ERF Plus - Anstoß

Hiob 2,10

Sie wohnt ganz in der Nähe von mir – eine Frau, die ich ab und an besuche. Gibt ein trauriges Bild ab. Schwerkrank ist sie und mittellos, weil ihr Mann gestorben ist und das Haus noch nicht abgezahlt ist. Ein riesen Schuldenberg hat sich da angehäuft. Durch ihre vielen Krankheiten ist sie geschwächt und kann nicht so richtig am sozialen Leben teilnehmen. Rolltreppe abwärts.


 So mancher von Ihnen kennt vielleicht auch solche Leute, die so immens in der Klemme stecken. Oder Sie sind es grad selbst?  Wenn ich es arrangieren könnte, würde ich Ihnen den Hiob vorbei schicken, denn der weiß genau, was in Ihnen vorgeht. Seine Geschichte steht in der Bibel, im Alten Testament. Er kennt Schicksalsschläge ohne Ende. Wie ein Häufchen Elend sitzt der einstige Großgrundbesitzer in der Asche und schabt sich die wehe, entstellte Haut voller Geschwüre. Und dann kommt der Moment, wo sich der Hiob klar positionieren muss. „Sag Gott ab und stirb", rät seine Frau ihm. Die Antwort von Hiob auf diese Todesempfehlung: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?" Diese Frage mag nicht jedem spontan runtergehen wie Öl. Sie hört sich vielleicht erst einmal wenig tröstlich an. Diese Frage ist eine Herausforderung, denn manchmal wendet Gott keineswegs das Blatt so schnell. Manchmal müssen wir lange unten durch, warum auch immer. Wer jedoch an Gott dran bleibt, auch wenn es hart ist, für den geht es am Ende gut aus. In letzter Konsequenz kann uns das Dunkle, das Schlimme, können die Schmerzen und selbst deTod - uns nicht scheiden von der Liebe Gottes. 

Autor: Ulrike Schild

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Römer 5,20

Wie gerne hätte ich früher in der Grundschule einen älteren Bruder gehabt. Jemand, mit dem ich hätte drohen können, im Falle, dass große Jungs mich ärgern. Leider war ich zuhause der Erstgeborene und als mein „kleiner“ Bruder mit 17 Jahren mich überholte, hatte sich das Thema „mit dem großen Bruder drohen“ erledigt.

Jemand mächtiges im Rücken haben, ist eine gute Sache. Das macht Mut und entspannt manche Situation. Man kann ganz anders, viel selbstbewusster auftreten.

Es gibt eine mächtige Realität im Leben aller Menschen, die uns zu schaffen macht. Es ist die Sünde. Paulus schreibt davon in seinem Brief an die  Christen in Rom. Ich zitiere:

„Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden“, Römer 5,20.

Ja, die Sünde ist mächtig. Ein echtes Problem. Aber es gibt etwas, das noch mächtiger ist: die Gnade, die Jesus Christus mir gewährt, wenn ich sie in Anspruch nehme.

Und wie geht das: Die Gnade annehmen?

Ganz einfach: Ich bekenne in einem Gebet Jesus all das, was mich belastet, was ich an Schuld mit mir herumtrage. Dann bitte ich ihn um Vergebung und spreche ihm mein Vertrauen aus.

Wenn ich das tue, kann dieser Tag gelingen. Warum? Weil ich mich mit der größten Macht und Autorität des Universums verbinde. – Und das ich viel besser als ein großer Bruder es je sein könnte.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Psalm 8,3

Es ist Studienzeit, Anfang der 90er Jahre. Außeneinsatz. Unsere Aufgabenstellung: „Stellen Sie sich dort unten auf die Wiese und reden Sie so laut, dass wir Sie hier oben verstehen.“ Hintergrund: So manche Beerdigung will auch ohne Mikrofon so geleitet werden, dass jeder hören kann, was wir sagen.

Und dann kam es, ich werde es nie vergessen: Ralf steht unten auf der Wiese und schreit: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name …“ Obwohl wir eigentlich weit weg waren, wichen wir quasi einen Schritt zurück. Wir haben noch lange gelacht über diese Situation, aber sie hatte vor allem eines zur Folge: Diese Worte aus Psalm 8 gingen mir nie wieder aus dem Kopf. Der ganze Psalm gehört für mich zu den schönsten Liedern, die David geschrieben hat. In nur zehn Versen ist es ein faszinierendes Bild von Schöpfung, von der Herrlichkeit Gottes bis hin zur Ankündigung des Erlösers Jesus Christus. Darin auch der Satz „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet“. Kinder sind hier für mich ein Hinweis auf absolutes Vertrauen. Sie sind davon abhängig, bedingungslos geliebt zu werden. Und das ist das Angebot, das Gott allen Menschen macht: seine bedingungslose Liebe. Erwachsene begegnen diesem Angebot oft mit vielen Fragen oder auch mit Misstrauen. Kinder? Sie lassen sich einfach lieben, strahlen. Und manchmal hört man sie auch jauchzen vor Freude und ist ihrer Begeisterung machtlos ausgeliefert!

Autor: Hans Wagner

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Jeremia 30,19

Eine Art Tagebuch soll der Prophet Jeremia auf Gottes Empfehlung hin führen. Nicht über das, was heute passiert, sondern über das, was Gott heute sagt. Was sich aber erst in 70 Jahren ereignen wird. Wozu das?

Gott legt Wert darauf, dass er zu seinem Wort steht. Das soll nachprüfbar sein. Falls sein Volk, wie so oft schon, seine Worte vergisst, können sie sich beim Lesen dieses geistlichen Tagebuches erinnern, wie Gottes Pläne aussehen. Und wenn der Traum Wirklichkeit ist, jubeln vor Freude, so wie es von Jeremia festgehalten ist. In Kapitel 30, Vers 19: „Und es soll aus ihr – gemeint ist Jerusalem – erschallen Lob- und Freudengesang; denn ich will sie - die Israeliten - mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich machen und nicht geringer.“

Sie, die sich heute zu Recht von Gott ins Abseits gestellt sehen, werden 70 Jahre später erkennen, wo sie Gott hintergangen haben. Ihre Sünde werden sie vor Gott beichten und er wird sie an ihren Sehnsuchtsort Jerusalem zurückbringen. Sie werden die Stadt mit ihren Kindern und Enkeln bevölkern. Jerusalem wird nicht aussterben, sondern eine pulsierende Stadt sein. Sie werden in dieser Stadt ein Spiegel der Herrlichkeit Gottes sein. Sie werden Loblieder auf Gott singen, weil auf ihn Verlass ist. Er hält ein, was er sagt.

Das macht Gott übrigens bis heute. Ich trage mir auch in einer Art Tagebuch ein, was Gott mir sagt – damit ich seine Worte nicht vergesse und wie das Volk Israel jubeln kann, wenn sich das Warten auf Gottes Versprechen gelohnt hat. Weil er seine Gutscheinworte an mich eingelöst hat und ich staunend sage: "So ist Gott, mein Gott!"

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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1. Korinther 1,9

Seit drei Wochen quäle ich mich morgens durch einen Stau, den Straßenbauarbeiten ausgelöst haben. Vorher war mein Weg zur Arbeit schnell und bequem. Sieben Minuten habe ich mit dem Auto bis ins Büro gebraucht. Jetzt sind es mindestens 25 Minuten. Gerne auch mal mehr.

Schmerzlich vermisse ich den schnellen Weg zur Arbeit, der mir so selbstverständlich schien.

Der Apostel Paulus erinnert die Christen in Korinth an zwei Dinge, die ebenfalls gerne als selbstverständlich genommen werden, es aber überhaupt nicht sind. Er schreibt:

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. (1. Korinther 1,9)

Überlegen Sie doch einmal kurz: Wieso sollte Gott treu sein und wieso sollten Sie und ich zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus berufen sein? Wenn ich mein Leben anschaue, dann ist da wenig, weshalb Gott treu sein sollte. Ich sehe auch nicht viel, weshalb er mit mir Gemeinschaft haben sollte.

Aber – und das ist das Wunderbare am Evangelium – es kommt nicht auf mich und meine Leistungen an. Gott ist treu, denn das entspricht seinem Charakter. Und dass Sie und ich zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus berufen sind, das ist Gott souveräner Entschluss.

Ich nehme mir vor, das nicht für selbstverständlich zu nehmen, was nicht selbstverständlich ist. Ich will Gott heute bewusst dafür danken, dass er treu ist und Sie und mich zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus einlädt.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Galater 3,26

Religiös zu sein bedeutet für viele Menschen: Es gibt feste Regeln, an die man sich im Leben halten muss. Und wenn man immer alles richtig macht, hat man eine Chance, in den Himmel zu kommen. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich das selbst geglaubt. Habe mir Mühe gegeben, alles richtig zu machen, und mich an die Regeln gehalten, die in unserer Gemeinde aufgestellt wurden: Nicht rauchen, nicht tanzen. Mit 19 war ich dann doch etwas frustriert von „meinem“ Glauben. Alles, was irgendwie Spaß machte, war verboten. Wie langweilig für einen jungen Menschen, der die Welt entdecken will. Ich war kurz davor, den Glauben über Bord zu werfen, da haben mir Christen von einem Glauben erzählt, der anders war. Davon, dass ich Gottes Kind bin und dass er mich bedingungslos liebt. Von Regeln und Strafen war da keine Rede. Stattdessen ging es um Liebe, Gnade und Barmherzigkeit. Damals habe ich angefangen, zu begreifen, wie sehr Gott mich wirklich liebt, wie wichtig ihm die Beziehung zu mir ist, nicht, weil ich immer alles richtig gemacht habe. Dass er mich bedingungslos liebt – ohne Wenn und Aber. Wie ein Vater sein Kind liebt. So wie Paulus das in seinem Brief an die Galater schreibt: „Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid.“ Nichts mehr und nichts weniger: Durch den Glauben an Jesus bin ich ein Kind Gottes. Was für ein Geschenk! Das einzige, was ich selbst noch tun kann ist, dieses Geschenk anzunehmen.

Autor: Stefan Loß

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Jeremia 1,9

Ein Journalist schrieb im November über „Die deutsche Lust an schlechten Nachrichten“. Ich meine: die Lust an schlechten Nachrichten vergeht den meisten wohl spätestens dann, wenn sie selbst davon betroffen sind. So soll z.B. Montezuma, der Herrscher der Azteken, befohlen haben, einen Boten hinzurichten. Denn der hatte die schlimme Nachricht überbracht: der spanische Eroberer Cortez rückt gegen uns heran.

2100 Jahre vor Montezuma hat Jeremia, ein Prophet Gottes, geschrieben: „Gott streckte seine Hand aus, berührte meine Lippen und sagte: »Ich lege meine Worte in deinen Mund.«“ Was Jeremia dem Volk Juda ausrichten soll, das werden Gottes eigene Worte sein. Und der Allmächtige bekräftigt das noch: er berührt die Lippen seines jungen Propheten. Eine wichtige Ermutigung. Denn drohendes Unglück soll Jeremia seinem Volk ankündigen. Was aber auf wenig Gegenliebe stößt. Und Juda erklärt den Propheten zum Staatsfeind Nummer eins. Jesus Christus hat seine Leute auf ganz ähnliche Situationen eingestellt (Lk 21,14f). Die Gute Nachricht vom Glauben an den Gottessohn empfinden manche nämlich als das genaue Gegenteil: als eine schlechte Nachricht. „Was mischen sich die Christen mit ihrem Gott in mein Leben ein!“ Und doch bleibt die Botschaft von Jesus das, was sie schon immer gewesen ist: Gottes Gute Nachricht. Und manche werden sie auch genauso verstehen. Und glauben – an Jesus Christus.

Autor: Steffen Brack

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1. Korinther 2,4

Das Telefon klingelt, die Nummer im Display kenne ich nicht. Ich gehe trotzdem ran und meine Vorahnung wird zur Tatsache: „Guten Tag, kennen Sie schon den PuSauSpü?“ - „Den was?“, schaffe ich es noch dazwischen zu fragen, bevor mein Gesprächspartner redet wie ein Wasserfall loslegt. „Sie kennen den PuSauSpü nicht? Na wie gut, dass ich sie anrufe. Der PuSauSpü kann alles, was sie am liebsten nie mehr tun würden. Er putzt, spült und saugt, gleichzeitig. Alles in einem Gerät! Sie wollen ihn haben, da müssen Sie nur….“ Usw. usw. …

Ja, manche Dinge mache ich nur, weil der andere es irgendwie geschafft hat, mich dazu zu überreden. Die bekomme ich förmlich aufgeschwatzt. Hauptsache kompliziert und deswegen wichtig. Schwer zu erreichen und deswegen erstrebenswert. Schwer verständlich und deswegen wahr. Wenn ich die Gesellschaft um mich herum betrachte, dann treffen diese Sätze zu! Oder anders herum formuliert: Kostenlos und deswegen wertlos. Einfach und deswegen falsch, zum Greifen nah und deswegen nicht interessant.

Was für ein Verständnis! Was für eine Haltung! Kein Wunder, dass der Mensch, der verquer denkt, nichts vom Evangelium hält. Aber ich sage Ihnen was: Die gute Nachricht von Jesus braucht keine Überredungskunst, denn sie ist einfach, klar und wahr. Sie ist Gottes kostenloses Angebot an Sie, dass keine Überredungskunst und Verkaufsstrategien braucht. Der Apostel Paulus hat das Evangelium nie unnötig kompliziert gemacht, um damit Aufmerksamkeit zu bekommen oder gar den Wert dadurch steigern zu wollen. Davon schreibt er in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth: „Mein Wort und meine Botschaft wirkten nicht durch Tiefsinn und Überredungskunst, sondern weil Gottes Geist sich darin erwies.“

Die Kraft der guten Nachricht wird ihr nicht angedichtet. Die Kraft der guten Nachricht ist ihr Wesenszug. Deswegen muss sie nicht angepriesen und verkauft werden. Sie wird Ihnen angeboten und geschenkt!

Autor: Tobias Schier

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1. Petrus 2,9

Menschen, die gerne und viel reden, sind nicht überall gefragt und manchmal auch nicht gut gelitten. Für bestimmte Jobs werden aber gerade solche Menschen gesucht. Leute, die gerne und oft von dem erzählen, was sie begeistert. Radiomoderatoren zählen zu dieser Art Mensch oder auch Sportreporter, um nur zwei zu nennen. Doch genau genommen ist eigentlich jeder Christ dazu berufen, ein Dampfplauderer zu sein. Der Apostel Petrus macht das in einem Brief deutlich. Dort schreibt er: "Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht." Zwei Dinge fallen mir ins Auge. Erstens: Christen sind offenbar ein besonderes Völkchen. Sie sind das Volk Gottes auf dieser Erde. Sie sind es deshalb, weil jeder einzelne Mensch, der Gott im Glauben vertraut und folgt, dazu erwählt ist. Gott bietet Vergebung von Sünde und Schuld in Jesus Christus an und ein neues Leben, befreit von der Macht der Finsternis. Das führt direkt zum zweiten Punkt, der mir auffällt: Von diesen guten Dingen, von der Erlösung aus Schuld und der Möglichkeit des Lebens in einem neuen Licht, sollen Christen erzählen. Sie sollen allen Menschen verkünden, was Gott Gutes in ihrem Leben getan hat und tut. Die Aufforderung des Petrus ist auch noch heute gültig. Christen sollten anderen davon erzählen, wie Gott ihr Leben verändert hat und was es heißt, mit Gott zu leben. Und zwar sollen sie das ehrlich und wahrhaftig tun! Alles andere wäre auch töricht.

Autor: Horst Kretschi

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Psalm 51,15

Was zeichnet einen König aus? Prunk, absolute Macht und Erhabenheit. Kein Mensch mehr sondern ein Monument. Makellos und ohne Kanten. Doch leider nur zum schönen Schein.

So wie bei König David. David ist kein Monument, sondern ein Monarch, der tief gefallen ist. Er hat Ehebruch begangen und den Ehemann der Frau geschickt zu Tode kommen lassen. Königlich ist dies wahrlich nicht.

Doch das alles bleibt nicht unter der Decke. Der Prophet Nathan, so eine Art Coach für David, konfrontiert den König schonungslos mit den Fakten. Und hier wird es interessant. David bringt den Propheten nicht zum Schweigen, was ihm durchaus möglich wäre.

Vielmehr bekennt David seine Sünden und fasst zudem einen Beschluss: „Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.“

David macht sich jetzt zu einem echten Vorbild, dem andere wirklich folgen können. David steht zu seinen Fehlern und er will anderen helfen, nicht die gleichen Fehler zu machen. Er erzählt seine eigene Geschichte des Scheiterns, statt ein kitschiges Königsbild abzugeben, dem ohnehin keiner glaubt. So wird David wirklich zum König. Weil er nicht mit einer Fassade glänzen will, die nicht der Wirklicheit entspricht, sondern weil er jetzt echte köngliche Tugenden pflegt: authentisch sein, ehrlich und demütig.

Autor: Andreas Odrich

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Hebräer 10,36

Eins der berühmtesten Experiment in der Psychologie ist das Marshmallow-Experiment. In den sechziger Jahren stellte der Pyschologe Walter Mischel Kinder vor die Wahl: Entweder eine Süßigkeit sofort, oder zwei Süßigkeiten nach einer Viertelstunde Wartezeit.

Eigentlich ein ganz einfaches Experiment – kann jeder, der Kinder hat, leicht selbst ausprobieren. Faszinierend aber ist der Zusammenhang, den Mischel herstellen konnte: Kinder, die sich für die Viertelstunde Warten entschieden und diese Wartezeit durchhielten, zeigten später oft bessere Leistungen in der Schule, erzielten bessere Bildungsabschlüsse, hatten weniger Übergewicht. Standhaftigkeit kostet Mühe, aber langfristig lohnt sie sich.

Das ist auch beim Glauben so: Wer am Vertrauen zu Gott festhält, auch in Schwierigkeiten und durch Zeiten des Zweifels hindurch, der wird langfristig davon geistlich profitieren und umso mehr Gottes Güte erleben. Diese Erfahrung von Menschen, die Gott ihr Vertrauen schenken, wird im Neuen Testament im so genannten Hebräerbrief so beschrieben:

Was ihr nötig habt, ist Standhaftigkeit. Denn wenn ihr unbeirrt Gottes Willen tut, werdet ihr einmal erhalten, was er euch zugesagt hat.

Standhaftigkeit kostet Mühe, aber langfristig lohnt sie sich. Nicht nur bei Süßigkeiten, sondern auch beim Glauben. Denn Gott ist wirklich gut und wirklich treu. Deshalb will ich in meinem Gottvertrauen Standhaftigkeit einüben.

Üben Sie mit mir?

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Prediger 7,29

Ich erinnere mich noch wie heute: Ich war Berufsstarter bei einem kleinen lokalen Radiosender. Die Kollegen suchten einen Sprecher für einen Nachrichtentext. Und dann sagte der Chef vom Dienst: „Lasst das mal Oliver machen, der macht das gut.“ Dieses Kompliment ging runter wie Öl. Warum? Weil ich das Gespräch zufällig aufgefangen hatte. Mein Vorgesetzter konnte wahrscheinlich nicht wissen, dass ich gerade zugehört habe.

Ist es nicht bitter? Wie oft gehe ich davon aus, dass hinter Komplimenten Berechnung steckt. Ich nehme gute Worte an mich nicht wirklich ernst, weil ich hier und da die Erfahrung gemacht habe: Manches Wort ist oberflächlich, unüberlegt oder sogar unehrlich und berechnend.

Einer, der dieses Verhalten akribisch untersucht hat, war vor drei Jahrtausenden der israelitische König Salomo. Er kommt zu dem Schluss:

„Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; doch er verstrickt sich in Machenschaften.“

Ja, Menschen können enttäuschen. Und beim Thema Aufrichtigkeit muss mich hier und da auch selbst an die Nase fassen. Doch ich will mein Vertrauen in Menschen nicht aufgeben – besonders nicht mein Vertrauen in die, die mich lieben. Aber auch generell möchte ich Menschen mit einem Grundvertrauen gegenübertreten.

Weil Gott mir als Christ seinen Geist gibt, kann er mir auch helfen, die Geister zu unterscheiden. Dann kann ich ehrlich gemeinte Komplimente als das annehmen, was sie sind: Komplimente. Sie werden zu einem Geschenk Gottes an mich.

Autor: Oliver Jeske

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Jesaja 66,19

Was war die Welt noch übersichtlich – damals, vor etwas mehr als 2.500 Jahren. Aus dem Blickwinkel der Völker, die damals rings ums Mittelmeer und in Vorderasien lebten, hatte diese Welt zumindest einen westlichen Rand. Hätte es damals schon Landkarten gegeben – sie hätten vielleicht Auskunft über geschützte Buchten und Flussmündungen geben können, vielleicht noch über die Lage von Inseln, ansonsten aber hätten sie viele weiße Flecken gehabt. Terra incognita. Unbekanntes Land. Man wusste, dass auch jenseits der bekannten Welt Menschen lebten; gelegentlich gelangten exotische Waren oder kunstfertige Werkstücke aus fernen, ansonsten unbekannten Ländern auf die Märkte.  

 

Für Gott allerdings, für den Schöpfer und Erhalter der Welt, gibt es keine weißen Flecken, keine unbekannten Länder und keine fremden Völker. Er hatte und hat alle Menschen im Blick, sie liegen ihm alle am Herzen. Auch wenn er mit einem kleinen Volk am Ostrand des Mittelmeers eine ganz besondere und eigene Geschichte hatte und hat. Diesem Volk hat Gott vor rund 2 ½ tausend Jahren ausrichten lassen: „Ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen“ (Jesaja 66,19). Ganz am Ende des Buches Jesaja werden ein paar dieser Völker aufgezählt. Die Spanier zum Beispiel. Germanen, Angelsachsen, Slawen sind zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Aber die Kunde von diesem großartigen Gott ist auch zu ihnen vorgedrungen. Sprich: Zu uns. Zu unserem Glück ist das so.

Autor: Markus Baum

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Psalm 94,11

Es gibt da diesen Witz, der dem französischen Mathematiker und christlichem Philosophen Blaise Pascal zugeordnet wird. Er sagte: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen!“ Daran musste ich sofort denken als ich heute im Psalm 94, 11 lass: „Der HERR kennt die Gedanken der Menschen: Sie sind nur ein Hauch!“

Ist es denn wirklich so brutal, wie hier beschrieben? Gott ignoriert unsere Pläne und interessiert sich nicht für unsere Gedanken? Wischt er wirklich mit einem müden Lächeln alles beiseite, was wir uns vornehmen?

Nun zunächst einmal mag es hart klingen, aber tatsächlich sind wir alle Gottes himmlischem Plan unterworfen. Es sind tatsächlich seine Wege, die wir gehen. So beten Christen es ja auch im Vaterunser, wenn wir sprechen: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“

Im Gebet liegt auch ein Schlüssel zu Gottes Handeln und unseren Gedanken. Denn Gott erlaubt, ermutigt uns regelrecht, durch Gebet in einen Dialog mit ihm zu treten. Gewiss, Gottes Wege sind in manchen Zeiten unergründlich. Ich verstehe oft nicht, warum in der Welt so viel Leid und Gewalt herrschen muss, wenn es doch für meinen Vater im Himmel ein Leichtes wäre, dies zu beenden. Aber dennoch glaube ich fest an die Kraft des Gebetes.

Ja, meine Gedanken sind nur ein Hauch. Durch meine Gebete versuche ich diese Gedanken und Anliegen dennoch bei Gott zu platzieren und bin auf Gottes Reaktion gespannt. Im Übrigen ist mein persönlicher Standpunkt sowieso, dass es weitaus Schlimmeres gibt, als den lieben Gott zum Lachen zu bringen.

Autor: Dariush Ghobad

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2. Mose 15,18

Mich beschäftigt zurzeit ein Lied aus meiner Jugend. Wir haben es damals mit voller Hingabe gesungen und jedes Wort geglaubt. Die erste Strophe dieses Lied geht so:

„Seht man musste sie begraben, die der Welt Gebote gaben und ihr Wort hat nicht Bestand. Ihre Häuser wurden Trümmer, ihre Münzen gelten nimmer, die man in der Erde fand. Ihre Namen sind verklungen, ihre Lieder ungesungen, ihre Reiche menschenleer. Ihre Siegel sind zerbrochen, ihre Sprachen ungesprochen. Ihr Gesetz gilt längst nicht mehr.“ Renate Wagner  hat das Lied getextet und Siegfried Fietz die Melodie dazu komponiert.

Von dem Anführer des Volkes Israel, Mose, ist ein Lied überliefert worden, dass in eine ähnliche Richtung geht. Mose hat es kurz und prägnant formuliert, nachdem er Gottes mächtiges Eingreifen am Schilfmeer erlebt hatte. Er sagte: Der HERR wird König sein immer und ewig. (2. Mose 15,18)

Mich bringt dieser Bibelvers zurück zu dem Lied, von dem ich gerade die erste Strophe zitiert habe. Im Refrain heißt es:

„Jesu Name wird bestehen, Jesu Reich nie untergehen, sein Gebot gilt allezeit. Jesu Wort muss alles weichen und ihn kann kein Tod erreichen. Jesus herrscht in Ewigkeit.“

Stimmt, denke ich mir. Renate Wagner und Mose bringen es beide auf den Punkt. Ich habe einen großen Gott. Er ist der Herr. Mein König. Jesus herrscht in Ewigkeit.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Jeremia 10,24

Es fühlt sich an, als ob es vorgestern gewesen ist: Ich bin mit dem Auto dienstlich in Amerika unterwegs gewesen, als plötzlich hinter mir das Blaulicht aufblitzte und ein kurzer Sirenenton mich unmissverständlich zum Anhalten aufforderte. Ich war in einer 30er Zone knapp 50 km/h unterwegs gewesen und dabei erwischt worden.

Tja, da saß ich nun und machte mir Sorgen, während ein Polizist meine Papiere sorgfältig untersuchte.

Wie gut, dass ich in einem Rechtsstaat bin, habe ich gedacht. Wegen Korruption brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Hier gibt es genaue Regeln, nach denen Verkehrsdelikte geahndet werden. Und es gibt sogar die Option: Gnade vor Recht!

Ich bin damals mit einer strengen Ermahnung davon gekommen. Kein Knöllchen. Kein Bußgeld. Ich habe Glück gehabt!

An dieses Erlebnis habe ich mich erinnert, als ich den folgenden Bibelvers aus dem Buch Jeremia gelesen habe:

Weise mich zurecht, HERR, aber im Gerichtsverfahren, nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht auslöschst. (Jeremia 10,24)

Ja, ich will Gottes Zurechtweisung annehmen und zwar in der Art, wie er sie ausspricht.

Das Gute an Gottes Gerichtsverfahren ist, dass es bereits stattgefunden hat. Jeremia konnte das zu seiner Zeit noch nicht wissen, aber ich weiß, dass Jesus Christus am Kreuz von Golgatha Gottes Gericht stellvertretend getragen hat.

Wenn ich das annehme, dann gilt für mich Gnade vor Recht.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Apostelgeschichte 3,19–20

Meine Frau hat die Sprachen Russisch und Englisch studiert, ich hatte die Gelegenheit, Bibel-Griechisch und -Hebräisch zu lernen. Es ist unglaublich, wie sich Worte und ganze Sätze verändern können, wenn man sie einmal durch die Sprachen durchwandern lässt. Denn hinter jeder Sprache steckt auch eine Kultur und damit eine Prägung der einzelnen Begriffe. Manchmal erschrecke ich, wenn ich feststelle, wie sich falsche Prägungen in unserem Denken breitgemacht haben. Ein Beispiel.

Das griechische Wort „Metaneua“ wird in den alten Bibelausgaben in der Regel mit „Tut Buße“ übersetzt. Da schwingt aus kultureller Überlieferung bei vielen Menschen oft das Wort „Strafe“ mit, zum Beispiel beim „Bußgeld“. In einem Übersetzungsprogramm wurde mir statt dessen für „Metaneua“ folgendes vorgeschlagen: „Ich habe es mir anders überlegt!“ Das gefällt mir, denn damit sind wir tatsächlich viel dichter dran an der eigentlichen Bedeutung dieser Aufforderung. Wenn Paulus also in Apostelgeschichte 3 schreibt: „Tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden“, dann sagt er: Verändert eure innere Haltung, euer Denken. Wendet euch ab von eurem bisherigen gottlosen Leben und wendet euch statt dessen Jesus Christus zu. Es lohnt sich, denn als Geschenk wartet die Nähe Gottes, seine Liebe, seine Gnade, und nicht zuletzt: das ewige Leben. Ein Leben ohne Gott? Ich habe es mir anders überlegt! Sie auch?

Autor: Hans Wagner

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Offenbarung 3,11

Nichts für Kraftprotze! Jesus spricht heute die Gemeinden an, die wenig Kraft haben. Doch sie haben ein Herz für Jesus. 

Jesus stellt eine klare Diagnose: Wenig Kraft, kennen meine Worte, finden sie gut. Ehren meinen Namen und nicht ihren eigenen, auch nicht den ihrer Gemeinde Philadelphia. Schwach, aber stehen ganz auf meiner Seite. Jesus macht aus der geringen Kraft keine Kraftsteigerung.

Jesus schickt keine Kraftprotze zu ihnen, um ihren Mangel an Kraft auszugleichen, sondern Lügner. Lügner sollen ausgerechnet an ihnen erkennen: Jesus liebt diese Gemeinde – mit ihrer Kraft von 20%. Sie haben gelernt, geduldig zu sein. Sich ganz auf Jesus, seine Zeitpläne, seine Wege, seine Art, seine Geduld mit ihnen und allen anderen einzulassen. Und Jesus sagt der Gemeinde, die höchstens 20% eines Gemeindeprogramms umsetzen kann: Bis ich auf die Erde zurückkehre, „halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!“ So nachzulesen im Buch der Offenbarung, Kapitel 3, Vers 11.

Damit drückt Jesus aus: "Halte an der Liebe zu mir fest, warte geduldig auf mich und mein Eingreifen. Dann behältst du die Kraft, deine Krone zu tragen und verliest sie nicht vor Anstrengung."

Wenn Sie sich zu Menschen mit wenig Kraft zählen und zu einer Gemeinde gehören, die wenig Kraft aufbringen kann, dann halten Sie an Jesus geduldig fest.

Schauen Sie nicht auf einen Kraftprotz, auch nicht auf eine Mega-Kirche, beide würden Ihnen Ihre Krone wegreißen. Aus Liebe zu Jesus würde Bitterkeit.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

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Hiob 28,28

Kennst du weise Menschen? Das habe ich mich neulich gefragt. Tatsächlich, mir kamen sofort ein paar Namen in den Sinn; allesamt Menschen, auf deren Rat ich Wert lege. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang: Einige dieser Personen zeichnen sich durch Bildung und außerordentliche Lebensleistungen aus. Andere sind recht bescheiden und unauffällig. Und doch haftet ihnen allen gleichermaßen dieses gewisse Etwas an, das ich als Weisheit bezeichne.

Tja, und dann gibt es auch noch jene, die sich für weise halten, es in der Regel aber nicht sind.

In der Bibel wird von drei solchen „Schein-Weisen“ berichtet. Sie haben ihren Freund Hiob mit allerhand Vorwürfen und schlauen Ratschlägen überzogen und ihm so das Leben schwer gemacht.

In der Auseinandersetzung mit diesen Männern hat Hiob folgendes gesagt:

Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht. (Hiob 28,28)

Ich habe einmal einen sehr interessanten Satz gehört. Jemand hat Weisheit als „reflektierte Lebenserfahrung“ beschrieben. Was meine ich? Wenn jemand in einem Leben viele Erfahrungen gemacht hat und über diese Erfahrungen ins Nachdenken gekommen ist, dann kann daraus Weisheit entstehen. Und wenn jemand den Schluss daraus gezogen hat, das Böse zu meiden, dann ist das Einsicht.

Wer schon eine längere Wegstrecke im Glaubensleben zurückgelegt hat, der oder die weiß aus eigener Erfahrung, dass Hiob recht hat: Die „Furcht des Herrn“, also Gott sehr ernst nehmen, ist tatsächlich Weisheit. Und warum ist das Weisheit? Weil diese Haltung zu einem umfassend guten Leben  führt.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Jesaja 30,15

An einem Samstag im Mai war ich in einem Benediktinerinnenkloster in Köln zu Gast. Ich durfte am Mittagsgebet der Schwestern in der Klosterkirche teilnehmen. Auf einer Bank im hinteren Teil habe ich Platz genommen  und gewartet. Stille. Ruhe. Minutenlang passierte nichts. Plötzlich war mein Leben wie man so schön sagt entschleunigt und ich konnte es kaum aushalten. Die Schwestern begannen zu singen. Psalmen, liturgische Texte. Ich konnte mitlesen, kannte aber die Melodien nicht. Ich konnte nur still sitzen und zuhören. Eine halbe Stunde lang. Es hat mir Mühe gemacht, einfach still zu sitzen und zuzuhören. Und das hat mich erschreckt. Eigentlich weiß ich doch, dass solche stille Zeiten gut für mich sind. Dass es mir hilft, auf Gott zu hören, wenn ich nicht abgelenkt bin. Im Buch Jesaja heisst es: „Durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein.“ Schon damals ist es den Menschen also offensichtlich schwer gefallen, stille zu sein, zu vertrauen und abzuwarten. Jesaja berichtet, dass Gottes Volk damals lieber selbst die Sache in die Hand genommen hat. Mit dem Schwert sind sie losgezogen, anstatt Gott zu vertrauen und auf seine Hilfe zu warten. Das ist wohl einfach typisch menschlich. Ich greife nicht zum Schwert, aber auch ich kenne den Impuls, die Dinge einfach selbst in die Hand zu nehmen, anstatt auf Gott zu warten und ihm zu vertrauen. Schade eigentlich, denn schließlich hat Gott versprochen, dass gerade das Stillesein und Vertrauen mich stark macht. Der Tag im Kloster hat mir gezeigt, dass genau das mir schwerfällt. Und ich bin fest entschlossen, das neu zu üben: Stillesein und Gott vertrauen. Machen Sie mit?

Autor: Stefan Loß

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