Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

Zehn Jahre Schriftenreihe „Baptismus-Dokumentation“ des Oncken-Archivs

Seit zehn Jahren gibt es die Schriftenreihe „Baptismus-Dokumentation“ des Oncken-Archivs in Elstal. Pünktlich zum Jubiläumsjahr ist nun der 10. Band der Reihe erschienen: „Walter Rauschenbusch und die Anfänge seiner Theologie des Social Gospel 1886-1891“.

Geplant wurde die Schriftenreihe, um das umfangreiche Material des Oncken-Archivs für „öffentliche, wissenschaftliche und private Zwecke zur Verfügung zu stellen“, sagt Ines Pieper, Archivarin im Oncken-Archiv. Der gerade neu erschienene Band 10 von Klaus Jürgen Jähn beschäftigt sich mit dem „Sozialen Evangelium“ und dem deutsch-amerikanischen Baptisten und Theologen Walter Rauschenbusch, der wesentliche Impulse für die Bewegung gab.

„Das Anliegen dieser und der vorangegangenen Veröffentlichungen war und ist, deutlich zu machen, wie spannend die Auseinandersetzung mit Themen der Geschichte sein kann, besonders, wenn sie einen Bezug zu aktuellen Herausforderungen haben“, erläutert Mitinitiator Reinhard Assmann vom Historischen Beirat des BEFG. So hat es in den vergangenen zehn Jahren jährlich eine Neuveröffentlichung gegeben, getragen vor allem durch ehrenamtliche Arbeit. In großer Breite seien, so Assmann, „Beispiele aus der Vielfalt baptistischer Geschichte dokumentiert – vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.“

Auch BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba freut sich: „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, die in diesen Veröffentlichungen steckt – manche eignen sich direkt als baptistisches Nachschlagewerk. Ich bin begeistert von dem Engagement der Autoren und dem Oncken-Archiv als Herausgeber.“

Pläne für die Zukunft gibt es auch schon: So sollen demnächst wichtige Quellentexte und Stellungnahmen des BEFG aus den Jahren des Nationalsozialismus, der DDR und der Bundesrepublik herausgegeben werden.

Und Ines Pieper versichert: „Nach wie vor gibt es im Oncken-Archiv ausreichend baptistisches Quellenmaterial, welches sich noch für viele weitere Veröffentlichungen in der Schriftenreihe eignet.“

Erlebnispfad in Oldenburg

Vor der Kreuzkirche in Oldenburg ist ein kleiner Weg aufgebaut. Fünf Holzinstallationen stehen dort und laden zum Innehalten ein. Dazu gibt es Fragen unter der Überschrift des BEFG-Jahresthemas „Dich schickt der Himmel!“, um über das Leben nachzudenken und sich herausfordern zu lassen.

Entstanden ist der Erlebnispfad eigentlich aus einer Notsituation heraus. Die ursprünglich geplante Ausstellung zur Passionszeit in den Räumen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde musste wegen steigender Inzidenzzahlen der Corona-Pandemie abgebrochen werden. Die Gemeinde wollte trotzdem mit der Nachbarschaft in Kontakt kommen und hat dabei entdeckt, wie gut sich dazu der sonst eher stiefmütterlich behandelte Gemeindevorplatz eignet. Eine Litfaßsäule vor der Gemeinde als Kommunikationsplattform mit den Menschen in der Umgebung wurde von der Stadtverwaltung nicht genehmigt. So kam man schließlich auf die Idee des Erlebnispfads.

„Runde Sache“, „Zerbrochenes“, „Stufen des Erfolgs“, „schiefe Bahn“ und „mit am Tisch“ heißen die Stationen dieses Entdeckerwegs, an denen Einzelne Impulse bekommen, „Himmelsbote oder Himmelsbotin“ zu werden. Die Gemeinde hat Informationen aus dem ganzen Stadtgebiet gesammelt, wo man sich ehrenamtlich für eine gute Sache einbringen kann. Am Ende des Pilgerweges stehen zwei große Tafeln. Hier kann man Bitten um Unterstützung veröffentlichen oder sich über Möglichkeiten zur Beteiligung informieren. Das Ganze wurde in digitaler Form auch im Internet veröffentlicht: www.dichschicktderHimmelOL.de

In Oldenburg hat man gute Erfahrungen damit gemacht, die Schwellen zum eigenen Grundstück oder den Räumen zu senken. So entstand im letzten Sommer ein Spielplatz und es wurden Fußballtore auf dem Rasen aufgestellt. All das, sowie auch die neue Büchertauschbörse vor der Kirche, erfreut sich regen Zuspruchs. Der Kirchenparkplatz kann von den Lehrkräften der benachbarten Schule oder den Besucherinnen und Besuchern der Apotheke genutzt werden.

„Wir haben zu Beginn der Corona-Situation gemerkt, wie sehr wir um uns selber kreisen und uns wünschen, dass alles wieder wird wie früher. Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir damit nicht weiterkommen und diese Sichtweise nur zu Stillstand führt. Deswegen haben wir uns überlegt, wie man stattdessen aktiv werden kann. Und dazu wollten wir auch die Nachbarschaft mit einladen“, sagt Martin Seydlitz aus dem dreiköpfigen Pastorenteam.

Hausmeister Willi Folz, der für die praktische Umsetzung verantwortlich war, freut sich, dass der Erlebnispfad so gut angenommen wird: „Durch die viel befahrene Straße und die Apotheke nebenan, haben wir auch ‚Laufkundschaft‘: Menschen, die zufällig vorbeikommen, neugierig werden und die Stationen erkunden.“ Und über die beiden neuen Computerexperten, die man via Aushang für das Repair-Café gesucht hatte, freut er sich auch.

Veranstaltung Lebenskunst - Malerei

Fast 30 Teilnehmende haben sich am am 21. April in der zweiten Online-Veranstaltung „Lebenskunst-Kunst des Lebens“ über Bildende Kunst ausgetauscht. 

Wolfgang Weiss, Künstler aus Siegen und Ralph Ossa, Pastor und Künstler aus der EFG Erfurt nahmen die Teilnehmenden mit in ihre Gedanken über ihr künstlerisches Werk. Wolfgang Weiss reflektierte über seine Bilder zum Thema „Unschärfe“ und postulierte dadurch, dass man durch diese Technik lernt, „das Wesentliche zu sehen“.

Ralph Ossa stellte zwei seiner Bilder vor, die sich mit der Flüchtlingsproblematik und mit der Gewalt, dem Leiden, aber auch mit der Perspektive „Licht im Dunkeln“ befassen.

Abschließend entwickelte Thomas Oetzmann, FeG Lüneburg, Gedanken zum „Lebensteppich“. Ausgehend vom Knüpfen eines Teppichs, der durch das Einbinden unzähliger Fäden ein Bild ergibt, sei das auch in unserem Leben der Fall. Gelingendes Leben sei abhängig von Dankbarkeit und Versöhnung mit anderen Menschen und dem eigenen Sein.

Eine Teilnehmerin schrieb an den BEFG: „Von Herzen möchte ich allen danken, die an diesem Abend mitgestaltet haben. Es tat so gut, diese Bilder zu sehen - endlich mal über den eigenen (Corona) Rahmen rauszuschauen. Menschen zu hören, die einen Weitblick haben und vermitteln können. In diesen Zeiten kann einem die Lebens-Luft knapp werden. Ich freue mich auf die kommenden Veranstaltungen.“

Weitere Veranstaltungen folgen. Am 9. September 2021 zum Thema „Tanz als Sprache des Glaubens“ mit Claudia Sokolis-Bochmann und am 13. Oktober 2021 zum Thema „Sprache“ mit Andreas Malessa. 

Die Beitrag von Wolfgang Weiß kann hier abgerufen werden, der Beitrag von Ralph Ossa ist hier zu finden. 

„Ich bin da“ – Online-Seminar in der EFG Gütersloh

Gemeinschaft stärken, Kontakte pflegen, füreinander da sein - darum geht es im Seminar „Ich bin da“. Aber wie können wir das erleben und praktizieren, jetzt in Zeiten der Pandemie?

Zu dieser Frage hatte die EFG Gütersloh am 19.04.2021 Friedrich Schneider und Jutta Teubert in einem Online-Meeting zu Gast. Kurze Inputs zu den wesentlichen Inhalten des Seminars mit Blick auf die aktuelle Situation brachten 14 Mitarbeitende der Gemeinde in den Austausch. Deutlich wurde, dass die Pandemie Veränderungsprozesse in Gang gebracht hat, woraus Chancen und auch Herausforderungen für die Zukunft folgen. Feste Gruppenstrukturen werden zunehmend weniger favorisiert, aber bedarfsorientierte Formen der Gemeinschaft gern angenommen. Was stärkt den Zusammenhalt wirklich?, war ein zentraler Impuls.

Friedrich Schneider wies in seinem Input zum Kommunikationsdreieck „Ich – Du - Gemeinde“ auf die Bedeutung dieser wechselseitigen Beziehung hin. Zu reflektieren, warum stehe ich mit wem in Kontakt, hilft den Blick zu weiten für Kontakte, die stärken und gut tun. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt war „Einsamkeit begegnen“. Dazu erläuterte Jutta Teubert den Unterschied zwischen einsam und allein: Alleinsein ist ein Zustand, und einsam ist, wer sich einsam fühlt. Sie hob hervor, dass Einsamkeit ernst zu nehmen ist und krank machen kann, zeigte aber auch Wege auf, die aus der Einsamkeit herausführen können. Besonders große Bedeutung kommt dabei dem (Wieder-)Aufbau von sozialen Kontakten zu. Ebenso helfen können Rituale, die den Glauben und die Verbundenheit stärken, wie auch Zuspruch, der Vertrauen schafft.

Daran schloss Friedrich Schneider einen geistlichen Impuls zur Gemeinschaftstreue Gottes an.

Am Ende wiesen der Referent und die Referentin darauf hin, wie lohnenswert das Tagesseminar „Ich bin da“ mit vertiefenden Inputs und interaktiven Elementen als Präsenzveranstaltung ist. 

Systemrelevante Gemeinden entwickeln

Die Beteiligung von Menschen am Leben christlicher Gemeinden hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Darauf hat der evangelische Theologe und Spezialist für Gemeindewachstum Christian A. Schwarz (Emmelsbüll) in einem Impulsreferat für die Ratstagung des Landesverbandes Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hingewiesen.

Bei seinen Untersuchungen von weltweit mehr als 70.000 Gemeinden sei dieser Trend überall zu beobachten gewesen. Er rate Gemeinden, die Qualität ihres Gemeindelebens regelmäßig durch Befragungen zu überprüfen. Dann sei es auch möglich, die veränderbaren Faktoren für ein Wachstum der Gemeinden nach innen und außen zu beeinflussen. Zu diesen acht Faktoren zählt Schwarz unter anderem die Leitung der Gemeinde, ihre Spiritualität, effektive Strukturen und die Gottesdienste. Er machte jedoch auch deutlich, dass ein zahlenmäßiges Wachstum immer ein Geschenk Gottes sei.

Die Ratstagung stand unter dem Thema „Systemrelevante Gemeinden entwickeln“ und fand am 17. April 2021 zum ersten Mal in Form einer 210minütigen Videokonferenz statt. Trotz der räumlichen Trennung meldeten Teilnehmer, sie hätten das „Gefühl von Gemeinschaft und Begegnung“ erlebt. Dazu dienten drei Begegnungsräume mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und Themenstellungen von insgesamt 30 Minuten. Zeitweise nahmen 140 Besucher an der Tagung teil. Möglich war sie durch die intensive Vorbereitung durch die Leitung des Landesverbandes, eine stringente freundliche Verhandlungsführung und die Disziplin aller Beteiligten, innerhalb der Zeitvorgaben zu bleiben. Technisch betreut wurde die Tagung äußerst umsichtig und hilfreich von Mitarbeitern des Gemeindejugendwerks.

Rückmeldungen zeigten auch, dass die Teilnehmer das Treffen abwechslungsreich und kurzweilig empfanden. Durch den engen Zeitrahmen blieben die Diskussionszeiten eingeschränkt, ein Austausch war jedoch durch die Chatmöglichkeiten, die Breakout-Gruppen und E-Mails möglich. Auf diese Weise konnten einige Diskussionen geführt, sowie Fragen gestellt und bearbeitet werden.

Während der Ratstagung fielen Entscheidungen zu den Finanzen des Landesverbandes. Unter anderem wurde über eine Erhöhung der jährlichen Beiträge auf 28€ ab 2022 entschieden. Mit Eckart Müller-Zitzke (Salzgitter) und Andreas Raschke (Halberstadt) wurden zwei Kandidaten für Funktionen in Bundesgremien nominiert. Auch eine Änderung der Satzung stand auf der Tagesordnung. Sie wurde unter anderem vorgeschlagen, um für die Zukunft unterschiedliche Formen der Ratstagungen zu ermöglichen sowie die Personalverantwortung für die Hauptamtlichen zu regeln.

Alle Dokumente und Anträge standen den Teilnehmern vorab online zur Verfügung. Die Ergebnisse der Abstimmungen stehen erst nach Auszählung der brieflichen Abstimmungsunterlagen Anfang Mai fest.
In den nächsten Tagen werden Videos vom Vortrag, Statements zur „Natürlichen Gemeindeentwicklung“ sowie des Eingangsimpulses von Pastor Jürgen Tischler, dem Leiter des Landesverbandes, auf die Homepage www.baptisten-nosa.de gestellt.

Der Landesverband NOSA besteht aus 86 Gemeinden mit ca. 11.000 Mitgliedern in Teilen von Niedersachsen und Ostwestfalen sowie dem Bundesland Sachsen-Anhalt. Landesverbandsleiter ist Pastor Jürgen Tischler, Springe, Stellvertreter Dr. Stefan Voges, Salzgitter.

3. Kurs Seelsorge und Beratung des Kurses 2019/2021

Vom 21. bis 26. März 2021 hat die dritte Kurswoche des laufenden Kurses 2019/2021 mit 16 Teilnehmenden aus FeG und EFG stattgefunden. Zum ersten mal digital! Eine Teilnehmerin berichtet davon.

„Als ich vor über einem Jahr in den Kurs startete, war mein Wunsch, Fach- und Handlungskompetenzen im Bereich der Seelsorge zu erwerben. Dabei dachte ich vor allem an hilfreiche Theorieeinheiten und methodisches Training, weniger an die „Selbsterfahrung in der Gruppe“. War ich anfangs noch sehr überrascht, wie viel es um die Wahrnehmung der eigenen Person und Lebensgeschichte ging, schätze ich dies inzwischen umso mehr. Mich mit mir selbst auseinanderzusetzen hilft mir, mich in andere hineinzuversetzen. Eine besondere Form des Lernens. 

In der 3. Woche unseres Kurses stand die Biografiearbeit im Wochenplan. Eine sehr bereichernde Arbeit für mich persönlich, für uns als miteinander Lernende und nicht zuletzt für uns als Seelsorgende. Anhand unserer Geschichten haben wir erlebt, dass jede und jeder von uns einen metaphorischen Rucksack trägt und dass es sehr hilfreich sein kann, in Begleitung anderer Menschen, die wahres Interesse an einem zeigen, in den Rucksack hineinzuschauen und ihn vielleicht sogar abzulegen. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen, und dass die dritte Kurswoche trotz Pandemie stattfinden konnte. Ich bin freudig gespannt auf die abschließende 4. Kurswoche Ende September.“

Für den nächsten Kurs, der im März 2022 in Elstal beginnt, läuft das Bewerbungsverfahren. Nähere Infos unter: akademie-elstal.de oder seelsorge.feg.de

 

Menschen im Gemeindeumfeld erreichen

Seit ihrer Gründung 2001 ist der Name Programm: Die projekt:gemeinde Wien verwirklicht Projekte, von der Arbeit mit Geflüchteten über eine Bibelschule bis hin zu einem Wohnangebot für Studierende. 2015 kam mit dem Donauhof der Aufbau eines Sozial- und Veranstaltungszentrums hinzu. In einem Ballsaal und einem ehemaligen Casino soll unter anderem ein Caféhaus entstehen – als Ort der Begegnung mit den Menschen in dem innerstädtischen Neubaugebiet. In ihrem Bericht geben Pastor Walter Klimt und Pastorin Mira Ungewitter Einblick in den aktuellen Stand des Projekts.

PDF: Bericht über das Projekt:Donauhof

„Zwischenhalt“: Formen der Gemeinschaft

„Zwischenhalt“ hieß das dreistündige Online-Treffen der Pastorinnen und Pastoren des BEFG, das als Ersatz für den wegen Corona auf 2022 verschobenen Konvent vom Vertrauensrat organisiert wurde. Referent war Tobias Künkler von der CVJM-Hochschule in Kassel.

Wie werden wir in Zukunft zusammenkommen? Welche Formen von Gemeinschaft suchen die Menschen heute? Keine unwesentlichen Fragen für eine Kirche, die ihr Ideal in der „versammelten Gemeinde“ hat.
Rund 350 ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundes machten sich darüber Gedanken.

Tobias Künkler sprach über das „Vergemeinschaftungsparadox“. Menschen suchten die Gemeinschaft, um der Einsamkeit zu entgehen, und fürchteten doch zugleich, in der Gemeinschaft ihre Individualität zu verlieren. Die Angst vor physischer Ansteckung in Zeiten der Pandemie verstärke bloß einen Trend, der schon vorher eingesetzt habe. Es sei wahrscheinlich, dass die Zukunft in flexibleren Gemeinschaftsformen liege: hybride Veranstaltungen mit anwesenden und online zugeschalteten Besuchern, stärker noch auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten und mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten.

Aus den Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sowohl die Sorge über den Zusammenhalt der Gemeinde als auch die Lust, neue Wege zu erkunden. Gemeinsam war allen die Überzeugung, dass entscheidend sei, in welcher Versammlungsform auch immer Christus als unsere Mitte zu erleben.

„Toller Service“ bringt Gemeinden ins Internet

Der Arbeitskreis Internet wird zum 1. April offiziell an das Referat für Kommunikation des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) angedockt. Der Wechsel vom Landesverband NRW auf die Bundesebene ist für Landesverbandsleiter Martin Hamann „folgerichtig“, weil der Arbeitskreis schon lange „für alle BEFG-Gemeinden da ist“, wie dessen Gründer Christian Kuntze betont. „Wir sind dankbar für den tollen Service, der aktuell 200 Gemeinden, Landesverbänden und Werken alles aus einer Hand bietet: Internetseite, Schulung, Support, und auch für das Hosting ist gesorgt“, so BEFG-Kommunikationsleiter Dr. Michael Gruber.

Christian Kuntze, der den Arbeitskreis 2005 gegründet hat, hebt hervor, dass „die neue Anbindung die Realität besser widerspiegelt, weil ein Landesverband nicht der ‚klassische Heimathafen‘ für ein bundesweites Angebot ist.“ Er leitet den Arbeitskreis zusammen mit Jonathan Schneider Paas, der seit 2009 mit dabei ist. Beide betonen: „Wir sind dem Landesverband sehr dankbar, dass unsere Arbeit dort wachsen konnte und wir einen Raum hatten, um unsere Ideen umzusetzen.“ Die neue Anbindung sei ein konsequenter Schritt, doch für Gemeinden ändere sich nichts: „Wir wollen Einrichtungen in unserem Bund das Handwerkzeug liefern, um sich online zu präsentieren. Wir sorgen für die Technik, damit Gemeinden sich auf die Inhalte konzentrieren können.“ Aktuell engagieren sich elf Ehrenamtliche in dem Arbeitskreis.

Der scheidende Landesverbandsleiter Dieter Orzessek würdigt, dass der Arbeitskreis „Pionierarbeit auf dem Weg der Digitalisierung der Gemeinden“ geleistet habe. Es sei beeindruckend, „mit wie viel Einsatz hier getestet, geforscht, entwickelt und beraten wurde“, um jeweils passgenaue Angebote für die Internetseiten von Gemeinden und Werken zu machen. Die Anbindung eines deutschlandweiten Angebots an den Bund halten er sowie das neue Führungsduo Martin Hamann und Hartmut Hoevel für sinnvoll: „So traurig wir auch sind, dass diese Arbeit nicht mehr ‚bei uns‘ beheimatet ist, so dankbar sind wir, dass sich das Engagement ausgezahlt hat und nun auch offiziell dem gesamten Bund zur Verfügung gestellt wird.“

Darüber freut sich auch Volker Springer, der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG. Für ihn wird hier „das gute Miteinander von lokalen, regionalen und bundesweiten Initiativen im Bund deutlich“. Und das hebt auch Christian Kuntze hervor: „Mit einigen Bundesmitarbeitenden gibt es seit Jahren eine gute Zusammenarbeit, und wir freuen uns darauf, kommende Herausforderungen gemeinsam anzugehen.“ Schließlich seien die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung rasant. „Und hier wollen wir Gemeinden und Werke unterstützen.“

Seelsorge: Eigene Grenzen und Stärken kennen

„Ich muss meine eigenen Grenzen und Stärken kennen, um anderen begleitend und hilfreich zur Seite stehen zu können“ so formulierte eine Teilnehmerin ihr Fazit vom digitalen Diakonietag.
Über 170 Teilnehmende haben am 13. März am Diakonietag zum Thema „Gemeinde als Herberge? – Möglichkeiten und Grenzen der Begleitung von Menschen mit seelischen Belastungen“ teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der Diakonischen Arbeitsgemeinschaft (DAG) im Bund Freier evangelischen Gemeinden und der Diakonie im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden durchgeführt.


Nach der Begrüßung und Andacht von Jost Stahlschmidt, dem Leiter der DAG hielt Dr. Martin Grabe, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark sein Referat zum Thema seelische Belastungen und Störungen. Sehr verständlich und fundiert führte Dr. Grabe die unterschiedlichen Erkrankungen, wie Schizophrenie, affektive Störungen (Depression, Manie und Manisch-depressive Erkrankung, Angststörungen und die Borderline-Persönlichkeitsstörung aus. Ebenso ging er auch auf psychische Störungen durch Alkohol oder Drogen und Essstörungen ein. Zum Schluss gab er noch hilfreiche Hinweise für alle, die Menschen mit seelischen Belastungen begleiten. Dabei ging Dr. Grabe auch darauf ein, wie wichtig es ist Grenzen wahrzunehmen und zu setzen und zu erkennen, wo therapeutische Hilfe nötig ist. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass eine Therapiebereitschaft oft nur durch Leidensdruck entsteht.

Am Nachmittag wurden Themen des Vortrags in Seminaren von Jutta Böttcher, Elena Lill und Frieder Niestrat vertieft bzw. durch weitere Themen zum „Umgang mit traumatisierten Menschen“ von Ulrike und Michael Wick und „Einsamkeit“ von Daria Kraft ergänzt. Dabei wurde auch deutlich, dass wir „in der Seelsorge im Spannungsfeld von Fürsorge und Selbstfürsorge“ leben und arbeiten.

Die Rückmeldungen auf den Tag waren sehr positiv: von „hilfreich und gewinnbringend“, über „gute Struktur des Tages mit Fachvortrag, Seminaren und Raum zum Gespräch“, bis zu „hilfreiche Verknüpfung von Theorie und Praxis.“ Weitere Teilnehmer und Teilnehmerinnen schrieben: „Danke, dass es nicht nur um die Grenzen der Belastbarkeit ging, sondern auch um den Gewinn, den Menschen mit Belastungen mitbringen.“ „Das Ziel der Begleitung, jemandem wieder ein leichteres Leben zu ermöglichen, hat mir bei der Kurzdarstellung der verschiedenen Krankheitsbilder, sehr gut gefallen“. „Ich nehme mit: Mut zur Klarheit ist sehr wichtig“. „Es könnte zukunftsweisend sein, Veranstaltungen auch in Zukunft in diesem Format zu planen.“

Für den 20. November ist der nächste – eventuell hybride – Diakonietag zum Thema „Sterben“ geplant.

Online-Seminar für farsisprachige Mitarbeiter/-innen am 20. Februar 2021

Im letzten Jahr nahmen an vier Seminaren über 200 Menschen teil, die dadurch in ihrer Muttersprache vertiefende Kenntnisse über Bibel, Glauben und Gemeinde erhielten. Denn nach dem Glaubens- und Taufkurs, der meist in der Ortsgemeinde angeboten wird, geht das Glaubensleben ja weiter.

In der Akademie Elstal hat Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung, ein Team mit farsisprachigen Pastorinnen und Pastoren gebildet, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen in den Seminaren auf Farsi weitergeben. Flor Abojalady (Berlin) begrüßte die Gruppe an den über 60 Zoom-Bildschirmen, vor denen oft zwei oder drei Interessierte saßen, zu ihrem grundlegenden Vortrag „Wozu sind wir als Christen berufen?“. Thomas Klammt leitete dann in eine Gruppenarbeit über den Bibeltext aus Johannes 13,1-17. Von Jesus können wir lernen, was es heißt zu dienen, nicht zu herrschen. Nach der Mittagspause erklärte Amir Paryari (Mainz) mit Bezug auf 1. Korinther 12, wie Christen mit ihren unterschiedlichen Gaben das gemeinsame Ziel der Gemeinde unterstützen können. Dafür ist es wichtig, „Zusammenarbeit im Team“ zu lernen, wie Omid Homayouni (Varel) mit vielen Bildern anschaulich darstellte. Dass es in der Gemeinde nicht nur um menschliche Fähigkeiten geht, betonte Zohreh Niazi Vahdati (Dortmund) in ihrem Vortrag über das „Dienen in der Kraft des Heiligen Geistes“. Zu jedem Thema gab es angeregte Frage- und Diskussions-Runden, die auch im Chat und in der Mittagspause weitergeführt wurden.

Mohsen Kornelsen (Ingolstadt) hat bisher an fast allen Seminaren teilgenommen und zog wieder ein positives Fazit: „Die Tagung trug dazu bei die Beziehungen und die Gemeinschaft zwischen persischsprachigen Geschwistern zu stärken und gemeinsam im Glauben zu wachsen. Wir konnten dadurch nicht nur von den Sprechern, sondern auch voneinander lernen.“.

Das nächste Online-Seminar am Samstag, 8. Mai, widmet sich dem Thema: „Was ist Vergebung? Wie können wir vergeben lernen?“

Fit für den Gemeindedienst – im Glauben wachsen!

Zu Ostern bittet der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden traditionell um Spenden für seine Bildungsarbeit. An der Theologischen Hochschule Elstal werden junge Menschen für den pastoralen und den diakonischen Dienst ausgebildet. Anja, Carl und Anna berichten über ihren Studienalltag im Lockdown, ihre Motivation für den Gemeindedienst und das Comeback von Spaziergängen.  

Das aktuelle Bild der Theologischen Hochschule Elstal ist aufgrund des Lockdowns ein ziemlich ungewöhnliches: leere Vorlesungssäle, Stille auf den Fluren und auf dem sonst so belebten Campusgelände höchstens kleine Gruppen von Studierenden – mit Abstand und Maske. Alle Lehrveranstaltungen finden online statt.###3_IMAGES###Dabei zeichnet sich das Studium in Elstal seit jeher durch das besondere Miteinander aus: „Dadurch, dass die meisten der Studierenden auch auf dem Campus wohnen, ist man immer in engem Austausch“, erzählt Anja Pallasch, die gerade ihren Master in Diakonie und Sozialtheologie macht. Zurzeit sei das eben nur draußen möglich. „Spaziergänge feiern gerade sozusagen ein großes Comeback!“

Mit ihr studiert auch Carl Heng Thay Buschmann. Er ist in seinem ersten Mastersemester in Theologie mit dem Schwerpunkt Mission und Diakonie. „Im Studium lernt man so viele von Gott begabte Leute kennen, die eine ganz andere Spiritualität oder theologische Position haben als man selbst, die aber genauso mit Gott unterwegs sind.“ So will Carl später auch für seine Nächsten in der Gemeindearbeit da sein, wo unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Begabungen, Ideen und Meinungen gemeinsam ihren Glauben leben: „Mein Glaube hat mich mein Leben lang geprägt und prägt mich auch weiterhin. Gleichzeitig möchte ich unbedingt hören, wie du deinen Glauben lebst, und dir da begegnen. Denn ich finde es äußerst spannend, wie Jesus in deinem Leben wirkt.“

Das Studium ist praxisorientiert und gemeindebezogen. Es soll die Studierenden auf ihren Dienst in der Gemeindearbeit vorbereiten und sie gleichermaßen in ihrem persönlichen Glauben festigen. „Man merkt total, dass wir hier auch wirklich als Person gesehen werden: Die Dozentinnen und Dozenten gehen auf unsere Fragen genau ein, unterstützen uns in unserer persönlichen Entwicklung und begleiten uns in unserem Glauben“, berichtet Anna Kramer, Theologie-Studentin im Bachelor.

Wie alle anderen Arbeiten des BEFG ist auch die Hochschule auf die Unterstützung durch Spenden und Kollekten angewiesen. „Wir freuen uns über jede Zuwendung zur Förderung dieser wichtigen Arbeit“, betont Generalsekretär Christoph Stiba. „Wir wollen Carl, Anna und Anja und viele weitere berufene junge Menschen auch in Zukunft auf ihrem Glaubensweg begleiten und für ihren Dienst in der Gemeinde ausbilden – für ihren Dienst am Menschen und für Gott.“

Gemeinden sollen ins Handeln kommen und Nachbarschaft stärken

In der aktuellen Situation sollten christliche Gemeinden und diakonische Initiativen innehalten und wahrnehmen, was die Gesellschaft aktuell erlebt und erfährt. „Gerade lösen sich viele vertraute Gruppen auf und viele Themen werden nach der Pandemie bleiben“, erklärte Jutta Arndt (Stuttgart). Die künftige Geschäftsführerin der Diakonie der Brüdergemeinde Korntal-Wilhelmsdorf sprach auf der Mitgliederversammlung des Diakoniewerks der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg am 6. März über „neue Herausforderungen für die Gemeindediakonie nach der Pandemie“.

Als „langfristige Themen der Diakonie“ nannte Arndt in der Videokonferenz vor knapp 30 Teilnehmern beispielsweise die Arbeitslosigkeit, eine massive Bildungsungleichheit oder die Zunahme psychischer Erkrankungen. Kirchengemeinden müssten wahrnehmen, „wie viel Verlust aktuell passiert“. Der „Gott der Selbstverwirklichung“ sei massiv in die Krise geraten. Viele Menschen hätten „Hunger und Durst“ nach Heimat, so Arndt in Anlehnung an Matthäus 25 und die Maslowsche Bedürfnispyramide weiter. Hier müssten Gemeinden „ins Handeln kommen“ und einladender werden.

Mit Blick auf christliche Gemeinden sagte die Diakonikerin, viele Gemeinden seien vor der Pandemie „sehr zufrieden gewesen“. Sie sollten Orte sein, an denen menschliche Grundbedürfnisse befriedigt werden und die Nachbarschaft stärken. Dies erfordere gegenseitige Unterstützung und Begleitung. Hier könnte das Diakoniewerk helfen, neue Ideen zu entwickeln. Dies bedeute auch, hauptamtliche Strukturen zu stärken.

Die Esslinger Pastorin Anja Bloedorn forderte in ihrem Praxisbericht, Gemeindehäuser dürften unter der Woche nicht leer stehen. Ihre Gemeinde hätte in den Wintermonaten Spielräume eingerichtet und Familien corona-konform zur Verfügung gestellt. Zudem zeigte ein Erfahrungsbericht aus Karlsruhe, dass niederschwellige spirituelle Angebote wie das Anzünden einer Kerze während des Lockdowns gut angenommen wurden. Oder die Stuttgarter Bethelkirche packte Grüße in Päckchen, die sich Familien abholen konnten, die normalerweise den Winterspielplatz genutzt hätten oder in der Nachbarschaft lebten.

Die Leiterin der Fachstelle Integration und Geflüchtete, Daria Kraft, rief dazu auf, „Geflüchtete weiterhin im Blick zu behalten“. Diese dürften nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn sie in der Öffentlichkeit nicht mehr so präsent seien. Hier seien Patenschaften eine gute wie verlässliche Möglichkeit.

Wahlen standen in diesem Jahr nicht an. Das Diakoniewerk wurde im Oktober 1969 gegründet. Es ist offizielles Mitglied in der Diakonie Baden und Württemberg. In 2020 gehörten 77 Einzelmitgliedern, 38 Baptistengemeinden sowie drei juristischen Personen dem Verein ab. Die nächste Jahresmitgliederversammlung findet am 12. März 2022 in Weinstadt-Endersbach statt.

Weltweite Frauensolidarität – trotz und wegen Corona

Zwölf (Frauen-)Verbände aus verschiedenen christlichen Konfessionen rufen eindrücklich auf zu Gebet, Solidarität und Kollekten anlässlich des ökumenischen Weltgebetstags am 5. März 2021.

Der Weltgebetstag ist die weltweit größte Basis-Bewegung christlicher Frauen. Seit Jahrzehnten verbindet sie auch in Deutschland Christ*innen in Gebet und Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und Frauenrechte. Am 5. März 2021 wird in über 150 Ländern der Erde der Weltgebetstag der Frauen gefeiert.
Zwölf Mitgliedsorganisationen des Deutschen Weltgebetstagskomitees laden zur Teilnahme an den vielen digitalen Angeboten, am TV-Gottesdienst oder Präsenz-Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen ein. Ihr ökumenischer Aufruf ist ein eindrücklicher Appell, in Pandemie-Zeiten die dramatische Lage vieler Frauen und Kinder weltweit nicht zu vergessen.

Ökumenischer Aufruf:

„Worauf bauen wir?“: Zu dieser Frage laden unsere Organisationen verschiedener christlicher Konfessionen in ganz Deutschland rund um den 5. März 2021 zu ökumenischen Gebeten ein. Den Gottesdiensttext haben Frauen aus dem Pazifikstaat Vanuatu verfasst. In diesem Jahr sind wir mit ihnen besonders verbunden. Weltweit erleben wir durch die Corona-Pandemie schwerste Herausforderungen, gleichzeitig zeigt sich der Klimawandel verstärkt in Naturkatastrophen und führt vor allem im globalen Süden zu Tod, Verwüstung und Existenznot.

Wir rufen dazu auf, in diesen Zeiten die dramatische Situation von Frauen und ihren Familien weltweit nicht aus den Augen verlieren. Der Basis-Bewegung des Weltgebetstags stehen schwere finanzielle Zeiten bevor. Wir spüren die Auswirkungen der Corona-Krise und wir fürchten massive Kollekten-Einbrüche. Das betrifft sowohl unsere Unterstützung für die Partnerinnen weltweit als auch die Zukunft der ökumenischen Frauenbewegung in Deutschland.

Hoffnung gibt uns die Grundidee unserer weltweiten Bewegung, die von Spiritualität und Solidarität lebt. Am 5. März 2021 strahlt der Sender Bibel-TV um 19:00 Uhr einen vom Deutschen Weltgebetstagskomitee organisierten Fernsehgottesdienst aus. Zeitgleich findet eine große YouTube-Premiere des Gottesdienstes statt, die u.a. auf www.weltgebetstag.de zu sehen sein wird. Darüber hinaus wird es zahlreiche lokale und regionale Online-Formate geben. Bundesweit organisieren Frauen außerdem Freiluft-Andachten, Gottesdienste im kleinen Rahmen, Spendenaktionen, Ausstellungen und vieles mehr.

Wir laden Sie ein: Nutzen Sie diese Anregungen und Angebote, unterstützen Sie die Arbeit des Weltgebetstags mit einer Spende und seien Sie Teil der Gebetskette am 5. März 2021. Wir bauen darauf, dass das gemeinsame Gebet und die weltweite Solidarität uns gerade in schweren Zeiten Kraft geben und tragen.

Doris Hege, Vorsitzende, Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland K.D.ö.R (AMG)
Lydia Ruisch
, Vorsitzende, Bund alt-katholischer Frauen (baf)
Katrin Brinkmann, Frauenseelsorge in den deutschen Diözesen e.V.
Annette Grabosch, Sprecherin, Forum Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland
Michaela Labudda, Bundesvorsitzende, Bundesverband der Gemeindereferent/-innen Deutschlands e.V.
Zinovia Pantazidiou, Religionslehrerin, Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland
Oberstin Deborah Cachelin, Territorialleiterin, Die Heilsarmee in Deutschland KdöR
Benigna Carstens, Evangelische Brüderunität – Herrnhuter Brüdergemeine
Susanne Kahl-Passoth, Vorsitzende, Evangelische Frauen in Deutschland e.V.
Kerstin Pudelko-Chmel,  Frauenwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche
Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin, Katholischer Deutscher Frauenbund e.V.
Mechthild Heil, Bundesvorsitzende, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands

Baptistischer Weltbund fordert gerechte Verteilung der Impfstoffe

Da die Zahl der Covid-19-Fälle weltweit die 100-Millionen-Marke überschritten hat, ruft die Baptist World Alliance (BWA) Baptistinnen und Baptisten weltweit dazu auf, gemeinsam gegen die globale Pandemie vorzugehen. Mitglieder des Baptist World Alliance Forum for Aid and Development (BFAD), einem internationalen Netzwerk von mehr als 25 Hilfsorganisationen, haben dazu entsprechende Forderungen veröffentlicht.

„Wir nehmen eine große Solidarität der Millionen von Baptisten und Nicht-Baptisten angesichts des durch die Covid-19-Pandemie verursachten Leidens wahr. Seit Beginn des Jahres 2021 erkennen wir auch unsere Verantwortung an, zu der Lösung dieser Krise beizutragen“, sagte Rachel Conway-Doel vom BFAD.

Deshalb wolle man
• die Regierungen auffordern, zusammenzuarbeiten, um koordinierte Massenimpfungen durchführen und den Zugang zu Impfungen durch Hilfe und wirtschaftliche Innovationen zu verbessern;
• Baptisten weltweit auffordern, sich daran zu beteiligen, globale Impfungen möglich zu machen;
• nicht hilfreiche Erzählungen im Zusammenhang mit Massenimpfungen von sich weisen und Baptisten und alle Menschen guten Willens auffordern, dies ebenfalls zu tun; und
• den gerechten Zugang zu verfügbaren Covid-19-Impfstoffen weltweit fordern, verbunden mit sechs „Gerechtigkeitsschritten“, die für einen gerechten und gleichen Zugang zu den Impfungen und für gemeinsame Solidarität bei der Bekämpfung einer globalen Pandemie erforderlich sind.

„Wir halten zusammen, sowohl im Gebet für die vielen Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind, als auch in der hoffnungsvollen Erwartung, dass wir das Leben der Schwächsten unserer Gesellschaft verbessern können, indem wir uns in dieser entscheidenden Zeit für Gleichheit und Gerechtigkeit einsetzen“, so Elijah Brown, Generalsekretär des Baptistischen Weltbunds.

Baptistinnen und Baptisten weltweit sind eingeladen, sich diesen Forderungen anzuschließen, indem sie bis zum 10. Februar 2021 eine Petition unterzeichnen, in der die gerechte Verteilung des Impfstoffs gefordert wird. Zu den 27 Erstunterzeichnern und Erstunterzeichnerinnen gehört auch BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba.

Neuer Materialband „gewagt! gemeinsam leben“ erschienen

Der zweite Band der fünfjährigen Themenreihe zum 500. Gedenken an den Beginn der Täuferbewegung 1525 ist jetzt erschienen. „Gewagt! gemeinsam leben“ heißt das Werk. Man nimmt es in die Hand und entdeckt sofort: Dies ist kein belehrendes Geschichtsbuch, sondern ein einladendes Magazin mit einer Fülle von Impulsen und Materialien für die Gemeinde.

Mit dabei sind Entwürfe für Gottesdienst und Bibelstunde, für Gemeindekreise und Öffentlichkeitsarbeit, für Jugendstunden und Schule. Zahlreiche Hintergrundtexte, Berichte und Porträts entfalten das Jahresthema 2021 „gewagt! gemeinsam leben“.

Dieser knapp 160-seitige Materialband ist bereits der zweite in der fünfjährigen Themenreihe auf dem Weg zum 500. Gedenken an den Beginn der Täuferbewegung 2025. Die frühen Täufer hatten gewagt, sich für Gleichheit, Verantwortung und zugleich Autonomie einzusetzen. Als „Kirche von unten“ versuchten sie, neue alternative Gemeindemodelle zu praktizieren, die sie in der Bibel erkannt hatten: verbindliche Gemeinschaften, andere Leitungsstrukturen, das Miteinander von Männer und Frauen, gelebte Gütergemeinschaft. Daran zu erinnern und gleichzeitig die Aktualität dieser Fragen in den Herausforderungen unserer pluralistischen Gesellschaft aufzuzeigen, ist das diesjährige Anliegen des Vereins „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“. Mitglieder verschiedener Konfessionen gestalten diese Themenreihe mit.

Im vorliegenden Heft finden sich neben Impulsen aus der Geschichte und der Theologie eine Reihe von Beiträgen, die konkrete Antworten, Modelle und Lebensformen in unserer Zeit beschreiben. Selbstkritisch werden dabei auch freikirchliche Gemeindestrukturen hinterfragt. Beispiele sehr unterschiedlicher Lebensgemeinschaften aus verschiedenen Konfessionen malen ein buntes Bild heutiger Kommunitäten. Und natürlich gehören zum Thema „gemeinsam leben“ die ökumenischen Beziehungen: Erfahrungen und Statements aus ganz unterschiedlicher Sicht bereichern diesen Band. Zu Wort kommen zum Beispiel von evangelischer Seite Dr. Heinrich Bedford-Strohm, die Baptistin Jasmin Jäger, der Mennonit Fernando Enns, die Katholikin Dr. Verena Hammes und andere.

An den erwähnten Materialteil mit praktischen Impulsen für Gemeindearbeit und Unterricht schließen sich wiederum spannende Reisetipps zu Orten mit täuferischer Geschichte an – für die Zeit nach Corona.
Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble beschreibt in seinem Grußwort Menschen, die sich bewusst und verbindlich auf die Nachfolge Christi einlassen, als Segen für die Gesellschaft. Die heutigen täuferischen Gemeinden, so Schäuble, könnten uns „zeigen, was in der Nachfolge Christi möglich ist – fortwährende Erneuerung!“

Und die Herausgeber wünschen, dass dieser Band die Freude an der Gemeinschaft der Glaubenden fördert und stärkt – gerade auch in Krisenzeiten.

Maximiliane Kedaj – neue Pastorin

Maximiliane Kedaj wird neue Pastorin im Ökumenischen Forum HafenCity. Sie tritt die Nachfolge von Pastorin Corinna Schmidt an, die bis zum 31. März 2020 die Geistliche Leitung wahrgenommen hat. Maximiliane Kedaj ist Pastorin im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und arbeitet in der Friedenskirche Varel.
 
Die Mitgliedskirchen des Ökumenischen Forums HafenCity wählten Kedaj online in einer digitalen Mitgliederversammlung am 30. Januar. Sie tritt ihr neues Amt im Sommer 2021 an. Stephan Dreyer, Sprecher des Vorstands im Ökumenischen Forum erklärte nach der Wahl: „Mit ihrer offenen Art und ihrer Bereitschaft, Kirche zwischen Tradition und Innovation neu zu denken, wird sie viele Menschen in der HafenCity und in den Hamburger Kirchen gewinnen. Sie wird der Präsenz der Kirchen in der HafenCity ein Gesicht geben und das neue Konzept 2027 auch mit eigenen Ideen voranbringen.“

Das Ökumenische Forum HafenCity wird von einem Verein getragen, dem 21 Hamburger Kirchen und Gemeinden – darunter auch die „Baptisten in Hamburg“ – angehören. Mit dieser ökumenischen Vielfalt und seiner innovativen Ausrichtung ist das Ökumenische Forum weit über Hamburg hinaus im deutschsprachigen Raum bekannt.

„Mitten drin, um Leben zu teilen“  so lautet der Leitsatz des Engagements. Mit seiner Präsenz in der Hamburger HafenCity ist das Ökumenische Forum ein zentraler Ort für Menschen, die zukunftsweisende Formen von Kirche erproben wollen.

„Dich schickt der Himmel“

„Eine Oase in der Corona-Wüste!“, so fasste jemand seinen Eindruck von der AmPuls-Konferenz am 23. Januar zusammen. Gabriele Löding, BEFG-Referentin für Diakonie, berichtet, wie sie die digitale Konferenz erlebt hat.

Die AmPuls-Konferenz fand zum ersten Mal ausschließlich online statt. Das digitale Format sorgte dafür, dass die Teilnahmezahl so hoch war wie noch nie. 350 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Deutschland, Österreich und dem Libanon verfolgten über Zoom oder YouTube die Impulse zum Thema „Dich schickt der Himmel“. Verschiedene Menschen, die sich an unterschiedlichen Stellen für andere einsetzen, verdeutlichten dabei etwas von der Liebe Gottes, die sie erfahren haben und weitergeben. Außerdem hatte das Video zum Lied „Dich schickt der Himmel“, bei dem wer mochte im Vorfeld mitsingen konnte, auf der Konferenz seine Premiere. Das Lied wurde eigens für das BEFG-Jahresthema 2021/22 von Jan Primke und Jürgen Werth komponiert und hat echten Ohrwurm-Charakter. ###3_IMAGES###Torsten Hebel, Theologe, Kabarettist und Gründer der blu:boks Berlin, einer Einrichtung zur sozial-kulturellen Kinder- und Jugendförderung, nahm uns in seiner Bibelarbeit über 2. Mose 4 mit hinein in die biblische „Dich schickt der Himmel-Geschichte“ Moses. Mose erfährt am brennenden Dornbusch die Gegenwart Gottes. Gott beruft ihn, die Hebräer zu befreien, nicht mit Gewalt, sondern unter Gottes Führung. Sein Hirtenstab, sein Beruf als Hirte ist nicht die Berufung Gottes. Gott fordert Mose auf, ihn wegzuwerfen, und damit sein Bild von sich und seine Bedenken abzulegen. Aus dem Stab wird eine Schlange. Sie erinnert Mose an den Schmerzpunkt seines Lebens und er flieht vor ihr. Doch Gott fordert Mose auf, die Schlange zu ergreifen und sie verwandelt sich in den Stab Gottes. Hebel verdeutlichte sehr persönlich, dass Gott unsere Schmerzen, Schwächen und Brüche im Leben in Stärke verwandeln kann und will. In unserer Schwachheit kommt Gottes Stärke zur Wirkung. Er endete mit dem Gedanken: „Dich schickt der Himmel mit Deiner Geschichte. Deine Identität ist in Christus.“

Genauso bewegend war das, was Dr. Alia Abboud von ihrer Arbeit bei der Lebanese Society for Educational & Social Development (LSESD)  in Beirut erzählte. Die Herausforderungen im Libanon durch Krieg, Flucht, Vertreibung und in letzter Zeit durch Corona und die Explosion in Beirut sind riesig. Jeder Dritte in ihrem Land ist ein Flüchtling und viele davon sind Syrer, die ihnen eigentlich feindlich gesinnt sind. Doch Alia Abboud beschrieb, wie sie die Herausforderungen als Gelegenheit zum Dienen verstehen. Sie erzählte, wie in den Kirchen die Christen mit dem Blick auf Christus und sein Leben, nach und nach Angst und Hass überwunden haben, und Hilfen und Angebote für Geflüchtete entstanden. Dadurch wuchs das Interesse an Kirche neu und die Regierung, Verwaltung und Behörden haben die Arbeit der Kirche wahrgenommen, anerkannt und festgestellt, dass sie Hoffnung ins Land bringt. Um Hoffende zu bleiben, sei es wichtig, im Kleinen zu beginnen und die Augen auf Gott zu richten und nicht nur auf die Krise. Was sie im Land brauchen, so Alia Abboud, seien unsere Gebete für die Gemeinden im Libanon, für die Menschen dort, besonders für die Jugendlichen, dass sie nicht flüchten, sondern eine hoffnungsvolle Zukunft auch in ihrem eigenen Land sehen. Neben den Gebeten sind auch Spenden für die Arbeit über German Baptist Aid hilfreich. ###3_IMAGES###Pastorin Sam Mail, Referentin für die Arbeit mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen in der Bundesgeschäftsstelle des GJW, beschrieb in ihrem XTalk anschaulich, wie man bedeutungsvolle Momente schaffen kann. Sie ging der Frage nach, worauf es ankommt, damit Begegnungen, ob digital oder präsent, in Gruppen als bereichernd erlebt werden. Sie führte aus, dass es jemanden geben muss, der oder die sich im Vorfeld darüber Gedanken macht, was der Grund und Sinn des Treffens ist und mutig hinschaut, was gebraucht wird.

Dr. Björn Hirsch, Theologe, Pastoralreferent im Bistum Fulda und Gründer der Citypastoral Fulda, sprach zunächst über seinen eigenen Weg von der rechten Szene hin zur Kirche und zum Theologiestudium. Er bekam den Auftrag, jungen Menschen Kirche und Gemeinde näher zu bringen. Hirsch gründete einen ökumenischen Arbeitskreis, der sogenannte Base-Jugendgottesdienste gestaltete und später von der Stadt angefragt wurde eine Veranstaltung für sie auf großer Bühne anzubieten. Sein Fazit: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, vertraut Gott und denkt nicht klein.

Katharina Haubold, Projektreferentin für Fresh X an der CVJM Hochschule in Kassel und beim Deutschen Fresh X Netzwerk e.V., plädierte dafür, dass sich Kirche neu auf die Suche machen muss, wo Gott im Ort schon wirkt. Jesus lernte vor seinem öffentlichen Wirken 30 Jahre die Sprache und Kultur. Er hörte zu, fragte nach und erzählte von seiner Verbindung zu Gott in Bildern, die auch die Menschen am Rand der Gesellschaft verstanden. Einen zentralen Weg sieht Haubold darin, zuzuhören und Fragen zu stellen. ###3_IMAGES###In Workshops zu unterschiedlichen Themen gab es die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus wurde am Schluss das Video über ein Patenschaftsprogramm vom Verein „Wir gestalten“ gezeigt. Das Video hat den AmPuls-Videowettbewerb gewonnen. Mit einer Gebetszeit und dem Segen endete die Konferenz. Die Theologiestudentin Johanna Panter und Pastor Lukas Petschelt, die auf lebendige, kreative und persönlich ansprechende Weise durch das Programm führten, forderten die Teilnehmenden am Ende auf, das Gehörte in die Tat umzusetzen.

Es gab viele positive und begeisterte Rückmeldungen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Ihr seid dorthin gegangen, wo Gottes Herz schlägt – zu jedem nach Hause!“, „Vom Libanon lernen: Gemeinde ‚hat‘ keine Hilfsorganisation – sie IST Hilfsorganisation.“,  „Ermutigend auf das zu schauen, was geht: Weite, Barmherzigkeit und Dienst.“, „Die Bibelarbeit von Torsten Hebel war sehr inspirierend, ehrlich, offen und ermutigend.“, „Die Präsentationen waren professionell und gleichzeitig leichtgängig und sympathisch. Verschiedene Vortragsformate und Reaktionsmöglichkeiten. Gerne wieder digital, hybrid oder präsent.“ Teile der Konferenz stehen auf www.baptisten.de/ampuls zur Verfügung.

Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Vor 76 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz befreit. Seit 1996 ist deshalb der 27. Januar in Deutschland bundesweiter Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Auch die Baptistinnen und Baptisten jüdischer Herkunft, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, sollen nicht vergessen werden.

„Die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden, an deren Folgen auch die Nachgeborenen zu tragen haben, verpflichtet uns, die Erinnerung an die Opfer des Holocausts wachzuhalten. Deshalb begrüßen wir die Einrichtung des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar in Deutschland, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz“, so heißt es in der Handreichung „Zum Verhältnis von Juden und Christen“, die 1997 im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) verabschiedet wurde.
Auch den Gemeinden des Bundes gehörten zur Zeit des Nationalsozialismus Menschen jüdischer Abstammung an, die während des zweiten Weltkriegs getötet wurden. Der Historische Beirat des BEFG hat eine Übersicht derjenigen erstellt, deren Namen heute bekannt sind und die im Holocaust ermordet wurden. „Die unvorstellbare Grausamkeit der staatlich angeordneten und systematischen Ausrottung von Menschen jüdischer Abstammung erschüttert noch viel mehr, wenn Namen, Geburtsjahre und Orte dahinterstehen, man die Nachkommen dieser Personen kennt und ihre Lebensgeschichte“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Zugleich ist dieser Gedenktag die Mahnung an uns, heute jedem Rassismus und der Judenfeindschaft entgegenzutreten.“

„Konkretes Handeln am Nächsten und Wachsen im Geist“

Hamburg/Frankfurt am Main. Mit dem zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen ist in Hamburg das Jahr der Ökumene 2021/2022 eröffnet worden. Zu dem Gottesdienst hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gemeinsam mit der ACK in Hamburg eingeladen. Erzpriester Radu Constantin Miron, der Vorsitzende der ACK in Deutschland, betonte in seiner Predigt, dass Glaube und Handeln für Christinnen und Christen untrennbar zusammengehören. Das Motto der Gebetswoche „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ aus dem Johannesevangelium drücke diesen Zusammenhang deutlich aus, so Miron in dem Gottesdienst, der um 17 Uhr in der Hauptkirche St. Petri in Hamburg begonnen hat.

Miron sagte, dies bilde die Grundlage dafür, dass sich die ACK in Deutschland im Jahr der Ökumene zum einen bei der Feier des ökumenischen Tags der Schöpfung engagiere oder sich für die Unterstützung nachhaltiger Projekte des Umweltschutzes einsetze. Zum anderen diskutiere die ACK auch über die theologischen Fragen von Abendmahl und Amt oder sei präsent auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt, beschrieb Miron beispielhaft verschiedene Facetten der ökumenischen Arbeit. „Frucht bringen heißt also beides für uns: das ganz konkrete Handeln an unseren Nächsten und das Wachsen im Heiligen Geiste, das diesem Handeln zugrunde liegt“, so der ACK-Vorsitzende.

Christinnen und Christen aus den ACK-Mitgliedskirchen gestalteten den Gottesdienst. Musikalisch begleitet wurde er von Kantor Lukas Henke an der Orgel, von der Frauenschola des Hamburger Bachchores St. Petri unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Dahl, vom Ensemble des Kammerchors der Russischen Orthodoxen Kirche des Heiligen Prokop Hamburg unter Leitung von Irina Gerassimez und von der Lobpreisband des Mülheimer Verbands unter Leitung von Dimo Unverzagt.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher erinnerte in seinem schriftlichen Grußwort anlässlich des Gottesdienstes daran, dass in Hamburg Menschen aus 180 Staaten der Welt leben. „Die Vielfalt an Kulturen und Religionen, die sich gegenseitig respektieren, ist ein fester Bestandteil unserer weltoffenen und internationalen Metropole. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, das interreligiöse Forum und viele Gläubige setzen sich dafür ein, dass Möglichkeiten der Begegnung, des Austausches und der Zusammenarbeit geschaffen werden. So finden sich die Grundsätze der Ökumene in vielen Bereichen unserer Stadtgesellschaft wieder. Wie vieles andere hat die Corona-Pandemie auch die Planungen zum Jahr der Ökumene durcheinandergebracht. Doch auch mit Abstand kann man zusammenstehen und Gemeinschaft erleben.“

„Wenn die Vielfalt der Kirchen zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammenkommt, dann lebt Ökumene“, so Pastor Uwe Onnen, Vorsitzender der ACK in Hamburg. „Und wenn diese ökumenische Gemeinschaft zusammenkommt, um für die Einheit der Christ*innen zu beten, dann ist das Ausdruck von Vertrauen untereinander und Anerkennung des einen Glaubens an Jesus Christus. Ökumene ist daher konstruktive Versöhnungsarbeit und zeigt bis hinein in die Gesellschaft, es lohnt sich miteinander zu reden, aufeinander zu hören und miteinander Wege zu gehen. Es ist gut, dass wir als Kirchen diese Wege suchen, sie finden und dann auch gehen.“

Bischöfin Kirsten Fehrs, Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), sagte: „Ich freue mich, heute diesen ökumenischen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen zu feiern – und zwar genau hier in der St. Petri-Kirche (unter dem achtsamen Blick des heiligen Ansgar, Brückenbauer per excellence), mitten in der Stadt und in der Gesellschaft. Gerade in diesen Zeiten, in denen die Pandemie Polarisierungen fördert, setzen wir damit auch international ein starkes Zeichen der Verbundenheit. Die Verstreuten zusammenzubringen, die Streitenden zu versöhnen, die Ängstlichen zu trösten und für die Nächsten nah und fern zu beten: das ist unser gemeinsamer Auftrag, über konfessionelle und religiöse Grenzen hinweg.“

„Dieser Gottesdienst ist in jedem Jahr ein Gedenkpunkt auf dem langen Weg, den wir seit vielen Jahrzehnten gehen“, sagte Weihbischof Horst Eberlein, Erzbistum Hamburg, „Er ermutigt und stärkt uns, den guten Weg zur Einheit weiter zu gehen. Gerade jetzt, wo die Coronakrise den Blick auf vieles andere verstellt, hilft er uns, einander wieder in den Blick zu nehmen. Er steht dafür, dass nicht jeder für sich allein betet. Wir haben den Auftrag, gemeinsam zu gehen.“