Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

Ich bin da - Seminar zum Thema Demenz in der EFG Bad Homburg

Nach mehrmaligem Verschieben aufgrund der Covid-Pandemie fand am 11. September 2021 in unserer Gemeinde ein Tagesseminar zu der Thematik statt. Bereits 2018 hatten wir schon gute Erfahrungen mit dem vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) angebotenen „Ich bin da – Seminar zur aufsuchenden Gemeindearbeit – Besuchsdienst“ mit Dagmar Lohan und Friedrich Schneider gemacht. Wie damals haben wir auch dieses Mal nicht nur Interessierte aus unserer Gemeinde, sondern ebenso aus den umliegenden Gemeinden eingeladen. Angesichts der Unsicherheit bezüglich der zum Zeitpunkt der Durchführung des Seminars geltenden Bestimmungen, hatten wir bereits bei der Einladung Anfang Juli darum gebeten, dass sich jeder selbst an diesem Tag für den Eigenbedarf Verpflegung (Getränke/Imbiss) mitbringen möge. Dies fand eine durchaus positive Resonanz und erleichterte der Gemeinde die Durchführung.

Pastor i.R. Matthias Ekelmann – ehemals Geschäftsführer im Seniorenzentrum Bethel Wiehl gGmbH sowie ehemals Mitarbeiter im Forum Älterwerden des BEFG und im Evangelischen Seniorenwerk – erwies sich als sehr kompetenter Referent.

In einem interessanten Einstieg zu „Vergesslichkeit und Demenz“ vermittelte uns Matthias Ekelmann zunächst das notwendige Basiswissen zur Thematik. Einen Schwerpunkt bildeten dabei die Beispiele und Erläuterungen zu häufig auftretenden Kommunikationsproblemen. Im zweiten Teil ging es dann um „Demenzgerechtes Kommunizieren“. Nach ausführlichen Erläuterungen hierzu bildeten wieder Fallbeispiele eine praxisnahe Vertiefung des bisher Gehörten. Nach einer kurzen Mittagspause standen die unterschiedlichen Kommunikationskanäle im Fokus und wurden ebenfalls wieder mit Fallbeispielen anschaulich verdeutlicht. In einem vierten Teil nahm Matthias Ekelmann den Bereich „Seelsorge und Rituale“ ins Blickfeld und lockte uns auch – wie bereits bei den vorherigen Teilen – zu einer aktiven Beteiligung heraus. Den Abschluss bildeten die Teile „Besuchsdienst bei Menschen mit Demenz“ mit vielen hilfreichen Beispielen und Tipps aus der Praxis sowie hilfreiche Hinweise zu den „Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige“.

Von der gewünschten aktiven Beteiligung der Seminarteilnehmer/-innen durch Fragen in allen Teilbereichen wurde reger Gebrauch gemacht. Auch hier zeigte sich der große Erfahrungsschatz, über den Matthias Ekelmann durch seine berufliche Praxis und seine langjährige Referententätigkeit verfügt und den er mit engagierter Lebendigkeit und damit großem Gewinn für die Teilnehmer einzusetzen verstand.

Entsprechend fiel auch die Resonanz der Teilnehmenden zu diesem Seminartag sehr positiv aus und wurde nicht zuletzt durch einen kräftigen Applaus unterstrichen.

Als Veranstalter möchten wir andere Gemeinden ermutigen, trotz Corona solche Seminare durchzuführen, auch wenn der sonst übliche Rahmen an Tischen aufgrund der Corona geschuldeten Beschränkungen nicht möglich ist. Auch ein Verzicht auf das Angebot von Speisen und Getränken muss nicht unbedingt nachteilig sein - kann aber für die durchführende Gemeinde zu einer sinnvollen Entlastung führen. Angesichts der breit gestreuten Einladung hätten wir uns durchaus mehr Teilnehmer gewünscht, aber so kamen bei nur 20 Personen die Einzelnen mehr bei den Fragen zu Wort. 

BEFG-Mitgliederstatistik 2020

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 gehörten 794 Gemeinden mit 77.685 Mitgliedern zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Damit verzeichnet der Bund einen Rückgang von 2.510 Mitgliedern (3,1 Prozent), der zu einem großen Teil darauf zurückzuführen ist, dass sich im „Corona-Jahr 2020“ weniger Menschen den Gemeinden anschlossen, während sich die Abgänge auf dem Niveau der Vorjahre bewegten. So gab es wegen der Pandemie deutlich weniger Taufen und Aufnahmen durch Zeugnis als im Vorjahr, was alleine mehr als die Hälfte des Rückgangs erklärt. Austritte und Streichungen hängen meist eng mit der jeweiligen Gemeindesituation zusammen.

Wie alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens war auch die Gemeindearbeit ab März 2020 von der Coronakrise schwer beeinträchtigt. Gottesdienste, Gemeindeversammlungen oder Taufen und vor allem auch Gemeinschaft, die für Gemeinden so wichtig ist, waren nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich. So wurden in BEFG-Gemeinden nur 730 Menschen getauft, was einem Minus von 54,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 762 Menschen wurden durch Zeugnis aufgenommen (- 39 Prozent). Auch die Zahl der anteilsmäßig kleineren Zugangsarten Wiederaufnahme (- 33,8 Prozent) und Aufnahme nicht gläubig Getaufter (- 48,3 Prozent) war rückläufig (siehe Tabelle).

„Durch die Pandemie mussten die Gemeinden von einem auf den nächsten Moment ihre komplette Arbeit ‚neu erfinden‘“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Während Gemeinden mit enormer Kreativität fast alles auf digital umstellten und gleichzeitig viel Energie in die Beziehungsarbeit steckten, war zwangläufig einiges nicht möglich. Man kann Menschen nicht digital taufen, und nicht wenige Mitglieder hatten Probleme, in der neuen Gemeindesituation innerlich anzukommen.“ So lasse sich beobachten, dass auch viele Abgänge mit Corona zusammenhingen: „Lange Zeiten ohne Präsenzgottesdienste haben mitunter Entfremdung verursacht oder beschleunigt und zu Austritten oder Streichungen geführt.“

Während die Zugänge 2020 um 47,1 Prozent unter dem Wert von 2019 lagen, blieben die Abgänge (+ 3,6 Prozent) etwa auf Vorjahresniveau. Leicht rückläufig war dabei die Zahl der Entlassungen in bekenntnisverwandte Gemeinden (- 14,7 Prozent). Einen kleinen Anstieg gab es bei Streichungen (+ 5,6 Prozent), Austritten (+ 8,1 Prozent) und Todesfällen (+ 3,8 Prozent).

 „Besonders beschäftigt uns die hohe Zahl der Austritte, die immerhin 41,8 Prozent aller Abgänge ausmachen und für 68 Prozent des Mitgliederrückgangs stehen“, so Generalsekretär Stiba. Ebenso auffällig sei eine recht hohe Zahl bei den Streichungen (18,8 Prozent aller Abgänge). Eine stichprobenartige Recherche in zehn Gemeinden mit auffällig hohen Zahlen hat einige Muster aufgezeigt und zugleich deutlich gemacht, dass die Gründe für Austritte und Streichungen meist sehr individuell mit der jeweiligen Gemeindesituation zusammenhängen. Am Anfang steht oft die aktive Prüfung des eigenen Mitgliederverzeichnisses durch die Gemeindeleitung. Im Fall einer großen Gemeinde, die dies 2020 zum ersten Mal seit Jahren tat, fiel auf, dass zahlreiche Mitglieder sich längst anderen Gemeinden angeschlossen hatten oder dem Gemeindeleben ferngeblieben waren. Eine zusammengenommen dreistellige Zahl an Austritten und Streichungen allein in dieser Gemeinde war die Folge. Überhaupt sind es oft Menschen, die sich schon lange aus der Gemeinde zurückgezogen haben, die gestrichen werden oder auf Nachfrage dann selbst austreten. Die Pandemie hat solche Entwicklungen oft nur beschleunigt: Menschen merkten in der gottesdienstfreien Zeit, dass sie auch ohne Gemeinde leben können. Andere fühlten sich in der kontaktarmen Zeit nicht ausreichend wahrgenommen und wendeten sich ab. Auch Stilfragen (etwa Wunsch nach mehr Liturgie) führten zum Wechsel in nichtbekenntnisverwandte Gemeinden, was in der Statistik als Austritt gezählt wird.

Zwei Gemeinden aus der Stichprobe berichteten, dass Corona auch für Streit sorgte. Dort traten Mitglieder aus, weil, so fasste es ein Gemeindeleiter zusammen, die Gemeinde Online-Gottesdienste einführte, statt sich über die staatlichen Vorgaben hinwegzusetzen und „in den Widerstand“ zu gehen. Streit war auch sonst manchmal der Grund für Austritte. Mal ging es um Macht-, mal um Sachfragen, mal entzündete sich an einer Leitungswahl eine Richtungskontroverse. Auch die theologische Ausrichtung führte in einzelnen Fällen zu Austritten: Manch einem war seine Gemeinde zu liberal, manch einem zu konservativ. In einem Fall traten aus derselben Gemeinde Menschen aus, weil ihnen deren Ausrichtung zu liberal bzw. zu konservativ war. Austritte ganzer Gemeinden aus dem Bund machen nur einen kleinen Teil der gesamten Austritte aus. 2020 war es eine Gemeinde, die austrat, weil sie mit der theologischen Ausrichtung des Bundes nicht übereinstimmte. Deren 113 Mitglieder stehen für 6,6 Prozent aller Austritte. Überhaupt haben der Austritt oder die altersbedingte Auflösung ganzer Gemeinden nur einen kleinen Anteil an der Mitgliederentwicklung des Bundes: 259 Abgänge (6,3 Prozent aller Abgänge) sind darauf insgesamt zurückzuführen.

In den Prozentzahlen zu den Ab- und Zugängen nicht mitgerechnet sind die Überweisungen: Als Wechsel eines Mitglieds von einer BEFG-Gemeinde in eine andere stellen diese eine ergebnisneutrale Position dar, eigentlich. Denn auch 2020 sind wieder Menschen überwiesen worden, ohne in der Zielgemeinde angekommen zu sein. Dadurch hat der BEFG im vergangenen Jahr 102 Mitglieder verloren.

„Es macht uns nachdenklich, dass auch 2020 wieder Menschen die Gemeinden verlassen haben“, so BEFG-Präsident Michael Noss. „Wenngleich wir als Leitung des Bundes wenig Einfluss auf die jeweils konkrete Gemeindearbeit vor Ort haben, nehmen wir Anteil, denn wir sind eine geistliche Bundesgemeinschaft.“ Es gebe keinen Grund zur Resignation: „Wir sind gemeinsam unterwegs, weil wir aus der Kraft der besten Botschaft leben und Jesus Christus den Menschen bezeugen.“ Mit seiner überregionalen Arbeit habe der BEFG ein klares Ziel: „Wir wollen die Gemeinden in ihrer Arbeit unterstützen. Wenn es vor Ort herausfordernde Situationen gibt, sind wir da.“ Im Namen des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung ermutigen Michael Noss und Christoph Stiba die Gemeinden, die Angebote zu nutzen, von der Gemeindeberatung in Krisenfällen über aktuelle Materialien wie in der Coronakrise bis hin zu allen inhaltlichen Angeboten wie Beratung, Fortbildungen oder Veranstaltungskonzepten. Zudem habe die Pandemie wieder gezeigt, wie wichtig Beziehungsarbeit sei: „Gerade Gemeinden mit vielen Kleingruppen haben weniger Mitglieder verloren. Wo wir in enger geistlicher Gemeinschaft miteinander unterwegs sind, bleiben wir beieinander.“

Ein Flensburger – vom Himmel geschickt

Am 5. September wurde André Peter als BEFG-Regionalreferent im Dienstbereich Mission in der Christuskirche der EFG Osterholz-Scharmbeck mit einem Gottesdienst in seinen Dienst eingeführt.

Die Berufung von André Peter als Regionalreferent Nord war auch der Grund, weshalb er mit seiner Frau Bettina und seinen beiden Söhnen Arieh und Joschua von Flensburg in die zentraler gelegene Metropole Osterholz-Scharmbeck gezogen ist.

„Herzlich willkommen! Schön, dass du da bist!“ stand zu Beginn des Gottesdienstes auf einer Folie zu lesen. Und wir als Osterholz-Scharmbecker möchten in Bezug auf die ganze Familie Peter ergänzen: „Schön, dass Ihr da seid!“

In der Predigt startete Pastor Carsten Hokema aus der Christuskirche Hamburg-Altona, Vorgänger von André Peter im Dienstbereich Mission, mit der Frage: „Jetzt ist er da. Was wird er als erstes predigen?“ Er meinte damit Jesus, als dieser seine Mission begann. Seine Botschaft war: „Das Reich Gottes ist herbei gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ (Markus 1, 15) Wir müssen das Reich Gottes nicht wie unser Haus bauen, es ist schon da. Als Jesus-Nachfolger sollten wir es einfach so machen wie Jesus. Und so schickt Gott auch André Peter hin zu den Menschen, um das Kommen des Reiches Gottes sichtbar zu machen.
Im offiziellen Teil der Diensteinführung wurde vom Team Mission die Berufung von André karikiert: In einem Sketch, der sich stark an die TV-Werbung für Flensburger Bier anlehnte, wurde der Flensburger eingeladen: Hier ist noch ein Platz frei auf der Missions-Schaukel. Und der Startschuss wurde gleichsam mit dem Aufploppen der Flaschen gegeben.

Das Team Mission hatte einige Flaschen mit neuer Füllung versehen und verband mit dem Übergeben der Bierflaschen gekonnt humorvolle und tiefsinnige Wünsche. Beispielsweise überreichte Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission, eine selbstwachsende Selbstversorgerpflanze, die man erst gießen muss, wenn sie aus dem Flaschenhals herausgewachsen ist. Damit umriss er eine Aufgabe von André, zu pflanzen und zu gießen, damit Gemeinden über sich hinauswachsen. Gott schenkt das Wachstum. (1.Korinther 3,6)

Das ganze Missionsteam überreichte eine große XXL-Hängematte für die ganze Familie; ein guter Platz, wenn mal „Flasche leer“ ist.

Der Gemeindeleiter aus Flensburg, Wolfgang Günter, verabschiedete seine „Gemeindeschäfchen“ schließlich schweren Herzens mit seinem Lieblingsklavierstück und einer Tasse, die den ersten Bibelvers aus Jesaja 61 in jiddischer Sprache enthält.

Nach dem vielhändigen Segen durch das ganze Missionsteam wurde dieser große Tag für die Familie Peter bei einem zünftigen Mittagessen auf dem Grundstück „Grüne Oase“ der Christusgemeinde gebührend gefeiert. Der Himmel gab dabei sein Bestes und strahlte in seinem kräftigsten Azurblau.

Mit diesem Kasten voller perliger Erfrischungen im Startgepäck wünschen wir den Peters, dass die Flasche stets mehr als halbvoll ist und freuen uns auf ploppende Begegnungen.

„Wohin sich wenden?“

Im persönlichen Rückblick auf dieses immer noch unfassbare Ereignis erzählt Pastorin Andrea Schneider, damalige „Wort zum Sonntag“-Sprecherin, von ihrer Suche nach Worten in aller Sprachlosigkeit. Und sie fragt: Was trägt, wenn alles zusammenbricht?

„Wo warst du am 11. September 2001?“ Fast jede, jeder kann eine Geschichte dazu erzählen.
Meine geht so: Als Rundfunkbauftragte der Ev. Freikirchen (VEF) war ich an diesem Dienstag auf einer Sitzung der VEF-AG „Hörfunk und Fernsehen“. Thema war, (frei-)kirchliche Beiträge in den Medien so zu gestalten, dass sie nicht „fromm“ am Erleben und Empfinden von Zeitgenossen vorbeireden, sondern „aktuell“ deren Fragen und Zweifel aufnehmen. Niemand von uns ahnte da, wie unglaublich herausfordernd dies so bald werden würde …

Als die Sitzung gegen 15:00 endete, liefen wir Delegierte im Foyer des Tagungshauses an einem Fernseher vorbei. Da prallten uns die Bilder der von Flugzeugen durchschnittenen, brennenden Twin Towers entgegen. Fassungslose Erschütterung. Ungläubige Sprachlosigkeit. Zugleich Wörterfülle auf allen Kanälen.

Kaum im Auto auf der Rückfahrt, klingelte mein Telefon. Der leitende Redakteur „Religion und Gesellschaft“ bei Radio Bremen: „Sie haben es schon mitbekommen?“

Ja, klar. Meine Ideen für ein „Wort zum Sonntag“ zum Welt-Kindertag in der darauffolgenden Woche – nichtig. Die schöne Geschichte, wie Jesus kleine Kinder in die Mitte der Erwachsenen stellt und sie segnet – unpassend schön angesichts der grauenvollen Bilder dieses menschenverachtenden Terrors.

Aber was kann Kirche – und das „Wort zum Sonntag“ ist ihre wichtigste Verkündigungssendung – in dieser Situation „verkündigen“?

 „Frau Schneider, was trauen Sie sich am Samstag in die Kamera zu sprechen? Denken Sie sich was aus! Bin gespannt!“ Ich erinnere mich gut an den wie üblich kritischen, aber da auch mitfühlenden Tonfall des Redakteurs.

Mein Kopf – voll. Unzählige Nachrichtensendungen und Kommentare. Mein Blatt Papier – leer. Was im „Wort zum Sonntag“ sagen, was nicht schon zig Mal vorher viel sachkompetenter geäußert worden wäre? Mein Herz – aufgescheucht. Mir war klar: Wenn ich vor die Kamera trete, dann muss ich das persönlich tun. Ich als ich, erschüttert wie die Millionen Menschen, die mir bald zuhören sollten – einzeln, irgendwo in einem Wohnzimmer.

Am Freitag wieder ein Anruf des Redakteurs: „Ich habe eine Idee. Wie wär's, wenn Sie ein Gebet sprechen? Das können Sie doch: beten. Gab's bisher so nicht im „Wort zum Sonntag“, aber....“

Ich war überrascht und beschämt zugleich: Diese Idee – nicht von mir, der Christin, Pastorin, sondern von ihm, dem kritisch-atheistischen Journalisten!
Dabei doch eigentlich so naheliegend: Wohin sich wenden, wenn alles zusammenbricht – wenn nicht an den, der auch in der tiefsten Tiefe ansprechbar bleibt? Seit Urzeiten für verzweifelte Menschen in den Psalmen. Für den gottverlassenen Jesus am Kreuz. Dann doch auch für uns heute. Auch im Fernsehen.

Endlich konnte ich meine Gefühle und Gedanken in Worte fassen. Bewusst erst sehr kurz vor Ausstrahlung wurde die Sendung produziert. Schlagen die USA noch zurück? Anspannung im Studio.

Während meines Gebets zeigte die Kamera nur ein aus Weiden geflochtenes Kreuz. Und statt mit dem ARD-vorgegebenen perlenden Vor- und Abspann wurde das „Wort zum Sonntag“ eingerahmt von je drei tiefen, harten Glockenschlägen. Ausnahmesituation.

Viele Reaktionen erreichten mich danach, z.B.: „Ihre schlichten Worte, ihr Gebet haben meine Erstarrung gelöst.“ Oder: „Habe immer noch unendlich viele Fragen. Aber jetzt auch einen Ort dafür!“

Auch heute, 20 Jahre nach diesem „Wort zum Sonntag“, angesichts so viel neuen Schreckens und seiner Bilder, habe ich letztlich nicht viel mehr Worte als diese drei: „Herr, erbarme dich!“

Aber diese Bitte hat Kraft. Sie trägt.

Wort zum Sonntag:

Guten Abend!

Wohin sich wenden am Ende dieser Woche?

Wohin mit dem Entsetzen,

das uns auch heute noch immer wieder packt

und sprachlos macht?

Wohin mit diesen grauenhaften Bildern,

die vielen auch nachts nicht aus dem Kopf gehen?

Wann und wo und wie wird zurückgeschlagen?

Was kommt da noch auf uns zu mit welchen Folgen?

Meine Kinder fragen mich: Kommt jetzt Krieg?

Wohin sich wenden?

Hunderttausende sind in diesen Tagen auf die Straßen gegangen –

wie gestern zum Brandenburger Tor - und in die Kirchen.

Wir haben Kerzen angezündet.

Als Zeichen der Anteilnahme. Und als stillen Protest gegen Terror und Gewalt.

Wir haben gespürt: Wir sind miteinander verbunden.

Viele haben gebetet. Vielleicht nach langer Zeit mal wieder.

Vielleicht auch ohne so recht zu wissen, zu wem sie da reden.

Ich glaube daran, dass Gott diese vielen Gebete hört.

Und er hört uns auch, wenn wir keine Worte haben.

Denn er leidet diesen unsagbaren Schmerz mit.

Dafür steht das Kreuz Christi. Es steht für bitterste Gewalt.

Für brutalen, ungerechten Tod. Für die Macht des Bösen, die scheinbar siegt.

Aber: Das Kreuz ist auch ein Ort des Trostes.

Und der Hoffnung, dass nicht Gewalt und Attentäter den Sieg davontragen.

Sondern das Leben. Gottes Liebe zu seiner Welt.

So wende ich mich mit all den Gefühlen und Gedanken aus dieser Woche zum Kreuz.

Vielleicht möchten Sie mit mir beten:

 

Herr Jesus Christus! Warum? Warum dieses Grauen, dieser teuflische Hass? 

Wo warst du, Gott?

Dass all die Menschen in den Flugzeugen, in den Türmen, im Pentagon,

nicht tiefer gefallen sind als in deine Hand – das hoffen wir.

Einige haben auch für uns einen Namen bekommen, ein Gesicht,

eine Geschichte, die unter die Haut geht.

Wir flehen dich an, sei jetzt bei den Trauernden. 

Sei bei ihnen, wenn sie sich noch immer an eine winzige Hoffnung klammern. 

Wenn sie fast verrückt werden vor Schmerz.

Schick ihnen Engel zur Seite, die mit ihnen aushalten.

Wir bitten dich für die Rettungskräfte und Helfer.

Beschütze sie. Lass sie nicht verzweifeln.

Wir beten für die, die Verantwortung tragen für das, was jetzt geschehen soll.

Wir haben Angst.

Wenn jetzt in Amerika die Vergeltung geplant wird,

dann gib klare Gedanken und die Kraft zur Besonnenheit.

Lass nicht zu, dass sich die Spirale der Gewalt noch weiter dreht.

Lass nicht zu, dass noch mehr Unschuldige leiden -

nur, weil sie muslimischen Glaubens sind.

 Wir bringen zum Kreuz unsere Sehnsucht nach Frieden und nach Gerechtigkeit.

Und wir bitten am Ende dieser Woche, am Abend dieses Tages:

Kyrie eleison – Herr, erbarme dich.

Abgedruckt in DIE GEMEINDE 18/2021 vom 5. September, S. 12-13.

Glaube, Liebe und Hoffnung der Angst entgegensetzen

Verschwörungstheorien stellen eine große Gefahr dar, und grundsätzlich ist jeder Mensch für solches Denken empfänglich. Weil sich deshalb auch Christinnen und Christen damit befassen sollten, hatte die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) am 1. September zum Gespräch eingeladen. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren online viel über einen guten Umgang mit haltlosen Thesen und deren Vertreterinnen und Vertretern. Dabei wurde hervorgehoben, wie sehr ein hoffnungsvoller Glaube gerade in Veränderungszeiten die Grundlage für ein konstruktives Engagement bildet.

„Eine kleine mächtige Gruppe verschwört sich und tut etwas zum Schaden vieler Menschen.“ Dieses Schema sei der Kern aller Verschwörungstheorien. Da es sich bei Verschwörungstheorien meist nicht um wissenschaftlich prüfbare Annahmen, also Theorien, handelt, bevorzuge die Wissenschaft die Begriffe Verschwörungsmythos oder -ideologie, so Oriana Marie Krüger in ihrem Vortrag, der im Zentrum des Treffens stand. Die Studentin der Politikwissenschaft und Antisemitismusforschung, die zudem im Büro des VEF-Beauftragten am Sitz der Bundesregierung, Konstantin von Abendroth, arbeitet, hob die Gefährlichkeit von Verschwörungsmythen hervor. Diese führten oft zu einer Radikalisierung und förderten Gewaltbereitschaft. Zudem hätten sie das Potenzial, die Gesundheit zu gefährden, was sie am Beispiel der Leugnung der Wirksamkeit der Corona-Impfung deutlich machte. Krüger zeigte anhand zahlreicher Beispiele auf, dass Verschwörungsmythen und Antisemitismus eine parallele Struktur aufwiesen und dass Verschwörungsanhänger oft auch antisemitische Narrative bedienten. Auch in christlichen Kreisen sei Verschwörungsdenken immer wieder zu finden, wofür Oriana Marie Krüger die sogenannten „Christen im Widerstand“ als Beispiel nannte. Um selbst nicht auf solche Mythen reinzufallen, sei es wichtig, Fakten gründlich zu überprüfen. Für den Umgang mit Verschwörungsanhängern riet sie: „Es ist wichtig, Empathie zu zeigen, sich von menschenfeindlichen Aussagen aber zu distanzieren. Wo man Entwicklungen selbst ähnlich kritisch sieht, kann man das einräumen, dann aber deutlich machen, dass man andere Schlüsse daraus zieht. Zudem hilft es, immer wieder kritische Fragen zu stellen.“

In der anschließenden Diskussion erörterte Konstantin von Abendroth, der den Abend moderierte, worauf Gemeindeleitungen achten sollten, wenn einzelne Mitglieder Verschwörungsmythen verbreiten: „Die Rolle aller Beteiligten und ihre Anliegen müssen zunächst analysiert werden. Dann gilt es zu fragen, welche Wirkung die Person mit ihren Thesen hat.“ Grundlage sei: Distanzierung von verschwörungstheoretischen Aussagen und zugleich, wenn möglich, der Erhalt von Beziehungen.

Ein Teilnehmer betonte im Chat, Gemeinden sollten ein „Die-Wir-Denken“ und streng dualistische Aussagen vermeiden und stattdessen auf Diskurs mit anderen gesellschaftlichen Akteuren setzen. Krüger bestätigte auf Nachfrage eines Teilnehmers die Nähe zwischen Verschwörungsmythen und Sekten und hob hervor: „Es gibt viele Aussteiger aus Verschwörungstheorien.“ Überhaupt gehe das Verschwörungsdenken in Bezug auf Corona schon wieder zurück. „Manche Gruppen, die sich in Opposition zu den Pandemie-Maßnahmen gegründet haben, spalten sich jetzt wieder.“

Konstantin von Abendroth hob hervor, dass gerade Christinnen und Christen etwas haben, das dem von Opfer-Mentalität, Argwohn und Feindlichkeit geprägten Verschwörungsdenken diametral entgegenstehe: „Wir stehen für die Botschaft von Glaube, Liebe und Hoffnung, mit der wir uns konstruktiv einbringen und unsere Gesellschaft mitgestalten können – auch angesichts der anstehenden Richtungsentscheidung der Bundestagswahl.“

Sieben Jahre erfolgreiche Präventionsarbeit

Das Netzwerk gegen Menschenhandel, das zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehört, arbeitet präventiv. Seit 2014 klärt es tausende Schüler und Schülerinnen in Deutschland mit dem Workshop „Liebe ohne Zwang“ über die sogenannte Loverboy-Methode auf. Durch die Corona-Pandemie ist der Verein in eine finanzielle Schieflage geraten.

Loverboys täuschen Mädchen und jungen Frauen die große Liebe vor, um sie später in die Prostitution zu locken bzw. zu zwingen. Durch Prävention in Schulen und Jugendgruppen erreicht das Netzwerk jährlich normalerweise 5.000 bis 7.000 Jugendliche. Zusätzlich werden Multiplikatoren zur Durchführung des Workshops ausgebildet. Außerdem schult es Erwachsene aus verschiedenen Berufsgruppen, um Menschenhandel zu erkennen und dagegen vorzugehen. Teams bieten zudem an, in Gemeinden Gottesdienste zum Thema zu gestalten.

Pastorin Christina Döhring, Vorsitzende des Netzwerks gegen Menschenhandel, schaut mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen aufgrund von Corona. Workshops und Schulungen konnten monatelang nicht stattfinden. Vorträge und Trainings fielen aus. Das ist auch finanziell spürbar. Diese Zeit wurde genutzt, um Materialien zu aktualisieren. Es wurden ein neues Beziehungsmodul für Jungen, ein Modul zum Thema Pornografie sowie Aussagen aus Interviews mit inhaftierten Loverboys in das Programm integriert.

Nach sieben Jahren Präventionsarbeit mit „Liebe ohne Zwang“ sind die ersten Teilnehmenden erwachsen. Ehemalige Schüler und Schülerinnen melden sich und berichten, wie der Workshop ihr Leben beeinflusst hat: junge Frauen, die gefährlich werdende Beziehungen bei sich oder Bekannten erkannt haben, Teilnehmende, die in die Sozialarbeit gegangen sind, um auch an dieser Problematik arbeiten zu können, bis hin zu einem Filmemacher, der jetzt mit der Polizei und dem Netzwerk kooperiert und einen Spielfilm zur Loverboy-Methode gedreht hat.

Jede Investition in diese Präventionsarbeit bewahrt Menschen vor Leid, spart später viele Rehabilitationskosten für Betroffene und zeigt Jugendlichen, wie sie sich selber engagieren und Menschenhandel in unserem Land verhindern können.

Jetzt sind die Schulen wieder geöffnet und die Mitarbeitenden stehen mit den neuen Materialien in den Startlöchern. Leider sind die finanziellen Rücklagen des Netzwerks jedoch fast aufgebraucht. Es braucht aber Zeit, bis erneut Einnahmen erzielt und Anträge für längerfristige Finanzierungen genehmigt werden.

Ohne eine finanzielle Überbrückungshilfe wird das Netzwerk gegen Menschenhandel e.V. seine Arbeit in diesem Jahr einstellen müssen. Christina Döhring betont: „Für jede Hilfe sind wir sehr dankbar.“

Das Netzwerk gegen Menschenhandel entstand 2006, als sich am Rande einer Bundesratstagung engagierte Christinnen und Christen zusammentaten, um Menschenhandel zu bekämpfen. Es ist eine gemeinnützige Organisation, die in Bekenntnisgemeinschaft mit dem BEFG steht. Es lässt sich in seiner Arbeit von der Überzeugung leiten, dass Christen eine Verantwortung haben, gegen Ungerechtigkeit in der Welt aufzustehen. Jesaja 58,6 ist der Leitvers: „Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende!“

Weitere Informationen unter www.netzwerkgm.de sowie auf Instagram unter www.instagram.com/netzwerk_gegen_menschenhandel.

Tatkräftige Boten

„Dich schickt der Himmel“. Auch beim kommenden Erntedankfest steht das Jahresthema des Bundes im Mittelpunkt. „Wir sind gesandt, die gute Nachricht von Gottes Liebe seinen Menschen zu sagen und unseren Blick darauf zu richten, wo wir tatkräftige Boten des Himmels sind“, betont Generalsekretär Christoph Stiba im Erntedank-Video.

Darin wird eine Auswahl bundesweiter Spendenprojekte vorgestellt. Mit diesem Video und dem zugehörigen Erntedankflyer lädt der BEFG sowohl Gemeinden als auch Privatpersonen dazu ein, eine der dort vorgestellten Arbeiten mit einer Spende oder Kollekte zu unterstützen: das allgemeine Erntedank-Bundesopfer, die Revitalisierung von Gemeinden im Dienstbereich Mission, die Syrien-Hilfe von German Baptist Aid, die Arbeit der Volontäre von Dienste in Israel und den weltweiten Gemeindeaufbau von EBM INTERNATIONAL.

„Nicht zuletzt durch die vielen Spenden für die Opfer der Flut in Deutschland wissen wir, wie groß die Spendenbereitschaft in unseren Gemeinden ist“, berichtet Volker Springer. Auf eine ähnlich hohe Bereitschaft hofft der kaufmännische Geschäftsführer des Bundes für die traditionellen Sammlungen zu Erntedank.

Besonderes verweist Springer auf das allgemeine Erntedank-Bundesopfer: „Diese freien Spenden an den Bund ermöglichen uns erst, mit unseren Hauptamtlichen Projekte zu konzipieren, wichtige Hilfen zu koordinieren und unseren rund 800 Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.“ Das Erntedank-Bundesopfer erfährt daher auch besondere Aufmerksamkeit: durch eine gesonderte Spendenbitte, die dieser Tage auch postalisch an einige Haushalte verschickt wird.

Allen Gemeinden und Einzelpersonen, die eines der Projekte unterstützt, danken Christoph Stiba und Volker Springer herzlich.

Ein segensreicher Weg in Herzen und Häuser

Im Jahr 2022 wird der Andachtskalender WORT FÜR HEUTE 50! Seit 1972 arbeiten die drei großen Freikirchen in Deutschland und seit einiger Zeit auch in der Schweiz hier zusammen: der Bund Evangelischer-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), der Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) und die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK).

Ursprünglich hatte jede Kirche ihren eigenen Kalender. Diese hießen Kasseler Abreißkalender, Wittener Andachtskalender und Tägliches Brot. 1972 wurde dann beschlossen, gemeinsam einen Kalender herauszugeben.

Über 100 Autorinnen und Autoren schreiben inzwischen jährlich mit: Pastoren und Laien, Junge und Alte, Frauen und Männer. Einige machen schon seit vielen Jahren mit, andere sind neu dazugekommen. Jeder Bund stellt einen Redakteur. Diese dritteln die Arbeit, stehen das ganze Jahr über in Kontakt und treffen sich einmal im Jahr zur Redaktionssitzung. In einer weiteren Sitzung kommen die Verantwortlichen aus den Verlagen (Brunnen Verlag GmbH, Gießen, SCM Bundes-Verlag gGmbH, Witten, Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH, Kassel) hinzu. Die Andachtsschreiber nehmen die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch die biblischen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament anhand des ökumenischen Bibelleseplans. Sie lassen die biblische Botschaft heute lebendig und greifbar werden: mit fundierten Bibelauslegungen und in alltagsnaher Sprache. Liedstrophen, Gebete, Buchtipps, Internettipps, Terminhinweise oder Fragen zum Weiterdenken ergänzen die Andachtstexte. An passender Stelle stehen Einführungen von zwei Theologen in die biblischen Bücher.

Zum Jubiläum gibt es Geschichten aus der Zeit dieser Zusammenarbeit und Erlebnisse mit dem Andachtskalender: über das Zusammenfinden der einzelnen Kirchen, Bünde und Verlage, den Kalender in der DDR und in der Schweiz, persönliche Glaubenserfahrungen und weitreichende Impulse von einzelnen Andachten. Außerdem gibt es beim Jubiläumspreisrätsel ein Wochenende für zwei Personen mit Halbpension in einem Haus, das den drei Kirchen/Bünden nahesteht, zu gewinnen: im Hotel Martha-Maria in Hohenschwangau/Allgäu, im Hotel Bethanien auf Langeoog oder im Bildungszentrum Elstal bei Berlin. Die Gewinner können sich aus den drei Angeboten den Ort auswählen, der ihnen gefällt. Außerdem gibt es wie gewohnt Buchgutscheine zu gewinnen.

Den Kalender gibt es klassisch als Abreißkalender für die Wand, als Buchkalender und als Großdruckausgabe. Natürlich entwickelt sich auch der Andachtskalender weiter und ist heute als E-Book und als digitale Ausgabe über eine App für Smartphone und Tablet erhältlich. In der Jubiläumsausgabe befindet sich ein Zugangscode für diese App. Mit diesem Code kann über die App „Freikirchen-Kiosk“ der Kalender gratis digital gelesen und an bis zu zwei neue Leserinnen und Lesern weitergegeben werden. So ist der Kalender immer unterwegs dabei, ob auf dem Weg zur Arbeit oder im Urlaub.

Im Vorwort der ersten gemeinsamen Ausgabe von 1972 heißt es: „In großer Einmütigkeit und mit viel Freude haben die Schriftleiter den neuen gemeinsamen Kalender geplant und zusammengestellt. Der Herr der Gemeinde segne seinen Weg!“ Dies gilt auch noch heute. Wir als Redaktionsteam wünschen auch diesem Jubiläumskalender einen segensreichen Weg in die Herzen und Häuser seiner Leserinnen und Leser.

Ute Armbruster-Stephan (ist Pastorin der EmK in Schwäbisch Hall), Nicola Bourdon (ist Redakteurin im Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH, Kassel), Hans-Werner Kube (ist Pastor i. R. im Bund FeG)

„Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“

Mit der Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ greift das MARKK – Museum am Rothenbaum in Hamburg die Themen koloniales Erbe und Rassismus auf. Erzählt werden die Lebensgeschichten der kamerunischen Königsfamilie Duala Manga Bell und die Auswirkungen des Kolonialismus auf persönliche Lebenswege, Familien und Gesellschaft sowie die Dynamiken von internationalen Widerstandsnetzwerken. Auch die Baptisten spielen eine Rolle in dieser Geschichte. Pastor i.R. Reinhard Assmann vom Historischen Beirat des Bundes hat die Ausstellung besucht.

Bereits seit April zeigt eine Sonderausstellung im Hamburger Museum MARKK die hierzulande eher vergessene Geschichte des Kameruner Duala-Königs Manga Bell. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte er sich gegen die Willkür der deutschen Besatzer gewehrt und die Aufhebung der Rassentrennung gefordert. 1914 wurden er und sein enger Vertrauter Ngoso Din von den deutschen Kolonialbehörden wegen Hochverrates öffentlich hingerichtet.

Die Familie Bell pflegte gute Kontakte zu den Baptisten. Manga Bells Nichte, Maria Bell, verlobt mit Ngoso Din, war als junge Frau in Deutschland und wurde Mitglied der Baptistengemeinden in Eberswalde und Berlin-Prenzlauer Berg. Auch ihrem Leben ist die Ausstellung gewidmet.

Zu einem Höhepunkt der Ausstellung kam es am 13. bis 15. August – zu Gast waren der heutige Duala-König sowie Nachkomme von Manga und Maria Bell. In mehreren Veranstaltungen wurde über das koloniale Erbe und Rassismus heute diskutiert. Erneut kam die Forderung nach einer Rehabilitierung Manga Bells durch die Bundesrepublik zur Sprache. Auch im BEFG gibt es seit dem Frühjahr eine Initiative, die sich für dieses Anliegen einsetzt.

Die Ausstellung ist noch bis Ende nächsten Jahres zu sehen. Ausdrücklich geeignet ist sie auch für Jugendliche und Familien. Der Ausflug nach Hamburg lohnt sich.

BWA-Generalsekretär: „Baptistinnen und Baptisten aus aller Welt beten für Euch!“

Vergangenes Wochenende war der Generalsekretär des Baptistischen Weltbunds (BWA), Elijah Brown, gemeinsam mit BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba in Euskirchen, Bad Münstereifel und Hagen und hat dort von der Flutkatastrophe Betroffene besucht. Sie haben sich die zerstörten Orte angesehen, viele berührende Geschichten gehört und mit den und für die Menschen gebetet.

Bedrückend sei die Atmosphäre gewesen als sie durch die Innenstädte von Euskirchen und Bad Münstereifel gelaufen sind. So beschreibt es BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba, der die von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen gemeinsam mit Elijah Brown besuchte: „Der schöne alte historische Stadtkern von Bad Münstereifel – alles weg, komplett kaputt. Die Erft in Euskirchen ist eher ein Rinnsal, man mag gar nicht Fluss dazu sagen. Unvorstellbar, dass sie so anschwellen und alle angrenzenden Gebiete zerstören konnte.“

Mit David Kröker, Pastor und Gemeindegründer in Euskirchen, besuchten die Generalsekretäre verschiedene Orte, hörten zu und beteten. David Kröker erzählte zum Beispiel von Luis, Leiter einer Zellgruppe des Gemeindegründungsprojektes in Euskirchen: „Am Abend des 14. Juli hörte er von seiner Wohnung aus Hilferufe. Er stürzte sich in die Fluten und konnte gerade noch den Inhaber einer dortigen Pizzeria aus dem Wasser ziehen. Für die Frau des Inhabers kam Luis‘ Hilfe dann aber zu spät. Er zog ihren leblosen Körper aus dem Wasser, versuchte sie wiederzubeleben. Aber sie kam nicht wieder zu sich. In den Tagen nach der Flut half Luis in der ganzen Nachbarschaft bei der Beseitigung des Schlammes.“ Zu einigen der Nachbarn seien auf diese Weise nähere Kontakte entstanden und sie zeigten Interesse an seinem Glauben.###3_IMAGES###In Bad Münstereifel trafen sie Elli, Leiterin einer anderen Zellgruppe der Gemeinde. Sie berichtete von dem Wunder, dass ihre Wohnung als einzige aller Wohnungen im Erdgeschoss vom Wasser verschont blieb. Elli stellte fest: „Mit dem Hausrat hat das Wasser auch die Sicherheiten der Menschen weggeschwemmt.“ Sie erhoffe sich, dass die Menschen Gott als absolute Sicherheit kennenlernen. „Betet bitte um Erweckung in der Eifel.“ Das sei auch David Krökers Anliegen: Die Türen der Menschen sind offen – auch die Türen zu ihren Herzen. Wir wünschen uns, dass sie Gott hineinlassen.“ Elijah Brown versicherte ihm: „Baptistinnen und Baptisten aus aller Welt beten für Euch um Weisheit und um Erweckung in Eurer Stadt und Region!“

Dass Gott den Menschen in ihrer Stadt begegnet und ihnen in ihrer Notsituation Halt, Trost und Zuversicht gibt, wünschten sich auch die Mitglieder der Baptistengemeinde in Hagen, in der Elijah Brown und Christoph Stiba den Sonntagsgottesdienst besuchten und der Generalsekretär der BWA predigte. Deshalb haben die Mitglieder der Gemeinde nach reiflicher Überlegung beschlossen, ihr von der Flut komplett zerstörtes Gemeindehaus am selben Ort wiederaufzubauen. „Hier ist der Platz, an den uns Gott gestellt hat“, ist Gemeindeleiter Wolfgang Voigt überzeugt. „Wir haben einen Auftrag: Wir sollen hier den Menschen die gute Nachricht von Jesus Christus bringen.“ ###3_IMAGES###Die Predigt von Elijah Brown über einen Abschnitt in der Apostelgeschichte Kapitel 13 beschrieb eine Gemeindeleitung, die aus Menschen unterschiedlicher Kulturen besteht und in schwieriger gesellschaftlicher Situation Gemeinde baut. „Das trifft auch auf die Gemeinde in Hagen zu“, so Christoph Stiba, „auch hier wird die Gemeinde von Personen aus verschiedenen Kulturkreisen geleitet. Ich habe in der Gemeinde trotz der Notlage eine verheißungsvolle Aufbruchstimmung gespürt.“ Ebenso habe sich an allen drei Orten eine tiefe Dankbarkeit für die weltweite Solidarität und die Verbundenheit innerhalb des BEFG gezeigt, die David Kröker so ausdrückte: „Ich bedanke mich von ganzem Herzen für den Besuch dieser beiden wundervollen Menschen, der Anteilnahme und für die bereitstehenden Spenden für Flutopfer.“

Gebetsaufruf für Afghanistan

Die Nachricht, dass die radikal-islamische Taliban innerhalb kurzer Zeit die Macht in einem großen Teil Afghanistans einschließlich der Hauptstadt Kabul übernommen haben, sorgt weltweit für Entsetzen. Die Erinnerung an die letzte Schreckensherrschaft der Taliban löst in weiten Teilen der Bevölkerung Panik aus. Die verheerende Lage ist Anlass für Gebet für das ganze Land und auch für die zahlreichen afghanischen Christinnen und Christen, die in Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) eine geistliche Heimat gefunden haben.

Einer von ihnen ist Qorban Sultani aus Mettmann, der gerade das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP) des BEFG absolviert hat und vor der Vermittlung in den Gemeindedienst steht. Er ist in großer Sorge, dass die Menschen seiner Volksgruppe, die schon Ende der 1990er-Jahre verfolgten Hazara, „unter Druck gesetzt und getötet werden, auch, weil sie an Bildung und Demokratie glauben.“ Man werde auch anderen Volksgruppen, die in der Minderheit sind, ihre Rechte nehmen, so Sultani. „Meine Familie und die Menschen, die ich kenne, haben Angst vor der Zukunft, ob und wie sie überleben werden.“

Qorban Sultani bittet um Gebet: für die Menschen in Afghanistan, „die ihre Heimat, ihren Besitz und liebe Menschen verloren haben; für die Christen, dass sie unter dem Druck ihren Glauben behalten; dass die Menschen die Liebe Jesu kennenlernen, damit sie mit sich, mit Gott und anderen Menschen Frieden haben.“ Über das Gebet für „Frieden in Afghanistan und Gottes Erbarmen für das Land“ hinaus bittet er darum, auch an die afghanischen Christinnen und Christen in Deutschland zu denken, von denen viele in BEFG-Gemeinden gehen: „dass wir uns auf Gott verlassen und nicht selber die ganze Sorge tragen, dass wir durch die Last nicht in Depression geraten und auch, dass die afghanischen Christen allen – unabhängig von ihrer Herkunft – mit Respekt und Akzeptanz begegnen.“

In seinem wöchentlichen Newsletter Bund kompakt hat der BEFG seine Gemeinden aufgerufen, in ihren Gottesdiensten in dieses Gebet einzustimmen: „Wir wollen an alle Menschen denken, die nun in Gefahr sind – manche davon auch, weil sie deutsche und andere westliche Kräfte unterstützt haben und nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurden.“

„Ich bin ich. Du bist du.“

Vom 30. Juli bis 1. August fand unter Anleitung von Nicole und Jens Mankel, BEFG-Referent für Seelsorge und Beratung, das erste Seminar der Akademie Elstal für farsisprachige Ehepaare statt. Bahareh und Omid Homayouni übersetzten während der Veranstaltung. Auch Thomas Klammt, BEFG-Referent für Integration und Fortbildung, hat das Seminar mitgestaltet und berichtet hier wie er die Tage erlebt hat.

Nicole und Jens Mankel haben schon einige Ehe-Seminare geleitet. Aber dieses war für sie neu: die sieben Ehepaare, die an diesem Wochenende nach Rastede in Niedersachsen gekommen sind, stammen alle ursprünglich aus dem Iran und sprechen über persönliche Fragen am ehesten in ihrer Muttersprache. Also wird das ganze Wochenende lang hin und her übersetzt – zum Glück leisten Pastor Omid Homayouni und seine Frau Bahareh aus Varel die Übersetzungsarbeit mit großer Hingabe und Kompetenz! Dabei geht es nicht nur um Wörter, sondern um Erfahrungen und kulturelle Prägungen, die übersetzt werden wollen. Die Erfahrungen der Paare, die zum Teil bereits 30 Jahre lang verheiratet sind, sind eben auch durch die Flucht aus ihrem Heimatland und den Neuanfang in der Fremde bestimmt. Sie erzählen von eigenen Kindern, die noch im Iran leben und zu denen kaum Kontakt möglich ist; eine Frau musste mehrere Jahre warten, bis ihr Mann ihr nach Deutschland nachziehen durfte.

Und dann sitzen sie im großen Kreis, bekommen Impulse über biblische Grundgedanken zur Ehe und für die Gestaltung einer Partnerschaft in unserer Welt heute. Durch kleine Übungen entdecken sie, was es bedeutet, verschieden und doch verbunden zu sein. Sich in die Augen zu sehen und diese Sätze zu sagen: „Ich bin ich. Du bist du.“ Sich Zeit zu nehmen für ein „Zwiegespräch“ (nach Michael Lukas Moeller), bei dem die Hauptregel ist: eine festgelegte Zeit redet nur die eine, und der andere hört nur zu, dann werden die Rollen getauscht, und das in drei Durchgängen. Das klingt einfacher als es ist, wenn es ihn sehr schnell drängt, Antworten und Lösungen anzubieten, während sie dankbar erlebt, dass er mal wirklich zuhört. Oder wenn Vergangenes zur Sprache kommt, das man schon längst vergessen haben wollte. Wie gut, dass die Grundlage immer wieder klar wird: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4,16) und „Gott erschuf den Menschen als sein Bild … Männlich und weiblich erschuf er sie.“ (1. Mose 1,27; Einheitsübersetzung)

Am Sonntagmorgen feiert die Gruppe einen Gottesdienst, in dem die Ehepaare für sich beten lassen, und dann miteinander Brot und Traubensaft teilen – als Zeichen der Liebe Gottes, der sich in Jesus selbst gegeben hat, damit wir leben können.

Während es draußen die meiste Zeit regnet, entsteht drinnen eine Atmosphäre, die von großer Offenheit und Liebe geprägt ist. Am Abend wird gelacht und getanzt, viele Erinnerungsfotos werden gemacht. Zum Abschluss beten wir für den Iran, das Heimatland der Ehepaare, dessen politischer und gesellschaftlicher Zustand uns zu Tränen rührt, und spüren dabei etwas von Hoffnung auf Veränderung und Gottes Hilfe.

„Wir wollen einen Weg aus der Verzweiflung aufzeigen“

Eine Initiative aus Hannover und Hildesheim startet ein internationales Hilfsprojekt, das „Leylaprojekt“. Es will Mütter und Kinder im Libanon und in Jordanien stärken.

Sie sind mit ihren Familien vor Krieg und Terror geflohen und haben Schreckliches erlebt: Mehr als eine Million Kinder leben nach UNHCR-Angaben seit Jahren in Flüchtlingslagern und anderen Provisorien in Jordanien und Libanon. Mehr als die Hälfte der Bewohner dieser Camps ist minderjährig, viele von ihnen sind durch Kriegserlebnisse schwer traumatisiert. Ihre dramatische Lage erhält nicht zuletzt durch die weltweite Pandemie seit Monaten kaum noch Aufmerksamkeit.

Eine neue Initiative aus der Region Hannover hat es sich zur Aufgabe gemacht, ganz konkret etwas für diese Kinder zu tun: das Leylaprojekt, ein Zusammenschluss von Forschern, Therapeuten und engagierten Privatpersonen unter anderem aus Hannover und Hildesheim. Das Besondere: Das Leylaprojekt will den traumatisierten Kinder helfen, indem Fachleute vor Ort deren Mütter unterstützen. Diese Vorgehensweise ist den Initiatoren zufolge bereits erfolgreich erprobt und wissenschaftlich belegt.

Insgesamt 16 ehrenamtliche Frauen sollen innerhalb eines Jahres im Libanon und in Jordanien zu Traumabegleiterinnen ausgebildet werden. Die fachlich fundierten Schulungen und Praxisphasen werden organisiert und durchgeführt von der christlich geprägten Hilfsorganisation Ithraa, dem lokalen Partner des Leylaprojekts.

Dr. Ann-Katrin Bockmann, Psychologin an der Uni Hildesheim, hatte 2020 ein Flüchtlingslager in Jordanien besucht und war erschüttert vom Ausmaß des Elends: „Die Kinder und Eltern in diesen Camps haben zum Teil hochgradig traumatisierende Dinge erleiden müssen, darunter Folter, Bombenangriffe, Vergewaltigungen und Massaker. Die Enge, Trostlosigkeit und das Fehlen von Perspektiven führt zu Gewalt, Angst, Wut und Hoffnungslosigkeit innerhalb der Familien.“

Als Bockmann auf einem Fachkongress von den Forschungsergebnissen einer syrischen Psychologin hörte, wurde sie aufmerksam. Diese hatte herausgefunden, dass von einer Traumabegleitung der Mütter direkt auch deren Kinder profitieren – der Schlüssel zur Heilung ganzer Familien. Die Forscherin aus Hildesheim leitet als approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin zusammen mit Prof. Dr. Claudia Mähler die dortige Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche (KiM – Kind im Mittelpunkt). Zurück in Deutschland begann sie, ihr Netzwerk zu aktivieren: „Die Begegnungen in den Lagern haben mich so sehr bewegt, dass ich unbedingt die Frauen als Mütter stärken und so den Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen möchte.“

Sowohl Bockmann als auch der international arbeitende Psychologe Prof. Dr. Tom Holmes sind in der Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten erprobt. Gemeinsam mit dem Theologen und Therapeuten Michael Borkowski aus Laatzen schmiedeten sie den Plan, die Stärkung von Müttern vor Ort in die Tat umzusetzen. Ein Team von Ehrenamtlichen aus Hannover unterstützt sie dabei.

„Unser Leylaprojekt weist einen Weg aus der Verzweiflung“, sagt Mitinitator Michael Borkowski. „Wir stärken Mütter in ihrem Heilungsprozess, damit sie ihren traumatisierten Kindern helfen können. Wenn die Mütter ihnen die Erfahrung von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln können, werden sie selbst zu einem sicheren Ort für ihre Kinder.“

Ziel des Projekts ist es, Spenden zu sammeln und so die Finanzierung der intensiven Ausbildung von Traumabegleiterinnen zu sichern. Organisatorisch getragen wird das Projekt von den Flüchtlingswohnheimen der Gemeinde am Döhrener Turm in Hannover. Dort haben engagierte Menschen seit Jahren wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Geflüchteten und ihren oft dramatischen Lebensgeschichten gesammelt. Irene Wegener, Leiterin der Flüchtlingswohnheime, sieht im Leylaprojekt noch einen weiteren Nutzen: „Langfristig muss es darum gehen, Fluchtursachen im Herkunftsland der Menschen zu bekämpfen. Unser Leylaprojekt setzt in dieser Richtung einen wichtigen Impuls.“

Offiziell gestartet ist das Projekt am 12. Juli 2021 mit einer Online-Auftaktveranstaltung. Eine Videokonferenz konnte den internationalen Ansatz unterstützen – mit Erfolg: 40 Menschen aus vier Ländern hatten sich zugeschaltet. Eine Website ist online gegangen, Social-Media-Aktivitäten in Planung. Die ersten Werbemaßnahmen hatten bereits enormen Erfolg: Mehr als 2.000 Euro Spenden sind bislang eingegangen.

Leitung der Steuergruppe Leyla-Projekt:
Dr. Ann-Katrin Bockmann, Universität Hildesheim
Michael Borkowski, Beratungspraxis AUFWIND Laatzen

Mehr als 120.000 Unterschriften

Anlässlich des Ökumenischen Weltgebetstags 2020 unterstützten Engagierte aus ganz Deutschland eine Umwandlung von Schulden für Gesundheits-Projekte im hochverschuldeten Simbabwe. Insgesamt kamen 120.795 Unterschriften zusammen. Diese übergab das Kampagnen-Bündnis am Mittwoch, den 21. Juli 2021 an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin.

 „Wir sind stellvertretend hier für mehr als 120.000 Menschen, die eine Petition unterschrieben haben,“ so Mona Kuntze, Vorstandssprecherin des ökumenischen Deutschen Weltgebetstagskomitees, „eine Petition mit der Bitte, einen Teil von Simbabwes Schulden in Investitionen für das Gesundheitssystem umzuwandeln.“ Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, nahm die insgesamt 26 Unterschriften-Ordner entgegen. Sie dankte dem Bündnis und insbesondere den Weltgebetstagsfrauen für ihre entwicklungspolitische Bildungsarbeit in den Gemeinden: „Durch Sie erfahren viele Menschen von den differenzierten Instrumenten der entwicklungspolitischen Arbeit.“  Als Bundesregierung unterstütze man den Global Fund und habe in der Pandemie seine Anstrengungen noch verstärkt. Allerdings seien im Moment bei der Regierung von Simbabwe nicht die Voraussetzungen gegeben, um eine Schuldenumwandlung umzusetzen. Das Kampagnenbündnis von insgesamt 14 christlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen wurde neben Mona Kuntze vertreten von Dr. Irene Tokarski (Geschäftsführerin Deutsches Weltgebetstagskomitee) und Kristina Rehbein (Geschäftsführerin erlassjahr.de).

Simbabwe ist überschuldet. Allein gegenüber Deutschland belaufen sich die Schulden auf rund 783 Millionen Euro. Diese Summe wird der seit Jahrzehnten zahlungsunfähige Staat vermutlich nie zurückzahlen können. Die Petition zum Weltgebetstag fordert die Bundesregierung auf, dass Deutschland auf einen Teil der Schuldenrückzahlung verzichte. Stattdessen solle die Regierung von Simbabwe dieses Geld in einen unabhängigen Fonds für die Förderung von Frauen- und Gesundheitsprogrammen einzahlen. Das deutsche Haushaltsgesetz sieht vor, dass bis zu 150 Millionen Euro solcher Schulden für entsprechende Programme erlassen werden können.

„120.000 Unterschriften – 26 Ordner: das macht eindrucksvoll die Dimension der Weltgebetstagsarbeit deutlich“, so Mona Kuntze. „Mehr als 120.000 Menschen haben sich letztes Jahr intensiv mit Simbabwe beschäftigt und möchten etwas tun.“

Mitstreiterin Kristina Rehbein ergänzte: „Angesichts der verschärften wirtschaftlichen und gesundheitlichen Situation in Simbabwe durch Klimakatastrophen und COVID-19-Pandemie ist die angestrebte Umwandlung des Schuldendienstes für Gesundheitsvorhaben für die Menschen in Simbabwe erst recht überlebenswichtig. Angesichts des weiterhin repressiven Regimes ist die Kanalisierung von Mitteln über den unabhängigen Globalen Fonds eine der wenigen Möglichkeiten, in das fragile Gesundheitssystem zu investieren. Wir werden das Anliegen der Schuldenumwandlung für die ärmsten Länder auch mit der zukünftigen Bundesregierung weiterverfolgen – und hoffen auf die Unterstützung des Weltgebetstags.“

„Leben im Provisorium“: Predigt von Andrea Lawrenz

Die Flut hat das Haus überschwemmt: „Leben im Provisorium“. Mit den eingegangenen Spenden kann der BEFG wichtige finanzielle Soforthilfe in den Katastrophengebieten leisten. Zu einem späteren Zeitpunkt wird bei Bedarf zu zusätzlichen gezielten Spenden aufgerufen werden.

Andrea Lawrenz wohnt mit ihrer Familie in einer Straße parallel zu Ahr. Die Flut hatte beide Häuser der Familie überschwemmt: Das Wohnhaus der Lawrenz‘ sowie das Nachbarhaus, das sie erst im April gekauft hatten, um dort Flüchtlinge aufzunehmen. „Leben im Provisorium“ lautet der Titel einer Predigt, die sie in der Credogemeinde in Remagen am vergangenen Sonntag gehalten hat. Am Beispiel der Arche Noah spricht Andrea Lawrenz darüber, wie die Situation des Lebens im Provisorium gestaltet werden kann. „Wir schwimmen im Provisorium so wie die Arche in den Fluten schwamm“, sagt sie. „Aber wir schwimmen auch in Gottes Hand. Gott ist im Jetzt mitten dabei.“

Beim Fluthilfeprojekt des BEFG sind innerhalb kürzester Zeit fast eine Million Euro an Spenden für die Opfer der Flut eingegangen. Allen Spenderinnen und Spendern dankt der Bund – auch im Namen der betroffenen Gemeinden – herzlich für diese enorme finanzielle Unterstützung. Dies sei „ein großartiges Zeichen von Solidarität und Bundesgemeinschaft“, so der kaufmännische Geschäftsführer Volker Springer, „Danke an alle Spenderinnen und Spender!“ Für den Moment seien genügend Spenden für die Soforthilfe vorhanden, die durch die Gemeinden vor Ort zu den betroffenen Menschen gelangt – und zwar schnellstmöglich und bedarfsorientiert. Viele Schäden müssten jedoch erst in Ruhe begutachtet werden. Zudem gelte es vielerorts im Blick zu behalten, inwieweit Versicherungen greifen oder öffentliche Gelder abgerufen werden können. „Erste Hilfsmaßnahmen können wir mit den vorhandenen Spendengeldern jetzt leisten. Wenn sich die Lage etwas beruhigt hat, werden wir uns mit den Gemeinden einen besseren Überblick verschaffen können, woran es dann noch konkret fehlt und bei Bedarf gezielte Spendenaufrufe starten.“ Springer ist sich sicher, dass sich die Mitglieder und Gemeinden des Bundes dann nicht weniger solidarisch und spendenfreudig zeigen.

Manfred Kern ist 90 Jahre alt

Berlin (IDEA) – Wie kaum ein anderer hat Manfred Kern (Berlin) die evangelikale Bewegung in der DDR geprägt. Am 26. Juli vollendete der Baptistenpastor sein 90. Lebensjahr.

Von 1979 bis 1988 war er Vorsitzender der Evangelischen Allianz in der DDR und danach deren Generalsekretär – bis 1991, dem Jahr der Wiedervereinigung der evangelikalen Dachorganisation. Kern war ursprünglich Verwaltungskaufmann in Ost-Berlin und traf 1956 zum Abschluss seines Studiums am Theologischen Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Hamburg eine wegweisende Entscheidung. Zusammen mit seiner aus Herne im Ruhrgebiet stammenden späteren Ehefrau Ingrid beschloss er, als Prediger, Missionar und Seelsorger in der DDR zu wirken. Von 1957 bis 1983 versah er Gemeindedienste in Templin und Ost-Berlin, außerdem war er Leiter des Landesverbandes der Baptistengemeinden in Berlin-Brandenburg und predigte bei Evangelisationen in der gesamten DDR. Bei der Zentralkonferenz der Allianz im thüringischen Bad Blankenburg wirkte er erstmals 1968 mit. Dort versammelten sich zu DDR-Zeiten jährlich bis zu 5.000 meist junge Christen. 1975 wurde Kern in das Konferenzkomitee, den Leitungskreis, aufgenommen. Er knüpfte Kontakte zu den Allianzkreisen besonders im damaligen Ostblock. 1983 wurde er als erster Vertreter aus einem kommunistisch regierten Land in das Präsidium der Europäischen Evangelischen Allianz gewählt. 1986 erreichte er, dass eine Tagung für evangelikale Leiter aus kommunistischen Ländern in Bad Blankenburg durchgeführt werden konnte.

Im Ruhestand als Verkündiger in Spanien

Nach 1991 kümmerte sich Kern als stellvertretender Allianz-Generalsekretär verstärkt um die jährliche Gebetswoche. Die Blankenburger Allianzkonferenz entwickelte sich auch unter seinem Einfluss wieder zu einem gesamtdeutschen Bibeltreffen. Nachdem Kern 1996 in den Ruhestand trat, übernahm er noch einige Jahre für jeweils drei Monate den Gemeindedienst in einer deutschsprachigen Gemeinde an der spanischen Costa Blanca. Seine Frau Ingrid starb im vergangenen Jahr. Wegen der Corona-Pandemie konnten nur zehn Personen an der Beisetzungsfeier teilnehmen. Wie Kern der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, findet am 28. August im baptistischen Gemeindezentrum Berlin-Lichtenberg eine Erinnerungsfeier für sie statt. Ingrid Kern war 1984 in die Frauenkommission der Weltweiten Evangelischen Allianz berufen worden und amtiere von 1992 bis 1997 als deren Leiterin. Im Rahmen der Gedächtnisfeier werde er dann auch seinen Geburtstag nachfeiern. Für den Gemeindebrief der Gemeinde verfasst Kern nach wie vor auch theologische Beiträge. Er hat vier erwachsene Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von IDEA e.V. Evangelische Nachrichtenagentur.

Dankbar für über eine halbe Million Euro Spenden

Nach der Flutkatastrophe erreichten den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) viele Spenden und Hilfsangebote.

Auf dem Spendenkonto des Bundes sind über eine halbe Millionen Euro für die von Hochwasser betroffenen Menschen und Gemeinden eingegangen. Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, dankt allen Spenderinnen und Spendern herzlich und „ist von dieser großen Spendenbereitschaft überwältigt“.

Es sind auch bereits einige Hilfsangebote ins Forum auf der BEFG-Internetseite eingestellt worden. Personen, die Kontakt mit Hilfesuchenden haben, werden gebeten, auf diese Unterstützungsmöglichkeiten hinzuweisen. Dort sind sowohl Sachspenden und Unterkünfte zu finden, als auch Personen, die sich bereit erklärt haben, vor Ort zu helfen. Darüber hinaus bieten Gemeinden dort auch Freizeiten für Kindern aus den betroffenen Gebieten an.

Auf befg.de/flut gibt es neben PowerPoint-Folien für den Gottesdienst auch Berichte aus Hagen, der Region Euskirchen und Ahrweiler.

Pastor Ronald Hentschel aus der  Kirche am Widey  berichtete, dass ein Hilfstransport mit Helferinnen und Helfern aus anderen Gemeinden angereist war und die EFG Hagen tatkräftig unterstützte. Außerdem wurden viele Industrietrockner zur Verfügung gestellt. Und mit der evangelischen Matthäus-Gemeinde feiern sie gemeinsam Gottesdienst in deren Räumen. „Wir erleben viel Solidarität und sind darüber sehr dankbar. Das macht uns Mut, den Wiederaufbau bald einzuleiten“, so Ronald Hentschel. Und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba sagte: „‚Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist‘ (Lukas 6,36). Dazu fordert uns die Jahreslosung auf. Und es ist ermutigend zu sehen, wie viele Menschen dem Wesen Gottes entsprechend großherzig sind!“

Die Freizeit und Bildungsstätte „Auf dem Ahorn“ hat Wasserschäden im Untergeschoss, sodass voraussichtlich in einigen Räumen der Boden neu verlegt werden muss. Außerdem ist die Telefonleitung bereits seit längerem gestört. Geschäftsführer Harald Bürzel bedankt sich für alle Gebete, Nachfragen und Unterstützungen.

Auch die Niederlande und Belgien sind vom Hochwasser betroffen. Der BEFG ist in Kontakt mit den dortigen Baptistenbünden und hat erfahren, dass ihre Gemeinden, Gott sei Dank, wenig bis gar nicht zerstört sind. Der Präsident des belgischen Baptistenbundes, Samuel Verhaeghe, berichtete, dass dort eine Gemeinde von den Fluten betroffen ist.

Alle Informationen zur Flutkatastrophe auf: www.befg.de/flut.

Neue Mitarbeitende im Landesverband Baden-Württemberg

Im Landesverband Baden-Württemberg wurden Antje Silja Schwegler und Pastor Lars Heinrich am 18. Juli als neue Mitarbeitende eingesegnet.

In einem Gottesdienst sind am 18. Juli in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Weinstadt-Endersbach die beiden neuen Mitarbeitende des Landesverbands eingesegnet worden. Mit Pastor Lars Heinrich (Tübingen) gibt es seit dem 1. Juli 2021 erstmals einen Referenten für Gemeindeangelegenheiten. Antje Silja Schwegler (Karlsruhe) nimmt seit dem 1. Juni 2021 Büroaufgaben wahr.

Die Leiterin des Landesverbands, Renate Girlich-Bubeck (Backnang), äußerte ihre Freude, dass der vom Rat genehmigte Stellenanteil von 25 Prozent so aufgeteilt werden konnte. Danach arbeitet Lars Henrich (Jahrgang 1967) 20 Prozent im Landesverband, mit den anderen 80 Prozent bleibt er Gemeindepastor in Tübingen. Antje Silja Schwegler übernimmt den restlichen Stellenanteil. Hauptberuflich ist sie Assistentin der Geschäftsführung des Diakoniewerks der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg e.V.

Lars Heinrich möchte „vernetzen, die Gemeinden in Baden-Württemberg stärken und auch Problemen nicht aus dem Weg gehen“. Zudem wünscht er sich eine „Ethik der Anteilnahme“, keine „Ethik der Vermeidung“, die Problemlösungen oft im Weg stehe. Pastor Heinrich möchte junge Menschen in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) integrieren und die ökumenische Zusammenarbeit weiter stärken. Ihm ist es auch ein wichtiges Anliegen, dass der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) wird.

Eine Reise in die baptistische Welt

Der 22. Kongress des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance, BWA) fand vom 7. bis 10. Juli erstmals komplett virtuell statt. Über 4.000 Interessierte aus 140 Ländern schalteten sich den Programmen zu, die fast rund um die Uhr verteilt waren, um alle Zeitzonen der Welt zu erreichen.

Bei der Eröffnungsfeier um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit predigte Ngwedla Paul Msiza aus Südafrika, Präsident der BWA von 2015 bis 2020. Für eine Fragerunde mit dem Generalsekretär der BWA, Elijah Brown, mussten Deutsche um 5 Uhr morgens aufstehen. Die meisten Plenarveranstaltungen waren für uns um 14 Uhr, für Amerikaner frühmorgens, für Asiatinnen abends.

So ist es tatsächlich gelungen, einen Kongress mit weltweiter Beteiligung zu gestalten. Für uns wurde auf einer Weltkarte sichtbar gemacht, aus welchem Ort der jeweilige Beitrag kam. Bibeltexte wurden in zehn Sprachen gelesen, die Musik kam aus vielen verschiedenen Ländern, unter anderem aus Brasilien, den USA, Israel, Südafrika, Indien, Australien, und auch aus Dortmund von Jan Primke und Band! Bibelarbeiten und Seminare, thematische und regionale Runden, Musikfestivals und Gebetszeiten – ein in jeder Hinsicht buntes Programm!

Das Thema „Together“ wurde an jedem Tag neu entfaltet: together in diversity, together in mission, together in justice, together in hope. Im Abschlussgottesdienst feierten wir gemeinsam das Abendmahl mit einer bewegenden Liturgie, und wurden vom neuen Präsidenten der BWA, Tomás Mackey, aus Argentinien gesegnet und gesendet.

Für die Deutschen beim Kongress gab es das Angebot einer „Studienreisegruppe“, die sich jeden Tag für eine Stunde zum Gespräch per Zoom traf. Als Gäste hatten wir zu unseren Treffen die ehemalige BEFG-Generalsekretärin Regina Claas, Carolina Mangieri, Paul Msiza, Cesar Sotomayor und Ceu Hnin eingeladen, die uns Einblicke in ihre Erfahrungen in der BWA und speziell in Südafrika, Österreich und Myanmar gaben. Schön und hilfreich war der Austausch der Kongress-Erfahrungen, die ja für jede und jeden anders aussahen.

Drei Teilnehmerinnen erzählen davon:

Ein Highlight war die Vorkonferenz der Frauen zum Thema „Life“, auf der mich die bunte Vielfalt der Glaubens- und Lebensweisen, der Projekte, der Landschaften und der Musik aus so vielen Ländern unserer Welt, der Lebensmut und die Lebensfreude dieser Frauen, gerade auch aus Ländern, wo es den Menschen nicht so gut geht wie uns, stark beeindruckt haben.

Viele neue Informationen über Baptisten aus aller Welt erweitern meinen Horizont: Ich habe erfahren, dass es in Myanmar 1,7 Millionen Baptisten gibt und dass es dort schon Baptisten gab, bevor Oncken den Baptismus nach Deutschland brachte. Seinen Leitsatz: „Jeder Baptist ein Missionar“, mit dem ich aufgewachsen bin, hörte ich in einem Vortrag von Elie Haddad aus dem Libanon. Auch die Seminare zum Thema „Wie kann ich meinen Glauben behalten in einer sich verändernden Welt“ und „Psychische Gesundheit – die stille Epidemie“ haben mir neue Impulse gegeben.

In der BWA habe ich Menschen gesehen, die ihren Glauben in Taten umsetzen, die etwas zu sagen haben und meiner Meinung nach einen großartigen „Job“ machen! Ich finde es bemerkenswert, was die BWA auch auf politischer Ebene für Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und Menschenrechte tut, sie spricht dort auch für uns!

Wie gut, dass ich durch den Bundesgottesdienst im Juni auf die „Studienreise“ zur BWA aufmerksam wurde. Ich bin sehr dankbar für diese erlebnisreichen Tage!
Gisela Woock

Sehr herausfordernd fand ich die Veranstaltung zum Thema Gerechtigkeit: Erfahrungen aus Südafrika, dem Libanon und Myanmar machen Mut, danach zu fragen, wo es für mich, an meinem Ort, einen konkreten Auftrag geben könnte. Mein persönliches Highlight aber war eine „Global Connection Group“: mit sechs Leuten aus dem Libanon, aus Jamaika, Japan und Australien haben wir Geschichten und Erfahrungen unseres Glaubens ausgetauscht. Hier bekam die Vielfalt für mich Namen und Gesichter – sehr bereichernd!
Cornelia Klammt

Mich hat die Bandbreite des Kongresses sehr beeindruckt und inspiriert; und mir ist zum ersten Mal so richtig bewusstgeworden, wie viele Baptisten es auf der Welt gibt. Ich hoffe sehr, dass ich in fünf Jahren beim nächsten Kongress in Australien dabei sein kann.
Anja Pallasch

Flutkatastrophe: Weltweite Solidaritätsbekundungen

Nach der Flutkatastrophe im Westen und Süden Deutschlands erreichten den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) Solidaritätsbekundungen aus aller Welt. Spenden zur Unterstützung Notleidender können über die Gemeinden des Bundes auch an Einzelpersonen und Familien weitergeleitet werden.

Deutschlandweit ist am vergangenen Sonntag in vielen Kirchengemeinden der Opfer der Hochwasserkatastrophe gedacht worden. Den BEFG und seine Missionsgesellschaft EBM INTERNATIONAL erreichten bewegende Solidaritätsbekundungen aus Ländern wie Kroatien, Spanien, Italien, Griechenland, der Ukraine, Äquatorial Guinea, Sierra Leone, Indien und Peru. „Wir beten mit Euch zu Christus und bitten für die Familien der Opfer um den Segen des Friedens und der Gnade unseres Vaters, damit sie in ihm die Kraft finden, diesen Moment des Schmerzes und der Bedrängnis zu überwinden“, schreibt der Präsident des italienischen Baptistenbundes Giovanni Paolo Arcidiacono. „Es tut uns so leid, diese schlimmen und furchtbaren Situationen in Deutschland zu sehen“, schreibt Judson Pothuraju Regionalrepräsentant von EBM INTERNATIONAL für Indien. „Wir beten für alle, die unter den jüngsten Überschwemmungen leiden. Gott wird bei Euch allen sein, um Euch zu retten und zu trösten.“ Auch die Europäische Baptistische Föderation (EBF) und der Baptistische Weltbund (BWA) versicherten Anteilnahme, Gebet und Hilfe. </pre>

Die Credogemeinde in Remagen übermittelte die traurige Nachricht, dass ein Ehepaar aus der Gemeinde nach Aussage ihrer Nachbarn von den Fluten weggespült worden sei. Noch sei das Paar nicht gefunden worden und sie gelten – wie auch der Anfang 20-jährige Sohn - als vermisst. Nach Angaben des Gemeindeleiters Gunnar Lawrenz bestehe jedoch keine Hoffnung mehr. „Am Sonntag haben wir einen Gottesdienst der Trauer, Tränen und der Klage gefeiert. Es wurde viel geweint.“

Viele Spenden sind mittlerweile auf das Spendenkonto des BEFG überwiesen worden. Neben den Gemeindegebäuden, die durch die Flut stark beschädigt wurden, soll auch schnell und unbürokratisch Familien und Einzelpersonen geholfen werden, die in eine Notlage geraten sind. Die Weiterleitung von Spenden an die betroffenen Personen soll über Gemeinden in den Katastrophengebieten geschehen, da diese vor Ort den Bedarf besser kennen.

Alle Informationen zur Flutkatastrophe auf: www.befg.de/flut.

Flutkatastrophe Deutschland 2021
Projektnummer 45021
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden i.D. K.d.ö.R.
IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
BIC: GENODE51BH2
Spar- und Kreditbank Bad Homburg v.d.H.

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