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Leuchttürme

In Dänemark findet man über die ganze Nordseeküste verteilt kleine Rettungsstationen. Sie erinnern an alte Zeiten: Seenotretter kamen mit einfachen Ruderbooten Schiffbrüchigen zur Hilfe – nicht selten um den Preis ihres eigenen Lebens. Das große Problem: Bevor die Dänische Krone die Situation erkannte und handelte, gab es zu wenige Leuchttürme an der Küste. Schiffe zerbarsten an Sandbänken und Klippen.

Die Leuchttürme, die zwischenzeitlich gebaut wurden, weisen noch heute den Schiffen den richtigen Weg durch die Untiefen. Und sie erinnern auch mich daran, dass ich Orientierungspunkte in meinem Leben brauche.

Der Autor des Hebräerbriefs in der Bibel gibt den wichtigen Hinweis:

„Darum müssen wir uns erst recht nach dem richten, was wir gehört haben, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.“

Ich schließe daraus: Ob ich es mir eingestehen will oder nicht: Ohne Orientierung von außen bin ich in meinem Leben aufgeschmissen. Ich drohe Schiffbruch zu erleiden. Das, was der biblische Autor gehört hat, sind allerdings nicht Nebelhörner, sondern das Wort Gottes, die Heilige Schrift. In der Bibel finde ich Orientierung für mein Leben. Weil es Gottes Worte sind, die ich da lese, kann ich darauf vertrauen: Wenn ich mich danach richte, dann komme ich sicher ans Ziel meines Lebens, das Gott schon im Blick hat.

 

Autor: Oliver Jeske

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Mehr als Gut und Geld

Gold und Silber lieb ich sehr, kann's auch gut gebrauchen. Aber allzu viel davon habe ich gegenwärtig nicht, von wegen "ein ganzes Meer, mich hineinzutauchen." Ich bin ja nicht Dagobert Duck, will ich auch gar nicht sein. Außerdem gibt es eine ganze Reihe Dinge, die sind wertvoller und kostbarer und seltener als alles Geld der Welt. 

Zum Beispiel Familie, Freunde oder auch schon die Einzahl: Einen guten Freund, eine gute Freundin zu haben - das ist so selbstverständlich nicht. Wer einen verlässlichen Freund, eine beste Freundin hat, ist wirklich zu beneiden. 

Im 3.000 Jahre alten Liederbuch Israels, in den Psalmen, findet sich ein interessanter Hinweis, und zwar im Psalm 119. Das ist der mit Abstand längste Psalm, er handelt von Gottes Weisungen und Geboten und rühmt und preist diese göttlichen Worte ausgesprochen vollmundig. Der 119. Psalm wird nicht ohne Grund auch als das "güldene ABC" bezeichnet. Die 22 Strophen zu je acht Versen sind nach dem hebräischen Alphabet angeordnet, und in diesem langen Lied stecken eine ganze Menge Kostbarkeiten. 

Zum Beispiel heißt es in der zweiten Strophe, also unter dem  Ordnungsbuchstben B, in Vers 14: "Genau nach deinen Weisungen zu leben erfreut mich mehr als alles Gut und Geld." - Was für eine Einsicht. Nach Gottes Vorstellungen leben, sich nach seinen Geboten richten, das ist erstrebenswert, das zahlt sich aus - nicht in Euro und Cent, nicht in Krügerrand und Silberdollars, aber es macht weise und zufrieden und leitet an zu einer barmherzigen und mitfühlenden Haltung. Das ist buchstäblich unbezahlbar.

Autor: Markus Baum

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Gott steht uns bei

Es ist ja längst kein unbekanntes Phänomen mehr, dass viele Menschen sich dem Glauben entziehen und versuchen ihr Glück woanders zu suchen. Oftmals sind es materielle Dinge, aber auch eigene Topleistung, eine harsche ideologische Einstellung gegenüber dem Fremden oder anderes, die sich als Lebenssinn und –zweck manifestieren. Einige suchen auch ihr Heil in der Esoterik und alternativer Spiritualität.

Jeremia fällt ein vernichtendes Urteil über den Südstaat Israels, Juda, deren Menschen, sich dem Gott Israels entsagen. Er schreibt in Jeremia 2, Vers 28: „Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen; lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!“

Tatsächlich hilft in aller Not nichts, nichts außer Gott. Was nutzt uns Geld, Topleistung oder Esoterik wenn wir krank sind, wenn Gefahr lauert oder wenn unsere Seele zu verdursten droht? Nichts. Gar nichts, wie es Jeremia genau weiß. Gott allein kann helfen in der Not, Gottes Sohn allein ist auferstanden. Er kann uns heute helfen.

Nur Gott vermag die Kraft aufzubringen, uns Menschen trotz unserer Fehler und unserer Schuld zu lieben. Nur Gott schenkt uns die Sicherheit und Gewissheit, die wir in unruhigen Zeiten brauchen. Gott steht uns bei. In der Not, in der Veränderung und im Abschied.

Auf diesen einen Gott zu hoffen, ihn anzubeten und ihn als Quelle des Lichtes zu sehen, ist das Privileg von uns Christen, die wir unser Leben Jesus anvertraut haben.

Autor: Dariush Ghobad

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Wer ist mein Vorbild?

Menschen brauchen Vorbilder. Irgendwo muss man „abgucken“, wie Leben funktioniert. Bei kleinen Kindern sind erst einmal die Eltern die großen Vorbilder. Werden die Kinder größer, ändert sich das. Dann übernehmen die Gleichaltrigen die Vorbildfunktion. Oder man orientiert sich an irgendwelchen Stars: an Sportlern, Musikern, Schauspielern etc.

Der Apostel Paulus legt mir ein anderes Vorbild ans Herz. Er sagt: „Orientiere dich an Jesus Christus!“ (Philipper 2,5 nach der Übersetzung „Hoffnung für alle“).

Das ist eine ziemlich hohe Messlatte! Jesus ist den Menschen voller Liebe begegnet. Er hat sich nicht gescheut, Aussätzige zu berühren. Er war sich nicht zu schade, mit Zöllnern oder anderen Außenseitern Gemeinschaft zu pflegen. Er begegnete jedem, ob arm oder reich, mit Wertschätzung, mit Respekt. Er verurteilte niemanden. Er nahm Menschen in Schutz. Die Ehebrecherin zum Beispiel bewahrte er davor, gesteinigt zu werden. Er kümmerte sich selbst dann noch um die Menschen, wenn er müde und erschöpft war.

Das alles und noch viel mehr schwingt mit, wenn Paulus sagt: „Orientiere dich an Jesus Christus!“

Eine gewaltige Herausforderung! Ist das überhaupt zu schaffen? Kann ich dieses Vorbild überhaupt erreichen? Nun, aus eigener Kraft ist da nichts zu machen. Die besten Vorsätze reichen nicht weit. Aber mir steht eine Kraft zur Verfügung, die über meine eigene weit hinausgeht: der Heilige Geist, der Geist Gottes wohnt in mir. Und will mir helfen, Schrittchen für Schrittchen Jesus ähnlicher zu werden.

Autor: Sabine Bohn

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Echte Liebe

Es ist ein Ausdruck der Liebe und es ist eine unerhörte Tat, die sich im Haus von Simon, dem Pharisäer ereignet hat. Simon hat Jesus und seine engsten Begleiter zu einer Mahlzeit eingeladen. Während sie tafeln, taucht eine stadtbekannte Sünderin auf. – Mit »Sünderin« meinte man damals Frauen, die nicht gemäß den jüdischen Vorschriften lebten.

Lukas berichtet in seinem Evangelium von dieser Begebenheit. Er schreibt:

„Eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Sie fing an, Jesu Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl“, Lukas 7,37.38.

Diese Frau empfindet zutiefst Reue über das, was sie in ihrem Leben getan hat und deshalb wendet sie sich an den, von dem sie die Vergebung ihrer Sünden erhofft und tut, was ihr möglich ist. Jesus sieht das und nimmt diesen Ausdruck der Buße und Liebe an. Er spricht der Sünderin Vergebung zu.

Und dann wendet er sich dem Pharisäer Simon zu. Jesus erklärt ihm den Unterschied zwischen förmlicher Höflichkeit und echter Liebe.

Während ich diese Geschichte auf mich wirken lasse, kommen mir ein paar Fragen: Wie ist das mit mir? Wie drücke ich meine Bitte um Vergebung aus? Wie zeige ich Jesus, dass ich ihn lieb habe? Wie kann ich heute Jesus öffentlich die Ehre geben?

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Der Hirte meines Lebens

In meinem Regal steht eine Bibel. Um genau zu sein: Da stehen mehrere, aber eine ist etwas ganz Besonderes. Wenn ich am Schreibtisch den Kopf hebe, dann sehe ich sie: ein roter Plastikumschlag und Goldfarben die Schrift auf dem Rücken: "Die Bibel". Unten ein Aufkleber, ein „H“ wie Hans. Ich war 12 oder 13, als ich sie bekam, Konfirmandenzeit. Wie oft nahm ich sie damals in die Hand und fing an, darin zu lesen. Das erste Buch Mose habe ich nie fertig geschafft.

Viele Jahre später habe ich gemerkt, dass ich Gott brauche, um die Bibel nicht nur zu lesen, sondern auch zu verstehen. Als Christ schenkte er mir einen ganz neue Blick auf die Zusammenhänge – und auf Jesus. Jesus ist das Zentrum der Bibel. Das ist mir so richtig deutlich geworden. Auf diesem Hintrgrund haben mich vor allem die Prophetien im Alten Testament schon immer fasziniert. Sätze wie im Buch Hesekiel, Kapitel 34: „Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll.“ Ja, natürlich war diese Ankündigung in den Zusammenhang der damaligen Zeit gegeben, als die Machthaber ihr Hirtenamt missbraucht haben und Gott ihnen mal gehörig den Kopf gewaschen hat. Und doch klingt gleichzeitig in dieser prophetischen Ankündigung, wie auch in vielen anderen, schon der Name des einen, des wahren Hirten durch: Jesus Christus. Der Hirte, der keines seiner Schafe aus den Augen verliert. Der wahre Hirte. Der Hirte meines Lebens.

Autor: Hans Wagner

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Der Schmerz muss raus

Eine Todessehnsucht zieht auf. Hiob, ein Mann mit einer stabilen Beziehung zu Gott, gerät ins Schlingern. Als der Segen in Hiobs Leben ausbleibt, reagiert Hiob noch sehr gefasst: „Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen; der Name des Herrn sei gelobt.“ (Hiob 1, 21).

Doch dann geht es an Hiobs Gesundheit. Seine Freunde harren schweigend bei ihm aus. Was sollen sie auch sagen? Sie kennen die Gespräche zwischen Gott und Satan nicht. Ihre Worte könnten nie den Nagel auf den Kopf treffen. So schweigen sie mit Hiob vor Gott.

Das Schweigen bewirkt, dass der Schmerz aus Hiob herausbricht, der inzwischen tief in ihm sitzt. Der Schmerz verbindet sich mit den Gedanken: „Wäre ich doch schon als Kind gestorben. Am besten gar nicht erst auf die Welt gekommen. Wenn ich schon lebe, könnte ich doch jetzt sterben, denn im Tod sind alle gleich: Egal ob reich oder arm.“ Und weiter sagt Hiob – zu finden im gleichnamigen Buch, Kapitel 3, die Verse 20 und 21: „Warum gibt Gott dem Leidenden Licht und Leben denen, die verbittert sind -, die sich sehnen nach dem Tod, doch er kommt nicht?“

Hiob findet Worte für seinen Schmerz. Das ist bereits ein Geschenk. Viele verdrängen den Schmerz, überdecken ihn, spalten ihn ab und bleiben in einer Art „Dauertrauer“ verhaftet. Hiob macht es anders. Er spricht seine Gedanken vor seinen Freunden und vor Gott aus. Damit geht Hiob den ersten Schritt von ganz vielen in das Licht des Erlösten.

Bis heute kann jeder, wie Hiob, stille vor Gott werden und dann seinen Schmerz, so wie er ihn empfindet, vor Freunden und vor Gott aussprechen.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Göttliches Feuerwerk

Je mehr beten, desto wahrscheinlicher wird das Gebetsanliegen erhört werden. So oder so ähnlich denken wohl viele, als sie das Spektakel aus sicherer Distanz beobachten. Ort des Geschehens ist das Karmelgebirge im nördlichen Israel und die Frage lautet: Wer gewinnt? Werden es die Gebete der 450 Baal-Priester sein oder die des Propheten Elia. Die Angelegenheit scheint klar zu sein.  

Aber nein, nichts ist klar! Trotz höchstem Einsatz passiert nämlich nichts. Die Stunden vergehen. Die inbrünstigen Gebete und Gesänge und die heiligen Tänze der 450 Priester bleiben ohne göttliche Antwort. Bis schließlich der Prophet Elia auf die Bühne tritt.

In der Bibel wird dieses schlichte Gebet von Elia überliefert: „Erhöre mich, HERR, erhöre mich, dass dies Volk erkenne, dass du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst!“ 1. Könige 18,37.

Und dann bricht ein gigantisches Feuerwerk los. Ein Blitz aus dem Nichts und das Opfer ist samt Altar verbrannt. Gott hat auf überwältigende Weise auf das einfache Gebet von Elia geantwortet.

Sieht man einmal von dem göttlichen Feuerwerk ab, bleiben ein paar schlichte Erkenntnisse, die mir heute weiterhelfen.

Erstens: Wer mit niemandem redet, der kann auch von niemandem Hilfe erwarten. Zweitens: Wer hingegen zum allmächtigen Gott betet, der wird gehört. Drittens: Es müssen weder viele Worte gemacht werden, noch erwartet Gott, dass viele Leute beten. Ihm reicht es, wenn Sie oder ich demütig und vertrauensvoll vor ihn treten und ihm unser Herz ausschütten.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Sind Sie bestechlich?

Sind sie korrupt? Also: Lassen sie sich bestechen? Mittlerweile scheint das ja auch in Deutschland zu einem echten Problem geworden zu sein. Immer wieder liest man in der Presse von Funktionären, Bauunternehmern oder Schiedsrichtern, die sich mit Geldgeschenken beeinflussen lassen. Und nicht nur die: Es gibt ja das geflügelte Wort: „Jeder ist bestechlich – es kommt nur auf die Summe an.“ Mir hat noch niemand Geld dafür geboten, damit ich mein Gewissen verbiege und aus Unrecht Recht mache. Dazu habe ich mir wohl den falschen Beruf ausgesucht. Geld spielt schon eine große Rolle in unserer Gesellschaft und Bestechung ist mittlerweile fast schon salonfähig geworden:  Egal ob bei der Vergabe großer Bauvorhaben oder wenn die Fifa eine Fußball-WM in der Wüste austragen lässt. Sehr oft fließt Geld, das die Entscheidung leicht machen soll. Korruption ist allerdings kein ganz neues Phänomen. Schon im 5. Buch Mose findet sich eine deutliche Ansage zu dem Thema: „Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen. Denn Geschenke machen die Weisen blind und verdrehen die Sache der Gerechten.“ Klare Ansage. Und da sage nochmal jemand, die Bibel sei nicht aktuell.

 

Autor: Stefan Loß

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Rundum versorgt

Die Christen in Philippi hatten eine besondere Beziehung zum Apostel Paulus gehabt. Das hatte sich unter anderem darin ausgedrückt, dass sie ein waches Auge für seine Bedürfnisse gehabt haben. Immer wieder versorgten sie Paulus mit dem, was er brauchte, und zwar ohne, dass Paulus um Hilfe gefragt hätte.

Ich finde es beachtlich, dass sie das auch dann getan haben, als es ihnen wirtschaftlich nicht gut gegangen ist.

Der Apostel Paulus weiß das zu schätzen. In seinem Brief an die Christen in Philippi bedankt er sich für die tatkräftige Liebe. Dann bringt er selber einen Wunsch zum Ausdruck. Gegen Ende seines Briefs schreibt er diese Worte:  

Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. (Philipper 4,19)

Ich habe mich gefragt, ob ich das auch so erlebt habe, wie Paulus das schreibt: Habe ich erlebt, wie Gott meinen Mangel gemäß dem Reichtum seiner Herrlichkeit in Jesus Christus ausgefüllt hat?

Ja, das habe ich. Mehr als einmal. Ich gehe davon aus, dass es Ihnen ähnlich gegangen ist. Beim Nachdenken sind ihnen bestimmt mehrere Beispiele dafür eingefallen, dass Gott Ihnen in ihrem Mangel begegnet ist.

Wenn das so sein sollte, dann lade ich Sie ein, heute Gott einmal in besonderer Weise für sein Versorgen zu danken. Und danken sie auch den Menschen, die er dazu benutzt hat, Ihnen Gutes zu tun!

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Dann sag es doch!

Dann sag es doch!

Worum geht’s beim Streiten? Richtig: Darum, wer Recht hat. Ein Rechtsstreit. Das ist nicht nur vor Gericht so, sondern auch im Sandkasten oder wenn‘s um die leer gefutterte Keksdose geht. Jeder kämpft für sein Recht, weil er glaubt, dass er recht hat.

Ich habe gemerkt: Oft bin ich viel zu schnell dabei, einen Streit zu beenden oder eine schnelle Lösung zu finden. Schweigend streiten finde ich ganz schwierig. Dabei ist es doch wichtig, die Dinge anzusprechen. Ich sollte auch nicht jeden Streit im Keim ersticken, sondern ihn auch mal ausfechten. Streiten will ja schließlich gelernt sein. Nur wer streiten kann, wird auch zu einer Lösung kommen. Ganz wichtig beim Streiten ist unter anderem die Offenheit und Ehrlichkeit beider Seiten.

Das gilt für Menschen, das gilt aber auch für Gott. Ja, richtig gehört: Auch Gott kann streiten. Das hat er zum Beispiel vor 2.700 Jahren gemacht, mit dem Volk Israel, dass scheinbar unzufreiden mit seiner Situation war. Kann ich nachlesen im Buch des Propheten Micha. Gott scheint vollkommen überrascht und fragt durch den Propheten das Volk ziemlich direkt und gerade heraus: „Was habe ich dir getan, mein Volk, und womit habe ich dich beschwert? Das sage mir!“

Da will jemand wissen, was er falsch gemacht hat. Sagt offen, dass er etwas nicht versteht und zeigt Interesse am anderen und an einer Lösung. Warum? Damit man einander wieder in die Augen schauen kann, Dinge hinter sich lässt und gemeinsam in die Zukunft geht. Haben Sie ein ungeklärtes Problem mit Gott? Dann sprechen Sie es an? Haben sie ein ungeklärtes Problem mit einem Menschen? Dann sprechen Sie es an. Ehrlich, Lösungsorientiert und mit dem Ziel einer gemeinsamen Zukunft.

Autor: Tobias Schier

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Das sag es doch!

Dann sag es doch!

Worum geht’s beim Streiten? Richtig: Darum, wer Recht hat. Ein Rechtsstreit. Das ist nicht nur vor Gericht so, sondern auch im Sandkasten oder wenn‘s um die leer gefutterte Keksdose geht. Jeder kämpft für sein Recht, weil er glaubt, dass er recht hat.

Ich habe gemerkt: Oft bin ich viel zu schnell dabei, einen Streit zu beenden oder eine schnelle Lösung zu finden. Schweigend streiten finde ich ganz schwierig. Dabei ist es doch wichtig, die Dinge anzusprechen. Ich sollte auch nicht jeden Streit im Keim ersticken, sondern ihn auch mal ausfechten. Streiten will ja schließlich gelernt sein. Nur wer streiten kann, wird auch zu einer Lösung kommen. Ganz wichtig beim Streiten ist unter anderem die Offenheit und Ehrlichkeit beider Seiten.

Das gilt für Menschen, das gilt aber auch für Gott. Ja, richtig gehört: Auch Gott kann streiten. Das hat er zum Beispiel vor 2.700 Jahren gemacht, mit dem Volk Israel, dass scheinbar unzufreiden mit seiner Situation war. Kann ich nachlesen im Buch des Propheten Micha. Gott scheint vollkommen überrascht und fragt durch den Propheten das Volk ziemlich direkt und gerade heraus: „Was habe ich dir getan, mein Volk, und womit habe ich dich beschwert? Das sage mir!“

Da will jemand wissen, was er falsch gemacht hat. Sagt offen, dass er etwas nicht versteht und zeigt Interesse am anderen und an einer Lösung. Warum? Damit man einander wieder in die Augen schauen kann, Dinge hinter sich lässt und gemeinsam in die Zukunft geht. Haben Sie ein ungeklärtes Problem mit Gott? Dann sprechen Sie es an? Haben sie ein ungeklärtes Problem mit einem Menschen? Dann sprechen Sie es an. Ehrlich, Lösungsorientiert und mit dem Ziel einer gemeinsamen Zukunft.

Autor: Tobias Schier

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Ein Segen für alle Menschen

Es gibt Texte, die sind leicht zu verstehen. Andere dagegen sind eher schwer zugänglich. Manchmal ist nur ein wenig Hintergrundinformation und nähere Erklärung notwendig, um den Sinn eines Textes richtig - also korrekt und vollumfänglich - zu erfassen. Die Texte der Bibel zählen für viele Menschen zu den eher schwer verständlichen Texten. Beispiel gefällig? "Siehe, das ist mein Knecht. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht." So heißt es im Prophetenbuch Jesaja in Kapitel 42, Vers 1. Wer soll dieser Knecht sein und welches Recht bringt er den Nationen? Wer das verstehen will, der muss schon ganz groß denken. Denn der Prophet Jesaja lebte im achten Jahrhundert vor Christus. Er verkündete den Israeliten Ereignisse, die erst noch geschehen sollten; manche davon zeitnah, noch zu Lebzeiten des Jesaja, manche sollten erst viele hunderte Jahre später tatsächlich geschehen. Im konkreten Fall tritt das vorhergesagte Ereignis erst siebenhundert Jahre später ein. Bei diesem Knecht handelt es sich nämlich um Jesus Christus, der die gute Nachricht in die Welt getragen hat, dass Gott alle Menschen in Liebe aufnimmt, die an ihn Glauben. Der Apostel Paulus formuliert es dann so: "Der Glaube an Jesus ist die einzige Gerechtigkeit, die vor Gott gilt." Wer diese Gerechtigkeit für sich in Anspruch nimmt, der hält sich auch an Gottes Gebote. Auch sie sind Gottes Recht, das Jesus in die Welt getragen hat. Wer an Jesus glaubt und die Gebote hält, der lebt nach Gottes Willen und wird zum Segen für die Menschen, denen er begegnet. Egal wo auf dieser Welt.

Autor: Horst Kretschi

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Freundlichkeitsoffensive

Eine Bekannte von uns hatte lange Stress mit ihren Nachbarn. Sie grüßten kaum und waren ziemlich mufflig. Keine schöne Situation, wenn man mit seiner jungen Familie frisch ins neue Häuschen zieht. Am liebsten hätte sie ihre Nachbarn ebenfalls mit Verachtung gestraft und wäre ihnen genauso missgelaunt und abweisend begegnet. 

Doch sie entschied sich anders. Sie reagierte mit Freundlichkeit und ließ sich nichts anmerken. Das erforderte eine gewisse Flexibilität, aber ihr Ziel war, langfristig ein gutes Verhältnis mit ihrer Umgebung zu haben.

"Wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben", schreibt der Prophet Habakuk. Beim ihm geht es um Raffgier und das Leben auf Kosten anderer. Seine Weisheit aber trägt auch hier. Wäre unsere Bekannte genauso verbittert geblieben wie die Leute, die ihr begegneten, dann hätte die schlechte Atmosphäre schließlich allen geschadet.

Heute kann unsere Bekannte über diese Situation lachen - und zwar gemeinsam mit ihren Nachbarn. Der Groll galt nämlich in Wirklichkeit ihren Vorgängern. Sie war mit ihrer Familie nur die Projektionsfläche für etwas, mit dem sie eigentlich nichts zu tun hatte. Und so konnte sie mit ihrer Freundlichkeitsoffensive schlussendlich die anderen überzeugen - was ihr und den Nachbarn gleichermaßen zu Gute kam.

Autor: Andreas Odrich

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Aber ich kann länger als Sie!

Er war ein Meister der Beobachtung menschlichen Verhaltens und seiner Schrägheiten: Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. In einem seiner bekanntesten Sketche sitzen zwei ältere Herren in einer Badewanne, Herr Müller-Lüdenscheidt und Herr Doktor Klöbner. Die beiden streiten sich wie die Kesselflicker um eine kleine gelbe Gummiente, die zwischen ihnen schwimmt. Und darum, wer von ihnen beim Untertauchen länger die Luft anhalten kann. Im Verlauf der Auseinandersetzung wird schnell deutlich: Eigentlich geht es den beiden nur darum, ein Kräftemessen zu gewinnen.

Wie viel Lebenszeit bringen wir eigentlich mit irgendeiner Art von Kräftemessen zu? Beim Wortgefecht auf dem Schulhof. Beim Kompetenzgerangel im Büro. Bei Streitereien am Gartenzaun. Bei der Gestaltung der nächsten großen Familienfeier. Wer gewinnt? Wer verliert? Wer übertrifft den anderen?

Das gibt’s selbst in christlichen Kirchen und Gemeinden – sogar dort. Dabei soll es unterChristen gerade nicht so sein – schreibt der Apostel Paulus im Neuen Testament. Im Römerbrief Kapitel zwölf bringt er es kurz und knapp auf den Punkt:

Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen

Der Apostel ersetzt hier das Wetteifern des Egos durch ein Wetteifern der Liebe. Wer Jesus nachfolgt, so Paulus, der kann ein zuvorkommendes Leben führen. Wer sich von Gott geliebt weiß, der kann damit aufhören, anderen zuvorzukommen zu müssen. Der ist frei, anderen respektvoll den Vortritt zu lassen. Weil er weiß, dass er nicht zu kurz kommt bei dem, bei dem es wirklich zählt – bei Gott.

 

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Höhenangst

Im letzten Herbst sind meine Familie und ich auf einen Leuchtturm gestiegen. Statt den Ausblick zu genießen, habe ich mich innerlich verkrampft und irgendwo festgeklammert. Mein Problem: Ich habe Höhenangst.

Höhenangst – vielleicht beschreibt dieser Begriff ganz gut das Empfinden auch mancher meiner Zeitgenossen hier in Deutschland: Vor 30 Jahren fiel die Mauer – und der Ein- oder Andere aus der ehemaligen DDR ist auf der Strecke geblieben. 2015 und 2016 kamen hunderttausende Menschen fremder Nationalität und Kultur als Asylsuchende zu uns. Wird der Kuchen für alle reichen? Ist unser Wohlstand in Gefahr? Wir jammern auf hohem Niveau und mancher fühlt sich im freien Fall – Höhenangst.

Das Problem gibt’s offensichtlich schon länger, schon seit mindestens 3.000 Jahren.  Damals hat der Dichter und Musiker Asaf am Hof des Königs David zusammen mit seinen Brüdern ein Loblied gegen die Höhenangst geschrieben. Es erzählt von den Anfängen des Volkes Israel. Wie Gott es – klein an Zahl – erwählt und beschützt hat. Gegen allen Augenschein ist ein großes Volk daraus geworden, das jetzt sein politisches und spirituelles Zentrum in Jerusalem findet. Und dann bricht in diesem Lied der Jubel aus:

„Der Himmel soll sich freuen,

die Erde jauchzen!

Sagt es allen Menschen: Der HERR ist König!“

Das ist die Botschaft: So wie sich Gott einem ursprünglich kleinen Volk zugewandt hat, so bietet Gott jedem seine Freundschaft an, der denkt: Jeder Halt geht mir verloren. Ich fühle mich im freien Fall.

Auf einen Leuchtturm werde ich zwar so schnell nicht wieder steigen. Aber ich baue auf Gott, wenn mich sonst in meinem Leben mal wieder Angst – Höhenangst packt.

Autor: Oliver Jeske

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Aufblenden

Ja, was denn nun. Kann man sich fragen, wenn man in der Bergpredigt, einem der berühmtesten Teile der Bibel, den Satz liest: "Ihr seid das Licht der Welt… Man zündet nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind." Hat Jesus nicht in einem anderen Zusammenhang gesagt: "Ich bin das Licht der Welt" - ? Das ist ja noch nachvollziehbar. Der Sohn Gottes, der Messias, der hat das Zeug dazu, die Welt zu erleuchten. Aber ich doch nicht - ich war noch nie eine Leuchte. "Ihr seid das Licht der Welt" - ein Versehen also? 

Richtig ist auf jeden Fall: Im Leben vieler Menschen sieht es in der Tat ziemlich düster aus. Da sind lichte Momente selten. Viele Menschen gieren nach Orientierung, manche klammern sich an jeden Hoffnungsschimmer. Da kann auch ein kleines Licht viel ausrichten. Wenn es denn tatsächlich leuchtet, wenn es nicht abgeblendet und abgeschirmt gegen den Rest der Welt ist wie eine Signallaterne im Bereitschaftszustand.

„Ihr seid das Licht der Welt“. Der Brennstoff, der Strom, der die LED zum Leuchten anregt - das alles fließt gläubigen Menschen von Gott zu. Sie müssen sich nicht selbst verzehren wie eine Kerze.  Ein paar Sätze später erklärt Jesus auch, warum seine Anhängerinnen und Anhänger erkennbar sein sollen. Ich zitiere: "Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen." Güte und menschenfreundliches Verhalten. Das leuchtet ein. Das strahlt unübersehbar. Das macht Menschen auf Gott aufmerksam. Da wird es hell.

 

Autor: Markus Baum

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Mit Gott im Bus unterwegs

Vor 24 Jahren veröffentlichte die US-amerikanische Liedermacherin und Sängerin Joan Osborn das Lied „One of us“ – „Einer von uns“. In dem Song stellt sie die rhetorische Frage, was wir Gott fragten, wenn er uns begegnete. Und ob wir ihn überhaupt erkennen würden, wenn er im Bus neben uns säße. Ob wir ihn überhaupt unter all den Fremden sehen könnten, wenn denn „sehen“ meint, dass man an ihm glaubt.

Dieses Lied hat bei mir zweierlei bewirkt. Erstens bin ich seitdem höchst aufmerksam, wenn ich im Bus fahre. Und zweitens erwische ich mich ab und an dabei, wenn ich Menschen beobachte, mir die Frage zu stellen, ob Gott gerade unter uns ist. In meinem trostlosen Alltag, zwischen Payback Punkten im Discounter sammeln und die verschwitzten Kinder vom Fußball abholen, fahre ich durch die Straßen meiner Stadt und suche ihn. Suche Gott, der doch hier irgendwo sein muss.

In der Bibelstelle bei Jesaja 8, Vers 17 drückt es der Prophet wie folgt aus: „Ich will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob.“ Israel damals war das wie eine Art Stopp-Schild für Menschen, die Gott aus dem Weg gegangen waren und ihn jetzt nicht mehr finden konnten. Und doch – wird Gott sich nicht doch wieder zu erkennen geben?

An der Stelle muss ich der Komponistin Osborn Recht geben, wenn das Gott sehen heißt, an ihn zu glauben, dann will ich mich weiter gedulden. In Mitten der saturierten Mittelhessischen-Mittelschicht ziehe ich meine Bahnen und suche Gott unter den Fremden. Solange bis er sich mir dann endlich zeigt, oder der Bus kommt.

Autor: Dariush Ghobad

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Jesaja 8,17

Vor 24 Jahren veröffentlichte die US-amerikanische Liedermacherin und Sängerin Joan Osborn das Lied „One of us“ – „Einer von uns“. In dem Song stellt sie die rhetorische Frage, was wir Gott fragten, wenn er uns begegnete. Und ob wir ihn überhaupt erkennen würden, wenn er im Bus neben uns säße. Ob wir ihn überhaupt unter all den Fremden sehen könnten, wenn denn „sehen“ meint, dass man an ihm glaubt.

Dieses Lied hat bei mir zweierlei bewirkt. Erstens bin ich seitdem höchst aufmerksam, wenn ich im Bus fahre. Und zweitens erwische ich mich ab und an dabei, wenn ich Menschen beobachte, mir die Frage zu stellen, ob Gott gerade unter uns ist. In meinem trostlosen Alltag, zwischen Payback Punkten im Discounter sammeln und die verschwitzten Kinder vom Fußball abholen, fahre ich durch die Straßen meiner Stadt und suche ihn. Suche Gott, der doch hier irgendwo sein muss.

In der Bibelstelle bei Jesaja 8, Vers 17 drückt es der Prophet wie folgt aus: „Ich will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob.“ Israel damals war das wie eine Art Stopp-Schild für Menschen, die Gott aus dem Weg gegangen waren und ihn jetzt nicht mehr finden konnten. Und doch – wird Gott sich nicht doch wieder zu erkennen geben?

An der Stelle muss ich der Komponistin Osborn Recht geben, wenn das Gott sehen heißt, an ihn zu glauben, dann will ich mich weiter gedulden. In Mitten der saturierten Mittelhessischen-Mittelschicht ziehe ich meine Bahnen und suche Gott unter den Fremden. Solange bis er sich mir dann endlich zeigt, oder der Bus kommt.

Autor: Dariush Ghobad

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Freispruch trotz Schuld

Ab und zu bin ich bei Gerichtsverhandlungen dabei, weil eine Freundin von mir Schöffin ist und vielen Gerichtsverhandlungen beisitzt. Ich empfinde vor Gericht irgendwie immer eine bedrückende Stimmung, da geht’s um Schuld, wo Menschen andere belogen, betrogen, hintergangen haben. Sie verletzt haben, wo andere es mit der Wahrheit nicht genau genommen haben. Es gibt unzählige Situationen, die vor Gericht landen. Die einen hoffen auf Freispruch und Gerechtigkeit und manche bitten um Vergebung für Ihre Vergehen. Bei Mord und Totschlag ist es besonders schlimm und die Verurteilten müssen sie für ihre Taten einstehen und viele Jahre einsitzen. Es ist gut, dass es auf der Erde solche Gerichte gibt.

Wir stellen uns aber mal folgendes vor. Du hast etwas Schlimmes verbrochen und sitzt vor Gericht. Da steht plötzlich einer auf. Du erkennst die Wundmale an seinen Händen. Du hast ihn bisher nicht ernst genommen. Und nun ist er dein Verteidiger. Er geht auf den Richter zu und plädiert auf Freispruch. „Dieser Mensch gehört zu mir. Ich habe für seine Sünden und sein Vergehen schon im Voraus gebüßt. Er soll Gnade finden.“ Eine Fiktion? Zu schön, um wahr zu sein? Freispruch trotz Schuld. Nein – es ist die Wirklichkeit, die Gott den Menschen durch seinen Sohn Jesus Christus ermöglicht hat. Ich bin total berührt. Mir schießen Tränen in die Augen. Die Gnade Gottes ist so etwas Großartiges, dass ich es kaum fassen kann. Freispruch trotz Schuld. Ich habe das jeden Tag nötig.

Wie ist das bei Ihnen?  

Autor: Ulrike Schild

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