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Beharrlichkeit wird belohnt

Ich gebe ehrlich zu. Es gibt Abschnitte in der Bibel, die sind mir bis heute ein Rätsel. Eine Passage aus dem Lukasevangelium Kapitel 18 gehört dazu. Jesus erklärt den Menschen, die ihm zuhören, dass sie immerzu beten und nicht damit aufhören sollen. Und dazu liefert Jesus ein Gleichnis.

Darin geht es um eine Witwe und einen ungerechten Richter. Die Witwe hat ein berechtigtes Anliegen und bringt das immer wieder vor diesen Richter. Der lässt die Witwe aber auch immer wieder abblitzen. Doch weil die Witwe dermaßen beharrlich ist, und nicht aufhört ihre Bitte vorzutragen, gibt der Richter am Ende nach und verschafft ihr Recht. Und dann sagt Jesus den Satz, der das Gleichnis für die Menschen um ihn erklärt: "Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen?"

Die Aussage verstehe ich schon: Wenn ich Gott nur lange genug mit einem Anliegen bestürme, dann wird er mir am Ende auch zu meinem Recht verhelfen. Wohl gemerkt, es geht nicht um irgendwelche Wünsche, die ich habe. Sondern es geht um Fragen von Recht und Gerechtigkeit. Da stellt sich bei mir wiederum die Frage: Warum muss ich Gott damit beständig belästigen, wenn es eigentlich mein gutes Recht wäre, worum ich da bitte? Wieso kann Gott es mir nicht gleich verschaffen? Ist das eine Geduldsprobe? Eine Fleißaufgabe? Geht es darum, dass Gott mein Vertrauen testen will?

Ich weiß es nicht! Gott allein weiß, warum er mich manchmal sehr lange warten lässt. Aber, das weiß ich dann doch: Dieser Abschnitt ermutigt mich dazu, nicht aufzuhören, mit meinen Anliegen vor Gott zu kommen, egal wie das Ergebnis zunächst aussehen mag. Und das werde ich auch tun!

Autor: Horst Kretschi

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Fürsprecher für Verfolgte

Eine aufsehenerregende Demonstration vor knapp 2.000 Jahren: Petrus und weitere Apostel heilen Menschen und predigen die Liebe Gottes im Namen Jesu Christi, obwohl das verboten ist.

So schleppt man die Apostel vor den Hohen Rat. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen," geben die Apostel auf die Frage zu Protokoll, warum sie gegen alle Vorschriften verstoßen. Was für ein Affront, das Todesurteil steht kurz bevor.

Doch ein Mann steht auf, rät den Gerichtsführern, nicht gegen Petrus und die Apostel vorzugehen, weil diese mit Gott im Bunde seien. Der Fürsprecher ist der hoch angesehene jüdische Rabbi Gamaliel. Sein Wort hat Gewicht. Die Gerichtsbarkeit lenkt ein, die Apostel werden zwar verprügelt, aber dann entlassen.

Die Geschichte zeigt: Glaube und das Vertrauen auf Jesus Christus lassen sich nicht erschlagen. Sie brechen sich Bahn, suchen sich Wege, beeindrucken Menschen, können Mächtige ins Grübeln bringen.

Auf solchen Geschichten basiert das Christentum. Gemütlich und gediegen ist das alles nicht, vielmehr knallhart und nichts für Feiglinge. Bis heute gibt es Menschen, die für ihren Glauben an Jesus Christus verfolgt werden. Sie brauchen Fürsprecher. Wie damals den jüdischen Gelehrten , der sich in der Anfangszeit der christlichen Bewegung für die Apostel vor dem hohen Rat eingesetzt und viel bewirkt hat. Vorbildlich. Wenigstens das können Christen, denen es gut geht, für die Bedrängten auch heute tun.

Autor: Andreas Odrich

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Gottes Güte sehen lernen

Die Erde ist voll der Güte des Herrn – das steht in Psalm 33 Vers 5. Klingt aber zunächst eher nach “Wolke Sieben”. Die Erde ist voll der Güte des Herrn – ist das nicht frömmelnde Schönfärberei? Wenn ich die Nachrichten sehe, ist dann die Erde nicht voll von Krisen und Kriegen, Unglücken und menschlicher Niedertracht? Voll von allem – aber nicht von der “Güte des Herrn”?

Ich glaube nicht, dass der Psalm da blauäugig ist. Im Rest des Psalms ist durchaus die Rede von Krieg, von Hungersnot, von Tod. Denn Glauben heißt, zunächst die Wirklichkeit dieser Welt anzuerkennen. Aber Glauben heißt auch, mitten in der Wirklichkeit dieser Welt die Wirklichkeit Gottes wahrzunehmen. Seine Gegenwart. Sein Wirken. Seine Güte.

Und je mehr ich mich darin übe, umso häufiger erkenne ich die Anzeichen für Gottes Güte in meinem Leben und in unserer Welt: Seine Bewahrung bei einem Beinahe-Verkehrsunfall. Seine Kraft und ärztliche Hilfe während einer ernsthaften Erkrankung. Sein Trost beim Abschied von einem sterbenden Kleinkind.

“Die Erde ist voll der Güte des Herrn” – das bedeutet nicht: Alles, was in dieser Welt passiert, ist in Gottes Augen gut. Aber es bedeutet: Überall in dieser Welt sind Zeichen von Gottes Güte zu finden. Die Erde ist voll davon. Wir müssen nur hinsehen und sie wahrnehmen lernen. Ich gebe zu: Das braucht ein bisschen Übung, jeden einzelnen Tag. Aber es lohnt sich.

Üben Sie mit mir?

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Herz ist Trumpf

Eins meiner Lieblingsspiele ist Doppelkopf. Zugegeben – dieses Kartenspiel hat komplizierte Regeln. Und wer die begriffen hat, ist klar im Vorteil. Aber eine Sache kann man sich ganz einfach merken: Die Herz 10 ist der höchste Trumpf. Sie sticht alle anderen Kartenwerte.

Auch für den Apostel Paulus war Herz Trumpf. Vor knapp 2.000 Jahren hat er einen Brief verfasst an Christen in der griechischen Stadt Philippi. Er schreibt, wie wichtig Erkenntnis und Erfahrung im Leben sind. Aber beides ordnet er der Liebe unter:

„Ich bete darum, dass eure Liebe immer weiter zunimmt an Erkenntnis und Erfahrung.“

Wissen und Erkenntnis ohne Liebe ist kalt und berechnend. Umgekehrt aber gewinnt die Liebe Qualität, wenn sie reift. Wenn ich ein Gespür dafür gewinne, wie Gott durch mich ganz individuell und persönlich seine Liebe in diese Welt hineintragen will. Wenn ich erlebe, dass es sich lohnt, weiterzulieben – auch gegen Widerstände.

Übrigens: Im Kartenspiel Doppelkopf gibt es zweimal die Herz 10. Ich persönlich und manche Mitspieler von mir kennen die Sonderregel Die zweite Herz 10 sticht die erste! Ein schönes Bild dafür, dass Liebe umso wertvoller wird – ja, sich selbst übertrifft, je länger sie reifen kann und an Erkenntnis und Erfahrung gewinnt.

Autor: Oliver Jeske

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Vitamin B

Gott ist eine gute Adresse für Bitten und Anliegen aller Art. Denn Gott ist mächtig. Allmächtig. Wenn es Probleme gibt und keiner sonst eine Lösung weiß – Gott kann es richten.

 

Nur weil jemand etwas kann, heißt das nicht automatisch, dass er oder sie es auch wirklich tut. Gott ist souverän in seinen Entscheidungen – aber erstaunlich oft wird er tatsächlich aktiv, und das hängt mit einer zweiten Eigenschaft zusammen: Gott ist gütig. Fürsorglich. Er hat ein Interesse am Schicksal seiner Geschöpfe.

 

Jesus hat Gott als liebevollen Vater beschrieben. Ein liebender Vater, eine liebende Mutter macht alles möglich für die eigenen Kinder, setzt sich für sie ein.  Geliebte Kinder haben bei ihren Eltern einen Stein im Brett.

 

Jesus als der Sohn Gottes hat die volle Aufmerksamkeit des Vaters. Wenn Menschen wie Sie und ich überlegen, wie wir Gott unsere Anliegen am besten vortragen, dann hilft Vitamin B. B wie Beziehungen. Wir können uns auf Jesus berufen. Das hat Jesus seinen Gefolgsleuten ausdrücklich empfohlen. O-Ton Jesus: „Alles, worum ihr den Vater in meinem Namen bittet, das wird er euch geben!“ (Johannes 16,23, BB).

 

Die Beziehung zu Jesus ist der Schlüssel. Ist zugleich der Filter. Abwegige oder gar verwerfliche Bitten werde ich mir verkneifen, wenn ich mir bewusst mache: Dafür kann ich Jesus nie und nimmer in Anspruch nehmen. Andererseits hat Jesus seinen Leuten aber auch Mut gemacht, groß zu denken und viel zu erwarten von Gott, dem Vater – in seinem Namen. Genau darin will ich mich üben. Und das können Sie für sich ebenfalls entdecken. 

Autor: Markus Baum

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Spannende Zeiten

Es war eine spannende Zeit: Meine Frau war das erste Mal schwanger. Wir wussten schon, dass wir eine Tochter bekommen würden. Wie wird sie aussehen? Welchen Charakter wird sie mitbringen?

In gewisser Weise waren wir schon Eltern. Es war neues Leben entstanden. Doch wir hatten nur eine Vorahnung, wer uns da geschenkt wird. Die Geburt stand noch aus, noch war unsere Tochter in einem dicken Bauch und nur mit ihren Bewegungen spürbar. Wir freuten uns auf sie.

Ähnlich spannend ist das beim christlichen Glauben. Ein enger Freund von Jesus, der Apostel Johannes, beschreibt das in seinem ersten Brief in der Bibel so: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden.“ (1.Johannes 3,2)

Das bedeutet: Als Jesus-Nachfolger bin ich aufgenommen in Gottes Familie. Ich bin sein Kind. Ich habe mich an Jesus gehängt und angenommen, dass er mich befreit. Deshalb kann ich schon jetzt anders leben. In der Jesus-Weise. Im Sinne Gottes.

Das ist aber nicht alles. Jesus verspricht seinen Nachfolgern, dass es nach dem Leben mit ihm weitergeht. Mit einem Leben in Gottes Nähe, in seiner Herrlichkeit. Dieses neue Leben steht noch aus. Wie das genau aussieht, werde ich dann erfahren. Es wird noch offenbar.

Es bleibt also spannend. Ich will aber schon jetzt wie ein Kind aus Gottes Familie leben – und ich freue mich darauf, einmal in Gottes Gegenwart zu sein.

Autor: Joachim Bär

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"Schief gewickelt"

Menschen können Menschen eine Menge vormachen. Wer kann schon hinter unsere Fassade blicken? Was in uns wirklich abläuft ist auch unsere Sache. Manchmal ist es jedoch gerade zu tragisch, dass wir viele Masken tragen, nur um unser wahres Gesicht nicht zu zeigen.

Klar, wir wollen uns keine Blöße geben. Menschen tragen auch oft viele Heimlichkeiten mit sich herum. Nun, man muss nicht jedem erzählen, wie es einem wirklich geht oder was man so treibt. Heimlichkeiten können unser Leben aber auch immens kompliziert machen und uns sogar in Gefahr bringen.

In der Bibel, im Alten Testament, haben die Menschen gedacht, sie könnten vor Gott etwas verbergen. Da waren sie aber, wie man landläufig so sagt, schief gewickelt. Darüber war Gott erbost. Denn sie hätten es besser wissen müssen. Da heißt es: „Weh, die verborgen sein wollen vor dem HERRN, ihr Vornehmen zu verhehlen, und ihr Tun im Finstern halten und sprechen: Wer sieht uns, und wer kennt uns?“

Hier denken Menschen, sie könnten dem Blickfeld Gottes entrinnen. Könnten ihr schlechtes Handeln vor Gott verbergen. Könnten ihre finsteren Gedanken vor Gott verschleiern. Könnten ihn hintergehen, ohne dass Gott es merkt. Wie klein machen sie doch Gott damit. Ein Gott, den man überlisten kann. Weit gefehlt! Der allmächtige Gott sieht und weiß alles.

Muss uns das Angst machen? Nein! Allerdings: Wenn er in unser Innerstes schaut und es durchleuchtet, kann uns das schon auch weh tun. Wenn er wunde Punkte bemerkt, da wo mein Leben eben nicht in Ordnung ist, nicht wahrhaftig; wenn ich in Gefahr bin mich von ihm zu entfernen. Letztlich ist es aber heilsam. Ich bin von Gott erkannt und etwas Besseres kann mir nicht passieren.

Autor: Ulrike Schild

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„Bleibe einfach in meiner Nähe, dann wird alles gut.“

Jeremia ist ein Prophet in der Bibel. Er lebte vor circa 2.600 Jahren in Jerusalem, bis die Stadt durch die Babylonier zerstört wurde.

Liest man aufmerksam, was Jeremia seinem Volk im Auftrag Gottes mitzuteilen hat, spürt man schnell, dass es eine schwere Aufgabe ist. Er muss eine Botschaft verkünden, die niemand hören will. Der König lehnt sie ab und die Einflussreichen in Stadt und Staat ebenso. Auch bei vielen Bürgern stoßen Jeremias Worte auf Widerwillen.

Kein Wunder, dass das Jeremia zusetzt. Bitter beschwert er sich bei Gott. Warum kann ich nicht so sein, wie die anderen? Warum darf ich kein normales Leben führen? Wieso mutest du mir die schwere Last dieser Gerichtsbotschaft zu?

Gott hört Jeremias Klagen und antwortet ihm in bemerkenswerter Weise. Er sagt: 

Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich zu dir halten. (Jeremia 15,19)

Mit anderen Worten: Jeremia, bleibe du bei mir. Suche meine Nähe. Dann werde ich dich trösten und mit neuer Kraft ausrüsten. Ich werde dich aus deiner Bedrohung retten. Das macht der Zusammenhang dieses Bibelworts deutlich.

Was damals für Jeremia gegolten hat, gilt heute in ähnlicher Weise. Auch wenn der Auftrag schwer ist, den Gott mir anvertraut hat. Er bleibt bestehen. Aber wenn ich die Nähe zu ihm durch Jesus Christus suche, dann stellt Gott sich zu mir. Er schützt mich und gibt mir die Kraft, seinen Auftrag auszuführen.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Nah und fern

Schon wieder! Zum dritten Mal haben meine Frau und ich eine bereits gebuchte Reise nach Israel absagen müssen. Mal standen bei uns private Gründe im Weg, mal hat der Veranstalter wegen zu großer Unruhen die Reißleine gezogen. Jetzt haben wir einfach aufgrund der unklaren Corona-Situation noch keine Freiheit gefunden, uns in enge, pesönliche Begegnungen oder auch große Menschenmassen zu begeben.

Ich bin ein wenig traurig, denn ich hatte mich schon darauf gefreut, endlich mal zu sehen, wovon ich so oft gelesen habe. Genezareth, Kapernaum und dann hinauf nach Jersualem. Dort hätte ich sie mir gerne vorgestellt, die Menschenmassen der verschiedensten Kulturen, die zur Zeit der Apostelgeschichte gespannt zugehört haben, als der Apostel Petrus eine lange Predigt gehalten hat. Eine Predigt, so heißt es, die ihnen durchs Herz ging. Anschließend erklärte er, wie sie wieder unmittelbar mit Gott leben können: "Kehrt um und wendet euch Jesus zu". Und er schließt mit der Verheißung, die immer noch ihre Gültigkeit hat: "Denn was Gott versprochen hat, ist für euch und eure Kinder bestimmt und für alle, die jetzt noch fern sind und die der Herr, unser Gott, hinzurufen wird."

Eine Reise nach Israel scheint für mich mal wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Vielleicht muss ich auch ganz darauf verzichten. Viel näher war es für mich, der Einladung von Petrus zu folgen und ja zu Jesus zu sagen. Da reichte ein Gebet.

Autor: Hans Wagner

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Mein Lieblingsbuch

Ich weiß nicht, wie oft ich die Bibel in meinem Leben bereits von vorne bis hinten durchgelesen habe. Doch nach wie vor finde ich mein tägliches Bibellesen spannend. Immer wieder entdecke ich Neues. Das liegt auch daran, dass Jesus mich verändert hat, ich gerade mit anderen Herausforderungen kämpfe als noch vor zehn Jahren. Manchmal habe ich das Gefühl: „Stand dieser Vers schon immer da? Es kommt mir vor, als hätte ich ihn das erste Mal gelesen“. Mit solchen Aha-Momenten komme ich dem Reichtum auf die Spur, den Gott in sein Wort, die Bibel, eingeflochten hat.

Zurzeit lese ich das Buch Jeremia. Ich staune, wie viele Anspielungen ich auf andere Bibeltexte entdecke: z. B. die Erde ist nicht wüst und leer wie es im 1. Mosebuch heißt, sondern die Erde ist „wüst und öde“ (Jeremia 4, 23). D. h. Gottes gute Schöpfung hat sich negativ verändert. Trifft das nicht auch auf Orte unseres Landes zu?

Oder (Jeremia 3,4) Gott lässt sich bereits vor gut 2600 Jahren von seinem Volk Israel mit Vater anreden. Der Sohn Gottes, Jesus Christus, wird Christen die Vateranrede mit dem Vaterunser über 600 Jahre später ans Herz legen.

Damit erlebe ich, was im zweiten Timotheusbrief, Kapitel 3, Vers 16 festgehalten ist: „Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen.“ (Neue Genfer)

Wer die Bibel als Lieblingsbuch erkoren hat, ist in der Lage, falsche Aussagen über Gott, über Jesus, über Menschen zu erkennen und fröhlich den Weg mit Jesus weiterzugehen.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Aus dem Dunkeln ins helle Licht

Was ist meine Aufgabe als Nachfolger von Jesus Christus? Haben Christen einen besonderen Auftrag in dieser Welt? Fragen, wie diese bewegen gläubige Menschen schon immer.

Petrus gibt eine Antwort. In seinem ersten Brief schreibt er:   

Ihr seid das Volk, das er sich zu eigen machte, damit ihr verkündet die Wohltaten dessen, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. (1. Petrusbrief 2,9)

Was mir als visuell veranlagter Mensch sofort auffällt, ist das wunderbare Licht, auf das Petrus sich bezieht. Dem gegenüber setzt er die Finsternis.

Christen sind aus der Dunkelheit ins Licht geführt worden. Sie empfinden das als Wohltat, denn das Licht, das von Jesus ausgeht, ermöglich beispielsweise Orientierung. Ich kann meine Umwelt sehen. Mir ein Bild von ihr machen. Mich sicher und ohne anzustoßen umherbewegen.

Petrus erinnert mich daran, dass ich als Nachfolger von Jesus mein Leben und meine Umwelt in seinem Licht betrachten kann. Ich kann die Dinge sehen, wie sie wirklich sind.

Aber Vorsicht! Im Lichte Jesu bin auch ich für alle anderen gut sichtbar. Das schließt meine Ecken und Kanten ein und all das, worauf ich überhaupt nicht stolz bin! 

Ausreichend Licht haben, um richtig sehen zu können, ist eine gute Sache. Um es mit Petrus zu sagen: Es ist eine Wohltat, von der meine Mitmenschen unbedingt hören sollten.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Puzzleteile

Haben Sie schon einmal ein Puzzle mit 1000 oder mehr Teilen gemacht? Wie gut ist es, wenn am Ende das letzte Teil seinen Platz findet und das Motiv vollständig ist. Nicht der Bildausschnitt oder die Größe sind entscheidend – jedes Teil selbst ist wichtig, damit ein schönes Bild entsteht.

Ich finde das ist ein passender Vergleich für das Zusammenleben von uns Menschen. Jede und jeder ist einzigartig und wundervoll geschaffen; mit einem ganz eigenen Charakter und mit Gaben und Talenten ausgestattet. Hand in Hand, in Gemeinschaft, können wir viel Gutes und Schönes bewerkstelligen.

Wie Puzzleteile oder der sprichwörtliche „Topf auf den Deckel“ ergänzen sich auch Frau und Mann im Kleinen. Im 1. Brief an die Korinther im Kapitel 11, Vers 11 und 12 heißt es "Im Herrn ist weder die Frau ohne den Mann, noch der Mann ohne die Frau. So kommt die Frau vom Mann und der Mann wird von der Frau geboren; aber alles ist von Gott." Gott hat den Menschen in zwei Geschlechtern geschaffen – füreinander, aber auch in aller Unterschiedlichkeit.

Mein Ehemann, mein Vater, mein Großvater, mein Bruder: Ich möchte Gott heute konkret die Männer in meinem Leben anbefehlen. Ich bin dankbar sie zu haben. Möge Gott sie durch diesen Tag begleiten und segnen.

Autor: Melanie Bonnkirch

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Die Machthaber kommen und gehen

In Chemnitz steht ein riesiger Karl-Marx-Kopf. Eine Skulptur aus der Zeit der DDR. Über 7 Meter hoch und gewaltige 40 Tonnen schwer. Und genau hier in dieser Stadt schrieben damals zwei tapfere Jesusmänner ein Lied: Theo Lehmann und Jörg Swoboda. Eine Strophe heißt: „Die Mächtigen kommen und gehen, und auch jedes Denkmal einst fällt. Bleiben wird nur, wer auf Gottes Wort steht, dem sichersten Standpunkt der Welt.“ Das war 1980. Neun Jahre später mussten die Mächtigen des DDR-Regimes tatsächlich ihre Plätze räumen. Darüber staune ich jedes Mal, wenn ich in Chemnitz an dem Karl-Marx-Kopf vorbeigehe.

 

Schon 2.500 Jahre zuvor hat Gott einem seiner Leute offenbart, wie die wahren Machtverhältnisse in dieser Welt sind. Daniel hieß der Mann. Und der Traum, den Gott ihm geschickt hat, war heftig. Große Weltreiche kommen in den nächtlichen Visionen vor. Eines schrecklicher als das andere. Doch am Ende werden sie alle entmachtet. Und zwar von Gott selbst. Und danach sieht Daniel jemanden „der aussah wie der Sohn eines Menschen. Er kam mit den Wolken heranUnd Gott verlieh ihm Macht, Ehre und Herrschaft… Und seine Macht ist ewig und unvergänglich, seine Herrschaft wird niemals aufhören.“

 

Das ist eine glasklare Prophetie auf Jesus. Der am Ende aller Zeiten die Herrschaft über das ganze Universum antreten wird. Alle Mächtigen haben ihr Mandat auf Zeit. Nur einer nicht. Sie und ich – wir können heute schon unser Leben diesem einen widmen, der kommen wird. Und dessen Macht niemals aufhören wird: Jesus Christus.

Autor: Steffen Brack

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Durch den Dreck

Ich halte mich für einen netten Kerl, und trotzdem hat sicher jemand schon mal schlecht über mich geredet. Vielleicht ist mein Name sogar in falschen Zusammenhängen genannt worden. Und da bin ich wohl nicht der Einzige. Kommt Ihnen doch sicher auch bekannt vor. Im Deutschen gibt es eine Redewendung dafür: „Den Namen in den Dreck ziehen.“

Mein Name wird beschmutzt. Das ist kein schöner Gedanke. Ich fühle mich falsch eingeschätzt und ungerecht behandelt. Am schlimmsten wird es, wenn dann in meinem Namen auch noch Dinge passieren, die ich so nie gewollt hätte.

An diesem Punkt fange ich an zu verstehen, was Gott gemeint haben könnte, als er sagte: „Entweiht nicht meinen heiligen Namen.“ Kann man nachlesen im 3. Buch Mose Kapitel 22. Heilig heißt unter anderem so viel wie „wahrhaftig und rein“. Gott will nicht, dass sein Name in den Dreck gezogen wird. Er will nicht, dass sein Name in falschen Zusammenhängen benutzt wird. Ein Blick in die Weltgeschichte zeigt: Gottes Name wurde schon viel zu oft missbraucht.

In welchen Zusammenhängen andere Menschen Gottes Namen gebrauchen, dafür kann ich nichts. Und ich kann wahrscheinlich nur begrenzt etwas daran ändern. Aber ich kann heute anfangen und in meinem eigenen Leben darauf achten.

Ich kann vor der eignen Haustür kehren und will seinen heiligen Namen nicht in den Dreck ziehen, sondern in Ehren halten.

Autor: Tobias Schier

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Vollkommene Freude

Vollkommene Freude! Das ist was. Wer wünscht sich die nicht? Wobei sich die Frage auftut: Was verstehe ich unter vollkommener Freude? Was ist das für mich? Der Apostel Johannes hatte vor knapp 2.000 Jahren eine klare Vorstellung davon. Er schreibt in seinem ersten Brief: „Die Gemeinschaft mit uns ist zugleich die Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus. Dies schreiben wir, damit die Freude uns ganz und gar erfüllt."

Vollkommene Freude hat für Johannes ganz offensichtlich etwas mit der Gemeinschaft zu tun, die Menschen mit Gott und seinem Sohn Jesus haben können. Worin besteht diese Gemeinschaft? Sie ist im Glauben an Jesus Christus begründet und sie umfasst alle Menschen, die in diesem Glauben miteinander verbunden sind. Diese Gemeinschaft der Glaubenden ist weit mehr als ein Zusammenschluss von politisch Gleichgesinnten oder in einem Sportverein. Denn zu der zwischenmenschlichen Ebene kommt eben die göttliche hinzu.

Eine christliche Gemeinschaft ist ohne Gott und Jesus nicht denkbar. Es ist der Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und sein Sohn Jesus, der aus Liebe zu allen Menschen gestorben ist und der den Tod überwunden hat. Und das, meint Johannes, das ist die vollkommene Freude. Denn was kann es Schöneres geben als Teil dieser Gemeinschaft zu sein!

Autor: Horst Kretschi

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Vorleistung nicht zu erbringen

Wann kann ich mich Gott anvertrauen? Was muss ich eigentlich für Vorleistungen erbringen? Wie viele Beichtstunden sind genug, wie viele guten Taten muss ich auf meinem Konto gesammelt haben, damit ich Audienz bekomme beim "lieben Gott"?

Je nach Kirchen- oder Gemeindezugehörigkeit darf man schon den Eindruck haben - der berühmte Satz "Du kommst hier nicht rein" könnte eines Tages auch mir an der Himmelstür entgegenschallen, weil ich mit meinen Leistungen unterhalb der Norm geblieben bin.

Nix da, sagt der Apostel Paulus, und wischt all diese Hirngespinste weg. Es ist eben gerade nicht so, dass ich mir als Christ Gottes Gnade erst erarbeiten muss. Im Himmel tagt kein Club der Selbsterlösten. Paulus bringt es auf den Punkt:

"Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." Gottes Gnade besteht eben gerade darin, dass er mich von meinem Holzweg, Sünde genannt, wegholen will. Dass er mit Christus in Vorleistung gegangen ist. Bedingungslos. Bei Gott gibt es kein "wenn, dann" oder "ja, aber". Nicht Gott ist also das Problem, sondern vielmehr der Mensch, der dieses Gottesbild ganz schlecht aushalten kann. Ein Gott, der bedingungslos lieben soll, wo gibt's denn sowas? Die Antwort, ganz einfach: den finden Sie hier.

Autor: Andreas Odrich

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Hilft Macht?

Er war Machtpolitiker durch und durch. Mit 25 bestieg er den Thron, und nachdem er seine Macht gefestigt hatte, beseitigte er die Generäle, die damals seinen Vater ermordet hatten. Und dann stellt er eine große Armee auf, um erstmal in der Nachbarschaft aufzuäumen.

Es geht hier nicht um den jüngsten Staatsstreich in einer Bananenrepublik, sondern um einen jungen König im Alten Testament, der auch bibelfesten Menschen nicht unbedingt bekannt ist: Amazja, König von Juda im frühen 8. Jahrhundert vor Christus. Dieser Amazja war ein zwiespältiger Charakter, weder ganz Held noch ganz Halunke. So steht’s  im 2. Buch der Chronik in Kapitel 25. Dort heißt es:

Amazja tat, was dem HERRN wohlgefiel, doch nicht von ganzem Herzen.

Amazja will also Krieg führen, und weil für ihn mehr Soldaten die Siegchancen erhöhen, verdingt er kurzerhand noch Söldner aus dem nördlichen Nachbarreich Israel. Aber der König hat die Rechnung ohne den gemacht, der sein Herz gerne ganz hätte – Gott. Der schickt einen Propheten zu Amazja und lässt ihm ausrichten: Schick’ die Söldner mal wieder nach Hause. Die brauchst du nicht.

Amazja mault erst noch ein bisschen: Jetzt hab’ ich ihren Sold doch schon bezahlt, warum sollen sie mir jetzt nicht auch helfen? Aber am Ende überzeugt ihn das Argument des Propheten: Wenn du dich wirklich für Gottes Sache einsetzt und nicht für deine eigenen Interessen, dann wird Gott dich selbst im Kampf nicht fallen lassen. Denn:

Gott hat die Macht, zu helfen oder zu Fall zu bringen.

Und das gilt nicht nur für Machtmenschen und nicht nur damals. Diesem Gott will ich auch heute vertrauen.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Gleichrichter

In der Elektrotechnik gibt es sogenannte Gleichrichter. Sie machen aus Wechselstrom Gleichstrom. Das heißt: Aus dem ständigen Hin und Her von Plus und Minus wird beständiger Strom, der immer in einer Richtung fließt.

Der Apostel Paulus lebte vor zwei Jahrtausenden. Er konnte also noch keine Gleichrichter kennen. Und doch schien er schon ein vergleichbares Prinzip verinnerlicht zu haben.  Paulus Leben bestand aus zahlreichen Ups und Downs, Höhen und Tiefen. Und doch konnte er allem immer das Positive abgewinnen. In einem Brief an Christen in der griechischen Stadt Philippi schrieb er:

„Freut euch immerzu mit der Freude, die vom Herrn kommt! Und noch einmal sage ich: Freut euch!“

Paulus forderte diese Freude nicht nur von den Lesern seines Briefs ein. Er lebte sie auch selbst – obwohl er aktuell gerade im Gefängnis saß. Ja, er konnte nicht einmal sicher sein, ob er da lebendig wieder herauskommen würde.

Für Paulus gingen alle diese und noch viel mehr Lebenserfahrungen durch einen Gleichrichter, der da lautete: Egal, was ich erlebe, immer wird es dazu führen, dass Gott groß herauskommt. Menschen kommen dadurch in Kontakt mit der Botschaft der Liebe Gottes in Jesus Christus. Das zählt! Und darüber freue ich mich!

Paulus konnte diese Freude nicht aus eigener Kraft aufbringen. Die Quelle war Jesus Christus selbst. Und diese Quelle steht auch heute jedem offen – für ein Leben mit einem tiefen Grundton der Freude – trotz aller Ups und Downs, Höhen und Tiefen des Lebens.

 

Autor: Oliver Jeske

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Bei Sinnen

Wer hoch hinaus will, muss aufpassen, dass er oder sie nicht völlig abhebt. Denn Höhenluft kann ungesund sein. Im höchsten Gebirge auf diesem Planeten, im Himalaya, wird es oberhalb von 7.500 Metern brandgefährlich - dort können auch kerngesunde, bestens trainierte Menschen nicht länger als ein paar Stunden überleben.

 

Im übertragenen Sinn kann das auch für allzu waghalsige geistige Höhenflüge gelten und für maßlose Ambitionen: Ungesund. Von Nebukadnezar, dem Herrscher des babylonischen Großreiches an der Wende vom 7. zum 6. Jahrhundert vor Christus, heißt es im alttestamentlichen Buch Daniel, dass er zeitweise von Sinnen war und „Gras fraß wie das Vieh.“ Und im frühen 19. Jahrhundert bei dem überaus talentierten schwäbischen Dichter Friedrich Hölderlin, da waren Genie und Wahnsinn nicht nur benachbart, sondern regelrecht miteinander verschränkt.

 

Jesus von Nazareth hat seinen Anhängerinnen und Anhängern empfohlen, nicht nach Macht, Einfluss und Reichtum zu streben, also nicht den Höhenweg zu gehen, sondern den Weg des Dienens. Originalton Jesus: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich aber selbst verliert oder schweren Schaden nimmt?“ – Eine rhetorische Frage. Die Antwort liegt auf der Hand: Das ist ganz und gar nicht erstrebenswert.

 

Also besser nicht so hoch hinaus und mit beiden Beinen fest in der Wirklichkeit verankert bleiben. Bei Sinnen. Den unteren Weg gehen, den Jesus gewiesen hat. Der ist verheißungsvoller, denn da gibt es zwar nicht die ganze Welt zu gewinnen, aber dafür wahres Leben.

Autor: Markus Baum

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Besser die Wahrheit

Es passierte letztens nach einem anstrengenden Arbeitstag. Ich kam in einen kleinen Streit mit meinem Sohn über seine Medienzeit. Er wollte partout länger spielen. Ich habe nein gesagt, es kam zu gegenseitigen Vorwürfen, die auch mich verletzt haben.

Dann habe ich meinem Sohn die ganze Wahrheit gesagt: Wie mein Tag war, welche Zeit ausgemacht ist und wie es mir mit seinen Vorwürfen ging. Es musste mal raus, was wahr ist.

Es ist ein kleines Beispiel für das Thema Wahrheit, oder auch für: wahrhaftig sein. Und man kann sich fragen, ob das immer sein muss. Die Wahrheit kann auch verletzen. Daher halte ich es manchmal mit einem Gedanken, der Voltaire zugeschrieben wird: Wenn ich etwas sage, soll es wahr sein. Ich muss aber nicht alles sagen, was wahr ist.

Ein Gedanke spricht für mich dafür, die Wahrheit zu sagen. Ich finde ihn in Psalm 119. Der Psalmist bittet Gott: „Nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit.“ (Psalm 119,43). Um dann weiter zu begründen: „Denn ich hoffe auf deine Urteile.“

Dem Psalmbeter geht es darum, dass er von Gottes guten Geboten spricht. Aber auch darum, dass er damit die Wahrheit ausspricht. Gott ist es nicht egal, was ich sage. Er wird sogar einmal sein Urteil darüber sprechen, wo ich mich nicht an die Wahrheit halte. Denn die Lüge zerstört Vertrauen und damit Beziehungen.

Auf Dauer halte ich also die Wahrheit für die beste Wahl. Auch wenn sie manchmal wohl dosiert sein will.

Meine Ansage hat meinem Sohn übrigens nicht geschadet. Ich habe sogar den Eindruck, dass dieser authentische Moment unsere Beziehung gestärkt hat.

Autor: Joachim Bär

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