ERF Plus - Anstoß

Lukas 11,28

Kennen Sie diesen Satz: „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ – Ich habe jede Menge Erfahrung mit ihm: Bei den eigenen Kinder und bei mir selber habe ich das immer wieder beobachtet. Kaum ist man in einer anderen Situation, da scheint es so, als hätten sich die Vorsätze, Ratschläge und Anweisungen von eben in Luft aufgelöst.

Vielleicht auch deshalb sagt Jesus in einer seiner großen Predigten: „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren“, Lukas 11,28.

Es geht Jesus ums Hören und Bewahren. Er sagt: Gut, wem es gelingt, hinzuhören, das Gehörte in sich aufzunehmen und sich daran zu erinnern, wenn es darauf ankommt.

Es gibt jede Menge Situationen, in denen es wichtig ist, dass ich mich an das zu erinnern vermag, was ich von und über Jesus gehört habe. Zum Beispiel wenn ich niedergeschlagen bin und nicht weiter weiß, dann hilft es mir, wenn ich mich daran erinnere, dass Jesus für mich sorgen will. Er kennt und liebt mich auch in meinen trostlosen Umständen. Ein anderes Beispiel: Die Herausforderungen des Tages türmen sich bedrohlich von mir auf. Dann ist es gut zu wissen, dass Jesus Christus mir zugesagt hat, alle Tage bei mir zu sein. Ich bin nicht alleine. Und wenn ich versucht bin, Kompromisse einzugehen, da hilft mir die Erinnerung an Jesus, gute Entscheidungen zu treffen. 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Lukas 1,68

Mein Nachbar hat letzte Woche überraschend Besuch bekommen. Der Bürgermeisterkandidat stand plötzlich vor seiner Tür und wollte mit ihm reden. Natürlich ging es um die Wahl und um die Wählerstimme meines Nachbarn. Aber beeindruckt war der schon über den hohen Besuch. Gut, wir wohnen in einer kleinen Stadt mit knapp 14 tausend Einwohnern. Trotzdem keine Selbstverständlichkeit. Wenn jemand, der vielbeschäftigt ist, sich für einen persönlichen Besuch Zeit nimmt, dann muss er es wohl nötig haben – wie man so schön sagt. Offensichtlich hat Gott es auch nötig, uns zu besuchen. „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.“ So wird Zacharias im Evangelium von Lukas zitiert. „Gott besucht und erlöst sein Volk“ – das muss man sich mal sozusagen auf der Zunge zergehen lassen. Das sprengt doch alle Vorstellungen von Gott, oder? Gott ist doch der Schöpfer des Universums, der Herr über Alle und Alles. Man soll ihn fürchten, ihn verehren und hofft auf seine Gnade. Aber dass Gott uns Menschen nahe kommt, das ist doch eine unglaubliche Vorstellung. Gott ist Mensch geworden. In Jesus Christus. Davon berichtet uns die Bibel. Ein Mensch, der auf dieser Erde gelebt hat. Der hier gelitten hat und von Menschen ermordet wurde. Der auferstanden ist und uns Menschen erlöst hat. Was für eine Botschaft. Gott ist zu Besuch gekommen und er ist geblieben. Vielleicht denken sie dran, wenn es heute an ihrer Tür klingelt. Gott kommt zu mir. Warum? Weil er es will, weil er mir seinen Frieden bringen will. Das muss man nicht verstehen. Man kann es einfach glauben. Dass ihnen das heute gelingt, das wünsche ich Ihnen.

Autor: Stefan Loß

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Psalm 31,6

Vor zwei Wochen stand ich am Reitplatz, um unsere Jüngste abzuholen. Da fuhr mir jemand ins Auto. Der ganze Kotflügel vorne war eingedrückt. Zerknautscht wie ein zerknülltes Blatt Papier. Auch das Rad und die Stoßstange haben etwas abbekommen. Die Versicherung hat zwar schnell zugesagt, sie übernimmt den Schaden. Und doch gestaltet sich danach alles nicht so einfach. Es gibt enge Auflagen für Gutachter, Ersatzwagen usw. Und so musste ich viel hin- und her- telefonieren. Dann bekam ich einen guten Tipp. Einem Kollegen war auch einmal jemand ins Auto gefahren. Er hatte den ganzen Fall komplett seiner Werkstatt überlassen. Und die hat alles geregelt. Er meinte: „Da war die ganze Angelegenheit in guten Händen.“

Wie gut ist es, jemanden zu haben, bei dem ich in guten Händen bin. Im Liederbuch der Bibel, in den Psalmen, heißt es: „In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.“ Mit „Geist“ meint David - von Haus aus Hirte, Musiker und Regierungschef - mit „Geist“ meint er hier wohl sein ganzes Leben. Das befiehlt er ganz und gar dem lebendigen Gott an. Mit all seinen Höhen und Krisen. Selbst Jesus zitiert genau diesen Satz unmittelbar bevor er stirbt (Lk 23,46). Da will ich mich gerne anschließen. Wem sollte ich mich sonst anvertrauen - mit all den Nöten und Freuden meines Lebens. Wem sonst, wenn nicht dem treuen Gott Davids. Bei ihm bin ich in den allerbesten Händen. Genau wie Sie.

Autor: Steffen Brack

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5. Mose 10,21

Auszeichnungen gibt es wie Sand am Meer in unserer Gesellschaft. Für die unterschiedlichsten Dinge: Egal, ob es sich um sportliche Leistungen, gesellschaftsrelevantes Engagement, Entdeckungen aus der Naturwissenschaft oder auch literarische Ergüsse geht. Friedensnobelpreis, Medaillen, Pokale, Urkunden … usw. Sie alle sind Ausdruck der Anerkennung einer ganz besonderen Leistung. Die Menschen, die solches erreicht haben genießen also auch ein besonders Ansehen bei anderen. Wer ein solch hervorragende Leistung erbracht hat, darf sich glücklich schätzen.

Es gibt allerdings eine Sache, die noch weitaus höher zu schätzen ist Ansehen und Anerkennung: Ruhm. Ruhm beruht auf außergewöhnlichen Taten, die nicht messbar sind. Ruhm trägt also einen Teil in sich, der das Rationale übersteigt. Er geht weit über das hinaus, was ein Mensch vollbringen kann. Deswegen will ich Gott rühmen. Er allein hat so viele Dinge getan, die den menschlichen Verstand übersteigen. Erst gestern noch gelesen: Lebewesen in der Tiefsee geben den Menschen bis heute unzählige Rätsel auf. Für Gott ist nichts auf dieser Erde rätselhaft, denn alles hat seinen Ursprung in ihm allein.

Und jetzt will dieser Gott mir Anteil geben an seiner Weisheit. Im 5. Buch Mose Kapitel 10 steht doch tatsächlich folgender Satz: „Der Herr ist dein Ruhm, und er ist dein Gott.“ Klar, hier ist die Rede vom Volk Israel und all den wunderbaren Dingen, die Gott für das Volk getan hat, die rational nicht zu erklären sind. Dieser unerklärliche Gott, ist auch mein Gott.

Ich kann mich nicht meiner Taten rühmen – auch wenn ich Seepferdchen gemacht und ein paar Siegerurkunden bei den Bundesjugendspielen bekommen habe. Aber ich kann mit seiner rühmen. Mein Gott hat unmögliches möglich gemacht. Mein Gott ist unvergleichlich. Mein Gott hat das Wunder der Schöpfung vollbracht. Weil dieser Gott mein Gott ist, darf ich mich glücklich schätzen und jeder, der sich für ihn entschieden hat. Gott allein gebührt die Ehre und er ist mein Ruhm.

Autor: Tobias Schier

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Hiob 31,4

Von allen Personen, die in der Bibel erwähnt werden, gehört Hiob zu den bis heute bekanntesten Persönlichkeiten. Was wohl vor allem an den nach ihm benannten Botschaften liegt: Hiobsbotschaften eben. Bei Hiob war es der Tod seiner Kinder, der Verlust seiner Gesundheit und seines Besitzes. Seine Freunde fragen, was Hiob wohl angestellt haben könnte, um so von Gott gestraft zu werden. Ihre Logik sagt ihnen: wer sich richtig verhält und Gottes Gebote hält, der wird dafür Gutes erhalten. Wer aber Böses tut, der wird von Gott dafür auch gestraft. Doch Hiob hält vehement dagegen. Er beteuert immer wieder, dass er sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Als seinen Kronzeugen dafür ruft er Gott auf mit den Worten: "Sieht er nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte?" Hiobs Argument: wenn Gott alles über mich weiß, dann auch, dass ich nichts Unrechtes getan habe. Und wer das Buch Hiob liest, stellt fest, dass Hiob damit Recht hat. Er ist untadelig und wird dennoch von Gott mit Krankheit und Leid geschlagen. Ich lese daraus zwei Dinge ab. Erstens: Gott ist kein Belohnungsautomat. Gute Tat oben rein und unten kommt ein sorgenfreies Lebens raus. Und zweitens: Niemand sollte aus den Schicksalsschlägen eines Mitmenschen voreilige und zwangsläufige Rückschlüsse ziehen. Tatsache ist vielmehr, dass Dinge geschehen, die Gott zulässt, die sich menschlicher Logik und einfacher Rechenschiebermentalität entziehen. Entscheidend ist für mich an dieser Stelle: Gott sieht meine Beweggründe und meine Motivation, mit denen ich Entscheidungen treffe und Dinge tue. Auch, wenn meine Mitmenschen nicht alles durchschauen und verstehen, Gott tut es und das beruhigt mich. Denn vor ihm muss ich mein Leben verantworten.

Autor: Horst Kretschi

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Richter 2,10

Freiheit gibt es nicht geschenkt. Außer bei Gott. Er führt sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Wurde Israel bislang unterdrückt und hatte es viel zu leiden, kann es sich nunmehr entfalten. Doch die Freude darüber hält gerade mal eine Generation.

„Als von dieser Generation keiner mehr lebte, kam eine andere Generation, die den Herrn weder kannte, noch wusste, was er für Israel getan hatte“, notiert der Schreiber im biblischen Buch der Richter. Stattdessen wendet sich das Volk den Baalen zu, einer Schar von Regionalgöttern mit partiellen Zuständigkeiten, denen schlicht die nötige Größe fehlt. Trotzdem zieht die neue Generation die Baale dem großen Befreier-Gott Israels vor. Die Strafe folgt auf dem Fuße mit Verfolgung und Unterdrückung.

Diese Geschichte aus der Bibel lehrt: Freiheit kann man nicht erben. Freiheit muss man sich immer wieder neu erkämpfen und man muss sie wachhalten. Der Mensch neigt zur Gottvergessenheit und zum Kleinkarierten. Glaube kann einschlafen wie Füße. Gott mahnt sein Volk daher immer wieder aufzustehen und sich daran zu erinnern, dass er es war, der dieses Volk aus der Gefangenschaft befreit hat.

Die Sklaverei für den Menschen heute besteht im Persönlichen aus Abhängigkeiten, aus Süchten, aus Ängsten und im Politischen aus dem Ruf nach einfachen Lösungen oder dem Wunsch nach einem Autokraten, der vermeintlich alles richtig macht.  Schon vergessen? Gott ist ein Gott der Freiheit. Es lohnt sich, nicht kleiner zu denken, sondern genau an Gott und der von ihm geschenkten Freiheit festzuhalten.

Autor: Andreas Odrich

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Hebräer 1,14

„Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als in unserer Philosophie geträumt werden“, lässt Shakespeare seinen Hamlet im gleichnamigen Stück sagen. Er drückt damit eine weit verbreitete Vermutung aus: In dieser Welt gibt es unsichtbare Dinge, die man wissenschaftlich nicht erklären kann.

Ich finde es interessant, dass diese Vermutung bis heute nicht totzukriegen ist. Viele aktuelle Jugendromane und Kinofilme spielen mit dem Motiv, dass geheimnisvoll begabte Superhelden uns Normalsterbliche insgeheim vor Unheil bewahren.

Dabei sind auch Engel immer wieder ein Thema. Auch wenn die Engeldarstellungen in Hollywood-Filmen und die Engelvorstellungen der Esoterik mit der Realität wohl genauso wenig zu tun haben wie die pausbäckigen Engelfiguren auf alten Gemälden.

Aber die Autoren der Bibel sind sich sehr sicher und sehr einig: Engel gibt es wirklich, und sie haben eine Aufgabe. Die wird im Neuen Testament im Hebräerbrief Kapitel 1 Vers 14 so beschrieben:

Alle Engel sind nur Wesen aus der himmlischen Welt, die Gott dienen. Er sendet sie aus, damit sie allen helfen, denen er Rettung schenken will.

Das ist das, was ich für heute über den Raum zwischen Himmel und Erde wissen muss: Gott will alle Menschen retten. Gott weiß, dass wir dabei Hilfe brauchen. Gott beauftragt dazu seine Engel.

Das möchte ich für heute dankbar annehmen. Und ich will mir von Gott gerne helfen lassen, ihn immer besser kennen zu lernen.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Matthäus 21,42

Nein, bequem war er nicht, dieser Zimmermannssohn aus Nazareth. „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“, so seine Worte.  Jesus forderte bedingungslose Nachfolge – deutlich auch in dieser Herausforderung: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Es gibt Leute, denen ist das zu schroff. Sie wünschen sich einen geschmeidigeren Jesus.  Aber es gibt unzählige Zeugen, die bestätigen: „Ich habe mich auf dieses radikale Wagnis – ich habe mich auf Jesus Christus eingelassen. Und ich habe es bis heute nicht bereut.“ Diese Menschen haben erfahren, was es heißt:

„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“

Das heißt: Die, die sich an Jesus Christus stoßen, haben ein echtes Problem. Sie treten zu ihrem Schöpfer in Opposition. Wer sich jedoch auf diesen Jesus einlässt, von dem die Bibel bezeugt: er ist Gottes Sohn, der erlebt etwas Anderes: Plötzlich wird Jesus Christus für mich zum unverrückbaren Eckstein in meinem Lebensgebäude.

Nein, auch ein Leben als Christ ist nicht immer einfach. Gegen Gottes Willen für mich rebelliert manchmal mein Ego. Obwohl ich eigentlich weiß, dass mein Schöpfer es gut mit mir meint.

Doch auch wenn ich mich am Eckstein Jesus Christus manches Mal reibe. Verzichten möchte ich auf ihn, meinen festen Halt, nicht mehr.

Autor: Oliver Jeske

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Jesaja 59,12–13

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, behauptet der Volksmund. Da ist was dran. Wer von sich selbst restlos überzeugt ist, keinerlei Selbstzweifel und keine Skrupel kennt - wie kann man so jemandem helfen? Das gestaltet sich eher schwierig. 

Wir Menschen sind fehlbar, sonst wären wir Maschinen. Als Menschen können wir über uns hinauswachsen, können Großes erreichen - leider erstreckt sich das Talent aber auch auf die andere Seite: Wir können Dinge grandios falsch einschätzen, treffen mitunter verhängnisvolle Entscheidungen, schaden damit uns selbst und anderen. Darauf kann man eigentlich nicht stolz sein - obwohl, auch das soll es geben: Menschen, die sich sogar auf ihre Missgriffe und auf schuldhaftes Versagen etwas einbilden.    

Selbsterkenntnis wäre heilsam. Leider gibt es in der Menschheitsgeschichte genügend Beispiele, dass verblendete Menschen erst dann zur Besinnung kommen, nachdem sie eins vor die Glocke bekommen haben. Beim Volk Israel haben das vor 2800 Jahren die Assyrer besorgt und ein paar Generationen später die Babylonier. Die Einsicht war genauso schmerzhaft wie die erlittene nationale Katastrophe. Im prophetischen Buch Jesaja wird die Selbsterkenntnis auf die Formel gebracht: "Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: Abtrünnig sein und Gott, den HERRN, verleugnen." - 

Selbsterkenntnis war auch in diesem Fall der erste Schritt zur Besserung. Die Reue hat den Boden bereitet für einen Neuanfang. Der Gott Israels, der Vater Jesu Christi ist bekannt dafür, dass er Menschen so etwas ermöglicht. Auch heute noch. 

Autor: Markus Baum

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Römer 16,1–2

Im Römer 16, 1-2 schreibt Paulus: „Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die den Dienst an der Gemeinde von Kenchreä versieht, dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich's ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht.“

Am Ende seines Briefes an die Römer schreibt Paulus also noch eine Empfehlung für die Überbringerin des Briefes rein. Schwester Phöbe, die als eine Art „Diakonin“ der frühen Kirche beschrieben wird, soll von der Gemeinde aufgenommen werden. Sie liegt Paulus am Herzen, denn, so geht es aus dem Text hervor, ihr soll in jedweder Sache beigestanden werden. Im weiteren Verlaufe des Textes erwähnt Paulus, dass Phöbe auch ihm in der Vergangenheit beigestanden hat.

Das lenkt den Blick auf einen Aspekt der Bibel, den ich oft verdränge. Die Heilige Schrift ist ja im Ursprung nicht als Buch konzipiert worden. Es gab ja nicht den einen Autoren, der alles geschrieben hat. Vielmehr wurden über Jahrzehnte die Erzählungen zusammengetragen. Unser christliches Erbgut besteht in Buchform, weil viele Menschen daran mitgearbeitet haben. Neben den Autoren, auch die Überbringer, die Bewahrer und Sammler.

Wenn wir in der Bibel lesen, dann lesen wir in einem Werk der Menschheitsgeschichte, welches ohne das Zutun vieler unterschiedlicher Menschen und Generationen nicht möglich gewesen wäre. Ein Werk, welches oftmals unter großen Anstrengungen entstanden ist. Wir sollten diesen Menschen dankbar sein und Menschen, die auch heute wie Schwester Phöbe wirken, in unser Gebet einschließen.

Autor: Dariush Ghobad

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Philipper 2,11

Die ersten Christen fielen aus dem Rahmen. Sie passten weder in das Glaubenskonzept ihrer jüdischen Mitbürger noch in das Lebenskonzept der römischen Besatzungsmacht. Sie vielen aus dem Rahmen und wurden immer wieder kritisch beäugt. Was sind das für Leute? Was unterscheidet sie von anderen? Was denken sie? Was glauben sie? Wie leben sie? Gefährlich war das damals sogar, und so mancher, der an diesen Jesus von Nazareth glaubte, landete im Gefängnis. Da geht es uns heute in unserem Land, besser. Geblieben ist, dass auch heute Christen kritisch beäugt werden. Sie dürfen sich hier bei uns im Lande in aller Freiheit treffen. Doch die Kirchen bleiben zum Teil erschreckend leer. Mit Gott und Jesus können viele gar nichts anfangen. Das neuste Werk eines Atheisten trägt den Titel: Gottlos glücklich. Warum eigentlich diesen Jesus? Auch die engsten Freunde von Jesus konnten die Frage erst nach vielen tiefgreifenden Erlebnissen beantworten. Die gewonnene Gewissheit bezeugten sie kompromisslos: Nur Jesus kann den Menschen Vergebung, Rettung, Heil und Frieden und den Zugang zu Gott schenken. Der Retter Jesus kann nicht einfach in das vorhandene System der vielen Götter integriert werden. Das war und ist extrem sperrig. Darum fühlen sich auch heute viele Menschen „ausgesperrt“. So, als fehle der Zugangs-Code. Der Anspruch von Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein, gilt als ausgrenzend. Dabei wird oft übersehen, dass Jesus niemanden ausschließt, sondern alle konsequent einlädt. Wer‘s wagt – gewinnt. Es gibt nur einen Weg diese Wahrheit zu erleben, indem wir uns auf Jesus einlassen. Jeden Tag neu. Und vielleicht sagen dann sogar Menschen, die dem Glauben an Gott und Jesus zuvor kritisch gegenüber standen: „Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“  

Autor: Ulrike Schild

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Nahum 1,7

Ich sitze im Zug. Stromausfall auf halber Strecke irgendwo zwischen Berlin und Wetzlar. Unser Zug wird weiträumig umgeleitet. Ob ich heute noch zuhause ankommen werde, überlege ich? Ich weiß es nicht.

Zugegeben, das ist eine ärgerliche Situation, aber eine wirkliche Notsituation ist es nicht, denn wenn ich die letzte Anschlussverbindung nach Hause verpassen sollte, werde ich halt unterwegs in einem Hotel übernachten.

Dann wandern meine Gedanken weiter: Wie wäre das, überlege ich, wenn ich ganz dringend nach Hause müsste? Würde einer meiner Frankfurter Freunde sich ins Auto schwingen, um mich mitten in der Nacht an mein Ziel zu bringen?

Ich glaube, die Not müsste ganz besonders schlimm sein, damit ich mit einer solchen Bitte auf jemanden zugehen würde. 

Der Prophet Nahum weiß, dass es jemanden gibt, den man immer und zu jeder Zeit ansprechen kann. Dieser jemand ist Gott. Das entnehme ich folgenden Worten des Propheten: „Der HERR ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt, die auf ihn trauen.“ (Nahum 1,7).

Beachtlich finde ich, dass diese Worte im Zusammenhang mit einer Prophetie über Israels Feinde, die Assyrer und ihre Hauptstadt, Ninive stehen.

Wie schon damals, so ist es heute immer noch: Ich darf mich mit allem, was mein Herz beschwert an Gott wenden. Das ist so, weil Gott eine besondere Eigenschaft auszeichnet: Er ist gütig. Ihm ist nichts zu klein oder zu schwierig.

Weil Gott mich kennt, weiß er, was für mich das Beste ist. Er wird gute Entscheidungen treffen.  Und deshalb will ich ihm meine Geschicke anvertrauen. Heute. Morgen. Immer.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Philipper 4,7

„Damit sind wir am Ende des Gottesdienstes angekommen. Zum Segen darf ich Sie jetzt noch bitten, aufzustehen.“ So endet in der Regel der Gottesdienst in unserer Gemeinde – und ich bin mir sicher, dass Sie das sonntags ähnlich hören, wenn Sie einen Gottesdienst besuchen. Was dann folgt, ist aber immer wieder unterschiedlich. In der Bibel stehen viele Texte, die sich als Segenszusage eignen. Zum Beispiel der Text aus dem Philipperbrief, der für den heutigen Tag als Leitwort dienen soll. Er lautet: „Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“ Vor kurzem ist mir dieser sehr bekannte Vers noch einmal deutlich in Erinnerung gekommen.

Ich habe für unsere Sendung „Lesezeichen“ aus einer Biografie gelesen. Ali Dini – Der Unterbliche. Es geht darin um einen mehrfachen Mörder, der Christ geworden ist und der davon berichtet, wie er sich zum ersten Mal von einem Zellenkumpan in einen Gottesdienst mitnehmen lies. Nach dem Gottesdienst, so erzählt er weiter, wusste er kein einziges Wort mehr von dem, was dieser Mann da vorne gesagt hatte. Aber: „Der Frieden, den er ausstrahlte, der hat mich nicht mehr losgelassen.“ Das hat mich sehr bewegt, zu hören, wie der Frieden Gottes direkt sein Herz erreicht hat – spürbar, ohne große Erklärung, höher als alle menschliche Vernunft.

Autor: Hans Wagner

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Matthäus 28,5.7

Haben Sie Ihre Ostereier aufgegessen und die Osterdeko wieder in Kartons verpackt? Dann sind Sie Gottes Zeit weit voraus. Vom Kirchenjahr her gesehen leben wir gerade mitten in der Osterzeit. Sechs Sonntage nach Ostern gibt es. Die Osterzeit endet erst Pfingsten.

Deshalb heute ein Ostertext aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 28, Vers 5 und 7: „Der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass Ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen.“

Nicht eilig nach Ostermontag die Hinweise auf Jesu Auferstehung im Schrank verstecken, sondern den Bibeltexten nachspüren. Wer erfährt wann, dass Jesus sein Grab verlassen hat. Wem begegnet Jesus nach seinem Tod  - quicklebendig, jedoch mit den Narben seiner Kreuzigung? Die Frauen brauchen Zeit, um zu begreifen: Jesus lebt. Tot ist nicht tot. Ein Friedhofsbesuch bringt nichts mehr. Die Frauen sollen warten, bis Jesus kommt. Und auch seine Anhänger darauf vorbereiten, dass Jesus sie in Galiläa treffen wird. Als Jesus erkennbar und doch anders. Er kann auftauchen und gleich wieder verschwinden.

Lieber eilig die Osterdeko wieder auspacken und erzählen, dass Jesus lebt. Die sieben Wochen nutzen, um den auferstandenen Jesus in der Bibel aufzuspüren und ihn im eigenen Alltag in der Osterzeit 2019 zu treffen.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Psalm 39,2

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Vielleicht kennen Sie ja das Phänomen aus eigener Erfahrung. Bei mir war es gestern Abend mal wieder so weit. Ich habe etwas erfahren, was mich maßlos geärgert hat. Um ehrlich zu sein, es hat mich bis heute Morgen beschäftigt.

Und dann? Dann habe ich Psalm 39 gelesen. Dort stehen folgende Worte: „Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge“, Psalm 39,2.

Das sind klare Worte, ausgesprochen von König David. Der hat diese Worte nicht leicht daher gesagt, das machen die nächsten beiden Sätze deutlich. Dort heißt es: „Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muss mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich seufze, brennt es wie Feuer.“

David weiß also, wie es sich anfühlt, wenn es in einem arbeitet. Wenn einem Ungerechtigkeit widerfahren ist oder man schweigen muss, obwohl einem zum Schreien zumute ist.

Von David lerne ich, wie er mit seinem inneren Konflikt umgeht. Er nimmt sich vor, auf seine Worte aufzupassen. Er sagt: „Ich will mich hüten…“ Ich verstehe das so: David wählt seine Worte mit Umsicht und Sorgfalt, damit er vor Gott nicht schuldig wird.

Das klingt nach einem guten Plan. Ich will Gott darum bitten, dass er mir hilft, mich ebenso zu verhalten. Und ich lade Sie ein, das auch zu tun.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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1. Johannes 4,16

Es gibt Momente im Leben, da traut man seinen eigenen Augen nicht. Hat mich der griesgrämige Nachbar eben im Vorbeifahren wirklich freundlich gegrüßt? Oder war das nur Einbildung? Beim Profifußball gibt es ja jetzt den sogenannten Videobeweis. Da kann der Schiedsrichter sich eine strittige Situation nochmal ganz in Ruhe auf dem Video anschauen. Im echten Leben geht das nicht. Da muss ich mich in der Regel immer noch auf meine eigenen Augen verlassen. Aber es gibt auch die Momente, in denen ich keinen zweiten Blick brauche, auch keinen Videobeweis. Zum Beispiel, wenn ich jemanden wiedererkenne, den ich lange nicht gesehen habe. Da ist dann plötzlich kein Raum für Zweifel mehr, ein Videobeweis ist völlig unnötig. Ich weiß, was ich gesehen habe. Und das gräbt sich tief in mir ein. Es ist mehr als ein Blick, es ist eine Erkenntnis. Eine feste Überzeugung. Auch Glauben funktioniert so: Ich erkenne etwas und bin zutiefst davon überzeugt, dass es wahr ist.  Johannes beschreibt das in seinem ersten Brief, 1. Johannes 4, 16 so:  „Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und haben dieser Liebe unser ganzes Vertrauen geschenkt.“ Für ihn ist es also nicht nur bei dem Erkennen geblieben. Er und die anderen Jünger haben Gott und seinem Sohn Jesus ihr ganzes Vertrauen geschenkt. Genau das ist die Herausforderung für mich als Christ. Jeden Tag neu. Ich weiß, dass Gott mich liebt. Aber bin ich auch bereit, ihm heute mein ganzes Vertrauen zu schenken? Nichts anderes heißt „Glauben“. Wissen, dass ER mich liebt und ihm mein Vertrauen zu schenken. Ganz. Jeden Tag neu. 

Autor: Stefan Loß

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Philemon 4.6

Ich saß mit Kollegen zusammen. Auf dem Tisch lag ein Faltblatt. Bei dem Versuch, es zu entziffern, muss ich ziemlich auffällige Verrenkungen vollführt haben. Mal lugte ich über den oberen Rand meiner Brille. Mal versuchte ich unter ihr hindurch zu schielen. Und das alles, weil meine betagten Augen auf kurze Entfernungen nicht mehr so richtig scharf stellen. „Du brauchst eine neue Brille!“ So die treffende Feststellung einer Kollegin.

Von einer Brille spricht auch Paulus, Zeltmacher und leidenschaftlicher Jesusanhänger. Da schreibt er an seinen Mitchristen Philemon: „Ich danke meinem Gott allezeit, wenn ich an dich denke in meinen Gebeten, dass dein Glaube, den wir miteinander haben, kräftig werde in Erkenntnis all des Guten bei uns, auf Christus hin.“ Das ist die genialste Brille, von der ich je gehört habe. Paulus betet: Philemon möge immer mehr all das Gute erkennen. Das Gute, das er durch Jesus empfangen hat.

So eine Brille brauche ich auch. Damit ich das Gute wahrnehme, das Jesus mir schenkt. Z.B.: dass ich von Gott angenommen bin. Ein für alle Mal. Dass eine herrliche Zukunft auf mich wartet. In einer völlig neuen Schöpfung. Gute Wegbegleiter sind mit mir unterwegs dorthin. Sie möchten das Gute auch erkennen, das Jesus anbietet? Dann beten Sie doch wie Paulus darum, dass er Ihnen die richtige Brille schenkt. Damit Sie das Gute, das Jesus Ihnen gibt, immer mehr entdecken.

Autor: Steffen Brack

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Jeremia 50,5

„Der Bund“ - ein sehr vielseitiges Wort. Bünde gibt’s auf dem Griffbrett der Gitarre: A-DUR – drei Finger im dritten Bund. Oder auch auf dem Wochenmarkt: „Ein Bund Petersilie bitte!“ Wesentlich ernsthafter zu betrachten ist der Bund zwischen Ländern oder auch zwischen zwei Menschen.

Während ich den Bund Petersilie einfach so für meine Hühnersuppe auflösen darf, geht das mit den meisten Bünden nicht so leicht. In der Regel ist ein Bund für die Ewigkeit geschaffen. So zum Beispiel der Bund der Ehe. Oder auch der Bund zwischen Gott und den Menschen nach der Sintflut. Sie wissen schon: Noah, die Arche und der Regenbogen als Zeichen des Bundes.

Eine besondere Rolle in der Bibel spielt auch hier das Volk Israel. Es ist das erwählte Volk Gottes und er hat einen Bund mit diesem Volk geschlossen. Zu einem Bund gehören aber immer zwei! Gott war und ist treu – Israel war es nicht immer, aber eines Tages wird Israel sich zu einem ewigen Bund Gott zuwenden. Davon spricht der Prophet Jeremia im Kapitel 50: „Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!“ Ziel erreicht.

Denn das ist es doch, was Gott möchte: Einen Bund schließen – nicht nur mit Israel, auch mit mir. Sein Sohn Jesus Christus weist in seinem Reden und Leben doch immer wieder darauf hin. Wenn ich mich zu Gott bekenne, wird er sich auch zu mir bekennen. Ein Bund, das bedeutet bedingungslose Annahme und ewige Treue. Gott möchte diesen Bund mit mir eingehen – und ich mit ihm!

Autor: Tobias Schier

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2. Mose 33,11

Götter sind unnahbare Wesen, die fernab der Menschen in ihrem eigenen Reich leben und die Menschen nur als nützliche Figuren in einem gigantischen Spiel sehen. So werden Götter jedenfalls in den Sagen und Mythologien vieler Völker dargestellt. Völlig egal, ob bei den Germanen, den Griechen oder den alten Ägyptern. Wie anders ist da der Gott der Bibel. Nicht nur, dass er keine erdachte Sagengestalt ist, sondern der Schöpfer der Welt. Er pflegt auch einen völlig anderen Umgang mit den Menschen und hat auch eine völlig andere Beziehung zu ihnen. Zum Beispiel zu Mose, der das Volk der Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten geführt hat. Auf dem großen Marsch durch die Wüste kommt Gott regelmäßig in Gestalt einer Wolkensäule zum Zelt des Mose, um mit diesem zu reden. Über ihre Begegnungen steht in der Bibel im zweiten Buch Mose: "Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet." Nicht nur, dass Gott Mose auf einer persönlichen Ebene begegnet - von Angesicht zu Angesicht! Nein! Gott redet zu Mose, wie mit einem Freund! Ich verstehe es so, dass Gott eben nicht einfach nur Befehle erteilt und Mose eine nützliche Marionette der göttlichen Pläne ist. Nein. Gott hat vielmehr ein inniges und wohlmeinendes Interesse an Mose und an allen Israeliten. Gott ist nahbar und begegnet den Menschen auf Augenhöhe. Er tut das völlig freiwillig aus Liebe zu den Menschen. Und er macht es auch noch heute. Gott ist ein nahbarer Gott, der sich jedem Menschen in Liebe zuwendet und zu dem ich wie mit einem Freund reden kann, weil er ebenso mit mir redet. 

Autor: Horst Kretschi

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Psalm 60,14

"Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsere Feinde zertreten.“ Wenn ich diesen Vers in der Bibel lese, dann komme ich ins Stocken. Ist das nicht ein Widerspruch zu dem, was Jesus Christus gesagt hat: „Liebt eure Feinde, tut wohl, denen, die euch hassen“ (Lukas 6,27)

Verständlich wird mir der Vers mit den zertretenen Feinden erst dann, wenn ich ihn im Zusammenhang mit den Umständen lese, in denen er geschrieben wurde. Er stammt von David und steht in Psalm 60. David hat als König sein Land zu führen und vor Feinden zu verteidigen. Diese Herkulesaufgabe lässt auch David verzweifeln und mutlos werden. Doch dann besinnt er sich darauf, dass diese Aufgabe nicht allein auf seinen Schultern ruht. Gott hat David berufen, und Gott ist es daher auch, der ihm die Kraft zu diesem Amt schenkt. Gott sorgt wie ein Schutzschild dafür, dass David und seinem Volk diese Feinde nichts anhaben können.

Ich denke mir, dass man diesen Vers im heutigen Israel auch heute noch viel existenzieller und wortwörtlich liest, weil der jüdische Staat immer noch realen Bedrohungen ausgesetzt ist. Als Deutscher will ich mich diesbezüglich mit Belehrungen und abschließenden Urteilen zurückhalten. Als Christ für mich persönlich kann ich diesen Vers aber als Trost lesen – ich muss mich eben nicht auf mich allein verlassen, meine eigentliche Kraft und Hilfe kommen von Gott. Und das ist eine riesige Entlastung, die ich - wie David damals in seiner Situation – auch heute für mich in Anspruch nehmen darf.

 

Autor: Andreas Odrich

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