgegangen sind“, ist nicht mehr Gott in seiner endlosen Geduld und Liebe und Barmherzigkeit zur Geltung gekommen. Das „sanfte Sausen“ ist es, wo Gottes Gegenwart sichtbar wird! 

Für mich ist dies ein wunderbares Bild. Gott macht seinem Knecht deutlich: Elia, ich bin nicht der, der mit Erdbeben und Stürmen und Feuer in das Leben der Menschen dreinschlägt, sondern meine Art ist eine andere. Es ist fast aufregend, wie geduldig Gott mit seinem Volk in der Wüstenwanderung umgegangen war. Und damit wir nicht bis heute in unserer Gottlosigkeit und Schuld sitzen bleiben, hat Gott zuletzt seinen Sohn selbst Mensch werden und sogar ans Kreuz schlagen lassen, damit „alle, die ihm vertrauen, ewiges Leben haben“ (Joh.3,36).

Wunderbar, wie Gott seine Liebe zeigt und deutlich macht, dass er alle seine Menschen unendlich liebt. Und obwohl er der heilige und ewige Gott ist, will er nicht, dass „einer von uns verlorengeht, sondern wir alle sollen das ewige Leben in ihm finden“, denn Gott will die Gemeinschaft mit uns über die Maßen.

Autor: Pastor Johannes Holmer

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Leben in Gottes Kraft

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Corrie ten Boom hat die Vernichtungslager der Nazis nur knapp überlebt. Fast alle ihrer Angehörigen starben im KZ, weil sie Juden bei sich zu Hause versteckt hatten. Corrie ten Boom glaubte an Gott und predigte nach dem Krieg über Liebe und Vergebung. Eines Tages kam ein Mann auf sie zu. Sie erstarrte innerlich. Er war einer der Wärter im KZ.

Er streckte seine Hand aus und bat um Vergebung. Corrie ten Boom zögerte. Vor ihrem inneren Auge sah sie die Mütze mit dem Totenschädel der SS, in seinem Gürtel die Peitsche. Sie fühlte Scham und Wut. Trotzdem hob sie ihre Hand. Als sie seine Hand schüttelte, durchströmte sie plötzlich eine heilende Wärme. Weinend sagte sie: „Ich vergebe dir, Bruder. Von ganzem Herzen.“ Sie selbst hatte die Kraft nicht. Aber Gott hatte diese Kraft für sie, so schrieb sie später.

Die Geschichte berührt mich jedes Mal, wenn ich sie höre. Was für ein Glaube, der in der Lage ist, so zu verzeihen. Ob ich das selbst könnte, wenn ich das erlebt hätte, was Corrie ten Boom erlebt hat? Gott kannes. Er will mir die Kraft schenken, zu vergeben, zu verzeihen, zu lieben.

Es ist seine Kraft, nicht meine. Seine Liebe, nicht meine. Wenn ich ihm mein Leben überlasse, meine Gefühle, meine Wut, meine Verletzungen, dann kann er Wunder tun. Und dann wird das passieren, was der Apostel Paulus im Brief an die Epheser schreibt: „So wird jeder erkennen, dass die außerordentliche Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst.“

 Ich empfinde meine eigenen Versuche, Glauben zu leben, manchmal als jämmerlich, und das ist kein Wunder. Gott will durch mich Leben schenken, will dort lieben und verzeihen, wo meine Kräfte schon längst am Ende sind. Manchmal muss ich ihn einfach nur machen lassen.


 

Autor: Stefan Loß

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Glück im Unglück

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Haben Sie die folgende Geschichte schon einmal gehört?

„Einem Bauern lief das einzige Pferd fort und kam nicht mehr zurück. Die Nachbarn hatten Mitleid mit ihm und sagten: Du Ärmster! Dein Pferd ist weggelaufen-– welch ein Unglück! Der Landmann antwortete: Wer sagt denn, dass dies ein Unglück ist? –

Und tatsächlich kehrte nach einigen Tagen das Pferd zurück und brachte ein Wildpferd mit.

Jetzt sagten die Nachbarn: Erst läuft dir das Pferd weg – dann bringt es noch ein zweites mit! Was hast du bloß für ein Glück! Der Bauer schüttelte den Kopf: Wer weiß, ob das ein Glück ist? Dann wurde das Wildpferd vom ältesten Sohn des Bauern eingeritten; dabei stürzte der und brach sich ein Bein. Die Nachbarn eilten herbei und sagten: Welch ein Unglück! Aber der Landmann gab zur Antwort: Wer will wissen, ob das ein Unglück ist?

Kurz darauf kamen die Soldaten des Königs und zogen alle jungen Männer des Dorfes für den Kriegsdienst ein. Den ältesten Sohn des Bauern – mit seinem gebrochenen Bein - ließen sie zurück. Da riefen die Nachbarn: Was für ein Glück! Dein Sohn wurde nicht eingezogen!

„Glück und Unglück wohnen eng beisammen“, so heißt es am Ende dieser Geschichte, „wer weiß schon immer sofort, ob ein Unglück nicht doch ein Glück ist?“

Eine solche Lebensweisheit finden wir auch in einem der Bücher des Alten Testaments, dem Predigerbuch. Dort heißt es im Vers 14 des 7. Kapitels:

„Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“

Ja, es ist schön, wenn es uns gut geht, wir viel Glück im Leben haben – der Prediger Salomo sagt: „…wenn du einen Glückstag hast“. Und manchmal denke ich, dass wir Gott viel zu wenig dafür danken, dass es uns - allgemein gesehen - so gut geht.

Doch der Prediger weiß auch von den anderen Situationen und Tagen und Zeiten: „Wenn du aber einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“

Aber darf man das so sagen: Gott schickt das Unglück? Er schickt Krankheit, Not und Elend? Oder auch einfach nur Unglück? Das Glück und das Unglück, das Schöne und das nicht so Schöne. Die andere Frage aber ist die: Ist es tatsächlich immer ein Unglück, wenn uns Dinge passieren, die wir nicht einordnen können? Oder die wir uns ganz und gar anders wünschen würden?

Der Bauer am Anfang sagt: „Wer weiß, ob es ein Glück oder ob es ein Unglück ist“.

Können wir das denken, dass Gott beides schickt und auch in seiner Hand, also unter seiner Kontrolle hat? Können wir das glauben, dass Gott beides zulässt, ja, sogar schickt – und dennoch unser Bestes will?

Ich hörte gerade die Geschichte eines jungen Mannes aus der Slowakei, der selbst aus seinem Leben erzählte und sagte: Ich bin Gott dankbar, dass er mir beide Beine genommen, aber genau dadurch das ewige Leben geschenkt hat. Er hatte eine wilde Party nach der anderen gefeiert und dann beide Beine durch einen Unfall verloren, als er sturzbetrunken über Bahngleise gelaufen und dort gestolpert und liegengeblieben war. Und er sagte: Lieber ohne Beine in den Himmel als kerngesund in die Hölle.

Ist es für uns denkbar, dass solches Elend und solche Traurigkeit von Gott kommen können, damit Gott zum Beispiel mit uns in Verbindung treten kann?

„…du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“ - sagt der Prediger. Was hast du schon selbst in der Hand in deinem Leben, wenn du mal ganz ehrlich bist?

Ich glaube, der Prediger will uns einfach nur ermutigen, dass wir dem ewigen Gott ganz und gar vertrauen. Unserem Schöpfer vertrauen, von dem uns in der Bibel gesagt wird, dass er doch unser Vater sein will. Und das können wir auch dann tun, wenn ER uns ganz offensichtlich auch einmal einen „Unglückstag“ beschert. Wir können das deswegen tun, weil ER den Überblick hat, weil ER Gott ist. Und weil es sein kann, dass dieser „Vater im Himmel“ uns dann besonders nahe sein will.

Seien sie gesegnet an diesem Tag, was auch immer er Ihnen bringen mag!

Autor: Pastor Johannes Holmer

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Gott macht was draus

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Der junge Theologiestudent fährt über die Autobahn. Auf dem Standstreifen steht ein Fahrzeug mit plattem Reifen. Sofort fährt er rechts ran und hilft. Als der junge Mann das Reserverad montiert, wird er von einem herankommenden PKW erfasst. Die folgenden Monate und Jahre werden unsagbar schwer. Schmerzhafte Operationen und eine unfassbar harte und lange Zeit, bis der hilfsbereite Student wieder einigermaßen gehen kann.

Fast 2.000 Jahre vor diesem schrecklichen Unfall schreibt ein anderer Theologe – nämlich Paulus - an seine Mitchristen in Rom: „Was auch geschieht, das eine wissen wir: Für diejenigen, die Gott lieben, muss alles zu zum Guten dienen.“ Sicher wird dieser Satz auch immer wieder für allzu oberflächlichen Trost missbraucht. Unglück, Leid und Not an sich sind nichts Gutes. Aber Gott schafft es auf wunderbare Weise, dass selbst aus harten Schicksalsschlägen noch etwas Gutes entstehen kann. Besonders für seine Leute. Für diejenigen, die Gott und seinen Sohn Jesus lieb haben.

Der frühere Theologiestudent erzählt Jahre nach seinem tragischen Unfall sinngemäß: „Als ich in St. Petersburg die Bibelschule aufgebaut habe, erlebte ich so viel erbitterten Widerstand. Ohne die schwere Zeit nach dem Unfall auf der Autobahn hätte ich niemals durchgehalten. Aber Gott hat mich durch die Zeit nach dem Unglück innerlich viel stärker gemacht.“

Hier hat ein Mensch erfahren: ich kann Gott in jeder Lage vertrauen. Und das macht zuversichtlich. Was immer geschieht – Gott kann etwas daraus machen.

Autor: Steffen Brack

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Durch Zeitung lesen auf Ideen kommen

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Wie findet eine Gemeinde ein förderungswürdiges Projekt? Dieser Frage ging der Arbeitskreis Fördermittel im BEFG mit über dreißig Interessierten aus verschiedenen Gemeinden nach.

Frank Fornacon, Pastor der EFG Kassel-West, Silke Tosch, Redakteurin DIE GEMEINDE, und Almut Siodlaczek, regionale Diakoniebeauftragte in Hessen, referierten in Kurzbeiträgen, wie eine Gemeinde ihr Projekt findet kann.

Die Stärken und Möglichkeiten der eigenen Gemeinde mit den Bedarfen der Umgebung zu verbinden sei der Weg, um diakonische Projekte zu entwickeln. Diese könnten dann mit Geld von externen Förderern unterstützt werden. Ideen, Informationen zu den Themen des Stadtteils und Auskunft über regionale Fördermittel fänden sich häufig im Lokalteil der Tageszeitung oder den Blättchen mit den Vereinsnachrichten.

Die Leitung einer Gemeinde sollte dabei mutig vorangehen. Gleichzeitig müsse sie gut abwägen, was für die eigene Gemeinde passt und an etwas anknüpfen, das schon da ist. Ein abgelehnter Förderantrag müsse dabei kein Missgeschick sein. Er könnte als Hinweis verstanden werden, um konkreter und anschaulicher zu formulieren, damit ein potenzieller Förderer den Nutzen des Projekts erkennt.

Maria Hofmeister vom Bundes-GJW ergänzte das Thema Fördermittel durch Tipps für die Abrechnung und den Verwendungsnachweis. Erstmals in der Reihe der Kurzreferate war Roland Schütter aus der EFG Neu-Ulm, der von den diakonischen Projekten seiner Gemeinde berichtete und welche Förderer dabei finanziell unterstützt haben, um die baulichen Voraussetzungen zu schaffen.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fand das Forum im Onlineformat an einem Abend unter der Leitung von Gaby Löding, Referentin für gemeindenahe Diakonie, statt. Mit Kleingruppen, der Möglichkeit zu den einzelnen Themen Erfahrungen auszutauschen und Literaturtipps war dies wieder ein anregendes Treffen, das Mitarbeitende mit und ohne Erfahrung zu diesem Thema versammelte.

Der nächste Termin für das Forum Fördermittel online ist am 12. November mit Jacqueline Hennig, Referatsleitung Soziallotterien/Drittmittelberatung der Diakonie Deutschland. Sie wird die Soziallotterien und ihre Förderungsbedingungen darstellen. Konkret soll es um eine Projektidee aus einer Gemeinde des Bundes gehen. Hierzu können Gemeinden ihre Idee  oder Projektskizze an Gaby Löding schicken oder bis Ende Oktober an Almut Siodlaczek.

Endlich frei

ERF Plus - Wort zum Tag -

Haben Sie Jesus schon darum gebeten, Ihnen die Freiheit zu schenken? Haben Sie diese frohmachende Erfahrung schon gemacht, dass Jesus befreit?

Allen Gerüchten zum Trotz: Es gibt Freiheit. Es gibt Wahrheit! Jesus hat über sich selbst gesagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, außer durch mich. (Joh. 14,6)

Der, der die Wahrheit in Person verkörpert, ist der, der die Freiheit schenkt, sich aus Liebe ihm anzuvertrauen. Diese Freiheit wirkt sich aus. Sie kommt allerdings erst zum Tragen, wenn Menschen nicht nur an Jesus glauben, sondern auch ihren Lebensalltag durch Gottes gute Worte verändern lassen. Dazu gehört Mut, sich ungute Bindungen einzugestehen und gegen sie anzugehen.

So manche kleine und auch große versteckte Not macht uns womöglich zu schaffen. Alkohol-, Drogen- und Tablettenmissbrauch, Pornografie und Ehebruch machen auch vor Christen nicht Halt. Die Sucht, in der Menschen gefangen sind, ist Ausdruck ihrer Sehnsucht nach Sinn im Leben, nach einem erfüllten Leben, einem Leben in Freiheit.

Sind wir uns bewusst, was uns im Grunde unseres Herzens bestimmt? Welche Maßstäbe legen wir an unser Leben an? Wer oder was beeindruckt uns so sehr, dass unser Lebensalltag davon geprägt wird? Vertrauen wir Jesus - und wirkt sich das in unserem Reden und Tun auch aus?

Jesus hat denen, die seinen Worten Glauben schenken, folgenden Satz zugemutet: „Wenn ihr an meinen Worten festhaltet und das tut, was ich euch gesagt habe, dann seid ihr wirklich frei.“ Nachzulesen im Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 31.

Das heißt doch: Nur im Vertrauen zu Jesus und im Wertschätzen seiner Worte ist die Wahrheit erkennbar, und damit das, was zuverlässig ist und bleibt. Worauf man zählen und sich verlassen kann. Was immer gilt und gelten wird. Eine feste Grundlage für das Leben und auch einmal für das Sterben.

Ja, genau, sagt Jesus. Er, der sich bedingungslos und immer geliebt wusste von seinem Vater im Himmel. Er war frei und souverän wie kein Zweiter. Unabhängig von Menschen und ihren Meinungen und auch von den äußeren Umständen. Immer hat er in seinen Entscheidungen frei agiert und blieb Herr auch über die äußeren Umstände.

Sein Handeln war immer von Liebe bestimmt. Frei sein kann ein Mensch nur, wenn er sich aus Liebe freiwillig an seinen Schöpfer bindet. Wer nicht von oben in der Freiheit gehalten wird, verfällt den Fesseln, die ihn nach unten ziehen. Frei wird und ist, wer Jesus anbetet und sich ihm anvertraut.

Ein Mensch, der diesen Schritt wagt und mit ihm lebt, lernt, wie Jesus, frei zu sein. Im Lesen, Hören, Durchdenken und Tun dessen, was Jesus sagt, erleben wir, wie seine Worte uns verändern und prägen. Wie sie uns helfen, das zu sagen und zu tun, was wir als Boten der Liebe Gottes sagen und tun sollen. Wer sich von Jesus Freiheit schenken lässt, wird nicht mehr durch Äußerlichkeiten gebunden sein.

Wie gut, dass Menschen bis heute dazu eingeladen sind, sich von Jesus befreien zu lassen von allem, was sie daran hindern will, Jesus über alles zu lieben und das Leben mit ihm zu teilen. Und dadurch die wertvollste Erfahrung zu machen, die ein Mensch machen kann: Jesus, den Sohn Gottes kennen und lieben zu lernen, der wirklich frei macht.

Autor: Pastor Harry Moritz

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"Freiheit!"

ERF Plus - Anstoß -

In den 90er Jahren schmetterte Marius Müller-Westernhagen das Wort durch die gefüllten Stadien der Republik – und zig-Tausende grölten mit: „Freiheit!“ Das Lied wurde zu einer regelrechten Hymne. Warum? Weil Freiheit eines der wichtigsten Güter des Menschen ist. Bewegungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit sind in unserem Grundgesetz festgeschrieben.

In die Wiege gelegt wurde mir die Freiheit allerdings von keinem Demokraten, sondern von einem Herrscher: Von Gott, meinem Schöpfer. Er hat den Menschen in Freiheit geschaffen. Frei, eigene Entscheidungen zu treffen. Auch die Entscheidung für oder gegen ihn. Das ist wahre Freiheit.

Wie kann es also sein, dass über Jesus, den Sohn Gottes, im Johannesevangelium folgendes steht? „Wenn euch der Sohn (Jesus) frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8, 36) Leben wir denn etwa nicht in einem freien Land? Bin ich etwa nicht frei? Genau dieselbe Frage haben sich die Nachfolger Jesu gestellt! Sie waren, genauso wie ich, der Überzeugung frei zu sein.

Jesus macht im Text deutlich, dass es ihm um die innere Gefangenschaft geht. Was nimmt mich gefangen? Zwänge, vergangene Fehler, Sünde, Sucht, schlechte Beziehungen. Diese Frage kann ich mir nur selbst beantworten oder aber von Jesus beantworten lassen. Diese Frage können auch Sie sich von Jesus beantworten lassen. Er ist der richtige Mann für diesen Job. Als Sohn Gottes hat er nicht nur die Antwort, sondern auch die Macht, Sie zu befreien von dem, was Sie gefangen hält. Jesus macht wirklich frei. Er befreit von einer Gefangenschaft, die keiner sieht, kennt oder erahnt, außer Sie selbst.

Autor: Tobias Schier

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Gehorsam!?

ERF Plus - Wort zum Tag -

Paulus schreibt an die Christen in Rom: „Euer Gehorsam ist bei allen bekannt geworden. Deshalb freue ich mich über euch.“ So zu lesen im Römerbrief, Kapitel 16, Vers 9. Gehorsam - beim Hören dieses Wortes wird vielen Menschen sofort unwohl.

Worte wie Kadavergehorsam oder blinder Gehorsam, Unmündigkeit, Machtmissbrauch, Unterdrückung und Unfreiheit bringen viele von uns sofort damit in einen Zusammenhang. Es stimmt: Sehr viele haben ein Problem mit dem Wort Gehorsam. Dies aber auch nicht ohne Grund. Schließlich ist mit diesem Wort oft genug Schindluder getrieben worden.

Autoritäre Diktaturen und ein verantwortungsloser Umgang mit dem Begriff Gehorsam haben schlimme Spuren in der Geschichte so mancher Völker hinterlassen. Gehorsam und Gehorchen sind heute zu Reizwörtern, ja, zu Unwörtern geworden.

Auch unter uns Christen. Gott sei es geklagt: Auch in unserer Zeit gibt es christliche Leiterinnen und Leiter, die von Christen unreflektierten Gehorsam einfordern und damit immer wieder zutiefst verletzte und enttäuschte Menschen hinterlassen.

Kein Mensch, erst recht kein Christ, darf von einem anderen blinden Gehorsam einfordern! Kein Mensch, erst recht kein Christ, darf solch einer Forderung eines Menschen nachkommen. Das wäre verantwortungslos!

Trotz alledem und gerade deshalb stellt sich die drängende Frage: Auf wen bzw. worauf höre ich? Wem vertraue ich? Wessen Worte nehme ich mir zu Herzen? Es ist für unser Leben entscheidend wichtig, dass wir uns dies immer wieder neu fragen und für uns beantworten!

Der Apostel Paulus fordert von den Christen in Rom keinen sogenannten blinden Gehorsam. Es geht ihm nicht um eine erzwungene Unterordnung, die seinen Einfluss und seine Macht sichert.

Der Apostel Paulus hat selbst erfahren, wie gut es Gott mit uns meint. Aus Liebe zu seinen Menschen bittet Gott uns, ihm zu vertrauen. Wenn die Liebeserklärung Gottes in unserem Herzen auf fruchtbaren Boden fällt, erfahren wir: Gott will, dass seine Menschen leben können und es ihnen gut geht.

Wer aufhorcht, wer hinhört, wer zuhört, was Gott ihm sagen will, der wird von der Liebe Gottes so erfüllt, dass er gerne hinhört und gerne bereit ist, das Gehörte im eigenen Leben umzusetzen. Aus Liebe zu dem, der uns Menschen liebt.

Ein Mensch, der auf Gott hört, lernt, die Stimme Gottes wahrzunehmen.

Das häufigste Verb, das in der Bibel in Zusammenhang mit Gott genannt wird, heißt: sprechen, reden. Glaube fängt immer mit dem Hören an, dem Hinhören auf das, was Gott sagt.

Christlicher Glaube ist kein mystisches Schauen, kein in sich selbst Versinken, kein Eins werden mit der Gottheit, sondern Hören auf das von Gott geoffenbarte Wort in der Heiligen Schrift und das verantwortliche Tun dessen, was Gott von mir getan haben will. Alles ist an dem zu prüfen, was Jesus gesagt und getan, wie er gelebt hat.

So verstehe ich die Worte von Dietrich Bonhoeffer, der einmal geschrieben hat: „Nur der Gehorsame glaubt und nur der Glaubende gehorcht.“

So prägt Gott Menschen zu Persönlichkeiten, die sich anbetend vor Gott beugen, aber vor Menschen aufrecht als Boten der Liebe Gottes stehen können.

Wir wissen ja, wer da zu uns spricht und wie sehr wir ihm am Herzen liegen. Gottes Heiliger Geist wird dafür sorgen, dass unser aus Liebe geborenes Wertschätzen dessen, was Gott sagt, bei anderen einen guten Eindruck hinterlässt.

Autor: Pastor Harry Moritz

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Ein gutes Zeugnis

ERF Plus - Anstoß -



Was wünschen sich Menschen, wenn sie ein Zeugnis oder Arbeitszeugnis bekommen? Natürlich, dass nur Gutes drinsteht. Aber das ist, wenn wir ehrlich sind, nicht immer der Fall. Interessanterweise gibt es auch schon in der Bibel so etwas Ähnliches wie Zeugnisse.

Der Apostel Paulus stellt sie in seinen Briefen an die ersten christlichen Gemeinden aus. Da gibt es immer wieder Passagen, in denen Paulus die dortigen Christen bewertet. Natürlich geht es nicht um ihre Arbeitsergebnisse oder um erbrachte Leistungen. Es geht vielmehr um ihr alltägliches Verhalten. In diesem Sinne bekommen die Christen in Rom ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

Paulus schreibt: "Von euch hört man nur Gutes. Jeder weiß, dass ihr tut, was Gott von euch möchte. Darüber freue ich mich." (Römer 16,19) Besser geht es wohl kaum. Wie haben es die römischen Christen geschafft, diese Eins Plus zu erhalten? Sie haben das getan, was Gott will. Bleibt die Frage, was das ist?

Die Antwort: Sie haben sich an Gottes Gebote gehalten und ihre Mitmenschen geliebt und daran geglaubt, dass außer der Gnade Gottes nichts notwendig ist, um mit Gott in Gemeinschaft leben zu können. Das tun, was Gott von mir möchte, macht nicht nur mein eigenes Leben gut, sondern wirkt sich auch auf das Leben anderer Menschen aus, die Gott darin erkennen können.


 

Autor: Horst Kretschi

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2. Kursblock Seelsorge & Beratung des Kurses 2019/2021

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Nachdem im Frühjahr die zweite Kurswoche im Begegnungszentrum Weltersbach ausfallen musste, konnte sie nun Ende September stattfinden. Damit liegt die Hälfte des Kurses schon hinter mir und ich freue mich, dass ich als Teil meines Anfangsdienstes daran teilnehmen darf. Mir war es von Beginn meines pastoralen Dienstes an wichtig, Seelsorge nicht nur theoretisch im Studium gelernt zu haben, sondern mich selbst in meiner Rolle als Seelsorgerin in der Praxis mit meiner eigenen Persönlichkeit zu reflektieren. Der Kurs bietet Raum dafür, eigene Seelsorgegespräche durch Gesprächsprotokolle zu besprechen und in der Gruppe zu lernen, die Gefühle meines Gegenübers und meine eigenen Gefühle besser wahrzunehmen. Ein weiterer Teil des Kurses sind Theorieeinheiten, die mir Hintergrundinformationen für seelsorgerliche Fragestellungen meiner aktuellen Praxis geben. Der Kurs hilft mir in konkreten seelsorgerlichen Situationen weiter, weil meine Wahrnehmung geschult wird, weil meine Gesprächsführung klarer und zielgerichteter wird und weil ich die Dynamiken zwischenmenschlicher Beziehungen besser zu verstehen lerne.

Mehr braucht es nicht

ERF Plus - Anstoß -

Eigentlich ist alles ganz einfach. Religiöser Verrenkungen bedarf es nicht. Es braucht keine Rituale und keine Checkliste, die den Menschen näher zu Gott bringt. Der Gott der Bibel lässt seinem Volk stattdessen durch seinen Anführer Mose kurz und bündig mitteilen: 

"Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele."

Wie bitte, das soll alles sein? Ja. Weil sich alles andere aus dieser Haltung ergibt. Die Konzentration auf Gott ist die Kernaufgabe des Volkes. Weil sich dann wie in einem Magnetfeld alles andere nach Gott als Kern ausrichtet. Wer Gott liebt und wer von Gott geliebt wird, der liebt auch seine Mitmenschen. Wer die Gnade Gottes erfahren hat, der wird auch mit anderen großzügig und achtsam verfahren. Hier braucht es nicht Gesetz Nummer soundsoviel oder strenge Sittenwächter, die darauf achten, dass Gottes Leute alles richtig machen. 

Gott traut sich selbst soviel Kraft zu, dass sich dieses Volk von selbst nach ihm ausrichtet und so wie er das Beste für sich und für andere anstrebt. Die schlichte Botschaft dieser Worte:

Wer Gott folgt und wer sich nach ihm ausrichtet, der kann gar nicht anders, als selbst gnädig und barmherzig mit anderen zu sein und sich dabei von Gott erfüllen und ausrichten zu lassen. Das ist alles. Mehr braucht es nicht.

Autor: Andreas Odrich

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Wie man sich den Tag nicht versaut

ERF Plus - Wort zum Tag -

Die Formel, wie Sie sich schon morgens den Tag versauen können?

Ganz einfach: Verschlafen, ungeduscht und unter Stress aus dem Haus und dem ersten Menschen, dem Sie begegnen, das ins Gesicht sagen, was Sie gerade so denken und fühlen. Dem Erzieher, der Kollegin oder dem Bäckereifachverkäufer ...

Fröhlich all diesen Personen Ihren Stress ins Gesicht gebrüllt, und wenn Sie über einen Funken Selbstreflektion und Gewissen verfügen, haben Sie den restlichen Tag lang sehr gut Beschäftigung mit sich selbst. Denn im Grunde ... hatten Sie einfach keine Zeit, sich ein wenig Gedanken darüber zu machen, was Sie eigentlich brauchen und was Sie deshalb sagen.

Sie kennen die Mahnungen der Gegenwart? Z. B.: Lebe achtsam; achte auf deine Gedanken; vermeide Stress; plane sorgfältig; tue das, was dir guttut; höre anderen gut zu, äußere deine Meinung mit Bedacht und sei stets offen zum konstruktiven Meinungsaustausch.

Was so klingt, als sei es eine Modeerscheinung mit maximal 30 Jahren auf dem Buckel, ist ein 2000 Jahre altes geschriebenes christliches Bibelwort. Jakobus gab es den Lesern seines – vermutlicherweise – Rundschreibens mit.

Er schrieb: Jeder Mensch sollte schnell im Hören sein, aber langsam im Reden und noch langsamer im Zorn. Legt alles Unsaubere ab – man würde heute sagen: Wachst in eine gute Haltung hinein, möglichst einem jedem gegenüber und trainiert die Sanftmut; seid aber vor allem Täter des Wortes, nicht nur Hörende – mit anderen Worten: Tut, was ihr glaubt und hört nicht nur sprachlos zu.

Dann werdet ihr zu Menschen, die es dennoch schaffen, obwohl sie auch mal verschlafen oder unter gewaltigem Stress stehen, anderen Menschen gegenüber eine geduldige, freundliche und möglichst Wut-lose Haltung einzunehmen.

Der Jakobusbrief hat schon immer herausgestochen aus der Vielzahl der neutestamentlichen Briefe. Sie müssen nicht Christ sein, um das nachvollziehen zu können.

Während in vielen anderen Schriften des Neuen Testamentes vor allem davon die Rede ist, was dem Menschen von Jesus her zu glauben empfohlen ist, nimmt Brief-Schreiber Jakobus eine andere Haltung an:

Christ zu sein bedeutet – da gibt es etwas zu tun. Z. B. einzuüben, einen Armen genauso anzusehen wie einen Reichen - oder auch Menschen unter die Arme zu greifen, die wenig Geld oder wenig Nahrung oder wenig Bekleidung haben.

Dies alles mündet in die Tageslosung ein von heute: Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein.

Nicht nur Beten, sondern selbst auch tun. Nicht nur Lobpreis, sondern auch für Stumme die Stimme erheben. Nicht nur Bibel lesen, sondern auch lernen, die Bedürfnisse anderer zu verstehen.

Und ihr heutiger Sprecher des „Worts zum Tag“ weiß selbst sehr genau, wovon er da spricht.

Martin Luther, der Reformator und Bibelübersetzer aus dem 16. Jahrhundert, ordnete den Jakobus-Brief sehr weit hinten an im Neuen Testament. Für ihn war das die „stroherne Epistel“ – wir würden heute vielleicht so was sagen wie: ein längeres Schreiben ohne gravierenden Inhalt.

Aber da wäre ich vorsichtig.

Es ist immerhin auch Jesus, der beispielsweise im Matthäusevangelium sagt: „Was du einem meiner geringsten Brüder getan hast, das hast du mir getan.“

Oder auch nicht.

Täter des Worts zu sein, und nicht bloß Hörer – das ist wie Weihnachten an 364 anderen Tagen des Jahres: Gott kommt z. B. zur Welt durch Ihr und durch mein Tun.

Oder auch nicht.

Autor: Martin Scott

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