Sammlung von Newsfeeds

Adventslieder

ERF Plus - Wort zum Tag -

Es wird zu keiner Jahreszeit so viel gesungen wie in der Adventszeit. Lieder gehören zum Advent. Ich kann mich auch gar nicht besser einstimmen auf Weihnachten als mit Liedern. Mit das älteste Adventslied hat vor mehr als 2000 Jahren ein alt gewordener Priester angestimmt. Zacharias ist sein Name. Ein altes Lied, aber nicht veraltet.

Was bringt Zacharias zum Singen? Antwort: Die Geburt seines Sohnes Johannes, der später den Beinamen „der Täufer“ erhält. Diese Geburt erfüllt Zacharias mit so tiefer Dankbarkeit, dass er seiner Freude mit einem Lobgesang Luft machen muss.

Erstaunlich aber ist, dass seine Worte sich in erster Linie nur am Rande um die eigene  wundersame Familiensituation drehen. Es war wirklich ein Wunder, dass Gott ihm und seiner Frau Elisabeth noch in hohem Alter einen Sohn geschenkt hat. Die ganze Nachbarschaft ist auf den Beinen und freut sich mit (Lukas 1,58). In diesem Augenblick ist für Zacharias aber etwas anderes noch wichtiger. Er weiß, sein Sohn, dieses neugeborene kleine Baby, wird einmal das Kommen des Retters ankündigen und Israel zu seinem Gott zurückrufen.

„Gott hat uns besucht“, ruft der Priester den erstaunten Nachbarn zu. Unfassbar. Ein  überraschender Besuch damals. Und heute genauso aktuell wie damals. Zacharias singt: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.“ (Lukas 1,68).  Und sein Sohn Johannes soll diesen Besuch Gottes in der Welt vorbereiten.

Eine Strophe aus diesem ersten Adventslied lautet: „ Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung seiner Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“  (Lukas 1,76-78 Einheitsübersetzung)

Als Zacharias das sagte, ist Jesus, der Retter, noch nicht geboren. Er ist aber schon unterwegs zu uns. Maria trägt ihn bereits unter ihrem Herzen. Zacharias kann es im Auftrag Gottes schon jetzt verkünden: „das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird uns besuchen“. Später nimmt dann Petrus diesen Ton auf : „Gottes Wort scheint uns wie ein Licht am dunklen Ort… bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen“ (2.Petrus 1,19) Und Christen singen und bekennen bis heute: „Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn… von Gott kommt mir ein Freudenschein.“  Adventslieder und Licht, das gehört zusammen. Deshalb zünden wir Kerzen an. Wenn Licht alle Dunkelheit vertreibt, dann müssen wir nicht mehr auf unserem Lebensweg stolpern. Gottes Licht leuchtet uns sicher nach Hause.  Das ist ein Grund zum Singen. Nicht nur für Zacharias. Auch für uns. Wenn doch auch unsere Herzen von dieser Adventsfreude bewegt würden. Dann könnten wir gar nicht anders als ein Loblied auf den erbarmenden Gott und den verheißenen Messias anzustimmen, denn  „Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott!“

Autor: Pastor i. R. Eckhard Schaefer

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Schuldfrage

ERF Plus - Anstoß -

Es ist dieser eine Augenblick, dieser Moment, den man hinterher einfach nur bereut. "Hätte ich doch besser aufgepasst und nicht aufs Handy geschaut!" Dann wäre das Kind heute noch am Leben, das mir vors Auto gelaufen war. "Hätte ich doch mehr nachgedacht und meine Zunge im Zaum gehalten" Dann hätte ich mich mit meinen Kollegen nicht zerstritten und hätte heute noch meinen Job. "Hätte ich doch meinen Mund aufgemacht und gehandelt!" Dann wäre der Mann von der kriminellen Bande vielleicht nicht so übel zugerichtet worden. Manche Dinge im Leben lassen sich eben nicht so einfach wieder geradebiegen. Schuld, die ich auf mich lade, kann mich lange belasten - oft ein Leben lang. Die Gedanken springen dann immer wieder zurück zu dem fatalen Ereignis, und es wird dadurch doch nicht besser. So sehr ich es auch drehe und wende, mit meiner Schuld muss ich selber klar kommen. Oder vielleicht auch nicht. Der israelitische König David hatte auch schwere Schuld auf sich geladen. Ihm war völlig bewusst, dass er dafür keinem anderen die Schuld geben konnte. Auch das Volk Israel war immer wieder schuldig geworden; an Gott und den Mitmenschen. Und so richtet David in Psalm 65 die folgenden Worte an Gott: "Zu schwer lasten unsere Vergehen auf uns, du allein kannst sie vergeben. " Die Last meiner Schuld, meiner Vergehen und Sünden kann nur Gott wegnehmen. Und das tut er auch, wenn ich meine Schuld bereue und sie ihm offen bekenne. Deshalb muss ich mich nicht immer wieder von alter Schuld einholen lassen. Ich kann sie aufarbeiten und dann ruhen lassen und mit einer neuen Perspektive nach vorne schauen.

Autor: Horst Kretschi

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Sehnsucht nach Leben

ERF Plus - Wort zum Tag -

„Hundert Dinge, die man getan haben sollte, bevor das Leben vorbei ist.“  oder „Fünfzig Orte, die man unbedingt gesehen haben sollte“ - Buchtitel wie diese lassen mich wieder einmal kurz innehalten.  Könnte es sein, dass ich tatsächlich was verpasse? Vielleicht lohnt sich die Lektüre also doch. So befällt mich ab und zu der Gedanke, ich könnte etwas verpassen.

Die Sehnsucht nach Leben steckt doch tief in uns drin. Wir sind ja auch geschaffen, um zu leben und nicht um bloß zu existieren. Eigentlich schreit alles in uns nach Leben. Wir wollen etwas vom Leben haben. Dabei verbindet jeder etwas anderes mit „Leben“. Für den einen bedeutet es zu reisen, für den anderen, mit der Familie oder Freunden zu feiern, der nächste strebt nach Erfolg, wieder ein anderer liebt teure Autos.

Und manche tragen das dann auch gerne nach außen: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Auch wenn es nicht jeder so auffällig präsentiert, so dürfen die anderen schließlich sehen, dass auch wir etwas vom Leben haben. Aber ist dies alles, was wir dafür halten, wirklich das Leben? Warum strebt der Mensch dann nach immer mehr? Und hat er endlich erhalten, was er wünschte, verliert es oft schnell wieder seinen Reiz.

Und nun erfahren wir vom Apostel Paulus von Leben, das uns gegeben, also geschenkt wird:

„Die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Römer 6,23)

An anderer Stelle sagt Jesus sogar, dass er selbst das Leben ist. Das heißt also, dass ich mit Jesus nicht nur etwas vom Leben, sondern das Leben habe.

Und es übersteigt geradezu meinen Verstand, dass dieses Leben sogar ewig ist.  Es bedeutet: Wenn ich mein irdisches Leben mit Jesus führe, ist es heute schon eingebettet in das ewige Leben.  Auch wenn es mir jetzt noch verborgen ist.

Wo ich das begreife, dass das Beste noch kommt, muss ich doch eigentlich nicht mehr von der Angst getrieben sein, etwas zu verpassen. Klar freue ich mich an dem, was mir in diesem Leben geschenkt ist oder an dem, was ich erreicht habe.

Nur ist es ein Unterschied, ob dies mein erstes und mein ganzes Bestreben ist.  Denn egal, wie ich meine innere Leere zu füllen suche, bleibt sie doch wie ein Fass ohne Boden. Jesus will diesen Schrei der Seele dauerhaft mit sich selbst und dem Leben füllen, das er anbietet. Und selbst, wo dann noch Wünsche in meinem Leben unerfüllt bleiben, ist die empfundene Leere nicht mehr bodenlos.

Ich bin dazu eingeladen, das Angebot von Jesus, dem Sohn Gottes, für mich persönlich anzunehmen. Mit folgenden oder ähnlichen Worten kann ich es tun: Herr Jesus Christus, an so vielen Stellen habe ich schon gesucht und gekämpft, damit ich etwas vom Leben habe. Nun bietest Du mir aber nicht nur etwas vom Leben an, sondern mit Dir selbst das Leben. Wie alle Menschen bin ich von Natur aus durch den Sündenfall davon abgeschnitten. Aber Du ermöglichst mir durch Deinen Tod am Kreuz und durch Deine Auferstehung wieder Zugang zu diesem Leben. Dir bringe ich alle meine Schuld und alles, was die Sünde auch in meinem Leben zerstört hat. Dir öffne ich mein Herz und will Dich als meinen HERRN und Heiland annehmen. Danke, dass Du mir vergibst und sinnvolles und ewiges Leben schenkst. Amen.

Autor: Andrea Hoppstädter

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Raus aus dem schwarzen Loch

ERF Plus - Anstoß -

Ist Gott weg? Hat er den Kontakt abgebrochen? König David kommt es so vor. In einem seiner Psalmen klagt er darüber. David kann genau beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn er sich wörtlich von Gott verlassen fühlt.

Die ganze Situation kommt ihm vor, als hocke er in einem schwarzen Loch und wäre dabei noch umzingelt von seinen Feinden. Wer die Geschichte Davids kennt, der weiß, dass dies keine bloßen Hirngespinste sind. Angst und Bedrohung hat David handfest erlebt.

Doch genau in solchen Momenten bleibt für David eben nicht nur die blanke Verzweiflung. David kann auch auf einen ganz anderen Erfahrungswert zurückgreifen. Und den holt er sich jetzt ins Gedächtnis:

"Herr, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurück gerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren."

Das ist die andere Seite. David lässt sich also nicht einfach von einer scheinbar ausweglosen Situation erdrücken. Er ruft sich in Erinnerung, dass Gott ihn wiederholt gerettet hat aus tödlicher Gefahr. Das gibt ihm erneut Halt - und so verliert die bedrohliche Lage, in der er steckt, ihre Schärfe. Ein Ausweg ist möglich.

Genau davon lebt auch der Advent. Wir stehen in der Spannung zwischen Dunkelheit und Licht. Wir kennen die Schwere des Augenblicks, aber wir leben auf Weihnachten zu, die Zeit des Lichts und dem Beginn von etwas völlig neuem. Und genau in dieser Spannung begleitet mich Davids Psalm 30. Ein Adventspsalm, der mich raus aus dem schwarzen Loch hin ins Licht führen kann.

Autor: Andreas Odrich

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Ohne Umzugswagen

ERF Plus - Wort zum Tag -

Der Umzugswagen steht vor unserer Tür. Nein, nicht zum ersten Mal. Und wieder heißt es: vertraut Gewordenes und lieb Gewonnenes loszulassen. – Mir fällt das nicht leicht. 

Bei einem unserer Umzüge fasse ich mein Empfinden in einem Gedicht zusammen.


 „Meine Heimat ist im Himmel“ lautet eine der Zeilen. Und abschließend formuliere ich:


 „Meine Wurzeln will ich schlagen - Richtung Gottes ewiger Welt.“

Dieser Gedanke tut mir gut.


 Daran muss ich jetzt denken, wenn ich den Bibelvers aus dem Philipperbrief lese:

Wir sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus.

Sind die Orte, die ich nach einigen Jahren wieder verlassen muss, zwar nicht mein ursprünglicher Heimatort, so bin ich doch ein Stück heimisch dort geworden.  Den Ort, wo wir als Bürger registriert sind, nennen wir doch meist bald schon unser Zuhause. Denn, wo der Mensch sich wohl fühlt, fängt er an, Wurzeln zu schlagen.

Wenn ich als Christ nun nicht nur Erdenbürger bin, sondern auch schon heute Bürger im Himmel heiße, so ist  es doch sinnvoll, dass ich meine inneren Wurzeln auch dorthin schlage. –

Aber was bedeutet nun eigentlich Himmel? Im Englischen ist es mit den beiden Begriffen heaven und sky einfacher, den unsichtbaren Himmel von dem sichtbaren zu unterscheiden.  So ist der hier gemeinte Himmel dort, wo Gott gegenwärtig ist. Auch wenn dieser außerhalb unseres erfassbaren Horizontes liegt, erleben viele den Himmel, wo Gott ist, in viel größerer Nähe als den sichtbaren Himmel. So sagte schon David in Psalm 139: „Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir.“

Der Mensch kann räumlich gesehen nur drei Dimensionen erfassen: Länge, Breite und Höhe. Aber Gott ist weder an Raum noch Zeit gebunden. Er kann jederzeit mit seiner Gegenwart unsere gesamte dreidimensionale Welt durchdringen. Gäbe es ein zweidimensionales Lebewesen, das also keinerlei Höhe besäße, könnte dieses mich auch nicht erfassen – selbst wenn ich mich ganz dicht darüber beugte. So sind auch uns höhere Dimensionen unerschlossen.

Aber Jesus wird einmal sichtbar wiederkommen, um diejenigen zu sich in den Himmel zu holen, die ihn als ihren HERRN und Heiland erwarten. Dort hat er eine ewige, alles überragende Heimat geschaffen.


 Aber ist es nicht so, dass das Sichtbare oft auch bei Christen die größere Aufmerksamkeit genießt?

So wie es Manfred Siebald in einem seiner Lieder beschreibt:

„Wir haben es uns gut hier eingerichtet, der Tisch, das Bett, die Stühle steh'n. Der Schrank mit guten Dingen vollgeschichtet, wir sitzen, alles zu besehn. Dann legen wir uns ruhig nieder und löschen müd vom Tag das Licht. Wir beten laut: "Herr, komm doch wieder!", und denken leise: "Jetzt noch nicht!".“

Ja, das Leben auf der Erde darf ich auch genießen. Aber es ist eben nur vorläufig.

Das weiß der Mönch in folgendem Dialog schlagfertig weiterzugeben:

„Ein Tourist darf in einem Kloster bei Kartäusermönchen übernachten. Er ist sehr erstaunt über die spartanische Einrichtung ihrer Zellen und fragt einen Bruder: „Wo habt ihr eure Möbel?“  Schlagfertig fragt der Mönch zurück: „Ja, wo haben Sie denn Ihre?“  „Meine?“ erwidert darauf der Tourist verblüfft.“  „Ich bin ja nur auf der Durchreise hier!“  „Eben“, antwortet der Mönch, „das sind wir auch.“

So will auch ich mir immer wieder bewusst machen, dass jeder Ort auf der Erde nur mein vorläufiges Zuhause ist. Deshalb will ich meine Hauptwurzeln schon heute Richtung himmlische Heimat schlagen. Und dort wird dann auch nie mehr ein Umzugswagen vor der Tür stehen

Autor: Andrea Hoppstädter

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Der Anfang von Hoffnung

ERF Plus - Anstoß -

„Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich an ihrem Umgang mit den Schwachen“ – dieser Satz ist bei Politikern so populär, das ich keinen einzelnen Urheber für dieses Zitat ausmachen konnte.

Es gab und gibt immer wieder Gesellschaften, die aus einer moralischen Stärke heraus Schwache  auffangen und mittragen. Und es gibt andere Gesellschaften, in denen das Recht des Stärkeren gilt und die Schwachen unter die Räder geraten.

Ein solches Negativbeispiel beschreibt Psalm 94: Das Volk Israel leidet unter dem Recht des Stärkeren. Bisherige Wertvorstellungen werden mit Füßen getreten, korrupte Richter beugen das Recht, die Schwachen zahlen die Zeche. Witwen, Waisen und  Ausländer müssen um ihr Leben fürchten.

Aber Psalm 94 ist keine Analyse, sondern ein Aufschrei, ein verzweifeltes Gebet: Gott, lege endlich denen das Handwerk, die ihre Stärke missbrauchen!  Gott, lass nicht länger zu, dass deine Leute – die Menschen, die an dich glauben und dir vertrauen – unter die Räder geraten! Und mittendrin im Aufschrei: Ein kleines, funkelndes Stück Gewissheit, in Vers 14:

Der Herr wird doch sein Volk niemals verstoßen – sein Eigentum lässt er nicht im Stich!

Gott steht auf der Seite der Schwachen. Gott gibt die Menschen, die ihm vertrauen, nicht verloren. Gott  nimmt die Schwachen so wichtig, wie einer sein Eigentum wichtig nimmt.

Diese Gewissheit ist der Anfang von Hoffnung: Wer mit der Gnade Gottes rechnet, ist nicht länger nur der Gnade der Starken ausgeliefert.

Autor: Dr. Jörg Dechert

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Haus Gottes

ERF Plus - Wort zum Tag -

Der Gottesdienst war vorbei. An der Kirchentür hatte ich die Gottesdienstbesucher verabschiedet. Da stand überraschend eine Muslima mit ihrer vielleicht zehnjährigen Tochter aus der Nachbarschaft  vor mir. „Entschuldigen Sie bitte. Dürfen wir mal kurz in die Kirche hineinschauen?“ „Natürlich“, sage ich erfreut und bitte die beiden in den Vorraum der Kirche. Sie sind ganz still und andächtig. „Was ist das? Ich höre meine Stimme von allen Seiten“, flüstert die kleine Tochter. „Du stehst auch genau in der Mitte unter der Kuppel. Da kommt aus allen Ecken Deine Stimme zeitgleich. Der Architekt wollte damit deutlich machen, wer auf Gott nicht hört, bleibt ohne Antwort auf die wichtigen Fragen seines Lebens. Er hört von allen Seiten nur sich selbst. Wir sehnen uns aber nach einer verlässlichen Antwort. Wo finden wir sie?“, erkläre ich und bitte die Kleine, die Tür zum Kirchenraum zu öffnen und sage: „Hinter dieser Tür will uns Gott eine Antwort geben auf die wichtigen Fragen unseres Lebens: Woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen.“ Es dauert ein wenig, bis die kleine Tochter die schwere Tür geöffnet hat. Nun geht der Blick in den Innenraum der Kirche. Vorsichtig, fast zögernd, betreten die Beiden den Raum. Irgendwie scheinen sie zu spüren, dass dies ein besonderer Ort ist. Der rote Läufer zieht den Blick durch den Mittelgang bis hin zum weißen Altar. Auf ihm steht das von Scheinwerfern bestrahlte helle Holzkreuz, das sich zwischen den bunten Fenstern von den dunkelblauen Wänden des Altarraums stark abhebt. Das Kreuz ist leer ohne einen Körper Christi. Nach einer Weile des Staunens und Schweigens erzähle ich ihnen von Ostern, von Jesu Sieg über den Tod und von seiner Auferweckung. „Weil das so ist, brauchen wir keine Furcht mehr vor dem Tod haben.“ Sage ich. „Echt? Gibt es auch kein Gericht mehr?“ fragt die Muslima. „Doch,“ antworte ich, „Gott richtet alle Menschen. Aber ich weiß, Jesus ist mein Vertreter vor Gott. Wie ein Rechtsanwalt spricht er für mich. Er hat meine Strafe mit seinem Leben am Kreuz bezahlt. Deshalb werde ich freigesprochen.“ „Einfach so?“ meint die Muslima. „Ja, einfach so, wenn wir unsere Sünden eingestehen und die Vergebung von Jesus annehmen.“ Unermüdlich und sehr respektvoll fragten die beiden immer mehr und hörten noch lange sehr interessiert zu.

Im Buch der Prediger steht im vierten Kapitel im 17. Vers der Satz: „Gib acht auf Deine Füße, wenn Du zum Hause Gottes gehst. Und tritt hinzu, um zu hören.“ Das heißt, geh nicht automatisch ohne Überlegung in den Tempel oder eine Kirche. Sei kein gedankenloser Mitläufer, der nur seine religiösen Pflichten erfüllt oder andere Motive hat. Die Kirche ist kein Museum, kein Konzertsaal oder ein seelischer Wellnesstempel. Das Haus Gottes ist ein besonderer Gesprächs- und Kontaktort Gottes für die Menschen. Das haben die muslimische Mutter und ihre Tochter gespürt. Mit dieser Erfahrung und dem Gehörten sind sie froh und dankbar nach Hause gegangen

Autor: Pastor Burghard Affeld

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Worte des Vertrauens

ERF Plus - Anstoß -

„Wow, woher hast du das denn gewusst, dass ich mir das gewünscht habe?“ Die schönsten Geschenke sind bekanntlich die, die völlig überraschend kommen und trotzdem voll ins Schwarze treffen.

Ganz anders und viel weniger freudig ist es, wenn ich den Anderen so lange überrede, bis er mir endlich meinen Wunsch erfüllt.

Gott ist einer, der uns Menschen gerne freudig überrascht. In der Bibel heißt es, dass er schon längst weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn überhaupt um etwas bitten. Und deshalb gibt sein Sohn Jesus Christus allen, die sich im Gebet an Gott richten wollen, den Tipp:

„Beim Beten sollt ihr nicht leere Worte aneinander reihen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.“

Ist das nicht entspannend? Ich muss nicht „richtig“ beten. Ich muss nicht erst irgendwie den Kniff rauskriegen, damit Gott meine Wünsche erhört und mich beschenkt. Er weiß bereits, was das Beste für mich ist. Ich kann Gott deshalb einfach mein Vertrauen aussprechen: „Herr, komm mit deinem Plan für mich und diese Welt zu deinem Ziel. Genauso wird es gut sein.“ Das reicht völlig aus. So ähnlich ist es auch ausgedrückt im Vaterunser.

Mit dieser inneren Haltung kann ich mich, können auch Sie sich von Gott überraschen zu lassen.

Die Beziehung zwischen Gott und mir, zwischen Gott und Ihnen bedarf nicht vieler Worte, aber sie braucht Worte des Vertrauens.

Autor: Oliver Jeske

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Tief verwurzelt

ERF Plus - Wort zum Tag -

Sonnenschein, blauer Himmel. Eine Fahrt im Jeep durch ein großes Waldgebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Mein Freund, Jäger und Besitzer dieses Waldes, erläutert mir die Pflege und Hege seines Jagdgebietes. Auffällig für mich immer wieder vertrocknete oder umgekippte Bäume. „Die meisten ausgetrockneten Bäume haben nicht genug Wasser bekommen“, erklärt mir mein Freund. „Eine große Eiche ist ein Tiefwurzler und benötigt zum Beispiel bis zu 500 l Wasser pro Tag. Eichen halten in der Trockenzeit deshalb gut durch. Ihre Wurzeln treiben sie tief in das Erdreich hinein. Flachwurzler, Bäume mit sehr flachem Wurzelwerk, haben zwei Probleme: Sie kommen nicht ans tiefe Grundwasser heran. Bei Sturm finden sie mit ihren Wurzeln oft nicht genügend Halt im Boden. Sie fallen den Stürmen zum Opfer“.

Während ich meinem Freund weiter zuhöre, denke ich an die Praxis christlichen Glaubens. Ist es da nicht auch nötig, dass jeder ein Tiefwurzler wird und im Wort Gottes tief verwurzelt ist? Für die junge Gemeinde in Kolossae in der heutigen Türkei war das sehr wichtig. Sie lebte im Sturm der Anfechtung durch verschiedene Irrlehren. Das reichte von der Engelverehrung bis zur Beachtung extremer Speiseverbote, die nicht nur ihre Gesundheit schädigten, sondern auch ihren Glauben. Die Christen waren verunsichert. Die noch nicht gefestigte junge Gemeinde geriet durcheinander. Da rät ihnen Paulus in seinem Brief an die Kolosser im zweiten Kapitel in den Versen sechs und sieben: „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben.“

Der Rat des Paulus an die Gemeinde damals ist auch für uns heute aktuell. Wir sind umgeben von Problemen, die durch Menschen und die Medien an uns täglich herangetragen werden. Dauernd müssen wir uns entscheiden, wem wir noch glauben können. Viele Menschen sind mit den politischen und vor allen Dingen persönlichen Problemen des Alltags überfordert. Ihre Seele trocknet und brennt aus. Diagnose: Burnout. Wie werden wir damit fertig?

Täglich braucht unser Körper Nahrung, damit wir die Aufgaben des Tages bewältigen können. Täglich brauchen wir auch Nahrung für unsere Seele. Die bekommen wir durch die Verbindung zu Jesus Christus. Er ist die Quelle des Lebens. Wer aus ihr trinkt, dessen Seele vertrocknet nicht. Durch das Lesen und Forschen im Wort Gottes treiben wir die Wurzeln unseres Glaubens immer tiefer. Oberflächlicher Glaube droht schnell zu verwelken und weg zu kippen. Das ist das Los von Flachwurzlern. Gott aber möchte aus uns Tiefwurzler machen. So bekommen wir Festigkeit im Glauben. In den Stürmen, Anfechtungen und Zweifeln unseres Lebens steht Jesus neben uns unerschütterlich und baumstark. Deshalb lohnt es sich auf den Rat des Paulus zu hören: „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben.“ Auch heute!

Autor: Pastor Burghard Affeld

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Fundsache

ERF Plus - Anstoß -

Noah found Grace in the Eyes oft the Lord – mit diesem Song hatte der niederländische Sänger Bruce Low 1971 nach zehn Jahren mal wieder einen Hit in den deutschen Charts. „Noah found Grace in the Eyes oft the Lord“ – die erste Zeile des Liedes ist ein Zitat aus dem 1. Buch Mose Kapitel 6. „Noah fand Gnade vor den Augen des Herrn,“ so heißt es wörtlich im biblischen Hebräisch. Erst die Lutherübersetzung 2017 schenkt sich das mit den Augen. Aber auch hier hat Noah offenbar etwas gefunden. Nämlich Gnade. 

Niemand kann etwas dafür, wenn er oder sie Gnade findet. Gnade ist nichts, was man sich erarbeiten oder verdienen könnte. Gnade bekommt man geschenkt – oder man bekommt sie gar nicht. Gnade liegt genau wie Schönheit im Auge des Betrachters oder der Betrachterin.

Wenn etwas Gnade vor meinen Augen findet, dann lasse ich es gelten, dann gehe ich nicht darüber hinweg, dann ist es mir nicht gleichgültig, sondern dann ist es mir etwas wert. Und das kann und würde ich längst nicht von allem sagen. Es gibt auch Dinge, die fallen bei mir durch, die finden jedenfalls bei mir keine Gnade.

Nun ging es bei Noah ja um einen Menschen und nicht um eine Sache, und derjenige, in dessen Augen da jemand Gnade gefunden hat, ist auch nicht irgendwer, sondern Gott. Und Gott ist durchaus wählerisch. „Noah fand Gnade vor den Augen des Herrn“ – die meisten seiner Zeitgenossen nicht. Was hat Noah von den anderen unterschieden? Er war „ein gerechter, untadeliger Mann; er ging mit Gott.“ Deshalb hat er Gnade gefunden – diese seltsame, in Noahs Fall lebenswichtige, lebensrettende Fundsache. 

Autor: Markus Baum

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Baptismus und Sozialismus

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

Der Studientag „Baptismus und Sozialismus“ des Historischen Beirats beschäftigte sich am 30. November mit dem Verhältnis der Baptisten zum Sozialismus und Kommunismus in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts.

Wie entwickelte sich das Verhältnis zwischen Marxisten und freikirchlichen Christen? Wie viel Sozialismus steckte im DDR-Bund? Und was bedeutete dies für die Beziehungen zum westdeutschen Bund in der eher antikommunistisch orientierten Bundesrepublik? Und schließlich: Wie haben sich Baptisten 1989/90 zum Ende des Staatssozialismus verhalten, und wie weit sind Gemeinden im Osten bis heute geprägt durch die sozialistische Vergangenheit? Das waren die Fragen, die auf dem Studientag 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution und 50 Jahre nach Gründung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in der DDR gestellt wurden. Die Tagung wurde vom Historischen Beirat des BEFG sowie vom Verein „Evangelisch-Freikirchliche Zeitgeschichte“ veranstaltet und fand in der EFG Berlin-Friedrichshain statt, in dem einzigen Gebäude der Baptisten in der DDR, das vor allem mit Geldern aus der BRD und des Weltbundes gebaut werden konnte.

Dr. Simone Thiede, Religionswissenschaftlerin aus Hamburg, und die Leiter des Historischen Beirats, Dr. Andreas Liese und Reinhard Assmann, untersuchten, wie die deutschen Baptisten sich mit den Sozialisten auseinander gesetzt haben. Während sich Baptisten besonders in den englischsprachigen Ländern in verschiedenen Fragen bewusst politisch engagierten und das als diakonische Aufgabe ansahen, war das Ideal der deutschen Baptisten eher sich aus der Politik herauszuhalten. Diakonie wurde als Einzelfallhilfe verstanden, nicht als politische Aufgabe. Trotzdem gab es immer wieder Personen wie Carl August Flügge, der feststellte, dass Sozialisten und Baptisten Interesse haben, die soziale Notlage der Arbeiter zu lindern. Beide Gruppen gehörten für Reichskanzler Bismarck zu den Reichsfeinden, fremdelten aber miteinander, weil Baptisten den atheistischen Sozialismus nicht akzeptieren konnten und religiöse Sozialisten Mühe hatten, verstanden zu werden. In der entstehenden DDR kannten sich manche Kommunisten und Kirchenleute aus ihrer Zeit in den Konzentrationslagern und mussten ein neues Miteinander im Alltag finden. Das war je nach politischer Großwetterlage und persönlichem Standort zu manchen Zeiten schwierig und herausfordernd. Der Kalte Krieg forderte die Beschäftigung mit dem Sozialismus und Marxismus heraus. In einem Interview mit Diethard Dahm wurde dabei deutlich, dass die Antworten und Konsequenzen für Baptisten in der DDR und für die Studentenbewegung der 68er in der Bundesrepublik sehr unterschiedlich waren. Beeindruckend waren in diesem Zusammenhang auch die Zeitzeugenberichte von Prof. Dr. Carl-Jürgen Kaltenborn, Ingrid Ebert und Uwe Dammann.

Die rund 70 Teilnehmenden waren überwiegend Menschen mit DDR-Erfahrung. Deutlich wurde dabei, dass Gespräche mit Zeitzeugen notwendig sind. Es gibt zum Beispiel nur wenig Quellen aus baptistischen Gemeinden darüber, wie Einzelne oder Gemeinden sich an der Friedlichen Revolution beteiligt haben. Könnte der Historische Beirat des BEFG zum Beispiel regelmäßig zu Erzähl-Tagen einladen? Vielleicht wird es über diesen Weg auch möglich, Verletzungen und Missverständnisse zwischen Ost und West aufzuarbeiten sowie politische und ethische Verantwortung neu zu reflektieren.

Frischer Wind in den Mühlen

Bund Ev.-Freikl. Gemeinden -

„Wo der Wind des Wandels weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern“ – so sagt es ein chinesisches Sprichwort. Frischen Wind für die Zukunft wünscht sich auch der Landesverband Baden-Württemberg, wie Renate Girlich-Bubeck und Annette Tesch vom Landesverband berichten.

Auch wenn die Windmühlen eher in den nördlichen Bereich der Republik passen, hat sich der Landesverband Baden-Württemberg entschieden, „Windmühlen“ für die Struktur und die Leitung des Landesverbandes zu bauen. Wie in vielen Landesverbänden so hat sich auch in Baden-Württemberg manches geändert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beim letzten Rat stellte sich die Frage, wie die Arbeit konkret weitergehen und was „die Mühlen“ antreiben soll. Schnell war man sich einig, dass diese Frage nach unserem Verständnis nicht nur von der Leitung, sondern von den Gemeinden bedacht werden soll. Eine „Zukunftswerkstatt“ wurde vorgeschlagen.

Der Einladung waren 33 interessierte Engagierte aus 15 Gemeinden des Ländles gefolgt. Gemeinsam mit der Leitung des Landesverbandes wurde über dessen Zukunft nachgedacht und diskutiert. In kontroversen Unterhaltungen und persönlichen Berichten wurde ein breites Bild der aktuellen Situation gezeichnet. Der Landesverband ist durch seine Angebote vielfältig erlebbar und wird doch in seiner Funktion von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich wahrgenommen. Im intensiven Austausch wurden Erwartungen und Wünsche der Gemeinden an die Arbeit des Landesverbandes zusammengetragen. Vernetzen – austauschen – beraten, das sind und bleiben zentrale Aufgaben! Aber welche Strukturveränderungen sind nötig, um in dieser Weise handlungsfähig zu sein? Diese Frage wird uns im zweiten Teil der Zukunftswerkstatt am 8. Februar 2020 beschäftigen. Dazu sind erneut alle Interessierten eingeladen! Rückmeldungen aus Gemeinden, Resultate der ersten Zukunftswerkstatt, Ergebnisse des Thinktanks des Bundes und die Auswertung der Gemeindeberichte für das Berichtsheft werden Grundlage für weitere Überlegungen sein, um den erforderlichen Wind für die Mühlen nicht zu hindern, sondern ihm Freiraum zu geben. Viele Menschen in Baden-Württemberg beten um Weisheit und gute Entscheidungen, und so haben wir Mut und Zuversicht für den weiteren Weg!

Mit Gott auf Tuchfühlung

ERF Plus - Wort zum Tag -

Kennen Sie das Bild aus der Sixtinischen Kapelle im Vatikan? Das, wo sich Gott und Mensch die Arme entgegenstrecken und sich beinahe mit den Fingerspitzen berühren? Auch wenn Sie noch nie in Rom waren, haben Sie das bestimmt schon gesehen, denn das Deckenfresko von Michelangelo ist eines der am häufigsten reproduzierten Kunstwerke der Welt.

Michelangelo hat mit seiner Darstellung eine widersprüchliche Empfindung getroffen, die viele Menschen teilen: Zwischen Gott und Mensch herrscht Distanz - und doch sind Gott und Mensch aufeinander bezogen, fast auf Tuchfühlung. Das haben Menschen schon Jahrtausende vor Michelangelo erlebt. Nicht in Rom, sondern in der Wüste rund um den Berg Sinai.

Dort lagert das Volk Israel, heraus aus der Sklaverei in Ägypten und hin zum gelobten Land Kanaan. Im Alten Testament wird im 2. Buch Mose beschrieben, wie Gott mit ihrem Anführer Mose auf Tuchfühlung geht, um mit ihnen ein Bündnis zu schließen. Aber es läuft nicht besonders gut. Während Mose oben auf dem Berg dem wirklichen Gott begegnet, schaffen andere unten im Tal einen Ersatzgott nach ihren eigenen Vorstellungen. Während Mose Gottes Anspruch und Zuspruch für seine Menschen eingraviert auf zwei Steintafeln vom Berg herunterträgt, tanzen die Empfänger dieser Zuwendung unten um ihr Götzenbild das sprichwörtliche goldene Kalb.

In 2. Mose 32 Vers 19 lesen wir, wie die Situation dann eskaliert:

Als Mose nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte sein Zorn, und er warf die Tafeln aus der Hand und zerbrach sie unten am Berge und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es im Feuer und zermalmte es zu Pulver und streute es aufs Wasser und gab’s den Israeliten zu trinken.

Die Menschen damals sind nicht bereit dafür, eine Verbindung mit dem wirklichen Gott einzugehen. Ihre Unheiligkeit verhindert die Verbindung mit dem Heiligen. In seinem Zorn über sein eigenes Volk zerbricht Mose nicht nur das Götzenbild, sondern auch die Tafeln mit dem Anspruch und dem Zuspruch Gottes. Und was jetzt?

Gott lässt sich erneut auf seine Menschen ein. Er erhört die Bitte von Mose um Vergebung. Und beauftragt ihn, sich bereit zu machen für eine neue Begegnung oben auf dem Berg. Und die findet auch statt - nachzulesen in 2. Mose 34 Vers 1:

Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.

Und dann, in Vers 10, sagt Gott zu Mose:

Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschaffen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen.

Dort oben auf dem Berg erneuert Gott sein Versprechen, mit seinen Menschen einen Bund zu schließen. Zuerst mit dem Volk Israel. Und später mit der ganzen Menschheit.

Es ist zunächst das Volk Israel, das Gottes übernatürliche Gegenwart und Versorgung auf seinem Weg durch die Wüste ins gelobte Land erlebt. Und Jahrhunderte später weitet Gott seine Verbindung aus auf alle Menschen - in Jesus Christus.

In Jesus Christus tritt Gott seinen Menschen als Mensch entgegen. In Jesus Christus zieht Gott seine Menschen ganz nah an sein Herz. In Jesus Christus berühren sich Gott und Mensch nicht mehr nur mit den Fingerspitzen. Menschen können in Verbindung mit dem wirklichen Gott leben. Eine neue Art von Leben.

Die Verbindung von Gott und Mensch ist heute für jeden persönlich erfahrbar, der das von Herzen möchte.

Autor: Dr. Jörg Dechert

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Taten und Worte

ERF Plus - Anstoß -

Mit dem Ausspruch „Taten statt Worte“ wird manchmal versucht, eine Gewichtung  einzuführen, die ich für unlauter halte. So manches Mal habe ich diese Worte gehört, wenn ich mit Menschen gesprochen habe, die der Kirche und dem Glauben eher kritisch gegenüber eingestellt waren. Sie monierten dann, dass man ja Sonntags immer schön von der Kanzeln predigen könne, es sich aber an der Armut und dem Leid in der Welt nichts ändert. Selbst innerhalb der Kirche gibt es im Spannungsfeld von Diakonie und Theologie solche Diskussionen.

Im Matthäus-Evangelium Kapitel 4, Vers 23 wird dieser scheinbare Konflikt für mich aber ganz gut aufgelöst. Dort steht. „Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.“

Damit wird beschrieben, dass Jesus uns auf Erden sowohl mit Taten als auch mit Worten gesegnet hat. Er heilte die Kranken und die Gebrechlichen. Gleichzeitig lehrte und predigte er auch. Damit schafft es Jesus, etwas ganz natürlich zu vereinen, was auch zwingend zusammengehört: Liebe predigen und Nächstenliebe leben, Um Vergebung im Gebet bitten und selbst vergeben, Gottesfurcht und Bibeltreue lehren und selbst danach vorbildhaft leben.

Wie so oft, dient mir Jesus als Vorbild, auch wenn ich nicht für mich in Anspruch nehmen kann, diese Einheit von Reden und Tun  immer so klar umsetzen zu können. Doch eigentlich ist es einfach: Für heute beende ich meinen kurzen Text und widme mich nun wieder meinen guten Taten.

Autor: Dariush Ghobad

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Gott das Richten überlassen

ERF Plus - Anstoß -

Kürzlich begegnete ich auf der Straße einem Mann, der in den besten Jahren ist und eine hohe berufliche Position innehat. Ich frage ihn, wie es ihm gehe. “Momentan nicht so gut”, sagt er zu mir, “ich hatte eine harmlose Operation am Innenohr, und seither leide ich an Schwindel und Unwohlsein, bereits seit mehr als drei Monaten. Ich hatte zwar begonnen zu arbeiten, aber ich musste sie wieder abbrechen. Die Ärzte sind auch ziemlich am Ende ihres Lateins. ‘Abwarten’, heißt es dauernd, ‘abwarten, abwarten!’ Es ist zum Verrücktwerden!”. Bei einer Tasse Kaffee erzählt er mir dann, wie schwer es ihm falle, so untätig herumzusitzen, und dass er nur hoffe, bald wieder arbeiten zu können. “Und wissen Sie”, führte er dann noch weiter aus, “etwas habe ich gelernt. Ich habe gelernt, dass ich nie wieder über andere urteilen werde, die nicht mehr arbeiten und zu Hause herum hocken, wegen einer Krankheit. Wissen Sie, bis zu meiner Krankheit war ich immer ziemlich schnell mit meinem Urteil über solche Typen. ‘Simulant, Schmarotzer’, das war so ziemlich das Harmloseste, was mir dazu eingefallen ist."

Solche Erfahrungen können heilsam für uns Menschen sein, für jeden von uns. Wer selber einmal so gründlich verkannt, missdeutet und gedemütigt wurde, kennt die Schwere der Aussage im Matthäusevangelium, wo es heißt: "Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden." Und das war mir dann auch wiederum eine ganz persönlich eine Lehre, denn wie schnell fälle auch ich Urteile über andere Menschen. Also: Achtung, dass Urteilen kann uns wie ein Bumerang selber treffen. Außerdem sehen wir immer nur das Äußere. Wir sehen nicht in andere Menschen hinein. Und was immer sie tun: Wir können die Motive ihres Handelns nicht bis ins Letzte beurteilen. Und müssen das auch nicht. Das Richten, das können wir getrost Gott überlassen. Das ist eine ganz Hohe Schule, und man muss einen solch einen Bibelvers mehrmals lesen und meditieren, um  ihn nur ansatzweise zu verstehen. Wie froh bin ich, dass ich durch Gott einen gnädigen Richter habe. 

Autor: Ulrike Schild

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Gleiches Recht für alle

ERF Plus - Wort zum Tag -

Gleiches Recht für alle! So lautet ein wichtiger Grundpfeiler des modernen Rechtsstaats. Alle Menschen sind Recht und Gesetz in gleicher Weise unterworfen, unabhängig von ihrem Ansehen bei anderen, ihrer Machtposition in der Gesellschaft und ihrem persönlichen Besitz.

Machen wir uns nichts vor - seit es uns Menschen gibt, versuchen wir gut dazustehen, zu behalten was wir haben, uns einen Vorteil zu verschaffen. Wer bekommt das größte Stück vom Kuchen ab, die meiste Aufmerksamkeit der Lehrerin, die Beförderung im Büro? Wer fährt das bessere Auto, bucht den schöneren Urlaub, hat die attraktivere Figur?

Zum Problem wird mein Streben nach „mehr“ und „besser“ dann, wenn es mit dem Streben meines Mitmenschen kollidiert. Dann ist Konfliktlösung angesagt: Wer ist im Recht? Was ist richtig?

Und genau hier greift das Prinzip „Gleiches Recht für alle“. Es bedeutet: Niemand hat das Recht von vornherein auf seiner Seite. Niemand hat das Recht-Haben von vornherein gepachtet. Wer angesehen ist, mächtig und reich - der kann dennoch im Unrecht sein gegenüber seinem Nachbarn.

„Gleiches Recht für alle“ - dieser Grundsatz ist viel älter als unser moderner Rechtsstaat. Wir finden ihn bereits im Alten Testament, niedergelegt in einer Zeit, in der Mose das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten heraus und durch die Wüste ins gelobte Land Kanaan führte. Und Mose musste organisieren, wie die Israeliten ihre Konflikte lösen sollten: Wer sollte im Zweifelsfall entscheiden und das Sagen haben - der Angesehene? Der Einflussreiche? Der Wohlhabende?

Nein, sagte Mose, der Anführer des Volkes und Prophet Gottes. So soll es bei uns nicht sein. Und er ernannte unter den Israeliten einige zu Richtern, die die Streitigkeiten ihrer Mitmenschen regeln und schlichten sollten. Und diesen Richtern gab er das Prinzip mit auf den Weg: „Gleiches Recht für alle!“.

Wir können das nachlesen im 5. Buch Mose Kapitel 1 ab Vers 16, wo Mose am Ende seines Lebens Rückblick hält über seine Zeit als Anführer Israels. Dort wird Mose wie folgt zitiert:

Ich gebot euren Richtern zu jener Zeit und sprach: Hört eure Brüder an und richtet recht zwischen jedermann und seinem Bruder und dem Fremdling bei ihm. Ihr sollt beim Richten nicht die Person ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen…

Ich finde das revolutionär: Im Volk Israel soll nicht das Recht des Stärkeren herrschen, sondern die Stärke des Rechts. Ein Recht, das gleichermaßen für alle zu gelten hatte, für die „Kleinen“ wie für die „Großen“. Also für die Armen und Machtlosen genauso wie für die Reichen und Angesehenen der damaligen Zeit. Und auch für die Ausländer - die Fremdlinge - genauso wie für die Israeliten selbst.

Aber noch revolutionärer finde ich die Begründung von Mose für diesen Grundsatz. In voller Länge lautet Vers 17:

Ihr sollt beim Richten nicht die Person ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen… denn das Gericht ist Gottes.

„Gleiches Recht für alle“ - das ist für Mose eine Konsequenz aus der Tatsache, dass allein der Schöpfer seine Geschöpfe fair und gerecht beurteilen kann. Dass das Schaffen von Recht und Gerechtigkeit durch Menschen in dieser Welt daher immer nur vorläufig sein kann. Gott ist der, der Menschen richtig sieht und letztendlich Recht spricht.

Und weil dieser Gott sich nicht durch Ansehen, Macht und Reichtum beeindrucken lässt - deshalb sollen es die Richter der Israeliten auch nicht tun. Und wir heute auch nicht.

Und wer weiß – dass Gott allein Menschen richtig beurteilt und Recht spricht, dieses Bewusstsein würde auch uns heute vielleicht in so manchen Konflikten weiterhelfen.

 

Autor: Dr. Jörg Dechert

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Ein Impuls zur Tageslosung

ERF Plus - Anstoß -

Kürzlich begegnete ich auf der Straße einem Mann, der in den besten Jahren ist und eine hohe berufliche Position innehat. Ich frage ihn, wie es ihm gehe. “Momentan nicht so gut”, sagt er zu mir, “ich hatte eine harmlose Operation am Innenohr, und seither leide ich an Schwindel und Unwohlsein, bereits seit mehr als drei Monaten. Ich hatte zwar begonnen zu arbeiten, aber ich musste sie wieder abbrechen. Die Ärzte sind auch ziemlich am Ende ihres Lateins. ‘Abwarten’, heißt es dauernd, ‘abwarten, abwarten!’ Es ist zum Verrücktwerden!”. Bei einer Tasse Kaffee erzählt er mir dann, wie schwer es ihm falle, so untätig herumzusitzen, und dass er nur hoffe, bald wieder arbeiten zu können. “Und wissen Sie”, führte er dann noch weiter aus, “etwas habe ich gelernt. Ich habe gelernt, dass ich nie wieder über andere urteilen werde, die nicht mehr arbeiten und zu Hause herum hocken, wegen einer Krankheit. Wissen Sie, bis zu meiner Krankheit war ich immer ziemlich schnell mit meinem Urteil über solche Typen. ‘Simulant, Schmarotzer’, das war so ziemlich das Harmloseste, was mir dazu eingefallen ist."

Solche Erfahrungen können heilsam für uns Menschen sein, für jeden von uns. Wer selber einmal so gründlich verkannt, missdeutet und gedemütigt wurde, kennt die Schwere der Aussage im Matthäusevangelium, wo es heißt: "Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden." Und das war mir dann auch wiederum eine ganz persönlich eine Lehre, denn wie schnell fälle auch ich Urteile über andere Menschen. Also: Achtung, dass Urteilen kann uns wie ein Bumerang selber treffen. Außerdem sehen wir immer nur das Äußere. Wir sehen nicht in andere Menschen hinein. Und was immer sie tun: Wir können die Motive ihres Handelns nicht bis ins Letzte beurteilen. Und müssen das auch nicht. Das Richten, das können wir getrost Gott überlassen. Das ist eine ganz Hohe Schule, und man muss einen solch einen Bibelvers mehrmals lesen und meditieren, um  ihn nur ansatzweise zu verstehen. Wie froh bin ich, dass ich durch Gott einen gnädigen Richter habe. 

Autor: Ulrike Schild

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Zur Quelle werden

ERF Plus - Wort zum Tag -

Wasser ist kostbar, unendlich wertvoll, weil es unverzichtbar ist zum Leben. Wir wissen das theoretisch. Menschen in wasserarmen Gegenden ist es noch viel bewusster. So z.B. den Israeliten zur Zeit Jesu. Das Wasser war knapp für sie. Sie mussten es gut einteilen. Darum spielte Wasser z.B. beim Laubhüttenfest eine große Rolle. Am Ende der Trockenzeit betete man um genügend Regen für das neue Erntejahr. Die Erinnerung an die Wüstenwanderung wurde aufgefrischt, indem man sich erzählte, wie Gott damals sein Volk wunderbar mit Wasser versorgt hatte. Symbolhandlungen und Lesungen aus der Bibel machten das Wasser zum Symbol für die kommende Heilszeit. Dann, so glaubte man, werde sich niemand mehr um genug Wasser sorgen müssen. Die Quelle des Lebens werde dann übersprudeln, weil Gott alles zum Guten gewendet haben werde.

Auch Jesus feierte mit am Laubhüttenfest. Und sprach zu den Menschen vom Wasser. Er sagte: »Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut! Denn in den Heiligen Schriften heißt es: 'Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen.'«

Wie mag dieser Auftritt angekommen sein? – Manche dürften sich gleich abgewendet haben. Religiöse ’Spinner’ gab es ja mehr als genug. Andere könnten Jesus spöttisch gefragt haben, wo denn sein Trinkwasser-Stand stehe. Die Dritten dürften sich geärgert haben, weil Jesus wieder ein so großes Publikum gefunden hatte. Und es gab Menschen, die von Jesu Worten beeindruckt waren. Sie verstanden, dass Jesus nicht vom leiblichen Durst sprach, sondern von der Sehnsucht nach Leben und nach Sinn. Sie ahnten, begannen sogar zu glauben, dass sich Gottes Versprechen in der Begegnung mit Jesus verwirklichten.

Es war damals so wie heute: Manche nahmen Jesu Angebot an. Andere schlugen es aus. Jesus lässt uns diese Freiheit. Er zwingt sich niemandem auf. Er lädt ’nur’ ein: “Komm und überzeuge dich selbst. Lerne mich kennen, lass dich auf mich ein. Dann entdeckst du, dass in dem was ich sage, tue und bin, Gott selber lebt und dir begegnet. Dann erfährst du, dass du durch mich wirklich die Quelle des Lebens findest. Ich gebe dir Zugang zu dem, dem du dein Leben verdankst, zu dem, der dich in deinem Leben leitet und begleitet, zu dem, der dir wahres Leben schenkt.“

Und das ist noch nicht alles. Jesus verspricht sogar noch mehr: Wer bei ihm seinen Durst nach Leben löscht, bekommt so viel Lebenskraft und Hoffnung, dass es auch für andere reicht: "… aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen". Ein starkes Bild: Von Jesus bekommen wir so viel Wasser zum Leben, soviel Kraft, soviel Hilfe, soviel Mut, dass wir es gar nicht für uns behalten können. Es löscht nicht nur unseren Durst nach Leben, sondern reicht auch noch zum Weitergeben. Wenn wir anderen Mut machen, anderen Hoffnung geben, uns für andere einsetzen, mit anderen Geduld haben, uns um andere kümmern - dann fließt etwas von dem Wasser des Lebens auch an sie weiter. Und wenn wir ihnen vielleicht irgendwann im Gespräch auch noch sagen können: Du, ich bin so oder ich tue das, weil die Liebe Jesu mich trägt und weil ich etwas davon weitergeben möchte … warum sollten dann nicht auch unsere Mitmenschen Jesus als die Quelle ihres Lebens entdecken können?

Jesus lädt uns ein: »Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut! Denn in den Heiligen Schriften heißt es: 'Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen.'«

 

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Ein bewässerter Garten

ERF Plus - Anstoß -

Ich bin auf einer Missionsstation in der westafrikanischen Sahelzone aufgewachsen. Die meiste Zeit des Jahres war das Wetter trocken und heiß. Aber drei Monate lang herrschte Regenzeit. Vor unserem Haus war ein kleiner Garten mit Orangen- und Mandarinenbäumen. Ich hatte als kleiner Junge sogar mein eigenes Blumenbeet mit Zinnien und ein paar Erdnusspflanzen. Was bei uns wuchs, musste neun Monate lang aus einem sehr tiefen Brunnen bewässert werden.

Deshalb klingen mir die Worte sehr vertraut, die ich im Buch Jesaja lese:

„Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt“, Jesaja 58,11.

Der Zusammenhang macht deutlich, was Gott durch Jesaja zusagt. Das wird passieren, wenn sich das Volk Gottes an bestimmte Vorgaben hält. In den beiden Versen vorher heißt es unmissverständlich:

„Entferne die Unterdrückung aus deiner Mitte. Lass die höhnischen Fingerzeichen und das trügerische Reden! Öffne dem Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein.“

Was seinerzeit für Israel gegolten hat, kann ich auf mein Leben anwenden. Wenn ich meinem Glauben Taten folgen lasse, werde ich anderen zum Segen und werde selbst am meisten davon profitieren.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Licht

ERF Plus - Wort zum Tag -

Licht ist etwas Faszinierendes. Schon ganz wenig davon prägt die Situation: Im dunklen Wald macht eine einzige Fackel einen riesigen Unterschied. Die Tage wären jetzt deprimierend düster, gäbe es nicht die Advents- und Weihnachtslichter. Leuchttürme weisen Schiffen über Dutzende von Kilometern den richtigen Weg. Licht nimmt die Angst und macht Orientierung möglich.

Darum kann der 1. Johannesbrief die Gute Nachricht von Jesus in drei Worten zusammenfassen: „Gott ist Licht!“ Etwas ausführlicher heißt das in 1. Johannes 1,5: „Das ist die Botschaft, die wir von Christus gehört haben und die wir euch weitersagen: Gott ist Licht. In ihm gibt es keine Finsternis.“

Die Bibel verweist oft auf die positive Wirkung des Lichtes. Sie erzählt, wie eine Feuersäule nachts dem Volk Israel den Weg durch die Wüste weist. Ein Psalmbeter singt: ‚Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg!‘ Der Prophet Jesaja fasst die Hoffnung auf den Messias ins Bild: „Das Volk, das im Finsteren wandelt, sieht ein großes Licht.“ Und im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus selbst als das Licht der Welt. Damit ist uns zugesagt: Wer sich an Jesus Christus, an seinem Vorbild und an seinen Worten orientiert, der sieht im Leben klarer und hell. Mit und dank Christus lässt sich die verheißungsvolle Richtung finden, in die sich unser Leben entwickeln kann.

Licht gibt Orientierung und nimmt die Angst. Das sind entscheidende Wirkungen Gottes. Darüber hinaus steckt im Licht für irdisches Leben unverzichtbare Energie. Wir ahnen das schon, wenn wir an trüben Tagen müde und antriebslos werden. Und in der Schule haben wir gelernt: Ohne Sonnenlicht gäbe es keine Photosynthese. Die Luft ginge uns buchstäblich aus. Der Kreislauf des Wassers würde zusammenbrechen. Nichts würde mehr wachsen. Im Licht steckt lebensnotwendige Energie.

Wenn also, wie 1. Johannes 1,5 sagt, Gott Licht ist, dann ist er die Energiequelle schlechthin. Menschliches Leben - das behauptet die Bibel mit diesem Vergleich – geht ohne Gott zugrunde. So wie ohne Sonne kein biologisches Leben möglich ist, muss ohne Gott geistliches Leben verkümmern. Denn von ihm kommt die Energie.

Wenn man im 1. Johannesbrief weiterliest, lässt sich diese Energie noch genauer bestimmen. Es heißt darin nämlich auch: ‘Gott ist Liebe’ (1. Joh. 4,7f). Das heißt: Die Energie zum Leben, die Gott ausstrahlt und die wir bei ihm ‘tanken’ können, ist seine Liebe zu uns. Im Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus Christus ist sie greifbar geworden. Eine unentwegte, unbeirrbare, beharrliche, standhafte Liebe. Jedes Licht, das uns in diesen Tagen anstrahlt, ruft uns also zu: Gott ist die Liebe. Oder: Wo die Liebe ist, da ist auch Gott. Und vor allem: Wer liebt, kennt Gott.

Mein Tipp: Lesen Sie in diesen Tagen den ersten Johannesbrief wieder einmal durch. Und dann werden die Weihnachtslichter dafür sorgen, dass diese Sätze nicht aufhören, in Ihnen zu klingen. Gott ist Licht. Gott ist Liebe. Wo die Liebe ist, da ist auch Gott.

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Seiten

EFG-Nienburg Aggregator abonnieren