Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

„Gemeinsam glauben, fragen, entdecken!“

Zu Ostern bittet der BEFG traditionell um Spenden für die Bildungsarbeit des Bundes. Neben dem umfangreichen Fortbildungsangebot der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie dienen die Zuwendungen der Förderung der Theologischen Hochschule Elstal, wo junge Menschen für den pastoralen und den diakonischen Dienst ausgebildet werden.  

Bis zum Sommer 2017 gehörte auch Anna Kälber als Studentin der Freikirchlichen Diakonie dazu. „Ich wusste schnell, dass ich in Elstal am richtigen Ort gelandet war. Ich fand es total genial, in dieser Gemeinschaft nicht nur gemeinsam zu lernen, sondern auch gemeinsam zu glauben, zu fragen und zu entdecken. Geprägt haben mich natürlich auch die Studieninhalte und ich genieße, dass ich das, was ich heute im Berufsalltag erlebe, durch die angelernte Grundlage im Studium gut reflektieren kann.“ Als Gemeindediakonin mit dem Schwerpunkt Junge Gemeinde gibt sie nun ihre Erfahrungen in der Friedenskirche in Neu-Ulm weiter: „Ich finde es immer spannend zu erleben, wenn Jugendliche an die gleichen Fragen kommen, die mich auch in meiner Studienzeit beschäftigt haben und teilweise immer noch beschäftigen.“

Aktuell steht Anna aufgrund der Coronakrise vor ganz neuen Herausforderungen. Sie sucht nach den besten Mitteln, um auch weiterhin mit den Menschen in Kontakt zu bleiben und für sie da zu sein. Dabei spielen nicht nur technische Details eine Rolle. Bei allen Gruppenchats und Videoschalten dürfe man die individuellen Bedürfnisse der Menschen nicht aus den Augen verlieren. Nach wie vor liebt Anna es, „Gemeinschaft mitzugestalten und gemeinsam mit anderen Gott zu entdecken. Mir macht es unglaublich Spaß, nahe an Menschen dran zu sein – auch wenn diese Nähe für den Moment auf andere, neue Weise gestaltet werden muss.“

Auch die Hochschule mit ihren aktuell 55 Studierenden stellt sich zurzeit darauf ein, zumindest einen Teil des kommenden Sommersemesters online zu veranstalten. An den Inhalten und der Ausrichtung des Studiums wird das jedoch nichts ändern. Biblisch fundiert, wissenschaftlich reflektiert und auf den Gemeindedienst zugeschnitten: Wissen, Sein und Tun.

Die Akademie, die allen Engagierten in der Gemeindearbeit ein breit gefächertes Bildungsprogramm bietet, musste ebenso umdisponieren: Einige Veranstaltungen wurden verschoben, manche online angeboten und andere mussten leider abgesagt werden.

„Aber nicht alles ist abgesagt“, macht Christoph Stiba Mut. „Kreativität und Flexibilität sind nicht abgesagt, Nächstenliebe und Fürsorge nicht, und schon gar nicht Gottes bedingungs- und grenzenlose Liebe für uns.“ Weiter bittet der Generalsekretär des BEFG: „Wir sind überaus dankbar, dass wir technische Mittel haben, mit denen wir schnell reagieren konnten. Das verdanken wir auch treuen Spenderinnen und Spendern – in den Gemeinden wie auch in der bundesweiten Arbeit. Wir würden uns freuen, wenn auch weiterhin viele Geschwister die Bildungsarbeit des Bundes mit einer Spende fördern, damit auch in Zukunft Menschen wie Anna ihren Dienst an den Menschen und an Gott auf so motivierte und menschenzugewandte Weise ausfüllen – egal ob digital oder bald wieder in wirklichen Begegnungen.“

Historisches Lexikon des BEFG

Mehr als 320 bedeutende Männer und Frauen aus Baptistengemeinden und aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind in einem Historischen Lexikon verzeichnet, das ab sofort online zugänglich ist.

Die einzelnen Beiträge enthalten eine Kurzbiografie der jeweiligen Person, Veröffentlichungen und Literatur von ihr und über sie sowie Hinweise auf weitere Quellen. „Ich habe einen großen Respekt für die akribische und professionelle Arbeit, die hier ehrenamtlich geleistet wurde“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Die Portraits geben Auskunft über Theologie und Frömmigkeit unseres Bundes und des deutschen Baptismus. Großartig!“ Darüberhinaus können auch relevante Orte, Länder und Themen recherchiert werden, wie zum Beispiel Schlesien, Diakonie oder Täufer. Das digitale Nachschlagewerk wird vom Historischen Beirat des Präsidiums des BEFG verantwortet.


„Gemeindeberatung in Kontaktsperrezeiten – muss nicht ausfallen“

In den Gemeinden werden Veranstaltungen abgesagt, Klausurtage und Workshops gecancelt, Meetings sind nur erschwert möglich. Von ersten Erfahrungen, wie Gemeindeberatung trotz Kontaktsperre weitergehen kann, davon berichtet Heike Beiderbeck-Haus.

Bevor die Pandemie alle Aufmerksamkeit auf sich zog, hatten Gemeinden bereits für sie wichtige Themen auf der Agenda. Manche Gemeindeberatung war gerade angebahnt. Manch neugewähltes Team hatte sich soeben mit einem Coach auf den Weg gemacht, Rollen und Zusammenarbeit zu reflektieren. An einem anderen Ort war eine Konfliktberatung in den Startlöchern. Längere Gemeindeprozesse waren voll im Gange; mancherorts wurde eigentlich gerade mit Spannung der nächste Workshop mit der Gemeindeberaterin erwarten. Doch wie wird es damit weitergehen? Ist jetzt alles auf Eis gelegt?

Gemeindeberaterinnen und Gemeindeberater berichten in den letzten Tagen davon, wie sie ihre Beratung nun per Telefon und vermehrt auch mit Online-Formaten weiterführen: Einzelberatung am Telefon, Supervisions-Gespräche, Team-Coaching und Mediation per Videokonferenz. So mancher von ihnen nimmt an Trainings teil, um sich für diese Arbeitsform fit zu machen.

Aus den ersten Erfahrungen heraus sagen etliche übereinstimmend: „Das geht erstaunlich gut.“ Auch Vorteile der digitalen Form wurden schon beobachtet: So berichtet ein Gemeindeberater: „Als positiv erlebe ich, dass man relativ schnell auf den Punkt kommt. Und es hat Auswirkungen auf die Gesprächskultur, da bei digitalen Formaten ja immer nur eine oder einer gleichzeitig reden kann.“ Jemand anders meint: „Bei sehr emotionsgeladenen Gesprächen sorgt das Online-Setting automatisch für ein bisschen mehr Distanz – das kann der Sache auch gut tun.“ Andererseits werden darin auch Grenzen deutlich, wenn zum Beispiel Mimik, Körpersprache, nonverbale Signale und Stimmungen nicht mehr so fein wahrgenommen werden können.

Dazu kommt: Für viele Geschwister sind diese Arbeitsformen ungewohnt und erfordern erst einmal die Bereitschaft, innere Hürden zu überwinden. Darin sind alle miteinander Lernende: die Gemeindeberaterinnen und Gemeindeberater, die Gemeindeleitungen, das Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ insgesamt.

Aber auch in dieser Zeit der Coronakrise gilt: Offene Fragen, die nicht besprochen werden, Gesprächsprozesse, die im Sande verlaufen, Konflikte, die weiterschwelen – all das muss möglicherweise nicht sein. Das Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ ermutigt Gemeinden: „Schaut, auf welche Weise die so wichtigen Prozesse weitergeführt werden können! Oder meldet Euch mit neuen Beratungsanliegen und Fragen direkt bei Heike Beiderbeck-Haus – derzeit am besten per Mail an gemeindeberatung(at)baptisten.de.“

Chormusical bei Bibel TV

Am Samstag, dem 4. April, um 20:15 Uhr wird die Essener Uraufführung des Chormusicals „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ auf Bibel TV zu sehen sein.

Der 4. April ist der Todestag von Martin Luther King. Und eigentlich sollten an diesem Tag über 1200 Sängerinnen und Sänger in Wetzlar auf der Bühne stehen bei der letzten Aufführung der diesjährigen Chormusical-Tour, die übrigens zu Kings Geburtstag im Januar gestartet ist. Wegen des Corona-Virus‘ mussten die Wetzlarer und die Bayreuther Termine nun in den Herbst verschoben werden, doch eine Aufführung an Kings Todestag wird es trotzdem geben: So wie in diesen Tagen der Krise viele Kulturschaffende ihre Kunst kostenlos öffentlich zugänglich machen, hat auch die Stiftung Creative Kirche den Mitschnitt von der Uraufführung des Chormusicals Martin Luther King, den es bislang nur als DVD zu kaufen gab, dem Sender Bibel TV zur Verfügung gestellt.

Inhalte der Musical-DVD sind nun kostenfrei im Netz zu sehen

Bei der Uraufführung waren an zwei Tagen insgesamt 2.400 Menschen in der beide Male ausverkauften Grugahalle beteiligt. Aus diesen beiden Aufführungen wurde eine Show zusammengeschnitten, die es bislang nur auf DVD zu kaufen gab. Diese Aufzeichnung wird nun diesen Samstag, 4. April, um 20.15 Uhr auf dem Musikkanal von Bibel TV zu sehen sein. Der Livestream ist zu empfangen unter www.bibeltv.de/livestreams/musik.

King: „Jede Krise hat nicht nur ihre Gefahren, sondern auch ihre Möglichkeiten.“  

Geduld war eine der Stärken von Martin Luther King – ebenso wie Hoffnung und eine unendliche Zuversicht. Und wenn anderen eine Situation ausweglos schien, dann konnte er ihr immer noch etwas Positives abgewinnen. Was er wohl zur aktuellen Corona-Krise gesagt hätte? Von ihm stammt jedenfalls der Ausspruch „Jede Krise hat nicht nur ihre Gefahren, sondern auch ihre Möglichkeiten.“ Und recht hatte er: Inmitten in der weltweiten Schockstarre entstehen gerade überall neue Ideen, wie Menschen trotz aller Einschränkungen Gemeinschaft erleben, etwas mit anderen und für andere tun können. Dazu gehören die zahlreichen Kulturangebote nach dem Motto „Wenn die Menschen nicht zu uns kommen, kommen wir eben zu den Menschen“: Allerorten stellen Kulturschaffende ihre Werke ohne Bezahlschranke ins Netz und machen es möglich, dass jeder und jede ihre Kunst genießen kann – unabhängig von Standort, kulturellem Hintergrund, Mobilität und finanzieller Situation. Angebote also, an denen alle gleichermaßen teilhaben können – das wäre genau in Martin Luther Kings Sinn gewesen. 

Die Welt nicht vergessen

German Baptist Aid unterstützt gemeinsam mit der Hilfsorganisation „Roter Halbmond“ Flüchtlinge in der Nähe der syrischen Stadt Idlib. 25.000 Euro wurden für Nahrungsmittel und Decken zur Verfügung gestellt. Auch mit Partnern in der Türkei, Ungarn und dem Libanon steht German Baptist Aid in enger Verbindung.

Anfang des Jahres spitzte sich die Lage an der türkisch-syrischen Grenze dramatisch zu. Millionen Flüchtlinge der Stadt Idlib versuchten, den Kämpfen zu entfliehen. Viele Kinder leben im Lager, oft in Begleitung von Großeltern, da ihre Eltern bei den Kämpfen ums Leben gekommen sind. In dieser Situation bekamen Mitglieder der Baptistengemeinde in der türkischen Stadt Adana die Möglichkeit, zusammen mit dem „Roten Halbmond“ diesen Flüchtlingen zu helfen. So wurden durch die Katastrophenhilfe über German Baptist Aid 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten der Coronakrise ist der Kontakt zu unseren Projektpartnern für uns besonders wichtig”, so Birgit Fischer, von German Baptist Aid. Mit dem Geld konnte Hilfe für 3.500 bis 4.000 Menschen geleistet werden. Sie erhielten Nahrungsmittel und Decken. Die Decken seien in dieser Situation besonders nötig, da es in Idlib momentan sehr kalt und regnerisch ist. Ein syrischer Mann sagte: „Wir haben die Welt nicht vergessen. Und die Welt sollte Idlib nicht vergessen. Ich danke den Menschen, die gespendet haben. Sie zeigen uns, dass Menschlichkeit noch nicht gestorben ist.“###3_IMAGES###„Die Menschen, die in Zelten leben, waren sehr glücklich und dankten den Leuten, die ihnen halfen“, berichtet Pastor Sükrü aus Adana. „Einige Millionen Menschen leben im Gebiet von Idlib, ohne Trinkwasser. Sie kochen schmutziges Wasser ab und geben dieses ihren Kindern zu trinken. Die Menschen leben in sehr schwierigen Verhältnissen, die geleistete Hilfe erleben sie als ein Wunder Gottes.“ Auch die Mitarbeiter des „Roten Halbmonds“ seien sehr froh darüber, diesen bedürftigen Menschen helfen zu können.

 „Wir starten auch andernorts Projekte, sodass den Ärmsten geholfen werden kann, wie zum Beispiel den Tagelöhnern, die jetzt in Ungarn und in der Türkei keine Arbeit mehr haben”, so Birgit Fischer. „Aktuell erleben wir in beeindruckender Weise, dass unsere Verbindung sich nicht auf die Unterstützung von Projekten beschränkt”, sagt Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission. „Es ist berührend, wie einige Partner danach fragen, wie es uns hier in Deutschland geht – und für uns beten. In einer Videokonferenz hatten wir beispielsweise eine Zeit des Gebets und des Austauschs mit den Geschwistern aus dem Libanon, wo die Situation seit Monaten viel schlechter ist als bei uns.”

Im Moment gibt es noch keine Coronafälle in Idlib. Die Menschen haben jedoch kaum Möglichkeit sich zu schützen, zumal nicht einmal der Zugang zu sauberem Wasser gewährleistet ist.

Wenn Sie die Menschen in Idlib weiter unterstützen wollen, können Sie Spenden auf das Konto des BEFG, IBAN DE14 5009 2100 0000 0333 08, unter der Projektnummer P 45 921 überweisen.

Die Steigerung der Katastrophe verhindern

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) unterstützt die Forderung des Europäischen Parlaments, Flüchtlingslager zu evakuieren, um eine Ausbreitung von COVID-19 unter den Geflüchteten zu verhindern. Wir dürfen angesichts der Coronakrise unsere humanitäre Verantwortung nicht vergessen. Die staatlich organisierte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen muss in Deutschland und in Europa fortgesetzt werden.

Die VEF begrüßt und unterstützt alle weltweiten, europäischen und deutschen Bemühungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Wir beten, dass sie zum Erfolg führen.

Als besonders wichtig erachten wir, dass alles zum Schutz der Schwachen und Kranken getan wird, was möglich ist. Unsere diakonischen Einrichtungen und zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen unserer Gemeinden in Deutschland sind diesem Auftrag verpflichtet.

Schwache und Kranke gibt es aber nicht nur in Deutschland. Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migrantinnen und Migranten in den Flüchtlingslagern auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios – dabei liegt deren Kapazität eigentlich nur bei rund 7.000 Plätzen. Rund 1.500 dieser Geflüchteten sind laut EU-Kommission unbegleitete Minderjährige. Medial ist diese humanitäre Katastrophe fast in Vergessenheit geraten. Die Menschen sind aber immer noch da, und ihre Lebensumstände haben sich nicht verbessert. Sie sind nach wie vor inhuman. Menschen, die dort leben, sind dem Virus gegenüber vollkommen schutzlos. Sie können Anderen nicht einfach ausweichen. Ein Zwei-Meter Abstand ist für sie nicht umsetzbar. Eine adäquate medizinische Betreuung können sie nicht erwarten, da das Gesundheitssystem vor Ort nicht einmal für die lokale Bevölkerung ausreichen würde. Ein Ausbruch von COVID-19 in einem dieser Brennpunkte hätte katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit tausender Menschen.

Europa und Deutschland dürfen ihre Verantwortung für diese Menschen inmitten der Coronakrise nicht vergessen. Deshalb unterstützt die VEF die Forderung des Europäischen Parlaments, die Flüchtlingslager möglichst rasch zu evakuieren, um eine schnelle Ausbreitung von COVID-19 unter den dort lebenden Menschen zu verhindern. Nicht nur in Deutschland sind Kommunen bereit zu helfen. Wir bitten die politischen Verantwor-tungsträgerinnen und Verantwortungsträger, dass sie die Menschen in diesen Krisenherden am Rande Europas weiterhin im Blick behalten. Und wir fordern sie auf, zügig Lösungen zu finden, die eine Steigerung der Katastrophe durch das Coronavirus an diesen Orten verhindern. Die staatlich organisierte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregio-nen muss in Deutschland und in Europa fortgesetzt werden.

Die Bemühungen für die eigene Gesellschaft dürfen nicht dazu führen, dass andere Schwache und Kranke vergessen werden. Jesus sagte: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihnen auch.“ Matthäus 7,12

Wustermark, 25. März 2020
Der Vorstand

Drei Gründe zu feiern

Die EFG Weinstadt hat groß gefeiert: Nach zweijähriger Umbauzeit des neu erweiterten Gemeindezentrums gab es vom 5. bis 8. März gleich drei Gründe, ihre Festivitäten auf die Bühne zu bringen. Ein Bericht von Vera Paetzold.

Von Donnerstag bis Samstag wurden die im Umkreis bekannten und gut besuchten „Himmelbesa“-Abende zum zehnten Mal angeboten. Hier bringen sich im Service-Team, in der Küche und vielen anderen Bereichen viele ehrenamtliche Mitarbeiter ein, um dieses besondere Gästeangebot umzusetzen. Live-Musik und Bewirtung umrahmten den jeweiligen Programmteil.  Der Journalist Andreas Malessa referierte am Donnerstag zum Thema „Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht“. Der Illusionist Tommy Bright brachte in seiner Magic Show am Freitag den vollen Saal mit seiner Finger- und Wortakrobatik zum Staunen, kombiniert mit evangelistischen Elementen wurde das Evangelium anschaulich. Am Samstag war Ruben Fritz mit seiner Band zu Gast mit eigenen Songs zu persönlichen Lebenserfahrungen.

Samstagnachmittag wurde zu einer Zeitreise eingeladen mit Filmen, Bildern, einer Infowand, einer Festschrift sowie einer Präsentation zur Historie anlässlich des 150. Gemeindejubiläums in Weinstadt-Endersbach.

Dieser Anlass sowie die offizielle Einweihung des neu erweiterten und fertig gestellten Gemeindezentrums wurden am Sonntag mit einem Festgottesdienst groß gefeiert. Die Pastorin Ana Kadira, die im November 2018 ihren Dienst in Weinstadt angetreten hat, predigte über die ermutigende Aussage aus Jesaja 43,19: „Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde.“

Beim anschließenden Festakt mit Schlüsselübergabe gab es neben Musik und Geschenken auch Grußworte vom Oberbürgermeister, Vertretern von Stadt und Gewerken, der umliegenden Kirchen und Gemeinden sowie von Renate Girlich-Bubeck vom Landesverband.  Der ehemalige Pastor Manfred Ewaldt als Ehrengast ging auf die Frage ein „Warum kam es denn soweit?“ und Pastorin Ana Kadira ergänzte mit der Frage „Wie geht es mit allem weiter?“  Nach einem umfangreichen Catering sowie einer Festtagstorte mit dem Event-Emblem „Dankbar!“ gab es einen bunten fröhlichen Luftballonstart mit Rücksende-Gutschein-Karten „Jubel“, um Nah und Fern an der Freude teilhaben zu lassen. Von diesen gingen inzwischen schon zahlreiche ein, sogar aus weit über 100 Kilometern Entfernung.

Die Gemeinde freute sich über ein volles Haus mit vielen Gästen in ihrem neuen, hellen und einladenden Gemeindezentrum, in dem künftig noch motivierter ihre Vision umgesetzt werden kann: „Wir sind Gemeinde vor Ort mit einem einladenden, belebten und offenen Zentrum für uns und unsere Umgebung“.

Politik und Rundfunk: Evangelische Freikirchen berufen zwei neue Beauftragte

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat Konstantin von Abendroth als ihren neuen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung berufen. Der 39-jährige Pastor tritt damit am 1. Mai die Nachfolge von Peter Jörgensen an, der zwölf Jahre lang die Stimme der VEF in den politischen Diskurs eingebracht hat. Bei der Mitgliederversammlung in Kassel wurde zudem die Theologin Jasmin Jäger als Rundfunkbeauftragte berufen. Die Delegierten bestätigten Präsident Christoph Stiba und Vizepräsident Marc Brenner sowie die Vorstandsmitglieder Stefan Kraft und Frank Uphoff im Amt und wählten mit Jochen Geiselhart ein neues Mitglied in das Leitungsgremium.

Konstantin von Abendroth hob anlässlich seiner Berufung die gesellschaftliche Relevanz des christlichen Glaubens hervor: „Die Bibel ist durchzogen mit politischen Perspektiven, vom Schöpfungsauftrag bis zur Nächstenliebe und dem Auftrag, das Evangelium in all seinen Facetten zu verbreiten.“ Um diese Perspektiven „in der Gesellschaft wirksam werden zu lassen“, sehe er die Zusammenarbeit von Kirche und Politik als sehr bedeutsam an, so der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. VEF-Präsident Christoph Stiba zeigte sich erfreut über die Berufung: „Konstantin von Abendroth ist eine gewinnende Persönlichkeit und ein hervorragender Netzwerker. Er wird die VEF weiterhin mit einem starken freikirchlichen Profil und inhaltlicher Weite vertreten.“

Stiba würdigte von Abendroths Vorgänger: „Peter Jörgensen hat die politische Arbeit über zwölf Jahre mit Herzblut, Engagement und Kompetenz ausgefüllt.“ Jörgensen habe die Freikirchen für ihren geistlichen Auftrag sensibilisiert, im Rahmen der Politik und darüber hinaus gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Und es sei in einem erheblichen Maße sein Verdienst, „dass an vielen Stellen freikirchliche und politische Akteure miteinander im Gespräch sind und die Freikirchen auch in der Politik einen Beitrag leisten können.“

Die Baptistin Jasmin Jäger wird ab 1. Juli Rundfunkbeauftragte der VEF. „Die Chancen, die diese Arbeit für die Freikirchen mit sich bringt, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen, sind enorm“, so Christoph Stiba. „Pastorin Andrea Schneider hat diese Arbeit seit 1996 mit viel Leidenschaft und Kompetenz nachhaltig geprägt und war das Gesicht für die Freikirchen in den Redaktionen.“

Die Delegierten wählten mit Pastor Jochen Geiselhart von Foursquare Deutschland ein neues Mitglied in den fünfköpfigen Vorstand der VEF. Vier Vorstandsmitglieder wurden erneut gewählt: Christoph Stiba (als Präsident bestätigt, im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Marc Brenner (als Vizepräsident bestätigt, im Hauptamt Präses der Gemeinde Gottes in Deutschland), Stefan Kraft (Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche im Distrikt Essen) und Frank Uphoff (Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden). Christoph Stiba dankte Major Frank Honsberg von der Heilsarmee in Deutschland, der sich nicht zur Wiederwahl stellte, für seine Mitarbeit im Vorstand.                                                                        

Konstantin von Abendroth, Jahrgang 1980, studierte Evangelische Theologie. 2005 gründete er zusammen mit einem Kollegen das „Berlinprojekt – Kirche für die Stadt“, dessen Pastor und Geschäftsführer er bis Ende 2019 war.

Jasmin Jäger, Jahrgang 1989, studierte Evangelische Theologie und „Medien – Ethik – Religion“. Neben ihrer VEF-Beauftragung arbeitet sie für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als Referentin im Generalsekretariat.

Bundesgeschäftsführung zur Coronakrise

Die Corona-Krise spitzt sich weiter zu. Das öffentliche und soziale Leben wird weiter eingeschränkt. Und wahrscheinlich stehen wir erst am Anfang. Niemand kann heute exakt prognostizieren, was in den nächsten Wochen passiert. Ob aus der Krise eine Katastrophe wird oder ob es eine schwere, aber vorübergehende Situation bleibt, das hängt vor allem am Faktor Zeit und damit auch am Verhalten jeder Einzelnen und jedes Einzelnen. Wir alle können durch unser besonnenes Verhalten dazu beitragen, dass wir diese „Probe bestehen“, wie unsere Bundeskanzlerin am Mittwoch sagte. In Zeiten von Corona gilt: Bleib ruhig, aber mach vieles anders. Das betrifft nicht nur Händewaschen und Husten-Etikette. Wir müssen auch überlegen, wie wir mit unseren Veranstaltungen umgehen. Zahlreiche Großveranstaltungen sind bereits abgesagt worden, und es ist zu erwarten, dass sich das ausweiten wird. Was bedeutet das in der nächsten Zeit für die Veranstaltungen der Gemeinden, für die Landesverbandsräte und auch für die Bundesratstagung? Darüber hat die Bundesgeschäftsführung beraten und fasst zusammen:

a)   Jeder Veranstalter muss derzeit eine Risikoabwägung vornehmen, ob wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Durchführung einer Veranstaltung noch angezeigt ist oder besser abgesagt werden sollte. Großveranstaltungen in Hessen, also auch in Kassel, sind seit heute bis zum 10. April 2020 nicht zulässig. Ob diese Regelung über den 10. April hinaus verlängert werden wird, müssen wir abwarten. Falls dieser Erlass nicht verlängert wird, werden wir uns bei unserer Entscheidung am Kriterienkatalog des Robert Koch Institutes (RKI) für Großveranstaltungen orientieren und uns mit dem Gesundheitsamt Kassel abstimmen. Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen bereiten wir die Bundesratstagung weiterhin intensiv vor und laden alle Delegierten und Gäste herzlich ein, sich anzumelden. Sollte die Bundesratstagung 2020 zu einem späteren Zeitpunkt abgesagt werden müssen, wird es die Möglichkeit geben, bereits bezahlte Teilnehmerbeiträge erstattet zu bekommen.

b)   Die Verantwortung, ob eine Landesverbandsratstagung stattfindet oder abgesagt wird, liegt bei der Landesverbandsleitung. Ebenso verhält es sich mit Veranstaltungen in den Gemeinden. Hierfür trägt die jeweilige Gemeindeleitung die Verantwortung. In Bezug auf die kommenden Landesverbandsräte sind die Anweisungen der Gesundheitsbehörden vor Ort zu beachten. Natürlich auch im Blick auf alle Gemeindeveranstaltungen (zurzeit ist uns nur aus einer Stadt bekannt, dass Kirchen und Vereine gebeten wurden, auf ihre Veranstaltungen wie zum Beispiel Gottesdienste zu verzichten). Bitte informiert Euch im Vorfeld, ob die geplanten Veranstaltungen jeweils stattfinden (z.B. im Internet). Hier findet Ihr eine „Checkliste für Veranstaltungen“ der Stadt und Städteregion Aachen, die als Kriterienkatalog hilft, eine Risikobewertung für einzelne Veranstaltungen vorzunehmen, um eine gut begründete Entscheidung treffen zu können. Im Zweifel rät die Bundesgeschäftsführung dazu, alle Veranstaltungen, die nicht zwingend notwendig sind, nicht stattfinden zu lassen. In Einzelfällen kann es auch sinnvoll sein, den Teilnehmerkreis auf die Delegierten zu begrenzen und eine Sitzung oder Tagung auf die notwendigen Punkte zu beschränken.

c)    Im Übrigen sollte bei Veranstaltungen im Vorfeld generell aktiv darauf hingewiesen werden, dass folgende Personen ein erhöhtes oder hohes Infektionsrisiko aufweisen. Menschen sollten für sich eine Teilnahme an Veranstaltungen prüfen und gegebenenfalls nicht teilnehmen, wenn sie

  • in den vom RKI definierten Risikogebieten wohnen (RKI-Risikogebiete),
  • mit Personen aus den vorgenannten Risikogebieten Kontakt hatten,
  • Kontakt mit infizierten Personen hatten oder selbst infiziert sind,
  • Kontakt mit Verdachtsfälle hatten,
  • Symptome einer Infektion aufweisen (Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber und Durchfall).

d) Hier findet Ihr Hinweise und Maßnahmen zum Verhalten in der Gemeinde, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Allgemein wird geraten, selbst einzuschätzen, ob die Teilnahme an einer Veranstaltung, zum Beispiel aufgrund einer Vorerkrankung, angebracht ist.

Es ist und bleibt wahr, dass wir auch in Krisenzeiten in Gottes Hand sind. Darum handeln wir nicht aus Angst oder in Panik, sondern aus Verantwortung und Solidarität mit den Mitmenschen, deren Gesundheit in Gefahr sein könnte. Vielleicht sind Besonnenheit und Gelassenheit in diesen Tagen die anmutigsten Formen des Gottvertrauens. Hoffen und beten wir, dass wir bald wieder andere Themen haben. Und tun wir unser Bestes dafür.

Christoph Stiba
Generalsekretär

Zeiten der Stille

Wie lassen sich Elemente geistlichen Lebens in einen gemeindlichen Beratungsprozess integrieren? Das war eine der Fragen, mit der sich insgesamt 15 Interimspastoren und -pastorinnen im Rahmen ihrer jährlichen Tagung im Bildungszentrum Elstal beschäftigten.

Als Referentin führte die lutherische Pfarrerin Susanne Weichenhan die Teilnehmenden einen Vormittag lang durch Zeiten der Stille und der Betrachtung eines Bibeltextes. Die Erfahrung ermutigte mehrere Teilnehmende, ähnliche Erfahrungsräume in die Gestaltung ihrer Dienste einzubeziehen. „Ich fühle mich sehr erfrischt“, war das begeisterte Fazit einer Teilnehmerin. Neben der Fortbildung ist der kollegiale Austausch ein wesentliches Element der Tagung. „Das hat mir sehr geholfen für meinen nächsten Einsatz“, meinte eine Teilnehmerin.

Der Interimsdienst ist ein Angebot des Bundes, Gemeinden in Übergangszeiten zu unterstützen. Interimspastoren und -pastorinnen sind für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten jeweils für mehrere Tage pro Monat vor Ort, um Veränderungsprozesse zu begleiten, Krisen zu verarbeiten oder die Erwartungen bei der Berufung eines neuen Pastors bzw. einer neuen Pastorin zu klären. Sie bringen neben ihrer pastoralen Erfahrung beraterische Kompetenzen mit. „Hier kommt ein Pastor, eine Pastorin auf Zeit. Gerade dieser Mix aus zielorientierter Beratung einerseits und Predigt, Bibelgespräch, Gottesdienst, geistlichen Prozessen andererseits macht das ganz Besondere des Interimsdienstes aus“, meinte Heike Beiderbeck-Haus, die mit Thomas Seibert das Team im Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde bildet. Interessierte Gemeinden können sich an Heike Beiderbeck-Haus wenden.

Gottesdienst und Infektionsrisiko

Das „Coronavirus“ (SARS-CoV-2) breitet sich in Deutschland aus. In Menschenansammlungen ist eine Übertragung wahrscheinlicher. Gottesdienste, Gruppentreffen sowie persönliche Gesprächssituationen können zur Verbreitungsherden von Grippe- und Coronaviren werden. Wir bitten die Gemeindeleitungen um erhöhte Aufmerksamkeit und die Mitglieder sowie Gäste um Beachtung der üblichen Hygienemaßnahmen.

Verantwortung der Gemeindeleitung

  • Verantwortung der Gemeindeleitung: Die Verantwortung für die Ortsgemeinden liegt bei der jeweiligen Gemeindeleitung: Bitte seien Sie wachsam und informieren Sie sich an den entsprechenden Stellen.
    | Infektionsschutz.de | Bundesgesundheitsministerium | Robert-Koch-Institut
  • Konkrete Maßnahmen im Gemeindehaus:
    • Drucken Sie bitte je nach Zielgruppe folgende Infografiken aus und hängen Sie diese aus, damit jeder mitbekommt, was zu tun ist. | Infografiken in sechs Sprachen >>
    • Hängen Sie an gut sichtbaren Stellen im Foyer aus: „Aktuelle Informationen zum Coronavirus“:
      deutsch | englisch | türkisch
  • Zusammenarbeit mit den Behörden: Arbeiten Sie bereitwillig mit den Behörden zusammen und fragen Sie gegebenenfalls beim Gesundheitsamt um Rat.

Verhaltensweisen im Gottesdienst | Gemeindegruppen

  • Zu Hause bleiben: Wer sich krank fühlt, sollte Zuhause bleiben und sich – wenn vorhanden – den Livestream anschauen oder auf Rundfunk- und Fernsehgottesdienste ausweichen.
  • Körperkontakt vermeiden: Vermeiden Sie in dieser Zeit unnötigen Körperkontakt. Freundliche Begrüßung geht auch ohne Händeschütteln.
  • Räume lüften: Bitte sorgen Sie für eine gute Belüftung der Gottesdiensträume und der Nebenräume.
  • Abstand halten: Beim Husten oder Niesen größtmöglichen Abstand halten: in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch niesen und es entsorgen: Hände waschen!
  • Abendmahl: Vermeiden Sie beim Abendmahl (Mahl des Herrn) in diesen Wochen den Gemeinschaftskelch und benutzen Sie nach Möglichkeit Einzelkelche.

Gebet und Unterstützung

  • Gebetsaufforderung: „Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter.“ | Die Bibel: 1. Timotheus 2,2-3
  • Politiker: Bitte beten Sie im Gottesdienst für die verantwortlichen Politiker um Weisheit in dieser Krisensituation.
  • Forscher: Beten Sie für die medizinischen Forscher, dass Gott ihnen Einsicht und Kreativität gibt, ein Gegenmittel für das Virus zu finden.
  • Erkrankte: Beten Sie für die Erkrankten um Heilung und Genesung.
  • Tipp zur Hilfe und Unterstützung: Sollte es zu Krankheitsfällen kommen, richten sie einen telefonischen Meldedienst ein. Sollte es zu einer Quarantäne kommen, bieten Sie sich als Gemeinde an, für diese Menschen einzukaufen oder sie in sicherer Entfernung zu unterstützen.

Alternative Treffen

  • Sollten aus gesundheitlichen Gründen größere Ansammlungen von Menschen behördlich untersagt werden, können andere gottedienstliche Treffen in Betracht kommen:
  • Kleine Gruppen: Zuhause treffen und Hausgottesdienste in der Familie feiern. Die Pastorin oder der Pastor könnte dafür einen Ablauf, eine Liturgie oder Vorlesepredigt mit Hinweisen oder Fragen vorbereiten und sie per Mail oder zum Download zur Verfügung stellen.
  • Technische Hilfsmittel: Livestream nutzen, Predigt per Audio oder Video aufnehmen und herumschicken oder zum Download anbieten.
  • Virtuelle Lösungen: Gottesdienst oder Hauskreis per Chat oder Video-Konferenz ausprobieren.

Mut zum Vertrauen auf Gott

Die Gemeinde Jesu und das Reich Gottes hat zu allen Zeiten und in möglichen und unmöglichen Situationen bestanden, durchgehalten und trotzdem Gott gelobt sowie den Menschen im Umfeld gedient. Lasst uns miteinander auf unseren Gott, Heiland und Retter vertrauen, der Herr der Lage ist: auf ihn vertrauen, helfen wo Nöte sind, für andere beten und den Gesunden und Kranken im Namen Jesu Mut zusprechen.

Fragen und Beratung

Die USB-Dienstleistungen GmbH steht für konkrete Fragen der Gemeindeleitung zur Hygiene und Prävention gerne zur Verfügung: info(at)usb-net.de

Mit freundlicher Genehmigung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden.

Oncken Verlag Kassel: Nach Insolvenz geht es weiter

„Es gibt die J.G. Oncken Nachf. GmbH nicht mehr. Aber es gibt weiterhin den Oncken Verlag!“ Das sagte Silke Tosch, Geschäftsführerin der J.G. Oncken Nachf. GmbH, nachdem der Verlag am 1. März von der Blessings 4 you GmbH übernommen wurde. Kurz vor Weihnachten musste die Kasseler J. G. Oncken Nachf. GmbH Insolvenz anmelden. Die Stuttgarter Firma Blessings 4 you führt den Oncken Verlag nun unter bekanntem Namen weiter.

Nachdem Anfang 2018 bereits das Verlagsgebäude der J.G. Oncken Nachf. GmbH verkauft worden und im April 2019 die Versandbuchhandlung an die Blessings 4 you GmbH übergegangen war, habe man gehofft, ausreichende Sanierungsmaßnahmen ergriffen zu haben, so Tosch. „Leider erwies sich das zurückgebliebene Verlagsgeschäft als nicht kostendeckend, sodass wir im Dezember 2019 Insolvenz anmelden mussten.“ Dankbar zeigte sich Tosch, jetzt leitende Redakteurin der verlagseigenen Zeitschrift DIE GEMEINDE, dass die Blessings 4 you GmbH nun auch den verbliebenen Verlag samt seinen angestellten Mitarbeitenden übernommen habe: „Damit konnten nicht nur sieben Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft der Printmedien gesichert werden, die immer noch eine wesentliche Bedeutung in der Information und Vernetzung innerhalb unseres Gemeindebundes haben.“ Froh sei sie zudem, dass das Geschäft unter dem traditionsreichen Namen Oncken Verlag weitergeführt werden könne.

„Über Jahrhunderte hat der Oncken Verlag den deutschen Baptismus geprägt und Segensspuren hinterlassen“, sagte BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Publikationen aus dem Hause Oncken haben Generationen von Baptisten geprägt. So dankbar wir für die Verbreitung des Evangeliums in der bewegten 191-jährigen Verlagsgeschichte sind, so sehr betrübt uns die Insolvenz des Oncken Verlags. Gleichzeitig sind wir froh darüber, dass wesentliche Geschäftsbereiche durch Blessings 4 you nun weitergeführt werden. Wir wünschen dem Verlag Gottes Segen und freuen uns auf eine segensreiche Zusammenarbeit.“

Die Blessings 4 you GmbH ist aus der ehemaligen Versand- und Verlagsbuchhandlung der Evangelisch-methodistischen Kirche hervorgegangen. Sie wird von Angela May und Tobias Blessing geführt. Der Unternehmenssitz liegt in Stuttgart.

In kleinen Schritten verändern

Das Präsidium hat das Entwicklungsteam eingesetzt, um in kleinen Schritten den Bund zu verändern. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der regionalen und überregionalen Arbeit des BEFG lernten bei einem Agilitätstraining die Arbeitsweise des Entwicklungsteams kennen, um neue Impulse im BEFG zu setzen.

Das Entwicklungsteam des Bundes hat am 25. Februar zu einem Agilitätstraining in die EFG Potsdam eingeladen. Die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Dienstbereichen in Elstal, den Landesverbänden und dem GJW lernten dabei eine agile Arbeitsweise kennen. Diese Arbeitsweise folge dem Prinzip, dass Projekte selbstorganisiert und nutzenorientiert in kleinen Teilschritten innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens durchgeführt werden und so zeitnah ein überprüfbares Ergebnis hervorbringen, erklärte André Häusling, der das Training leitete. Er und seine Firma „HR Pioneers“ beschäftigen sich damit, Strukturen innerhalb von Organisationen durch agile Werte und Prinzipien neu zu gestalten.

Das Agilitätstraining hatte das Ziel, den im Bund angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern agiles Arbeiten nicht nur theoretisch beizubringen, sondern auch praktisch erlebbar zu vermitteln. Die Teilnehmenden spielten das sogenannte „Ball Point Game“, bei dem Bälle ohne Bodenkontakt, jedoch so, dass alle sie mindestens einmal berührt haben, an einen Zielort gelangen müssen. Es verdeutlichte zum Beispiel die Selbstorganisation des Teams und das Pull-Prinzip, dass jede und jeder die Aufgabe, die vor einem liegt, fokussiert angeht – mit Ziel, aber ohne fertiges Endkonzept. Din mehreren Runden war zudem eine Qualitätssteigerung der Ergebnisse zu beobachten. Agile Prozesse können auf diese Weise die Struktur von Organisationen verändern.###3_IMAGES###Für Veränderungen gebe es stets innere und äußere Treiber, so Häusling. Sie seien Gründe dafür, die Arbeitsweise und Struktur einer Organisation zu überdenken. Die Teilnehmenden benannten im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zum Beispiel die abnehmende konfessionelle Bindung oder die Überalterung von Gemeinden als treibende Faktoren. Aus diesen Gründen, die für eine Veränderung sprechen, entwickelten die Teilnehmenden Zielbilder, wie die Zusammenarbeit der Freikirchen, und überlegten sich, wie sie dieses Ziel mit konkreten, kleinen Schritten angehen wollen. Auf diese Weise arbeitet auch das Entwicklungsteam, das vom Präsidium des BEFG eingesetzt wurde. Es soll neue Ideen und Projekte ausprobieren, um die Struktur des Bundes gegebenenfalls an die Bedürfnisse und Herausforderungen von Gemeinden und Landesverbänden sowie an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Daher werden in Zukunft weitere Agilitätstrainings angeboten, so Stefan ter Hasborg, Leiter des Entwicklungsteams.

Das Entwicklungsteam ist unter e-team(at)baptisten.de zu erreichen und freut sich über Frage und Ideen.

Mit Enthusiasmus für einen guten Sound sorgen

Seit 20 Jahren bietet Dr. Andreas Langbehn in Elstal Seminare für Tontechnikerinnen und Tontechniker aus Gemeinden an. Er ist Lehrbeauftragter für Musikpädagogik an der Universität der Künste in Berlin. Mittlerweile konnten schon über 1.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von dem Angebot profitieren. Welche Bedeutung diese Arbeit für die Gemeinden hat und wie sich die Tontechnik in den letzten 20 Jahren entwickelt hat – darüber sprach Andreas Langbehn (AL) in einem Interview mit Julia Grundmann (JG).

JG: Kannst du dich noch an das allererste Tontechnikseminar erinnern?

AL: Ja klar, daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich bin damals voller Enthusiasmus gestartet. Freitagnachmittag fing das Seminar an und eine halbe Stunde vor Mitternacht habe ich zum ersten Mal wieder auf die Uhr gesehen. Am Samstag habe ich dann ein Zehn-Stunden-Programm „durchgezogen“. Ich musste erst lernen, dass Pausen auch „Musik sind“, um als Musiker zu sprechen. Sie sind auch deshalb wertvoll, weil es hier zum Austausch zwischen den verschiedenen Teilnehmern kommt. Eine sehr wichtige und motivierende Komponente.

JG: Deine Seminare richten sich in erster Linie an Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Gerade in Bezug auf die Tontechnik hat sich da in den letzten 20 Jahren ja einiges verändert.

AL: Das stimmt. Die Tontechnik ist in den meisten Gemeinden viel komplexer geworden. Bands oder Musikteams gehören mittlerweile zum Standard und erfordern eine immer bessere Tontechnik. Der Trend geht natürlich zu Multimedia, also auch Beamer- und Videotechnik haben sich dazugesellt. Wohl jede zweite Gemeinde ist inzwischen mit digitalen Mischpulten ausgestattet. War vor 20 Jahren Tontechnik noch eine Männerdomäne, so hatten wir beispielsweise beim letzten Seminar in Elstal über dreißig Prozent Frauen dabei.
 
JG: Du hast mal gesagt „Wer in seiner Gemeinde für den richtigen Ton sorgt, leistet missionarische Arbeit.“ Wieso?

AL: Willow Creek hat uns bereits vor gut 20 Jahren auf beeindruckende Weise gezeigt, wie gerade ein attraktiver Gottesdienst eine tolle Möglichkeit ist, um mit Kirchendistanzierten in Kontakt zu kommen. Musik und Multimedia haben dabei einen hohen Stellenwert, weil die Menschen dadurch sowohl rational als auch emotional angesprochen werden können. Durch gekonnt eingesetzte Tontechnik kommt das Ganze dann noch besser zu Geltung.

JG: Gibt es Seminarerlebnisse, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

AL: Ja! Sehr begeistert war ich von den beiden über 70jährigen Diakonissen, die in ihrer Kirchengemeinde für den richtigen Sound sorgen wollten. Ein Teilnehmer ist mal mit Wohnmobil angereist, weil die Zimmer ausgebucht waren, er aber unbedingt am Seminar teilnehmen wollte. Wenn jemand bereits zum fünften Mal an einem Seminar teilnimmt, freut mich das natürlich auch, heißt es doch, dass er jedes Mal was Neues lernt. Und wenn ich nach Jahren von ehemaligen Teilnehmern höre, dass sie mittlerweile selbst leitend für den guten Sound verantwortlich sind, motiviert mich das sehr, mit Schulung und Coaching weiterzumachen.

Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn sich in den nächsten Jahren weiterhin so viele Tontechniker schulen lassen bzw. Gemeinden Tontechniker nach Elstal schicken oder Vorortseminare bei mir buchen. Tontechniker werden mehr denn je gebraucht!

„Da will ich hin!“

Bei der Fortbildung im Anfangsdienst vom 17. bis 21. Februar lernten die Teilnehmenden, auf innovative Art und Weise Gottesdienste und Predigten zu gestalten.

„Da will ich hin!“ Zwanzig Leute bewegen sich durch den Lehrsaal, nehmen mit diesem Satz jeweils ein neues Ziel in den Blick und gehen hin. Was für den Zuschauer komisch aussieht, ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fortbildung im Anfangsdienst eine wertvolle Übung: mit Felix Ritter, Dramaturg aus Amsterdam, trainieren sie ihre Präsenz im Gottesdienst. „Felix Ritter hat mich in den Bann gezogen, mich herausgefordert und in neue Welten entführt,“ sagt einer von ihnen begeistert. Einen Tag lang lernten die jungen Leute „Predigen wie TED“: eine Botschaft kurz und klar präsentieren, mit einer persönlichen Geschichte und aus wenigen Stichworten. Am Ende des Tages waren zwanzig 1-Minuten-Predigten zu hören, die es in sich hatten!

Neben den intensiven Übungen zur Präsenz und Präsentation hatte die Fortbildung zwei weitere Schwerpunkte. Dr. Thorsten Dietz, Professor für Systematische Theologie in Marburg, entführte die Gruppe gedanklich ins Kino und zeigte anhand aktueller Filme und Serien, wie man heute über Sünde reden kann. Dr. Guido Baltes, Dozent in Marburg, erklärte und diskutierte mit den Teilnehmenden die Bedeutung der Musik im Gottesdienst. Ganz praktisch wurde das bei der Vorbereitung und Gestaltung des Abschlussgottesdienstes der Fortbildung.

Vier Tage in Elstal, die nicht nur von intensivem Lernen, sondern auch vom fröhlichen Wiedersehen mit Studienfreunden und Kolleginnen geprägt waren. Die Akademie freut sich, auf diese Weise den wertvollen Dienst von Pastorinnen und Pastoren und Diakoninnen unterstützen zu können, und bereitet sich auf die nächste Fortbildung im September vor, bei der zum Beispiel „Theologisieren mit Kindern“ und „Jugendarbeit und Medien“ auf dem Programm stehen.

Neu. Starten. Durchstarten.

Wie kann der Glaube in der heutigen Zeit überzeugend weitergegeben werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Seminar „Neu. Starten. Durchstarten.“ vom Arbeitskreis Mission im Landesverband Norddeutschland.

Während des ersten Seminartages im November 2019 hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Anleitung von Pastor i.R. Gunter Stein aus Dortmund über ihr persönliches Glaubensleben nachgedacht und sich darüber ausgetauscht. Gunter Stein hatte den Tag durch seine Referate und seine einfühlsame Art zu einem sehr persönlichen Seminartag gemacht, der alle Beteiligten über das Besondere ihres eigenen Glaubens an Jesus Christus nachdenken ließ. Der Referent machte Mut, sich seines eigenen Glaubens gewiss zu sein und mit Hingabe den Weg der Nachfolge zu gestalten. Dabei sei es wichtig, immer Hörender zu bleiben, um aufmerksam zu sein für das Wirken des Heiligen Geistes.

Im Februar beim zweiten Treffen der Seminarreihe zu Fragen des persönlichen Glaubenslebens und zu aktuellen Gemeindefragen waren 25 Teilnehmende aus dem ganzen Landesverband in der EFG Eimsbüttel, Tresckowstrasse, zusammengekommen. Dieses Mal referierte Raphael Stein, Pastor in der EFG Stelle bei Hamburg. Raphael Stein legte in seinen Überlegungen einen Schwerpunkt auf das gesellschaftliche Umfeld des Christseins und Gemeindelebens. Anhand der aktuellen Sinusstudie gab er kurze Erläuterungen zu den unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus und ermutigte die Seminarteilnehmenden dazu, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, um in dem Umfeld, in dem sie leben, Kontakt zu Menschen zu gestalten und das Evangelium auf jeweils angemessene Weise weiterzugeben. Er machte auch deutlich, dass alle Mission ihren Ursprung in der Mission Gottes, der Sendung Jesu auf diese Welt, hat. Die Mission Gottes, so Raphael Stein, unterscheide nicht zwischen diakonischem Handeln und evangelistischer Verkündigung.

Wie schon am ersten Seminartag wechselten sich auch am zweiten Seminartag Vortragsteile, Austauschrunden und Gesprächsgruppen ab. Die Gemeinde Eimsbüttel hatte an beiden Tagen für einen rundum wohltuendes Äußeres gesorgt und zum Gelingen der Tage einen großen Teil beigetragen.

Am letzten Seminartag wird Pastor Carsten Hokema, EFG Hamburg-Altona, durch den Tag leiten und referieren. Dann wird es um die Frage gehen, wie der persönliche Glaube in einer multioptionalen und immer stärker divergierenden Gesellschaft und auch ganz persönlich an einzelnen Mitmenschen konkret und einladend weitergegeben werden kann. Der Tag will zu neuer persönlicher Sprachfähigkeit des Glaubens verhelfen.

 Das nächste und letzte Seminar, zu dem weitere Interessierte sich noch anmelden können (E-Mail an pastor(at)christuskirche.de), wird am Samstag, 18. April, von 10:00 bis 17:00 Uhr wieder in der EFG Eimsbüttel stattfinden.

Vom Dunkeln zum Licht

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, so der Künstler Paul Klee. Bei einem Workshop der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal haben die Teilnehmenden die Jahreslosung sichtbar gemacht. Teilnehmerin Carla Fischer beschreibt den künstlerischen Weg vom Dunkeln zum Licht.

Man sieht eine bunte Mischung von Menschen an diesem Morgen in der Bernhard-Göring-Straße. Eine bunte Mischung von Gesichtern und Ausdrücken darin, von Erwartungen, Nationalitäten und Altersgruppen. Ulrike Korn, freischaffende Künstlerin und Mitglied der Baptistengemeinde Leipzig, begrüßt die einzelnen Teilnehmenden, stellt sie einander vor und verbindet jeden im Raum mit einem Lächeln.

Künstlerisch wird heute die Jahreslosung „Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24) gestaltet und verstanden, erspürt und erfasst. Dabei geht es ebenso um die Schaffenden wie um das zu Schaffende, geht es um die Verbindung zwischen dem Künstler und seinem Werk, um die Inspiration und die Welt, die sich zwischen diesen Pfeilern spannt. Und so beginnt der Tag, indem ein jeder seinen Namen in ein schwarzes Kärtchen ritzt, wodurch die Buchstaben leuchtend bunt zum Vorschein kommen und ganz bewusst ein Sinnbild für die Personen hinter den Namen werden: einzigartig und wunderbar – ein Gefühl der Wertschätzung, das Leitmotiv des Workshops wird.

Die einen suchen Anschluss und Gemeinschaft, die anderen Inspiration für den Alltag und schlichtweg Neues. Doch jeden Einzelnen verbindet das Interesse an der Kunst und eine starke Identifikation mit der Losung – das Pendeln zwischen Glaube, Unglaube und Hoffnung und der Wunsch den Bibeltext für sich mit mehr anzureichern als den eigenen Assoziationen und Gefühlen.

„Vom Dunkeln zum Licht“ ist der Titel der ersten Arbeitsphase und während sich alle um eine lange Straße aus Papier versammeln, verteilt Ulrike Paletten mit schwarzer Farbe und ermutigt die Teilnehmer diese zu mischen, dem Schwarz ein Gesicht zu geben. Denn: „Schwarz ist nicht gleich Schwarz!“. Und während erst zögerlich und dann immer mutiger gewalzt und gestrichen wird, schließt sich die dunkle Fläche – wortwörtliche Dunkelheit. Ein Anfangspunkt und Basis für das, was da noch folgen wird. „Malt Licht!“ ist die zweite Anweisung und plötzlich kommt Bewegung in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für die einen ist Licht ein helles Blau, für die nächsten Orange, Gelb oder die Mischung aus Farben. Bunt wird es und die Papierstraße zur Lichtstraße zwischen den Künstlern. Keiner arbeitet mehr an nur einem Bild, es wird ein Gemeinsames geschaffen – die Plätze getauscht. „Vertrauen“ nennt es eine der Teilnehmerinnen. Das sei es was man hier lerne. Seine in Acryl gebrachten Gedanken und Gefühle dem nächsten zu überlassen, sie abzugeben, sich zu öffnen und sich nicht hemmen zu lassen im eigenen Empfinden. „Freiheit“ nennt es eine andere. „Allein bin ich eingeschränkt“ sagt sie. In der Gruppe führt der Gedanke des einen zum Gedanken des anderen. Alles fließt ineinander über und alles, was entsteht, ist neu und gemeinsam. ###3_IMAGES###Der Pastor André Krause beschäftigt sich hingegen mit dem Text an sich, lässt die Teilnehmenden die Energie der Bibelstelle erspüren, lässt sie in verteilten Rollen lesen und eröffnet dadurch einen weiteren Zugang, der all das, was noch kommt, unterfüttert. Gemeinsam erschließt sich die Gruppe im Gespräch Höhe- und Tiefpunkt des Textes und findet zum Zentrum, zur Kernaussage: dem diesjährigen Losungstext. Ein Hilferuf in tiefster Not, getragen von dem Spannungsverhältnis zwischen Glaube und Unglauben. Diesen zwei Beinen, auf denen wir stehen, diesen zwei Polen in jedem von uns und dazwischen das Seil, auf dem wir alle balancieren. Und wieder kommen wir zurück auf den Vertrauensgedanken: die Notwendigkeit von Vertrauen, auch in größter Verzweiflung. Vertrauen auf Gott und Jesus, auf Heilung und Vertrauen ins Gebet. Drum ist „balancieren“ vielleicht doch nicht der richtige Begriff, denn wir dürfen uns tragen lassen. „Wir müssen uns nicht festklammern.“ Erzählt eine weitere Teilnehmerin und beschreibt die Erfahrung eines anderen Gemeindemitglieds. Es ist kein Kraftakt, zu glauben und kein Kraftakt bei Gott zu sein, denn er ist immer da und hält uns, wo wir gehen und stehen.

„Hilf meinem Unglauben.“ Lesen die Teilnehmenden in ihren unterschiedlichen Muttersprachen und fast ist es, als sei es eine einzige. Denn die Kraft der Worte ist für jeden spürbar, ganz egal, ob man der Sprache mächtig ist. Und so verbreitet sich langsam ein Verstehen, neue Assoziationen und tatsächliche Gemeinschaft auf diesem Weg, den alle zusammengehen. Und so beginnen wir im nächsten Schritt uns selbst darin zu reflektieren, suchen uns und unsere Glaubenssätze in dem geschaffenen Bild. Jeder schneidet postkartengroße Flächen heraus, sucht sich seinen Blick auf die Welt und so stobt die Lichtfläche auseinander, in viele kleine Blätter, jedes eine Geschichte, ein Aspekt – eben jedes ein Glaubenssatz. Immer wieder verweist Ulrike dabei auf Paul Klee mit seinem berühmten Satz: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Vom Dunkeln zum Licht. Alles scheint ineinander zu greifen, sich wiederaufzunehmen. So auch die unterschiedlichen bildnerischen Mittel, welche ebenfalls laut Paul Klee Voraussetzung seien, um Gefühle auszudrücken, sich zu artikulieren. Herauskratzen, helle Buchstaben auf dunklen Grund, aufmalen, bunte Farben auf schwarzer Fläche, den eigenen Blickwinkel suchen und nun die Linie. Zeichnen, mit Wachsstiften auf schwarzem Papier. „Einen Spaziergang“ nennt es Ulrike und verweist auf die schöpferische Konfession Klees. Die Linie geht nach vorne, um einen Acker herum, zurück. Neue Welten entstehen auf dem Papier und die Künstler finden nicht nur zu ihrer eigenen Ausdrucksweise, sondern üben sich schon in dem, was nun auf sie wartet. Der Stencil-Technik folgend fertigt jeder mithilfe eines selbstgewählten Fotos eine Schablone und sprayt das Bild mit Farbdosen auf eine Leinwand. Neben den Einzelwerken entsteht auch ein weiteres Gemeinschaftsbild. „Die Gemeinde ist der Leib – und jedes seiner Glieder gleich wichtig“, sagt Ulrike und tatsächlich ist aus den Teilnehmenden eine Gemeinde geworden, geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Liebe, geeint im Glauben und dem Blick auf das Licht im Dunkeln. So geht jede und jeder nach diesem außergewöhnlichen Tag getragen und bereichert – bestätigt und ruhig.

Teppiche für den Iran

Zwei baptistische Bischöfe aus Georgien reisten in den einst verfeindeten Iran, um dort mit der Unterstützung von German Baptist Aid Obdachlosen zu helfen. Ein Reisebericht von Bischof Ilia Osephashvili.

Am 4. Januar flog ich zusammen mit Bischof Malkhaz Songulashvili in den Iran. Einen Tag zuvor war in Bagdad der iranische General Qassem Soleimani zusammen mit seinen Kollegen ermordet worden. Und das ganze Land trauerte.

Zusammen mit German Baptist Aid haben wir ein soziales Projekt für die Obdachlosen im Iran ins Leben gerufen. Denn im März 2019 wurden einige iranische Provinzen überschwemmt. Nach offiziellen Angaben sind dabei 70 Menschen ums Leben gekommen und 86.000 obdachlos geworden. Auf Initiative von Bischof Malkhaz Songulashvili hin trafen wir die Entscheidung, für 100 betroffene Familien Teppiche zu erwerben. Warum Teppiche? Weil sie praktisch im Alltag verwendet werden. Teppiche sind im Iran essentiell. An den meisten Orten haben wir auf Teppichen zusammen mit unseren Gastgebern gegessen und Tee getrunken.

Ein schiitischer Wissenschaftler und Geistlicher georgischer Herkunft, Herr Akkbar Moghadassi, half uns, die Teppiche bei einem Werk in der Stadt Kaschan (Provinz Isfahan) zu bestellen. Der Chef dieses Werkes war so begeistert, dass wir – die christlichen Bischöfe – den muslimischen Obdachlosen helfen wollten, dass er für unser Projekt zusätzlich 125 Teppiche spendete. Also konnten wir statt 100 Familien 225 Familien helfen. Als Zeichen des Respekts bekamen wir in diesem Werk Porträtteppiche von uns geschenkt und das war nicht alles… Sie fertigten extra für uns noch Teppiche mit dem Abendmahlsbild an.###3_IMAGES###Wir besuchten die Dörfer der Provinz Lorestan, die von der Überschwemmung völlig zerstört worden waren. An vielen Orten konnten wir nur noch die Spuren der einstigen Dörfer erkennen. Es war ein schönes Erlebnis, den geretteten Dorfbewohnern zu begegnen. Sie luden uns herzlich in ihre Zelte ein und bewirteten uns gastfreundlich mit frischer Kuhmilch. 

Die Geschichte Georgiens kennt eine schlimme Feindschaft mit dem Iran, damals Persien. Im 17. Jahrhundert schlug Schah Abass der Große Ostgeorgien viermal vernichtend und etwa 100.000 Georgier wurden in den Iran verschleppt. Seither gibt es in der Provinz Isfahan, in Fereydan, eine georgische Diaspora. Die Georgier haben im Iran ihre Muttersprache behalten, sind aber zum Islam konvertiert. Herr Akkbar Moghadassi gehört zur georgischen Diaspora. 

Im Iran besuchten wir auch geschichtlich interessante Orte wie Persepolis, Pasargade und Naqsch-e-Rostam. Wir beteten zum Beispiel am Grab von Kyros II. (580-530 v. Chr.), der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft befreit und ihnen das Recht gegeben hatte, zurückzukehren und den Tempel aufzubauen (Esra 1).

Wir sind Gott sehr dankbar für diese Reise in den Iran. Die Zusammenarbeit der Evangelisch-Baptistischen Kirche von Georgien mit German Baptist Aid hat uns ermöglicht, Brücken des Friedens zwischen Christen und Muslimen aufzubauen.

Koinonia – das Leben teilen

„Koinonia – das Leben teilen“, das war das Thema der AmPuls-Konferenz vom 24. bis 26. Januar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hagen. Roland Hentschel und Martin Roth berichten, wie sie die Missionskonferenz erlebt haben.

Welche Auswirkungen hat es, wenn Christen ihr Leben miteinander und mit den Menschen ihrer Umwelt teilen? Diese Frage stellten sich die circa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AmPuls-Konferenz, die der Dienstbereich Mission zu Beginn eines jeden Jahres in einer Gemeinde des Bundes veranstaltet. In diesem Jahr „zog“ es die Konferenz in die EFG Hagen am Rande des Ruhrgebiets und damit in den Westen Deutschlands.
 
Den Auftakt bildeten die Gründerkonferenz am Freitagvormittag und das Forum Diakonie, deren Besucher sich ab dem Freitagnachmittag in Hagen sammelten. Im Forum Diakonie erfuhren die Teilnehmenden von Almut Siodlaczek und Daria Kraft zum Beispiel, wie sie für diakonische Projekte Fördermittelerhalten können. ###3_IMAGES###Die Gründerkonferenz mit etwa 60 Teilnehmenden setzte sich aus Gemeindegründern und aus an Gemeindegründung interessierten Besuchern zusammen. Alle gemeinsam erlebten kreative Berichte aus einzelnen Gründungsinitiativen. Dabei wurde deutlich, dass Gemeindegründungen vielfältig, nie einheitlich, sondern kreativ sind und vom Einsatz ihrer Gründerväter und -mütter leben. Das Thema der Konferenz „Koinonia – das Leben teilen“ spielte bei den „Gründern“ eine wesentliche Rolle. Nur mit mutigen, freundlichen und wertschätzenden Einladungen zum gemeinsamen Leben kann sich Glauben im Leben von Menschen erneut oder erstmalig ereignen. Besonders beeindruckt haben mich in diesem Zusammenhang die Berichte von „Kirche, die bewegt“ aus Saarbrücken und von der projekt:gemeinde aus Wien. ###3_IMAGES###Am Freitagabend trat das Musikerpaar Judy Bailey und Patrick Depuhl auf und veranstaltete einen Lese-Liederabend „Das Leben ist nicht schwarz-weiß“. In Clubatmosphäre gelang es beiden, mit nachdenklichen, aber auch witzig wortakrobatischen Texten und stimmiger Musik die Anwesenden mit auf eine Reise in ihr Leben zu nehmen. Denn genau darum ging es: Wurzeln und Wege, Welt und Dorf, die beide in ihren Lebensgeschichten aufweisen, sind uns in vielen Farbfacetten erzählt und gesungen worden. Ein wirklich berührender Abend, weil alle Zuhörenden eingeladen waren, das Leben zu teilen – Koinonia.        ###3_IMAGES###Zu Beginn des Samstags wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jan Primke, dem musikalischen Leiter der Gemeinde Dortmund, in eine Zeit des gemeinsamen Singens und der Anbetung Gottes hineingenommen. In ihrem daran anschließenden Referat stellte Jessica Festus, Älteste und Pastorin der EFG Hagen für die internationale Gemeinde, heraus, dass der griechische Begriff „Koinonia“ die Teilhabe am Leben anderer, das Teilen des eigenen Lebens mit Anderen und somit Partnerschaft meint. Ihr leidenschaftlicher und in manchen Teilen humorvoller Vortrag beinhaltete viel Persönliches: Als Kind in Namibia geboren und aufgewachsen, später die Auswanderung nach Deutschland, die Prägung durch unterschiedliche kulturelle Einflüsse, ihre Berufung in den Dienst als Pastorin und Ausbildung im PIAP Programm des Bundes – ein Weg, der nicht möglich gewesen wäre, wenn sie nicht vielfach am Leben anderer Menschen hätte teilhaben können. „Menschen sind zur Gemeinschaft miteinander und mit Gott berufen“, so Jessica Festus: „Gemeinschaft ist eine Sehnsucht des Menschen, die Gott in einen jeden Menschen hineingelegt hat. Ja, Gott selbst ist ein dreieiniger und somit auf Gemeinschaft ausgerichteter Gott.“ Dieser Grundgedanke habe unmittelbare Auswirkungen auf unser Zusammenleben: Es gehe um ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Wertschätzung und Einheit, um ein Miteinander und ein gemeinsames „unterwegs sein“ in Vergebungsbereitschaft. Dabei sei es besonders wichtig, Andersartigkeit als Bereicherung zu sehen. Denn wo Unterschiedlichkeit im Vordergrund stehe, hindere dies echte Gemeinschaft. Am Ende wurde ihr Vortrag durch persönliche Berichte von Mitgliedern der gastgebenden Gemeinde ergänzt, wie sie „Koinonia“ leben und erleben. ###3_IMAGES###Ein reichhaltiges Workshop-Angebot stand anschließend für die Teilnehmenden bereit. Angeboten wurden zum Beispiel: „Beten aus dem Hören“, „Betrachtendes Bibel-lesen“, „Bibel gemeinsam teilen und entdecken“, „Multilingual beten“, ein Kreativworkshop „Praying in Color“ oder „Schritte in die Stille“. In seinem Workshop „Ein Gewinn: Zugänge durch alte und neue Musik“ mit schilderte Jan Primke, wie „Koinonia“ durch generationsübergreifende Musik im Gottesdienst gefördert werden kann. „Musik in der Gemeinde ist mehr als die bloße Liedauswahl“, ist Jan Primke überzeugt: „Sie ist vielmehr das generationsverbindende Element der Gemeinde-DNA.“ Engagiert und leidenschaftlich berichtete er darüber, wie in seiner Gemeinde Dortmund vor etwa 12 Jahren eine neue Art des Musizierens, das „Barock’n Roll“, entstand, wie ein eigenes Diakonat Musik eingerichtet wurde und zwischenzeitlich etliche Bands entstanden sind, die jeweils als Hauskreise ein Stück des Lebens miteinander teilen. Gerade Letzteres trage wesentlich dazu bei, dass jeden Sonntag qualitativ gute Musik eine der wesentlichen Säulen des Gottesdienstes sei. ###3_IMAGES###Im Anschluss hörten die Teilnehmenden in den sogenannten „X-Talks“ zunächst einen Bericht von Andreas Isenburg aus Dortmund, der sich für das Konzept „Kirche Kunterbunt“ verantwortlich zeichnet – ein Projekt, in dem Kinder und Erwachsene ohne kirchlichen Hintergrund neue Formen kennenlernen, gemeinsam Gemeinde zu bauen. Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland, schloss sich an mit Anregungen zu Online-Auftritten von Gemeinden und den damit verbundenen digitalen Möglichkeiten, etwa das Angebot eines Seelsorge-Chats. Walter Klimt, Pastor der Baptistengemeinde in Wien/Österreich, schilderte die Entstehung seiner Gemeinde, wie aus einer Gemeindegründungsinitiative von zwölf Leuten eine Gemeinde entstand, die heute Taufgottesdienste mit 30 bis 40 Täuflingen feiert. ###3_IMAGES###Weitere Workshops folgten am Samstagnachmittag: „Weltmission – Koinonia im globalen Dorf“, „Die sieben Merkmale einer vitalen Gemeinde“, „Konvivenz – Mission auf Augenhöhe“ und viele mehr. „Zurück zur Leidenschaft – von Fußballfans lernen“ war der Titel eines Workshops, der gut in die „Gegend“ des Veranstaltungsortes, das Ruhrgebiet mit seinen vielen Fußballvereinen, passte. In diesem Workshop unter der Leitung von Olaf Rudzio, Pastor der Gemeinde Herten, und Ralf Stibba, Mitglied der dortigen Gemeindeleitung, wurde von der Aktion der zwei Fanclubs des FC Schalke 04 „Mit Gott auf Schalke“ und des BVB Dortmund „Totale Offensive“ berichtet. Vor den Fußballderbys dieser beiden großen Clubs werden gemeinsame Gottesdienste gefeiert, was deeskalierend wirke – nach dem Motto: „Rivalität ja, Feindschaft nein“. Diese Gottesdienste finden im Übrigen seit drei Jahren in der Gemeinde Herten statt. ###3_IMAGES###Die Veranstaltung am Samstagabend wurde musikalisch von der Band der Gemeinde Hagen „Green worship“ gestaltet. Ihre teils ruhigen, teils kraftvollen Lieder nahmen die Teilnehmenden hinein in eine Haltung der Anbetung und des Lobpreises. Moderiert wurde der Abend von Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission, und Klaus Schönberg, zuständig für die Gemeindegründungen im BEFG. Den Teilnehmenden wurde ein Projekt von Pastorin Daria Kraft, tätig beim Diakoniewerk der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinden Baden- Württemberg, vorgestellt. Sie hat mit Flüchtlingskindern ein Rap-Video gedreht. Auf die (rhetorische) Frage von Joachim Gnep, ob „so etwas denn Mission sei“, antwortete sie schlagfertig und unter dem zustimmenden Beifall der Teilnehmer: „Was ist denn das für eine Frage? Natürlich, was denn sonst!?“ ###3_IMAGES###Am Ende dieses langen Tages fand die Lounge regen Zuspruch, die von einigen Mitgliedern der Gemeindeleitung der Gemeinde Hagen angeboten wurde. So klang dieser Tag mit einer Vielzahl von Eindrücken und Anregungen gemütlich aus.

Die Konferenz fand ihren Abschluss mit dem Gottesdienst am Sonntagmorgen. Joachim Gnep thematisierte in seiner Predigt über Apostelgeschichte 2,42 erneut die Frage, was Koinonia ausmache. Er stellte noch einmal den Gedanken der Teilhabe, das Leben miteinander zu teilen, heraus: „Gott wird einer von uns. Ihn hat es nicht im Himmel gehalten, er will das Leben mit uns teilen. Jesus will Gemeinschaft, er will mit uns leben, will mit uns essen und trinken. Koinonia ergreift alle Lebensbereiche, Freud und Leid. Eine solche Gemeinschaft ist attraktiv.  Auch Mission beginnt damit, das Leben zu teilen. Entscheide dich dafür, die Menschen zu lieben, oder lass es sein mit der Mission.“ Aussagen und Sätze, die den Zuhörerinnen und Zuhörern vor Augen und Ohren hielten, dass alle Mission von einem liebenden Gott ausgeht, der sich nach den Menschen sehnt. Und dass Mission nur dann ihr Ziel erreicht, wenn sie von Men-schen ausgeht, die sich von Gott geliebt wissen, die Menschen lieben und dazu bereit sind, mit Anderen das eigene Leben zu teilen –  zumindest ein Stück davon. Mit der Möglichkeit, sich segnen und senden zu lassen, endete dieser Gottesdienst und mit ihm eine inspirierende und ermutigende AmPuls-Konferenz.  

Ein besonders herzliches Dankeschön gilt dabei der gastgebenden Gemeinde Hagen und ihren vielen Mitarbeitenden, die für ein gastfreundliches und angenehmes Konferenzklima sorgten. ###3_IMAGES###Die nächste AmPuls-Konferenz findet vom 22.-24. Januar 2021 in der EFG Karlsruhe statt.

Nach der Einheit streben

Die Delegierten der BEFG-Landesverbände in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) trafen sich in Elstal, um über verschiedene Formen der Ökumene und anstehende ökumenische Großereignisse zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Versammlung vom 24. bis 25. Januar standen Begegnungen und Austausch: Die ACK-Delegierten berichteten von ihren Erfahrungen aus den ACK-Treffen vor Ort. Speziell thematisiert wurden Angebote für junge Leute und die Einbindung neocharismatischer Bewegungen, wie International Christian Fellowship (ICF), und die Frage nach neuen Formen der Ökumene, wie sie auch der Christliche Convent Deutschland (CCD) vertritt.

Über die Orts- und Landesverbandsebene hinaus ist die ACK auch auf Bundesebene aktiv. Die ACK-Geschäftsführerin Dr. Verena Hammes besuchte das baptistische Treffen und stellte die Planungen für das „Jahr der Ökumene“ 2021 vor. Zum einen findet vom 12. bis 16 Mai 2021 der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt am Main statt sowie erstmals in Deutschland die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) im September in Karlsruhe. Zum anderen unterstützt die ACK das Täufergedenken „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“. Denn Dr. Verena Hammes ist überzeugt: „Was eine oder mehrere Mitgliedskirchen bewegt, bewegt die gesamte ökumenische Familie.“

Prof. Dr. Uwe Swarat berichtete von den internationalen Gesprächen, an denen der BEFG beteiligt ist. So hat der Baptistische Weltbund mit dem Weltrat der Methodisten vier Jahre lang Gespräche geführt. Die Ergebnisse dieses ökumenischen Dialogs wurden jetzt in dem Bericht „Glaube, der durch die Liebe tätig ist“ auch auf Deutsch veröffentlicht. Darin wurden viele Gemeinsamkeiten, wie die bereits gelebte Abendmahls- und Kanzelgemeinschaft, festgehalten. Außerdem werden Baptisten und Methodisten – unabhängig von den unterschiedlichen Taufverständnissen – dazu ermutigt, die Gemeinschaft und das gemeinsame Handeln zu suchen.

Auf der Jahrestagung beschäftigten die ACK-Beauftragten sich auch mit einem Beitritt zum Ökumenischen Rat der Kirchen. Zum bevorstehenden Beschluss des Bundesrates über den Antrag auf Mitgliedschaft erklärten die Delegierten: „Wir begrüßen es sehr, dass sich der Bundesrat in den vergangenen zwei Jahren mit dem ÖRK befasst hat. Wir werben nachdrücklich darum, in diesem Jahr 2020 dem Beitritt zuzustimmen. Als Evangelisch-Freikirchliche Christen in unseren Orten engagieren wir uns auf regionaler Ebene, auf Bundesebene und in Europa ökumenisch. Für uns ist es nur konsequent, dass unser Bund sich auch auf Weltebene zur Zusammenarbeit der Kirchen bekennt, zum gemeinsamen Ringen um die Erkenntnis des Willens Christi für unsere Zeit. Weil die Welt das Evangelium von Jesus Christus hören soll, müssen Kirchen auch weltweit nach der Einheit streben, um die Jesus gebetet hat.“

Darüber hinaus hatten die ACK-Beauftragten Pastor i.R. Heinrich Christian Rust eingeladen. Er stellte den Christlichen Convent Deutschland (CCD) vor: ein christliches Netzwerk von leitenden Verantwortlichen aus den verschiedenen verfassten Kirchen und Freikirchen sowie aus christlichen Gemeinschaften und Bewegungen. Dieser Zusammenschluss möchte die Ökumene in unterschiedlichen Dimensionen leben. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte Ökumene der Herzen, das geistliche Erkennen, wie Christus im anderen lebt. Der CCD versteht sich als „Anstoß-Bewegung“, die geistliche Leiter einlädt, ökumenische Einheit zu vertreten.

Pastor Manfred Ewaldt leitete die Versammlung und resümierte: „Wir haben unterschiedliche Formen der Ökumene auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene in den Blick genommen. Auf das wir als Christinnen und Christen voneinander lernen, uns ergänzen und das Gemeinsame suchen!“

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