ERF Plus - Anstoß

Richter 2,10

Freiheit gibt es nicht geschenkt. Außer bei Gott. Er führt sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Wurde Israel bislang unterdrückt und hatte es viel zu leiden, kann es sich nunmehr entfalten. Doch die Freude darüber hält gerade mal eine Generation.

„Als von dieser Generation keiner mehr lebte, kam eine andere Generation, die den Herrn weder kannte, noch wusste, was er für Israel getan hatte“, notiert der Schreiber im biblischen Buch der Richter. Stattdessen wendet sich das Volk den Baalen zu, einer Schar von Regionalgöttern mit partiellen Zuständigkeiten, denen schlicht die nötige Größe fehlt. Trotzdem zieht die neue Generation die Baale dem großen Befreier-Gott Israels vor. Die Strafe folgt auf dem Fuße mit Verfolgung und Unterdrückung.

Diese Geschichte aus der Bibel lehrt: Freiheit kann man nicht erben. Freiheit muss man sich immer wieder neu erkämpfen und man muss sie wachhalten. Der Mensch neigt zur Gottvergessenheit und zum Kleinkarierten. Glaube kann einschlafen wie Füße. Gott mahnt sein Volk daher immer wieder aufzustehen und sich daran zu erinnern, dass er es war, der dieses Volk aus der Gefangenschaft befreit hat.

Die Sklaverei für den Menschen heute besteht im Persönlichen aus Abhängigkeiten, aus Süchten, aus Ängsten und im Politischen aus dem Ruf nach einfachen Lösungen oder dem Wunsch nach einem Autokraten, der vermeintlich alles richtig macht.  Schon vergessen? Gott ist ein Gott der Freiheit. Es lohnt sich, nicht kleiner zu denken, sondern genau an Gott und der von ihm geschenkten Freiheit festzuhalten.

Autor: Andreas Odrich

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Hebräer 1,14

„Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als in unserer Philosophie geträumt werden“, lässt Shakespeare seinen Hamlet im gleichnamigen Stück sagen. Er drückt damit eine weit verbreitete Vermutung aus: In dieser Welt gibt es unsichtbare Dinge, die man wissenschaftlich nicht erklären kann.

Ich finde es interessant, dass diese Vermutung bis heute nicht totzukriegen ist. Viele aktuelle Jugendromane und Kinofilme spielen mit dem Motiv, dass geheimnisvoll begabte Superhelden uns Normalsterbliche insgeheim vor Unheil bewahren.

Dabei sind auch Engel immer wieder ein Thema. Auch wenn die Engeldarstellungen in Hollywood-Filmen und die Engelvorstellungen der Esoterik mit der Realität wohl genauso wenig zu tun haben wie die pausbäckigen Engelfiguren auf alten Gemälden.

Aber die Autoren der Bibel sind sich sehr sicher und sehr einig: Engel gibt es wirklich, und sie haben eine Aufgabe. Die wird im Neuen Testament im Hebräerbrief Kapitel 1 Vers 14 so beschrieben:

Alle Engel sind nur Wesen aus der himmlischen Welt, die Gott dienen. Er sendet sie aus, damit sie allen helfen, denen er Rettung schenken will.

Das ist das, was ich für heute über den Raum zwischen Himmel und Erde wissen muss: Gott will alle Menschen retten. Gott weiß, dass wir dabei Hilfe brauchen. Gott beauftragt dazu seine Engel.

Das möchte ich für heute dankbar annehmen. Und ich will mir von Gott gerne helfen lassen, ihn immer besser kennen zu lernen.

Autor: Dr. Jörg Dechert

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Matthäus 21,42

Nein, bequem war er nicht, dieser Zimmermannssohn aus Nazareth. „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“, so seine Worte.  Jesus forderte bedingungslose Nachfolge – deutlich auch in dieser Herausforderung: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Es gibt Leute, denen ist das zu schroff. Sie wünschen sich einen geschmeidigeren Jesus.  Aber es gibt unzählige Zeugen, die bestätigen: „Ich habe mich auf dieses radikale Wagnis – ich habe mich auf Jesus Christus eingelassen. Und ich habe es bis heute nicht bereut.“ Diese Menschen haben erfahren, was es heißt:

„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“

Das heißt: Die, die sich an Jesus Christus stoßen, haben ein echtes Problem. Sie treten zu ihrem Schöpfer in Opposition. Wer sich jedoch auf diesen Jesus einlässt, von dem die Bibel bezeugt: er ist Gottes Sohn, der erlebt etwas Anderes: Plötzlich wird Jesus Christus für mich zum unverrückbaren Eckstein in meinem Lebensgebäude.

Nein, auch ein Leben als Christ ist nicht immer einfach. Gegen Gottes Willen für mich rebelliert manchmal mein Ego. Obwohl ich eigentlich weiß, dass mein Schöpfer es gut mit mir meint.

Doch auch wenn ich mich am Eckstein Jesus Christus manches Mal reibe. Verzichten möchte ich auf ihn, meinen festen Halt, nicht mehr.

Autor: Oliver Jeske

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Jesaja 59,12–13

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, behauptet der Volksmund. Da ist was dran. Wer von sich selbst restlos überzeugt ist, keinerlei Selbstzweifel und keine Skrupel kennt - wie kann man so jemandem helfen? Das gestaltet sich eher schwierig. 

Wir Menschen sind fehlbar, sonst wären wir Maschinen. Als Menschen können wir über uns hinauswachsen, können Großes erreichen - leider erstreckt sich das Talent aber auch auf die andere Seite: Wir können Dinge grandios falsch einschätzen, treffen mitunter verhängnisvolle Entscheidungen, schaden damit uns selbst und anderen. Darauf kann man eigentlich nicht stolz sein - obwohl, auch das soll es geben: Menschen, die sich sogar auf ihre Missgriffe und auf schuldhaftes Versagen etwas einbilden.    

Selbsterkenntnis wäre heilsam. Leider gibt es in der Menschheitsgeschichte genügend Beispiele, dass verblendete Menschen erst dann zur Besinnung kommen, nachdem sie eins vor die Glocke bekommen haben. Beim Volk Israel haben das vor 2800 Jahren die Assyrer besorgt und ein paar Generationen später die Babylonier. Die Einsicht war genauso schmerzhaft wie die erlittene nationale Katastrophe. Im prophetischen Buch Jesaja wird die Selbsterkenntnis auf die Formel gebracht: "Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: Abtrünnig sein und Gott, den HERRN, verleugnen." - 

Selbsterkenntnis war auch in diesem Fall der erste Schritt zur Besserung. Die Reue hat den Boden bereitet für einen Neuanfang. Der Gott Israels, der Vater Jesu Christi ist bekannt dafür, dass er Menschen so etwas ermöglicht. Auch heute noch. 

Autor: Markus Baum

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Römer 16,1–2

Im Römer 16, 1-2 schreibt Paulus: „Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die den Dienst an der Gemeinde von Kenchreä versieht, dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich's ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht.“

Am Ende seines Briefes an die Römer schreibt Paulus also noch eine Empfehlung für die Überbringerin des Briefes rein. Schwester Phöbe, die als eine Art „Diakonin“ der frühen Kirche beschrieben wird, soll von der Gemeinde aufgenommen werden. Sie liegt Paulus am Herzen, denn, so geht es aus dem Text hervor, ihr soll in jedweder Sache beigestanden werden. Im weiteren Verlaufe des Textes erwähnt Paulus, dass Phöbe auch ihm in der Vergangenheit beigestanden hat.

Das lenkt den Blick auf einen Aspekt der Bibel, den ich oft verdränge. Die Heilige Schrift ist ja im Ursprung nicht als Buch konzipiert worden. Es gab ja nicht den einen Autoren, der alles geschrieben hat. Vielmehr wurden über Jahrzehnte die Erzählungen zusammengetragen. Unser christliches Erbgut besteht in Buchform, weil viele Menschen daran mitgearbeitet haben. Neben den Autoren, auch die Überbringer, die Bewahrer und Sammler.

Wenn wir in der Bibel lesen, dann lesen wir in einem Werk der Menschheitsgeschichte, welches ohne das Zutun vieler unterschiedlicher Menschen und Generationen nicht möglich gewesen wäre. Ein Werk, welches oftmals unter großen Anstrengungen entstanden ist. Wir sollten diesen Menschen dankbar sein und Menschen, die auch heute wie Schwester Phöbe wirken, in unser Gebet einschließen.

Autor: Dariush Ghobad

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Philipper 2,11

Die ersten Christen fielen aus dem Rahmen. Sie passten weder in das Glaubenskonzept ihrer jüdischen Mitbürger noch in das Lebenskonzept der römischen Besatzungsmacht. Sie vielen aus dem Rahmen und wurden immer wieder kritisch beäugt. Was sind das für Leute? Was unterscheidet sie von anderen? Was denken sie? Was glauben sie? Wie leben sie? Gefährlich war das damals sogar, und so mancher, der an diesen Jesus von Nazareth glaubte, landete im Gefängnis. Da geht es uns heute in unserem Land, besser. Geblieben ist, dass auch heute Christen kritisch beäugt werden. Sie dürfen sich hier bei uns im Lande in aller Freiheit treffen. Doch die Kirchen bleiben zum Teil erschreckend leer. Mit Gott und Jesus können viele gar nichts anfangen. Das neuste Werk eines Atheisten trägt den Titel: Gottlos glücklich. Warum eigentlich diesen Jesus? Auch die engsten Freunde von Jesus konnten die Frage erst nach vielen tiefgreifenden Erlebnissen beantworten. Die gewonnene Gewissheit bezeugten sie kompromisslos: Nur Jesus kann den Menschen Vergebung, Rettung, Heil und Frieden und den Zugang zu Gott schenken. Der Retter Jesus kann nicht einfach in das vorhandene System der vielen Götter integriert werden. Das war und ist extrem sperrig. Darum fühlen sich auch heute viele Menschen „ausgesperrt“. So, als fehle der Zugangs-Code. Der Anspruch von Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein, gilt als ausgrenzend. Dabei wird oft übersehen, dass Jesus niemanden ausschließt, sondern alle konsequent einlädt. Wer‘s wagt – gewinnt. Es gibt nur einen Weg diese Wahrheit zu erleben, indem wir uns auf Jesus einlassen. Jeden Tag neu. Und vielleicht sagen dann sogar Menschen, die dem Glauben an Gott und Jesus zuvor kritisch gegenüber standen: „Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“  

Autor: Ulrike Schild

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Nahum 1,7

Ich sitze im Zug. Stromausfall auf halber Strecke irgendwo zwischen Berlin und Wetzlar. Unser Zug wird weiträumig umgeleitet. Ob ich heute noch zuhause ankommen werde, überlege ich? Ich weiß es nicht.

Zugegeben, das ist eine ärgerliche Situation, aber eine wirkliche Notsituation ist es nicht, denn wenn ich die letzte Anschlussverbindung nach Hause verpassen sollte, werde ich halt unterwegs in einem Hotel übernachten.

Dann wandern meine Gedanken weiter: Wie wäre das, überlege ich, wenn ich ganz dringend nach Hause müsste? Würde einer meiner Frankfurter Freunde sich ins Auto schwingen, um mich mitten in der Nacht an mein Ziel zu bringen?

Ich glaube, die Not müsste ganz besonders schlimm sein, damit ich mit einer solchen Bitte auf jemanden zugehen würde. 

Der Prophet Nahum weiß, dass es jemanden gibt, den man immer und zu jeder Zeit ansprechen kann. Dieser jemand ist Gott. Das entnehme ich folgenden Worten des Propheten: „Der HERR ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt, die auf ihn trauen.“ (Nahum 1,7).

Beachtlich finde ich, dass diese Worte im Zusammenhang mit einer Prophetie über Israels Feinde, die Assyrer und ihre Hauptstadt, Ninive stehen.

Wie schon damals, so ist es heute immer noch: Ich darf mich mit allem, was mein Herz beschwert an Gott wenden. Das ist so, weil Gott eine besondere Eigenschaft auszeichnet: Er ist gütig. Ihm ist nichts zu klein oder zu schwierig.

Weil Gott mich kennt, weiß er, was für mich das Beste ist. Er wird gute Entscheidungen treffen.  Und deshalb will ich ihm meine Geschicke anvertrauen. Heute. Morgen. Immer.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Philipper 4,7

„Damit sind wir am Ende des Gottesdienstes angekommen. Zum Segen darf ich Sie jetzt noch bitten, aufzustehen.“ So endet in der Regel der Gottesdienst in unserer Gemeinde – und ich bin mir sicher, dass Sie das sonntags ähnlich hören, wenn Sie einen Gottesdienst besuchen. Was dann folgt, ist aber immer wieder unterschiedlich. In der Bibel stehen viele Texte, die sich als Segenszusage eignen. Zum Beispiel der Text aus dem Philipperbrief, der für den heutigen Tag als Leitwort dienen soll. Er lautet: „Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“ Vor kurzem ist mir dieser sehr bekannte Vers noch einmal deutlich in Erinnerung gekommen.

Ich habe für unsere Sendung „Lesezeichen“ aus einer Biografie gelesen. Ali Dini – Der Unterbliche. Es geht darin um einen mehrfachen Mörder, der Christ geworden ist und der davon berichtet, wie er sich zum ersten Mal von einem Zellenkumpan in einen Gottesdienst mitnehmen lies. Nach dem Gottesdienst, so erzählt er weiter, wusste er kein einziges Wort mehr von dem, was dieser Mann da vorne gesagt hatte. Aber: „Der Frieden, den er ausstrahlte, der hat mich nicht mehr losgelassen.“ Das hat mich sehr bewegt, zu hören, wie der Frieden Gottes direkt sein Herz erreicht hat – spürbar, ohne große Erklärung, höher als alle menschliche Vernunft.

Autor: Hans Wagner

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Matthäus 28,5.7

Haben Sie Ihre Ostereier aufgegessen und die Osterdeko wieder in Kartons verpackt? Dann sind Sie Gottes Zeit weit voraus. Vom Kirchenjahr her gesehen leben wir gerade mitten in der Osterzeit. Sechs Sonntage nach Ostern gibt es. Die Osterzeit endet erst Pfingsten.

Deshalb heute ein Ostertext aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 28, Vers 5 und 7: „Der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass Ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen.“

Nicht eilig nach Ostermontag die Hinweise auf Jesu Auferstehung im Schrank verstecken, sondern den Bibeltexten nachspüren. Wer erfährt wann, dass Jesus sein Grab verlassen hat. Wem begegnet Jesus nach seinem Tod  - quicklebendig, jedoch mit den Narben seiner Kreuzigung? Die Frauen brauchen Zeit, um zu begreifen: Jesus lebt. Tot ist nicht tot. Ein Friedhofsbesuch bringt nichts mehr. Die Frauen sollen warten, bis Jesus kommt. Und auch seine Anhänger darauf vorbereiten, dass Jesus sie in Galiläa treffen wird. Als Jesus erkennbar und doch anders. Er kann auftauchen und gleich wieder verschwinden.

Lieber eilig die Osterdeko wieder auspacken und erzählen, dass Jesus lebt. Die sieben Wochen nutzen, um den auferstandenen Jesus in der Bibel aufzuspüren und ihn im eigenen Alltag in der Osterzeit 2019 zu treffen.

Autor: Pastorin Elke Drossmann

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Psalm 39,2

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Vielleicht kennen Sie ja das Phänomen aus eigener Erfahrung. Bei mir war es gestern Abend mal wieder so weit. Ich habe etwas erfahren, was mich maßlos geärgert hat. Um ehrlich zu sein, es hat mich bis heute Morgen beschäftigt.

Und dann? Dann habe ich Psalm 39 gelesen. Dort stehen folgende Worte: „Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge“, Psalm 39,2.

Das sind klare Worte, ausgesprochen von König David. Der hat diese Worte nicht leicht daher gesagt, das machen die nächsten beiden Sätze deutlich. Dort heißt es: „Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muss mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich seufze, brennt es wie Feuer.“

David weiß also, wie es sich anfühlt, wenn es in einem arbeitet. Wenn einem Ungerechtigkeit widerfahren ist oder man schweigen muss, obwohl einem zum Schreien zumute ist.

Von David lerne ich, wie er mit seinem inneren Konflikt umgeht. Er nimmt sich vor, auf seine Worte aufzupassen. Er sagt: „Ich will mich hüten…“ Ich verstehe das so: David wählt seine Worte mit Umsicht und Sorgfalt, damit er vor Gott nicht schuldig wird.

Das klingt nach einem guten Plan. Ich will Gott darum bitten, dass er mir hilft, mich ebenso zu verhalten. Und ich lade Sie ein, das auch zu tun.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

1. Johannes 4,16

Es gibt Momente im Leben, da traut man seinen eigenen Augen nicht. Hat mich der griesgrämige Nachbar eben im Vorbeifahren wirklich freundlich gegrüßt? Oder war das nur Einbildung? Beim Profifußball gibt es ja jetzt den sogenannten Videobeweis. Da kann der Schiedsrichter sich eine strittige Situation nochmal ganz in Ruhe auf dem Video anschauen. Im echten Leben geht das nicht. Da muss ich mich in der Regel immer noch auf meine eigenen Augen verlassen. Aber es gibt auch die Momente, in denen ich keinen zweiten Blick brauche, auch keinen Videobeweis. Zum Beispiel, wenn ich jemanden wiedererkenne, den ich lange nicht gesehen habe. Da ist dann plötzlich kein Raum für Zweifel mehr, ein Videobeweis ist völlig unnötig. Ich weiß, was ich gesehen habe. Und das gräbt sich tief in mir ein. Es ist mehr als ein Blick, es ist eine Erkenntnis. Eine feste Überzeugung. Auch Glauben funktioniert so: Ich erkenne etwas und bin zutiefst davon überzeugt, dass es wahr ist.  Johannes beschreibt das in seinem ersten Brief, 1. Johannes 4, 16 so:  „Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und haben dieser Liebe unser ganzes Vertrauen geschenkt.“ Für ihn ist es also nicht nur bei dem Erkennen geblieben. Er und die anderen Jünger haben Gott und seinem Sohn Jesus ihr ganzes Vertrauen geschenkt. Genau das ist die Herausforderung für mich als Christ. Jeden Tag neu. Ich weiß, dass Gott mich liebt. Aber bin ich auch bereit, ihm heute mein ganzes Vertrauen zu schenken? Nichts anderes heißt „Glauben“. Wissen, dass ER mich liebt und ihm mein Vertrauen zu schenken. Ganz. Jeden Tag neu. 

Autor: Stefan Loß

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Philemon 4.6

Ich saß mit Kollegen zusammen. Auf dem Tisch lag ein Faltblatt. Bei dem Versuch, es zu entziffern, muss ich ziemlich auffällige Verrenkungen vollführt haben. Mal lugte ich über den oberen Rand meiner Brille. Mal versuchte ich unter ihr hindurch zu schielen. Und das alles, weil meine betagten Augen auf kurze Entfernungen nicht mehr so richtig scharf stellen. „Du brauchst eine neue Brille!“ So die treffende Feststellung einer Kollegin.

Von einer Brille spricht auch Paulus, Zeltmacher und leidenschaftlicher Jesusanhänger. Da schreibt er an seinen Mitchristen Philemon: „Ich danke meinem Gott allezeit, wenn ich an dich denke in meinen Gebeten, dass dein Glaube, den wir miteinander haben, kräftig werde in Erkenntnis all des Guten bei uns, auf Christus hin.“ Das ist die genialste Brille, von der ich je gehört habe. Paulus betet: Philemon möge immer mehr all das Gute erkennen. Das Gute, das er durch Jesus empfangen hat.

So eine Brille brauche ich auch. Damit ich das Gute wahrnehme, das Jesus mir schenkt. Z.B.: dass ich von Gott angenommen bin. Ein für alle Mal. Dass eine herrliche Zukunft auf mich wartet. In einer völlig neuen Schöpfung. Gute Wegbegleiter sind mit mir unterwegs dorthin. Sie möchten das Gute auch erkennen, das Jesus anbietet? Dann beten Sie doch wie Paulus darum, dass er Ihnen die richtige Brille schenkt. Damit Sie das Gute, das Jesus Ihnen gibt, immer mehr entdecken.

Autor: Steffen Brack

Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Seiten