ERF Plus - Anstoß

Ein Impuls zur Tageslosung

Elefantengedächtnis

Kennen Sie den Ausspruch: „Du hast ja ein Elefanten-Gedächtnis!“. Elefanten sagt man nach, sie hätten ein gutes Gedächtnis. Forschungen belegen – das ist wirklich so. Elefanten vergessen wirklich nicht so schnell und sie sie können sich sogar besser an Vergangenes erinnern als Menschen. 

Bei Gott ist das ganz ähnlich, der vergisst auch nichts. So sagt es zumindest der Prophet Jesaja: „Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!“ So steht es im Buch des Propheten Jesaja Kapitel 49 Vers 15.

Gott vergisst nichts. Was löst dieser Satz bei Ihnen aus? Löst er Freude aus? Gar kein Gefühl oder Angst? Nicht umsonst nutzt Jesaja das Bild der Mutter und ihres Kindes. Die Liebe der Mutter ihrem Kind gegenüber ist bedingungslos. Wenn es um das Wohl des Kindes geht, stellt die Mutter ihre Bedürfnisse schnell mal hinten an.

Genauso denkt Gott auch über Sie. Ihr Wohl ist ihm wichtig! Gott übersieht Sie nicht und vergisst Sie auch nicht. Sicher, ich kenne Situationen, in den kommt es mir leider so vor.  Wie gut, dass ich mich dann auf dieses Wort stellen kann.  Egal, wie vergessen ich mir vorkomme. Egal, wie einsam ich mich fühle. Gottes Wort ist die Wahrheit.

Vielleicht mag das nächste Bild von einem Elefanten Sie an diese wunderbare und tröstende Eigenschaft Gottes erinnern. Gott hat ein Elefantengedächtnis. Er vergisst sie nicht.

Autor: Tobias Schier

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Die Schuldfrage

Es ist dieser eine Augenblick, dieser Moment, den man hinterher einfach nur bereut. "Hätte ich doch besser aufgepasst und nicht aufs Handy geschaut!" Dann wäre das Kind heute noch am Leben, das mir vors Auto gelaufen war. "Hätte ich doch mehr nachgedacht und meine Zunge im Zaum gehalten" Dann hätte ich mich mit meinen Kollegen nicht zerstritten und hätte heute noch meinen Job. "Hätte ich doch meinen Mund aufgemacht und gehandelt!" Dann wäre der Mann von der kriminellen Bande vielleicht nicht so übel zugerichtet worden. Manche Dinge im Leben lassen sich eben nicht so einfach wieder geradebiegen. Schuld, die ich auf mich lade, kann mich lange belasten - oft ein Leben lang. Die Gedanken springen dann immer wieder zurück zu dem fatalen Ereignis, und es wird dadurch doch nicht besser. So sehr ich es auch drehe und wende, mit meiner Schuld muss ich selber klar kommen. Oder vielleicht auch nicht. Der israelitische König David hatte auch schwere Schuld auf sich geladen. Ihm war völlig bewusst, dass er dafür keinem anderen die Schuld geben konnte. Auch das Volk Israel war immer wieder schuldig geworden; an Gott und den Mitmenschen. Und so richtet David in Psalm 65 die folgenden Worte an Gott: "Zu schwer lasten unsere Vergehen auf uns, du allein kannst sie vergeben. " Die Last meiner Schuld, meiner Vergehen und Sünden kann nur Gott wegnehmen. Und das tut er auch, wenn ich meine Schuld bereue und sie ihm offen bekenne. Deshalb muss ich mich nicht immer wieder von alter Schuld einholen lassen. Ich kann sie aufarbeiten und dann ruhen lassen und mit einer neuen Perspektive nach vorne schauen.

Autor: Horst Kretschi

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Raus aus dem schwarzen Loch

Ist Gott weg? Hat er den Kontakt abgebrochen? König David kommt es so vor. In einem seiner Psalmen klagt er darüber. David kann genau beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn er sich wörtlich von Gott verlassen fühlt.

Die ganze Situation kommt ihm vor, als hocke er in einem schwarzen Loch und wäre dabei noch umzingelt von seinen Feinden. Wer die Geschichte Davids kennt, der weiß, dass dies keine bloßen Hirngespinste sind. Angst und Bedrohung hat David handfest erlebt.

Doch genau in solchen Momenten bleibt für David eben nicht nur die blanke Verzweiflung. David kann auch auf einen ganz anderen Erfahrungswert zurückgreifen. Und den holt er sich jetzt ins Gedächtnis:

"Herr, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurück gerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren."

Das ist die andere Seite. David lässt sich also nicht einfach von einer scheinbar ausweglosen Situation erdrücken. Er ruft sich in Erinnerung, dass Gott ihn wiederholt gerettet hat aus tödlicher Gefahr. Das gibt ihm erneut Halt - und so verliert die bedrohliche Lage, in der er steckt, ihre Schärfe. Ein Ausweg ist möglich.

Genau davon lebt auch der Advent. Wir stehen in der Spannung zwischen Dunkelheit und Licht. Wir kennen die Schwere des Augenblicks, aber wir leben auf Weihnachten zu, die Zeit des Lichts und dem Beginn von etwas völlig neuem. Und genau in dieser Spannung begleitet mich Davids Psalm 30. Ein Adventspsalm, der mich raus aus dem schwarzen Loch hin ins Licht führen kann.

Autor: Andreas Odrich

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Der Anfang von Hoffnung

„Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich an ihrem Umgang mit den Schwachen“ – dieser Satz ist bei Politikern so populär, das ich keinen einzelnen Urheber für dieses Zitat ausmachen konnte.

Es gab und gibt immer wieder Gesellschaften, die aus einer moralischen Stärke heraus Schwache  auffangen und mittragen. Und es gibt andere Gesellschaften, in denen das Recht des Stärkeren gilt und die Schwachen unter die Räder geraten.

Ein solches Negativbeispiel beschreibt Psalm 94: Das Volk Israel leidet unter dem Recht des Stärkeren. Bisherige Wertvorstellungen werden mit Füßen getreten, korrupte Richter beugen das Recht, die Schwachen zahlen die Zeche. Witwen, Waisen und  Ausländer müssen um ihr Leben fürchten.

Aber Psalm 94 ist keine Analyse, sondern ein Aufschrei, ein verzweifeltes Gebet: Gott, lege endlich denen das Handwerk, die ihre Stärke missbrauchen!  Gott, lass nicht länger zu, dass deine Leute – die Menschen, die an dich glauben und dir vertrauen – unter die Räder geraten! Und mittendrin im Aufschrei: Ein kleines, funkelndes Stück Gewissheit, in Vers 14:

Der Herr wird doch sein Volk niemals verstoßen – sein Eigentum lässt er nicht im Stich!

Gott steht auf der Seite der Schwachen. Gott gibt die Menschen, die ihm vertrauen, nicht verloren. Gott  nimmt die Schwachen so wichtig, wie einer sein Eigentum wichtig nimmt.

Diese Gewissheit ist der Anfang von Hoffnung: Wer mit der Gnade Gottes rechnet, ist nicht länger nur der Gnade der Starken ausgeliefert.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Worte des Vertrauens

„Wow, woher hast du das denn gewusst, dass ich mir das gewünscht habe?“ Die schönsten Geschenke sind bekanntlich die, die völlig überraschend kommen und trotzdem voll ins Schwarze treffen.

Ganz anders und viel weniger freudig ist es, wenn ich den Anderen so lange überrede, bis er mir endlich meinen Wunsch erfüllt.

Gott ist einer, der uns Menschen gerne freudig überrascht. In der Bibel heißt es, dass er schon längst weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn überhaupt um etwas bitten. Und deshalb gibt sein Sohn Jesus Christus allen, die sich im Gebet an Gott richten wollen, den Tipp:

„Beim Beten sollt ihr nicht leere Worte aneinander reihen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.“

Ist das nicht entspannend? Ich muss nicht „richtig“ beten. Ich muss nicht erst irgendwie den Kniff rauskriegen, damit Gott meine Wünsche erhört und mich beschenkt. Er weiß bereits, was das Beste für mich ist. Ich kann Gott deshalb einfach mein Vertrauen aussprechen: „Herr, komm mit deinem Plan für mich und diese Welt zu deinem Ziel. Genauso wird es gut sein.“ Das reicht völlig aus. So ähnlich ist es auch ausgedrückt im Vaterunser.

Mit dieser inneren Haltung kann ich mich, können auch Sie sich von Gott überraschen zu lassen.

Die Beziehung zwischen Gott und mir, zwischen Gott und Ihnen bedarf nicht vieler Worte, aber sie braucht Worte des Vertrauens.

Autor: Oliver Jeske

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Fundsache

Noah found Grace in the Eyes oft the Lord – mit diesem Song hatte der niederländische Sänger Bruce Low 1971 nach zehn Jahren mal wieder einen Hit in den deutschen Charts. „Noah found Grace in the Eyes oft the Lord“ – die erste Zeile des Liedes ist ein Zitat aus dem 1. Buch Mose Kapitel 6. „Noah fand Gnade vor den Augen des Herrn,“ so heißt es wörtlich im biblischen Hebräisch. Erst die Lutherübersetzung 2017 schenkt sich das mit den Augen. Aber auch hier hat Noah offenbar etwas gefunden. Nämlich Gnade. 

Niemand kann etwas dafür, wenn er oder sie Gnade findet. Gnade ist nichts, was man sich erarbeiten oder verdienen könnte. Gnade bekommt man geschenkt – oder man bekommt sie gar nicht. Gnade liegt genau wie Schönheit im Auge des Betrachters oder der Betrachterin.

Wenn etwas Gnade vor meinen Augen findet, dann lasse ich es gelten, dann gehe ich nicht darüber hinweg, dann ist es mir nicht gleichgültig, sondern dann ist es mir etwas wert. Und das kann und würde ich längst nicht von allem sagen. Es gibt auch Dinge, die fallen bei mir durch, die finden jedenfalls bei mir keine Gnade.

Nun ging es bei Noah ja um einen Menschen und nicht um eine Sache, und derjenige, in dessen Augen da jemand Gnade gefunden hat, ist auch nicht irgendwer, sondern Gott. Und Gott ist durchaus wählerisch. „Noah fand Gnade vor den Augen des Herrn“ – die meisten seiner Zeitgenossen nicht. Was hat Noah von den anderen unterschieden? Er war „ein gerechter, untadeliger Mann; er ging mit Gott.“ Deshalb hat er Gnade gefunden – diese seltsame, in Noahs Fall lebenswichtige, lebensrettende Fundsache. 

Autor: Markus Baum

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Taten und Worte

Mit dem Ausspruch „Taten statt Worte“ wird manchmal versucht, eine Gewichtung  einzuführen, die ich für unlauter halte. So manches Mal habe ich diese Worte gehört, wenn ich mit Menschen gesprochen habe, die der Kirche und dem Glauben eher kritisch gegenüber eingestellt waren. Sie monierten dann, dass man ja Sonntags immer schön von der Kanzeln predigen könne, es sich aber an der Armut und dem Leid in der Welt nichts ändert. Selbst innerhalb der Kirche gibt es im Spannungsfeld von Diakonie und Theologie solche Diskussionen.

Im Matthäus-Evangelium Kapitel 4, Vers 23 wird dieser scheinbare Konflikt für mich aber ganz gut aufgelöst. Dort steht. „Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.“

Damit wird beschrieben, dass Jesus uns auf Erden sowohl mit Taten als auch mit Worten gesegnet hat. Er heilte die Kranken und die Gebrechlichen. Gleichzeitig lehrte und predigte er auch. Damit schafft es Jesus, etwas ganz natürlich zu vereinen, was auch zwingend zusammengehört: Liebe predigen und Nächstenliebe leben, Um Vergebung im Gebet bitten und selbst vergeben, Gottesfurcht und Bibeltreue lehren und selbst danach vorbildhaft leben.

Wie so oft, dient mir Jesus als Vorbild, auch wenn ich nicht für mich in Anspruch nehmen kann, diese Einheit von Reden und Tun  immer so klar umsetzen zu können. Doch eigentlich ist es einfach: Für heute beende ich meinen kurzen Text und widme mich nun wieder meinen guten Taten.

Autor: Dariush Ghobad

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Gott das Richten überlassen

Kürzlich begegnete ich auf der Straße einem Mann, der in den besten Jahren ist und eine hohe berufliche Position innehat. Ich frage ihn, wie es ihm gehe. “Momentan nicht so gut”, sagt er zu mir, “ich hatte eine harmlose Operation am Innenohr, und seither leide ich an Schwindel und Unwohlsein, bereits seit mehr als drei Monaten. Ich hatte zwar begonnen zu arbeiten, aber ich musste sie wieder abbrechen. Die Ärzte sind auch ziemlich am Ende ihres Lateins. ‘Abwarten’, heißt es dauernd, ‘abwarten, abwarten!’ Es ist zum Verrücktwerden!”. Bei einer Tasse Kaffee erzählt er mir dann, wie schwer es ihm falle, so untätig herumzusitzen, und dass er nur hoffe, bald wieder arbeiten zu können. “Und wissen Sie”, führte er dann noch weiter aus, “etwas habe ich gelernt. Ich habe gelernt, dass ich nie wieder über andere urteilen werde, die nicht mehr arbeiten und zu Hause herum hocken, wegen einer Krankheit. Wissen Sie, bis zu meiner Krankheit war ich immer ziemlich schnell mit meinem Urteil über solche Typen. ‘Simulant, Schmarotzer’, das war so ziemlich das Harmloseste, was mir dazu eingefallen ist."

Solche Erfahrungen können heilsam für uns Menschen sein, für jeden von uns. Wer selber einmal so gründlich verkannt, missdeutet und gedemütigt wurde, kennt die Schwere der Aussage im Matthäusevangelium, wo es heißt: "Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden." Und das war mir dann auch wiederum eine ganz persönlich eine Lehre, denn wie schnell fälle auch ich Urteile über andere Menschen. Also: Achtung, dass Urteilen kann uns wie ein Bumerang selber treffen. Außerdem sehen wir immer nur das Äußere. Wir sehen nicht in andere Menschen hinein. Und was immer sie tun: Wir können die Motive ihres Handelns nicht bis ins Letzte beurteilen. Und müssen das auch nicht. Das Richten, das können wir getrost Gott überlassen. Das ist eine ganz Hohe Schule, und man muss einen solch einen Bibelvers mehrmals lesen und meditieren, um  ihn nur ansatzweise zu verstehen. Wie froh bin ich, dass ich durch Gott einen gnädigen Richter habe. 

Autor: Ulrike Schild

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Ein Impuls zur Tageslosung

Kürzlich begegnete ich auf der Straße einem Mann, der in den besten Jahren ist und eine hohe berufliche Position innehat. Ich frage ihn, wie es ihm gehe. “Momentan nicht so gut”, sagt er zu mir, “ich hatte eine harmlose Operation am Innenohr, und seither leide ich an Schwindel und Unwohlsein, bereits seit mehr als drei Monaten. Ich hatte zwar begonnen zu arbeiten, aber ich musste sie wieder abbrechen. Die Ärzte sind auch ziemlich am Ende ihres Lateins. ‘Abwarten’, heißt es dauernd, ‘abwarten, abwarten!’ Es ist zum Verrücktwerden!”. Bei einer Tasse Kaffee erzählt er mir dann, wie schwer es ihm falle, so untätig herumzusitzen, und dass er nur hoffe, bald wieder arbeiten zu können. “Und wissen Sie”, führte er dann noch weiter aus, “etwas habe ich gelernt. Ich habe gelernt, dass ich nie wieder über andere urteilen werde, die nicht mehr arbeiten und zu Hause herum hocken, wegen einer Krankheit. Wissen Sie, bis zu meiner Krankheit war ich immer ziemlich schnell mit meinem Urteil über solche Typen. ‘Simulant, Schmarotzer’, das war so ziemlich das Harmloseste, was mir dazu eingefallen ist."

Solche Erfahrungen können heilsam für uns Menschen sein, für jeden von uns. Wer selber einmal so gründlich verkannt, missdeutet und gedemütigt wurde, kennt die Schwere der Aussage im Matthäusevangelium, wo es heißt: "Wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden." Und das war mir dann auch wiederum eine ganz persönlich eine Lehre, denn wie schnell fälle auch ich Urteile über andere Menschen. Also: Achtung, dass Urteilen kann uns wie ein Bumerang selber treffen. Außerdem sehen wir immer nur das Äußere. Wir sehen nicht in andere Menschen hinein. Und was immer sie tun: Wir können die Motive ihres Handelns nicht bis ins Letzte beurteilen. Und müssen das auch nicht. Das Richten, das können wir getrost Gott überlassen. Das ist eine ganz Hohe Schule, und man muss einen solch einen Bibelvers mehrmals lesen und meditieren, um  ihn nur ansatzweise zu verstehen. Wie froh bin ich, dass ich durch Gott einen gnädigen Richter habe. 

Autor: Ulrike Schild

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Ein bewässerter Garten

Ich bin auf einer Missionsstation in der westafrikanischen Sahelzone aufgewachsen. Die meiste Zeit des Jahres war das Wetter trocken und heiß. Aber drei Monate lang herrschte Regenzeit. Vor unserem Haus war ein kleiner Garten mit Orangen- und Mandarinenbäumen. Ich hatte als kleiner Junge sogar mein eigenes Blumenbeet mit Zinnien und ein paar Erdnusspflanzen. Was bei uns wuchs, musste neun Monate lang aus einem sehr tiefen Brunnen bewässert werden.

Deshalb klingen mir die Worte sehr vertraut, die ich im Buch Jesaja lese:

„Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt“, Jesaja 58,11.

Der Zusammenhang macht deutlich, was Gott durch Jesaja zusagt. Das wird passieren, wenn sich das Volk Gottes an bestimmte Vorgaben hält. In den beiden Versen vorher heißt es unmissverständlich:

„Entferne die Unterdrückung aus deiner Mitte. Lass die höhnischen Fingerzeichen und das trügerische Reden! Öffne dem Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein.“

Was seinerzeit für Israel gegolten hat, kann ich auf mein Leben anwenden. Wenn ich meinem Glauben Taten folgen lasse, werde ich anderen zum Segen und werde selbst am meisten davon profitieren.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Hunger nach Gerechtigkeit

Wenn eine große Familie beim Essen um den Tisch sitzt, dann ist es ganz wichtig, dass jeder genau so viel bekommt wie der andere.

Denn offenbar hat die Sehnsucht nach Gerechtigkeit einen hohen Stellenwert. Wenn alle gleich wenig haben, dann ist das schlimm. Wenn die einen den anderen vorgezogen werden, dann ist das unerträglich und kann bei Geschwistern bis ins hohe Alter zu Neid und Zerwürfnissen führen.

Kein Wunder, dass die Gerechtigkeit auch in der Bibel eine zentrale Rolle spielt. „Gott, schaffe mir Recht“, so beginnt Psalm 43. Es ist das Gebet eines Menschen, der von einem ganzen Volk gehetzt wird. Die einzige Zuflucht, die der Beter hat, liegt bei Gott. Und so betet er weiter: „Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner Wohnung.“

Die Kerzen und Lichter, die wir zu Advent und Weihnachten anzünden, erzählen genau von diesem Hunger nach Gerechtigkeit. Sie sind nicht einfach nur ein hübscher Schmuck. Sie erinnern elementar genau an dieses Licht, das der Beter braucht.

Dieses Licht, das ist Jesus Christus selbst. Gott der als Mensch durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung neue Gerechtigkeit schafft, und das, was bitter schief ist zwischen Menschen, wieder gerade biegt und im wahrsten Sinne des Wortes zu-„recht“ rückt.

Ich will mir das in den nächsten Wochen bewusst in Erinnerung rufen. Nicht einfach nur schnell die Kerzen anzünden wegen der Deko sondern innehalten und über das Licht als Zeichen für das Recht und die Gerechtigkeit in Jesus neu nachdenken.

Autor: Andreas Odrich

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Unter uns gesagt

Gespräche unter der Hand können sehr aufschlussreich sein! Sie sind oft ehrlicher als andere Gespräche.

Jedes nicht öffentliche Gebet ist so ein Gespräch unter der Hand. In solch einem Gespräch kann ich Gott gegenüber äußern, was ich über ihn denke. Gott freut sich über "offen gesagte" Ansichten -  anders als mancher Mensch, der vielleicht nicht so genau wissen will, was andere über ihn denken.

Gespräche unter der Hand mit Gott können zu öffentlichen Gesprächen werden. Zu Gebeten, die gemeinsam gesprochen werden, wie Psalm 68. Einzelne sammelten Erfahrungen mit Gott, sprachen sie unter der Hand aus und fanden nach und nach Mitstreiter, die Gott so beschrieben haben: Gott wird mit jedem fertig. Egal, ob es sich um ein Heer von Feinden handelt oder das Waisenkind von nebenan. Gott wird auf seinem Berg, dem Zion, gelobt und angebetet oder Zuhause im Alltag. Die Israeliten sind überzeugt:

„Tag für Tag sei der Herr gepriesen; denn er trägt uns, er ist unser Helfer!“  (Vers 20)

Über die Jahrtausende wurde dieser Satz inzwischen öffentlich gemacht und wurden  Menschen eingeladen, Gott so zu begegnen. Gott, dem Herrn, der sich uns heute in Jesus Christus erschließt. Den aktuellen Tag anzuschauen und zu überlegen: Wo hat Gott mich getragen? Wo hat er mir geholfen? Habe ich es ihm gesagt? Habe ich meinen Herrn, Jesus Christus, heute gelobt? Wie antworten Sie Gott unter der Hand oder öffentlich mit anderen?

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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So höre ich Gottes Stimme

„Wenn du Gott bei der Arbeit sehen willst, musst du genau hinschauen. Und wenn du ihm zuhören willst, musst du die Ohren spitzen.“ Diesen Rat habe ich beherzigt und gute Erfahrungen gemacht.

Ein ergreifendes Beispiel hat der Prophet Elia erlebt. Seine Begegnung mit dem Allmächtigen wird in der Bibel beschrieben:

Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. (1. Könige 19,11–12)

Nach einem gewaltigen Eingreifen Gottes auf dem Berg Karmel, hatten Morddrohungen aus dem königlichen Palast Elia erreicht und ihm Todesangst eingejagt. Daraufhin ist er um sein Leben gerannt. Jetzt befand Elia sich einsam in der Gegend des Bergs Horeb, damals bekannt als der Berg Gottes. Hier, in der Abgeschiedenheit hat Gott persönliche Worte mit Elia gesprochen.

Ich glaube, wer Gott begegnen will, muss Störendes beiseitelegen, also sein Handy stumm schalten, die Zeitung weglegen und sich aus dem Gewusel des Alltags bewusst zurückziehen. Ich bin der Überzeugung, dass Gott meine volle Aufmerksamkeit haben möchte.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Gott sei Dank ist Gott gnädig

Gott sei Dank muss ich mir Gottes Gnade nicht verdienen. Ich habe mal einen Menschen kennen gelernt, der hat behauptet, dass das geht. Ich müsste mir nur richtig viel Mühe geben und eine Sünde nach der anderen loslassen. Irgendwann wäre ich dann frei von allen Sünden und dann würde Gott mich in den Himmel lassen. Ich habe das wirklich mal geglaubt und habe mir auch wirklich Mühe gegeben, ein guter Mensch zu sein. Eine Weile hatte ich auch das gefühl, dass das ganz gut klappt. Aber spätestens, als ich den Eindruck hatte: „Jetzt bin ich besser als die anderen!“, war mir klar, dass es so nicht funktionieren würde. Vor lauter Perfektionsdrang bin ich hochmütig geworden. Ich habe gelernt: Gottes Gnade und seine Liebe kann ich mir nicht verdienen. Es ist reine Gnade, dass ich lebe und dass ich mich sein Kind nennen darf. Es hängt nicht an meinem Willen, ob ich begnadigt und gerettet bin, sondern an seinem Willen und an seiner Liebe zu mir. Aus der Bibel weiß ich, dass ich kein Einzelfall bin. Auch bei seinem Volk und dessen Hauptstadt hat Gott, wie man so schön sagt Gnade vor Recht ergehen lassen. Im 2. Buch Könige heißt es: „Ich will diese Stadt beschirmen, dass ich sie errette um meinetwillen.“ Was damals für Jerusalem galt, das kann ich heute für mich in Anspruch nehmen. Gott ist mir Gnädig. Obwohl ich es nicht verdient habe. Gott sei Dank!

Autor: Stefan Loß

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Hilfe! Schwach gegen Stark

In meiner Kindheit habe ich Fußball gespielt. Weil unser Dorf sehr klein war, bekamen wir keine Mannschaft für die D-Jugend zusammen. Also mussten wir als 11-jährige in der C-Jugend mitspielen. Und das hieß: gegen 13 und 14-jährige Jungs. Selbst wenn wir technisch gut gespielt haben, wurden wir oft einfach umgerannt. Und haben ständig verloren. Wir waren körperlich einfach viel schwächer. Und hatten so keine Chance. Eine echt furchtbare Erfahrung. Auch wenn es nur um Fußball ging.

 

Als Schwacher gegen viel stärkere Gegner antreten zu müssen. Das ist extrem übel. In so einer Situation rief ein Mann, der die Regierungsverantwortung für sein Volk hatte: „Hilf uns, Gott Israels, unser Gott! Denn wir verlassen uns ganz auf dich!“ Asa hieß jener König. Und das feindliche Heer war fast doppelt so groß wie sein eigenes. Aber weshalb verlässt sich ein Realist, ein Staatsoberhaupt, auf Gott? Asa tut das, weil er Gott kennt. Und weil er genau weiß: „Du bist der Gott Israels. Kein Mensch kann etwas gegen dich ausrichten.“ Das ist stark. Ein starkes Bekenntnis - zu einem noch stärkeren Gott. Und dem dürfen wir uns auch heute wieder anvertrauen. Und uns ganz und gar auf ihn verlassen. Gott bietet seine Hilfe an: Ihnen genauso wie mir.

Autor: Steffen Brack

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Gegensätze schließen sich aus

Gegensätze schließen sich aus

Feuer und Wasser, Wahrheit und Lüge, Freund und Feind, Himmel und Erde. Ich spreche von Gegensätzen. Gegensätze sind dadurch definiert, dass sie grundverschieden sind und sich nicht vereinbaren lassen. Niemand kann gleichzeitig Freund und Feind ein und desselben Menschen sein. Niemand kann lügen und zur selben Zeit die Wahrheit sagen. Ist doch logisch!

Der Apostel Johannes hat ein solches Gegensatzpaar gefunden, wenn er in seinem ersten Brief schreibt: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“ Gerade in der Erziehung hat es den Anschein, dass manche Menschen diesen Gegensatz nicht unterschreiben würden. Sie erziehen ihr Kind mit Angst, sie sprechen Drohungen aus und wenden Strafen an. Da, wo die Liebe vorherrschen sollte, zwischen Eltern und Kindern, kommt die Furcht zum Zug und Liebe weicht. Furcht und Liebe – das geht nicht zusammen.

Die Gute Nachricht ist: Liebe ist stärker als Furcht!

So, wie das Wasser die Luft im Glas verdrängt, so kann die Liebe auch die Furcht verdrängen. Wenn ich Liebe in einer Beziehung lebe, weicht die Furcht. Liebe ist nicht nur stark, sie macht auch stark.

Gott selbst ist der Vater der Liebe und er möchte, dass ich durch seine Liebe gestärkt werde und andere stärke. Die Liebe Gottes hat sich auf dieser Erde in Jesus Christus offenbart. So gesehen sind Himmel und Erde wohl doch kein Gegensatz…

 

 

Autor: Tobias Schier

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Keine Vogelscheuche im Gurkenfeld

Wovon lasse ich mich in meinem Leben beeinflussen? Welche Dinge sind mir wichtig? Worauf vertraue ich? Alles Fragen, über die es sich lohnt nachzudenken. Der Prophet Jeremia hat das vor tausenden Jahren schon getan. Und er hat diese Fragen - natürlich anders formuliert an das Volk Israel weitergegeben. Der Prophet macht das im Auftrag Gottes. Und es gibt einen Anlass dafür. Die Israeliten wollten ihren Gott ein wenig mehr erfahrbar und leichter begreifbar haben. Das war ja alles ganz schön mit Gott, aber es gab doch erhebliche Nachteile im täglichen Umgang mit ihm: Man konnte ihn weder sehen noch hören oder anfassen. Da hatten es andere Völker leichter. Deren Götter konnte man mit nach Hause nehmen und als schmuckes Schnitzwerk dekorativ und unübersehbar in der heimischen Wohnstatt aufstellen! In den Augen Gottes eine geradezu törichte Idee. Durch den Propheten Jeremia lässt er den Menschen ausrichten, die sich so verhalten: Die geschnitzten Götzen "sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld". Die helfen nicht wirklich, man muss weder Angst noch Respekt vor ihnen haben. Wie anders ist da Gott einzuschätzen. Über ihn sagt Jeremia: "Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muss man gehorchen!" Eine klare Ansage. Letztlich hat auf dieser Welt allein Gott Macht, der Schöpfer dieser Welt. Götzenfiguren, in welcher Form auch immer sie auftreten, haben keinerlei Macht und ich sollte sie ihnen auch nicht zubilligen und mich von ihnen beeinflussen lassen. Worauf setze ich mein Vertrauen? Was und wen fürchte? Alle diese Fragen stellt Gott heute an mich!

Autor: Horst Kretschi

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Advent realistisch

Morgen zünden wir die erste Kerze an. Es ist Advent. Ein bisschen schön wollen wir's haben. Kuschelig, gemütlich und heimelig.

Dagegen ist gar nichts zu sagen. Jedem wünsche ich das. Die Realität allerdings spricht oft eine andere Sprache. Die wirkliche Welt ist eher rau und ungemütlich. Passt leider gar nicht zu unserer Idealvorstellung.

Gut, dass jemand wie der Apostel Paulus Realist ist. Der Mann, der sich wie kein zweiter in zahlreichen Briefen damit auseinandergesetzt hat, was das Leben von Christen eigentlich ausmacht, kommt zu folgendem Schluss - das Leben besteht grundsätzlich aus Höhen, aber auch aus Tiefen. Und diese Tiefen hat er selbst in vielfacher Weise durchlitten. Daher ist sein Rat zur Adventszeit durchaus nicht aus der Luft gegriffen, sondern spricht aus tiefer Erfahrung:

"Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet." Das umfasst tatsächlich das ganze Spektrum menschlichen Daseins. Und genau mit dieser Grundhaltung lässt es sich für mich gut in den Advent gehen. Jesus kam in eine zerrissene Welt, um Frieden zu bringen.

So werden die Kerzen im Advent auch zu mehr als einfach nur einer netten Deko. Sie sprechen davon, dass endlich Licht in all unsere Zerrissenheit und all unsere Dunkelheit kommt. Ganz realistisch aber mit himmlischer Hoffnung.

Autor: Andreas Odrich

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Warum Gott so großartig ist

An manchen Wahrheit der Bibel gehe ich so achtlos vorbei wie ein Blinder an einem wunderschönen Sonnenuntergang. Nicht, weil ich die Wahrheit nicht erkennen würde, sondern im Gegenteil: Weil ich sie zu gut kenne. Zu oft gehört habe.

Ein Beispiel ist Psalm 103. Darin beschreibt David, der Hirte auf dem Königsthron Israels, in immer neuen Bildern, wie großartig Gott ist. In Vers 13 zum Beispiel heißt es:

Wie ein Vater mit seinen Kindern Erbarmen hat, so hat der Herr Erbarmen mit denen, die ihn ehren.

Und meine erste Reaktion ist: Ja, klar. Gott ist wie in Vater, der mit denen Erbarmen hat, die ihn ehren! Logisch. Wie soll es auch sonst sein?

Erst beim zweiten Nachdenken fällt mir auf, wie großartig diese Perspektive ist. Denn es könnte ja auch ganz anders sein!

Was, wenn David geschrieben hätte: „Wie ein Diktator denen Einfluss verschafft, die ihn ehren…“? Oder wenn David geschrieben hätte: „Wie ein Geschäftsmann denen Profit verschafft, die ihn ehren…“? Oder wenn David geschrieben hätte: „Wie ein Prominenter denen gesellschaftliches Ansehen verleiht, die ihn ehren…“?

Ja, mag sein - Gott gibt einzelnen seiner Leuten Einfluss, Profit oder gesellschaftliches Ansehen. Aber ich glaube, mein Einfluss, Profit und gesellschaftliches Ansehen ist ihm letztlich gar nicht wichtig. Denn Gott ist eben kein Diktator, Geschäftsmann oder Prominenter.

Gott ist wie ein Vater, der mit denen Erbarmen hat, die ihn ehren. Gut, dass es genau so ist. Diesen Gott will ich ehren, und von seinem Erbarmen will ich leben. Gut, wenn Gott mir die Augen dafür öffnet, wie großartig das eigentlich ist.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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