Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

Video ausgezeichnet

Die Evangelisch-Freikirchliche Hoffnungskriche Heidelberg hat den dritten Platz beim diesjährigen Heidelberger Integrationspreis belegt.

Eingereicht hatte die Heidelberger Gemeinde einen Video-Rap, den Kinder zusammen mit Daria Kraft, der Leiterin der Fachstelle für Integration und Geflüchtete im Diakoniewerk der EFG in Baden-Württemberg, und dem Projekt „Von der Strasse ins Studio“ (VDSIS) professionell produziert hatten. Pastor Axel Klaus nahm das Preisgeld von 500 Euro erfreut entgegen.

Das Musikvideo „Vereint gegen Rassismus“ war im Rahmen des Patenprogramms „Menschen stärken Menschen“ in den Herbstferien entstanden. Bei einem zweitägigen Rapworkshop schlugen 12 Kinder mit und ohne Fluchterfahrung verschiedene Themen für das Video vor und entschieden sich letztlich für das Thema „Vereint gegen Rassismus“. Dazu schrieben sie eigenen Texte, nahmen diese im mobilen Tonstudio auf und drehten am zweiten Tag das Musikvideo dazu. Es kann auf der Seite der Gemeinde ausgeschaut werden.

„Ziel war es, dass die Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Arbeit an einem Projekt den Umgang mit Unterschiedlichkeiten erlernen, das Miteinander einüben, einander besser kennenlernen und auch mögliche Vorurteile abbauen“, erläutert Daria Kraft. Durch das ressourcenorientierte Arbeiten konnten alle Kinder ihre Talente einbringen und ihre Fähigkeiten zeigen. Dadurch wurden das Selbstwertgefühl und das Miteinander gestärkt.

„Durch die Wahl des Themas ‚Vereint gegen Rassismus‘, das für uns Leitende überraschend war, entwickelten sich in der Textproduktion intensive Gespräche über eigene Erfahrungen mit dem Thema Diskriminierung und den Herausforderungen, wenn man dagegen angehen will“, berichtete Daria Kraft über den Workshop weiter. Es sei wichtig, den Kindern und Jugendlichen eine Botschaft in die Welt zu senden. Dabei sei auch der Spaß am gemeinsamen Projekt nicht zu kurz gekommen.

Akademie im Gespräch online

Die Pandemie als Herausforderung für unser Gemeindemodell: Welches Potenzial haben Hauskirchen, Kleingruppen, Beziehungsarbeit?

Als freikirchliche Gemeinden mögen wir es, wenn wir möglichst viele Menschen auf einmal mit unseren Gottesdiensten, Gesprächskreisen und Themenabenden erreichen. Menschen, die sich in einem Gemeindehaus versammeln, um Gottesdienst zu feiern und Gemeinschaft zu haben – das ist für uns das klassische Bild von Gemeinde. Veranstaltungen und Events – da sind wir in unserem Element.

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben uns in den vergangenen neun Monaten ein Bein gestellt und dieses Bild ins Wanken gebracht. Vieles ist in gewohnten Formen nicht möglich. Wo sich dagegen nur »zwei oder drei« im Namen Jesus versammeln, da kann Gemeinde auch unter den Regeln der Virus-Eindämmung leben.

Wir wollen die aktuellen Umstände als Anlass dafür nehmen, über das Potential von diesen Begegnungen im Kleinen nachzudenken. Dazu hatten wir drei Impulse:

David Kröker, Pastoralreferent in Euskirchen, hat eine Gemeinde gegründet, in der Kleingruppen die Basisstruktur bilden. Er erläutert diesen Ansatz und berichtet von den Erfahrungen der letzten Monate.

William White, Pastor in Berlin-Neukölln, gibt uns daran Anteil, wie es ihm in einer traditionellen Gemeinde gelungen ist, die Beziehungsarbeit und geistliche Begegnungen im Kleinen zu stärken.

Oskar Schulz, Student an der Theologischen Hochschule Elstal, hat sich mit dem Konzept „Liquid Church“ von Pete Ward beschäftigt und erläutert uns die Grundidee davon.

Die Vorträge zur Veranstaltung in Videoform sind hier zu finden.

Christliches Zentrum Stettin

Vor fünf Jahren beschlossen die Mitglieder der Baptistengemeinde im polnischen Stettin ein christliches Zentrum in der Stadtmitte zu errichten. Dort soll es neben einer Kirche auch ein christliches Café sowie einen Buchladen geben. Außerdem ist geplant, Unterstützung für Familien und christliche Schuldenberatung anzubieten.

Das Gebäude, in dem das „Christliche Zentrum“ unterkommen soll, ist die 1854 erbaute ehemals deutsche Baptistenkapelle. Die Renovierung dieses Hauses gehe gut voran, berichtet Gemeindepastor Robert Merecz nun in einer Zwischenbilanz zu den bisherigen Entwicklungen. „Am Anfang war es sehr anstrengend, auf der Grundlage des Glaubens zu arbeiten, aber Gott hat sich als treu erwiesen. Wir hätten wahrscheinlich nie eine so starke Präsenz und einen so großen Segen erfahren, wenn wir nicht seiner klaren Führung und seinen Bestätigungen gefolgt wären, um mit dem Projekt zu beginnen“, schreibt er. Auch die Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Baptisten und Baptistinnen in der „Arbeitsgemeinschaft Stettin“, die zur Förderung dieses Vorhabens gegründet wurde, lobt Merecz in seinem Schreiben: „Durch das Projekt habe ich erstaunliche deutsche Geschwister von der ‚AG Stettin‘ getroffen und mit ihnen zusammengearbeitet, die selbstlos und großzügig ihre Zeit und ihr Geld eingesetzt haben, um uns bei der Renovierung des ältesten baptistischen Kirchengebäudes in Polen zu helfen.“ Es fehle zwar immer noch Geld, aber Merecz zeigt sich zuversichtlich, dass dies auch noch zusammenkommen werde, so dass die Eröffnung des Zentrums im Frühjahr 2021 zusammen mit dem 175-jährigen Bestehen der Stettiner Baptistengemeinde begangen werden kann.
 

Mutmacher sein und große Freude verkündigen

„Euch ist der Heiland geboren, der Retter der Welt. Jedem Einzelnen! Die frohe Botschaft, die wir mit der Menschwerdung Gottes zu Weihnachten feiern, bleibt seit jeher die gleiche.“ So schreibt es Generalsekretär Christoph Stiba in der Spendenbitte des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Traditionell bittet der Bund zu Weihnachten um Spenden zur Förderung der Mission in Deutschland.

„Die frohe Botschaft, die den Hirten auf dem Feld vom Engel des Herrn zuteilwurde, geben wir auch heute unseren Mitmenschen weiter – spätestens seit der Coronakrise vermehrt über das Internet und soziale Medien“, so Stiba. Der Dienstbereich Mission fördert den kreativen Austausch der Bundesgemeinden untereinander, gibt auch online Impulse – beispielsweise durch das neue Format 1st Monday, eine 60-minütige „Ideentankstelle“ rund um die Themen Gründung, Innovation und Gemeindebau. Außerdem berät er Gemeinden in ihrem diakonischen Auftrag und informiert mit dem Förderlotsenprogramm über staatliche Bezuschussungen und Fördermöglichkeiten. Er koordiniert und unterstützt humanitäre Hilfsprojekte sowie Katastrophenhilfe weltweit und unterstützt aktuell 26 Gemeindegründungsprojekte in Deutschland.   

Eines dieser Gründungsprojekte sind die „Heimatgeber“ aus Hennigsdorf. Auf die ersten Lockdown-Maßnahmen im Frühjahr reagierten sie schnell und verlegten den geplanten Lobpreisabend spontan ins Netz, errichteten binnen zwei Tagen ein Live-Studio. „Wir waren uns einig, dass die Menschen gerade jetzt so etwas wie diesen Lobpreisabend brauchen“, berichtet Pastor Lukas Petschelt. 100 Live-Zuschauer sowie 1.000 weitere Aufrufe des Videos sollten ihnen Recht geben. „Wir wollen Erfahrungsräume der Liebe Gottes schaffen – insbesondere für jene Menschen, die Jesus noch nicht kennengelernt haben. Dabei ist Mission einerseits ganz lokal. Andererseits durften wir zuletzt erfahren, wie schnell Mission über diese lokalen Grenzen hinausgehen kann. Wir hatten Zuschauer aus Kanada und Australien.“

Mit den „Mutmachern“ entwickelten sie auch gleich ein neues Format: Gemeindemitglieder geben Zeugnis, indem sie Mut machende Erlebnisse aus ihrem Leben erzählen. Umrahmt von zwei Liedern ergeben sich daraus „Mini-Gottesdienste“, die gemeinsam online geschaut werden – statt der sonst üblichen Treffen am Freitagabend.
In der Spendenbitte des BEFG lädt Christoph Stiba dazu ein, die vielfältige Arbeit des Dienstbereichs Mission mit einer Weihnachtsspende zu unterstützen: „Gemeinsam wollen wir in unseren Gemeinden unseren Mitmenschen Mut machen und ihnen zusprechen, was einst die Hirten vom Engel des Herrn hörten: ‚Fürchtete euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.‘“

Ratstagung des Landesverbandes NOSA

„Leidenschaftlich Jesus und Menschen lieben“ zu diesem Thema sollte im April der Landesverbandsrat mit vielen spannenden Impulsen stattfinden. Leidenschaftlich engagiert mussten die Mitarbeiter plötzlich die Programme ändern: Leidenschaftlich Kinder, Jugendliche und Gemeinden begleiten sich in der digitalen Welt geistlich zu orientieren.

Neue Möglichkeiten schaffen und Ideen entwickeln Gemeinschaft wahrzunehmen, Weiterbildung und Schulung zu ermöglichen. Auch für die Ratstagung wurde eine Lösung gefunden. Er fand nur schriftlich per Briefwahl statt. In einer Videokonferenz nahm die Landesverbandsleitung jetzt das Protokoll der Wahlleiter entgegen und schloss damit die Ratstagung ab. Die wichtigsten Themen entschieden die Abgeordneten per Briefwahl. Zwei Video-Infokonferenzen mussten die Aussprache ersetzen. Bereits im Frühjahr war Dr. Stefan Voges als stellvertretender Landesverbandsleiter und Pastor Jürgen Tischler als Landesverbandsleiter in der Leitung gewählt worden. Diese Wahl bestätigte der Rat nun mit großer Mehrheit. Die beiden lösen Dr. Fred Pieneck als Leiter und Johannes Fähndrich als Stellvertreter ab. Diese Stabübergabe war ganz anders geplant. Immerhin war Dr. Fred Pieneck seit 1991 in verschiedenen Funktionen im Landesverband aktiv dabei. Nun wurden die Grüße in einem kleinen Film zusammengefasst und werden sobald möglich persönlich überreicht.

Neu in der Landesverbandsleitung begrüßt wurden Pastor Dirk Zobel (Region Ost) aus Goslar und Pastor Christian Fischer aus Lage (Region West). Haushalt und Haushaltsentwurf, sowie die Entlastung der Finanzverantwortlichen Uschi Kassühlke fanden ebenfalls eine große Mehrheit.

Das Protokoll der „Ratstagung“ findet sich auf der Webseite des Landesverbandes.

Die Leitung beriet jetzt in zweiter Lesung über eine Verfassungsänderung, die u.a. auch Online-Tagungen ermöglichen soll. Sie soll bei der nächsten Tagung 2021 in Magdeburg dem Rat vorgestellt und beschlossen werden.

Derzeit ist das GJW des Landesverbandes engagiert dabei, weiter für Kinder- und Jugendliche alternative Programme vorzubereiten, da auch das geplante Silvestival und andere Veranstaltungen in der bisherigen Form ausfallen mussten. Der Referent für Gemeindeentwicklung Pastor Jürgen Tischler berät und unterstützt Gemeinden darin, wie sie ihre Gottesdienste und das Gemeindeleben unter den alternativen Bedingungen gut gestaltet können.

Der Landesverband NOSA umfasst Teile von Niedersachsen, sowie Ostwestfalen und das Bundesland Sachsen-Anhalt mit 88 Gemeinden und circa 11.000 Gemeindemitgliedern.

Verantwortung wahrnehmen und Freiheit gestalten – mit Rücksicht auf den Nächsten

Gedanken zu Herausforderungen für Christen in Frei-/Kirchen, Gemeinden, Werken und Verbänden in der gegenwärtigen Corona-Krise:

1.    Wir glauben an den lebendigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu jeder Zeit die Welt in seiner Hand hat. Weil er die Situation der Corona-Krise überblickt und ein „Backofen voller Liebe“ (Martin Luther) ist, wollen wir nicht Angst und Sorge, sondern Hoffnung verbreiten und das Evangelium verkündigen. Wir fordern Christen auf, durch ihr gelebtes Gottvertrauen andere zu ermutigen, dieses Vertrauen zu wagen.

2.    Der gemeinsame Auftrag unserer Frei-/Kirchen, Gemeinden, Werke und Verbände ist es, Raum für geistliches Leben zu eröffnen, versöhnende Zeichen zu setzen und auch in der Krise mutig neue Wege zu gehen und Orte anzubieten, wo Menschen Gemeinschaft und Orientierung finden können.

3.    Wir sind dankbar, dass das Grundgesetz das Grundrecht der „ungestörten Religionsausübung“ gewährleistet. Dieses Grundrecht gewinnt gerade in Krisenzeiten an Bedeutung. Menschen suchen in Zeiten großer Verunsicherung und Existenzängste Trost und Halt, zum Beispiel in Gottesdiensten. Wir wollen achtsam mit diesem Grundrecht umgehen, auf geltende Ordnungen achten und auf keinen Fall durch Leichtfertigkeit zu einer verstärkten Corona-Verbreitung beitragen.

4.    Wir glauben, dass es elementar wichtig ist, die geistliche Dimension der gegenwärtigen Lage zu thematisieren. Darum ermutigen wir unsere Mitchristen zum Verzicht auf Aktionismus und zu mehr Gelassenheit, Tiefgang, Besinnung und Ausrichtung auf Jesus Christus. Christen haben Hoffnung, die über das natürliche Leben hinausgeht.

5.    Wir sind davon überzeugt, dass gesundes geistliches Leben in Gemeinden, die für einige Zeit ihre Aktivitäten zurückfahren müssen, sich nicht durch eine Pandemie ersticken lässt. Wir unterstützen Kreativität und die Entwicklung von digitalen Kommunikationswegen, die virtuelle geistliche Angebote ermöglichen, und ermutigen, neue Formen des Gemeindelebens zu entdecken.

6.    Eine Situation, wie sie durch das COVID-19-Virus weltweit entstanden ist, bringt es mit sich, dass sich am Ende nicht alle Corona-Maßnahmen als richtig und notwendig herausstellen. Insbesondere die Maßnahmen, die Grundrechte betreffen, brauchen Diskussion in der Gesellschaft und Entscheidungen der Parlamente. Wir sind dankbar für politische Verantwortungsträger, die ernsthaft bemüht sind, die Bürgerinnen und Bürger durch Reduzierung der zwischenmenschlichen Kontakte zu schützen. Dieses Bemühen unterstützen wir durch die entsprechende Gestaltung des Gemeindelebens.

7.    Angesichts der Komplexität der Herausforderungen hüten wir uns vor leichtfertiger Kritik. Wir wollen durch Respekt gegenüber den Verantwortlichen und durch vermehrtes Gebet „auffallen“. Wir weisen Verschwörungstheorien und unsolidarische Verhaltensweisen ausdrücklich zurück. Vielmehr fordern wir Christen heraus, durch ihr Reden und Verhalten versöhnend in unsere Gesellschaft hinein zu wirken.

8.    Wir rufen unsere Mitchristen zum Gebet für und zu besonderer Verbundenheit mit den Betroffenen der Pandemie auf. Wir wollen die Zeit nutzen zu mehr Barmherzigkeit Menschen gegenüber, die wegen dieser extremen Lage wirtschaftlich, sozial und psychisch leiden. Wir fordern Christen auf, diesen Menschen durch praktische Hilfe und konkrete Zuwendung die Erfahrung von Gottes Liebe zu ermöglichen.

6. November 2020

Initiativgruppe (verantwortlich für die Verfassung des Textes):

  • Dr. Heinrich Derksen, Schulleiter am Bibelseminar Bonn, Leiter des Forum evangelischer Freikirchen
  • Matthias Frey, Stellvertretender Vorsitzender des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes
  • Frank Spatz, Generalsekretär Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband
  • Christoph Stiba, Generalsekretär der Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen                                
  • Volker Ulm, Präses im Bund evangelischer Gemeinschaften
  • Frank Uphoff, Vizepräses Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)
  • Ekkehart Vetter, Erster Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland
  • Siegfried Winkler, Zweiter Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland

Mit-Unterstützer:

  • Peter Bregy, Generalsekretär des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Oberst Hervé Cachelin, Leiter der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
  • Oberstin Deborah Cachelin, Territoriale Präsidentin der Heilsarmee für Frauenarbeit
  • Theodor Clemens, Bischof der Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine)
  • Daniel Dallmann, Schatzmeister des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Dr. Jörg Dechert, Vorstandsvorsitzender ERF Medien
  • Jochen Geiselhart, Vorsitzender Foursquare Deutschland
  • Klaus Göttler, Generalsekretär des Deutschen EC-Verbandes
  • Ralph Habener, BFP-Regionalleiter Hessen
  • Uwe Heimowski, Beauftragter der Evangelischen Allianz in Deutschland beim Deutschen Bundestag und der Bundesregierung
  • Alexander Hirsch, Gesamtleiter Anskar-Kirche Deutschland, Evangelische Freikirche
  • Ansgar Hörsting, Präses Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
  • Ingo Hunaeus, Bezirkssuperintendent Kirche des Nazareners Deutschland
  • Lars Jaensch, BFP-Regionalleiter Schleswig-Holstein
  • Johannes Justus, Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Rainer Klinner, Ältestenratsvorsitzender des Freikirchlichen Bundes der Gemeinde Gottes e.V.
  • Daniela Knauz, Referat Frauen und ältere Generationen im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
  • Samuel Krauter, Präses des Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden
  • Oberstleutnant Hartmut Leisinger, Verwaltungsdirektor der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
  • Mara Massar, BFP-Vorstandsmitglied und Pastorin CZ Celle
  • Ivan Masalyka, BFP-Regionalleiter Bayern-Süd
  • Jens-Oliver Mohr, Vizepräsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland
  • Dieter Mundt, BFP-Regionalleiter Baden-Württemberg
  • Michael Noss, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
  • Harald Rückert, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland
  • Dr. Reinhardt Schink, Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland
  • Klaus Schmidt, Direktor Evangelische Gesellschaft für Deutschland
  • Johannes Schneider, Leiter der Ecclesia Kirchen und Direktor des Theologischen Seminars Erzhausen
  • Klemens Walser, BFP-Regionalleiter Weser-Ems
  • Egbert Warzecha, BFP-Regionalleiter Nordrhein-Westfalen
  • Andreas Wenzel, Geschäftsführer Word of Life Europe e.V.

 

Hilfe nach dem Erdbeben in Izmir

Am 30. Oktober erschütterte ein starkes Erdbeben die Ägäis. Mehr als 80 Menschen in Griechenland und der Türkei starben, mehr als 1.000 Menschen sind verletzt. Besonders betroffen war auch die türkische Stadt Izmir.

Nach dem Erdbeben in der Ägäis stürzten in der Stadt Izmir Gebäude ein oder wurden stark beschädigt. Etwa 3.000 Menschen sind in einem provisorischen Lager. EBM INTERNATIONAL hat Kontakt zu Ertan Cevik, dem Leiter der EBM-Arbeit in der Türkei. Er ist seit vielen Jahren in Izmir tätig und hat sich mit einem Team seiner Gemeinde bereits wenige Stunden nach dem Beben einen Überblick über die Lage verschafft und einige Hilfsmaßnahmen eingeleitet: Die Kirche in Izmir und das Gemeindegelände stehen Schutzsuchenden offen, Hygieneartikel, Decken, Mützen, Socken und Pflegeprodukte werden verteilt; Betroffene werden seelsorglich begleitet.

EBM INTERNATIONAL hat in Absprache mit der Katastrophenhilfe des BEFG in einem ersten Schritt 20.000 Euro zur Verfügung gestellt, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen und die Betroffenen über die nächsten Tage mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Hilfe erfolgt vor Ort in guter Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde in Izmir, den lokalen Behörden und staatlichen Organisationen.

In den EBM-Geschichten vom Missionsfeld geht es diesmal auch um die Hilfe in Izmir.

Mit einer Spende an die Katastrophenhilfe kann die Hilfe nach dem Erdbeben in der Türkei unterstützt werden. Bitte klicken Sie dafür im Spendenformular Katastrophenfonds an und geben Sie darunter den Verwendungszweck „Izmir“ ein.

Die heilende Kraft der Vergebung

 „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ - so beten wir im Vaterunser. 

Gerade weil wir Christen uns selbst das Vergeben zur Aufgabe machen, schmerzt es umso mehr, dass manche tiefen Verletzungen einfach nicht heilen wollen, vergeben nicht gelingen mag. An dieser Stelle setzt die Vergebungsarbeit nach Dr. Konrad Stauss an. Die bunte Kraft des Herbstes, die Dynamik der Gruppe mit den Qualitäten von Mitgefühl, Solidarität und Zeugenschaft trugen mit dazu bei, dass sich für die Teilnehmenden die heilsame Kraft der Vergebung erschloss - in der Gnade Gottes. Sie folgten der Einladung, sich unter der Leitung von Beate Fritsch und Marita Meyer durch die sieben Phasen spirituell-therapeutischer Vergebungsarbeit der Bereitschaft zur Vergebung anzunähern:
- der eigenen „Wunde“, der seelischen Verletzung
- dem/der Anderen, dem/der vergeben werden soll
- sowie dem Thema „Schuld“
- und Gott, der uns die Wunde zugemutet, sie nicht verhindert hat.
Es war für alle berührend zu erleben, wie manches verhärtete Herz sich erweichte, wie das quälende Leiden an der Nicht-Vergebung losgelassen wurde, wie Mitgefühl wuchs und der eigene Blick barmherziger wurde. Manche Träne floss im abschließenden Vergebungsritual, wo in feierlicher Stimmung die Stationen abgeschritten werden, auf dem Boden durch Blätter markiert, die die Stationen des gegangenen Weges reflektieren bis hin zum Aussprechen der Vergebung vor sich selbst, vor uns als Zeugen und vor Gott. Wie wunderbar, die Wandlungen der Teilnehmenden erleben zu dürfen! In den Worten von Konrad Stauss: es öffnet sich ein „Heiliger Raum“. 

 

Teilnehmer berichteten....

„Es gibt ja viele Arten, Vergebung zu suchen und zu finden. Hier bei Euch so besonders und wichtig für mich war, dass ihr Zeugen wart für meinen Schmerz. Ich wurde darin bestätigt, dass er berechtigt war. Mein Leiden erhält dadurch Würde.“

Ich habe mir nicht vorstellen können, dass ich mich jemals in „meinen Täter“ hineinversetzen könnte! Aber plötzlich, irgendwie, ging’s. Hätte ich nie gedacht!“

„Ja, wahrscheinlich waren es die schlimmen Erlebnisse im Krieg, die meinen Vater seelisch so beschädigt hatten. Jetzt kann ich sein Verhalten mir gegenüber besser verstehen.“

Dr. Günter Wieske gestorben

Pastor Dr. Günter Wieske ist in der Nacht auf den 20. Oktober verstorben. Am 23. August wurde er 95 Jahre alt.

In den Jahren seines Dienstes war er unter anderem von 1953 bis 1958 Lehrer am Jugendseminar, von 1955 bis 1958 Jugendsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), im Missionsdienst in Norwegen und von 1974 bis 1988 Referent der Bundesheimatmission. In seinem Ruhestand schrieb er Bücher und bis zuletzt Gedichte. In einem Nachruf würdigt Präsidiumsmitglied Pastor Dirk Zimmer Wieskes Dienst in Mission und Ökumene.

„Günter Wieske lag das Wort Gottes und seine Verkündigung stets am Herzen“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Wir sind dankbar für ihn und sein Wirken in unserer Bundesgemeinschaft und darüber hinaus. Für seine Familie erbitten wir in dieser Zeit des Abschiednehmens, dass Gott, der Herr, ihnen spürbar nahe ist und seinen tiefen Frieden und reichen Segen schenkt.“

Die Beisetzung fand im Rahmen der Familie am 26. Oktober statt. Eine Gedenkfeier wird es am 31. Oktober um 14 Uhr in der Christuskirche Heiligenstadt, Familienzentrum 6, 91332 Heiligenstadt i.OFr. geben.

Verein für Freikirchenforschung: Neuer Vorstand gewählt

Der Verein für Freikirchenforschung hat auf seiner Mitgliederversammlung am 25. Oktober einen neuen Vorstand gewählt.

Erster Vorsitzender ist nun Dr. Andreas Liese vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), zweite Vorsitzende PD Dr. Astrid von Schlachta von der Arbeitsgemeinschaft mennonitischer Gemeinden (AMG). Dr. Astrid Nachtigall vom BEFG wurde für drei Jahre als Schatzmeisterin gewählt. Drei der bisherigen Mitglieder – Prof. Dr. Christoph Rädel, Dr. Tobias Jersak und PD Dr. Thomas Hahn-Bruckart –  kandidierten nicht mehr. Als Geschäftsführer wurde Pastor Reimer Dietze vom Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden (BfP) wiedergewählt. Dr. Liese dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihr bisheriges Engagement.

Als Aufgabe für den neuen Vorstand formulierte die Mitgliederversammlung, sich stärker um die Berücksichtigung der digitalen Möglichkeiten bei der zukünftigen Arbeit des Vereins zu kümmern.

Dies sei eine der Lehren, die aus der gegenwärtigen Corona-Pandemie zu ziehen seien. Die Mitgliederversammlung hätte ursprünglich in Verbindung mit der Jahrestagung im April durchgeführt werden sollen und musste aufgrund der Corona-Pandemie vertagt werden.

Vorgestellt wurde auch die Planung für die Jahrestagung 2021, die auf dem Campus des Theologischen Seminars in Erzhausen vom 23. bis zum 24. April unter dem Thema „Gemeinschaft der Gleichen oder hierarchische Struktur? Erfahrungen von Ohnmacht und Vollmacht in Freikirchen“ stattfinden soll.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung referierte Dr. von Schlachta, die auch 1. Vorsitzende des Vereins 500 Jahre Täuferbewegung ist, zum Thema „Erfahret oder prüfet alles und das Gute behaltet – 500 Jahre täuferische Gemeinden“. Als wesentliche Impulse aus der Geschichte der Täufer für die Gegenwart benannte sie Nonkonformität, Mündigkeit und die Erneuerung. In der anschließenden Diskussion zeigte sich eine große Unterstützung für das ökumenische Projekt „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“.

Durch Zeitung lesen auf Ideen kommen

Wie findet eine Gemeinde ein förderungswürdiges Projekt? Dieser Frage ging der Arbeitskreis Fördermittel im BEFG mit über dreißig Interessierten aus verschiedenen Gemeinden nach.

Frank Fornacon, Pastor der EFG Kassel-West, Silke Tosch, Redakteurin DIE GEMEINDE, und Almut Siodlaczek, regionale Diakoniebeauftragte in Hessen, referierten in Kurzbeiträgen, wie eine Gemeinde ihr Projekt findet kann.

Die Stärken und Möglichkeiten der eigenen Gemeinde mit den Bedarfen der Umgebung zu verbinden sei der Weg, um diakonische Projekte zu entwickeln. Diese könnten dann mit Geld von externen Förderern unterstützt werden. Ideen, Informationen zu den Themen des Stadtteils und Auskunft über regionale Fördermittel fänden sich häufig im Lokalteil der Tageszeitung oder den Blättchen mit den Vereinsnachrichten.

Die Leitung einer Gemeinde sollte dabei mutig vorangehen. Gleichzeitig müsse sie gut abwägen, was für die eigene Gemeinde passt und an etwas anknüpfen, das schon da ist. Ein abgelehnter Förderantrag müsse dabei kein Missgeschick sein. Er könnte als Hinweis verstanden werden, um konkreter und anschaulicher zu formulieren, damit ein potenzieller Förderer den Nutzen des Projekts erkennt.

Maria Hofmeister vom Bundes-GJW ergänzte das Thema Fördermittel durch Tipps für die Abrechnung und den Verwendungsnachweis. Erstmals in der Reihe der Kurzreferate war Roland Schütter aus der EFG Neu-Ulm, der von den diakonischen Projekten seiner Gemeinde berichtete und welche Förderer dabei finanziell unterstützt haben, um die baulichen Voraussetzungen zu schaffen.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fand das Forum im Onlineformat an einem Abend unter der Leitung von Gaby Löding, Referentin für gemeindenahe Diakonie, statt. Mit Kleingruppen, der Möglichkeit zu den einzelnen Themen Erfahrungen auszutauschen und Literaturtipps war dies wieder ein anregendes Treffen, das Mitarbeitende mit und ohne Erfahrung zu diesem Thema versammelte.

Der nächste Termin für das Forum Fördermittel online ist am 12. November mit Jacqueline Hennig, Referatsleitung Soziallotterien/Drittmittelberatung der Diakonie Deutschland. Sie wird die Soziallotterien und ihre Förderungsbedingungen darstellen. Konkret soll es um eine Projektidee aus einer Gemeinde des Bundes gehen. Hierzu können Gemeinden ihre Idee  oder Projektskizze an Gaby Löding schicken oder bis Ende Oktober an Almut Siodlaczek.

2. Kursblock Seelsorge & Beratung des Kurses 2019/2021

Nachdem im Frühjahr die zweite Kurswoche im Begegnungszentrum Weltersbach ausfallen musste, konnte sie nun Ende September stattfinden. Damit liegt die Hälfte des Kurses schon hinter mir und ich freue mich, dass ich als Teil meines Anfangsdienstes daran teilnehmen darf. Mir war es von Beginn meines pastoralen Dienstes an wichtig, Seelsorge nicht nur theoretisch im Studium gelernt zu haben, sondern mich selbst in meiner Rolle als Seelsorgerin in der Praxis mit meiner eigenen Persönlichkeit zu reflektieren. Der Kurs bietet Raum dafür, eigene Seelsorgegespräche durch Gesprächsprotokolle zu besprechen und in der Gruppe zu lernen, die Gefühle meines Gegenübers und meine eigenen Gefühle besser wahrzunehmen. Ein weiterer Teil des Kurses sind Theorieeinheiten, die mir Hintergrundinformationen für seelsorgerliche Fragestellungen meiner aktuellen Praxis geben. Der Kurs hilft mir in konkreten seelsorgerlichen Situationen weiter, weil meine Wahrnehmung geschult wird, weil meine Gesprächsführung klarer und zielgerichteter wird und weil ich die Dynamiken zwischenmenschlicher Beziehungen besser zu verstehen lerne.

Bericht vom Auftakt in Hamburg: 500 Jahre Täuferbewegung

Im Mittelpunkt der Eröffnungszeremonie stand die symbolhafte Weitergabe eines Wanderstabs, der ein Zeichen der Täuferbewegung war, wie die 1. Vorsitzende des Vereins „500 Jahre Täuferbewegung 2025“, die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta, hervorhob: „Täufer waren häufig auf Reisen: Oft freiwillig, um die christliche Botschaft weiterzugeben, oft aber auch erzwungen, weil sie wegen ihrer Überzeugungen stets mit Verfolgung und Landesverweis rechnen mussten.“ Zudem stehe der Wanderstab für die Entscheidung der Täufer, diesen nicht – wie damals auf Reisen üblich – zur Verteidigung zu nutzen, sondern sich stattdessen für Gewaltlosigkeit einzusetzen. ###3_IMAGES### Dr. Andreas Liese, Baptist und 2. Vereinsvorsitzender, beschrieb die Täufer bei der Zeremonie als „kleine Herde, die auf der Gewissens- und Glaubensentscheidung des Einzelnen beruhte, nicht auf der Untertanenpflicht“ – ein Aspekt, den auch die Historikerin Prof. Dr. Andrea Strübind hervorhob. So habe für die Täuferbewegung der Grundsatz gegolten: „Christus als alleiniger Hirte und Herr – machtkritisch, anstrengend, basisdemokratisch. Eine Provokation, ein Ideal, ein Erbe, das wie ein Stachel im zufriedenen, frommen Fleisch steckt.“ Deshalb hätten Täufer lange unter schwerer Verfolgung leiden müssen: „Bis zu 2.500 Hinrichtungen von Täufern und Täuferinnen lassen sich allein für das 16. Jahrhundert nachweisen.“ Dies habe zu Glaubensmigration geführt, wie Johannes Dyck, Leiter des Instituts für Theologie und Geschichte am Bibelseminar Bonn, aufzeigte: „Wieder unterwegs sein – auf der Flucht – auf der Suche nach einer Zuflucht – wo Täufer und Täuferinnen geduldet und nicht verfolgt werden. Aufbruch ins Ungewisse, alles loslassen, voller Angst und Trauer, aber auch voller Vertrauen in Gottes Führung.“ ###3_IMAGES### Am Ende des Eröffnungsrituals reichten einander zwei Vertreterinnen und ein Vertreter aus Kirche und Ökumene den Wanderstab weiter und verbanden dies mit einem Segenswort: die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden (AMG) Doris Hege, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland Dr. Verena Hammes und der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) Christoph Stiba.

In seiner per Video übertragenen Predigt zu Matthäus 7,24-29 stellte der amerikanische Historiker Prof. John D. Roth Charakteristika des Wirkens Jesu Christi heraus, die Teil von dessen „Vollmacht“ gewesen seien und die Täuferbewegung inspiriert hätten. Jesus habe Gastfreundschaft praktiziert, die „über die ethnischen Grenzen“ hinausreichte bis zu den Samaritern. „Er wandte sich Leprakranken und Krüppeln und Bettlern genauso zu wie römischen Hauptleuten oder den religiösen Eliten des Judentums.“ Jesus habe in großer Ehrlichkeit Dinge offen angesprochen. Auch ein Kennzeichen der frühen täuferischen Bewegung sei die wahrheitsgetreue Rede gewesen: „Die Täufer weigerten sich, Eide zu schwören, einfach, weil sie davon ausgingen, dass die Nachfolger Jesu immer die Wahrheit sagen.“ Jesu Heilungen hätten auf eine Wiederherstellung des ganzen Menschen abgezielt, was auch Menno Simons, den Namensgeber der Mennoniten, inspiriert habe, den Roth mit den Worten zitierte: „Wahrer evangelischer Glaube kann nicht schlummern. Er kleidet die Nackten, er nährt die Hungrigen, er tröstet die Trauernden, er beherbergt die Mittellosen, er dient denen, die ihm schaden, er verbindet das Verwundete, er ist allen Geschöpfen alles geworden.“ Schließlich sei Jesus Christus ein Vorbild an Demut gewesen, jedoch nicht in einer angstvollen, sondern einer kühnen Form: „Dies ist das Herzstück des täuferischen Verständnisses von Gelassenheit − nicht Selbsterniedrigung, sondern ein ‚Nachgeben‘ gegenüber dem Heiligen Geist und dem Beispiel Christi.“ ###3_IMAGES### Eine Vertreterin aus der Politik und drei kirchliche Vertreter hielten Grußworte: Petra Lotzkat, Staatsrätin der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg, Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, Weihbischof Horst Eberlein vom Erzbistum Hamburg sowie VEF-Präsident und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba.

Petra Lotzkat hob die geschichtliche Bedeutung der Täuferbewegung hervor und würdigte das große gesellschaftliche und soziale Engagement von Kirchen, die in dieser Tradition stehen. Gerade in der Stadt Hamburg hätten die Mennoniten mit ihrem wirtschaftlichen Erfolg stets zum gesellschaftlichen Miteinander beigetragen. Hamburg beziehungsweise Altona, so hob die Staatsrätin hervor, hätten den Täufern in den vergangenen Jahrhunderten stets Offenheit und Toleranz entgegengebracht, wovon bis heute die Straße „Große Freiheit“ zeuge. Dort siedelten sich nicht nur Täufer an, sondern auch andere Religionsgemeinschaften, die anderswo verfolgt wurden. ###3_IMAGES### Radu Constantin Miron hob das große Interesse der ACK am Täufergedenken hervor: „Gerade nach dem großen Reformationsjubiläum 2017 ist es wichtig, auch jene Kirchen in den Blick zu nehmen, die damals womöglich etwas zu kurz gekommen sind; der sogenannte linke Flügel der Reformation.“ Denn hier gehe es „um Themen wie Mündigkeit und Religionsfreiheit. Oder – wieder einmal hochaktuell – die ungemein wichtige Tradition der Friedenskirchen, die bis heute für die Herausforderung eines konsequenten Lebens von Gewaltlosigkeit steht.“ Die ACK begleite das Täufergedenken, und dieses Begleiten umfasse auch den Austausch „über das so zentrale Thema Taufe; er ist nicht abgeschlossen; ich behaupte aber, dass unser ökumenisches Gespräch darüber in den letzten Jahren und Jahrzehnten gegenseitiges Verständnis und Vertrauen füreinander bewirkt hat.“

Christoph Stiba zeigte sich dankbar, dass das Täufergedenken ökumenisch begangen werde und „von Anfang an nicht nur Mennoniten und Baptisten zusammensaßen, sondern die ACK sich hinter dieses Projekt gestellt hat.“ Wie andere würdigte Stiba auch Bernd Densky: „Als Freikirchlicher Referent in der ACK war er von Anfang an treibende Kraft im Täufergedenken. Natürlich auch als Baptist, aber er hat dieses Anliegen in die ACK getragen und als Geschäftsführer des Vereins ‚500 Jahre Täuferbewegung 2025‘ vernetzt und gesteuert. Dass er heute wegen seiner Erkrankung nicht hier sein kann, bedauere ich sehr! Wir haben ihm viel zu verdanken und wollen ihn in unserem Tun und in unseren Gebeten nicht vergessen.“

Im Blick auf gegenseitige Verletzungen zwischen Landes- und Freikirchen sprach Christoph Stiba den Wunsch aus, dass die fünf Jahre des Gedenkens zu einer „Heilung der Erinnerung“ beitragen mögen: „Wir sollten gemeinsam darauf hinarbeiten, dass im Jahr 2025 die Heilung manch unseliger Erinnerungen und die Versöhnung im Mittelpunkt stehen und Ausdruck finden.“ Die Geschichte der Konfessionen sei „keine einseitige Verletzungsgeschichte: Die schmerzhafte Selbsterkenntnis der Freikirchen liegt darin, dass uns in den Freikirchen immer deutlicher bewusst wird, wo wir selbstgerecht und überheblich, also nicht dem Geist Gottes gemäß in Vergangenheit und Gegenwart über den Glauben und die Frömmigkeit unserer landeskirchlichen Geschwister geurteilt haben und urteilen.“ Am Ziel der Versöhnung wolle „die VEF gerne weiter mitwirken.“ ###3_IMAGES### Horst Eberlein verlas das Grußwort des Hamburger Erzbischofs Dr. Stefan Heße, das das Motto des Täufergedenkens „gewagt!“ in Bezug stellte zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Probleme oder Corona-Pandemie. „Vertrauen wagen – Nachfolge wagen! In all diesen ungewissen Zeiten, die es auch schon vor Corona gab, können wir Christen auf Jesus Christus vertrauen.“ Es sei schön, dass „wir Kirchen uns über unser ‚Wagnis der Nachfolge‘ heute zur Eröffnung des Täufergedenkens austauschen und wir zusammen das Wagnis der Täuferbewegung feiern. Denn das haben wir gemeinsam: Die Nachfolge Christi ist ganz schön gewagt!“ ###3_IMAGES### Vor der Zeremonie hatten Radu Constantin Miron und Christoph Stiba auf einem Podium mit der AMG-Vorsitzenden Doris Hege und dem mennonitischen Theologen und Friedensforscher Prof. Dr. Fernando Enns über die Frage diskutiert, was Religionsfreiheit für die Kirchen heute bedeutet. Enns beschrieb in diesem Zusammenhang Evangelisation als ein herausforderndes Thema in der Ökumene. Im Zentrum stehe hier die Frage: „Wie haltet ihr es mit dem Anders- und Nichtglaubenden?“ Gute Antworten auf die Frage nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Mission und dem Respekt vor den Überzeugungen Andersdenkender gebe das ökumenische Papier „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“. Doris Hege wies auf das Beispiel Jesu Christi hin: „Er hat die Menschen geachtet und sie entscheiden lassen, was sie wollen. Bekennen wir unseren Glauben aus innerer Erfüllung oder mit einem angstmachenden Element?“ Radu Constantin Miron berichtete, dass das politische Umfeld der orthodoxen Kirche, wie der Kommunismus oder das Osmanische Reich, lange Zeit keine Mission zugelassen hätte. Mission sei daher undenkbar gewesen. Durch die ökumenischen Begegnungen hätten sich in letzter Zeit hier vermehrt vielfältige Lern- und Erfahrungsorte für die Orthodoxie eröffnet. Christoph Stiba berichtete über ein aktuelles Beispiel für den Einsatz von Christen für die Religionsfreiheit einer anderen Gemeinschaft. So hätten sich jüngst Baptisten in Russland angesichts der neuen diskriminierenden Religionsgesetzgebung für die Zeugen Jehovas eingesetzt. Am Ende der Diskussion forderte Fernando Enns, Kirche müsse sich stets fragen, wo sie Privilegien habe, durch die sie anderen Kirchen oder Religionsgemeinschaften möglicherweise ihre Religionsfreiheit nehme: „Inwieweit sind wir als Kirchen bereit, auf Privilegien gegenüber anderen Religionen zu verzichten?“

Online-Werkstattgespräch am 02. Oktober 2020

Welchen Bedarf haben ältere Menschen innerhalb der Gemeinde? Welche Ressourcen und Potenziale bringen sie mit? Und wie können wir das zusammenbringen?

Zu diesen Fragen hatte das Forum Älterwerden im BEFG ein Online-Werkstattgespräch initiiert.  13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 02. Oktober 2020 dabei und brachten ihre eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen ein. Grundlage für das Gespräch waren die beiden Impulsfilme von Prof. Dr. Ralf Dziewas (Dozent an der Theologischen Hochschule Elstal). Inhaltlich wurden dort die verschiedenen Altersphasen und die Milieuvielfalt im Alter ausführlich dargestellt und erläutert. Die Videobeiträge sind weiterhin hier abrufbar.

Der Austausch in kleineren Gruppen und in der großen Runde war rege und zeigte deutlich auf, dass die älteren Erwachsenen in einer Gemeinde nicht über einen Kamm zu scheren sind und dass manch gutes Angebot nicht alle erreicht und alle Bedürfnisse abdeckt. In einer Umfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde deutlich, dass ein Bewusstsein für die Vielfalt und die unterschiedlichen Milieus vorhanden ist oder sich entwickelt. Dass sich diese Erkenntnisse aber in der Realität der Gemeindearbeit nicht unbedingt wiederfinden.

In ihrem Impuls hob Dagmar Lohan, Referentin im Fachbereich Familie und Generationen, hervor, dass Individualisierung und Vielfalt in den Gemeinden längst gelebt wird.  Sie machte deutlich: Die Herausforderung besteht darin, dass ein hohes Maß an Toleranz und Kreativität gefragt ist, um hier neue Wege zu finden und sie mutig zu gehen. Altern ist ein Prozess, der jeden Menschen begleitet und sich sehr unterschiedlich ausdrückt. So werden in der Gemeindearbeit heute und zukünftig eher Interessen, Lebensentwürfe und persönliche Glaubensentwicklungen eine Rolle spielen. Der Versuch, definierte Altersgruppen dauerhaft für ein Gruppenangebot zu gewinnen, wird schon heute weniger angenommen.

In ihrem Schlusswort wies Jutta Teubert, Moderatorin und Leiterin des Forum Älterwerden,  darauf hin, dass es heute und zukünftig um Gemeindearbeit MIT Älteren und nicht für sie gehen sollte. Selbstbestimmtheit und Teilhabe haben dabei große Bedeutung. Sie machte Mut, Neues auszuprobieren, denn:  „Es gibt noch viel zu tun!“  So ging eine motivierende Veranstaltung zu Ende, die Lust darauf macht, ältere Menschen in und um die Gemeinde herum neu zu entdecken und sich auf den Weg zu machen.

„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025“

Die Täuferbewegung bildete neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation die dritte reformatorische Strömung – ihr Einsatz für Ideale wie Religionsfreiheit und Gewaltlosigkeit hat bis heute Einfluss auf Kirche und Gesellschaft. Die Initiative „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025“ möchte in fünf Themenjahren mit einem Blick auf täuferische Werte und Tradition das „Heute und Morgen gestalten und ökumenische Impulse setzen“. Den Auftakt bildet ein Gottesdienst am 10. Oktober in Hamburg.

In seinem Grußwort zur Initiative hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Relevanz täuferischer Ideale beschrieben: „Jeder soll hier nach seinem Glauben leben können und dürfen – ohne Angst, aber auch ohne Machtanspruch. Dass dieses Verständnis von Religionsfreiheit heute Grundlage unseres Zusammenlebens ist, dazu hat auch die täuferische Tradition beigetragen mit ihrem Beharren auf der Freiheit des Einzelnen, der Begrenzung staatlicher Macht in Glaubensfragen und der Ablehnung von Gewalt.“

Der Initiative gehe es darum, aus der Geschichte für den Glauben und das gesellschaftliche Engagement heute zu lernen, wie die 1. Vorsitzende des Vereins „500 Jahre Täuferbewegung“, die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta, betont: „500 Jahre Täuferbewegung lehren uns: Um authentisch Glauben zu leben, muss Altes hinterfragt und Neues gewagt werden – mündig, frei und souverän, in der Verantwortung vor Gott und den Menschen, immer wieder aufs Neue.“ Weil die Täufer in ihrem Einsatz sehr mutig gewesen seien, habe man über alle fünf Themenjahre die Überschrift „gewagt!“ gesetzt, erklärt der 2. Vereinsvorsitzende, der Baptist Dr. Andreas Liese: „Die Täufer und Täuferinnen haben es gewagt, gegen große Widerstände nach ihrem Gewissen und entsprechend ihrer biblischen Erkenntnis zu handeln.“ Unter der Überschrift „gewagt!“ geht es in den Themenjahren um „mündig leben“ (2020), „gemeinsam leben“ (2021), „konsequent leben“ (2022), „gewaltlos leben“ (2023) und „Hoffnung leben“ (2024). Für das Jahr 2025 sind mehrere Gedenkveranstaltungen geplant, die an die erste täuferische Glaubenstaufe 1525 in Zürich erinnern.

Das Spektrum täuferischer Kirchen ist weit. Zwei von ihnen laden gemeinsam mit dem Verein sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zum Auftakt in Hamburg ein: Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG), zu dem Baptisten- und Brüdergemeinden gehören. Während die Mennoniten geschichtlich unmittelbar zur Täuferbewegung gehörten, sind die Baptisten im Zusammenhang mit der englischen Reformation zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden, zählen aber zu den täuferischen Kirchen.

Für die AMG-Vorsitzende Doris Hege sind 500 Jahre Täuferbewegung „ein guter Grund, sich mit den Anliegen der Bewegung zu befassen. Es geht nicht darum, im Rückblick manches zu verklären, sondern erneut diese Themen – wie den Einsatz für Frieden – zu unseren zu machen.“ Sie freue sich, so Hege, dass „dieses Gedenken auf so breite ökumenische Basis gestellt werden konnte.“ Auch für BEFG-Präsident Michael Noss geht es darum, „die Gegenwart zu begreifen und zu überlegen, was die Grundwerte unserer Überzeugung für die Zukunft bedeuten.“ Dies gelte „besonders für die Glaubens- und Religionsfreiheit, die immer wieder, durch Aus- und Abgrenzung, auf dem Prüfstand steht.“ Für die Themenjahre wünscht er sich, dass sie „ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Glaubensüberzeugungen stärken und in eine ökumenische Weite führen.“ ###3_IMAGES###Diese ökumenische Weite ist auch für den ACK-Vorsitzenden, Erzpriester Radu Constantin Miron, unerlässlich. Das „nicht von ungefähr mit Ausrufungszeichen versehene ‚gewagt!‘“ unterstreicht für ihn das Anliegen der multilateralen Ökumene: „Offensichtlich brauchen wir in der Kirche – und in der Ökumene! – diesen unbefangenen Wagemut, weiter Schritte auf dem Weg zu unserer Einheit zu tun!“

„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“ lädt zu einem fünfjährigen gemeinsamen Weg ein, über Geschichte, Erinnerung, Tradition und Erbe nachzudenken, um das Heute und Morgen zu gestalten und ökumenische Impulse zu setzen. Begleitet wird das Nachdenken durch jährlich erscheinende Broschüren, die in Gesprächs- und Hauskreisen, Gemeinden, ökumenischen Gremien und Bildungseinrichtungen zu Diskussionen über das jeweilige Jahresthema anregen sollen. Ausstellungen, Materialien für Schule und Bildungsinstitutionen sowie Tagungen werden die Auseinandersetzung mit den zurückliegenden 500 Jahren täuferischer Geschichte illustrieren und vertiefen. Weitere Informationen: www.taeuferbewegung2025.de.

Die Eröffnung des Täufergedenkens findet am 10. Oktober in der Mennonitengemeinde, Mennonitenstraße 20, 22769 Hamburg statt. Los geht es um 17:00 Uhr mit einer Podiumsdiskussion, bei der Vertreterinnen und Vertreter von Freikirchen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, MdB Markus Grübel, diskutieren. Nach einem Empfang um 18:30 Uhr folgt um 19:30 Uhr der Ökumenische Eröffnungsgottesdienst. Vertreterinnen und Vertreter der Presse werden gebeten, sich bei BEFG-Pressesprecher Dr. Michael Gruber (mgruber@befg.de) zu akkreditieren. Die Eröffnung wird auch per Livestream übertragen (Gottesdienst: www.baptisten.de/livestream-auftakt-500 | Podiumsdiskussion per Zoom: tinyurl.com/y6d6ocrg).

Diese Pressemittelung wird herausgegeben von:

•    500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.
•    Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
•    Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG)
•    Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)

Auf Augenhöhe – trotz Corona – von 14 bis 90 Jahren

Lange hatte die EFG Essen-Borbeck (Am Weidkamp) ihre Gemeindefreizeit geplant, und dann kam Corona. Nach Überlegen, Umplanen und unter Berücksichtigung der notwendigen Schutzmaßnahmen trafen sich am Wochenende über den 3.Oktober dann aber doch ca. 45 Menschen in Eversberg bei Meschede. Sie erlebten in einem Freizeitheim, das mitten im Wald liegt, drei frohe Tage als Mehrgenerationengemeinde.

Das Anliegen war, das Miteinander als Generationen zu stärken und zu fördern. Dazu hatten sie Jutta Teubert vom Fachbereich Familie und Generationen eingeladen. Sie hat das Programm „Auf Augenhöhe“ mit konzipiert und schon oft durchgeführt. Offen und interessiert ließen sich alle Generationen auf die Inhalte und auch auf die kreativen Angebote ein. Dabei ging es um die Vielfalt der Generationen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten, in einer Kreativaktion um das „Traumhaus der Gemeinde“ und um die Frage, wie Plattformen für Begegnungen geschaffen werden können. Dabei wurden Projekte, die es in der Gemeinde schon gibt, in den Blick genommen, und es entstand Offenheit, auch Neues auszuprobieren. Besonders Spaß machte eine Interaktionen, die bei gutem Wetter im Freien stattfinden konnte. Dabei wurde auch wahrgenommen: Sich in andere Lebenssituationen hinzuversetzen, schafft Verständnis füreinander, gemeinsames Tun und auch einfach miteinander lachen, verbindet. Interessant war der Austausch über Bilder mit verschiedenartigen Brücken – von stabil bis brüchig, große und kleine Distanzen überwindend. Viele wählten Brücken, die nur einen geringen Abstand überspannten. Das zeigt, dass die Generationengemeinschaft innerhalb der Gemeinde weitgehend als positiv wahrgenommen wird – aber auch die Notwendigkeit, Brücken zu bauen, wofür es manchmal Mut braucht.

 

Am Sonntag wurde unter Mitgestaltung aller Generationen ein Gottesdienst gestaltet zum Thema „Einander etwas zutrauen, fördern, ermutigen“ (2.Tim. 1,7) und zur Beziehung von Paulus und Timotheus. Dabei wurde auch die Collage vom Vortag zum Thema „Mein Traum von Gemeinde“ einbezogen. Es gab anschauliche und handlungsorientierte Elemente, zum Beispiel einen Gebetsteil mit Stationen zum Danken und Bitten.

 

Vieles wurde auf Flipchart festgehalten und soll vor Ort weiter wirken – wie Samenkörner, die gesät wurden und nun gehegt und gepflegt werden müssen.


Jutta Teubert