ERF Plus - Anstoß

Ehre, wem Ehre gebührt

Alle denken an sich, nur ich denk an mich“. Dieser Satz zeigt sehr schön auf, dass wir Menschen den Hang haben, auf uns selbst bezogen zu sein. Und auch gerne im Mittelpunkt stehen und gerne geehrt werden.

„Gewicht haben, gewichtig sein“ – das ist für viele Menschen erstrebenswert. Klar, es ist für uns alle schön, wenn z.B. unsere Arbeit einmal geehrt wird, unser unermüdlicher Einsatz für die Firma. Das ist ein schönes Gefühl und das darf auch sein und tut gut. Doch, wenn das alles ist, ist das zu wenig.

Auch Ehre zu erlangen durch Geld und Reichtum und Gesundheit und Tatkraft ist zu wenig. Es ist zu kurz gegriffen. Wie schnell kann auch das alles vorbei sein. 

Ein Psalmist hat das kapiert. Er hat es einmal so formuliert: „Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue Willen.“ 

Wir Menschen sind nicht ehrenswert, nur Gott allein ist das. Möchte das der Psalmist damit ausdrücken? Das Erstaunliche ist, dass es Gott sehr wohl um uns Menschen geht. Er liefert uns jeden Tag ein Energiepaket voll mit Liebe, Freundlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit. Von diesem ehrenswerten Gott bekommen wir alles, was wir zum Leben brauchen, wenn wir in seiner Nähe bleiben und in seiner Spur.

Das adelt und ehrt dann letztendlich auch unser Leben, wenn wir in seinem Dunstkreis bleiben. Dann bekommen wir nämlich von seiner Heiligkeit und Ehre eine Menge ab.

Autor: Ulrike Schild

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Ich bin, wer ich bin: Ein Begnadeter

Mich fasziniert, wen Jesus in seine Nachfolge einlädt. Kriterien, wie Wohlstand, gute Allgemeinbildung, Frömmigkeit und ein tadelloser Leumund sind für ihn unbedeutend.

Jesus umgibt sich mit Menschen, die Brüche in ihrem Lebenslauf haben, gescheiterte Existenzen und zum großen Schrecken einiger, sieht man sogar Frauen aus dem horizontalen Gewerbe in Jesu Nähe.

Was bildet sich dieser Jesus ein? Wird hinter vorgehaltener Hand gefragt. Zöllner und Huren! Das geht gar nicht!

Aber Jesus kümmert das Gerede wenig. Er weiß: Die Kranken bedürfen eines Arztes, nicht die Gesunden. Und so geht er auf jene zu, von denen sich die Respektablen dieser Welt abwenden.

Sogar Paulus, der erbitterte Feind der Christen, wird von Jesus in die Nachfolge gerufen. Davon schreibt dieser in einem Brief an die Christen in Korinth:

Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. (1. Korinther 15,9–10)

Der entscheidende Gedanke ist dieser: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

Und was bist du? Paulus würde vermutlich antworten: Ein von Jesus begnadeter und berufener Zeuge seiner Macht und Herrlichkeit. Ein neuer Mensch. Mein altes Leben ist vorbei. Jesus hat mich verändert. 

Was seinerzeit für Paulus und die anderen gegolten hat, trifft heute noch zu. Für mich und für Sie. Und für alle, die Jesus ihre Geschicke anvertrauen.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Gott ist mein Trost

Manchmal gelingt es mir, über eine lange Zeit die schönen Seiten des Lebens einfach so zu genießen. Trotz aller Belastungen durch Corona oder anderer großen Themen ist da vor allem Freude und ganz viel Dankbarkeit – Wochen, Monate. Doch dann kommt ein einzelner Tag, eine konkrete Situation und statt Freude oder Dankbarkeit überwiegen plötzlich ganz andere Gefühle: Verzweiflung, Trauer, Enttäuschung ... auch Hilflosigkeit. Ich hatte neulich wieder so einen Tag. Dabei war es gar nicht dieser Tag selbst, sondern die schon seit Jahren schwierige Situation, die ich nur nicht mehr präsent hatte. Da war sie wieder.  

Was hilft mir dann? Wer tröstet mich? Natürlich steht mir meine Frau zur Seite, das hat erst mal gutgetan. Doch ich möchte in solchen Moment auch beten können, wie der Beter in Psalm 119, Vers 52: "HERR, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich getröstet." Ich weiß: Das Leben hat sehr viele Wellenbewegungen, manchmal auch stürmische. Viele davon muss ich einfach mitgehen, da muss man durch, wie man so sagt. Aber so manche kann ich zumindest etwas abfangen – indem ich auf Gott schaue. Den Weltenschöpfer, der auch mein Leben geschaffen hat. Und der gleichzeitig die ganz Ewigkeit im Blick hat. Er allein weiß, wie wirkliches Leben gelingen kann.  

Dieser Blick tut mir gut! Die schwierige Situation ist damit nicht weg. Aber so rücken trotzdem nach und nach Freude und Dankbarkeit wieder in den Mittelpunkt. 

Autor: Hans Wagner

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Eine ungewöhnliche Bitte

Eine ungewöhnliche Bitte! Eine Bitte, die Jesus an seinen Vater richtet. Nicht an seinen Adoptivvater, sondern an seinen Vater im Himmel. Jesus bittet: „Vater, verherrliche deinen Namen.“

Jesus sagt nicht: „Vater, verherrliche meinen Namen.“ Das hätte ich formuliert.

Jesus weiß, hier geht es darum, dass sein Vater groß rauskommt. Seine wahre Größe sichtbar wird. Seine Macht und Herrlichkeit erkennbar wird. Ein Charakterzug Gottes deutlich wird.

Johannes hat das Gebet Jesu in seinem Evangelium, im Kapitel 12,28 festgehalten: „Vater, verherrliche deinen Namen.“

Jesus spricht die vier Worte nicht, weil er in erster Linie selbst die Verherrlichung sehen möchte. Er kennt und liebt seinen Vater bereits.

Jesus erbittet die Verherrlichung für die Griechen.  Philippus und Andreas haben diese Griechen im Schlepptau. Und letztlich erbittet Jesus die Verherrlichung auch für Sie und mich, die mehr in der griechischen Art zu denken Zuhause sind als in der Denkweise Gottes.  

Verherrliche deinen Namen, meint: Du Vater, du bist gefragt, nicht ich. Wie macht Jesus selbst das, den Namen des Vaters zu verherrlichen? Er stirbt im Auftrag Gottes am Kreuz für die Griechen, für Philippus, Andreas, Sie und mich und steht von den Toten auf.

Jesus geht diesen leidvollen Weg, um mich für den Vater einzunehmen. Damit ich von meinen Einwänden: „Musste das denn sein?“ „Hätte Gott nicht einen anderen Weg aussuchen können?“ Abstand nehmen kann. Und stattdessen dankbar bin, dass Jesus diesen Weg gehorsam gegangen ist, den der Vater vorgezeichnet hatte. So wird gegen meine Art zu denken, der Name Gottes, des Vaters, verherrlicht.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Halbvoll oder halbleer?

Irgendwer hat einmal gesagt, man könne die Menschen grob in zwei Lager aufteilen. Alle sehen ein Glas, in dem sich Wasser befindet. Aufgefordert, das zu beschreiben, was sie sehen, antworten die einen: „Das Glas ist halbvoll.“ Die anderen sagen: „Es ist halbleer.“

Bei ein und demselben Sachverhalt gibt es zwei Betrachtungsweisen. Entweder fällt mir das auf, was fehlt oder aber ich sehe, was bereits da ist. Entweder sehe ich Mangel oder Potenzial.

Die Haltung ist entscheidend!

Das kann man sehr schön in der Bibel beobachten. Ich nehme den Anfang des Briefs von Paulus an die Christen in Ephesus. Nach der obligatorischen Grußformel schreibt Paulus: 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. (Epheserbrief 1,3)

Wer weiß, wie Paulus sich angesichts seiner aktuellen Lebensumstände tatsächlich gefühlt hat. Er beginnt seinen Brief bewusst mit einem Lob Gottes und einen dankbaren Blick auf all das, womit er von Jesus Christus gesegnet worden ist.

Diese Haltung finde sie ausgesprochen attraktiv und will sie mir deshalb zu eigen machen. Bevor ich mich künftig den Herausforderungen des neuen Tags widme, will ich mir erst einmal das vor Augen halten, was Jesus mir an Gutem zuteilwerden ließ.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Personenschutz

Je prominenter Menschen sind, desto nötiger brauchen sie Personenschutz. Laut Gefahrenprognose sind Menschen des öffentlichen Lebens erheblichen Bedrohungen durch andere Personen ausgesetzt. Das hat schon vor knapp 2000 Jahren der Apostel Paulus erlebt. Durch sein leidenschaftliches Bekenntnis zu Jesus Christus, dem gekreuzigten und auferstandenen Retter aller Menschen, ist Paulus ins Visier der Öffentlichkeit geraten. Das bringt ihm nicht nur Zustimmung. Handgreifliche Kritik, Hass und Mordpläne sind die Kehrseite der Medaille. Zum Schutz vor einer aufgebrachten Volksmenge landet Paulus im Gefängnis. Verachtet und verlassen und doch nicht allein. Trostlos in der Dunkelheit seiner Zelle und doch getröstet. Wie kann das sein? Jesus Christus selbst steht an seiner Seite und gewährt Paulus Personenschutz. Dokumentiert ist das in der Apostelgeschichte des Lukas Kapitel 23. Da heißt es:

„In der Nacht stand der Herr bei Paulus und sprach: Sei getrost!“

Jesus versichert Paulus: Wo und in welcher Lage du dich befindest – du bist nicht allein. Ich bin bei dir. Ich habe dich im Blick. Ich habe eine Perspektive für dich.                                                                Jesus Christus sichert auch mir seinen Schutz persönlich zu.  Auf Schritt und Tritt umgibt mich seine schützende Gegenwart. Er ist da – auch in den dunklen Stunden meiner Sorgen und Ängste. Sein Schutz reicht über die Grenzen dieses Lebens hinaus. Er hat ein ewiges Ziel für mich. Auf dem Weg dorthin begleitet mich sein Zuspruch: „Sei getrost!“ Darauf will ich mich im Vertrauen auf Jesus Christus verlassen.

Autor: Ellen Hörder-Knop

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Die Eintracht

Eintracht. Das ist ein altmodisches Wort. Warum ich es trotzdem benutze? Ganz einfach. Ich wohne in der Nähe von Frankfurt am Main. Und hier ist dieses Wort immer noch in aller Munde. Wenn in Frankfurt von „der Eintracht“ die Rede ist, dann geht es um den Fussballverein. Um „Eintracht Frankfurt“. Und ganz egal, ob die Mannschaft gerade erfolgreich ist - oder auch nicht. Die Fans halten zu ihrer „Eintracht“.

Von einer anderen „Eintracht“ schreibt vor 2.000 Jahren ein Mann, der leidenschaftlich für den Glauben an Jesus eingetreten ist: Der Apostel Paulus. Die Jesusleute in Rom fordert er auf: „Seid alle miteinander auf Einigkeit bedacht.“ Das ist genau das, was das alte Wort Eintracht bedeutet. Dabei geht es Paulus gar nicht darum, dass die Menschen, die an Jesus glauben, immer einer Meinung sein sollen. Nein. Vielmehr ist ihm hier wichtig: Wenn es um den Glauben an Jesus geht, dann sollt ihr alle zusammenstehen wie ein Mann. Wie eine Frau. Dann soll auch nicht die kleinste Uneinigkeit zwischen Euch sein.

Und das habe ich – Gott sei Dank – auch immer wieder erlebt: bei allen Diskussionen, die es in den Gemeinden gab, zu denen ich im Lauf der letzten 32 Jahre gehört habe – wenn es um den Glauben an Jesus ging, dann gab es auch immer wieder eine große Einigkeit untereinander. Nicht immer, aber oft.

Ich will Gott beim Wort nehmen. Und will auch heute darauf bedacht sein, dass ich mit anderen Jesusleuten da einig bin, wo es auf den Glauben an Jesus ankommt. Dann können die Menschen in unserer Umgebung auch uns Christen als eine „Eintracht“ erleben.

Autor: Steffen Brack

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Bitte Ruhe

Wir hatten die letzten Jahre immer mal wieder einen Marder auf dem Dachboden. Diese Tiere können unglaublich laut sein, mit Vorliebe mitten in der Nacht, wenn ich schlafen will. Das habe ich zu spüren bekommen! Also habe ich einen Marderschreck aufgehängt, der das Tier einfach nur verjagen sollte. Das hat nicht geklappt. Nach weiteren schlaflosen Nächten habe ich mich also nach einer Falle umgesehen. Genug ist genug! Ich wollte wieder in Ruhe schlafen können.

Jesus hat seinen Zeitgenossen auch den Schlaf geraubt. Mit seinen Lehren von der Liebe Gottes und all den Heilungen sorgte er für jede Menge Aufruhr unter dem Volk. Zig Leute folgten ihm nach. Die Pharisäer und Schriftgelehrten fühlten sich in ihrer Ruhe gestört. Also stellten sie Fallen auf, zum Beispiel in Form von Fangfragen. Würde Jesus ihnen in die Falle gehen? Natürlich nicht!

Jesus erkannte die Hintergedanken der Fragenden und gab jeweils die richtige, entwaffnende Antwort. Von solchen Ereignissen wird in der Bibel berichtet. Und wie reagieren die Fallensteller? In der Bibel steht: „Sie konnten Jesus in seinen Worten nicht fangen vor dem Volk und wunderten sich über seine Antwort und schwiegen still.“ Die Pharisäer wollten ihre Ruhe, und jetzt hatten sie sie. Sie konnten Jesus nicht so einfach eine Falle stellen.

Bei Jesus kommt man nicht mit hinterlistigen Fallen und Fangfragen weiter. Aber eines ist sicher: Wenn ich ihm ehrlich sage, was mich bewegt, begegnet er mir und gibt mir Antwort auf meine Fragen. Aber Vorsicht! Es kann sein, dass mich diese Antwort nicht mehr in Ruhe lässt.

Autor: Tobias Schier

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Gottes Mühlen

Manchmal können Texte nur schwer zugordnet werden. Da klingt ein Satz wie aus der Kampfschrift einer kommunistischen Kaderschmiede und dann stammt er doch tatsächlich aus der Bibel. Der hier gehört dazu: "Er streckt seinen starken Arm aus und fegt die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen hinweg. Er stürzt Herrscher von ihrem Thron, Unterdrückte aber richtet er auf." (Lukas 1,51-52)

Diese Sätzen stammen aus dem Lukasevangelium der Bibel und dort zitiert Lukas Maria, die Mutter von Jesus. Maria hat eben erfahren, dass sie den Messias des Volkes Israel und den Retter der gesamten Welt gebären soll. Diese Offenbarung löst in ihr eine Lobeshymne auf Gott aus, dessen Barmherzigkeit sie preist. Und in diesem Kontext fallen dann eben auch die beiden eben zitierten Sätze.

Denn im Satz davor betont Maria: "Seine [Gottes] Barmherzigkeit bleibt für immer und ewig, sie gilt allen Menschen, die in Ehrfurcht vor ihm leben." Und dann macht Maria klar, wer nicht unter diese Kategorie von Menschen fällt: Die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen und die Herrscher. Bei Letzteren sind vermutlich jene Herrscher gemeint, die keine Ehrfurcht vor Gott kennen und deshalb andere Menschen unterdrücken.

Wer keine Ehrfurcht vor Gott hat, der hat auch keine Ehrfurcht vor dem Leben, der Natur, den Mitmenschen. Das ist im Laufe der Geschichte immer wieder deutlich geworden. Und solche Herrscher wurden dann trotz ihrer Versuche sich an der Macht zu halten früher oder später von ihrem selbsterrichteten Thron gestoßen. Wie es im Sprichwort heißt: Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher.

Autor: Horst Kretschi

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Statt Mauer Gottes Gnade

König David darf dankbar sein. Das ganze Volk hat nur das Beste zusammengetragen für den Tempelbau. Gold, Silber, Edelsteine, wertvolle Hölzer. Der Tempel soll Gott die Ehre geben, dem das Volk ein freies Leben verdankt. "Wer ist bereit, dem Herrn heute eine Gabe zu bringen," fragt David, und sie schaffen schon wieder wertvolles Baumaterial heran. So berichtet es das Buch der Chronik aus der Zeit vor 3000 Jahren.

Nur das Schlechteste, das Mieseste, was zu bekommen ist, lassen die DDR-Oberen vor 60 Jahren mitten in Berlin zusammentragen: Beton, Steine, Stacheldraht, Panzersperren. Das Volk wird auch gar nicht gefragt. Es wird einfach eingemauert am 13. August 1961, am Tag des Mauerbaus. Während die Bauarbeiter schuften, richten sich die Gewehre der eigenen Soldaten und Volkspolizisten auf sie.

Was für ein Kontrast. Hier ein Tempel, errichtet aus Jubel, Dankbarkeit und Freude. Dort eine Mauer, getränkt mit Wut, Hass und Verzweiflung. Der Tempel ein prächtiges Erinnerungszeichen für Gottes Größe und Gnade. Die Mauer, ein erbärmliches Mahnmal für menschliches Versagen auf ganzer Linie.

Gottes Gnade - sie hat 28 Jahre später, im Jahr 1989, die Mauer überwunden. Davon wird noch in 50 und in 100 Jahren zu erzählen sein, und es wird neue Zeichen von Gottes Gnade geben. Die Reste der Mauer muss man allerdings schon lange mit der Lupe suchen. Und das ist gut so, Gott sei Dank! 

Autor: Andreas Odrich

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Immer noch ein kleines Stück Zukunft

Sind Sie schon  mal zu spät gewesen? Ich meine so richtig zu spät. So zu spät, dass andere Ihnen gesagt haben: “Der Zug ist längst abgefahren!” “Die Sache ist längst gelaufen!” ?

Die Einsicht, dass ich eine Gelegenheit unwiderbringlich verpasst habe, kann sehr schmerzhaft sein. Einmal habe ich im Krankenhaus neben einem Patienten gelegen, der als Alkoholiker immer weiter getrunken hatte, bis seine Leber aufgab. Da  endlich wurde ihm klar, dass er sein Leben versoffen hatte. Aber es war zu spat: Der Zug war längst abgefahren. Die Sache war längst gelaufen. Den Ausdruck tiefer Resigination in seinem Gesicht habe ich nachher lange nicht vergessen können.

Wie gut, dass es bei Gott anders ist. Die ganze Bibel ist voll von Leuten, die Gott begegnen und für die der Zug eigentlich längst abgefahren  ist. Aber Gott hält für sie alle immer noch ein Stück Zukunft bereit. Angefangen bei Abraham – dem aus dem Alten Testament – Von ihm heißt es einmal:

Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sagte zu ihm: »Ich bin Gott, der Gewaltige. Führe dein Leben in enger Verbindung mit mir und halte dich ganz an mich!

Abraham ist 99, aber Gott hat ihm noch etwas zu sagen, hat noch eine Aufgabe für ihn. Das finde ich absolut tröstlich: Selbst wenn ich Jahrzehnte vor mich hingelebt habe, ohne auch nur einen Gedanken an Gott zu verschwenden, selbst wenn ich erst im hohen Alter nach Gott zu fragen beginne,– bei Gott gibt es keine abgefahrenen Züge und keine gelaufenen Sachen.

Gott hat immer noch ein kleines Stück Zukunft für mich. Und für Sie auch.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Toastrausch

Wissen Sie, was ich an hellem Weizentoast nicht mag? Man wird einfach nicht satt! Mein bester Freund und ich haben dafür ein eigenes Wort geprägt: Toastrausch. Man stopft das Brot einfach in sich hinein, und hinterher ist der Hunger immer noch da.

Man wird nicht satt! Das ist auch ein wichtiges Kriterium, wenn es um die spannende Frage geht: Wie erkenne ich Gottes Reden zu mir? Kommt ein Gedanke oder eine Botschaft wirklich von Gott – oder ist es auf menschlichem Mist gewachsen?

In der Bibel gibt Gott durch seinen Propheten Jeremia einen entscheidenden Ratschlag:

„Der Prophet, der einen Traum hatte, kann auch nur seinen Traum erzählen; aber der, zu dem ich gesprochen habe, der wird zuverlässig mein Wort ausrichten. Man wird doch noch Weizen von Spreu unterscheiden können.“

Spreu ist nicht nahrhaft. Weizen hingegen – als Vollkorn – macht satt. Und so ist die Frage legitim: Stillt das, was mir ein anderer im Namen Gottes sagt, wirklich meinen Hunger? Meinen Hunger nach Leben, nach Frieden mit Gott und vielem mehr? Oder trifft es mich eher wie eine eiskalte Dusche und lässt mich wie einen begossenen Pudel zurück?

Es lohnt sich für mich, dass ich mich auf die Suche nach Gottes Wort für mich in einer bestimmten Situation mache: im Gespräch mit anderen Christen – und natürlich beim Lesen der Bibel. Und ich sollte nicht aufhören zu suchen, bis ich merke: Ja, jetzt bleibt kein geistlicher Hunger mehr zurück.

Übrigens: Statt Toast zu essen, backe ich lieber selbst Brötchen. Da weiß ich, was drin ist. Und ich sage Ihnen: Meine Brötchen machen richtig satt!

Autor: Oliver Jeske

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Unbändige Begeisterung

Ein guter Verlierer bin ich nicht. Ich gewinne gern. Beim spielerischen Kräftemessen, überhaupt beim Spiel, aber auch in anderen Konkurrenzen. Und ich kann mich dann auch unbändig freuen. Über die Tatsache an sich, dass ich gewonnen habe – oft genug gibt’s ja aber auch einen handfesten Gewinn.

Nun haben mich meine Eltern zu einem friedfertigen Menschen erzogen. Ich bin kein Raubritter und auch kein Pirat und bin von daher normalerweise nicht auf Beute aus. Aber ich kann mich trotzdem hineindenken in Menschen, denen unerwartet ein großer Gewinn zufällt. Die unverhofft reiche Beute machen. Und so höre ich auch einen treffenden Satz aus Psalm 119 Vers 102: „Ich freue mich über dein Wort wie jemand, der reiche Beute macht.“

Das große Thema des Psalms ist nicht die reiche Beute, sondern das Wort Gottes, seine Weisungen, Gottes guter Rat, und die unbändige Begeisterung darüber. Die bringt der Psalm in 176 kunstvollen Varianten zum Ausdruck.

Wie gesagt: Ich gewinne gern. Ich bin vielleicht nicht immer und nicht ganz so begeistert von Gottes Wort wie der Psalmbeter, aber ich betrachte es auf jeden Fall als Gewinn, dass Gott in diese Welt und in mein Leben hinein spricht. – Sind Sie auch gern auf der Gewinnerseite?

Autor: Markus Baum

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Um Gottes Hilfe beten

Es ist eine eindrückliche Szene, die der Autor der Apostelgeschichte in der Bibel beschreibt. Petrus, einer der engsten Freunde von Jesus, wird von König Herodes ins Gefängnis gesteckt und scharf bewacht. Er hatte zu viel und öffentlich von Jesus gesprochen und soll dafür büßen.

In der Nacht weckt ein Engel den Petrus – und führt ihn wie im Traum an einer Wache nach der nächsten vorbei hinaus ins Freie. Erst auf der Gasse vor dem Gefängnis kommt Petrus wieder zu sich uns sagt sich selbst: „Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes errettet hat.“ (Apostelgeschichte 12,11)

Ich habe so etwas Besonderes noch nicht erlebt. Dennoch merke ich immer wieder, wie Gott auch in meinem Alltag eingreift. Die Geschichte macht mir Mut, noch mehr mit seinen Möglichkeiten zu rechnen. Die sind immer größer als meine.

Greift Gott „einfach so“ ein? In der Geschichte offenbar nicht. An zwei Stellen beschreibt der Text, dass viele Menschen für Petrus beten. Zwar macht sich Gott nicht abhängig von unseren Gebeten. Er handelt oft auch von sich aus. Aber viele besondere Ereignisse passieren nicht einfach so. Sie entstehen aus anhaltendem Gebet.

Mich inspiriert der Text, Gott die Dinge zu sagen, die mich umtreiben. Ihn um große Dinge zu bitten, die nur er ändern kann. Wer weiß: Vielleicht erlebe auch ich einmal mehr seine Hilfe.

Autor: Joachim Bär

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Freiheit pur

Das war als Kind eine meiner Lieblingsgeschichten aus dem Alten Testament der Bibel. Der Auszug des Volkes Israel aus Ägypthen. Endlich sollen sie rauskommen aus der mühseligen Sklavenarbeit unter den Ägypthern. Jetzt war es so weit. Sie machen sich auf den Weg und doch sie sahen die Ägypter von hinten anrücken. Und da beginnt die Angst.
Das Volk verschwendet sein Herz an die Angst, weil sie die falsche Blickrichtung haben. Sie sind rückwärtsgewandt. Sie schauen auf das, was ihnen Angst macht, auf Pharao, seine Streitmacht – und sie erstarren. Diese Erstarrung passiert uns ­Menschen immer dann, wenn wir uns auf das ­fixieren, was uns Angst macht. Wir spüren, wie es uns die Kraft nimmt und jeglichen Mut raubt.
Mose, der das Volk anführt beruhigt sie: „Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird.“ Fromme Worte, wahre Worte, doch die Israeliten sollen eben nicht stehen bleiben, sondern aufbrechen, weitergehen, auch wenn vor ihnen das Meer liegt. Das mag selbst für Mose ungeheuerlich gewesen sein. Was passiert denn da grade?
Gott spricht zu Mose und sagt:
""Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen. Und du heb deinen Stab hoch, streck deine Hand über das Meer und spalte es, damit die Israeliten auf trockenem Boden in das Meer hineinziehen können.“ 
Eine unglaubliche Geschichte. Denn, das Meer teilte sich wahrhaftig. Ein Wahnsinn. Die Wasser standen rechts und links wie eine Mauer. So konnten sie trockenen Fußes hindurchgehen. Eine unglaubliche Geschichte, aber wahr. 
Was tut Gott in dieser Geschichte für sein Volk: Er öffnet seinen Menschen einen Weg in eine Situation, die ausweglos erschien. Und er eröffnet ihnen damit eine Möglichkeit, ein neues Leben zu führen.
Gott möchte auch auf diese Weise in unser Leben hineinwirken.
An uns ist es, dass wir in unserem Leben auch die Wege gehen, die Gott uns öffnet. Die Wege mögen uns oftmals auch komisch, angstvoll und schwierig erscheinen, doch wenn Gott mit uns ist, ist nichts unmöglich. 

Autor: Ulrike Schild

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Lieben und geliebt werden

Über die Liebe sind unzählige Lieder und Geschichten entstanden. Jeder nur erdenkliche Blickwinkel ist bedacht, besungen und erzählt worden. Ich habe den Eindruck, dass zwar schon längst alles zum Thema Liebe gesagt worden ist, aber nicht von allen.

Die Liebe zeigt sich in unterschiedlichsten Weisen: In den frühen Lebenstagen beispielsweise als bedingungslose Zuwendung und Fürsorge einer Mutter zu ihrem Neugeborenen. Später dann in der Bereitschaft, gewaltige Wäscheberge niederzuringen. Wäscheberge, die Heranwachsende gedankenlos produzieren und zu denen sich ein schier unersättlicher Appetit gesellt.

Die Liebe entdeckt den anderen Menschen, dem sie nahe sein will und mit dem sie das Leben teilen möchte. Die Liebe will ihn oder sie durch dick und dünn begleiten, mit ihm oder ihr hoffen, ausharren und Hindernisse überwinden.

Es tut gut, wenn die Liebe auch auf der letzten Wegstrecke da ist, Trost spendet, die Hand hält, hofft, bangt und irgendwann vielleicht auch trauert. 

Liebe ist…  Ja, was ist Liebe eigentlich? Liebe ist ein wunderbares Geschenk, das mein Schöpfer mir anvertraut und so mein Leben reich macht.

Und: Liebe hat einen Namen. Der Ausdruck göttlicher Liebe zu Ihnen und mir heißt Jesus Christus. Mit seinem Erlösungsangebot bekräftigt Gott den Wunsch, sich mir zu zuwenden. Gottes Liebe will mir helfen, dass mein Leben gelingt. Dass es gut wird in seinen Augen.

Deshalb kann ich dem Apostel Johannes nur zustimmen, wenn er schreibt:

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. (1. Johannes 4,19

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Neidlos glücklich

Dein Leben ist oft normal und gut - bis du es mit dem Leben anderer vergleichst! 

Ich weiß gar nicht mehr, woher ich diesen Satz habe, aber er passt. Beispiel Auto: Da hat man sich endlich doch mal ein neues Fahrzeug gegönnt, mit ein paar Extras und etwas Komfort - und ein paar Wochen später hat der Kumpel den gleichen Wagen, allerdings mit einer viel höheren Ausstattung. Vor allem hat er die doch deutlich teurere Soundanlage - eigentlich war ich ja mit meiner zufrieden ... Und dass der Fernseher von meinem Nachbarn schon wieder größer ist als meiner ... naja. 

Ok, viele von Ihnen sagen jetzt: "Ich kenne solche Gedanken nicht!" Dabei gibt es den neidischen Blick auf andere selbst in den besten und auch in den frömmsten Kreisen. Das ist schon in der Bibel belegt. Zum Beispiel im Johannesevangelium. Da erfahren die Anhänger von Johannes dem Täufer, dass Jesus neuerdings auch tauft ! Und jetzt laufen alle, die bisher zu Johannes gekommen wären, zu Jesus - ob das so richtig ist? Als sie Johannes damit konfrontieren, sagt dieser: "Ein Mensch kann sich nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel her gegeben wird." 

Anders ausgedrückt: Spart euch den Vergleich! Wenn ihr auf Gott schaut und von ihm alles erwartet, was ihr für euer Leben braucht, dann habt ihr nicht nur die beste Haltung für euer Leben, sondern gleichzeitig auch die beste Blickrichtung. Und zwar eine, bei der kein Neid aufkommen kann. 

 

Autor: Hans Wagner

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Lernfaktor Geduld

Das hätte ich nicht gedacht. Schon gut ein Jahr dreht sich die gesamte Welt um ein Virus, das bereits für viele das Aus bedeutet hat. 

Hätte es die Coronapandemie zur Zeit des Apostels Paulus schon gegeben, er hätte mir und anderen Christen ans Herz gelegt, Geduld zu lernen.

Paulus findet, Christen zeichnen sich durch Geduld aus. So werden sie zu Menschen, die darauf hoffen, dass Gott eingreift und etwas verändert. Daran erinnert Paulus die Christen in Rom, indem er schreibt: „Hoffnung lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben wird.“ (Römer 5,5)

Der Heilige Geist befähigt mich, tiefer zu blicken. Er holt dazu Gottes Liebe und Gottes Hoffnungsstrang ins Boot. Eng verknüpft ist die Liebe Gottes mit dem Tod, den Jesus am Kreuz erlitten hat. Meine Hoffnung gründet darin, dass Jesus den Tod entmachtet hat, nach drei Tagen auferstanden ist und seitdem lebt.

Wenn Jesus den Tod entmachtet hat, kann er dann nicht auch das Coronavirus entmachten? Gebe ich nach einem Jahr bereits auf, das zu glauben? Oder halte ich geduldig im Gebet daran fest, bis Jesu Eingreifen erkennbar wird? Vertraue ich darauf, dass der Heilige Geist mich und andere in der Zeit viel enger an Jesus bindet, den Erlöser der Welt?

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Versprochen ist versprochen

Was der Prophet Hesekiel zu verkünden hat, ist eine Botschaft, die zu schön klingt, um wahr zu sein. Nach schier endlosen Androhungen von Gottes Gericht an sein Volk ist mit einem Mal von Hoffnung und einer Zukunft in der alten Heimat Israel die Rede.

Für die Verbannten, die im fast tausend Kilometer entfernten Babylonien ihr Dasein fristen, klingt das nahezu unglaublich. In ihnen stecken noch die Schrecken der Eroberung Jerusalems. Der grausame Krieg, die Hungersnot und der Abtransport in die Fremde.

Aber Hesekiel bleibt dabei. Gott ist noch nicht fertig mit seinen Leuten. Im Gegenteil, er hat Großes vor. Lassen Sie die ermutigenden Worte auf sich wirken, die Hesekiel im Auftrag Gottes seinen Landsleuten zu sagen hat:

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet. (Hesekiel 36,9)

Diese Prophezeiung ist gleich in zweifacher Weise erfüllt worden. Etwa 70 Jahre nach Beginn der Babylonischen Gefangenschaft durften die ersten Verbannten heimkehren. Viele sind ihnen gefolgt. Bis schließlich das eingetroffen ist, was Hesekiel in seiner Prophetie vorhergesagt hatte.

Mitte des vergangenen Jahrhunderts ist es wieder geschehen. Aus aller Herren Länder sind Juden in ihre Heimat zurückgekehrt. Der moderne Staat Israel ist entstanden. Nach meinem Verständnis hat Gott sich ein weiteres Mal zu seinem Versprechen gestellt.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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In allen Lebenslagen

„Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand“ – diese Ermutigung spreche ich gern anderen zu, die gerade eine schwierige Zeit durchmachen. Ich sage das ganz erst und meine es auch so. Denn ich glaube, dass Gott zu mir hält, wenn es kein anderer mehr tut. Ich weiß: Er gibt mir Halt und fängt mich sicher auf; ich falle nicht ins Bodenlose.

Jedoch muss ich zugeben, dass ich so eine Zusage leichter ausspreche, wenn in meinem Leben alles im grünen Bereich ist. Und so sitze ich heute auf dem großen Stuhl beim Zahnarzt, der langsam nach unten fährt, um mich in eine waagerechte Position zu bringen. Nervös rutsche ich hin und her. Ich habe schon etwas Angst und merke, wie sich meine Finger in die Hose graben.

Dann erinnere ich mich an den Satz „Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Perfektes Timing -jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür. Ich schließe meine Augen bete: „Herr, ich weiß, du bist gerade bei mir. Bitte schenke mir Ruhe, lass mich entspannen und hilf mir der Zahnärztin nun zu vertrauen.“ Ich weiß, dass einige meiner Freunde heute Morgen an mich denken. Auch sie beten für mich.

Gott hat uns geschaffen. Er ist mit uns, um uns, in uns. Im Buch Hiob, Kapitel 12, Vers 10 heißt es ausdrücklich: „In Gottes Hand ist die Seele von allem, was lebt.“ Gott hält also tatsächlich alles in der Hand. Ob es kleine Ängste beim Zahnarzt sind oder große Sorgen des Lebens. Ich bin dankbar, dass ich sein Kind sein darf und er mich in jeder Lebenslage auffängt.

Autor: Melanie Bonnkirch

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