Bund Ev.-Freikl. Gemeinden

Partizipation – ein Kinderrecht

Vom 20. bis 22. September 2019 trafen sich rund 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelisch-Freikirchlichen Kindertagesstätten (AGEF KITA) im Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide im niedersächsischen Barendorf.

Den ersten offiziellen Programmpunkt bildete am Freitagabend die Mitgliederversammlung. Auf der Tagessordnung standen neben den üblichen Regularien wie Bericht und Entlastung des Vorstandes auch Themen wie die Öffentlichkeitsarbeit der AG mit der Homepage und dem Projekt „AGEF-Kitas in Deutschland stellen sich vor“, Datenschutz und die Berichte aus den jeweiligen Regionalgruppen.

Neben dem informellen Austausch während der Mahlzeiten, an den Abenden im „roten Salon“ des ehemaligen Gutshofes und zwischen den thematischen Einheiten, stand das diesjährige Tagungsthema „Partizipation“ im Mittelpunkt. Henrike Weßeler, Diplom Sozialpädagogin und Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung, hielt ein Impulsreferat, indem sie darstellte, dass Partizipation (Teilnahme, Anteil haben) ein Menschen- und Kinderrecht ist. Beteiligung beginnt mit Mitwirkung, Information, Teilhabe und Mitbestimmung und reicht bis zur Selbstbestimmung und -verwaltung. Sie ist ein Beitrag zur Demokratiebildung und eine Hinführung zum gesellschaftlichen Engagement. An das Referat schloss sich am Samstagvormittag ein zweistündiges sogenanntes Open Space (Weltcafé) an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich zu etwa gleichen Teilen aus Einrichtungsleiterinnen und Trägervertretern zusammensetzten, hatten dazu Fragen gesammelt, zum Beispiel zu „Chancen und Grenzen von Elternpartizipation“, zu der „Partizipation im Licht der Bibel“ oder zu der Frage „Wie können Eltern und Team an der Arbeit der Träger partizipieren?“ In je sechs Kleingruppen wurde dazu intensiv diskutiert und Ideen und Anregungen ausgetauscht.

Ein besonderes Highlight war eine Stadtführung durch Lüneburg am Samstagabend. Begleitet von zwei ausgebildeten Märchenerzählern ging es durch die Altstadt, in der an unterschiedlichen Orten deutsche und internationale Märchen zum Besten gegeben wurden.

Als Abschluss besuchten die Tagungsgäste am Sonntagmorgen einen Kita-Familiengottesdienst der EFG Lüneburg, deren Kita ebenfalls Mitglied der AG ist.

Die nächste Jahrestagung 2020 findet vom 17. bis 20.9.20 in Elstal statt. Aufgrund der Nähe zur Bundeshauptstadt wird die Tagung bereits einen Tag früher, also am Donnerstag, starten.

Steh auf und leuchte

Am 4. November fand der Baptistische Weltgebetstag statt. Annette Grabosch vom Forum Frauen im BEFG hat ihn in der EFG Wetter-Grundschöttel erlebt und berichtet.

Am ersten Montag im November wird in vielen baptistischen Gemeinden weltweit der Baptistische Weltgebetstag der Frauen gefeiert. Dieser Tag vereint Frauen auf allen Kontinenten im Gebet und hat, wie auch der Ökumenische Weltgebetstag, eine lange Tradition.

Unter dem Thema „Steh auf und leuchte – Wenn wir aufstehen und dienen leuchtet Er durch uns“ stand in diesem Jahr ein Text aus Matthäus 20, 20-28 – der Streit um die Ehrenplätz neben Jesus – im Mittelpunkt der Bibelarbeit. In der Sorge um ihre Söhne Jakobus und Johannes stellt ihre Mutter Jesus die Frage nach der späteren Belohnung in Gottes Reich. Wenn die beiden so viel tun und sich einbringen, werden sie dann auch einmal den richtigen Platz in Gottes Reich, den direkten Platz neben Gott, bekommen? Eine verständliche Frage, die auch unserem menschlichen Denken nicht fremd ist. Doch die Antwort von Jesus verändert die Maßgabe und damit auch den Blickwinkel auf das Dienen. Jesus selber macht sich zum Diener: mit Taten und Worten. In letzter Konsequenz auch mit seinem Leben.

In der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Wetter-Grundschöttel waren an diesem Nachmittag etwa 25 Frauen zusammengekommen, um darüber ins Gespräch zu kommen, wie das „Dienen“ in ihrem Leben ausgesehen hat und heute noch aussieht. „Dienen“ ist das, was viele von ihnen in den Gemeinden und anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten – oft über persönliche Grenzen und Belastungen hinaus – über viele Jahre getan haben und heute immer noch mit Hingabe tun, soweit es ihnen aus alters- und gesundheitlichen Gründen möglich ist. Doch auch die Freude an den Aufgaben und Diensten wurde hervorgehoben und das Gefühl, beschenkt worden zu sein.

Im Austausch wurde deutlich, wie vielfältig die Gaben waren, mit denen jede der Frauen den Menschen in ihrem Umfeld begegnet ist und ihren Dienst getan hat. Von der Musik über die Gruppenleitungen und Themen- oder Stundenvorbereitung, von den unterschiedlichen Aufgaben in der Gemeinde über die seelsorgerliche Begleitung einzelner bis hin zur konkreten, praktischen Nachbarschaftshilfe. Im Fokus stand dabei die Weitergabe der Liebe Gottes an den Nächsten, die Begegnung und der Aufbau von Beziehungen sowie der Austausch über die persönlichen Erfahrungen im eigenen Glauben.

Der Baptistische Weltgebetstag verbindet die Frauen an diesem Tag im Gebet weltweit und weitet den Blick auf die unterschiedlichsten Lebenssituationen von Frauen. Auf allen Kontinenten wird für Frauen und deren Familien, die unter Verfolgung, Unterdrückung und jedweder Form von Gewalt leiden, gebetet. Die politischen und finanziellen Zustände in den einzelnen Ländern sowie die Berufung von Mitarbeiterinnen in unterschiedliche (Führungs-)Positionen werden ebenfalls aufgegriffen. Wichtig waren an diesem Nachmittag auch die persönlichen Anliegen der Teilnehmerinnen, die im Gebet vor Gott gebracht und miteinander getragen wurden.

Die Kollekte an diesem Tag war für Projekte in Trinidad und Tobago, Grenada und Lateinamerika bestimmt. Mit der Unterstützung von geschulten Mitarbeitern werden hier die Frauen in unterschiedlichen Aufgaben und Berufen ausgebildet und so befähigt selbstständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Durch diese Maßnahmen wird ihnen und ihren Kindern ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben ermöglicht.

Vorstand gewählt

Bei ihrer Komiteesitzung vom 11. bis 13. November 2019 in Stein haben die Delegierten des Weltgebetstags-Komitees turnusgemäß nach vier Jahren einen neuen Vorstand gewählt. Wiedergewählt wurde Ulrike Göken-Huismann. Zur Wahl stellten sich außerdem Mona Kuntze und Iris Pupak.  
 
Vertreterin der Evangelischen Frauen im Vorstand ist Pupak. Als Diplom-Sozialpädagogin ist sie bei der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland zuständig für den Weltgebetstag. Ihre Arbeit für den Weltgebetstag begleitet die 60 Jährige bereits seit 19 Jahren. Für Pupak ist der Weltgebetstag eine Bewegung in der sie jedes Jahr über die Welt, Frauen und Religion viel lernen kann. Pupak war bereits von 2007 bis 2011 im Vorstand des Weltgebetstagskomitees. „Ich freue mich über die Wahl und auf die uns bevorstehende Zeit“, sagt Pupak.  
 
Kuntze ist Mitglied des Forum Frauen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Somit vertritt sie im Vorstand des Weltgebetstags die kleinen Kirchen und Religionsgemeinschaften. Sie ist schon seit fünf Jahren im Komitee des Weltgebetstags. Daneben engagiert sich die 44 Jährige in ihrer Heimatgemeinde der Freikirchlichen evangelischen Gemeinde Soest und im Vorstand des Christinnenrats. „Der Weltgebetstag – eine weltweite ökumenische Basisbewegung: ich freue mich auf die Vorstandsarbeit, die auf dem Hintergrund der multilateralen Ökumene sowohl die Arbeit an der Basis als auch die weltweiten Bezüge im Blick zu haben hat.“  
 
Göken-Huismann ist im Bundesvorstand der Katholischen Frauen Deutschlands (kfd). Seit vier Jahren ist sie als Vertreterin der römisch-katholischen Frauengemeinschaft im Vorstand und wurde nun wiedergewählt. Antrieb für ihr Engagement ist für die Delegierte der kfd immer wieder  die Selbstverpflichtung der kfd, die Tradition des Weltgebetstages in besonderer Weise zu pflegen und weiterzugeben. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und bin gerne bereit, in den nächsten vier Jahren an der Zukunftsfähigkeit des Weltgebetstags mitzuarbeiten“, sagt die 58 Jährige.
 
Der Vorstand des Weltgebetstags ist ökumenisch und setzt sich aus vier Personen zusammen. Cornelia Trommer-Klimpke ist als Liaison-Person die Verbindung zum Internationalen Weltgebetstagskomitee. Sie wurde 2018 für sechs Jahre gewählt. Sie ist von der evangelisch-methodistischen Kirche in das Weltgebetstagskomitee gesandt. 
 
„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand und wünschen ihnen für ihre Arbeit Gottes Segen“, sagt Dr. Irene Tokarski, Geschäftsführerin des Weltgebetstags der Frauen – Deutsches Komitee. „Wir müssen in den nächsten Jahren auf die veränderte Situation der deutschen Kirchen reagieren, und gemeinsam den Weg in die Zukunft ohne Volkskirchen ebnen. Das ist eine große und wichtige Aufgabe.“
 
Die langjährigen Vorstandsmitglieder Luise Schröder und Sylvia Herche haben sich nach neun beziehungsweise vier Jahren aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen. In ihrer Vorstandszeit haben sie unter anderem den Relaunch des Materials begleitet. 

Der Weltgebetstag

Der Weltgebetstag ist die weltweit größte Basisbewegung christlicher Frauen. Der Gottesdienst wird jedes Jahr am ersten Freitag im März in mehr als 120 Ländern rund um den Globus gefeiert. 2020 steht der Weltgebetstag unter dem Motto „Steh auf und geh!“ und kommt von Frauen aus Simbabwe. Die Komiteesitzungen finden zweimal im Jahr statt. Sie sind die offiziellen Mitgliederversammlungen des Weltgebetstags. Darin beschließen die Delegierten unter anderem die Übersetzung des Gottestdiensttextes, den Vereinshaushalt und die Spenden- und Kollektenverwendung. Im deutschen Weltgebetstagskomitee sind Frauen aus 12 Mitgliedsorganisationen und 9 Konfessionen vertreten.

Guckt über den Tellerrand!

Ein intensives und ermutigendes Wochenende haben 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Christlichen MS-Netzwerkes vom 18. bis 20. Oktober im optimal barrierefreien Dünenhof in Cuxhaven erlebt. Ein persönlicher Bericht von Dr. Andrea Wiedner.

„Es war eine Zeit, die ich einfach genießen konnte mit der Gemeinschaft, den stärkenden Impulsen und der guten Verpflegung“, so das Fazit einer Teilnehmerin. „Das Thema ‚Über den Tellerrand geguckt‘ tat mir so gut“, war ein weiterer Kommentar. Das Referentenehepaar, die Pastoren Heike Beiderbeck-Haus und Christoph Haus, halfen bei diesem Blick über den Tellerrand. Christoph Haus, der Generalsekretär von EBM INTERNATIONAL, nahm uns mit hinein in seine Begegnungen mit Menschen in Afrika, Lateinamerika und Indien. Er zeigte uns, wie Menschen in anderen Kulturen ihren Glauben leben, wie sie trotz schwerer Lebensbedingungen froh und lebendig Gottesdienst feiern, in Armut und Problemen eine große Gelassenheit ausstrahlen, voll Gottvertrauen sind und eine ansteckende Freude und Hoffnung haben. Selbstverständlich werde das Wenige, das zur Verfügung steht, geteilt, wie zum Beispiel bei der Versorgung von Flüchtlingen oder bei der täglichen Ausgabe von einem Ei und einem Glas Milch an Straßenkinder. Kleine Beiträge, die doch einen entscheidenden Unterschied machen und positiv und verändernd in die Gesellschaft hinein wirken. Genauso natürlich und selbstverständlich werde vom eigenen Glauben an Jesus Christus erzählt, in die Gemeinden und Gottesdienste eingeladen. Sogar in Minderheitssituationen wie in Indien, wo der christliche Glaube unterdrückt werde, werden Gottesdienste und Predigten per Lautsprecher außerhalb des Gemeindegebäudes übertragen. So wie es die Hindus und Muslime eben auch tun. Man verstecke sich nicht.

Interessante und herausfordernde Einblicke! Dabei gelte es nicht, die Art, den Glauben zu leben, einfach zu kopieren, sondern zu verstehen, was im Kern dahinter stecke, um die eigenen Konsequenzen zu ziehen. Dazu ermutigte uns Christoph Haus gerade auch mit den Einschränkungen einer chronischen Erkrankung. Der Glaube an Jesus Christus weite den Blick, sehe auch den anderen, gebe Hoffnung und Mut, das eigene Wenige einzubringen, aus dem ein großer Segen wachsen könne. „Keiner hat alles, niemand hat nichts, jeder hat etwas.“ Dieses Zitat aus Indien zog sich auch ermutigend durch den abschließenden Gottesdienst über den Bibeltext der Brotvermehrung aus Johannes 6. Jesus habe seine Jünger bei der Speisung der 5000 bewusst mit einbezogen, in dem sie ihren Beitrag leisten sollten, der zugegebenermaßen winzig war. Im Vertrauen auf Gott, der sich in der eigenen Glaubensgeschichte schon als mächtiger Helfer und Retter gezeigt habe, und durch sein wunderbares Eingreifen wurden alle satt. Und so teilten wir in der gemeinsamen Feier des Abendmahls auch Brot und Wein und konnten Segensworte empfangen. Eine intensive Gemeinschaft, in der Christus spürbar anwesend war.

Über den Tellerrand schauen konnten wir aber auch im Ausprobieren und Entdecken von Neuem. Heike Beiderbeck-Haus bot einen Workshop „Praying in Color“ an, eine malerische Form des Gebetes. In einer spielerisch-meditativen Art konnten wir zur Stille und ins Gespräch mit Gott finden, unser Gebet in Farben ausdrücken und so sichtbar machen. Eine wertvolle Erfahrung für alle, die sich darauf eingelassen haben. Auch das von Heike Beiderbeck-Haus geleitete Abendgebet, „das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“, brachte uns mit einer eher ungewohnten, jesuitischen Liturgie in Berührung, die dazu verhalf, den Tag zu überdenken und an Gott mit allem Erlebten abzugeben.

Ein besonderer „Leckerbissen“ war der locker-musikalische Lese-Abend mit einem kleinen Revival der Band „Munterholl’n“. Leicht und locker und doch mit Tiefe und Inhalt in den Liedtexten und passenden Anekdoten, Geschichten und Gedichten, die schmunzeln ließen, herausforderten und berührten.

Dankbar blicken wir auf ein bereicherndes Wochenende zurück, das uns den Horizont geweitet hat, uns durch Gottes Nähe und Gegenwart beschenkt hat und uns mit neuer Kraft, Freude und Hoffnung in den Alltag zurückkehren lässt.                           

Suchet der Stadt Bestes

Auf Anregungen aus der Bundesgemeinschaft hin empfiehlt der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) seinen Gemeinden, im Gottesdienst am 10. November gemeinsam für die Bewahrung der Schöpfung zu beten.

„Als Christinnen und Christen wollen wir für unseren Nächsten, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt einstehen und verantwortlich handeln“, heißt es im Gebetsaufruf des Bundes. In Anlehnung an Jeremia 29,7 „Suchet der Stadt Bestes […] und betet für sie zum HERRN“ wird vorgeschlagen, für die Bewahrung der Schöpfung und für die Mitmenschen zu beten. Dabei sei der Nächste und „der Stadt Bestes“ nicht immer eindeutig zu erkennen. „Vor diesem Hintergrund wollen wir unseren allmächtigen Gott um Bewahrung der Schöpfung, Reparatur der verursachten Schäden und eine Gesinnung zur Erhaltung und Förderung von Menschheit, Flora und Fauna auf unserer Erde bitten“, heißt es weiter.  

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba benennt das Grundanliegen: „Insbesondere in der kommenden Adventszeit erinnern wir uns daran, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er uns seinen Sohn Jesus Christus gab, damit wir nicht verloren gehen, sondern Leben haben – jetzt und in Ewigkeit. Deshalb wollen wir uns auch für den Erhalt der Erde und das Leben einsetzen.“

100 Jahre Weimarer Reichsverfassung

Darf der Staat einer kirchlichen Institution vorschreiben, eine Mitarbeiterin ohne Kirchenmitgliedschaft einzustellen? Und wie weit reicht das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen? Diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmenden am 25. und 26. Oktober bei einem Symposium.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Weimarer Reichsverfassung luden die Theologische Hochschule Elstal und die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal ein, baptistische Perspektiven auf das Verhältnis von Staat und Kirche zu zu sichten und zu diskutieren. Dabei wurde nicht nur gezeigt, wie die damaligen Kirchenartikel der Weimarer Verfassung zustande kamen, sondern auch an einem aktuellen Beispiel verdeutlicht, dass das Verhältnis von Staat und Kirche in der Bundesrepublik Deutschland weiterentwickelt werden muss.

Die Weimarer Reichverfassung stellte eine große Zäsur da: Als demokratische Verfassung gewährleistete sie nicht nur die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität und Grundrechte wie die Gleichstellung von Frauen, sondern auch die Trennung von Staat und Kirche. Die Kirchenartikel der Weimarer Reichsverfassung haben Eingang in das deutsche Grundgesetz gefunden und sind nach wie vor gültig. Sie ermöglichen Religionsgemeinschaften, als Körperschaften des öffentlichen Rechts gewisse Sonderrechte auszuüben. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen erlaubt es ihnen zum Beispiel, dass für sogenannte verkündigungsnahe Aufgaben in kirchlichen Einrichtungen ausschließlich Personen eingestellt werden, die Mitglied einer bestimmten christlichen Kirche sind.

„In Deutschland haben wir weder eine Staatskirche noch eine völlige Trennung von Staat und Kirche. Vielmehr entspricht das Verhältnis einer wohlwollenden Neutralität des Staates gegenüber den in ihm tätigen Religionsgemeinschaften“, so Dr. Jacob Joussen, Professor für bürgerliches Recht sowie deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Bochum. An einem exemplarischen Fall verdeutlichte er ein verstärktes staatliches Engagement in Religionsfragen. Frau E. hatte sich bei einem kirchlichen Werk beworben und wurde abgelehnt. Sie klagte dagegen. Nach mehreren gerichtliche Instanzen erhielt sie 2018 Recht. Die Tätigkeit sei nicht verkündigungsnah und erfordere somit keine Kirchenmitgliedschaft. Einerseits hat in diesem Fall ein staatliches Gericht in das kirchliche Selbstbestimmungsrecht eingegriffen, andererseits fand eine Abwägung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts mit dem Diskriminierungsrecht statt.###3_IMAGES###„In unserer pluralistischer gewordenen Gesellschaft sind die alten Regelungen des Staats-Kirchen-Rechts einfach nicht mehr zukunftsfähig“, so Prof. Dr. Ralf Dziewas von Theologischen Hochschule Elstal: „Die Mehrheit der Bevölkerung stellt die staatliche Förderung des kirchlichen Lebens mehr und mehr in Frage und der Islam kennt keine den Kirchen vergleichbaren Institutionen. Deshalb müssen in vielen Bereichen neue Konzepte für das Miteinander von Staat, Kirchen, Freikirchen und Religionsgemeinschaften entwickelt werden."

Dr. Erich Geldbach, emeritierter Professor für Ökumene und Konfessionskunde an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bochum, stellte die Geschichte der Weimarer Reichsverfassung vor und formulierte ebenfalls Anfragen an das deutsche Modell. Dr. Oliver Pilnei, der Leiter der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal, stellte baptistische Thesen zum Verhältnis von Staat und Kirche vor, die im Anschluss mit Angelica Dinger, Theologin und Leiterin des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD, Jürgen Klute von der Partei DIE LINKE und Clemens Breest von den Grünen diskutiert wurden. Eine These beschreibt beispielsweise die Grenzen staatlichen Handelns zugunsten der Religionsgemeinschaften. So sei es beispielsweise problematisch, wenn der Staat die Religionszugehörigkeit zur Erhebung von Kirchensteuern speichere. Andere Thesen widmen sich zum Beispiel dem Religionsunterricht und der Frage nach der Legitimität von theologischen Fakultäten an staatlichen Hochschulen. Die Thesen, die ein Arbeitskreis im BEFG erarbeitet hat, werden auf Grundlage der Rückmeldungen und Diskussionen weiterentwickelt.

„Als Baptisten- und Brüdergemeinden im BEFG fühlen wir uns verpflichtet, für Religionsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche einzutreten“, erinnerte Generalsekretär Christoph Stiba und verwies auf Julius Köbner, einen Mitbegründer der deutschen Baptisten, der bereits 1848 schrieb: „Wir behaupten nicht nur unsere religiöse Freiheit, sondern wir fordern sie für jeden Menschen, der den Boden des Vaterlandes bewohnt, wir fordern sie in völlig gleichem Maße für alle, seien sie Christen, Juden, Mohammedaner oder was sonst.“ Eine Gestaltung der Trennung von Staat und Kirche, die dem gewachsenen religiösen Pluralismus in unserem Land Rechnung trägt, sei weiter zu bedenken.

Vor vier Jahren fand bereits ein Symposium zur weltweiten Wirkung und ökumenischen Rezeption der reformatorischen Rechtfertigungslehre statt. Im Anschluss wurde das Sammelband „Aus Glauben gerecht“ veröffentlicht.

Die 95 Thesen und „I have a dream“

Der eine ging mit seinen 95 Thesen in die Geschichte ein, der andere wurde durch seine Rede „I have a dream“ unsterblich: Martin Luther und Martin Luther King trennen Kontinente und Jahrhunderte, aber einiges haben der weiße Reformator und der schwarze Bürgerrechtler auch gemeinsam.  

Es fing damit an, dass der 35-jährige Prediger Michael King im Jahr 1934 zum Weltkongress der Baptisten nach Berlin fuhr und dort mit den Lehren Martin Luthers in Berührung kam, die ihn stark beeindruckten. Zurück in Atlanta, gab er sich selbst und seinem fünfjährigen Sohn Michael King jr. einen neuen Vornamen: Martin Luther. Dass Martin Luther King sr. den Junior auch nach Martin Luthers Lehren erzogen haben dürfte, liegt nahe.

Beide haben sie gesellschaftliche Veränderungen, ja, Umwälzungen in Gang gesetzt, der Reformator ebenso wie der Bürgerrechtler: Martin Luther befreite die Menschen aus der autoritären Bevormundung durch die Kirche – seine Übersetzung der bislang nur in Griechisch und Lateinisch vorliegenden Bibel ins Deutsche, ihre Verbreitung durch die neu entstandene Drucktechnik und die in der Folge entstandene Lesekompetenz im Volk haben auch die allgemeine Bildung und Mündigkeit der Bürger befördert. 450 Jahre später befreit Martin Luther King jr. die Schwarzen, die Armen, die Benachteiligten Amerikas aus der Bevormundung durch die Tradition und Konvention; er bestärkt und befähigt sie darin, ihre Menschenwürde und ihren Anspruch auf Gleichbehandlung gegenüber dem Staat zu verteidigen.

Kings Rede ermutigt Deutsche auf beiden Seiten der Mauer

1964 kommt Martin Luther King nach Berlin und hält gleich dreimal seine Rede vom amerikanischen Aufbruch als ermunterndes Beispiel: im Westen der Stadt vor 20 000 Menschen in der Waldbühne und am selben Tag auch im Osten der Stadt – erst in der Marienkirche und dann, wegen des großen Andrangs, ein zweites Mal zu nächtlicher Stunde in der Sophienkirche. Er spricht über die Veränderungen, die er mit seinen amerikanischen Brüdern und Schwestern auf der Grundlage von Gewaltfreiheit und Liebe bewirkt hat. Er spricht vom Glauben, der es ermöglicht hat, dass sich ein einzelnes Ereignis zur lokalen Bewegung ausweitete, die auf andere Städte übergriff, von dort aus zu einer Protestbewegung im Süden wurde, die schließlich die schwarze Bevölkerung in den Vereinigten Staaten wachrüttelte und zur Befreiung aus über 400-jähriger Unterdrückung führte. Und er ermutigt auch die Deutschen auf beiden Seiten der Mauer: „Mit diesem Glauben werden wir in der Lage sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir in der Lage sein (…), zusammenzuarbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen zu leiden, zusammen für die Freiheit einzustehen, in dem Wissen, dass wir eines Tages frei sein werden.“ Besonders im Osten der Stadt fanden Kings Worte großen Widerhall. Und einiges spricht dafür, dass Kings Berliner Reden im September 1964 ihn zu einem der Vordenker der friedlichen Revolution gemacht haben, die 25 Jahre später die deutsche Wiedervereinigung bewirkte.

Chormusical erzählt vom Leben und Wirken des schwarzen Bürgerrechtlers

2017 feierten wir Reformationsjubiläum, in diesen Tagen 30 Jahre Mauerfall. Und nachdem im Reformationsjahr das Pop-Oratorium Luther durch Deutschland zog, kommt Anfang 2020 das Chormusical Martin Luther King auf die Bühnen der Republik – beides Projekte der Stiftung Creative Kirche. Beiden ist gemeinsam, dass bei jeder Aufführung ein großer Chor mit Sängerinnen und Sängern aus der jeweiligen Region im Mittelpunkt des Geschehens steht. Das Chormusical Martin Luther King erzählt in einer Mischung aus Gospel, Rock’n’Roll, Motown und Pop, mit bewegenden Melodien und eindrücklichen Texten, vom Leben und Wirken Kings der die Welt verändert hat mit seinem gewaltlosen Einsatz für Menschenrechte und Gleichberechtigung. Er war Baptistenpastor, Friedensnobelpreisträger, ein begnadeter Redner. Und seine Botschaft ist bis heute aktuell.

Tiefer ins Herz Gottes eintauchen

Am Samstag, den 19. Oktober 2019 trafen sich ca. 90 Frauen zum alljährlichen Frauentag der Baptisten- und Brüdergemeinden aus Bayern in der EFG Ochsenfurt.
Elisabeth Malessa, der Frauenbeauftragten des Landesverbands Bayern, war es gelungen, die Amerikanerin Sharon Garlough Brown als Referentin einzuladen. Frau Brown ist Autorin der unter Frauen sehr beliebten Romanreihe „Unterwegs mit dir – vier Frauen auf einer Glaubensreise“. Sie ist derzeit auf Leserreise in Deutschland und hielt am Samstag in Ochsenfurt ihren ersten Vortrag zum Thema: „Tiefer ins Herz Gottes eintauchen“.

Die Frauen erfuhren nicht nur Hintergründe zu Sharons Romanfiguren, sondern auch sehr viel Ehrliches aus ihrem ganz persönlichen Glaubensleben. In überaus ansprechender Art und Weise erklärte sie immer wieder, wie wichtig es sei, die Aussagen der Bibel nicht nur zu wissen, sondern zu erfahren, sozusagen vom Kopf ins Herz rutschen zu lassen.

Der „innere Widerstand“ den die Frauen spürten, als sie einander zusprechen sollten: „Ich bin eine Frau, die von Jesus geliebt wird“ veranschaulichte die Wichtigkeit dieser Aussage.

Am Nachmittag ging es um das Bild, das jede von uns von Gott hat. Frau Brown erklärte uns, wie dieses Bild entsteht und wie prägend unser Gottesbild für unser Glaubensleben ist. Außerdem müsse dieses immer wieder von Gottes Wort korrigiert werden.

Alle teilnehmenden Frauen waren sich einig, dass es wichtig  ist, sich auch in den nächsten Tagen noch weiter mit den Aussagen von Sharon zu beschäftigen und manches, was wir ja wissen, nun auch ganz praktisch zu leben.
Wie gut, dass es auch einen Büchertisch gab, an dem diejenigen, die bisher die Romanreihe nicht kannten, diese gleich erwerben konnten. Schließlich hatte Frau Brown alle neugierig gemacht, ihre Romanfiguren kennenzulernen und noch viel mehr von ihr zu lernen, als das, was man an einem Frauentag weitergeben kann.

Wir danken Gott für allen Segen, den fleißigen Helfenden der Gemeinde Ochsenfurt für den passenden „Rahmen“ und Frau Renate Hübsch, die durch ihre gute Übersetzung dafür gesorgt hat, dass wir alle Sharon Brown verstehen konnten.

Das neue Jahresprogramm ist da!

Druckfrisch ist das Jahresprogramm 2020 der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal bei uns eingetroffen. Sowohl das Cover als auch die Einstiegsseiten der Rubriken haben grafisch eine Auffrischung bekommen. Gerne kann schon in der digitalen Version geblättert werden. Die gedruckten Exemplare werden im Laufe der Woche an die Gemeinden verschickt.

Den sicheren Hafen verlassen – gutes Handwerkszeug an Bord

Die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal bietet vor Ort in den Landesverbänden und Gemeinden für Gemeindeleitungen das Training FÜHREN UND LEITEN an. Zuletzt in der EFG Kiel Wilhelminenstraße unter der Leitung von Annika Jans, Stefan ter Haseborg und Dr. Oliver Pilnei.

Am 27. und 28. September fand das dritte Modul von FÜHREN UND LEITEN statt. 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Landesverband Norddeutschland beschäftigten sich mit dem Thema: Gemeinde führen – Veränderungsprozesse gestalten. Dabei wurde intensiv gearbeitet und diskutiert.

Das Leitungstraining frischte das Repertoire der Teilnehmenden mit aktuellen und praxisbezogenen Methoden auf. Es wurden nicht nur Persönlichkeitsmodelle und Widerstände im Gemeindealltag an konkreten Beispielen erläutert und erprobt, sondern auch wie Menschen in Veränderungsprozessen reagieren, und welches Führungshandeln geeignet ist. „Wer an dem Training teilnimmt, kann auf jeden Fall erwarten, sehr konkretes und gut umsetzbares Handwerkszeug zu erhalten, verschiedene Prozesse in Zukunft bewusster und aktiver zu gestalten“, sagte Nele Saß.

Ehrenamtliche zu gewinnen und für eine nachhaltige Mitarbeit zu fördern und dabei die typisch baptistischen Herausforderungen von einer anderen Perspektive zu verstehen, waren Elemente des Trainings. Carsten Kruse aus Kiel empfand: „Mich hat die gute Kombination in fröhlicher Atmosphäre begeistert.“ Besonders geholfen habe ihm eine Pyramide zur Basis guter Zusammenarbeit, an der sich die Gemeindeleitung selbst reflektiert hat.

Neue Impulse, die Gemeinde zu führen und mit anderen Leitungsteams vernetzt zu sein, ließ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer frohen Mutes gestärkt in ihre Heimatgemeinden zurückkehren.

Weitere Trainings finden auch in anderen Regionen und Landesverbänden statt. Alle Termine und weitere Informationen: www.baptisten.de/ful.

„Aufbruch in die Zukunft“

Das Diakoniewerk der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg feierte am 12. und 13. Oktober sein 50-jähriges Bestehen in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Karlsruhe.

„Ihre Entscheidung trifft den sozialen Nerv unserer Zeit.“ In seinem Grußwort lobte Oberkirchenrat Urs Keller, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Baden, „die weise Entscheidung“ des Diakoniewerks der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg, durch ein Förderprogramm die Diakonie der Gemeinden zu stärken. „Das Lokale gewinnt zunehmend an Relevanz in einer globalisierten Welt“, ergänzte Keller bei der 50-Jahrfeier. Darauf richte sich auch die Sozialpolitik vermehrt aus.

Die Diakonie habe stets auf die Herausforderungen der Zeit reagiert und müsse dies auch weiterhin tun. Prof. Dr. Ralf Dziewas von der Theologischen Hochschule Elstal nannte in seinem Jubiläumsvortrag insbesondere die Digitalisierung als neue Aufgabe. Hier könne das Knowhow junger Menschen genutzt werden. Als Beispiel schlug der Diakoniewissenschaftler und Sozialtheologe eine App vor, die Smartphones seniorentauglicher mache. Zudem sei es erforderlich, „eine an christlichen Werten profilierte, wirtschaftlich tragfähige und technisch innovative diakonische Arbeit zu gestalten“.

Zum 50-jährigen Bestehen des baptistischen Diakoniewerks waren mehr als 100 Gäste gekommen. Es wurde am 4. Oktober 1969 in Stuttgart-Feuerbach gegründet. Vorstandsvorsitzender Holger Gohla erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Einrichtung, die seit über zehn Jahren von Karlsruhe aus geleitet wird und in ganz Baden-Württemberg aktiv ist. Das Diakoniewerk unterhält ein Seniorenwohnhaus in Welzheim im Schwäbischen Wald, aktuell vier psychologische Beratungsstellen in Böblingen, Ludwigsburg, Stuttgart und Tübingen und seit Mai 2017 die Koordinierungsstelle Integration und Flüchtlingsarbeit. Letztere wird maßgeblich von der Aktion Mensch und der Diakonie Württemberg gefördert.

In Workshops wurde ein „Aufbruch in die Zukunft“ gestartet. Hier komme es vor allem auf einen Perspektivwechsel an, sagte Pastor Michael Noss, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Um Neues zu wagen, müsse manchmal Altes beendet werden. „Wir müssen uns bewegen und uns mit den Megatrends unserer Zeit auseinandersetzen“, erläuterte Noss, der auch als Business-Coach aktiv ist. Dazu gehören für ihn etwa eine zunehmende Individualisierung oder sich verändernde Geschlechterrollen. Christen müssen hier „mutig und entschlossen“ vorangehen.

Als neue Möglichkeit diakonischer Gemeindeentwicklung brachte Daria Kraft, die Leiterin der Koordinierungsstelle, gezieltes Fundraising ins Spiel.

Das Diakoniewerk hat sich zum Fachverband für die rund 80 Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg entwickelt und ist die bundesweit einzige Einrichtung dieser Art in der eigenen Kirche.

Ein folgenreicher Traum

Omid Homayouni ist seit 2016 Referent für Integration und Migration im Landesverband Nordwestdeutschland. Jetzt wurde er in der EFG Delmenhorst ordiniert.

Einen außergewöhnlichen Weg in den Pastorendienst hat Omid Homayouni erlebt: Vor sieben Jahren hatte er in Teheran seinen ersten Kontakt zum Christentum. Wie bei vielen iranischen Geschwistern spielte auch bei ihm ein Traum eine wichtige Rolle auf dem Weg zu Jesus hin und Jesus hinterher. Als Konsequenz seiner Entscheidung für Jesus, musste Omid mit seiner Familie im April 2013 nach Deutschland fliehen. In Nordwestdeutschland hat er nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch Baptisten, die ihn auf seinem Weg mit Jesus unterstützt und ermutigt haben. Sie haben schon früh seine Begabungen erkannt und ihn in seinem Engagement gefördert. Seit 2016 ist Omid Homayouni Referent für Integration und Migration im Landesverband Nordwestdeutschland. Im selben Jahr begann er das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP) der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal, das er nach drei Jahren erfolgreich abschließen konnte.

Am 22. September wurde er nun als Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ordiniert. In der EFG Delmenhorst kamen viele Wegbegleiter und Freunde zusammen, aus Nordwestdeutschland und darüber hinaus. Pastor Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung, führte im Auftrag des BEFG die Ordination durch. In seiner Predigt über 1. Mose 28, 10-22 verwies er auf den Traum des Flüchtlings Jakob, der in eine Berufung und Verheißung mündete. Auch Zohreh Niazi Vahdati  aus Dortmund und Pastor Amir Paryari aus Mainz waren vom Leitungsteam der Deutsch-Persischen Gemeindeentwicklung an dem Festgottesdienst beteiligt, der eindrucksvoll zeigte, wie ein deutsch-iranischer Gottesdienst aussehen kann. Dazu gehörten die projizierte Predigtübersetzung, zweisprachige Lieder, Grußworte in beiden Sprachen und ein Vaterunser im Wechsel. Durch den Gottesdienst leitete Christian Richter, Pastor der gastgebenden Gemeinde in Delmenhorst.

Der Landesverbandsleiter Bernd Splettstößer überbrachte die Grüße des Landesverbands Nordwestdeutschland, der der Arbeitgeber des bisherigen Regionalreferenten – nun des Regionalpastors – Omid Homayouni ist. Im Grußwort aus Omids Heimatgemeinde Varel, die ihren Gottesdienst an diesem Sonntag gleich ganz nach Delmenhorst verlegt hatte, zeichneten Edwin Witt und Elke Visser seinen eindrucksvollen Weg in den letzten sechs Jahren nach.

Die Ordination, in der Omid Homayouni und seine Ehefrau Bahareh Hashemi unter den Segen Gottes gestellt wurden, stand unter dem Zuspruch von Paulus an Timotheus: „Deshalb ermutige ich dich dazu, die geistliche Gabe wirken zu lassen, die Gott dir schenkte, als ich dir die Hände auflegte. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“  (2. Timotheus 1,7).

Nach einem Bericht von Elke Visser, Thomas Klammt

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