Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

„Aus ganzem Herzen Akzente gesetzt“: Gabriele Löding geht in den Ruhestand

„Von Herzen. Im Namen Jesu. Dankbar: Liebe Gaby, das bist du.“ Mit diesen Worten beschrieb Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission im BEFG, anlässlich ihrer Verabschiedung die Grundhaltung von Gabriele Löding im Dienst als Referentin für gemeindenahe Diakonie im BEFG.

In einer gottesdienstlichen Feier in Elstal wurde Gabriele Löding am 12. Juli aus ihrem Dienst beim BEFG verabschiedet und als Ordinierte Diakonin entpflichtet. Sie geht zum 1. August in den Ruhestand. Neben Kolleginnen und Kollegen aus Elstal waren die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises „Diakonie und Gemeinde“ gekommen, um sich mit würdigenden Worten und Geschenken von Gabriele Löding zu verabschieden.

Renate Girlich-Bubeck vom Arbeitskreis „Diakonie und Gemeinde“ schilderte als damaliges BEFG-Präsidiumsmitglied den langen Weg, bis die Stelle der gemeindenahen Diakonie 2007 geschaffen und mit Gabriele Löding besetzt wurde: „Du warst genau die richtige Frau dafür“, sagte sie. „Du bist ein Segen gewesen für viele und auch für unseren Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.“

Joachim Gnep bezog sich in seiner Ansprache auf das Bibelwort aus Kolosser 3,17 „Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ Dies sei, so sagte er, eine gute Kurzbeschreibung des christlichen Glaubens und passe hervorragend zu Gabriele Löding: „Von Herzen. Im Namen Jesu. Dankbar: Liebe Gaby, das bist du.“ Zahlreiche Projekte habe Löding mit nur einer halben Stelle entwickelt und initiiert wie die Diakoniebörse, das Projekt „48 Stunden anpacken“, regionale Diakonietage, das Forum Diakonie und das neue digitale Format „Diakonie im Gespräch“.

Darüber hinaus habe sie viele positive Entwicklungen im Bereich der gemeindenahen Diakonie in den vergangenen 14 Jahren begleitet und mitgestaltet. Als Beispiele nannte Gnep den Konvent der Diakoninnen und Diakone, das Projekt der regionalen Diakoniebeauftragten und die Vernetzung mit dem Bund Freier evangelischer Gemeinden im Bereich der Diakonie. In ihrer verbindenden, ruhigen und zugewandten Art habe sie viele Menschen zur bedingungslosen Liebe und zu einem Glauben mit Hand und Fuß ermutigt. Dabei habe sie sich nie ins Rampenlicht gestellt. „Du bist auf tolle Art bescheiden und demütig und dabei selbstbewusst und klar“, sagte er. „Du hast aus ganzem Herzen Akzente gesetzt.“###3_IMAGES###Gabriele Löding selbst machte deutlich, dass sie - trotz mancher Herausforderungen – dankbar für ihre vielfältige und abwechslungsreiche Zeit beim BEFG sei und für die großen Gestaltungsmöglichkeiten, die sie in ihrer Arbeit bis zum Schluss hatte. Nun freue sie sich auf den Ruhestand und wolle die kommenden Monate nutzen, um „zurückzublicken auf das, was war und vorauszuschauen, auf das was kommt.“

Udo Hermann, Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde und Mitglied der Bundesgeschäftsführung, wünschte Gabriele Löding für den Ruhestand, „dass sie die „Zügel lockerlassen“ könne, damit die „Seele in Schwingung“ gerate. Er sprach gemeinsam mit Joachim Gnep das Segensgebet.

Gabriele Löding war von 1984 bis 1990 zunächst Diakonin in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Lüneburg und arbeitete dann bis 1995 als Referentin für missionarische Kinderarbeit im Gemeindejugendwerk in Hamburg. Von 2002 bis 2007 war sie als Erzieherin in Lüneburg tätig, bis sie 2007 als Referentin für gemeindenahe Diakonie im BEFG berufen wurde.

Online-Veranstaltung „Vielfalt. Herausfordernd. Bereichernd“

Wie viel ist eigentlich Vielfalt? Haben und leben wir sie schon? Gibt es für Gemeinden noch Neues zu entdecken? Dazu bietet das Forum Familie und Generationen der Akademie Elstal eine Reihe von Onlineveranstaltungen an.

Wie weit das Thema Vielfalt besonders im Kontext des Miteinanders in Gemeinde ist, haben rund 18 Teilnehmer*innen in der ersten Onlineveranstaltung im Mai miteinander diskutiert.

Das Referent*innen-Team - bestehend aus Agathe Dziuk, Gaby Löding, Lars Schwesinger, Jutta Teubert, Simon Werner – gab in kurzen einführenden Impulsen und abwechslungsreichen inhaltlichen Blöcken erste theoretische Einblicke in die Thematik der Diversität und ihre verschiedenen Ausprägungen. Mithilfe von praktischen Aufgaben und Kleingruppen-Sessions entstanden für die Teilnehmenden Möglichkeiten zum Erleben und zum Austausch über eigene Erfahrungen und den eigenen Umgang mit der Vielfalt, die durchaus auch als herausfordernd wahrgenommen wird.

Eine praktische Gruppenarbeit am Beispiel der Generationenvielfalt gab einen ersten Einblick in die methodischen Möglichkeiten, wie die Thematik der Vielfalt erschlossen werden kann.

Der rege Austausch zeigte das große Interesse am Thema und dass die unterschiedlichen  Erfahrungen, die landauf landab gemacht werden, gegenseitig bereichern.

Deshalb war es gut nach dieser Auftaktveranstaltung einen Ausblick geben zu können auf  weitere Online-Veranstaltungen, die sich dann spezifisch mit den unterschiedlichen Aspekten von Diversität befassen werden. Und so wird es in der nächsten Onlineveranstaltung am 29.20.2021 schwerpunktmäßig um die „Vielfalt der Glaubensprägungen“ gehen. Referentin ist Prof. Dr. Andrea Klimt. Möglichkeit zum Austausch wird es auch wieder geben.

Die Entdeckungsreise geht also weiter.

Als Lehrer ein Vierteljahrhundert Studierende geprägt

Nach fast 25 Jahren als Professor und davon acht Jahren als Rektor an der Theologischen Hochschule Elstal wurde Prof. Dr. Volker Spangenberg als Ordinierter Mitarbeiter des BEFG entpflichtet.

„Du hast dich um unsere Hochschule, die freikirchliche Theologie und den BEFG über die Maße verdient gemacht“, würdigte Prof. Dr. Michael Kißkalt, der Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, seinen ehemaligen Kollegen Prof. Dr. Volker Spangenberg. Er war seit 1997 Dozent und Professor für Praktische Theologie und von 2006 bis 2014 auch Rektor der Ausbildungsstätte. Volker Spangenberg habe mit seiner Ruhe und Gründlichkeit wesentlich zum Akkreditierungs- und Anerkennungsprozess des Theologischen Seminars beigetragen, welches seit 2014 als Hochschule unbefristet staatlich anerkannt ist. Ihm gebühre dafür höchster Respekt und Dank, hob Michael Kißkalt bei der Verabschiedung hervor. Verabschiedung und Entpflichtung von Volker Spangenberg fanden am 10. Juli im Rahmen der Aussendungsfeier der Theologischen Hochschule Elstal statt.

Volker Spangenberg war fast ein Vierteljahrhundert für viele ein Lehrer, wie in der Laudatio von Michael Kißkalt deutlich wurde: „Ich glaube, dass die meisten Pastorinnen und Pastoren, die jetzt im Dienst sind, irgendwo in Deutschland in irgendeiner Gemeinde“, sagte er an Volker Spangenberg gewandt, „bei Dir das Predigen gelernt haben, und auch ihre Einweisung erhalten haben über das Sein und Tun des pastoralen Dienstes.“ Homiletik und Pastoraltheologie, später auch vermehrt Liturgik und Spiritualität waren seine Schwerpunkte. Volker Spangenberg habe dabei charakterisiert – sowohl im gesprochenen Wort als auch im geschriebenen Stil – „seine präzise Formulierungskunst, die oft mit einer Prise Humor gewürzt ist, und stets unprätentiös und nüchtern bleibt.“

Das Besondere an Volker Spangenergs Lehre – und seinen Veröffentlichungen – sei, so Kißkalt, dass er darin die Praxis in der Gemeindearbeit und das gründliche theologische Nachdenken über diese Praxis mit großem Nachdruck verbinde. Dabei sei er „immer loyal, aber nie unkritisch gegenüber seinem Evangelisch-Freikirchlichen, baptistischen Standpunkt und gleichzeitig ökumenisch offen und engagiert“.

In ökumenischen Gremien vertritt Volker Spangenberg den BEFG bis heute. Diese ökumenischen Kontakte und die Verbindung von akademischer Theologie und Gemeindepraxis spiegeln sich auch in der Festschrift für Volker Spangenberg wieder. Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter Spangenbergs haben zu dieser würdigenden Sammlung von Aufsätzen, Essays und Predigten beigetragen. „Pastor Bonus. Theologie für die pastorale Praxis“ lautet der Titel der Veröffentlichung, die von den Professoren Michael Kißkalt, Andrea Klimt und Martin Rothkegel herausgegeben wurde und beim Oncken Verlag erworben werden kann###3_IMAGES###Volker Spangenberg war nach seinem Studium evangelischer Theologie in Tübingen und Hamburg-Horn von 1982 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Eberhard Jüngel in Tübingen. Nach seiner Promotion war er von 1991 bis 1997 Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Heidelberg und anschließend Dozent, Professor und Rektor.

Nach seinem Gemeindedienst und fast 25 Jahren an der theologischen Ausbildungsstätte wurde Prof. Dr. Volker Spangenberg von BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba aus seinem Dienst als Ordinierter Mitarbeiter des Bundes entpflichtet. Nun könne er die Pflicht, die der Dienst ihm auferlegt hat, hinter sich lassen, sich auf Neues ausrichten und loslassen, so BEFG-Präsident Michael Noss. „Gott gebe dir, dass du diese Zeit des Dienstendes als seine Zeit dankbar annehmen, erleben und gestalten darfst“. „Du warst Lehrer und hast den Leuten etwas weitergegeben und das immer in einer ruhigen, bedachten und unprätentiösen Art“, stellte Generalsekretär Christoph Stiba als bemerkenswert heraus. Denn in dieser Zeit, in der sich Menschen schnell über Themen, Perspektiven und Erkenntnisse ereiferten, habe Spangenberg sich in aller Ruhe alles angehört, sortiert und dann darauf reagiert. Michael Noss und Christoph Stiba dankten Volker Spangenberg insbesondere für seine Zeit als Rektor an der Theologischen Hochschule. Mit seinem Ordinationsversprechen sei er gleichzeitig ein Treueverhältnis zum Bund eingegangen. Dies habe er gelebt und stets die Aufgaben des Bundes unterstützt.

Volker Spangenberg selbst werde dem Bund und der Hochschule mit Interesse verbunden bleiben. „24 Jahre sind in der 140-jährigen Geschichte unseres Seminars, unserer Hochschule keine sehr lange Zeit“, so Spangenberg. „In einer Lebensgeschichte aber, in meiner Lebensgeschichte, ist es eine lange Zeit. Und es ist eine erfüllte Zeit.“ Es sei für ihn ein Privileg, dass er „so lange den Glauben an das Evangelium nach-denken“ konnte.

Volker Spangenberg bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Campus und allen Studierenden für die gemeinsame Zeit. Er freue sich, dass er mit vielen Studierenden bis heute verbunden ist. Auch die derzeit Studierenden drückten ihre Wertschätzung ihrem Lehrer gegenüber durch ein humorvolles Theaterstück aus. Volker Spangenberg bedankte sich und verabschiedete sich mit den Worten: „Ich gebe etwas, was ich nicht habe, sondern was allein Gott hat und geben kann: Der Herr segne euch und behüte euch. Er wird’s auch tun!“

Leichen auf dem Spielplatz

IDEA, Wetzlar. Die letzten Tage seines Sommerurlaubs in Spanien kann David Kröker aus Euskirchen mit seiner Familie nicht mehr genießen. Der Pastoralreferent ist Gemeindegründer im Auftrag des ChristusForums Deutschland. Seine neue aus Kleingruppen (Zellgruppen) bestehende Gemeinde in Euskirchen befindet sich direkt im Katastrophengebiet im Südwesten von Nordrhein-Westfalen. Er macht sich Sorgen um die 60 Personen, die sich aus der gesamten Region zu der Gemeinde halten, sich wöchentlich treffen und am Sonntag in einer freikirchlichen Aussiedlergemeinde in Heimerzheim gemeinsam Gottesdienste feiern. Zum Gemeindegründungskonzept gehört es, Freundschaften zu Nachbarn, Bekannten und deren Bekannten zu schließen und im persönlichen Kontakt zum Glauben an Jesus Christus einzuladen. Wie geht es den Freunden, um die sich Kröker ebenfalls sorgt? Er weiß es nicht. „Ich habe über 600 Nachrichten erhalten“, sagt er IDEA. Aus der Ferne in Spanien kann Kröker, der auch ehrenamtlicher Vorsitzender der Deutschen Evangelistenkonferenz ist, nichts tun – außer beten. Das tun er und seine Ehefrau Monika immer wieder. Am 18. Juli sind sie zurück in Deutschland und tauchen ein in eine unwirkliche Welt des Chaos und der Zerstörungen. 

Jungen Mann aus den Fluten gerettet

Die gute Nachricht: Niemand aus der Gemeinde ist ums  Leben gekommen. Er erzählt davon, dass einer Frau aus der Gemeinde das Auto weggeschwemmt worden ist. Totalschaden. Und ein Mann konnte gerade noch rechtzeitig aus den Fluten gerettet werden. Das hätte auch ganz anders ausgehen können. Kröker hat von der Aktion ein kurzes Video bekommen. Der junge Mann wohnt bei seinen Eltern in Bad Münstereifel-Iversheim und geht noch einmal kurz vor die Tür auf die andere Straßenseite. Doch in diesen wenigen Augenblicken steigt das Wasser so rasend schnell an, dass er nicht mehr zurückkommen kann. Er ruft um Hilfe. Man wirft ihm ein Seil zu, das er sich um den Körper und die Arme wickelt. Das kurze Video zeigt, wie es drei Männer kaum schaffen, ihn auf ihre Seite rüberzuziehen. Er wird von der Flut mitgerissen. IDEA versucht, den Mann telefonisch zu erreichen, aber das Handynetz ist zusammengebrochen.

Gebetserhörungen

Eine ältere Frau aus der Gemeinde hat eine Gebetserhörung erlebt. Davon zu schreiben, fällt schwer – weil doch so viele Menschen in den Fluten ums Leben gekommen sind. Sie trifft sich in einem größeren Wohnhaus mit Freundinnen zum Beten im fünften Stock. Sie flehen in dem Kreis, so sagt es Kröker, zu Gott, dass er die Fluten stoppen möge. Die Frau muss zwischendurch noch etwas in ihrer Wohnung im Erdgeschoss erledigen. Dabei fällt ihr ein, dass es vielleicht gut wäre, einen Teppich von außen vor die Wohnungstür zu legen, um möglicherweise eindringendes Wasser zurückzudrängen. Tatsächlich wird das Haus überflutet. Aber ihre Wohnung im Erdgeschoss ist die einzige, die nicht durch das Hochwasser beschädigt wird. Am nächsten Tag staunt die Frau nicht schlecht, dass schon in aller Frühe Freiwillige aus ihrer Gemeinde vor Ort sind, um die überfluteten Keller auszuräumen und sauber zu machen.

Eine Nachbarin von David Kröker ist Polizistin. Gleich nachdem die Familie aus dem Urlaub wieder zu Hause ist, sucht sie den Pastoralreferenten auf. Sie ermahnt ihn dringend, dafür zu sorgen, dass seine vier Kinder im Alter von acht Monaten bis zu acht Jahren nicht auf einem Spielplatz in der Nähe spielen. Nicht nur, weil es durch die Nähe zum Fluss Erft vielleicht gefährlich werden könnte, sondern auch, weil dort immer wieder Leichen angeschwemmt werden.

Große Hilfswelle rollt an

Was die Flutkatastrophe mit seiner Gemeinde macht, weiß Kröker noch nicht. Am 18. Juli hat sie vor dem Gemeindehaus einen Dankgottesdienst gefeiert – ohne ihren Referenten, der andernorts als Pastor bezeichnet würde. Am Tag danach sucht er die Zellgruppenleiter auf, um mit ihnen zu besprechen, was zu tun ist. Einfach zur Tagesordnung übergehen – das geht nicht, weiß er. Ihm fällt auf, dass die Menschen von sich aus das Thema Tod und Sterben immer wieder ansprechen. „Ihnen erzähle ich von der Hoffnung, die wir Christen in Jesus Christus haben“, so Kröker. Er betreut sie seelsorgerlich, und zudem hakt er nach, was die Menschen in dieser Lage an materieller Hilfe benötigen. Auch darum will er sich kümmern. Er weiß, dass schon einen Tag später aus einer Partnergemeinde in Thüringen ein Transport mit Hilfsgütern eintrifft. Kröker: „Wir können helfen und wir wollen helfen.“

Erschienen in IDEA 29/2021 vom 21. Juli 2021, S. 16-17.

Hier in dieser Audiodatei berichtet David Kröker über die Folgen der Flutkatastrophe in der Region um Euskirchen.

Fast alles verloren

IDEA, Wetzlar. Gunnar Lawrenz ist Gemeindeleiter der Evangelisch-Freikirchlichen „Credogemeinde“ (Baptisten) im Landkreis Ahrweiler. Der Lehrer ist stellvertretender Leiter des Peter-Joerres-Gymnasiums in Ahrweiler. Wie er persönlich die Flutkatastrophe erlebt hat, schilderte er Romy Schneider. 

Die Flut kam nachts. Es war zwischen zwei und drei Uhr. Die Feuerwehr hatte uns vor dem Hochwasser gewarnt. Schnell brachten wir unsere Fahrzeuge in Sicherheit. Ich habe auch von meinen gebehinderten Nachbarn das Auto weggefahren. Die hätten es zu Fuß nicht mehr in ihr Haus geschafft. Denn die Welle war stärker, als wir uns vorgestellt hatten. Einige Häuser mussten sofort evakuiert werden. Doch manche Menschen hatten es erst zu spät mitbekommen. Sie kamen nicht mehr raus aus ihren Häusern. Meine Frau und ich haben noch zwei Mieter aus einem anderen Haus aus dem Schlaf geweckt und sie in unser Privathaus mitgenommen. Das war ihre Rettung. Das Wasser strömte schon durch die Straße. Eine 87-jährige Frau wollte unbedingt in ihr Haus zurück. Sie hat die Gefahr unterschätzt. Aber sie kam nicht mehr auf die andere Straßenseite. Die Strömung war zu stark. Wir haben sie dann an die Hand genommen und auch mit zu uns ins Obergeschoss gebracht. Im Erdgeschoss stand ja schon das Wasser. Da saßen wir nun zusammen und bangten. Ich habe die Gitarre geholt, und wir sangen einige Lieder. Das war etwas tröstlich. Meine Frau schaute immer wieder vom Fenster aus auf die Straße. Sie sagte, sie habe wie in Dauerschleife den Bibelvers aus dem Buch Hiob im Kopf: „Der Herr hat es gegeben. Der Herr hat es genommen. Gepriesen sei der Name des Herrn“. Es fiel ihr unglaublich schwer, das so zu akzeptieren. Vor unseren Augen wurden Autos kopfüber durch die Straße geschossen.

Ehepaar von den Fluten weggerissen

Andere aus der Gemeinde haben Ähnliches erlebt. 27 Personen der 70 Gemeindemitglieder sind besonders schwer getroffen. Sie haben fast alles verloren. In den Tagen danach organisierten wir als Gemeinde Sachspenden: Handtücher, Bettwäsche, Anziehsachen, Möbel. Der ganze Stadtteil stank nach Schlamm und ausgelaufenem Öl. Teilweise waren Tankstellen überflutet worden. Wir nahmen Kontakt auf zu den Gemeindemitgliedern. Wie geht es jedem? Wer ist zu Schaden gekommen? Eine Familie aus dem Nachbarort Heppingen konnten wir nicht erreichen. Wir haben herumgefragt und gesucht. Dann erzählte ein Nachbar, er habe beobachtet, wie die Flutwelle die Frau und ihren Mann mitgerissen hatte. Von ihrem Anfang 20-jährigen Sohn fehlt auch jede Spur. Ihre Körper sind zwar noch nicht gefunden worden, aber es besteht keine Hoffnung mehr. Die beiden waren die Hausmeister in unserer Gemeinde. Unglaublich engagiert. Sie haben sehr vielen Menschen geholfen. Sie waren das Herz der Gemeinde.

„Sie schuften Tag und Nacht“

Am Sonntag haben wir einen Gottesdienst der Trauer, Tränen und der Klage gefeiert. Es wurde viel geweint. Es tat uns gut, einen Moment zu haben, wo wir unseren Schmerz rauslassen konnten. Denn wir sind noch im Funktionsmodus. Auch die Anteilnahme tut gut. Die Welle der Hilfsbereitschaft, die wir jetzt erfahren, ist größer als die Welle der Zerstörung. Wildfremde Menschen, Freunde und Kollegen kommen in unsere Straße. Sie schuften Tag und Nacht. Ein kleiner Junge fuhr mit dem Fahrrad an unserem Haus vorbei. Er wird vielleicht acht Jahre gewesen sein. Er gab mir einen handgeschriebenen Zettel in die Hand. Darauf hat er gekritzelt: „Viel Kraft und viel Segen. Ben.“ Das hat mich zu Tränen gerührt. Ich trage den Zettel immer im Portemonnaie bei mir. 

„Wir haben einen Marathon vor uns“

IDEA, Wetzlar. Die Jahrhundertflut verwüstete das Gemeindezentrum der Baptistengemeinde „Kirche am Widey“ in Hagen. Die komplette Einrichtung ist zerstört und das Gebäude sanierungsbedürftig.

„Wir sind schockiert und begreifen erst nach und nach, was passiert ist“, sagt Pastor Ronald Hentschel. Das Gemeindezentrum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde wurde von einer Flutwelle verwüstet. Die komplette Einrichtung ist zerstört und das Gebäude „im Grunde eine Bauruine“.

Das Gemeindezentrum wurde 1990 bei der Häuserreihe „Am Widey“ gebaut. Die Volme, die daran vorbeifließt, ist normalerweise ein gemütlicher Fluss. Eine Mauer zwischen Wasserlauf und Gemeindehaus sollte eigentlich für zusätzlichen Hochwasserschutz sorgen. Als die Unwetter angekündigt wurden, trafen die Gemeindemitglieder trotzdem Vorsichtsmaßnahmen: Sie dichteten alle Türen und Fenster ab, schützten sie mit Brettern und stellten die technischen Geräte wie Lautsprecher und Lampen auf Erhöhungen. In der Nacht auf den 15. Juli erwies sich all das als nutzlos. Die Volme schwoll zu einem reißenden Strom an und sprengte die Schutzmauer einfach weg. Die Flutwelle traf das Gemeindehaus mit voller Wucht. Innerhalb weniger Minuten stand das Wasser in dem Gebäude brusthoch. Kisten und Stühle schwammen in der braunen Brühe.

Auch Pioniere der Bundeswehr halfen

Hentschel ist trotzdem froh, dass die Schutzmauer gebrochen ist. Denn auf der anderen Seite des Flusses überschwemmte die Flut Wohnungen. Dort fürchteten Menschen um ihr Leben. Durch das Wegbrechen der Mauer wurde ein noch stärkeres Ansteigen verhindert.

Als Gemeindemitglieder am nächsten Morgen in das Gemeindehaus kamen, fanden sie die komplette Einrichtung ruiniert vor: Großküche, Konzertflügel, technische Anlage und die erst im vergangenen Jahr sanierte Orgel. Zahlreiche Helfer – auch aus umliegenden Gemeinden – gingen zunächst daran, den Schlamm auf dem Außengelände zu entfernen. „Als wir nach 22 Uhr mit unseren Kräften fast am Ende waren, kamen die Pioniere der Bundeswehr“, berichtet Hentschel. Sie hatten tagsüber in der Stadt mit Bergepanzern Straßen geräumt, einen Hubschrauberlandeplatz angelegt, ein Altenheim evakuiert und einige Brände gelöscht. „Am Abend waren sie bei uns. Wir waren dafür unendlich dankbar.“

Gottesdienst zwischen Hochwassermüll

Am Freitag und Samstag schöpften und pumpten die Helfer das von Öl und Chemikalien verschmutzte Wasser aus dem Innenraum des Gemeindezentrums. Danach putzten sie die dicke Schlammschicht weg, die alles überzog. Am Sonntag waren dank vieler fleißiger Hände die gröbsten Schäden beseitigt. Am Sonntag feierten die Gemeindemitglieder wieder Gottesdienst auf dem Vorplatz des Gemeindezentrums – neben dem aufgetürmten Hochwassermüll.

Auch der Schaden am Gebäude ist riesig

In den nächsten Monaten und Jahren kommen auf die Gemeinde große Herausforderungen zu, sagt Hentschel. Nicht nur, dass das komplette Inventar des Gemeindehauses neu beschafft werden muss, auch der Schaden am Gebäude selbst ist riesig. Zunächst müsse das durchnässte Mauerwerk jetzt mit großen Spezialgeräten getrocknet werden. „Allein das wird wohl einen sechsstelligen Betrag kosten“, meint der Pastor. Welche Schäden an Fundament und Mauerwerk behoben werden müssen, könne erst nach dem Trockenlegen untersucht werden. „Wir haben einen Marathon vor uns.“

Erschienen in IDEA 29/2021 vom 21. Juli 2021, S. 36.

Flutkatastrophe in Deutschland

Schwere Unwetter haben in den vergangenen Tagen vor allem im Westen Deutschlands für verheerende Überschwemmungen gesorgt. Auch Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind davon betroffen. Der BEFG hat nun ein Spendenkonto eingerichtet, um Hilfe leisten zu können.

Ein schockierendes Bild bot sich Mitgliedern der Evangelisch-Freikirchlichen Kirche am Widey in Hagen, als sie am vergangenen Mittwoch ihren Gottesdienstraum betraten: Kisten und Stühle schwammen in brauner Wasserbrühe, auch die frisch sanierte Orgel, der Flügel, Mikrofonständer und anderes Mobiliar standen im 1,20 Meter tiefen Wasser. „Hagen hat eine Jahrhundertflut getroffen, von der mit uns die gesamte Stadt betroffen ist“, berichtete Pastor Ronald Hentschel. Tief traurig sei er, wenn er an die Nachbarschaft denke, in der ganze Existenzen vernichtet wurden: eine Hebammengemeinschaftspraxis, eine Kita – alles komplett zerstört. „In unserer unmittelbaren Nachbarschaft ist ein Feuerwehrmann bei Rettungsmaßnahmen ums Leben gekommen. Für uns als Gemeinde können wir bisher davon ausgehen, dass niemand verletzt oder gestorben ist. Als Gemeinde müssen wir uns, nach der langen harten Zeit der Corona-Einschränkungen in unserer Stadt, nun erneut mit einer extremen Situation auseinandersetzen. Wir werden einen Krisenstab bilden und das tun, was Christen in solchen Zeiten immer tun: Solidarisch sein, zusammenhalten, helfen, wo wir können.“ BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba wünschte der Gemeinde, „Kraft und den Willen, durchzuhalten, sich dieser erneuten Herausforderung zu stellen und dabei nicht den Blick für andere zu verlieren. Wir beten für Euch!“

Seitdem erreichten die Gemeinde viele Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote – sowohl aus dem Ort als auch aus anderen Teilen der Republik. Pastor Hentschel schreibt: „Danke für die Solidarität unserer Gemeinden, die uns in dieser Fülle überrascht hat! Wir erleben gerade, dass wir Teil einer Bundes-GEMEINSCHAFT sind. Das ist berührend und gibt uns viel Mut. Wir werden es mit Eurer Hilfe und mit Gottes Hilfe schaffen. Bitte betet für uns und alle Menschen, die jetzt Leid erfahren.“

Auch die Gemeinde in Dormagen ist von den Überschwemmungen betroffen, Mitglieder aus Bonn und Remagen, die in den umliegenden Katastrophengebieten wohnen, haben zum Teil ihr ganzes Hab und Gut verloren. Einzelne werden vermisst. Glimpflich, aber nicht ohne Schäden ist es beim Pilgerheim Weltersbach und bei der Tagungsstätte „Auf dem Ahorn“ abgelaufen.

Um die sich vermutlich noch erhöhende Zahl der Opfer der Flutwelle zu unterstützen, hat der BEFG ein Spendenkonto eingerichtet. „Wir wollen unsere Gemeinden und Einrichtungen unterstützen, wenn die Mittel aus Versicherung und öffentlicher Hand ausgeschöpft sind“, betont Christoph Stiba.

Ob und wie eine finanzielle Unterstützung von Privatpersonen möglich ist, die in Not geraten sind, muss noch geprüft werden. Der Bund wird darüber in seinen Newslettern informieren.

Die EFG Hagen bittet ganz konkret für die nächsten Tage um große Trockengeräte, die sie sich ausleihen kann. Pastor Ronald Hentschel: ronald.hentschel@baptisten-hagen.de


Flutkatastrophe Deutschland 2021
Projektnummer 45021
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
BIC: GENODE51BH2
Spar- und Kreditbank Bad Homburg v.d.H.

„Zuverlässig, ausgeglichen, kompetent, sachlich, freundlich“

Detlev Steinicke beendet am 30. Juni nach 35 Jahren seinen Dienst als Mitarbeiter der Ruhegeld- und Versorgungsordnung (RGO) des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Anlässlich seines Ruhestandes dankte er den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden aus den Gemeinden und drückte seine tiefe Verbundenheit aus. BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba betonte, Detlev Steinicke genieße „eine hohe Anerkennung und Wertschätzung in unser Bundesgemeinschaft“. Steinickes Nachfolgerin wird Anja Boje.

„Nach 35 Jahren beende ich meinen Dienst beim BEFG in Dankbarkeit“, so Detlev Steinicke in einem persönlichen schriftlichen Rückblick. Seine Arbeit beim Bund sei für ihn von Anfang an „ein geistlicher Dienst“ gewesen. Dies beschreibe für ihn seine Herzenshaltung, seine innere Einstellung: „Meine erlebte Führung Gottes zum ehemaligen Bundesmissionshaus in Bad Homburg, wo ich bis zum Schluss gearbeitet habe, war immer verbunden mit der Haltung, den Pastorinnen und Pastoren, den Diakoninnen und Diakonen sowie den Pastoralreferenten zu dienen.“ Dazu seien die vielen Kassenverwalterinnen und Kassenverwalter gekommen, mit denen er gut und eng zusammengearbeitet habe, so Steinicke. „Es ist mir am Ende meiner Dienstzeit ein starkes Bedürfnis, allen hier genannten Personen ein herzliches ‚Auf Wiedersehen‘ zuzurufen und Gottes Segen zu wünschen. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Ich denke gerne an Euch!“

Eine solch außergewöhnlich lange Dienstzeit von 35 Jahren bei einem Arbeitgeber könne nur dann gelingen, wenn alles zusammenpasse, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Und gepasst hat es: zuverlässig, ruhig, ausgeglichen, kompetent, sachlich, freundlich – das war Detlev Steinicke in seinen 35 Jahren Dienst für den BEFG, vor allem als Sachbearbeiter für die Ruhegeldordnung der Ordinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundes. Es wird kaum eine Pastorin, einen Pastor oder eine Diakonin, einen Diakon geben, die nicht mit ihm zu tun hatten und auf seine Kompetenz und Zuverlässigkeit gezählt haben.“ Auf Konferenzen wie der Bundesratstagung oder dem Theologischen Konvent sei Steinickes Präsentationsstand ein beliebtes Ziel gewesen, „konnten dort doch Fragen rund um die eigene Zusatzrente vertrauensvoll geklärt werden. Viele Ruheständler haben in ihm einen verlässlichen Gesprächspartner für ihre finanziellen Angelegenheiten gefunden. Detlev Steinicke genießt eine hohe Anerkennung und Wertschätzung in unserer Bundesgemeinschaft.“ Das führt Stiba auch darauf zurück, dass es für Detlev Steinicke nicht nur um eine Bürotätigkeit in einer Verwaltung gegangen sei: „Seine Arbeit war für ihn auch ein geistlicher Dienst, der eng mit einem außergewöhnlichen Berufungserlebnis zusammenhing. Deshalb sind wir an dieser Stelle zuallererst Gott dankbar für seinen Ruf und dann auch Detlev Steinicke dafür, dass er diesem Ruf gefolgt ist! Wir wünschen Detlev Steinicke an der Schwelle zum Ruhestand Gelassenheit beim Abschiednehmen von einem erfüllten Arbeitsleben und viel Freude, diesen neuen Lebensabschnitt anzugehen – und in allem weiterhin Gottes Segen!“

Auch der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, äußerte sich „dankbar für die verantwortungsvolle und gute Arbeit, die Detlev Steinicke über so lange Zeit für den Bund und gerade für die Ordinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet hat.“ Mit der in diesem Jahr erfolgreich umgesetzten EDV-Umstellung habe er allen ein wichtiges Abschiedsgeschenk gemacht. „Über die mit Anja Boje gefundene Nachfolgeregelung freue ich mich sehr. Ihr gewinnende Art und ihre hohe Expertise aus dem Gehaltsabrechnungsservice werden uns auch in der RGO guttun“, so Springer. „Wir danken auch Jörg Appelbaum, dessen geringfügige Beschäftigung in der RGO zum 31. Juli endet, für seine Unterstützung.“

Anja Boje hob hervor, sie blicke voller Vorfreude auf die „anspruchsvolle und herausfordernde Tätigkeit“ als Sachbearbeiterin der RGO. Sie fühle sich auch deshalb besonders gut vorbereit, weil Detlev Steinicke ihr in der letzten Zeit als hervorragender Lehrer viel aus seiner 35-jährigen Erfahrung vermittelt habe. Wie Steinicke schätzt sie besonders auch das vertrauensvolle Miteinander mit den Mitarbeitenden aus den Gemeinden: „Es tut immer wieder gut, neben den dienstlichen Angelegenheiten auch persönliche Worte zu wechseln, gemeinsam zu lachen, ja, auch mal Trost zu spenden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, auf die neuen Kontakte und auf meine neue Tätigkeit als Sachbearbeiterin in der RGO.“ Die Leitung des Gehaltsabrechnungsservice wird Anja Boje beibehalten, sich jedoch in der Sachbearbeitung stärker auf die RGO konzentrieren.

Hilfe für Syrien

Seit über zehn Jahren herrscht in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Hunderttausende sind umgekommen oder werden vermisst, unzählige wurden verletzt, Millionen mussten fliehen. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden bittet aktuell um Spenden, mit denen die Geflüchteten unterstützt werden. German Baptist Aid fördert drei Partner aus dem Libanon, der Türkei und Syrien.

Pastor Ertan Cevik berichtet von einer seiner Verteilaktionen in Izmir: „Während wir die Lebensmittelpakete verteilen, kommt ein neunjähriger Junge an den Truck heran und ruft: ‚Wir brauchen zu essen, meine Mutter ist krank. Wir brauchen Suppe, bitte helft mir!' Beharrlich wiederholt er die Worte – halb auf Türkisch, halb auf Arabisch. Ich sage ihm unsere Hilfe zu. Geduldig wartet das Kind, während wir mit dem Verteilen fortfahren. Anschließend gehen wir gemeinsam in sein zwei Minuten entferntes Zuhause, eine Art Lagerhalle. Eine Frau wäscht gerade Windeln in einer Plastikwanne. Sie sieht blass und erschöpft aus. Ihre fünf Kinder rennen barfuß über den kalten Zementboden, Socken haben sie keine. Ich denke in dem Moment, dass sie sicherlich alle krank werden. Mit der Hilfe des Jungen, der für uns übersetzt, erkundige ich mich nach dem Ehemann und erfahre, dass er die Mülleimer nach brauchbarer Pappe durchsucht. Die Frau beklagt, dass es für sie keine Arbeit gibt. Die Familie befindet sich tatsächlich in einer sehr schweren Lage. Viele ihrer Verwandten haben sie bereits im Krieg verloren, von den anderen wissen sie weder, wo sie sich aufhalten, noch ob sie überhaupt am Leben sind. Aus der Verteilstation hole ich zwei Lebensmittelpakete. Die Freude darüber ist bei der Familie sehr groß, man kann es in ihren Gesichtern sehen. Durch Eure Unterstützung können wir auch diese Familie regelmäßig mit Lebensmittelpaketen versorgen. Danke!“###3_IMAGES###Der Bund wirbt in seiner Spendenbitte um ebendiese Unterstützung. Neben der Arbeit der kleinen türkischen Baptistengemeinde in Izmir werden aktuell zwei weitere Partner gefördert:

In Kfarbo helfen Syrerinnen und Syrer, die einst selber in den Norden des Libanons geflohen waren und dort zum Glauben gefunden haben, seit ihrer Rückkehr in ihrem Heimatland anderen in Not geratenen Menschen.

Und die Lebanese Baptist Society (LSESD) verteilt in Zusammenarbeit mit der Fellowship of Middle East Evangelical Churches Hygiene-Kits in Syrien. Die Flüchtlinge leiden unter der gegenwärtigen Pandemie besonders. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal.

Mit Zuwendungen an die Syrien-Hilfe von German Baptist Aid besteht die Möglichkeit, Projekte wie diese zu unterstützen und auf diese Weise den Opfern des Bürgerkriegs zu helfen. Wie Ertan Cevik weiter berichtet, waren viele Menschen beeindruckt, dass sie nicht vom Staat, sondern von einer kirchlichen Organisation Hilfe erfahren haben. „Wir tun diesen Dienst zur Ehre Gottes und freuen uns immer wieder über das Lächeln der syrischen Kinder und Familien und ihre Freude über die Unterstützung.“

Schwarzsein in Deutschland

„Wir alle tragen das Potential zum Rassismus in uns, aber wir dürfen ihm nicht huldigen“, erklärte Pastor Frank Fornaçon Anfang Juni anlässlich einer Ausstellung zum Leben Schwarzer Menschen in Deutschland. In der Kirche im Hof der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kassel-West werden im Juni und Juli Bilder des in Kassel lebenden Künstlers Zaki Al-Maboren gezeigt.

Porträtiert werden Schwarze Menschen, die in den letzten Jahren in Deutschland zu Opfern rassistischer Gewalt wurden. Die Gesichter sind auf einem spiegelnden Untergrund gemalt, so dass der Betrachter sich in den Porträts selber wiederfindet.

„Ein Jahr nach dem Tod von George Floyd in den USA und ein Jahr nach der Ermordung von Walter Lübcke durch einen rechten Rassisten wollen wir daran zeigen, dass Rassismus im Alltag allgegenwärtig ist“, meinte Ruth Hunstock von der Initiative Side by Side, der Gruppe Afrodeutscher und Schwarzer Menschen in Nordhessen. Die Initiative ist deutschlandweit bekannt geworden durch ihren Einsatz für die Ächtung des N-Wortes und die Umbenennung von „Mohren“-Apotheken. „Die Kirche im Hof ist als ein Ort bekannt, an dem alle Menschen ohne Unterschied willkommen sind“, begründet Hunstock die Wahl des Ausstellungsortes.

Begleitet wird die Ausstellung durch ein Filmprojekt des Kasseler Filmemachers Stefan Haberzettl, der afrodeutsche und Schwarze Menschen aus Kassel, auch aus der Kirche im Hof, zu ihren Erfahrungen befragt und das filmisch festgehalten hat. Der Film „Gesichter mit Geschichte“ ist wie der Eröffnungsgottesdienst auf dem YouTube-Kanal der Kirche im Hof zu sehen.

Dass Menschen aller Hautfarben in Kassel eine Heimat haben, unterstrich der Integrationsbeauftragte der Stadt, Carsten Höhre, in einem Grußwort: „Alle werden gebraucht und alle gehören dazu. Die Menschen in unserer Stadt begegnen sich auf Augenhöhe und haben Verständnis füreinander. Angehörige verschiedener Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Generationen leben miteinander auf der Grundlage unserer Rechtsordnung. Sie alle bekommen eine faire Chance zur Gestaltung ihres Lebens. Gerade deshalb sind die Menschen in Kassel stolz auf ihre Heimatstadt. Heimat und Vielfalt schließen sich nicht aus, sondern gehören untrennbar zusammen.“

„Für mich ist der Rassismus beendet, wenn Eltern ihren Kindern nicht mehr vorschreiben, mit wem sie spielen dürfen und mit wem nicht“, wünschte sich Gemeindeleiterin Kerstin Platte in einem abschließenden Statement im Gottesdienst zur Ausstellung.

Neben der Stadt Kassel und der Kampagne „Offen für Vielfalt“ fördert das hessische Sozialministerium das Projekt als eines von zehn beispielhaften Projekten im Rahmen der Charta für Vielfalt.  

„Die Kirche im Hof ist ein Ort, an dem kulturelle Vielfalt gefördert wird, so dass sich insbesondere Menschen aus Eritrea, China dem Iran, aus Syrien, dem Irak und zehn weiteren Herkunftsländern in der Kirche begegnen“, so Pastor Frank Fornaçon. „In der Stadt Kassel haben 40 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West bemüht sich, unter ihren Mitgliedern und Freunden einen ähnlichen bunten Querschnitt zu repräsentieren.“ Die Gemeinde hat 160 Mitglieder.

IBTS Centre: Religionsfreiheit und „Missionale Leiterschaft“

Das IBTS Centre, das Internationale Baptistische Studienzentrum in Amsterdam, bietet im Rahmen seines „Learning Network“ mehrere neue Kurse an, die in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) entwickelt wurden. Die mehrwöchigen Kurse in englischer Sprache sind als „reiche Ressource“ gedacht, um Missions- und Gemeindearbeit von Baptistinnen und Baptisten in den Ländern der EBF zu unterstützen.

Angeboten werden vier verschiedene Kurse zu „Missionaler Leiterschaft“, darunter das fünfwöchige Online-Programm „Mission neugestalten und lernen in Gemeinschaft“ oder der Kurs „Selbstwahrnehmung und Identität in Missionaler Leiterschaft“, bei dem auf eine viertägige Präsenzphase ein zehnwöchiger Online-Kurs folgt.

Zudem wird ein zwölfwöchiger Kurs zu Religions- und Glaubensfreiheit angeboten. Er soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Werkzeuge vermitteln, dass sie sich in ihrem Umfeld für Religionsfreiheit einsetzen und die damit verbundenen Werte anderen vermitteln können.

Die ersten Kurse beginnen im September. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Weitere Informationen gibt es auf der Seite des IBTS Centre.

Stefan ter Haseborg beendet seinen Dienst als Leiter des E-Teams

Stefan ter Haseborg hat seinen Dienst als Leiter des Entwicklungsteams (E-Team) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) beendet. „Als treibende Kraft wird er an dieser Stelle fehlen, weshalb die Arbeit des E-Teams in seiner bisherigen Form endet“, so BEFG-Präsident Michael Noss, der in der Juni-Sitzung des Präsidiums betonte: „Die Zukunftsthemen bleiben im Blick.“

Das E-Team habe in den 18 Monaten unter der Leitung von Stefan ter Haseborg viel vorangebracht, so Noss: „Mit ‚Triple C - Christ Called Cultures‘ ist in Norddeutschland eine innovative Vernetzung mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund aufgebaut worden. Viele Gemeinden, Landesverbände und auch das Präsidium haben durch Stefan ter Haseborg und die anderen Mitglieder des E-Teams innovative Anregungen erhalten, zum Beispiel durch Agilitätstrainings, die Stefan weiter anbietet. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Auch Stefan ter Haseborg äußerte sich in einem Brief an das Präsidium optimistisch: „Es gibt in unseren Reihen auf allen Ebenen und in allen Funktionen beeindruckend viele Menschen, die mit Begeisterung, Freude und großem Engagement unsere Bundesgemeinschaft gestalten und mit buntem Leben füllen.“ Dankbar sei er im Rückblick dem Präsidium, der Bundesgeschäftsführung und den Mitgliedern des Teams: Dagmar Wegener, Tamara Schenk, Jasmin Jäger, Benedikt Elsner, Holger Huhn, Udo Rehmann und Dennis Sommer.

Das Präsidium folgte in seiner Sitzung der Anregung von Präsidiumsmitglied Lea Herbert, einen „Kreis innovativ denkender Menschen“ zu berufen, die als „kreativ-zukunftsorientierter Side-Kick für das Präsidium aktiv sind“. Einige Mitglieder des bisherigen Teams haben ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert. Weitere Personen werden noch hinzukommen.

Präsident Michael Noss: „Klar ist, dass wir die Zukunftsthemen wie etwa die Bundesstruktur fest im Blick haben und daran mit interessierten und engagierten Menschen aus Landesverbänden und Gemeinden weiterarbeiten werden.“

Mit der „Rechenschaft“ nachdenken, lernen, fragen, streiten, bekennen…

„Wir wollen die ‚Rechenschaft vom Glauben‘ in unseren Gemeinden wieder ganz neu ins Gespräch bringen.“ Das hatte Dirk Zimmer, der den Theologischen Ausschuss des Präsidiums leitet, in der März-Sitzung des Präsidiums formuliert. Wie das konkret geschehen soll, darüber berichtete er nun in der Juni-Sitzung des Gremiums. Geplant sind mehrere Artikel, eine Vorlesung und ein Symposium. Zudem erscheint im Juli eine Neuauflage der Rechenschaft.

Der Theologische Ausschuss hatte sich in den letzten Monaten intensiv mit der „Rechenschaft vom Glauben“ als dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis der deutschsprachigen Baptistinnen und Baptisten befasst. Im Austausch mit dem Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal wurde das Ziel formuliert, die Auseinandersetzung mit dem Bekenntnisdokument zu beleben. „Wir wollen uns in den Gemeinden und im Bund über die zentralen Inhalte austauschen und uns fragen, was sie für uns heute bedeuten, womit wir uns identifizieren und wo wir Dinge heute vielleicht anders sehen“, so Prof. Dr. Michael Kißkalt, Rektor der Theologischen Hochschule.

Den ersten Anstoß dafür soll die Neuauflage der Rechenschaft geben, die im Juli erscheint. Darin wird die Rechenschaft nicht nur in deutscher, sondern auch in englischer Sprache nachzulesen sein. Dazu veröffentlicht die Zeitschrift DIE GEMEINDE einen Artikel unter der Überschrift „Vom Glauben erzählen - mit der ‚Rechenschaft vom Glauben‘ nachdenken, lernen, fragen, streiten, bekennen…“. Präsidiums- und Ausschussmitglied Andrea Kallweit Bensel, Dozentin für Praktische Theologie an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest, wird darin der Frage nachgehen, was die Rechenschaft eigentlich ist und welche Bedeutung sie hat. 2022 sollen dann weitere Artikel in der GEMEINDE folgen, die jeweils auf einen konkreten Abschnitt der Rechenschaft eingehen.

Im Sommersemester 2022 wird Prof. Dr. Uwe Swarat die „Rechenschaft vom Glauben“ in einer zweistündigen Vorlesung auslegen, die auch für Nicht-Theologen leicht verständlich sein und veröffentlicht werden soll. Für den Herbst 2024 plant die Theologische Hochschule Elstal dann ein wissenschaftliches Symposium, in dem ausgewählte Abschnitte der Rechenschaft einer kritischen Prüfung aus gegenwärtiger Sicht unterzogen werden sollen. Daraus soll ein Buch entstehen, das spätestens im Januar 2027 vorliegen soll. In dem Jahr jährt sich die Beschlussfassung über die Rechenschaft zum 50. Mal.

Zudem soll den Gemeinden Material zur Beschäftigung mit der „Rechenschaft vom Glauben“ zur Verfügung gestellt werden. Wer schon jetzt einsteigen möchte, kann die Rechenschaft online nachlesen. Der BEFG wird in seinen Veröffentlichungen weiter über die Publikationen und Veranstaltungen berichten.

Auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit

Das Präsidium des BEFG hat in seiner Sitzung am 3. Juni beschlossen, den Frauenanteil in Führungspositionen und Gremien des BEFG zu erhöhen. Ebenfalls entschieden wurde ein Monitoring, das die Umsetzung dieses Beschlusses begleiten soll.

„Ich bin sehr froh darüber, dass wir diese wichtige Entscheidung getroffen haben“, sagte Corinna Zeschky, Stellvertreterin des Präsidenten. „Als Kirche ist es unsere ureigenste Aufgabe, uns für Gerechtigkeit einzusetzen. Das gilt auch für die Geschlechtergerechtigkeit.“ Das Präsidium hatte einen Arbeitskreis damit beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie eine gerechtere Besetzung von Gremien und Führungspositionen innerhalb des BEFG aussehen könnte. Das beschlossene Konzept sieht vor, den Anteil der hauptamtlichen Referentinnen im Bundesdienst ab 2025 auf 35 Prozent und ab 2030 auf 40 Prozent zu erhöhen. In der Bereichsleiterkonferenz sollen ab 2030 25 Prozent Frauen vertreten sein. Die Bundesgeschäftsführung soll ab 2030 zu einem Drittel weiblich besetzt sein.

Ferner schlägt das Präsidium vor, dass Gremien, die durch den Bundesrat gewählt werden, ab 2025 zu mindestens einem Drittel mit Frauen besetzt werden. Ab 2030 sollen die Gremien paritätisch besetzt sein. Auch ehrenamtliche Arbeitskreise im Bund sollen zukünftig ein Drittel Frauenanteil haben. Ab 2025 sollen sie paritätisch besetzt sein. Darüber hinaus empfiehlt das Präsidium bei Tagungen und Veranstaltungen ebenfalls ein Drittel Rednerinnen, Workshop-, und Seminarleiterinnen vorzusehen.

Um die Umsetzung dieser vom Präsidium beschlossenen Absicht zu gewährleisten, wird bis Ende 2021 eine Person beauftragt, die die entsprechend notwendigen Schritte beobachtet. Ihre Aufgabe ist es, festzustellen, ob die Umsetzung den gewünschten Verlauf nimmt und die definierten Schwellenwerte eingehalten werden. Des Weiteren übernimmt die beauftragte Person die Funktion einer Ansprechperson für Fragen der Gleichstellung von Männern und Frauen sowie für alle Formen der Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.

„Ich freue mich über ein positives und kreatives Miteinander von Männern und Frauen in unserer Bundesgemeinschaft“, sagte Samantha Mail, Referentin im GJW und Mitglied des beauftragten Arbeitskreises. „Und es stimmt mich zuversichtlich, dass das Präsidium den Willen bekundet hat, sowohl weiter an den Werten des BEFG in dieser Frage zu arbeiten als auch das Mentoring von Frauen, jungen und internationalen Menschen in unserem Bund weiter voranzutreiben und so Entfaltungsfreiräume für alle zu öffnen. So kommen wir auf dem Weg zur Gerechtigkeit ein gutes Stück voran.“

Vom Himmel geschickt – für Gott und für Menschen aktiv

Evangelische Theologie sowie Diakonie und Sozialtheologie – diese Studiengänge kann man an der Theologischen Hochschule Elstal studieren. Udo Hermann von der Bundesgeschäftsführung des Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ruft junge Menschen auf, in den pastoralen oder diakonischen Dienst zu gehen und sich dafür an der Theologischen Hochschule Elstal ausbilden zu lassen.

„Die sind vom Himmel geschickt!“ Das sagte jemand, nachdem er die Predigt von Pastorin Katrin Laug und Pastor Andreas Malessa im Bundesgottesdienst gehört hatte. Das sind nur zwei von gut 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem Gemeindebund, die eine Berufung Gottes zu ihrer Lebens- und Berufsperspektive gemacht haben. So setzen sie sich ein für Gott und für Menschen.

Wir suchen junge Menschen, die sich dafür ausbilden und senden lassen. Wir suchen nach innovativen Menschen, die Teil des Handelns Gottes in dieser Welt sein wollen. Wir suchen Dich, wenn Du Menschen liebst und Gemeinden entwickeln willst, dass sie zukunftsfähig sind. Oder wenn Du neue Gemeinden gründen willst. Dafür bieten wir in unserem Bund für den pastoralen oder diakonischen Dienst eine hervorragende Ausbildung an. Dabei soll Dein persönlicher Glaube vertieft werden und er soll sich weiterentwickeln. Das kann in einem staatlich anerkannten Bachelor- und Masterstudium der Evangelischen Theologie oder dem Masterstudiengang für Diakonie und Sozialtheologie geschehen.

Gern beantworte ich Dir alle Fragen zu unseren Ausbildungen und den Zukunftschancen im pastoralen oder diakonischen Dienst unserer Freikirche. Bewerbungen zum Studium in Elstal sind bis Mitte Juli einzureichen, wenn man auf dem Campus wohnen will, ansonsten bis Mitte August.

Aus erster Hand kannst Du Dich über unsere Ausbildungen vom 14. bis 18. Juni im Rahmen des Online-Schnupperstudiums der Theologischen Hochschule Elstal informieren.

Krisen als Chance zur Neuorientierung

Die jährliche Tagung der Interimspastoren und -pastorinnen fand in diesem Jahr aufgrund der Coronakrise digital statt. Dass Krisensituationen auch die Chance zur Neuorientierung bieten, war eines der Themen bei dem Online-Treffen. Pastor Volker Bohle berichtet, wie er den Tag erlebt hat.

Ja, Corona, hat wieder einmal „einen Strich durch die Rechnung“ oder besser, durch die Planung gemacht. Eine Präsenzveranstaltung war auch in diesem Jahr nicht möglich. So haben wir uns – wie so viele Gemeinden und Gremien in den vergangenen Monaten – online getroffen, mit immerhin 14 von 15 Interimspastoren.

Pastoren- und Leitungswechsel, Umbruchsituationen oder Krisen bieten eine Chance, sich neu zu orientieren. Interimspastoren begleiten und gestalten mit den Gemeinden diese Prozesse. Im Augenblick sind es fünf Gemeinden, die von Interimspastoren begleitet werden, trotz coronabedingter Einschränkungen. Hochinteressant, denn es ist erstaunlich, dass sich Gemeinden in zum Teil auch krisenbelasteten Situationen auf diese nicht immer einfachen Prozesse einlassen: menschlich, geistlich – aber auch „technisch“. Sie tun das digital beziehungsweise, wenn es die Corona-Verordnungen vor Ort möglich machen, auch analog. Kreativität, Geduld, technische Raffinesse, aber auch klassische Methoden – mal neu gedacht und praktiziert – sind in diesem Dienst gefragt. So hat uns bei unserer Tagung, neben dem persönlichen Austausch, zum Beispiel ein Referat von Dr. Bernd Busche zum Thema „Strukturierte Einzelinterviews als Tool im Interimsdienst“ motiviert, darüber nachzudenken, ob und in welcher Weise Interviews – neben seelsorgerlichen Gesprächen – eine gute, inhaltliche und strategische Hilfe sein können, besonders am Anfang eines Interimsdienstes.

Trotz der inzwischen vielfältigen digitalen Möglichkeiten haben wir aber in unserem Workshop dennoch die analoge, kollegiale Beratung nach dem Heilsbronner Modell vermisst. Und: das ganz persönliche Gespräch bei einem Glas Wein am Ende der oft intensiven Workshoptage in Elstal.

Das Evangelium auf neuen Wegen zu den Menschen bringen

Gespräche sind kein belangloser Zeitvertreib, sondern essenziell. Sie haben das Potenzial für nachhaltige Veränderung. Einen Gesprächsort schaffen, um über ein Thema zu sprechen, das wichtig ist, Raum für Austausch geben und inspiriert werden: Dies war der Plan für das Zukunfts-Café des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) am 4. Juni, bei dem es um die Zukunft der Kirche ging. Das Online-Event mit 140 Gästen und 30 Gastgeberinnen und Gastgebern stand unter der Überschrift „Dich schickt der Himmel“, dem Jahresthema des BEFG. Pastor Jonathan Walzer war Teil des Vorbereitungsteams. Hier berichtet er, wie er das Treffen erlebt hat.

Einen Nachmittag und frühen Abend verbrachten wir gemeinsam und sprachen über „Dich schickt der Himmel“. Im Plenum moderieren Lea Herbert und Dennis Sommer. Fast 30 Gastgeberinnen und Gastgeber führten in den Breakout-Rooms durch die Gespräche. Dort war Raum für Austausch in kleinen Runden, sozusagen an virtuellen Café-Tischen, mit jeweils fünf bis sechs Leuten. Am Ende gab es auch noch einen Austausch in großer Runde, bei dem einige der Gedanken zusammengetragen wurden.

Dreimal 40 Minuten standen zur Verfügung, um über verschiedene Aspekte des Jahresthemas ins Gespräch zu kommen – ich durfte jedes Mal in einer anderen Gruppe dabei sein. In der ersten Breakout-Runde ging es um die Frage: Was würde Gott deiner Nachbarin schicken? Was bedeutet „Dich schickt der Himmel“ für sie? Oft merkten Teilnehmende, dass sie ihre Nachbarn gar nicht so gut kennen. Wir haben gehört, dass wir uns als Gemeinden oft um uns selbst drehen. Aber gerade die YouTube-Gottesdienste oder kreative Aktionen wurden auch als Wege realisiert, wie wir als Christen das Evangelium Gottes mit neuen Möglichkeiten zu den Menschen bringen können. Am spannendsten fand ich die Frage: Warum bekomme ich eigentlich ein Paket Gottes, das an die Nachbarin adressiert ist – vielleicht, um dafür sensibilisiert zu werden, dass ich zu ihr geschickt bin?

In der zweiten Breakout-Runde hieß es – wieder unter dem Stichwort „Dich schickt der Himmel“: „Was schickt Gott dir mit einem Paket?“ Denn Hoffnung können wir nur durch ihn, durch das, was er uns gibt, nach außen tragen. Zunächst faszinierte es hier manche, dass Gott direkt zu uns spricht. Eine Botschaft für den Umgang mit Corona würde uns auch nach über einem Jahr Corona noch helfen. Spannend in meiner Gruppe: Was müsste Gott uns einpacken, damit wir Familien erreichen, die mittlerweile ja völlig platt sind?

Die dritte Runde brachte uns ein drittes Schreiben von Gott – diesmal kam die Frage sogar als Einschreiben: Welche zündende Idee gibt es für unsere Gemeinden vor Ort? Wie wäre es, die Nachricht zu erhalten, dass Gott das Feuerwerk zündet – und wir nicht selbst etwas Großes abreißen müssen? Was müsste Gott uns schenken, damit wir uns nicht um uns selbst drehen, sondern Wege zu den Menschen finden? Oder könnte Gott uns etwas schenken, damit wir als Gemeinden in einer Spät- oder Nach-Corona-Zeit Menschen jedes Alters ansprechen?

Benedikt Elsner aus Hannover, einer der Gastgeber, schätzte am Zukunfts-Café vor allem die Ehrlichkeit und Verbundenheit, die man auch im digitalen Raum erleben kann. Sarah Stumpf aus Berlin sagte, dass sichere, zweckfreie Räume nötig sind, in denen auch Fehler gemacht werden können. Viele konnten aus dem Zukunfts-Café neue Inspiration mitnehmen.

Für alle Teilnehmenden pflanzt der BEFG in der Sahelzone (Kamerun, Nigeria, Tschad) einen Zukunftsbaum – in Partnerschaft mit EBM INTERNATIONAL. So wurden im Zukunfts-Café nicht nur Ideen für die Zukunft des BEFG und seiner Gemeinden entwickelt, sondern auch etwas für die Zukunft dieser afrikanischen Region beigetragen.

Die Ideen aus den einzelnen Runden wurden digital auf einem Conceptboard gesammelt und können auf der Seite www.befg.de/zukunftscafe noch einmal nachgelesen werden.

„Der auferstandene Christus begabt die Berufenen“

Etwa 7.000 bis 8.000 Menschen nahmen am 6. Juni am gemeinsamen Online-Gottesdienst des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) teil, der aus der Christuskirche Dortmund und der EFG Berlin-Schöneberg übertragen wurde. Bis Montagmittag gab es mehrere tausend weitere Zugriffe auf YouTube.

Zahlreiche Bundesgemeinden beteiligten sich am Sonntag am Gottesdienst zum Jahresthema „Dich schickt der Himmel“. Moderation (Pastorin Lea Herbert) und Predigt kamen aus der EFG Berlin-Schöneberg, die Musik gestalteten Jan Primke und Band in der Christuskirche in Dortmund. BEFG-Pastorin Katrin Laug von der Erlöserkirche in Gelsenkirchen und Autor, Journalist und Pastor Andreas Malessa zeigten in ihrer Predigt über Johannes 20,19-22, was es für Christen bedeutet, zu den Menschen gesandt zu sein. Katrin Laug machte deutlich, dass für die Sendung Jesu kein Leistungsnachweis nötig sei: „Jesus schickt uns, sendet dich! Auch mit deinen Wunden, Narben und Zweifeln. Du hast etwas zu geben in deinem Leben, auf deine Weise, an deinem Ort – und zwar jetzt und heute. Nicht erst morgen oder nächstes Jahr, wenn die Pandemie rum ist.“ Andreas Malessa betonte, der auferstandene Christus berufe nicht zuerst die Begabten, sondern er begabe die Berufenen: „Was uns menschlich Ungeschickte, aber göttlich Gesandte in die Welt hinein sendet, aus den eigenen Traditionskammern und Überzeugungszimmern herausholt und zu den Menschen schickt – ist Gottes guter Heiliger Geist. Kraftvoll wie die Schöpfung, liebevoll wie eine tröstende Mutter, besonnen wie der gute Hirte Jesus Christus.“###3_IMAGES###

In drei Videoclips wurde im Gottesdienst gezeigt, wie Gemeinden den Sendungsauftrag Jesu in ihrem Umfeld leben. So erreicht das Jesus-Projekt in Rottenburg mit seiner Pfadfinderarbeit viele Familien. „Mittlerweile sind wir eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam ihren Glauben leben“, so Gemeindegründerin Hanna Pusch in der Reportage. In der Christus-Gemeinde Magdeburg haben zahlreiche Menschen aus dem Iran und Afghanistan ein geistliches Zuhause gefunden. Und die Kreuzkirche Oldenburg erreicht die Menschen im Umfeld der Gemeinde mit zahlreichen Aktionen wie einem Pilgerpfad.

Während der Übertragung lief auf YouTube ein Live-Chat, in dem viele Menschen sich dankbar für diese Form der Bundesgemeinschaft zeigten. So schrieb eine Zuschauerin: „Überwältigend, so viele gleichzeitig in einem Gottesdienst!“ Eine andere schrieb: „So eine große Gemeinschaft, ich bin überwältigt!“ Eine Zuschauerin beschrieb den Gottesdienst als „Rundum-Versorgung und allerbest-mögliche Gemeinschaft“. Und ein Zuschauer schrieb, er wünsche sich „Bundesgemeinschaft im Bundesgottesdienst“ drei bis vier Mal im Jahr. Und tatsächlich wird die Online-Bundesratstagung des BEFG vom 5. bis 7. November mit einem Bundesgottesdienst abgeschlossen. ###3_IMAGES###

2.200 Geräte waren während der Übertragung zugeschaltet. „Darunter waren vielen Gemeinden, die den Gottesdienst in ihren Häusern zeigten“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba.

„Deshalb schätzen wir, dass während der Übertragung 7.000 bis 8.000 Menschen dabei waren. Mit denen, die danach zugeschaltet haben, waren wir eine ‚fünfstellige Gottesdienstgemeinschaft‘. Für dieses starke Zeichen der Verbundenheit inmitten der Einschränkungen durch Corona sind wir dankbar!“ Hier zeige sich, wie der Bund gemeinsam in der Sendung Jesu unterwegs ist. „800 Ortsgemeinden bringen den Menschen in ihrem Umfeld die gute Botschaft, und als Bundesgemeinschaft unterstützen wir uns bei diesem Auftrag gegenseitig.“

Gottesdienst noch einmal anschauen

Passgenau, vergleichbar, schneller: neues Vermittlungsverfahren

Eine Gemeinde sucht eine neue Pastorin. Ein Pastor sucht eine neue Gemeinde. Sie alle wenden sich an den Berufungsrat, damit dieser bei der Vermittlung hilft. Dafür wurde jetzt ein neues Verfahren entwickelt. Udo Hermann (UH), Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde, Personalreferent Thomas Seibert (TS) und Dr. Matthias Walter (MW), Vorsitzender des Vertrauensrats der Pastorenschaft, stellen es in einem Interview mit Julia Grundmann (JG) vor.

JG: Zur Stellenvermittlung von Ordinierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen (OM) innerhalb unseres Bundes gibt es jetzt ein neues Verfahren. Warum?

UH: Das bisherige Verfahren hatte drei wesentliche Schwachstellen: Die erste war, dass die Profile von Gemeinden und Ordinierten Mitarbeitenden einfach nicht vergleichbar waren. Die zweite war die Aussagekraft beziehungsweise Widersprüchlichkeit der Profile. Gerade bei Gemeinden mussten wir oft in zahlreichen Gesprächen ermitteln, was sie eigentlich wirklich wollen. Die dritte Schwachstelle war der Zeitfaktor. Der Berufungsrat als Vermittlungsstelle traf sich alle sechs bis acht Wochen. In der Zwischenzeit ruhte das Verfahren. Das wollten wir besser machen.

JG: Ein zentrales Element bei dem Verfahren ist ein „Rollenset“, bestehend aus 28 Spielkarten. Auf jeder dieser Karte steht eine Rolle, wie zum Beispiel „Talentscout“, „Prediger/in“ oder „Grenzgänger/in“. Unter der Rollenbezeichnung gibt es jeweils drei Sätze, die Verhalten beschreiben, welches mit dieser Rolle einhergeht. Bei „Prediger/in“ steht unter anderem „Hat eine außergewöhnliche Redebegabung (inhaltlich und rhetorisch)“, bei „Grenzgänger/in“ steht „Ermahnt und erinnert die Gemeinde regelmäßig an ihre soziale Verantwortung“. Was hat es mit diesem Kartenset auf sich?

TS: Die Rollen sind Bilder, die beschreiben, mit welchen Stärken und Schwerpunkten man Ordinierte Mitarbeiterin oder Ordinierter Mitarbeiter sein kann. Um diese Bilder zu nutzen haben wir sie auf Spielkarten drucken lassen. Die suchenden Gemeinden und Hauptamtliche auf der Suche nach einer neuen Stelle haben die Aufgabe, diese 28 Karten in eine Reihenfolge zu bringen. Die ersten Karten beschreiben besondere Stärken, die letzten Karten, was weniger wichtig ist. Ganz neu an diesem Verfahren ist es, dass alle Beteiligten mit denselben Begriffen und Definitionen arbeiten. Das bietet für die folgenden Berufungsgespräche sehr konkrete Themenstellungen über die gesprochen werden muss.

MW: Da, wo Kolleginnen und Kollegen das Rollenset schon kennengelernt haben, hören wir von vielen: Das hat richtig Spaß gemacht. Es ist eine tolle Methode, sich gründlich zu reflektieren. Diese konkret beobachtbaren Beschreibungen sind für viele eine große Hilfe, um sich selber richtig einzuschätzen. Unser Wunsch als Vertrauensrat wäre, dass die Gemeinden sich in gleicher Weise auf diesen Prozess einlassen. Das stelle ich mir natürlich ungleich schwieriger vor, weil statt einer Person ganze Gemeindegruppen solch ein Profil-Ranking, ein gemeinsames Verständnis von Aufgaben und Erwartungen, erstellen müssen. Doch so können falsche Erwartungen vermieden werden!

TS: Die ersten Erfahrungen zeigen, dass dieses Modell auch bei Gemeinden sehr positiv wahrgenommen wird. Gerade die Geschichte mit den Karten gibt dem Ganzen etwas Spielerisches, ohne dass es zu einer Spielerei wird. Wir erleben, dass Gemeinden dadurch motiviert werden, mit einem hohen Maß an Ernsthaftigkeit ganz konkret darüber zu sprechen: Wen brauchen wir eigentlich?

JG: Wenn Ihr durch die festgelegten Begriffe die Vergleichbarkeit erhöht, leistet Ihr quasi eine Art Übersetzungsarbeit?

UH: Das stimmt, durch diese formulierten Verhaltensanker gibt es eine gemeinsame Sprache – die auch uns als Berufungsrat hilft, für die Gemeinden geeignete Hauptamtliche zu finden.

JG: Hilft diese gemeinsame Sprache denn auch dabei, Widersprüchlichkeiten in den Profilen aufzudecken?

UH: Ja, neu bei dem Verfahren ist auch die Prozessbegleitung – sowohl für Gemeinden als auch für Ordinierte Mitarbeitende. Sobald beide Parteien mithilfe des Rollensets die Grobsortierung abgeschlossen haben, gibt es Gespräche mit geschulten Begleiterinnen und Begleitern, die schauen, ob das, was da entwickelt wurde, stimmig ist. Die verschiedenen Rollen unterscheiden sich zum Beispiel in ihren Werten oder in der Persönlichkeit. Nicht jede gewünschte Kombination ist möglich. Am Ende der Begleitung sollte bei den Pastorinnen und Diakonen klar sein, was ihre Stärken und Schwächen sind und bei den Gemeinden, dass es stimmig ist, was sie anfordern. Dieser begleitete Prozess erhöht die Aussagekraft deutlich.

JG: Die Beteiligten müssen erst das Rollenranking vornehmen, sich dann mit ihrer Prozessbegleitung verständigen und schließlich ihre Unterlagen an den Berufungsrat senden. Zeit scheint mir dadurch nicht gewonnen zu sein, oder?

UH: Das ist für die gründliche Vorarbeit richtig. Das Ganze ist Element eines geistlichen Prozesses, bei dem alle Beteiligten versuchen, zu hören, ob eine Platzanweisung Gottes zu erkennen ist. Im konkreten Verfahren gewinnen wir Zeit. Die Unterlagen sind viel kürzer als beim alten Verfahren. Ein erster Abgleich kann sogar durch eine Datenbank vorgenommen werden. Zudem wird sich der Berufungsrat in Zukunft alle zwei, drei Wochen online treffen, die eingegangenen Ergebnisse miteinander vergleichen und so viel schneller Gemeinden und Stellensuchende einander zuordnen.

JG: Das neue Vermittlungsverfahren gilt ab sofort und ist sogar schon angelaufen. Was wünscht Ihr Euch in diesem Zusammenhang für die nahe Zukunft?

UH: Ich hoffe auf eine hohe Beteiligung! 60 bis 70 Prozent aller Berufungen laufen bisher über den Berufungsrat. Wir hoffen, dass es mehr werden. Die Gemeinden haben natürlich weiterhin die Möglichkeit, auch auf anderen Wegen nach neuen Mitarbeitenden zu suchen. Aber dieses neue Verfahren hilft Gemeinden bei der Klärung, in welche Richtung es gehen soll. Es ist passgenau, geht schnell und spart am Ende viel Frust, der sonst auf beiden Seiten entstehend kann, wenn Gemeinde und Diakonin oder Pastor nicht zusammenpassen.

MW: Im Bund haben wir hier wirklich etwas Gutes entwickelt – sowohl für die Hauptamtlichen als auch für die Gemeinden!

Seiten