Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

Theologie studieren in Elstal

Es gibt viele Orte, an denen man Theologie studieren kann. Doch die Theologische Hochschule Elstal (THE) ist etwas Besonderes – nicht nur, weil sie die Ausbildungsstätte unseres Bundes ist. Wolfgang Günter (WG) von der Zeitschrift DIE GEMEINDE im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Dziewas (RD), dem Prorektor der THE, der dort Diakoniewissenwissenschaft und Sozialtheologie unterrichtet.

WG: Theologie zu studieren – das heißt, die biblischen Sprachen zu lernen, sich mit der Auslegung des Alten und Neuen Testaments zu befassen und sich auf die Gemeindearbeit vorzubereiten. Warum gerade in Elstal?

RD: Die biblischen Texte sind die Basis unseres Glaubens und deshalb sollten angehende Pastorinnen und Pastoren sie gut kennen und die Sprachen gelernt haben, in denen die Bibel geschrieben wurde. Aber Theologie zu studieren bedeutet an unserer Hochschule in Elstal nicht nur, Wissen zur Bibel zu erwerben. Wer bei uns Theologie studiert, wird von uns auch dabei unterstützt, den eigenen Glauben zu vertiefen und an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Außerdem sind wir die einzige theologische Ausbildungsstätte in Deutschland, an der man akkreditierte Abschlüsse in Evangelischer Theologie und Freikirchlicher Diakonie erwerben kann, die direkt für einen pastoralen oder diakonischen Dienst in unserem Gemeindebund qualifizieren.

WG: Bieten sich dann gute berufliche Perspektiven?

RD: Da in unserem Gemeindebund in den nächsten Jahren sehr viele Stellen in den Gemeinden den frei werden, werden auch die Vermittlungschancen in einen Gemeindedienst im BEFG auf absehbare Zeit sehr gut sein.

WG: Wie sieht das Verhältnis von Theorie und Praxis in der Lehre aus und kommt dabei auch ein spezifisch baptistischer Aspekt zum Vorschein?

RD: Wenn man sich auf einen konkreten Beruf vorbereitet, muss man viele Dinge zunächst erst einmal in der Theorie lernen und verstehen, um in der Praxis hilfreich sein zu können. Wer andere operieren will, sollte vor dem Griff zum Skalpell die Funktionsweise der Organe in der Theorie verstanden haben. Und im pastoralen und diakonischen Dienst muss man über breite biblische und theologische Kenntnisse sowie über soziale und psychologische Kompetenzen verfügen, bevor man Menschen in schwierigen Lebenssituationen seelsorgerlich begleiten und Gemeinden gründen, leiten oder weiter entwickeln kann. In Elstal aber lehren wir keine reine Theorie, sondern unterrichten immer mit dem Blick auf die zukünftige Berufspraxis und wählen unsere Beispiele, Übungen und Aufgabenstellungen eben aus dem Kontext der baptistischen Gemeinden und Diakoniewerke, für die wir ausbilden.

WG: Was muss ich an Voraussetzungen mitbringen und woran erkenne ich, ob das Studium etwas für mich ist? Braucht man dafür eine besondere „Berufung“?

RD: Wer Freude daran hat, in der Gemeinde ehrenamtlich mitzuarbeiten, und dabei gute Erfahrung macht, oder wer für sein Engagement positive Bestätigung erhält, sollte sich einmal die Frage stellen: Steckt in diesen positiven Erfahrungen für mich vielleicht die Anfrage Gottes, mich auf einen hauptamtlichen Gemeindedienst vorzubereiten? Und dann gilt es, die Antwort auf diese Frage im Gebet und in Gesprächen mit Menschen zu suchen, die den pastoralen oder diakonischen Dienst aus eigener Erfahrung kennen. Und wer sich für ein Studium interessiert, wird bei uns zu allen notwendigen Zulassungsvoraussetzungen und den individuellen Studienmöglichkeiten beraten.

WG: Vielen Dank für das Gespräch!

Neu nachdenken über die Geschichte der Frau in Kirche und Bibel

Vom 5. bis 7. Juli fand in Nassau/Bahamas die 9. Internationale Baptistische Konferenz für Theologische Ausbildung (Baptist International Conference on Theological Education – BICTE) als Vorkonferenz zum jährlichen Delegiertentreffen des Baptistischen Weltbunds, der Baptist World Alliance (BWA) statt. Mit 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 33 Ländern war es die bisher größte Konferenz, zu der die BWA-Kommission für theologischen Ausbildung alle fünf Jahre einlädt. Dies war unter anderem dem Thema „TogetHER: Re-Imagining, Re-Reading HERstory in the Church“ (Gemeinsam: IHRE Geschichte in der Gemeinde neu erinnern und neu lesen) zu verdanken. Im Zentrum der Überlegungen und Vorträge stand der (pastorale) Dienst von Frauen.

Molly Marshall (USA), Präsidentin des Central Baptist Theological Seminary, beleuchtete die besondere Leistung von Frauen im pastoralen Dienst. Ihre einzigartigen Begabungen würden einen wichtigen Beitrag zur positiven Veränderung von christlicher Identität und Praxis bilden. Marshall stellte besondere (Geistes-)Gaben von Frauen heraus, auf die die Kirche nicht verzichten sollte, zum Beispiel, dass Frauen, gerade dadurch, dass ihre Rolle oft hinterfragt wird, ihren Dienst nicht selbstverständlich nähmen, sondern als ein Privileg sähen. Außerdem würden Frauen Bibeltexte aus ihrer Perspektive anders sehen, worin eine notwendige Ergänzung zur herkömmlichen patriarchalen Sichtweise bestehe. Frauen im pastoralen Dienst vermittelten außerdem ein anderes Gottesbild. Allein durch ihre Präsenz und ihre Art zu predigen, würde Gott nicht mehr so einseitig männlich wahrgenommen werden können. Die Person der Predigerin könne nicht ein zu eins auf Gott projiziert werden. Frauen befassten sich darüber hinaus mit den Anforderungen des Lebens auf eine realistische Weise. Marshall bezog sich hier auf eine Studie, in der verschiedene Arten spezifisch weiblichen Wissens nachgewiesen wurden. Frauen verstünden unter anderem, dass Wissen durch die perspektivische Voreingenommenheit und den sozialen Ort geprägt sei. Entscheidende Bedeutung hätten dabei Empathie und das Wahrnehmen von Nuancen. Frauen hätten gelernt, scheinbare Unmöglichkeiten zu bewältigen und sähen die Komplexität gebrechlichen menschlichen Lebens. Diese Qualitäten könnten, so Marshall, gerade Frauen in Leitungsgremien einbringen. So würden sie zu einem Werkzeug der Gnade Gottes. „Marshall schlussfolgerte, dass die Gemeinde diese Gaben der Frauen im pastoralen Dienst wie nie zuvor brauche, wenn sie sich als zuverlässige Haushalterin (der Gaben Gottes) erweisen wolle.“

Textinterpretation bei Bibelübersetzungen

Im Zentrum baptistischen Interesses steht die Bibel, denn auf ihrem Zeugnis beruht der christliche Glaube. Valérie Duval-Poujol (Frankreich) zeigte in ihrem spannenden und fundiert recherchierten Vortrag auf, welchen Einfluss Bibelübersetzungen auf das Engagement von Frauen in Gemeinde und Gesellschaft haben. Sie wies sehr präzise nach, dass viele Bibelübersetzer dort, wo sie die Wahl haben, Entscheidungen in einer geschlechtsbezogenen Perspektive treffen. In der Übersetzung neutestamentlicher Texte wird zum Beispiel das griechische Wort für Mensch (anthropos) häufig mit „Mann“ wiedergegeben. Auch in Bezug auf den „Peritext“ – wie ein Text in Verse und Abschnitte gegliedert wird, wie interpunktiert wird oder welche Überschriften gesetzt werden – sind Entscheidungen der Übersetzer oft gegen die Stärkung der Rolle von Frauen in Kirche und Gesellschaft ausgefallen. Gerade anhand der verschiedenen Übersetzungen wird deutlich, dass wir hier Gottes Wort in einer menschlichen Übersetzung, das heißt verbunden mit den Entscheidungen und Interpretationen der Übersetzerinnen und Übersetzer haben, die ihrerseits durch ihre (eventuell patriarchale) Kultur geprägt sind. Duval-Poujol wies darauf hin, dass wir als Theologinnen und Theologen besonders gefordert sind, genau in den Text zu schauen, um die eigentliche Intention zu erfassen.

Pastoraler Dienst von Frauen im Baptismus

Welchen Platz haben Frauen in einer baptistischen Theologie des Dienstes? Dieser Frage ging Paul Fiddes (Regents Park College – England) nach. Er stellte insbesondere heraus, dass Baptisten, wenn sie sich an Grundentscheidungen in ihrer eigenen Theologie erinnerten, den pastoralen Dienst von Frauen unterstützen müssten. Wesentlich für einen Dienst in der Gemeinde sind aus baptistischer Sicht die Berufung durch Christus und die Bestätigung durch die Gemeinde. Wo beides vorliegt stellt sich dann nicht die Frage des Geschlechts. Dies war in England ab 1922 in mehreren Situationen der Fall. Frauen, die sich von Christus zum pastoralen Dienst berufen fühlten, wurden durch die Gemeinde bestätigt. Die Baptist Union of Great Britain and Ireland schuf dann folgerichtig im Jahr 1826 die formalen Rahmenbedingungen dafür. Auch schon vorher (im 17. Jahrhundert) gab es in englischen Baptistengemeinden begabte, und von Christus zum pastoralen Dienst berufene Frauen, nur hat die Gemeinde damals (beschämenderweise aus der Sicht des Referenten) diese Berufungen nicht bestätig und die Frauen wurden nicht zu Pastorinnen ordiniert. Neben Berufung, Bestätigung durch die Gemeinde und Begabung sind innerhalb der baptistischen Perspektive ein weiterer Grund für die Ordination von Frauen die Menschenrechte. Positionen wie „gleich aber anders“ oder „Komplementarität“, die Frauen zwar die generelle Gleichheit vor Gott zugestehen, aber gegen die Ordination von Frauen argumentieren, müssten gründlich hinterfragt werden. Dass Christus das Haupt der Gemeinde sei, sei ein wesentlicher Aspekt des baptistischen Gemeindeverständnisses. Von daher ist die Argumentation, dass der Mann das Haupt der Frau sei und daher auch der Gemeinde vorstehen muss, unbegründet. Es gibt nur ein Haupt der Gemeinde und das ist Christus. Das kann nicht durch menschliche Leitung ersetzt werden. Ferner ist aus baptistischer Sicht eine Beteiligung von Frauen bei der Austeilung des Abendmahls unbedingt erforderlich, entgegen anderen theologischen Positionen, die aufgrund eines sakramentalen Verständnisses für die Austeilung einen Priester fordern. Nur Frauen und Männer gemeinsam könnten den ganzen „Leib Christi“ so verkörpern, wie er auch im Abendmahl symbolisiert wird, so Fiddes. In frühen Baptistengemeinden war es darüber hinaus eher üblich, eine Gemeinde kollegial im Team zu leiten zum Beispiel in einer Gruppe von Ältesten, von denen einer den Vorsitz hatte. Heute findet man dies in größeren Gemeinden, die von einem Pastorenteam geleitet werden. Schon der Generalsekretär der Britischen Baptisten forderte 1918 einen „neuen Platz von Frauen in der sozialen Ordnung“ und hoffte, „dass sie nicht länger vom höchsten Dienst in der Gemeinde ausgeschlossen würden“. Auch aus der Sicht des Referenten gäbe es gerade jetzt keine Entschuldigung mehr, Frauen von bestimmten Diensten in einer Gemeinde auszuschließen. Fiddes beendete seinen Vortrag mit dem Fazit, dass aus baptistischer Sicht klar sei, dass alle Arten ordinierten Dienstes ihren Platz in der Berufung durch Christus und der Bestätigung durch seine Jünger hätten, und nirgendwo sonst.

Die Geschichte von Akiko Matsumara, die in der 70er Jahren auch Vizepräsidentin der BWA-Frauenarbeit war und als Pionierin für den pastoralen Dienst von Frauen gelten kann, wurde von Eiko Kanamaru (Japan) als Beispiel für weibliche baptistische Spiritualität in Japan erzählt.

Zwei weitere Vorträge von André Bokundoa-Bo-Likabe, Präsident der Church of Christ in Congo, über das Versöhnungswerk Jesu Christi und unseren verantwortlichen Umgang damit – wir sollen herauszufinden, was für alle gut ist, ohne Diskriminierung – und von Regina Sudheer-Alexander über ihre Berufung, ihr Leben und ihre Arbeit mit Angehörigen der „Unberührbaren“ in Indien rundeten das inhaltliche Programm ab.

Theologisch fundiertes Panoptikum konkreter Themen

Auf alle Vorträge gab es jeweils anschließend Antworten aus drei verschiedenen Perspektiven. Theologische Lehrerinnen und Lehrer verschiedener baptistischer Hochschulen und Seminare hatten sich im Vorfeld eingehend mit den wesentlichen Punkten der Vorträge befasst und antworteten darauf aus ihrer Sicht. So ergab sich ein vielfältiges, theologisch fundiertes Panoptikum konkreter Themen, das über den Materialdienst der BWA allen Interessierten zu Kenntnisnahme und den Bünden zur Diskussion zur Verfügung steht. Es bleibt zu hoffen, dass die einzelnen Gemeinden und Unionen, die im Hinblick auf den Dienst der Frau als Pastorin Diskussionsbedarf haben, diese Materialen zur Kenntnis nehmen und sie diskutieren.

Abschlusspodium: „Frauen im pastoralen Dienst ermutigen“

„Frauen im pastoralen Dienst zu ermutigen“ war das Motto des Abschlusspodiums. Hier beantworteten theologische Lehrerinnen und Lehrer aus vielen verschiedenen Ländern diverse Fragen der Teilnehmenden, wie zum Beispiel: „Wie habt ihr Diskriminierung von Frauen erlebt? Und wie kann sie überwunden werden?“ „Wie überlebt man den Schmerz der mangelnden Anerkennung durch die Gemeinden oder auch Attacken und Ungerechtigkeiten von Kollegen im Dienst?“ Zum Abschluss des Plenums stellte der amtierende Präsident der BWA, Paul Msiza, die Position der Baptist Convention of South Africa deutlich heraus: Nach dem Ende der Apartheid war den Verantwortlichen bezüglich der Entscheidung im Hinblick auf den pastoralen Dienst klar, dass sie hier keine Unterscheidung zwischen Männern und Frauen machen wollten. Nachdem sie jahrzehntelang durch die weiße südafrikanische Bevölkerung unterdrückt wurden, sahen sie in einer Ungleichbehandlung von Frauen und Männern eine andere Form von Apartheid. So entschied die Baptist Convention of South Africa den Dienst der Frau als Pastorin einzuführen.  

Resolution verabschiedet

Aus der Tagung erwachsen ist eine „Resolution zur Anerkennung und Bestätigung der Berufung von Frauen in der Gemeinde“ die auf der nachfolgenden Ratstagung der Baptist World Alliance mit nur zwei Gegenstimmen angenommen wurde. Die letzte BWA-Resolution, in der der Dienst von Frauen in der Gemeinde bekräftigt wurde, wurde 1988 ebenfalls in Nassau verabschiedet. In der jetzigen Resolution wird dazu aufgerufen, „die vielfältigen Gaben und das Feingefühl zu würdigen, die Frauen in den Dienst Jesu Christi und in das Werk der baptistischen Familie auf der ganzen Welt einbringen“ und „den Mitgliedsunionen zu empfehlen, die Befähigung von Frauen und das Einbringen ihrer Gaben biblisch fundiert und gewissenhaft zu fördern.“ Baptisten und Baptistinnen werden dazu aufgerufen, „für die Lehren und Praktiken Buße zu tun“, die „verhindert haben, dass Frauen, als Menschen geschaffen nach dem Bilde Gottes und als vollgültige Glieder des Leibes Christi, aufblühen.“ Die Gemeinden sollen für die Kraft des Heiligen Geistes, die Veränderung bewirken will, offen sein, damit sie „die von Gott gegebene Berufung von Frauen zum Dienst in der Kirche“ bekräftigen können. BWA-Mitglieder sollten auch „eine Sprache verwenden, die in Gottesdienst, Kommunikation und Veröffentlichungen, einschließlich Bibelübersetzungen, sowohl Frauen als auch Männer bejaht“ und „gezielt darauf hinarbeiten, dass Frauen in allen Führungspositionen den gleichen Raum erhalten, sowohl in den Gemeinden, wie auch in baptistischen Bünden und Unionen und in der Baptist World Alliance.“

Tomás Mackey: Designierter BWA-Präsident

Vom 8. bis 12. Juli 2019 fand in Nassau, Bahamas, die jährliche Tagung des Baptistischen Weltbunds (Baptist World Alliance/BWA) statt. Die Delegierten der 239 Mitgliedsunionen befassten sich in den fünf Tagen mit relevanten kirchlichen und gesellschaftlichen Themen wie Menschenrechte, Religionsfreiheit und Gleichstellung. Inspirierende Predigten, lebendiger Austausch und gute Begegnungen prägten die Tagung.

Tomás Mackey aus Argentinien wurde als designierter neuer Präsident der BWA vorgestellt. „Seine Liebe zu Gott und den Menschen und seine mehr als 30 Jahre lange Erfahrung im Dienst der Baptisten auf lokaler, nationaler, regionaler und internationaler Ebene zeichnen ihn in besonderer Weise für diese wichtige Rolle im Leben der weltweiten baptistischen Familie aus”, heißt es von Seiten des Baptistischen Weltbunds. Mackey ist der Nachfolger von Paul Msiza aus Südafrika der bei der Ratstagung im Juli kommenden Jahres verabschiedet wird.

Ein Highlight beim Eröffnungsabend, der „Bahamian Cultural Night“, war die Beteiligung der Polizeikapelle Nassaus und der Auftritt der Junkanoo All-stars, einer schrillen, bunten Sambagruppe. Die Teilnehmenden wurden mit mitreißenden Rhythmen in die bahamaische Kultur hineingenommen. Zu dieser Kultur gehört auch die enge Verbindung von Kirche und Staat. Dies wurde einerseits durch die Beteiligung der staatlichen Vertreterin Lanisha Rolle, Ministerin für Jugend, Sport und Kultur, am Eröffnungsabend und andererseits durch die gemeinsame Feier der Unabhängigkeit Bahamas am nächsten Abend deutlich. Die Delegierten waren am zweiten Abend des Treffens eingeladen, an einem ökumenischen Festakt zur Feier des 46. Jahrestages der Unabhängigkeit, unter dem Motto „United we stand Bahamas … together we can”, teilzunehmen. Faszinierend war die dramaturgische Darstellung der Geschichte der Unabhängigkeit Bahamas und der Stolz, der für die Bahamaerinnen und Bahamaer daraus resultiert. Der Abnahme einer militärischen Parade und der Segnung der bahamischen Flagge – für die europäischen Teilnehmenden eher befremdend – folgte dann zum Ende des Abends ein großes Feuerwerk. Baptisten stellen auf den Bahamas mit 37,5 % die größte christliche Denomination dar.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit während des jährlichen BWA-Treffens findet in Kommissionen statt. Hier werden aktuelle theologische Positionen ausgetauscht z. B. zu baptistischer Spiritualität, theologischer Ausbildung, baptistischer Identität, baptistischer Lehre, christlicher Ethik, Mission, Evangelisation, Religionsfreiheit, sozialer und ökonomischer Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung, Bewahrung der Schöpfung, Menschenrechten und anderen relevante Themen. Zur Arbeit der Kommissionen tragen unter anderem Theologinnen und Theologen oder andere Expertinnen und Experten mit eigens zu diesem Anlass vorbereiteten Beiträgen zu vorher festgelegten Fragestellungen bei. Pastor Thomas Klammt, Referent des BEFG für Integration und Fortbildung und Mitglied des Vorstands der BWA, berichtete über „Gemeinde als Zufluchtsort“ aus der Flüchtlingshilfe und den Erfahrungen mit Kirchenasyl. Neben der Gelegenheit zum Austausch wird auch danach gefragt, wo Handlungsbedarf ist und was die BWA tun kann.

Aus der Arbeit der Kommissionen werden dann bei Bedarf Resolutionen erstellt. In diesem Jahr gab es zwei Resolutionen. Zum einen wurde eine „Resolution zur Anerkennung und Bestätigung der Berufung von Frauen in der Gemeinde“ mit nur zwei Gegenstimmen angenommen. Die letzte BWA-Resolution, in der der Dienst von Frauen in der Gemeinde bekräftigt wurde, wurde 1988 ebenfalls in Nassau verabschiedet. In der jetzigen Resolution wurde dazu aufgerufen, „die vielfältigen Gaben und das Feingefühl zu würdigen, das Frauen in den Dienst Jesu Christi und in das Werk der baptistischen Familie auf der ganzen Welt einbringen“ und „den Mitgliedsunionen zu empfehlen, die Befähigung von Frauen und das Einbringen ihrer Gaben biblisch fundiert und gewissenhaft zu fördern.“ Baptisten und Baptistinnen werden dazu aufgerufen, „für die Lehren und Praktiken Buße zu tun“, die „verhindert haben, dass Frauen, als Menschen geschaffen nach dem Bilde Gottes und als vollgültige Glieder des Leibes Christi, aufblühen.“ Die Gemeinden sollen für die Kraft des Heiligen Geistes, die Veränderung bewirken will, offen sein, damit sie „die von Gott gegebene Berufung von Frauen zum Dienst in der Kirche“ bekräftigen können. BWA-Mitglieder sollten auch „eine Sprache verwenden, die in Gottesdienst, Kommunikation und Veröffentlichungen, einschließlich Bibelübersetzungen, sowohl Frauen als auch Männer bejaht“ und „gezielt darauf hinarbeiten, dass Frauen in allen Führungspositionen den gleichen Raum erhalten, sowohl in den Gemeinden, wie auch in baptistischen Bünden und Unionen und in der Baptist World Alliance.“
 
Eine zweite Resolution gab es „zu aktuellen Erscheinungsformen religiöser Intoleranz und religiös motivierter Gewalt“. „Tiefe Besorgnis über die jüngsten Fälle religiöser Intoleranz und religiös motivierter Gewalt“ wurde geäußert und Beispiele für Angriffe auf Synagogen, Moscheen und Kirchen im vergangenen Jahr aufgezeigt. In der Resolution wird das Anwachsen von Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Christenverfolgung kritisiert – unter Berufung auf einen kürzlich vom britischen Außen- und Commonwealth-Ministerium in Auftrag gegebenen Bericht, in dem festgestellt wurde, dass etwa 245 Millionen Christen durch starke Verfolgung gefährdet sind. Die Resolution erinnerte ferner daran, dass 2019 der 85. Jahrestag einer historischen Resolution war, die 1934 auf dem fünften baptistischen Weltkongress in Berlin verabschiedet wurde. Vor dem Hintergrund des aufkommenden Faschismus und der Begegnung in einem mit riesigen Hakenkreuzen geschmückten Saal stimmten die Baptisten mutig gegen „Antisemitismus und alle anderen Formen religiöser und rassistischer Vorurteile“. Es wurde bei dieser Gelegenheit auch daran erinnert, dass Thomas Helwys 1612 appellierte, Juden, Christen und Muslimen zu erlauben, Gott in Freiheit zu verehren und miteinander in Frieden zusammenzuleben. „Wir stehen allen Menschen, die unter Gewalt, Verletzung und Schaden leiden, unabhängig von Religion, Rasse, Geschlecht, Kultur oder ethnischer Zugehörigkeit, solidarisch und mitfühlend gegenüber“, heißt es in der Resolution; und wir fordern Baptistinnen und Baptisten auf, in Frieden mit allen zu leben und so „zu bekräftigen, dass Hass und Gewalt Respekt, Liebe und Glauben nicht besiegen können.“ Solche Handlungen, so die Schlussfolgerung, dienen „als prophetische Antwort auf Gottes Liebe gegen alle Äußerungen von Terrorismus, Gewalt und religiöser Intoleranz.“

Während der Tagung wurde sehr wertschätzend an Dr. Denton Lotz, den im April dieses Jahres verstorbenen ehemaligen Generalsekretär der BWA, erinnert. Viele kurze Statements von Menschen, die ihm besonders verbunden waren, machten deutlich, wie engagiert, kompetent und warmherzig Denton Lotz seinen Dienst ausgeübt hat. Eine bleibende Erinnerung an ihn ist auch der Denton & Janice Lotz Human Rights Award, der in diesem Jahr von Janice Lotz an Pastor Dr. Burchel Taylor, für den langjährigen persönlichen Einsatz und auch den Einsatz seiner Gemeinde für den Erhalt von Menschenrechten in Jamaika, ging.

Die Kongressleitung hatte einige Baptisten aus Venezuela eingeladen, um von der sich zuspitzenden Notlage im Land zu berichteten und um sie der Solidarität der weltweiten Baptistengemeinschaft zu versichern. Viele Menschen verlassen das Land, um Arbeit zu suchen und so ihre Familien zu unterstützen. Den Kongressteilnehmenden wurden venezolanische Geldscheine ausgeteilt. Sie symbolisieren die Wertlosigkeit der venezolanischen Währung und sollen den Teilnehmenden als Gebetserinnerung dienen.

Der Generalsekretär der BWA, Dr. Elijah Brown, berichtete über sein erstes Dienstjahr, indem er die fünf zentralen Aufgabenbereiche beleuchtete: Gemeinschaft und Einheit stärken, Mission und Evangelisation leben, Not- und Entwicklungshilfe leisten, Menschenrechte und Religionsfreiheit verteidigen, Theologisches Nachdenken und transformative Leitung fördern. Erstmals präsentierte er die „Baptist World Trends“: insbesondere in Afrika erleben die Baptistengemeinden außergewöhnliches Wachstum; zugleich leiden sie stark unter den wirtschaftlichen Bedingungen, niedrigen Einkommen und Nahrungsmittelknappheit. Über ein Drittel aller Baptisten weltweit leben in Ländern, in denen Verstöße gegen die Menschenrechte und religiös motivierte Gewalt verbreitet sind.

Als 240. Mitgliedsbund der BWA wurde die „Zomi Baptist Convention“ aus Myanmar aufgenommen, die 28000 Mitglieder in 190 Gemeinden hat.

2020 findet der Weltkongress der BWA in Rio de Janeiro, Brasilien, statt. Alle fünf Jahre treffen sich neben den Delegierten auch weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den einzelnen Bünden, die Arbeit der Kommissionen pausiert und es gibt ein inspirierendes Programm, ermutigende Gottesdienste und aufbauende Gemeinschaft für mehrere tausend Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.

Weitere Impressionen von der Ratstagung in Nassau finden sich im YouTube-Kanal oder auf der Facebookseite der BWA.

Highway to Heaven

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Trossingen veranstaltete ihren fünften Gottesdienst für Motoradfahrerinnen und -fahrer.

Zu einem Leben mit Jesus Christus wurde im Motorradgottesdienst der EFG Trossingen, bei Villingen-Schwenningen, eingeladen. Zu dem Gottesdienst unter dem Motto „Highway to Heaven“ – in Anspielung auf den bekannten Popsong „Highway to Hell“ – kamen 80 Besucher – darunter 30 Motorradfahrer mit ihren Fahrzeugen. Damit es genügend Platz gab, waren an dem Tag die Straßen rund um das Gemeindezentrum gesperrt worden. Der hauptberufliche Vorstand des Christlichen Schul- und Erziehungsvereins in Freiburg, Alexander Pollhans, sprach über die Aussage von Jesus Christus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Der bekennende Motorradfan wies darauf hin, dass Jesus Christus der einzige Weg zu Gott sei. Sein Schulverein ist Träger der Freien Christlichen Schule und der Kindertagesstätte Bunte Burg in Freiburg. Für die Musik im Gottesdienst sorgte die Esslinger Gruppe „Die Väter“. Im Anschluss gab es Pizza, die von einer örtlichen Pizzeria in ihrem Pizzawagen vor Ort zubereitet wurde. Der Motorradgottesdienst fand zum fünften Mal statt. Nach einem Bericht der Gemeinde waren sich die Besucher einig: „Das war ein toller Motorradgottesdienst, der auch im kommenden Jahr angeboten werden sollte.“ Wie der frühere Gemeindeleiter Helmut Schön der GEMEINDE sagte, gibt es in der Gemeinde keine Motorradgruppe, aber drei Motorradfahrer. Weil sie gerne Motorradgottesdienste besuchten, sei die Idee aufgekommen, in der Gemeinde so einen Gottesdienst anzubieten. Seit fünf Jahren stoße nun dieser Gottesdienst auf große Resonanz: „Die Biker kommen aus ganz Baden-Württemberg und Bayern.“ Die Gemeinde hat rund 80 Mitglieder.

Workshop Moderation in St. Michaelisdonn

27 Teilnehmende aus Neumünster, Schleswig, Kiel, Kappeln, Heide und St. Michaelisdonn waren angereist, um neue Ideen zur Gestaltung interessanter Gottesdienste sammeln zu können. Immerhin ist Gottesdienst die Begegnung mit unserem Herrn und den Menschen, die in unsere Gemeinde nach St. Michaelisdonn kommen. Das sind nicht nur Mitglieder, sondern auch Gemeindefremde bzw. Freunde und oft auch Urlauber.

Welche Aufgabe hat hier die Moderation und welche hat sie nicht?
Andrea und Friedrich Schneider vermittelten uns Programmpunkte für ein mögliches Gottesdienstmodell. Grund-Sätze waren z.B. „authentisch sein“, „wirkungsvoll agieren“, die „Funktion mit Würde erfüllen“ und „lebendig Glauben bekennen“!

Wir bekamen Denkanstöße, wie die Moderation Kontakt zu den Besucherinnen und Besuchern aufnehmen kann, um miteinander „Gottes-Dienst“ zu erleben und zu feiern. Wir übten „Textlesungen“, sahen uns an, wie ein Musik- und Anbetungsteil gestaltet werden kann und wie auch die Gemeinde ihre Antwort an Gott richten, also aktiv teilnehmen kann. „Anteil-nehmen und -geben“ war ein wichtiger Punkt und natürlich die drei „W’s“: Was, Wann, Warum?

Der Tag war prall gefüllt von Informationen und dem gegenseitigen Austausch, von praktischen Übungen und damit verbundener konstruktiver und somit wertvoller Kritik.
Unser aller Dank gilt Andrea und Friedrich Schneider. Ihre professionelle und motivierende Art lässt sicher noch manches nachklingen in unseren Köpfen und wird ganz bestimmt demnächst praktische Anwendung finden.

Projektpartner, die gut tun!

Joachim Gnep, der Leiter des Dienstbereichs Mission im BEFG, und seine Frau haben in der Türkei und in Jordanien Projekte besucht, die German Baptist Aid unterstützt. Die Begegnungen, zum Beispiel im „Zarqa Life Center“, haben ihn tief beeindruckt.

„Die Christen sind gute Menschen! Sie tun das, was eigentlich wir Moslems tun sollten.“ Der Stadtteilbürgermeister sitzt neben mir und schlägt mir beim Reden immer wieder mit der Hand auf Oberschenkel und Knie – vor Begeisterung, wie er sagt, dass wir extra aus Deutschland angereist sind und muslimischen Flüchtlingen helfen. Wir sind gerade erst in Adana gelandet und befinden uns schon eine knappe Stunde später mit Pastor Şükrü und unserer Delegation im Stadtteilbüro des Bürgermeisters, nebst einem ehemaligen Bürgermeister aus einem anderen Stadtteil und einigen Angestellten.

Diese Szene gleich zu Beginn steht sinnbildlich für die Art, wie die noch sehr jungen und kleinen Gemeinden in der Türkei arbeiten: Sie sind großartig vernetzt und tun ihre sozialdiakonische Arbeit in enger Kooperation mit den kommunalen Behörden und wichtigen Personen des öffentlichen Lebens. Sie verstecken sich nicht, obwohl es allen Grund dazu gäbe: Die Veranstaltungen der Gemeinden finden in Adana, Samsun und Izmir unter Polizeischutz statt. Den Pastoren stehen Leibwächter zur Verfügung. In einem Land mit mehr als 99 Prozent Muslimen kommt es immer wieder zu Drohungen und Anfeindungen.

Im Stadtteil, in dem sich die kleine Gemeinde in Adana mit Unterstützung von German Baptist Aid (GBA) engagiert, leben circa 20.000 geflohene Menschen bei ursprünglich 30.000 Bewohnern. Die Not ist groß. Obwohl in den letzten Jahren viele Häuser aufgestockt und erweitert wurden, gibt es immer noch Flüchtlingscamps. Zu einem dieser Camps im Süden von Adana fahren wir auf besonderen Wunsch des Bürgermeisters, um auch dort mit Lebensmittelpaketen zu helfen. Schnell ist der LKW von Menschen umsäumt, besonders von Frauen und Kindern. Die 100 Pakete werden nicht wahllos verteilt, sondern bedarfsorientiert gegen einige Tage zuvor zugeteilte Berechtigungsscheine.###3_IMAGES###Einige Tage später in Izmir erleben wir eine ähnliche Aktion in der Altstadt. In den vielen heruntergekommenen Häusern finden Geflohene Obdach, weil sonst niemand dort wohnen will. Das Team der Baptistengemeinde in Izmir arbeitet freundlich und professionell und macht mit den Paketen auch Hausbesuche. Der dortige Bürgermeister führt höchst selbst penibel die Bedarfsliste und macht seine Häkchen. In Samsun im Nordosten werden dagegen Lebensmittelgutscheine an die geflohenen Menschen ausgegeben, weil diese zu weit verstreut leben.

Mich beeindruckt, wie mutig und entschieden die jungen Gemeinden in Adana, Samsun und Izmir sich auf die Menschen und ihre Not einlassen. Sie setzen dabei unübersehbare Zeichen der Liebe Gottes, und diese Zeichen kommen an. Jeder gespendete Euro wirkt mehrfach: zuerst unmittelbar bei denen, die Hilfe bekommen. Darüber hinaus verändert sich das Gemeinwesen positiv und der Zusammenhalt wird gestärkt. Gleichzeitig hat die Arbeit der Christen positive Auswirkungen auf die Gemeindeentwicklung, weil viele Menschen ins Fragen kommen und Kontakt suchen. Und auch die Solidarität aus Deutschland kommt an, nicht nur in den Gemeinden.

Nach vier intensiven Tagen in der Türkei geht die Reise für meine Frau Sabine und mich weiter nach Jordanien. Dort unterstützt GBA das „Zarqa Life Center“ (ZLC), das für viele Frauen genau das geworden ist: ein „Lebens-Zentrum“! Seit 2017 wurden hier fast 2.000 jordanische und syrische Frauen begleitet, ermutigt, ausgebildet und in die Lage versetzt, die eigene Lebenssituation zu verbessern.###3_IMAGES###Als wir auf vielen Umwegen verspätet im ZLC ankommen, warten schon etwa 45 Frauen im neuen Gemeindegebäude, in dem auch ein medizinisches Zentrum untergebracht ist. Um ein Gespräch in Gang zu bringen, frage ich: „Was bedeutet Dir das ZLC und wie verändert es Dein Leben?“ Überraschend steht eine Frau nach der anderen auf – und erzählt! Einem fremden Mann aus Deutschland, und seiner Frau.

„Mein Leben war sehr schwer und ist es immer noch“, berichtete eine von ihnen. „Ich war allein mit allem und hatte schon keinen Mut mehr. Dann habe ich die Frauen hier im Center kennengelernt. Ich habe hier von Anfang an eine besondere Liebe gespürt, die ich so nicht kannte. Ich fühle mich hier angenommen und tanke hier Kraft.“ Und viele weitere Frauen erheben sich: „Ich habe hier nähen gelernt!“ – „Wir halten hier alle zusammen, das hier ist meine Familie!“ – „Ich konnte hier lernen und habe sogar mein Abitur geschafft!“ – „Ich kann jetzt Englisch!“ – „Ich verdiene mein Geld jetzt mit der Seifenproduktion – das gemeinsame Arbeiten und die Liebe untereinander, das tut mir so gut!“ – „Mein Leben lang konnte ich weder lesen noch schreiben und habe mich geschämt. Aber jetzt, wo ich alt bin, kann ich lesen und schreiben! Hier habe ich das gelernt. Die Lehrerin ist so geduldig. Ich bin jeden Tag dankbar dafür!“ …

Das Feuerwerk scheint auch Gertrud Khoury, die Leiterin, zu überraschen. Es hört gar nicht auf. Mehr als die Hälfte der Frauen steht auf und redet. Stichworte, die immer wieder fallen, sind: „Liebe“, „Familie“, „Schwestern“, „hat mein Leben verändert“. Meine Frau Sabine und ich sind tief berührt. Der ganze Raum ist erfüllt von den Schicksalen und der Lebensenergie dieser Frauen – und der verändernden Kraft der Liebe Gottes! So etwas habe ich in dieser Form woanders noch nie erlebt.

Die Geschichte von Nawja, deren Seifen-Startup erfolgreich arbeitet, findet sich als Video auf der  Homepage von GBA. Ebenso ein Bericht von Amal, deren Leben im ZLC eine ganz neue Qualität und Bestimmung erfahren hat.

Ich bin von Herzen dankbar für die Begegnungen und Eindrücke dieser Reise. Das Reich Gottes wächst – auch durch einfache Christen, die ihr Licht leuchten lassen!

21. Theologischer Grundkurs ist zu Ende gegangen

Auf der Internetseite heißt es (www.thgk.de): „Der … ThGK bietet seit über 40 Jahren … eine besondere Möglichkeit zur eigenen Weiterbildung.... (Er ist eine) Kombination aus Fernkurs und Seminareinheiten ...“

... und er ist auch:

Eineinhalb Jahre Bibellesen, theologisches Denken lernen, Fragen beantworten, sich Gedanken machen, gemeinsames Singen, Feiern, Gespräche, Lachen, zu einer Gemeinschaft werden, Predigen, Fragen stellen, Gottesdienste feiern, die Dozenten herausfordern und sich selbst herausfordern lassen, kurze Nächte (wer mag), Beten, Gott hören, einander Zuhören, Meinungen äußern und stehenlassen ...

Ich könnte noch lange aufzählen, weil 18 Monate eine lange Zeit sind. Aber plötzlich ist das letzte Seminarwochenende da, es gibt keine neuen Lehrbriefe mehr, dafür viel Zeit zum Rückblick und Auswerten – und dann geht es für die Teilnehmenden zurück in ihre Gemeinden, mit einem dicken Ordner voll Papier und noch viel mehr Wissen im Kopf.

Dieser Kursus ist eine Empfehlung für Menschen, die gerne tiefergraben wollen; die Bibelstellen neu verstehen und Zusammenhänge erkunden möchten, die sich für Kirchengeschichte interessieren, die Gottesdienstformen und Liturgie kennenlernen wollen, die mit einem Gang durch die Geschichte begreifen, wie sich Theologie und Glauben zu unterschiedlichen Zeiten entwickelt haben.

Etwas Zeit muss man natürlich einplanen: Die Seminare besuchen (8 Wochenenden + eine Seminarwoche), insgesamt 32 Lehrbriefe bearbeiten und rechtzeitig an die Dozenten schicken, je eine Exegese zu einem Text aus dem AT und NT anfertigen – und viel lesen!

So nach und nach erkennt man Zusammenhänge, bekommt die eine oder andere Antwort, tauscht sich mit anderen aus und stellt fest: Ich bin sprachfähiger geworden, wenn es um den Glauben und die Bibel geht. Und: Wir sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, die trotz unterschiedlicher Gemeindezugehörigkeit zu einer Seminar-Gemeinde geworden ist. Unsere Dozenten haben uns mit großer Sachkenntnis, viel Geduld und Liebe durch die einzelnen Themen geführt, haben Fragen beantwortet und Fragen gestellt und uns geholfen, gründlich nachzudenken und vielleicht überraschende Entdeckungen zu machen.

P.S. Zu den neuen Kursen kann man sich jetzt anmelden.

 

Abschlusstagung für Hauptamtliche im Anfangsdienst

19 Pastorinnen und Pastoren sowie eine Diakonin trafen sich zur Abschlusstagung ihres Anfangsdienstes. Dabei blickten sie auf die drei vergangenen Jahre und ihre Erfahrungen zurück.

Im Anfangsdienst nehmen die Hauptamtlichen neben dem Gemeindedienst regelmäßig an Fortbildungen teil und erhalten zum Beispiel Beratung und Begleitung in Form von Supervision. In der letzten Juniwoche kamen 20 Hauptamtliche im Tagungszentrum Weltersbach zusammen, um gemeinsam den Abschluss ihres Anfangsdienstes zu begehen. Mit dabei waren Hauptamtliche aus dem Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde sowie Mitglieder des Vertrauensrates und der Leitung des Konvents der Diakone und Diakoninnen.

Udo Herrmann, Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde, stellte schon zu Beginn der Tagung fest, dass dies eine der schönsten Veranstaltungen in seinem Dienstbereich sei. Es waren 48 intensive Stunden, in denen die sehr unterschiedlichen Anfangsdienste reflektiert wurden und in denen Gruppengespräche und Einzelgespräche stattfanden. Diese Gespräche sind für Hauptamtliche einer der letzten Schritte, um auf die Liste der Pastorinnen und Pastoren oder der Diakoninnen und Diakone zu gelangen. Danach saßen die Leitungsmitglieder der Tagung zusammen, um für jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin eine persönliche Rückmeldung zu formulieren. Gleichzeitig sprachen sie damit eine Empfehlung für die Bundesgeschäftsführung aus, die Hauptamtlichen zukünftig auf den Listen zu führen.

Die Atmosphäre der Tagung war von hoher Wertschätzung und großer Offenheit füreinander geprägt, denn in den drei Jahren haben sich die Kolleginnen und Kollegen kennen und schätzen gelernt. Davon ist auch Pastorin Charlotte Fehmer begeistert: „Ob drei oder schon zwanzig Jahre im Gemeindedienst, aus dem Ruhrpott oder aus Angola - es war sehr bereichernd, an den unterschiedlichen Erfahrungen teilzuhaben und auch meine eigenen Erlebnisse in diesem Kreis zu reflektieren.“ Dabei wurden Erfolge gefeiert, gute segensreiche Erfahrungen geteilt, aber auch manches Schmerzhafte aus den vergangenen drei Jahren angeschaut. Denn so unterschiedlich die Hauptamtlichen sind, so individuell sind ihre Lebens- und Diensterfahrungen. Mit dabei waren auch einige Kontaktstudenten mit theologischer Grundausbildung und längerer Erfahrung im Gemeindedienst, wie auch die Absolventen vom Pastoralen Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP). Die PIAP-Absolventinnen und Absolventen arbeiten meist ehrenamtlich als Pastoren und Pastorinnen und bereichern mit den internationalen Gemeinden die Vielfalt in unserem Gemeindebund.

Am Ende der Tagung stand ein gemeinsamer Gottesdienst mit ermutigenden Worten von Pastor Norbert Kursch aus Lukas 5, 1-5 – der Berufung von Simon Petrus zum „Menschenfischer“. Dazu gab es eine musikalische Begleitung durch Pastor Hanno Sommerkamp und ein Abendmahl mit persönlichen Gebeten und Segnungen für die Kolleginnen und Kollegen. In der Auswertung wurde deutlich, dass die Begleitung und die Nähe im Anfangsdienst guttun. Außerdem sind der Rückhalt und die Wertschätzung durch die Bundesgeschäftsstelle und die eingesetzten Personen immer wieder spürbar gewesen, sind sich die Anwesenden einig. Die Fortbildungen und die angebotene Supervision helfen, den Anfangsdienst auch weiter als Zeit des Lernens und der Entwicklung zu begreifen. So konnten beim Abschluss alle Teilnehmenden der Aussage von Udo Hermann zustimmen: Diese Tagung war ihre schönste.

Ermutigungstag für Gemeinden

In Lutherstadt Wittenberg trafen sich 120 Menschen aus der Region Sachsen-Anhalt im Landesverband Niedersachsen – Ostwestfalen – Sachsen-Anhalt (NOSA) zu einem Gemeindeermutigungstag. Mit dabei war Pastor, Autor und Journalist Andreas Malessa, der über die Begegnung von Kornelius und Petrus predigte. Jürgen Tischler berichtet.

Der Gemeindeermutigungstag (GET) findet unregelmäßig als Treffen der Gemeinden in der Region Sachsen-Anhalt statt. Am 30. Juni versammelten sich etwa 120 Teilnehmende in Lutherstadt Wittenberg. Das regionale Treffen stand unter dem Motto „Das Verständigungswunder von Pfingsten geht weiter: Den Glauben heute zur Sprache bringen“. Andreas Malessa predigte zu dem Thema und am Nachmittag erwarteten die Teilnehmenden Workshops wie zum Beispiel „Sprache ist die Kleidung deiner Gedanken“, „Mut zum Zeugnisgeben finden“ oder zur Frage, wie Christen heute „verstehbar hörend“ vom Glauben reden können.

Andreas Malessa beleuchtete die Begegnung zwischen Kornelius, dem Hauptmann aus Cäsarea, und dem Apostel Petrus. Dabei fragte er, wie es zu der Begegnung kam und welche Rolle der Heilige Geist dabei spielte. Genussvoll-herausfordernd war neben der Sprache die Übertragung des Textes in die Gegenwart. Kornelius und seine erdachte Frau „Kornelia“ als postmoderne Menschen und Petrus als Vertreter zeitgenössischer Frömmigkeit. Malessa stellte sie dar mit ihrer „konfessionellen Heimatlosigkeit“, ihrer „Sehnsucht nach Spiritualität“ und dem „Ringen mit ihrem Gewissen“ in beruflicher und privater Verantwortung. So wurde der Bibeltext aus Apostelgeschichte 10 humorvoll und lebendig zur Herausforderung für die Teilnehmenden.

„Gesunder Menschenverstand kann geistinspiriert sein“, so Malessa. Er betonte, dass Christen die Bibel von hinten läsen, von Christus her. In der Konsequenz hieße das für Petrus: „Steig herab in Milieus, die nicht dein Niveau sind!“ Es sei nicht die Frage, „ob der Heilige Geist zu Menschen spricht, die zwischen allen konfessionellen Stühlen sitzen und trotzdem eine spirituelle Sehnsucht haben, die sie nicht mehr verbalisieren können“. Die Frage sei vielmehr, „ob wir es ihnen glauben.“

Kornelius und Petrus hätten etwas gemeinsam: Beide handeln ohne eine Genehmigung ihrer Heeresleitung oder ihrer Gemeinde. Sie überschreiten gemeinsam eine Grenze. Beide erzählen sich ihre Visionen – und stellen fest, dass sie kongruent sind! Erst jetzt im Nachhinein weiß Petrus, dass es nicht der „Zeitgeist“ war, der ihn verführt hat. Andreas Malessa, der auch Autor des Martin-Luther-King-Musicals ist, fragte die Besucher aus ganz Sachsen-Anhalt: „An welcher Stelle decken sich heute die Visionen? An welcher Stelle wollen ein nichtreligiöser Mensch und ich dasselbe?“

Bei Temperaturen von 38 Grad waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstaunlich gut dabei und die Gemeinde ein bestens vorbereiteter Gastgeber. Brigitte Neumeister, Gemeindereferentin der EFG Wittenberg, die Band der Gemeinde und die Mitglieder der Regionalleitung gestalteten diesen Tag froher Gemeinschaft der Gemeinden. Karl-Heinz Wegner bot dazu parallel für die Kinder ein spannendes Aktivprogramm an. Bewegend berichtete der Ruheständler Hans-Joachim Schwan als „Alter Bär“ über die Indianerarbeit, die Freizeiten für Kinder von Strafgefangenen durchführt. Benno Braatz vom Dienstbereich Mission stellte sich als neuer Regionalbeauftragter vor. In die Regionalleitung neu gewählt wurde Hartmut Bick aus Quedlinburg. Jürgen Tischler vom Landesverband NOSA ermutigte die Gemeinden, neue Wege zum Gespräch zu suchen, und stellte das Projekt „TischGemeinschaft“ vor, das gerade an diesem Sonntag im Landesverband in Löhne mit der Eventkirche unterwegs war.

Karim kann wieder zur Schule!

Aufgrund der Unterstützung des Tahaddi-Centers muss der zwölfjährige Karim nicht mehr arbeiten. Das Center ist nur eines von vielen Projekten, die German Baptist Aid unterstützt. Neben Spenden zur Förderung von GBAid bittet der BEFG aktuell um Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit des GJW.

Der zwölfjährige Karim* lebte glücklich mit seiner Familie in einem Haus mit Garten, Obstbäumen und Gemüsebeet in Syrien – bis der IS in die Region kam und die neunköpfige Familie in den Libanon fliehen musste. Wegen Rückenproblemen kann Karims Vater Ibrahim nicht mehr arbeiten. Seine Mutter Fatima putzt das Haus ihres Vermieters für 3,50 Dollar am Tag – viel zu wenig für die monatliche Miete von 200 Dollar. So waren seine Eltern gezwungen, Karim von der Schule zu nehmen, damit er ebenfalls Geld für die Familie verdient.

Durch das Tahaddi-Center in Hay-el-Gharbeh, einem der Elendesviertel der libanesischen Hauptstadt Beirut, erfahren sie Hilfe. Das Center bietet umfangreiche Unterstützung: Kleinkindbetreuung, Schulunterricht, klassische Sozialarbeit, medizinische und psychologische Betreuung sowie ein Nähzentrum, in dem Frauen Geld für ihren Lebensunterhalt verdienen können. Karims Familie erhielt unter anderem Mietzuschüsse. Dadurch kann Karim wieder zur Schule gehen, statt arbeiten zu müssen. Mit einer Spende an German Baptist Aid besteht die Möglichkeit, Projekte wie dieses zu fördern. Weitere Projekte finden Sie auch in den aktuellen Projektinformationen, die das GBAid-Komitee vierteljährlich veröffentlicht.###3_IMAGES###Außerdem bittet der BEFG in diesem Sommer um Spenden für die Arbeit des Gemeindejugendwerks. Das GJW fördert, qualifiziert und ermutigt die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich Woche für Woche in den Ortsgemeinden engagieren. Sie spielen in den Biografien der Kinder und Jugendlichen oft eine prägende Rolle bei einer Entscheidung für Jesus: „Sie sind Vorbilder im Glauben und wichtige Ansprechpartner“, weiß Udo Rehmann, Leiter des Dienstbereichs Kinder und Jugend. „Wir wünschen uns, dass die Kinder eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus erfahren, die ihrem Leben Sinn und Hoffnung gibt. Die biblische Botschaft soll für junge Menschen erlebbar und jede Ortsgemeinde ein phantasievoller und sicherer Lebensraum sein.“

Das Gemeindejugendwerk unterstützt die Mitarbeitenden durch zeitgemäßes Material und Schulungen. Viele Stundenentwürfe, Andachten und Kinderteile für den Gottesdienst sind auf „EDITION GJW online“ kostenlos verfügbar. Zudem bietet das GJW Webinare zu relevanten Themen an. Und durch die Kunterbunte Box erleben Kinder auf spielerische Weise und multimedial, also mit dem Handy in der Hand und gleichzeitig durch die Gemeinderäume streifend, alttestamentliche Geschichte hautnah.

* die Namen sind aus Sicherheitsgründen geändert

Osterleute gestalten

Pastorin Claudia Sokolis-Bochmann hat im Kreativkreis für das Jahresthema und im Redaktionskreis des Osterkalenders mitgearbeitet. In einem persönlichen Rückblick auf das Jahresthema „INSPIRIERT LEBEN … dass Christus Gestalt gewinnt“ beschreibt sie ihre Erfahrungen mit dem Osterkalender.

Das Telefon klingelte. Ich wurde zum ersten ThinkTank zum Jahresthema 2018/19 nach Elstal eingeladen. Damals ahnte ich noch nicht, wie intensiv und prägend die nächsten Jahre werden sollten. Mein Weg mit dem Jahresthema begann mit diesem Treffen im September 2016 und meine Neugier war geweckt, ebenso wie mein Wunsch mitzugestalten. Langeweile hatte ich wahrlich nicht, im Dienst und darüber hinaus genügend Termine. Aber dieses eine Wort hatte mich gepackt: Thementrägerin. Im ThinkTank fiel es, und fiel gleich in mein Herz. Thementrägerin wollte ich sein, für das Thema „Spiritualität“ stehen. Sicher, ich war schon vorher dafür bekannt, deshalb ja auch eingeladen. Doch es schien, als sei da noch mehr möglich. Auch in unserem Bund. Es folgte meine Mitarbeit im Kreativkreis für das Jahresthema und dann für die Bundesratstagungen 2018/19. Zudem erhielt ich die Anfrage, im Redaktionsteam des Osterkalenders mitzuarbeiten, und auch dazu fand ich ein Ja. Meine Kreativität konnte ich hier wie da zum Einsatz bringen.

In den Arbeitskreisen und Aufgaben lernte ich eine Menge Leute neu oder anders kennen. Sie inspirierten mich mit neuen Ideen und Gedanken und ließen mich ins Fragen kommen. Einige der Mitarbeitenden wurden für eine Zeit intensive Gegenüber. Wege gingen wir gemeinsam, auch bei Unterschiedlichkeiten, feierten Etappen, freuten uns an Ergebnissen, brachten Themen ins Gespräch.

Ende 2018 war ich dankbar, dass sich das Ende mancher Arbeitskreise und Aufgaben abzeichnete, einfach, weil Leben und Dienst sich geändert hatten und ich mich mehr auf das Thema konzentrierte, darüber arbeitete und referierte, in Lehre investierte und raus aus organisatorischen Aufgaben trat, um weiter Thementrägerin zu sein.

Doch die Zeit des Osterkalenders hatte es für mich noch in sich und hat mich nachhaltig geprägt. Diese Zeit zwischen Ostern und Pfingsten werde ich nicht vergessen. Zumal sie auch gemeindlich für uns von den Themen des Osterkalenders geprägt war. Redaktionell und als Autorin am Kalender mitzugestalten, war schon ein Geschenk für mich und hatte zur Auswirkung, dass ich in besonderer Weise den Kalender beworben und verschenkt hatte, in Gemeinde, an Freunde und Familie. Das Thema für Bibelstunden und Gottesdienste war klar, und ich freute mich über Rückmeldungen von Freunden, die lange nichts mit Gemeinde zu tun haben, aber angesprochen wurden.

In der Gemeinde lasen wir gerade den Einstieg des Osterkalender „Osterleute gehen weiter“ und wir ahnten noch nicht, was geschehen würde. Kurze Zeit darauf starb eine Mitarbeiterin aus der Mitte der Gemeinde, mitten im Abendmahlsgottesdienst wurde sie in die Ewigkeit berufen. Gerade hatte ich über „Osterleute lieben“ gepredigt, über Petrus, der ans andere Ufer geht. Die Mitarbeiterin hatte sich vor Ostern einige Kalender erbeten, um sie weiterzugeben, und mir gerade in der Woche vor ihren Tod erzählt, wie ansprechend sie den Kalender findet und wie wichtig es sei, die Osterbotschaft in die Welt hinauszutragen. Dann starb sie. Und schon am Sonntagmittag stellte sich mir die Frage, ob nun ein Themenwechsel dran war. Weitermachen wie geplant?

Die Osterleute wurden mir und uns als Gemeinde zum Halt. Sie gaben uns einen „Rahmen“ in schwerer Zeit. Auf der Beerdigung verkündigten wir die Osterbotschaft und erzählten von den Osterleuten, die weitergehen. Mehr als 200 Leute hörten an dem Tag von der Hoffnung und Kraft der Auferstehung, Fremde nahmen den Osterkalender mit, weil er der Mitarbeiterin wichtig war. Worte, die ermutigten, trösteten und Kraft gaben. „Jesus lebt, mit ihm auch ich, das ist meine Zuversicht“. Zu diesem Lied folgte mein eigenes Gedicht und viele, die mich auf dem Friedhof hörten, lasen dieses Bekenntnis und wir kamen ins Gespräch.

Mein Mann, der seine erste Frau auf ähnlich schmerzliche Weise so plötzlich verloren hatte, übernahm die Stephanus-Predigt und verkündigte den offenen Himmel. Osterleute hoffen. Wir brauchten keine anderen Themen zu suchen, mussten uns nicht überlegen, wie wir die nächsten Wochen gestalten sollten. Wir ließen uns einfach fallen in die Perikopen der Osterleute. Ich war dankbar für Predigten der Kollegen aus Elstal, Anregungen des Hauskreismagazins und fühlte mich in dieser Zeit getragen von den Osterleuten. Und nicht nur symbolisch. Kolleginnen und Kollegen, Freunde nahmen Anteil, beteten mit, ermutigten. Texte, die ich mit redigiert hatte, bekamen einen neuen Klang, Bilder sprachen an und in mir wuchs die Dankbarkeit, in so ein Netz – die Gemeinschaft – eingebunden zu sein und an dieser Aufgabe mitgewirkt zu haben. Und wenn es nur für uns als Gemeinde war, nur für diese Zeit des Abschiednehmens – mein Einsatz über die Jahre und im Bund hatte sich gelohnt.

Prof. Dr. Volker Spannengenberg schreibt in seiner Predigt zum Osterkalender: „Zeit in der Zeit“. So lautet der Titel, den der Schweizer Theologe Robert Leuenberger seinem Buch über das Gebet gegeben hat. „Zeit in der Zeit“. Kürzer kann man wohl kaum beschreiben, was ein Gebet ist. Und schöner vermutlich auch nicht. Denn genau das ist es, was Menschen tun, wenn sie beten: Sie nehmen sich Zeit. Zeit in der Zeit. Zeit für Gott. Zeit für sich selbst. Und Zeit für andere.“ Nach dem Todesfall hatten wir im Juli jeden Donnerstag „Treffen am Kreuz“ – wir hatten Zeit für Stille und Gebet. Kein Programm, einfach Zeit. Und mit denen die da waren eine intensive Zeit. Mich selbst hat diese Predigt sehr angesprochen und in der Zeit ganz für mich in die Situation hineingepasst.

Die aktuelle Situation und die letzten drei Jahre haben mich verändert. Sie haben mich vertieft, mich stärker an meinen eigenen Herzschlag gebracht und mich auf meine Themen gestoßen, an denen ich arbeiten will, für die ich mich einsetze. Dafür mir die Zeit zu nehmen, hat sich als Segen ausgewirkt und ich bin dankbar, dass 2016 das Telefon bei mir klingelte und ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, mich einzubringen, mitzugestalten.

Child Friendly Spaces

Child Friendly Spaces ist eines von mehreren Bildungsprojekten, die von German Baptist Aid unterstützt werden. Pastor Frank Wegen berichtet von seinem Besuch bei diesem Projekt im Libanon.

Im Libanon halten sich derzeit knapp 500.000 syrische Flüchtlingskinder auf, von denen weniger als die Hälfte eine Schule besuchen kann. Die Baptisten im Libanon haben sich an verschiedenen Stellen im Land dieser Herausforderung angenommen und sind aktiv geworden. So auch in einer ländlichen Gegend im Norden des Landes, wo sie vor circa fünf Jahren durch die Unterstützung von German Baptist Aid eine Einrichtung eröffnen konnten: Child Friendly Spaces. Das ist ein Konzept, das weltweit in Krisengebieten zum Einsatz kommt. Es bietet den Kindern neben Angeboten zum Lernen und Spielen vor allem einen sicheren Zufluchtsort, an dem sie sich aufhalten und ein kleines Stück Normalität erleben können.

Frank Wegen, Komiteemitglied bei German Baptist Aid, hat die Einrichtung Mitte Juni besucht und ist begeistert von dem Dienst für die Kinder und ihre Familien. Aktuell nehmen knapp 200 Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren im Laufe einer Woche zu festgelegten Zeiten an diesem Programm teil, manche an einem Tag in der Woche, andere auch mehrfach. In der Einrichtung bekommt jedes Kind ein Sandwich, das es vor Ort verzehren muss, erläuterte Michel Sawan, der Projektkoordinator. Zudem erhalten sie einmal im Monat ein Lebensmittel- und Hygienepaket.

Der Alltag vieler Familien ist von Armut und Gewalt geprägt. Sie sind darauf fokussiert, das tägliche Überleben zu sichern. Deshalb erscheint vielen syrischen Eltern Bildung als Nebensache, und sie sehen die Bildung ihrer Kinder nicht als Chance und möglichen Weg aus der Armut. Da sei oft viel Überzeugungsarbeit nötig. Das Mitarbeiterteam wird regelmäßig geschult, gerade auch die Themen rund um den Kindesschutz haben einen wichtigen Stellenwert.

Und was ist, wenn Kinder die Altersgrenze erreicht haben? Frank Wegen erfährt: Für die Kinder, die mit dreizehn Jahren aus dem Programm ausscheiden, weil sie die obere Altersgrenze erreicht haben, wurde ein wöchentliches Treffen eingerichtet. Es ist in etwa wie eine Jugendstunde in Gemeinden, wo über Themen gesprochen wird, die die Teenies bewegen, und es viel Spiel und Spaß gibt. Das Angebot wird gut angenommen. Über die Jahre ist viel Vertrauen gewachsen und die Mitarbeiter sind für die jungen Leute oft die ersten Ansprechpartner und Vertrauenspersonen. Frank Wegen freut sich, wie aus kleinen Anfängen eine in der ganzen Region bekannte und respektierte Einrichtung geworden ist.

2000 Stimmen singen vom Traum

Es war eines der Highlights beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund: 2.000 Stimmen sangen am Fronleichnamstag vor 8.000 Besuchern im Rund der Westfalenhalle vom Traum, der die Welt verändert hat. Gemeinsam mit Musical-Solisten und einer Big-Band brachte der große Chor, dessen Sängerinnen und Sänger sich aus ganz Deutschland für diese Aufführung zusammengefunden hatten, das Chormusical „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ auf die größte Bühne der Region.

Die Besucher der zweistündigen Aufführung waren hingerissen vom Spiel der professionellen Musical-Solisten, den 22 Songs in einer Mischung aus Motown, Gospel und Pop, von denen jeder einzelne Ohrwurmpotenzial hat, sowie der atemberaubenden Kulisse, die die Westfalenhalle bietet. Eine Zuschauerin: „Ich bin ganz begeistert, allein wegen der schieren Größe des Chors. Die vielen Stimmen, das Miteinander – das überträgt sich auf die Zuhörer und Zuschauer.“###3_IMAGES###EKD-Ratsvorsitzender Heinrich-Bedford-Strohm, der auch bundesweiter Schirmherr der Musical-Tournee im Jahr 2020 ist: „Es war ganz stark! Es ist ein wunderbares Gefühl hier zu sitzen, in diesem großen Rund, mit 10.000 Menschen, die zuhören. Sein Wirken, diese Grundorientierung Martin Luther Kings heute Abend auch in die Herzen gesungen zu sehen, das ist schon ganz stark.“ Weiter: „Sich begegnen, monatelang üben und dann zusammenkommen zur Hauptprobe und zur Aufführung, ein riesengroßes Gefühl der Gemeinschaft im Singen –das ist aus meiner Sicht ein echtes Zukunftsmodell, und ich wünsche mir viel mehr davon!“

Christoph Stiba, Generalsekretär im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. und ebenfalls bundesweiter Schirmherr des Chormusicals: „Sehr ehrlich in dem, was an Konflikten in den einzelnen Personen, ist, auch an Ratlosigkeit um Martin Luther King: Wie reagieren wir jetzt auf die Anfeindungen, wie stehen wir dazu, dass Malcolm X die Ziele mit Gewalt umsetzen will? Dass es trotzdem in dieser friedvollen Art geschehen ist, das fand ich sehr berührend, und ich glaube, dass uns das für heute sehr viel zu sagen hat.“

Im Jahr 2020 geht das Chormusical in elf Städten bundesweit auf Tournee.

Der BEFG auf dem Kirchentag in Dortmund

Auch dieses Jahr war der BEFG beim Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 23. Juni mit einem Stand beim Markt der Möglichkeiten vertreten. Dort gab es neben Informationen die Möglichkeit, ein Erinnerungsfoto mit Martin Luther King zu machen oder Figuren und Symbole aus Wacholderholz zu schleifen. Mit dabei war BEFG-Referentin Jasmin Jäger.

„Martin Luther King war Baptist.“ Diese Aussage sorgte an dem Stand des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden mitunter für Erstaunen und für viele Sympathien. Denn mit am Stand saß ein Pappaufsteller von Martin Luther King. Mit überschlagenen Beinen, Zigarette in der Hand und dem Gesicht zur Seite gewandt, wirkte er so, als würde er sich mit jemandem unterhalten. Viele Kirchentagsbesucherinnen und -besucher ließen sich mit King fotografieren. Die entstandenen Fotos konnten dann als Erinnerung an den Kirchentag mitgenommen werden.

„Was ist dein Traum für eine bessere Gesellschaft?“ Diese Frage wurde an eine Leinwand geworfen, und jeder konnte mittels einer Onlineplattform anonym seinen Traum hinterlassen: „Mehr Klimaschutz, Freiheit, Rücksichtnahme, Frieden und Freundlichkeit“ oder der Wunsch, dass jede und jeder genau so respektiert wird, wie er oder sie ist und glaubt. „I have a dream… ich träume von Respekt zwischen den Menschen und gegenüber der Umwelt.“

Martin Luther King und seine Anliegen wurden auch bei der Aufführung des Chormusicals „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ sichtbar. Rückblickend von seiner Ermordung wurde das Leben Kings durch seine Frau Coretta, Rosa Parks, seine frühere Lehrerin, seinen Gegner Malcolm X und Polizisten gesanglich nacherzählt. „Die Botschaft ist aktueller denn je und wird über sehr gute Musik und Inszenierung direkt in die Herzen aller gesungen“, schwärmte Rita von Radzibor, die bei der Uraufführung in Essen mitgesungen hatte. „Einfach toll! Inmitten von Jungen und Älteren zu singen, ist eine Bereicherung für Kopf und Seele.“ Als Baptisten und Brüdergemeinden ist der BEFG Kooperationspartner des Musicals. Nach der Kirchentagsaufführung geht das Musical 2020 auf Tournee.

Der Stand des BEFG hatte nicht nur King-Fans zu Besuch. Seit zehn Jahren bietet Friedrich Kleibert, Pastor i.R., am Stand des Bundes seine Holzschleifarbeiten an. Er war gut vorbereitet. Sorgfältig ausgesägte Rohlinge aus duftendem Wachholderholz warteten auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kirchentages. Ob Kreuze, Fische, Elche, Rosen oder Notenschlüssel, die Holzarbeiten trafen bei Jung und Alt auf Begeisterung. „Die letzten Jahre war ich auch schon an diesem Stand“, schwärmt eine Teilnehmerin. „Man muss gar nicht viel reden, man kann einfach nur vor sich hin schleifen. Bei dem vielen Programm ist das ein guter Ausgleich.“ Eine andere Teilnehmerin berichtete, dass sie mit den Holzteilchen ihren Glauben ausdrücke.

Mit am Stand waren auch Gabriele Löding, Referentin für Diakonie, Regionalreferent Ost Benno Braatz und Regionalreferent Süd Christopher Rinke sowie Studierende der Theologischen Hochschule Elstal. „Das ist mein erster Kirchentag und ich finde es interessant, bewusst als Baptistin hier zu sein und anderen zum Beispiel von unserem Taufverständnis zu erzählen“, so Studentin Svenja Burmann. BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba war auch dabei: „Aufgefallen ist mir bei meinem Besuch vor allem das enorme Engagement vieler Beteiligter. Beim Kirchentag kommen Menschen zusammen, die sich aus ihrem Glauben heraus für Anliegen einsetzen. Das ist ein ermutigendes Signal in die Gesellschaft hinein.“

Gott meint es gut

Der 10. Internationale Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) fand vom 5. bis 8. Juni in Würzburg statt. Die 850 Teilnehmenden beschäftigten sich mit den Bedingungen für den psychotherapeutischen und seelsorgerlichen Umgang mit Patienten in einer digitalisierten Welt.

„Als Christen können wir den digitalen Veränderungen mit Gelassenheit begegnen. Auch die digitalen Werke enden in der analogen Leiblichkeit,“ meinte Jens Mankel am Ende des 10. Kongresses der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge. Der Referent der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal war begeistert: „Ich habe tieferen Einblick in die Digitalisierungsprozesse bekommen.“ In über 100 Vorträgen und Seminaren hatten Fachleute Gefahren und Chancen der Digitalisierung diskutiert. Zehn Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren unter 30 Jahre alt.

Unter den baptistischen Teilnehmenden waren Cornelia Nikesch, Jürgen Tischler und Prof. Dr. Andrea Klimt. Cornelia Nikesch, die langjährige Mitarbeiterin des Frauenwerkes war bereits zum dritten Mal dabei. Für sie ist tröstlich, „dass Maschinen nicht mehr können als Gott“. Tischler, der im Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt Gemeinden berät, ist überzeugt, „dass das Thema eine entscheidende Revolution behandelt, die unsere Gemeinden herausfordert.“ Und die Professorin für Praktische Theologie Dr. Andrea Klimt war beeindruckt: „Das war eine kurze kompakte Form von Fortbildung!“

Prof. Dr. Wolfgang Stock und der Experte für Fragen der Internetsucht Eberhard Freitag reflektierten die Praxis. Der Kommunikationsberater Stock bedauerte die wachsende Uninformiertheit vieler Menschen, trotz oder wegen einer immer mehr zunehmenden Informationsflut. Er hielt sich jedoch nicht mit dem Bedauern auf. Nicht jeder liebe Veränderungen und doch sei die Gegenwart von rasanten Veränderungsprozessen geprägt.

Theologische Impulse kamen von Prof. Dr. Matthias Clausen aus Marburg und von Dr. Mihamm Kim-Rauchholz, Professorin an der Internationalen Hochschule in Bad Liebenzell. Sie eröffnete die Tage mit Andachten, die aufmerksame Zuhörer fanden. Ein allgemeiner Gottesglaube sei ambivalent, weil er offenlässt, ob man diesen Gott fürchten oder lieben muss. Entscheidend ist daher die Offenbarung Gottes in Jesus Christus. In ihm wird eindeutig sichtbar, dass Gott vertrauenswürdig und den Menschen gut gesonnen ist. Sie betonte, dass in einer sich rapid wandelnden Welt gilt, was Paulus im Römerbrief formulierte: „Ich bin gewiss, dass nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes.“

Michael Borkowski, selbst Referent beim Kongress äußerte sich dankbar über den Kongress, der „Fürsorge durch Gottes Wort und eine dichte menschenfreundliche Atmosphäre“ miteinander verbindet. „Der Kontakt mit vielen Kolleginnen und Kollegen tut einfach gut.“

Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer war ein Konzert mit Dieter Falk ein besonderer Leckerbissen. Am Flügel begeisterte er mit klassischen und modernen Kirchenliedern, teils improvisiert, ausgewählt auf Zuruf der Besucherinnen und Besucher. Man spürte, dass er seine ersten musikalischen Schritte in einer Freien evangelischen Gemeinde gemacht hatte. „Wie bei einem Familientreffen“ empfand jemand den Abend.

Am Rande des Kongresses hatte eine Gruppe von 170 Demonstranten aus dem Spektrum der linksalternativen Szene gegen den Kongress protestiert. Sie vermuteten fundamentalistische und homophobe Ziele dieses Kongresses. Von Seiten der APS und der Teilnehmenden wurde mit Unverständnis und Bedauern auf diese Gleichsetzung von christlichen Werten und diskriminierenden Einstellungen reagiert. Die APS versteht sich als Gesprächsplattform für christliche Therapeutinnen und Seelsorger aller Konfessionen und sieht eine ihrer wichtigsten Aufgaben gerade darin, Toleranz und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Dr. Martin Grabe, der Vorsitzende der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge, rief die Teilnehmenden in seinem Schlusswort auf, ohne Angst die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, ihr gleichzeitig angemessene Grenzen zu setzen und mit Gottvertrauen in die Zukunft zu gehen.

Der nächste Kongress findet 2021 statt.

Werkstatttag „Familiengerechte Gemeinde“

Wie sieht eine familienfreundliche Gemeinde aus und wie kann die eigene Gemeinde familienfreundlicher werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Werkstatttags am 11. Mai in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Teterow.

Die Art des Familienlebens befinde sich in unserer Gesellschaft im Wandel, so heißt es in der Ausschreibung zum Werkstatttag „Familiengerechte Gemeinde“. Der Fachbereich Familie und Generationen hatte dazu ins mecklenburgische Teterow eingeladen. Über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg. Gemeinsam mit Gabriele Löding, Referentin für gemeindenahe Diakonie im Dienstbereich Mission, und Simon Werner, Referent für Bildung im GJW, reflektierten die Teilnehmenden ihre Gemeindesituation: „Was läuft gut, was trägt zur Familienfreundlichkeit in unseren Gemeinden bei? Was hemmt uns, familienfreundlich zu sein, und was fehlt uns?“ Die beteiligten Mitarbeitenden aus den verschiedenen Gemeinden fanden vieles, was in den Gemeinden familienfreundlich ist: ein Familienzentrum, Seniorenarbeit und ein Winterspielplatz. Aber es gab auch manches, was als hemmend empfunden wurde, wie etwa die Angst vor Veränderungen oder der Mitarbeitermangel.

Die Teilnehmenden befassten sich außerdem mit statistischen Erhebungen für den Landkreis Rostock Land und Teterow im Speziellen. Diese machten deutlich, dass die gefühlte „Kinderlosigkeit“ trügerisch ist. Denn die Statistik weist im Ausblick bis 2030 stabile Zahlen für Menschen im Kindes- und Jugendalter aus. Allerdings zeigt die Statistik auch, dass nur etwa 50 Prozent der Familien in das gewohnte Familienbild passen. Wie offen sind Gemeinden für Familienmodelle der Jetztzeit? Simon Werner führte den Teilnehmenden vor Augen, dass die Bibel gar nicht das eine Familienbild überliefert, und dass Familie herausfordernd und veränderlich ist. Seine These: „Wir sind familienfreundlich, wenn wir nicht nur zu Familien freundlich sind, die unseren Vorstellungen entsprechen.“ Das war am Ende für den einen oder anderen ein wichtiger Satz „zum Mitnehmen“. Anschließend positionierten sich die Teilnehmenden zu bestimmten Aussagen oder Fragen im Raum, zum Beispiel zu der Frage, ob die eigene Gemeinde für neue Familien willkommen heißend, befremdlich oder vereinnahmend wahrgenommen wird. Daraus ergaben sich interessante Gespräche über den eigenen Standpunkt.

„Ein herzliches Dankeschön an das Referententeam! Wir haben im Austausch, beim Analysieren und beim Betrachten biblischer Impulse viel gelernt und würden gern im nächsten Jahr weitermachen“, sagte einer der Teilnehmer. Der Werkstatttag fand am Sonntag im familienfreundlichen Gottesdienst in Teterow eine praktische Ergänzung. Zusammen mit Cornelius Herrmann, dem Jugendpastor aus Mecklenburg-Vorpommern, erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen fröhlichen bunten Gottesdienst, in dem die uneingeschränkte Annahme Gottes im Mittelpunkt stand.

Kinderschutz, Frieden, Generationengemeinde, Strukturen

Zu vertiefenden Diskussionen bestimmter Themen in kleinerem Rahmen eignen sich die Foren auf der Bundesratstagung besonders gut. Die Foren haben Antragsrecht und dienen laut Geschäftsordnung des Bundesrats der Vorbereitung von Entscheidungen und der Beratung von Grundsatzfragen.

Das Forum zum Thema Sichere Gemeinde beschäftigte sich mit den gemeinsamen Standards für die Mitarbeit, die es seit 2017 in allen Gemeindejugendwerken (GJWs) gibt. Dies werde als sehr hilfreich empfunden, denn, so GJW-Referent Jason Querner: „Das schafft Klarheit für unsere Mitarbeitenden, für Eltern und Teilnehmende, und wir können als Träger der freien Jugendhilfe auch dem Jugendamt darlegen, wie wir den Kinderschutz sicherstellen.“ Da ein Großteil der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aber vor Ort in den Gemeinden geschehe, wünschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums, dass auch die Gemeinden sich diese Standards zu eigen machen, und kündigten an, im nächsten Jahr einen entsprechenden Antrag in den Bundesrat einzubringen. Zudem wurden die Gemeinden ermutigt, sich mit dem Thema Sichere Gemeinde auseinanderzusetzen. Ein entsprechendes Begleitheft kann auf der Internetseite des GJWs heruntergeladen werden.

Am Gesprächsforum „Gefährdeter Frieden – tragfähige Perspektiven: Inspiriert leben als Friedensstifter“ nahmen der Friedensforscher Prof. Dr. Fernando Enns, die Geschäftsführerin von Micha Deutschland, Stefanie Linner, und Vertreter des Arbeitskreises „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ teil. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierten sie darüber, ob es Situationen in der Welt gibt, die Gewalt erfordern, und wie Gemeinden und Einzelne friedensstiftend in die Gesellschaft hineinwirken könnten. Als Praxisbeispiel wurde eine Aktion der EFG Hamm vorgestellt, die sich dafür eingesetzt hat, dass ein Demonstrationszug von Rechtsradikalen nicht mehr an ihrem Gemeindehaus vorbeiführt. Dies hatte zur Folge, dass die Gemeinde nun mit vielen Akteuren vor Ort vernetzt sei, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen.

Im Forum „Inspiriert leben in einer Gemeinde mit allen Generationen – Vision und Wirklichkeit“ tauschten sich rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber aus, wie sie die Generationengemeinschaft in ihren Gemeinden erleben. Prof. Dr. Andrea Klimt von der Theologischen Hochschule Elstal formulierte in einem Impulsreferat ihre Vision von einer Gemeinde mit allen Generationen so: „In und durch Christus miteinander verbunden, nimmt die Gemeinde ihre Aufgabe wahr, Kontrastgesellschaft zu sein und integriert Unterschiede von Alt und Jung und weit darüber hinaus“, so Klimt. „Sie schafft Raum für alle Menschen und beteiligt alle an Entscheidungsprozessen. Gemeinde mit allen Generationen fördert ihre Stärken und nutzt Konflikte zu einem fairen Miteinander. Gemeinde mit allen Generationen verbringt viel Zeit miteinander und setzt sich gemeinsam für wichtige Anliegen unserer Gesellschaft ein.“ Außerdem wurde das neue Figurentheater des Fachbereichs Familie und Generationen vorgestellt. Dabei handelt es sich um 30 Zentimeter große Stabpuppen, die unter Anleitung selbst angefertigt werden und vielfältig in der Gemeindearbeit eingesetzt werden können.

Mit 247 Personen sehr gut besucht war auch das Forum zu den Strukturen des Bundes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überlegten gemeinsam, wo die Stärken und Schwächen der derzeitigen Verknüpfung von Bund, Landesverbänden und Gemeinden liegen und ob und wie diese Zusammenarbeit neu organisiert werden kann. Denn, so formuliert es BEFG-Präsident Michael Noss: „Es gehört zu den alten Weisheiten und auch zur Geschichte unseres Bundes, dass eine Struktur dem Leben dienen muss und nicht umgekehrt das Leben die Struktur bedient. Deshalb müssen Strukturen auch immer wieder auf den Prüfstand und sich fragen lassen, ob sie noch tragen oder ob sich das Leben nicht längst andere Wege gesucht hat und über den strukturellen Rahmen hinausgewachsen ist.“ Die Ergebnisse des Gesprächs im Forum werden nun gesammelt und in die Weiterarbeit an diesen Fragen eingebracht.

„Das Volk Israel und die Gemeinde Jesu Christi“

Auf der Bundesratstagung des BEFG wurde am 31. Mai 2019 nach jahrelanger Vorarbeit die „Rechenschaft vom Glauben“ im Hinblick auf das Verhältnis von Juden und Christen geändert. Darin wird deutlich: Der alte Bund Gottes mit Israel – die Erwählung Israels – bleibt bestehen und die Verheißung Gottes gilt durch den neuen Bund in Jesus Christus allen Menschen.

Der Fachkreis „Christen und Juden“ im BEFG hat sich seit 2014 mit einer neuen Formulierung der „Rechenschaft vom Glauben“ beschäftigt. Im Kern ging es dabei in der bisherigen Version um den Satz: „Der neue Bund, in dem Gott seine Herrschaft der Gnade für alle Menschen aufgerichtet hat, löst den alten Bund ab und bringt ihn zugleich zur Erfüllung.“ Die neue Fassung verzichtet auf die Gegenüberstellung von „alter und neuer Bund“. Vielmehr heißt es: „Gott hat seinen Bund mit Israel nicht aufgekündigt, als er durch Jesus Christus einen neuen Bund gestiftet und darin seine Herrschaft der Gnade für alle Menschen aufgerichtet hat.“

Bereits in einer Handreichung „Zum Verhältnis von Juden und Christen“ aus dem Jahre 1997 wurde deutlich, dass dieses Verständnis im BEFG nicht mehr geteilt wird. Zusammen mit dem Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal und mit Hilfe von Impulsen aus dem Forum des Bundesrates 2018 hat der Fachkreis die neue Fassung des fünften Abschnitts der „Rechenschaft vom Glauben“ erarbeitet. Zudem wurde der neue Textabschnitt von jüdischen, messianischen und evangelisch-lutherischen Gesprächspartnern als respektvoll gegenüber der bleibenden Erwählung Israels bezeichnet. „Wir sind dankbar für den mehrjährigen Prozess der Beratung und Arbeit an diesem Passus der ‚Rechenschaft vom Glauben‘“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Die Änderung bringt unsere Haltung gegenüber Israel zum Ausdruck. Gut, dass das jetzt auch in dem für uns so wichtigen Dokument bezeugt wird.“

Die „Rechenschaft vom Glauben“ ist „Ausdruck und Zeugnis der Übereinstimmung der Gemeinden im Glauben“, heißt es im Vorwort. In den Siebziger Jahren wurde sie in einem Beratungsprozess für den deutschsprachigen Raum – auch für den Baptistenbund in Österreich und in der Schweiz – erarbeitet. In der „Rechenschaft vom Glauben“ wird die grundlegende theologische Position des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden beschrieben. Auf der Bundesratstagung wurde die Neufassung mit einer überwältigenden Mehrheit angenommen.

„Das Volk Israel und die Gemeinde Jesu“, so lautet der neuen Titel des Abschnittes. Juden und Christen warten demnach gemeinsam auf das verheißene Gottesreich. „Wir erreichen mit dieser Änderung unser wichtigstes Anliegen“, freut sich Pastor Dr. Michael Rohde, Leiter des Fachkreises, über die angenommene Änderung: „Wir drücken als Christen im BEFG unser Bekenntnis zu Jesus Christus aus und zugleich machen wir unmissverständlich klar, dass der Bund Gottes mit Israel weder aufgehoben noch ersetzt worden ist.“

Schwieriges Jahr mit glimpflichem Ausgang

„Wir hatten ein schwieriges Jahr mit einem glimpflichen Ausgang“, so lautet das Fazit von Volker Springer, dem kaufmännischen Geschäftsführer des BEFG, auf der Bundesratstagung in Kassel.

Das Ergebnis für 2018 liegt bei einem Minus von 20.350 Euro. Jan Schönknecht, Sprecher der Finanzsachverständigen, bestätigt: „Das Bundesopfer blieb 250.000 Euro und die Bundesbeiträgen 42.000 Euro unter dem Haushaltsansatz. Zudem gab es keine Sondereinnahmen im abgelaufenen Jahr. Unter diesen schwierigen Bedingungen haben Volker und sein Team sehr gute Arbeit geleistet. Die ‚rote Null‘ wurde quasi erreicht und zusätzlich weiter Schulden getilgt.“ Von den rund 11 Millionen Euro aus dem Jahr 2016 sind aktuell noch 10,3 Millionen übrig, sodass der Schuldenstand bereits 2020 siebenstellig werden könnte.  

Volker Springer führte aus, dass das Haushaltsjahr 2018 auch deshalb schwieriger gewesen sei als das vorige, weil es so gut wie keine außerordentliche Einnahmen gab: drei Objektverkäufe würden erst 2019 wirksam, es habe keine Einnahmen aus Nachlässen und keine höheren Sonderspenden gegeben. Das Bundesopfer fiel um 100.000 Euro schlechter aus als in den beiden Vorjahren. Für das negative Haushaltsergebnis sei zudem die geringere Beteiligung der Gemeinden beim Bundesbeitrag mitentscheidend gewesen.

Aus den Gemeinden wünscht sich Springer mehr Engagement – gerade bei den Spenden. Nach wie vor beteilige sich nicht mal ein Drittel der Bundesgemeinden durch Kollekten und Spenden am Bundesopfer. Aus den Reihen der Delegierten gab es diesbezüglich folgende Rechnung: Wenn die rund 500 Gemeinden, die sich bisher nicht beteiligen, an einem Sonntag im Jahr eine Kollekte sammelten, wäre das bei durchschnittlich 200 Euro eine Summe von 100.000 Euro, und ein ausgeglichener Haushalt wäre gute erreichbar.  ###3_IMAGES###Bezüglich der Bundesbeiträge gab es einen Antrag seitens der Delegierten, dass sich alle Gemeinden vollumfänglich an den Beiträgen beteiligen mögen. Auch Volker Springer betonte, wie wichtig es sei, dass Gemeinden sich dafür entschieden. So sei der Bundeshaushalt auch die Basis für wertvolle Arbeiten wie die humanitäre Hilfe von German Baptist Aid, die weltweite Katastrophenhilfe oder die Gemeindegründungsprojekte und vieles mehr. Auch Martin Grapentin aus dem Finanzausschuss verwies auf den „bunten Strauß an segensreichen Arbeiten, die aber leider alle Geld kosten.“

Der Erhöhung der Bundesbeiträge stimmten die Delegierten mit großer Mehrheit zu. Für das Jahr 2020 liegt der Bundesbeitrag bei 68,50 Euro (neue Bundesländer) beziehungsweise 69,50 Euro (alte Bundesländer).

Erfreuliche Neuigkeiten gab es hinsichtlich der Ruhegeld- und Versorgungsordnung (RGO). Die veranlassten Maßnahmen zur Stabilisierung sind gemäß einer ersten Überprüfung nach jetzigem Stand ausreichend. Die Entwicklung muss jedoch weiter eng begleitet werden. Hilfreich sei zudem ein außerordentlicher Vermögenszufluss in Höhe von rund 700.000 Euro von der Bergemann Renner Wohlfahrtsgesellschaft, der im Laufe des Jahres erfolgen würde, so Springer. Diese 1911 ins Leben gerufene, wenig bekannte Institution unterstützt Ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Falle einer längeren Erkrankung. Sie kann ihrer Aufgabe jedoch aufgrund der veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen nicht mehr satzungsgemäß nachkommen. Ihr bisheriger Zweck lässt sich am besten durch eine Stärkung der Deckungsrücklagen der RGO verwirklichen. Bedingung für die Übertragung ist die konsequente Fortführung der beschlossenen Sanierungsmaßnahmen.

Volker Springer dankte ausdrücklich allen Gemeinden und Einzelpersonen, die sich an den gemeinsamen Finanzen beteiligten und hofft auch in diesem Jahr auf breite Unterstützung und somit ein besseres Ergebnis. 

Ein lohnenswerter Blick von außen

Das Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ bietet Chancen, neue Wege zu finden, Probleme zu lösen und konkrete Projekte voranzubringen. Dieses Jahr feierte das Netzwerk mit seinen 68 Beraterinnern und Beratern seinen 15. Geburtstag auf der Bundesratstagung.

Dort verirrte sich plötzlich ein Bäcker mit einer Torte auf die Bühne. Eine große 15 prangte auf ihr. Die Torte sei dem Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ gewidmet, verriet Udo Hermann, Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde. Gemeinsam mit Heike Beiderbeck-Haus, der Referentin für Gemeindeberatung, und Friedrich Schneider erinnerte er daran, wie das Netzwerk Schritt für Schritt gewachsen ist. Friedrich Schneider hat als ehemaliger Leiter des damaligen Dienstbereichs Gemeindeentwicklung das Netzwerk mit an den Start gebracht. Das Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ hat zu dem Anlass auch ein Video präsentiert, in dem Personen, die mit ihrer Gemeinde eine Beratung in Anspruch genommen haben, zu Wort kommen.

„Da, wo Menschen zusammenleben, kann es immer wieder zu Konflikten kommen“, ist Hartmut Hoevel, Gemeindeleiter der EFG Mönchengladbach-Rheydt, überzeugt. „Weil man sich missverstanden fühlt, weil man eine Situation falsch eingeschätzt hat oder weil etwas eskaliert ist. Und das ist auch ganz normal, wenn Menschen zusammenleben.“ Deswegen habe er sich an das Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ gewandt, um den Gemeindekonflikt mit Hilfe von außen zu bearbeiten. Die Probleme seien noch nicht alle gelöst, doch durch einen externen Berater konnten einige Prozesse angestoßen werden. Pastor Thorsten Lehr aus der EFG Gießen berichtet, dass unter anderem mit Hilfe eines Klausurwochenendes die Leitungsebene in der Gemeinde neu strukturiert wurde: „Dadurch wurden Verantwortungsbereiche und Aufgaben deutlicher erkennbar.“ Denn Gemeindeberatung sei nicht nur etwas für Krisensituationen. Es lohne sich immer, den Blick von außen einzuholen.

„Wir glauben, dass in jeder Gemeinde ein Potential steckt, das Gott in sie hineingelegt hat. Beraterinnen und Berater helfen dabei, das zu entdecken“, so Pastorin Heike Beiderbeck-Haus. Für die unterschiedlichen Herausforderungen in Gemeinden vermittelt sie das passgenaue Angebot. Die Angebote des Netzwerks sind vielfältig, von Team-Coaching und Mediation über begleitende Klausurwochenenden oder die Vermittlung eines „Pastors auf Zeit“ bis hin zu Zukunftswerkstätten oder längeren Veränderungsprozessen. Dabei wird für jede Anfrage Vertraulichkeit zugesichert. „Ich möchte Gemeinden ermutigen, die Angebote des Netzwerks zu nutzen und vielleicht einmal eine ‚Beratung vor der Beratung‘ zu machen, sich also darüber zu informieren, welche Möglichkeiten es gibt“, so Udo Hermann. „Denn die Angebote dienen Gemeinden als Unterstützung und befähigen, eine eigene Lösung oder eine neue Perspektive zu finden.“

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