ERF Plus - Wort zum Tag

Daniel 9,14

„Der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut!“ 80 Jahre alt ist der Mann, der das feststellt. Mit ungefähr 15 Jahren war er aus seiner Heimat verschleppt worden. Dazwischen liegt ein sehr bewegtes Leben mit Höhen und Tiefen. Daniel ist sein Name. Er ist ein Prophet aus Gottes Volk Israel. Ins Deutsche übersetzt heißt sein Name: „Gott ist Richter; Gott verschafft Recht!“ Dabei hat Daniel nach seiner Verschleppung keinen einzigen Tag mehr in seiner ursprünglichen Heimat verbracht. In Juda. In der Hauptstadt Jerusalem. Die gab es nicht mehr. Die war dem Erdboden gleich gemacht worden. Da stand kein Stein mehr auf dem anderen!

Trotzdem stellt Daniel fest: „Gott ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut!“ Das sagt er bestimmt nicht nur, weil sein Name so heißt. Da steckt mehr dahinter. Das hört sich nach Lebenserfahrung an. Daniel hat in den Machtzentren der Weltreiche seiner Zeit mitgewirkt. Er war dort ein sehr hoher Staatsbeamter gewesen. Und dabei beobachtete er auch wie die Mächtigen kamen und gingen. Wie nach ihrer Zeit andere Herrscher das Sagen hatten. Wie sich Werte veränderten. Wie Nachfolger das, was bei ihren Vorgängern wichtig war, übergingen. Wie andere, neue Gesetze für die Menschen erlassen wurden.

Ganz klar geschah dabei viel Unrecht. Bewusstes und Unbewusstes. Immer gab es Leidtragende, denen Unrecht geschah, oft sogar großes Unrecht. Und das betraf meistens nicht die Minderheit.

Wie also kann Daniel im Gebet behaupten: „Der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut!“? Eben, weil Gott kein Mensch ist. Was Gott einmal gesagt hat, das ändert er nicht. Dazu steht er in Zeit und Ewigkeit! Das ist das eine. Das andere ist das, was Gott gesagt hat. Da sind beispielsweise die 10 Gebote. Sie sind der Grundstock für alles Zusammenleben in Gottes Volk. Hätten diese Menschen davon ihr Denken und Handeln bestimmen lassen, wäre ihre Heimat von keinem anderen Volk erobert worden. Keinem Weltherrscher wäre es gelungen, dieses kleine Volk zu besiegen oder aus seinem Land zu vertreiben.

Unrecht geht immer von Menschen aus. Nie von Gott. Gott, den Schöpfer der Menschen, für die Untaten der Menschen anzuklagen, das ist absurd. Das geht nicht. Aber warum verhindert Gott dann nicht das Unrecht, das Menschen durch Menschen erleiden müssen? Weil Gott den längeren Atem hat. Das heißt: Für Gott ist das Leben eines Menschen noch längst nicht aus, wenn dieser Mensch gestorben ist. Gott ist der allmächtige Gott über die Vergänglichkeit und über die Ewigkeit. Seinem Einfluss kann sich niemand entziehen. Was ein Mensch hier an Unrecht getrieben hat, dafür wird er sich eines Tages vor seinem Schöpfer verantworten müssen. Und umgekehrt: Was einem Menschen in seinem Erdenleben an Unrecht geschehen ist, das wird ihm sein Schöpfer entschädigen. Wie? Das ist Gottes großes Geheimnis. Das wird er am Tag des Weltgerichtes sichtbar machen. Da wird es dann aus dem Mund unzählbar Vieler ertönen: „Der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut!“

Dass Gott hier dem Unrecht scheinbar tatenlos zuschaut, das ist eine menschliche Täuschung! Gottes Prinzip ist es: Was wächst, muss wachsen, bis es ausgereift ist. Dann ist Erntezeit. Dann wird Unkraut vom Getreide getrennt. Dann kommt das Gericht. Wohl dem, bei dem kein Unrecht gefunden wird. Wohl dem, der jetzt schon auf der Seite Gottes steht – so wie einst der Prophet Daniel!

Autor: Thomas Eger

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Jakobus 1,5

„Mann, bist du blöd!“ Wurden Sie schon mal so angeredet? Also mir ist das schon passiert. Ich kam mir  dabei buchstäblich dumm vor. Der andere war eben der Klügere, der Geschicktere. Der hatte es drauf. Der konnte die mathematische Formel vorwärts und rückwärts aufsagen. Ich nicht! Und schon fühlte ich mich entsprechend. Dass der andere aber nicht mit dem Fahrrad fahren konnte, ich dagegen schon, das zählte in dem Moment nicht.

Noch nie hat mir übrigens bisher jemand bei Unwissenheit den Satz gesagt, der dazu in der Bibel steht. Sehr oft kam dagegen der Vorwurf: „Bist du dumm!“ Der Satz in der Bibel heißt: „Wenn es jemand unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gerne und ohne Vorwurf gibt.“ Jakobus hat das geschrieben. Er war der Halbbruder von Jesus Christus. Sie können den Satz nachlesen in seinem Brief, Kapitel 1, Vers 5.

Es geht also um Weisheit, die von Gott erbeten werden kann. Weisheit hat mit Wissen zu tun. Bei diesem Wissen geht es aber nicht um mathematische Formeln. Es geht auch nicht um irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse. Hier geht es um die Beziehung zu Gott. Jakobus erwähnt am Anfang seines Briefes eine unschöne Situation, die durch den Glauben an Jesus Christus entstehen kann. Er schreibt von Anfechtungen gegen den Glauben. Es sind massive Versuche, meinen Glauben zu zerstören. Das können beleidigende und verletzende Worte sein. Das kann sogar körperliche Gefahr sein, mit der gedroht wird, weil ich an Jesus Christus als meinen Gott glaube. Wie soll ich mich dabei verhalten? Was soll ich tun, damit mein Glaube nicht zerbricht und ich das Ganze auch körperlich heil überstehe?

In diese Situation hinein formuliert Jakobus seinen Satz.

Zuerst appelliert er an meine innere Haltung, an meine Einstellung. Ich soll mich darüber nicht aufregen, nicht ärgern, nicht enttäuscht sein. Ich soll mich darüber einfach freuen, meint er. Freuen, dass mein Glaube angefochten wird. Da ist was Lebendiges in mir. Von Gott geschenkt. Dieses wunderbare ewige Leben aus Gott. Wäre es nicht da, könnte es nicht angefochten werden. Wäre es nicht so wertvoll für meine Gemeinschaft mit Gott, würde es der Böse nicht zerstören wollen.

Und dann zeigt Jakobus, wie eine Spirale entsteht, die mich nach oben zieht, heraus aus der Verzweiflung. Er schreibt: In der Anfechtung zeigt sich, wie echt der Glaube ist. Dieser Glaube an Gott ist keine Einbildung. Er ist wirklich da. Dieser lebendige Glaube bewirkt Geduld. Geduld ist, abwarten zu können. Standhaft sein wie ein Fels im Sturm. Der Sturm wird vorüber gehen. Aber der Fels bleibt an seinem Platz. So hat auch die Geduld den längeren Atem. Sie tut ihr Werk bis ans Ende, schreibt Jakobus weiter. Diese Art von Geduld lässt mich gelassen bleiben, weil ich durch sie ganz fest auf Gott vertraue.

Und wie setze ich das praktisch um? Was soll ich tun in solch einer bedrohlichen Situation? Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Gegnern – besonders wenn sie radikal werden? Das sind Fragen, mit denen Jakobus bestimmt gerechnet hat. Gut ist es, dass er dafür keine Patentlösung nennt. Er weist auf Gott, den Herrn des Glaubens, hin. Ihn gilt es um Weisheit zu bitten, was zu tun ist. Und das wird Gott dem Bittenden eingeben. Durch seinen heiligen Geist wird er  mir zeigen, wie ich mich verhalten soll: Still sein oder reden. Stehen bleiben oder fortgehen. Das wird Gott in jeder Situation tun. Ob sie scheinbar leicht erscheint oder schwer zu verarbeiten ist!

Autor: Thomas Eger

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5. Mose 13,4

Geht es Ihnen auch manchmal so? Jemand versucht, Sie zu etwas zu bringen, was Sie eigentlich gar nicht möchten. Ich erlebe das z.B. bei bestimmten elektrischen Geräten. Da wird mir eingeredet: Auch wenn es teuer ist - aber das musst du haben! Ich versuche dann, mindestens eine Nacht darüber zu schlafen, um dem inneren Druck nicht zu erliegen.

Manipulation war auch schon vor vielen Jahrhunderten ein Thema. Lange vor Christi Geburt, verkündet Mose den Israeliten die Gebote Gottes. Dabei warnt er sie auch vor Manipulation. Er sagt: Es kann sein, dass jemand wie ein Prophet auftritt. Und es kann sogar sein, dass das eintrifft, was er gesagt hat. Dieser Prophet bekommt natürlich große Aufmerksamkeit. Alle denken: „Wenn der etwas sagt und es sich dann auch noch erfüllt, dann muss er doch ein Prophet Gottes sein. Dann können wir uns an ihm orientieren, uns auf ihn verlassen.“ Doch Mose warnt sie. „Wenn der Prophet sagt, ihr sollt anderen Göttern folgen, dann tut das nicht! Wir haben doch einen großen Gott, der uns bis hier her geführt hat. Er hat uns befreit. Ihm allein wollen wir folgen!“

5. Mose 13,4 gehört zu dieser Warnung. Hier steht, was Mose zu den Israeliten sagt: „Der Herr, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieb habt.“ Und Mose setzt seine Rede fort und betont noch einmal: Nur Gott alleine sollt ihr dienen!

Heute ist die Situation etwas anders. Ich kenne keinen Menschen, der vor einer Götterstatue niederfällt. Und doch gibt es Erstaunliches auch im aufgeklärten Europa. Ich wundere mich manchmal, wie viele Leute Glücksbringer haben. Meine ältere Tochter hat zur Einschulung direkt in der Schule einen Glücksbringer erhalten - was für mich ein Anlass war, mich mit ihr darüber zu unterhalten. Und ich weiß von einem Arzt, der zu seiner Abschlussprüfung an der Uni unbedingt den Glücksbringer seines Vaters haben wollte. Über solch einen Aberglauben muss ich dann doch staunen. Doch ich denke, einer der größten Götzen der heutigen Tage ist Geld und Besitz. Je mehr man davon hat, umso wichtiger werden solche Fragen: Wie lege ich es an? Wie schütze ich es vor Diebstahl? Und viele Gedanken drehen sich um das Geld. Es ist immer wieder eine Herausforderung, den eigenen Besitz an seinen Platz zu verweisen, wenn er sich nach vorne drängen möchte, vor Gott.

Es gibt auch heute noch viele Menschen, die andere manipulieren wollen. Die Werbung gaukelt uns vor, dass wir glücklich sein werden, wenn wir dieses oder jenes Produkt kaufen. Andere vermitteln uns politische Einstellungen, die wir übernehmen sollen, um die „richtige“ Meinung zu haben.

Die Welt ist unübersichtlich geworden. Es tritt eben nicht einer auf und sagt: „Fall vor diesem Götzen nieder!“ - sodass ich ein klares „Nein“ sagen könnte. Es ist komplizierter. Was ist ein Götze? Was will ich glauben? Wo soll ich manipuliert werden? Soll ich den gesunden Menschenverstand einsetzen? Und ist er überhaupt noch gesund? Oder glaube ich schon, was mir andere eingeredet haben?

Gerade in solch einer Unsicherheit ist es gut, wenn ich mich auf Gott verlasse. Denn in ihm habe ich einen Herrn, der mich nicht manipuliert. Er ist ein Herr, der mir Sicherheit gibt und mich in die Freiheit führt. Das hat Gott bei seinem Volk Israel gezeigt und ebenso in Jesus, der mich frei macht von der Sünde, wenn ich mich ihm anvertraue. So möchte ich mit ihm leben und ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieb haben.

Autor: Sigrun Teßmer

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Lukas 18,42–43

Jericho - vor 2000 Jahren...

Ein Mann sitzt am Straßenrand. Er ist blind. Er bettelt. Er kann zwar nicht sehen, aber er kann hören. Er hört, dass viele Menschen kommen. Er will wissen, was los ist. „Warum sind so viele Leute unterwegs?“, fragt er irgendeinen. „Jesus ist da“, antwortet der. Und bevor der Blinde weiter fragen kann, ist der Unbekannte schon wieder weg. Natürlich. Der möchte auch Jesus zuhören.

Ja, der Blinde ist zwar blind, aber hören kann er. Und er hat schon viel gehört in seinem Leben. Auch über Jesus hat er gehört. „Jesus kann Kranke gesund machen“, hat jemand gesagt. „Jesus redet über Gott“, hat ihm ein anderer gesagt. „Jesus ist der Retter, auf den wir warten. Der Messias. Der Nachkomme von König David“, hat einer gesagt. Wie gerne wäre der Blinde selbst einmal Jesus begegnet.

Und nun soll dieser Jesus ganz in der Nähe sein? Ist das wirklich wahr? Der Blinde überlegt: Wenn das so ist, dann ist das meine Chance! Und er ruft: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Wie oft schon hat er um Erbarmen gebeten, wenn jemand an ihm vorüberging. Dann hat er eine kleine Münze bekommen. Das war ja auch gut. Das brauchte er. Wovon sollte er sonst leben? Aber der Blinde will mehr.

Jesus kommt näher und die Menschenmasse mit ihm. Es stört, dass der Blinde nach Jesus ruft. Die Leute wollen doch Jesus zuhören. „Halt's Maul!“ fahren sie den Blinden an. „Du störst die Predigt.“

Ja, sie wollen ungestört eine Predigt hören. Der Blinde aber will sehen! Er will, dass sein Leben verändert wird. Und so schreit er noch mehr: „Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Jesus bleibt stehen. „Führt den Blinden zu mir“, sagt Jesus. Und die Leute, die vorher gesagt hatten, der Blinde soll still sein, gehen nun hin zu ihm und sagen: „Komm, Jesus möchte, dass du zu ihm kommst! Wir führen dich hin zu ihm.“

Wie glücklich ist der blinde Mann. Er bekommt seine Chance. Sein Leben kann sich jetzt ändern. Jetzt gleich. Was würde Jesus wohl tun? Würde er ihn wirklich heilen? Kann er das hoffen und glauben?

Und Jesus sagt: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“

Muss der Mann da noch überlegen? Er will sehen. Er will Jesus sehen. Er will alles sehen um sich herum. Und so antwortet er: „Herr, dass ich sehen kann!“

Daraufhin sagt Jesus zu dem Blinden: „Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.“

Und der Mann kann sehen. sofort. Was tut er? Er folgt Jesus und lobt Gott für seine große Tat. Denn das ist ihm klar: Was Jesus gerade getan hat, das kann nur von Gott selbst sein.

In Lukas 18 steht die Geschichte dieses blinden Mannes. Und am Ende - in Vers 42 und 43 -  heißt es:

Jesus sprach zu dem Blinden: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott.

Ich habe weiter gelesen. Nach dem Blinden begegnet Jesus einem anderen Mann, der auch sehen möchte. Seine Augen funktionieren. Aber er ist klein und wird von anderen Menschen abgelehnt. Und auch ihm begegnet Jesus - und der Mann sieht sein eigenes Leben mit einem neuen Blick.

So vielen Menschen begegnet Jesus, die auf die eine oder andere Weise nicht sehen. Aber Jesus möchte, dass sie sehen: Die Not des eigenen Lebens - und die Liebe, die er schenken möchte.

Autor: Sigrun Teßmer

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Lukas 12,15

Um jede fünfte Erbschaft wird in Deutschland gestritten. Das brachte eine Studie vor einigen Jahren ans Licht. Der Grund ist offensichtlich: Einer der Erben fühlt sich benachteiligt. Er gibt sich nicht mit dem ab, was ihm zugesprochen wird. Andere fühlen sich übergangen. Sie wurden im Testament des Verstorbenen nicht erwähnt.

Auf der einen Seite gibt es das Erbrecht auf der anderen Seite muss sich jeder fragen: Habe ich auf etwas ein Anrecht, für das ich mich nicht eingesetzt habe? Wenn in Familien um ein Erbe gestritten wird, dann leiden darunter die Beziehungen. Das war auch schon zur Zeit von Jesus so. So kommt eines Tages eine Person auf Jesus zu und bittet aus der Volksmenge heraus um Hilfe. „Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile.“ Da fühlt sich einer übergangen. Ja, noch nicht einmal den Pflichtteil scheint er erhalten zu haben. Der Bruder hat alles einkassiert. Doch Jesus weist diese Bitte mit folgenden Worten schroff ab: „Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt?“

Und dann fügt Jesus noch einen Kommentar dazu und spricht: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ (Lukas 12,15)

Dieses Wort ist eine scharfe Mahnung an alle, die folgendermaßen denken: Wenn ich mehr habe, kann ich mir auch mehr leisten. Als frommer Mensch kann ich dann noch hinzufügen oder hinzudenken: Wenn ich mehr habe, kann ich auch mehr spenden. Doch dieses „Immer-mehr-haben-wollen“ zerstört unser Leben.

Dazu fällt mir eine jüdische Anekdote ein: Ein Jude fragt einen Rabbi. „Ich verstehe nicht, dass die Armen freundlich und hilfsbereit sind, die Reichen einen aber nicht einmal anschauen. Was hat es mit dem Geld auf sich?“ Der Rabbi erwiderte: „Geh ans Fenster, was siehst du?“ „Ich sehe Kinder auf der Straße spielen, Frauen, wie sie auf dem Marktplatz sich unterhalten. „So jetzt tritt hier vor den Spiegel“, forderte der Rabbi den Juden auf. Was siehst du jetzt?“ „Natürlich mich.“ „Schau“ sagt der Rabbi „ das Fenster ist aus Glas, doch legst du nur ein wenig Silber dahinter, so siehst du nur noch dich selbst. Genauso ist es mit dem Geld.“

 Geld und Reichtum werden die Habgier wecken. Wie gesagt: Leben tut nicht der, der immer mehr anhäuft, sondern der, der sein Leben zur Verfügung stellt. Jesus hat das getan.

Denis Mukwege ist Arzt und Pastor in Zentralafrika. Letztes Jahr hat er den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz unter kriegsgeschändete Frauen erhalten. Der Glaube an Jesus Christus ist das Fundament seines Dienstes an den traumatisierten Frauen. Er nimmt Todesgefahren auf sich, wenn er sich in der Krisenregion des Kongo und der Nachbarstaaten für diese Frauen einsetzt. Er hätte sich auch ein bequemes Leben in Europa oder anderswo machen können. Während seines Studiums in Frankreich lernte er das angenehme Leben kennen. Es war eine Versuchung, mehr zu verdienen und mehr haben zu wollen. Mit Gottes Kraft konnte er sich der Habgier nach Geld entziehen. In seiner lesenswerten Biographie „Meine Stimme für das Leben“ steht der Satz, der ihm geholfen hat: Mehr als satt essen kann ich mich hier oder dort nicht.

Autor: Detlef Garbers

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2. Timotheus 1,9

Paulus sitzt mal wieder im Gefängnis und schreibt einen Brief an seinen Schüler Timotheus. Wann sonst hätte dieser hingegebene Diener Jesu sonst auch die Zeit gehabt zu schreiben, wenn nicht aus dem Gefängnis? Leidenschaftlich war er unterwegs, um die gute Nachricht von Jesus bekannt zu machen. Und aus dem Gefängnis erreicht den Timotheus nun ein flammender Aufruf des Paulus. Dort schreibt Paulus unter anderem: „Gott hat uns gerettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt“. Paulus schreibt von einem heiligen Ruf. Als ich den ganzen Brief an Timotheus nochmals las, verstand ich, warum Paulus Timotheus schrieb. Die Botschaft der Gnade muss zu den Völkern der Erde. So wie Israel bestimmt war, ein Segen für alle Völker zu sein, so soll es auch die Gemeinde Gottes sein. Schon bevor die Welt existierte, hatte Gott einen Plan für Israel und die Völker gefasst. Und wir sind durch seinen Ruf daran beteiligt, weil wir gerettet sind. Wen meint Paulus mit „wir“? Nun er meint sich, Timotheus und alle Christen, die erkannt haben: Nicht durch Taten, sondern allein durch Christus sind wir gerettet. Doch wer die Gnade Gottes empfängt, bekommt damit gleichzeitig einen Auftrag. Die Gnade Gottes soll zu den Menschen. Als Christen haben wir uns also zu bewegen. Wir sind berufen, für andere Menschen zu beten. Wir sind berufen, um von Jesus zu reden. Wir sind berufen, zu den Menschen und zu den Völkern der Erde zu gehen, die Gottes Gnade noch nicht erkannt haben.

Es ist die große Tragik in der Kirchengeschichte, dass Gemeinden und einzelne Christen zwar den ersten Teil des Satzes gerne aufgenommen haben: Gott hat uns gerettet - aber den zweiten Teil des Satzes außer Acht lassen, nämlich den Ruf Gottes aufzunehmen und umzusetzen.

Von Martin Luther stammt der Satz: „Während ich mein Wittenbergisch Bier trinke, geht das Reich Gottes um die Welt.“ Diesen Satz von Martin Luther haben viele falsch verstandenen. Dies hat über Jahrhunderte dazu geführt, dass es sich Christen bequem gemacht haben. Nach dem Motto: „Während ich hier das Leben genieße, wird Gott schon seine Missionare senden, dass andere Menschen gerettet werden“. Wäre Paulus solchen biertrinkenden Christen begegnet, die den Reformator falsch verstanden haben, dann denke ich, dass er nicht mit der Faust auf den Stammtisch gehauen hätte und ihnen die Leviten gelesen hätte, so dass die Bierkrüge umgefallen wäre. Ich denke, Paulus hätte ihnen die Hände aufgelegt, denn davon schreibt er nämlich dem Timotheus. Dann hätte Paulus vielleicht gesagt: „Gott erfülle euer Herz neu mit seiner Liebe, denn dazu hat er uns berufen, dass wir allen Menschen die gute Nachricht von Jesus bringen.“

Als ich den Brief des Paulus an Timotheus las, wurde mir erneut bewusst:. Als Christen sind wir dazu berufen, hinauszugehen zu den Menschen. Vor einigen Monaten haben wir das als Hauskreis erlebt. Gott machte uns deutlich, es ist unser Auftrag als Hauskreis nicht nur einmal die Woche die Bibel zu lesen und zu beten. Gott will uns zu Menschen senden, die Gottes Liebe brauchen. Wir fragten beim Ortsvorsteher an, ob er von Menschen in Not weiß, denen wir beistehen können. Er war überrascht, bedankte sich, konnte uns aber nicht helfen. Dann kam die Anfrage aus einem Pflegeheim, Gottesdienste zu halten. So sind wir nun einmal im Monat und feiern dort einen Gottesdienst. Die Menschen sind dankbar, wenn wir kommen. Gottes heiliger Ruf ist nicht ein Ruf auf die Wohnzimmercouch, sondern zu den Menschen.

Autor: Detlef Garbers

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Lukas 2,14

Gleich zwei Endpunkte werden in diesem Vers benannt, die dennoch miteinander verbunden werden: Der eine Endpunkt ist in der Höhe, wo Gott ist. Der andere Endpunkt ist auf Erden, wo die Menschen sind. Gott und Mensch sind so verschieden, wie es nur gedacht werden kann.

Gott ist der Schöpfer, der Mensch das Geschöpf.

Gott ist der ewige, der Mensch ist der endliche.

Gott ist himmlisch, der Mensch ist irdisch.

Aber nun werden diese Gegensätze unlöslich miteinander verbunden. Gott selbst stellt die Verbindung her. Sie hat einen Namen: Jesus Christus. Er ist für uns das Bindeglied zwischen Gott und uns. In ihm, dem Christus Gottes, wird Gott selbst Mensch. Das hat die Weltgeschichte verändert. Äußerlich können wir das daran erkennen, dass wir eine christliche Zeitrechnung haben – 2019 nach Christi Geburt. Innerlich lässt es sich daran ablesen, dass diese Verbindung für große Teile der Welt zu einer neuen Werteskala geführt hat. Christliche bzw. christlich-jüdische Werte. Diese Werte sind allerdings keine Selbstläufer. Sie müssen immer wieder neu erkämpft werden und ihre Plausibilität erweisen.

Dazu nenne ich aus der Botschaft der Engel zwei Stichworte. Das eine heißt Ehre. Das andere heißt Friede. Wir tun uns schwer, diese beiden Begriffe miteinander zu verknüpfen. Das Feld der Ehre ist leider auch heute noch eher das Schlachtfeld. Gefallen auf dem Feld der Ehre – das bedeutet Krieg, aber nicht Frieden.

Gerade Christen sollten in unserer Zeit einen neuen Anlauf nehmen, um Ehre und Friede zusammenzubringen. Einfach, indem wir dem die Ehre geben, dem Ehre gebührt – und das ist Gott.

Um Menschen zu ehren, haben wir feierliche Riten entwickelt. Den roten Teppich, den großen Zapfenstreich, einen Staatsakt im Parlament. Dabei machen wir uns die Taten und die Bedeutung eines anderen bewusst. Ehren bedeutet also: Es werden die besonderen Vorzüge und Taten des zu Ehrenden herausgestellt. Und warum ehren wir Gott? Gott macht sich ganz klein und verbindet sich mit uns. Die Gegensätze kommen in Jesus Christus zusammen. Darum ehren wir Gott.

Etwas Ähnliches geschieht in jedem Gottesdienst, den wir gemeinsam feiern. Wir machen uns Gottes Liebe und seine Kraft bewusst, die ihn zu uns auf die Erde brachte.

Das ist aber noch nicht alles. Die Engel besingen zugleich den Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Wie ist das zu verstehen? Gibt es vielleicht einen geheimnisvollen Zusammenhang zwischen der Ehre Gottes und dem Frieden auf Erden? Ich denke schon. Je mehr wir Gott die Ehre geben, desto mehr breitet sich er Friede aus. Je weniger wir Gott die Ehre geben, desto weniger breitet sich der Friede aus. Ist das unsere Lage heute?

Was wird aus dem Frieden, wenn die Leute ihn nicht mehr schätzen? Wenn sie sich freiwillig zum Krieg melden – mal wieder. Und wenn dahinter Perspektivlosigkeit und Abenteuerlust als Beweggründe zu entdecken sind?

Was wird aus uns, wenn wir Gottes Ehre nicht mehr schätzen? Dabei geht es um mehr, als um eine Veranstaltung zu Ehren eines Menschen. Es geht um eine Grundhaltung, die sich dessen bewusst ist, was wir von Gott und durch ihn haben – Frieden und Leben. Und die in den Ruf der Engel einstimmt: Ehre sei Gott.

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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2. Chronik 5,13.14

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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Amos 5,4

Niemand hört gerne schlechte Nachrichten. Das ist heute noch genau so, wie zur Zeit von Israel: Wenn die Israeliten damals zum Haus Gottes (so hieß der Ort, an dem die Israeliten zu dieser Zeit Gottesdiente feierten) kamen, erhofften sie sich das göttliche Wohlwollen, in dem sie Opfer darbrachten. Gerne nahmen sie die aufmunternden Worte und den priesterlichen Segen im Gegenzug an.

Aber seit einiger Zeit störte ein Schafzüchter aus Tekoa den religiösen Frieden in Bethel. Seine prophetische Botschaft klang beunruhigend. Er sprach von Gericht, von Leiden und Tod. Feinde würden demnächst ins Land einfallen und Schreckliches anrichten. Das war die Botschaft von Amos, einem Propheten aus Juda, wenige Jahre vor der Zerstörung des Königreichs Israel und seiner Hauptstadt Samaria.

Aber Amos Botschaft enthält auch Hoffnung. Der Gott Israels lässt seinem Volk ausrichten: 

„So spricht der HERR: Suchet mich, so werdet ihr leben“, Amos 5,4.

Was Gott nicht meinte, war: Sucht mich in eurem religiösen Zentrum Bethel. Er meinte auch nicht: Sucht mich in allerhand frommen Aktivitäten, beispielsweise indem ihr Tiere opfert oder Geld spendet.

Weder ist das Befolgen von religiösen Bräuchen notwendig,  noch muss man einen heiligen Ort aufsuchen, wenn es darum geht, Gott zu begegnen. Heute wie damals geht es Gott um die Herzenshaltung.

Ich habe mich gefragt, wie das konkret aussehen kann.  Wie stelle ich das an: Gott zu suchen?

1. Gott an die erste Stelle stellen

Das heißt für mich: Meine Prioritäten neu sortieren. Ich räume Gott den ersten Platz in meinem Leben ein. Ich erlaube ihm, mich durch sein Wort zu korrigieren und zu prägen. – Damit ich mich prägen lassen kann, muss ich zuerst einmal mich der Botschaft der Bibel aussetzen.  Ich muss sie lesen.

2. Einen ehrlichen Blick auf mein Handeln und Denken riskieren

Das ist gar nicht so einfach. Es erfordert Mut, im Lichte des Wortes Gottes mein Leben zu sehen, denn wenn ich einen ehrlichen Blick auf mein Leben richte, entdecke ich allerhand, von dem ich weiß, dass es Gottes Maßstäben nicht entspricht.

Ich muss an den morgendlichen  Blick in den Spiegel denken:  Der Kerl, dem ich im Spiegel begegne, hat wenig zu tun mit dem Selbstbild, das ich von mir habe.

Gott suchen bleibt aber nicht stehen bei der Selbstanalyse, so gut und wichtig eine ehrliche Bestandsaufnahme auch sein mag, ein weiteres ist angesagt:

3. Das lieben, was Gott liebt

Im Johannesevangelium wird treffend zusammengefasst, was Gott liebt. Dort heißt es: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn Jesus Christus schickte, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.“ Johannes 3,16.

Lieben, was Gott liebt, heißt: Menschen lieben. Mit Herz und Hand denen Gutes tun, die Gott liebt. Das beginnt bei den praktischen Dingen des Lebens und reicht bis dahin, dass ich alles tue, was in meinen Kräften steht, um meinem Nächsten Gottes Segen zu überbringen.

Zurück zur Botschaft Gottes durch seinen Propheten Amos: „So spricht der HERR: Suchet mich, so werdet ihr leben“, Amos 5,4.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir genau das tun: Gott suchen. Warum? Weil ich möchte, dass Sie und ich leben – und zwar so, wie es Gott gefällt und wie er unser Leben gut heißen und segnen kann.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Sacharja 4,10

Das Volk Gottes lebt in einer unsicheren Zeit. Aus ihrer angestammten Heimat sind sie vom babylonischen Herrscher Nebukadnezar verschleppt worden. Jetzt siedeln sie verstreut im Vorderen Orient. Das Ziel von Nebukadnezar war es gewesen, die Juden in der babylonischen Gesellschaft aufgehen zu lassen und somit als Volk auszulöschen. Dagegen hatte man sich so gut es ging gewehrt. Der Prophet Jeremia hatte einen Brief aus dem fernen Jerusalem geschrieben und seine Landsleute ermutigt, „der Stadt Bestes zu suchen“. Ohne ihre eigene Identität aufzugeben, sollten die Juden sich zum Wohl der Gesellschaft einbringen.

Aber auch dieser Rat ist schon mehrere Jahrzehnte alt. Inzwischen hat sich das politische Blatt gewendet. Die Babylonier sind von den Persern erobert worden.

Wie von Gott durch die Propheten angekündigt, dürfen die ersten Juden nach 70 Jahren Verbannung zurück in die Heimat. Sogar der Jerusalemer Tempel darf wieder aufgebaut werden. Das hat der persische Herrscher ausdrücklich genehmigt.

Aber anstatt dass alles glatt geht, türmen sich gewaltige Hindernisse vor den Heimkehrern auf. Feinde machen ihnen das Leben schwer. Das Bauprojekt in Jerusalem kommt zum Stillstand.

In diese schier ausweglose Lage erfährt der Prophet eine Zusage von Gott. Ich zitiere:

„Wer immer den Tag des geringsten Anfangs verachtet hat, wird doch mit Freuden den Schlussstein sehen“, Sacharja 4,10.

Mit anderen Worten: Was geschieht, mag unbedeutend, ja vielleicht sogar lächerlich wirken. Aber das, was Gott zugesagt hat, wird geschehen. Gottes Verheißung wird zur Freude aller vollendet werden.

Bei der Betrachtung der Zusage Gottes fallen mir mehrere Punkte auf:

Erstens. Bei Gott fangen die Dinge klein an. Gott geht im Verborgenen ans Werk. Ihn stört es überhaupt nicht, dass sein Wirken von Menschen, die sich für maßgeblich halten, belächelt wird.

Ja, das stimmt, überlege ich. Das habe ich oft in der Bibel beobachtet: Ein kinderloser orientalischer Patriarch namens Abram erhält im hohen Alter eine Verheißung … und wird der Stammvater eines Volkes. Ein kleiner Junge, der eigentlich von den Schergen des Pharaos getötet werden soll, wird ausgerechnet von der Tochter des Pharao aus dem Nil gefischt. Viele Jahrzehnte später wird er, ich rede von Mose, das Volk Israel im Auftrag Gottes aus der ägyptischen Sklaverei führen. Ein Hirtenjunge wird König und in einem Stall kommt mein Retter Jesus in die Welt.

Nicht die Anfänge entscheiden, sondern das, was Gott aus den geringen Anfängen machen will.

Zweitens. Wenn Gottes Hand im Spiel ist, strebt alles einem Ziel entgegen. Irgendwann wird der Schlussstein im Torbogen gesetzt und damit das Bauwerk vollendet werden. Und dann ist die Freude groß, denn – was niemand für möglich gehalten hat – wird dann Wirklichkeit sein. Abraham ist tatsächlich auf seine alten Tage Vater geworden. Mose hat Israel bis vor die Tore des verheißenen Landes geführt. Und Jesus hat am Kreuz meine Errettung erwirkt.

Entscheidend ist, was am Ende herauskommt. Und das ist bei Gottes Verheißungen immer etwas Gutes.

Wie wäre das, wenn Sie diesen Bibelvers nehmen und daraus eine Haltung entwickeln. Etwa so: Ich will das Unbedeutende nicht verachten. Vielmehr rechne ich damit, dass Gott am Ende etwas ganz Wunderbares daraus werden lassen kann.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Matthäus 5,6

Jedes Jahr im August findet unser Konfirmandenlager im Tessin statt. Eine Woche, in der wir viel über Gott reden und auch viel erleben wollen. Im vergangenen Jahr war es im Sommer sehr heiß. Die Rückkehr eines Ausflugs ist mir im Gedächtnis geblieben: Die Hitze, die leeren Wasserflaschen im Rucksack, die Zunge klebte am Gaumen, das Hungergefühl setzte auch schon ein und es war auch noch ein Stückchen zu laufen. Es war jedenfalls kein sehr angenehmes Gefühl.

In der Bergpredigt sagt Jesus: Glücklich sind die, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden. (Matthäus 5,6)

Mit Hunger und Durst benennt Jesus das stärkste und aber auch quälendste Verlangen, das wir Menschen kennen. Mit solch einem starken Verlangen, wie es großer Hunger und Durst in uns auslösen, sollen wir uns nach Gerechtigkeit sehnen. Da stellt sich mir die Frage: wie wichtig ist mir Gottes Gerechtigkeit in meinem Leben? Gottes Gerechtigkeit bedeutet für mich zu wissen, dass ich von ihm angenommen bin, obwohl ich es nicht verdient habe. Dass er als heiliger Gott mir anbietet, ihn Vater zu nennen und mich so zu seinem Kind macht.

Doch allzu oft habe ich ganz andere Sehnsüchte. Ich sehne mich nach menschlicher Anerkennung, nach Lob, wahrgenommen zu werden. Viele Menschen sehnen sich nach einem schnellen Auto, teuren Urlaub, dem neusten Handy.

Ohne Essen und Trinken sterben wir. Und Jesus sagt: Glücklich sind die, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden. Gottes Gerechtigkeit soll zur Grundlage unseres Lebens werden. Seine Maßstäbe sollen unser Leben bestimmen. Diese Gerechtigkeit wünschen sich Menschen, die spüren, dass sie in Bezug auf Gott Fehler gemacht haben. Menschen, die erkannt haben, dass sie Sünder sind und Gottes Vergebung und Zuwendung brauchen.

Diese Gerechtigkeit suchen aber auch jene Menschen, die Gott lieben und die seinen Willen tun möchten. Menschen, die in ihrem Leben bewusst nach Gottes Willen und seiner Berufung für ihr Leben suchen und entsprechend leben.

Wenn wir mit solchem Verlangen und Überzeugung leben, es Gott in allen Dingen recht zu machen - Recht zu machen in Gedanken, Worten und Taten, dann werden wir satt. Dann spüren wir Erfüllung und Lebenssinn. Dann ist es egal, was andere Menschen über mich denken oder gar reden, dann ist Gottes Anerkennung viel wichtiger als Menschliche. Dann ist es mir gleichgültig, welches Auto ich fahre, Hauptsache es fährt. Ich kann für mich entscheiden, was mir wichtiger ist. Ich kann Gottes Gerechtigkeit zum Maßstab für mein Leben machen oder menschliche Sehnsüchte. Gott lässt mir die Wahl. Ich kann den Sehnsüchten meines Lebens nachlaufen. Doch dabei merke ich, dass ich immer wieder hungrig und durstig nach mehr werde. Gottes Gerechtigkeit, das Wissen von ihm angenommen und geliebt zu sein ist lebensnotwendig und schenkt frohes und dankbares Leben. Und ich meine, dass wir Gottes Gerechtigkeit so nötig brauchen wie Essen und Trinken.


  

Autor: Janine Haller

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Matthäus 10,8

Kurz vor Ostern wurden meine Religionsschüler für eine Radiosendung interviewt. Ihnen wurde die Frage gestellt: Glaubst du an Gott? Und wenn ja, warum? Nun hab ich das Glück, wirklich tolle Schüler zu haben, die auch ehrlich antworten. Eine Schülerin sagte: Ich glaub schon an Gott, ja. Aber ich möchte gerne ein Erlebnis, einen Beweis haben.

Den Menschen zur Zeit von Jesus ging es ganz ähnlich wie der Religionsschülerin und wie vielen Menschen bis heute. Irgendwie glauben sie an Gott. Aber das scheint nicht zu reichen. Sie möchten gerne einen Beweis, etwas mit Gott erleben.

Jesus weiß das. Die Jünger waren schon eine Weile mit Jesus unterwegs. Sie hatten ihm schon eine Weile über die Schulter sehen dürfen. Dabei erlebten sie viele Wunder und Heilungen. Und dann, so berichtet Matthäus in seinem Evangelium, schickt Jesus seine Jünger zu den Leuten. Zwei wichtige Anweisungen gibt er den Jüngern auf den Weg. Zum einen, was sie sagen und tun sollen, und zum zweiten, was sie nicht tun dürfen.

Jesus sagt ihnen: Ihnen sollt ihr diese Botschaft bringen: „Gottes himmlisches Reich ist nahe!“ Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige gesund und treibt Dämonen aus! Tut alles, ohne etwas dafür zu verlangen, denn ihr habt auch die Kraft dazu ohne Gegenleistung bekommen (Mt 10,7-8).

Die Menschen damals sollten wissen, dass mit Jesus der versprochene Messias endlich gekommen war. Gottes himmlisches Reich ist nahe. Darauf hatten sie seit Generationen gewartet. Und weil Jesus wusste, dass die Leute Wunder sehen wollten, deshalb sollten die Jünger auch Wunder tun. Es ist genau das, was viele Menschen bis heute erwarten: „Wenn Gott sichtbar eingreifen würde.“ „Wenn ich doch nur ein Wunder erleben würde, dann, ja dann, würde ich an ihn glauben.“ Als Jesus von den Toten auferstanden ist und die Jünger Thomas davon erzählen, bleibt dieser skeptisch. Er sagt: Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe. Mit meinen Fingern will ich sie fühlen, und meine Hand will ich in die Wunde an seiner Seite legen (Joh 10,25). Jesus antwortet ihm: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Wie glücklich können sich erst die schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben! (Joh 10,29)

Jesus schickt seine Jünger zu den Menschen, damit sie seinen Auftrag fortführen. Er gibt ihnen Kraft, Wunder zu tun, damit die Leute Jesus als Messias erkennen können. Und er sagt seinen Jüngern, dass sie alles gratis tun sollen. Sie dürfen für das, was geschehen wird, nichts verlangen. Denn sie selbst können keine Wunder vollbringen. Gott hat ihnen die Kraft dazu gegeben. Ihm sollen sie dafür danken und nicht sich selbst einen Namen machen oder gar sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Alles, was sie tun, soll ein großes Werbeschild für Gott sein. Und so erfüllt sich gleich doppelt, der Wunsch der Menschen nach Wundern: Die Jünger heilen, machen gesund und treiben Dämonen aus. Und die Jünger erleben selbst, wie Gott sie dabei mit dem Alltäglichen versorgt, ohne dass sie darum bitten müssen. Meiner Religionsschülerin und allen, die immer wieder nach Beweisen fragen, sage ich: Bitte Gott mit ehrlichem Herzen um ein Zeichen oder einen Beweis und ich bin sicher, er wird sich dir zeigen. Denn das hat er in der Bibel versprochen.

Autor: Janine Haller

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Psalm 139,1–2

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne“ .So beginnt Psalm 139.

Was möglicherweise David bewegt hat, so zu beten, erfahren wir nicht. Aber es wird sehr deutlich: Er weiß sich ganz und gar von Gott durchschaut. Der Herr kennt sogar schon das Wort auf seiner Zunge, das er noch nicht einmal ausgesprochen hat.

Wird hier ein Bild von einem „Aufpasser-Gott“  gemalt, der genau beobachtet, was wir denken, sagen und tun, um uns dann sofort auf die Finger zu klopfen? Wenn das irgendwo, besonders Kindern, so verkehrt vermittelt wurde, will das der Psalm in keiner Weise tun. Sein Thema ist für mich: Von Gott zutiefst durchschaut und dennoch geliebt sein.

„Herr, du erforscht mich und kennst mich.“  Du weißt genau um meine Sorgen und Nöte, aber auch von meinem Versagen und meiner Schuld. Dir brauche ich nichts vorzumachen und vorzuspielen, wie ich das oft gegenüber meinem Allernächsten tue. Vor dem kann ich mich verstellen und verbergen. Vor dir, Herr, kann ich mich nicht verstecken, dir kann ich nicht entfliehen.

Aber ich brauche das auch nicht mehr. Du verstehst mich im Tiefsten. Dich kann ich wie einen Arzt meine innersten Wunden sehen lassen. Dir kann ich meine Schuld bekennen.

Als Kinder haben wir gerne Verstecken gespielt und fanden es klasse, wenn der, der sucht, uns nicht fand. Vor Erwachsenen spielen wir das gerne noch weiter, spielen die Starke oder den Untadeligen. Vor Gott geht das nicht mehr und es braucht’s auch nicht mehr. Er kennt unser Innerstes, auch wo wir verkehrt liegen. Wir können es ihm sagen, ja beichten.

Warum?

Weil er uns trotzdem lieb hat. Darüber kommt nämlich der Beter des 139. Psalms in dessen zweiten Teil zu einem ganz tiefen Staunen und Danken: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele wohl. Später bekennt er mit noch größerem Staunen, wörtlich übersetzt: Deine Augen sahen mich schon als Embryo und in deinem Buch standen schon eingeschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen da war. (V. 14 +16).

Das ist die Sprache der Liebe, die Sprache der Liebe Gottes zu jedem seiner Menschenkinder. Keines ist aufgegeben, keines ist abgeschrieben, keines fällt bei ihm durch, nur weil es verkehrt gehandelt hat.

Woher will ich das wissen? Weil Gott das mit der Hingabe seines Sohnes für alle Welt festgemacht hat. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3, 16).

Nun ist es nicht mehr gefährlich, Gott sein Leben aufzudecken und ihn in sein Innerstes schauen zu lassen. Ihnen und mir gilt: Gott schaut uns durch Jesus, seinen Sohn, mit den Augen der Liebe an, wenn wir so beten: HERR, du erforscht mich und kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich vertraue mich dir an.

Autor: Pfarrer i. R. Hans-Jörg Blomeyer

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Psalm 80,20

Wie sind Sie heute Morgen aufgewacht:  in Hochstimmung oder eher  niedergeschlagen? Wenn das Letztere gilt oder wenn Sie auch sonst öfters mit solchem Niedergeschlagen-Sein zu kämpfen haben, ist der Psalm 80 eine entscheidende Hilfe dagegen: „HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.“

Der Beter des 80. Psalms verwendet diese Bitte sogar dreimal als Kehr-Vers, wenn er für sich und sein Volk Gott um Trost angeht, weil sie trotz guter Gotteserfahrungen am Boden sind.

„HERR, Gott Zebaoth, Herr der himmlischen Heerscharen, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.“

Zwei Dinge will ich von diesem Beter lernen, wenn ich niedergeschlagen bin: Einmal die richtige Blickrichtung und zum andern die entscheidende Bitte. Der Beter fragt nicht: Wie geht es mir heute? Bin ich mit dem linken Fuß aufgestanden? Habe ich meine Medikamente vergessen? Ist mein Pulsdruck schon wieder so niedrig? Er schaut nicht zuerst auf sich. Er schaut zuerst auf Gott.

Da habe ich noch manches zu lernen: Wenn ich niedergeschlagen bin, zuerst sich nach Gott ausstrecken, zuerst ihn anrufen! Und wenn ich nach gutem Schlaf aufwache, zuerst ihn loben. Irdische Hilfsmittel sind nicht unwichtig. Aber nichts geht über den Trost und die Ermutigung, die mir mein Vater im Himmel schenken kann. Und das alles ist nur ein Gebet weit von mir entfernt.

Als Zweites will ich von dem Beter die entscheidende Bitte lernen: Herr, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.  Er hätte auch beten können: Tröste mich, indem du es mir und meinem Volk gut gehen lässt, meine Stimmung, meinen Kreislauf aufmöbelst. Ein bisschen hätte das vielleicht auch geholfen, aber sicher nicht entscheidend für eine getroste, ermutigende Hoffnung und ein geheiltes Gemüt. Lass leuchten dein Antlitz so genesen wir. So heißt es in der ursprünglichen bisherigen Luther-Übersetzung (seit 1545).

Schon im priesterlichen Segen war dies die entscheidende Bitte und der Zuspruch: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir.

Der Beter von Psalm 80 weiß: Das brauche ich, um Hilfe zu bekommen.

Und Sie und ich, wir brauchen genau auch diese Bitte. So wie das schreiende Kind am meisten getröstet wird, wenn das Gesicht der Mutter sich über es beugt, so brauchen wir das Angesicht unseres Vaters im Himmel in Zeiten von Kummer und Not, aber auch wenn wir uns freuen.

Nur, wo finden wir es, das Angesicht Gottes? Wo leuchtet es uns? Jesus beantwortet uns diese Frage, wenn er sagt: Wer mich sieht, der sieht den Vater. (Joh.14,9). Und Paulus unterstreicht, dass uns die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi begegnet (2.Kor.4,6).

Lassen Sie es sich mit mir von Psalm 80 sagen:  Schau in allem Kummer, aller Niedergeschlagenheit auf zu Jesus. Gott will dich durch ihn trösten. Er will dir in Jesus seine Retterliebe leuchten lassen, dass deine Seele genesen kann.

HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

 

Autor: Pfarrer i. R. Hans-Jörg Blomeyer

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Psalm 90,12

Ich gehe nicht gern auf Beerdigungen. Die gedrückte Stimmung, die Trauer der Angehörigen, das endgültige Aus für das Leben eines mir geliebten oder gut bekannten Menschen nimmt mich innerlich mit und manchmal kommen mir auch Tränen.

Und doch enden wir alle einmal auf dem Friedhof. Nichts ist so sicher wie der Tod! Bei so einem Besuch stelle ich mir manchmal vor, dass ich da vorn im Sarg liege. Was wird über mein Leben gesagt? Was werden Freunde und Angehörige über mich denken? Vor allem, was würde ich jetzt gern noch sagen, in Ordnung bringen und wen würde ich um Verzeihung bitten wollen? Erst kürzlich: Für die Beerdigung habe ich einen Termin abgesagt, eine wichtige Besprechung, von der viel abhängt. Wie unwichtig wäre dies Treffen, wenn ich jetzt hier läge. Wie bedeutungslos wäre dann meine Mitarbeit, mein Beitrag, mein Kalender oder mein Kontostand.

Der Tod hinterfragt unsere Hetze nach Terminen, nach Ansehen und nach Lebensqualität. Ist das nun nur grausam oder liegt da nicht auch eine kleine Genugtuung, ein kleiner Trost darin – nichts muss mehr!

Und dann reißen mich die Worte des Predigers aus meinen Gedanken. „Sterben ist mein Gewinn“ zitiert er aus dem Neuen Testament  – wie bitte? Gewinn? Wer hier gewonnen hat, ist der Tod gegen das junge Leben meines Freundes! Aber dann führt der Prediger aus, dass der, der mit Jesus gelebt hat, mit dem Tod das Leben gewinnt. Wie eine Medaille wird ihm das Ewige Leben umgehängt, die nicht aufhörende Gegenwart in der Nähe Gottes. Der Kampf ums Dasein ist beendet, alle Hetze nach Terminen, nach Selbstverwirklichung, nach gesunder Ernährung und Karriere haben ein Ende.

Im Psalm 90 Vers 12 steht der anstößige Satz: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Die Klugheit des Lebens besteht eben nicht darin, so viel Wohlstand wie möglich anzuhäufen, möglichst unverzichtbar für andere Menschen zu sein oder irgendeine Hitliste anzuführen, sondern klug ist zu wissen: Alles ist vergänglich und im Angesicht des Todes entscheidet die Zugehörigkeit zu Gott die entscheidende Frage, wie es nach dem Tod weitergeht. Auch wenn man mit viel Mühe vom Beerdigungsredner zum fast besten Menschen gemacht wird, der je über diese Erde ging, so fährt man doch in die Hölle, wenn man kein Verhältnis zum Herrn des Lebens hat. Deshalb ist es klug, vor seinem Tod dieses Verhältnis zu Jesus Christus zu suchen. In diesem Sinn, haben sie einen klug-machenden Tag!

Autor: Albrecht Kaul

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Römer 12,21

Vielleicht erinnern Sie sich an den Song „Das Böse ist immer und überall“. Die Band „Erste allgemeine Verunsicherung“ aus München stürmte damit die Hitliste. Weil sich das Böse gegen einen armen Schlucker verschworen hat, sieht er keinen anderen Ausweg. Der Kühlschrank ist leer, der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür und seine Mutter hat ihn enterbt. Da plant er einen Ba- Ba- Banküberfall, der natürlich gründlich schief geht. Obwohl das Lied ein Gag war, sind im Erscheinungsjahr 1986 in München die Banküberfälle um das doppelte angestiegen. Das Böse scheint tatsächlich immer und überall zuzuschlagen. Aber es ist nicht die Lösung, Böses mit Bösem zu bekämpfen. Nicht weil das Leben mir so übel mitspielt, beteilige ich mich an der Zerstörung, nein, die Bibel bietet einen ganz anderen Weg an. Im Römerbrief, Kapitel 12, Vers 21 schreibt Paulus: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Wenn ich einen Gegner oder eine Eigenschaft überwinden will, muss ich stärker, geschickter oder cleverer  sein als diese. Aber cleverer als das Böse sein, geschickter als der Böse, stärker als der Satan, geht das überhaupt? Natürlich nicht, zumindest nicht mit meiner Kraft, mit meinen Anstrengungen oder Tricks. Jesus hat es geschafft, den Satan auszutricksen. Er hat sich auf die Aussagen der Bibel berufen und ist nicht auf die schmeichelhaften Verführungen des Bösen hereingefallen. Man braucht also Argumente gegen das Böse, klare Bibelworte. Paulus ermutigt die Gemeinde in Rom, denen er ja diesen Brief schreibt, dem Bösen mit Gutem zu antworten. Den Gemeinheiten, dem Mobbing, den persönlichen Verletzungen, ja sogar den Verfolgern mit Verständnis, mit Verzeihen, mit kleinen Geschenken zu begegnen. Da sträubt sich einiges in mir! Ich wäre ja schon zufrieden, wenn die Angriffe gegen mich zum Schweigen kommen oder wenn ich genügend innere Ruhe habe, das Böse zu ertragen.

Aber das Bibelwort erwartet mehr von mir. Überwinden – also aktiv gegen das Böse mit Gutem kämpfen. Stärker sein, geschickter sein, cleverer sein. Da muss ich bei dem eine Anleihe nehmen, der das geschafft hat – Jesus. Ja, von ihm kann ich mir die Kraft holen, damit es zum Überwinden kommt, dass sich der Satan verziehen muss, dass das Klima im Betrieb wieder offen und ehrlich wird, dass ich den Kindern nicht heimzahle, dass sie mich so vernachlässigen, dass ich eine gute Eigenschaft an dem Menschen finde, über den alle stöhnen.

Das Böse werden wir mit unserer Mühe nicht aus der Welt schaffen, aber vielleicht heute eine Situation so umdrehen, dass das Gute siegt, denn das Gute ist immer und überall möglich.

Autor: Albrecht Kaul

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Psalm 139,23–24

Es war einmal ein Salatkopf. Bald übertraf er alle anderen Salatköpfe im Beet an Größe. Das stieg ihm so sehr in den Kopf, dass er hochnäsig tönte: „Ja, ja, Köpfchen muss man haben!“ Schließlich kam der Tag der Ernte. Der große Salatkopf meinte, natürlich als Erster geerntet zu werden. Er sollte sich täuschen. Man mochte ihn nicht mit seinen großen, aber zähen Deckblättern. Man schnitt die Salatköpfe ab, die ein zartes Herz hatten. Zu spät erkannte er: Der Kopf tut’s nicht – das Herz ist gefragt!

Psalm 139 sagt uns: Genau das hatte der größte König Israels, David, erkannt. Nicht sein Kopf – sein Herz war gefragt! Gefragt von Gott. Gefragt von dem, der ihn genau kannte. Der seine Gedanken von ferne verstand. Der alle seine Wege sah. Der jedes Wort auf seiner Zunge wusste. Und trotzdem war von Gott sein Herz gefragt! Nicht deshalb, damit Gott dann vieles von David erfahren würde, was ihm bisher unbekannt war. Nein, David wollte selber neu erkennen, wie es um sein Herz bestellt war! Deshalb bat er Gott am Ende seines Psalms: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege."

Was für ein mutiges Gebet! David hätte doch Angst haben müssen, was ihm Gott alles aufzeigen könnte: jede offenkundige Schuld, jede verborgene Sünde. Ohne Chance, sie zu leugnen oder sich selber davon freizusprechen.

Ist es dann nicht riskant, sich Gott so auszuliefern, wie es David getan hat? Mit der Aufforderung an Gott, uns zu erforschen, zu prüfen und zu erkennen, würden wir uns ihm doch ans Messer liefern –  ja, unser eigenes Todesurteil sprechen! Das wäre so, wenn Gott nicht vor 2000 Jahren seinen eigenen Sohn uns Menschen ausgeliefert und geopfert hätte. Nur aus dem einen Grund: damit Sie und ich durch und mit Jesus den Weg zum ewigen Leben finden und gehen. Deshalb nur Mut zur Selbsterkenntnis, die Gott uns schenken will! Sie ist die Rettung für jeden Menschen. Er mag getan haben, was er will.

Ein junger Mann steht mir vor Augen. Er musste mich unbedingt sprechen. Kaum hatte er in meinem Amtszimmer Platz genommen, legte er los: „Herr Pfarrer, mein Herz ist ein Saustall! Meine Frau wollte sich von mir scheiden lassen. Ich nicht. Ich wollte sie umstimmen. Vergeblich. Da packte mich so die Wut, dass ich sie vergewaltigte! Jetzt habe ich mein ganzes Leben versaut.“ „Stimmt nicht!" antwortete ich ihm. „Es gibt für Sie noch eine zweite Chance. Drehen Sie sich mal um! Hinter ihnen hängt ein Kreuz an der Wand. Es ist die Garantie: Der daran starb, starb auch für Ihre Schuld!“ Deshalb konnte ein Luther sagen: ‚Ist unser Herz unser Verteidiger, ist Gott unser Ankläger. Ist aber unser Herz unser Ankläger, ist Gott unser Verteidiger.’ Womit Luther sagen wollte: Wer sich selbst beschuldigt, den entschuldigt Gott! Wer ihm gegenüber seine Schuld zugibt, dem vergibt er sie – um Jesu willen! Das ist Ihre zweite Chance,“ ermutigte ich den Mann. Er schwieg. Ich betete mit ihm.  Dann ging er wieder.

Ob ihn unser Gespräch zu Jesus geführt hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, Jesus wartet darauf, dass Sie und ich – und wenn es mit Herzklopfen ist – mit David beten: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.“ Und wir dann mit unserer Selbsterkenntnis zu ihm gehen, unter sein Kreuz, weil das unsere Rettung ist!

Autor: Pfarrer i. R. Gerhard Weinreich

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2. Mose 23,25

Nicht gerade verlockend, wozu uns  2. Mose 23,25 auffordert: „Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen.“ Dienen ist heute ein Fremdwort. Verdienen heißt das Schlagwort unserer Tage! Und auch nicht gerade vielversprechend die Aussichten, wenn man Gott dient: „So wird er dein Brot und  dein Wasser segnen.“ Klingt nach Gefängnis. Jedenfalls sehr bescheiden. Ist dann ein Mose mit seinem Dienstappell an die Israeliten noch zeitgemäß?

Eines der luxuriösesten und teuersten 5-Sterne-Hotels der Welt ist das „Burj Al Arab“ bei Dubai mitten ins Meer gebaut. Einmalig – nicht nur architektonisch, sondern auch vom Service, der Gästebetreuung her.

„Service“ ist auch das englische Wort für „Gottesdienst“. Gott dienen ist nach Mose unser Auftrag. Aber braucht Gott Diener, die ihn rund um die Uhr bedienen und ihm immer nach dem Mund reden müssen? Gott braucht solche Diener nicht.  Er will nicht unser höchster Chef, sondern der größte Liebhaber unseres Lebens sein und uns dienen. Wenn wir das tun – ihm mit Worten oder Taten dienen – ist das nur unsere dankbare Antwort auf seine unzähligen Liebesdienste! Wenn wir diesen Gottesdienst nicht tun, sind wir höchstens besondere Säugetiere. Denn erst die persönliche Beziehung zu Gott macht uns zu Menschen, die in Liebe mit ihm verbunden sind.

Damit wir so eine Liebesbeziehung zu ihm bekommen, spricht Gott uns an. Er tut dies in der Bibel. Mit seinem  Wort will er uns von sich überzeugen und für sich gewinnen – und das für immer. Denn im „Hotel Welt“ sind wir nicht zu Hause. Wir sind dort nur Gäste. Nehmen wir daher Gottes einmalige „Gästebetreuung“ für uns in Anspruch! Lassen wir uns von ihm „mit Brot und Wasser“ dienen, auch wenn das zunächst gar nicht gut klingt.

Doch Gottes Service bringt Segen – viel größeren, als ihn ein Mose versprach! Denn seitdem sich Jesus selber als das „Brot des Lebens“ bezeichnete und das Heilige Abendmahl einsetzte, steht Brot für die göttliche Fürsorge. Und seitdem Jesus versprach: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden“, steht Wasser für die göttliche Retterliebe. Schneiden wir uns daher jeden Tag eine oder mehrere kräftige Scheiben von seinem Wort ab! Und „kriechen wir“ in den Anfechtungen und Anklagen unseres Lebens „in unsere Taufe hinein“, wie Luther sagte – in Jesus hinein! Er hat doch verheißen: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Umsonst! Das ist der Unterschied zwischen dem „Burj Al Arab" und Gott: Der Service des 5-Sterne-Hotels ist sündhaft teuer – Gottes Service an sündigen Leuten dagegen kostenlos! Denn Ihre und meine offene Rechnung bei Gott hat Jesus Christus beglichen – bezahlt mit seinem Leben. Dienen wir daher Gott gerne, zumal wir mit Adolf Schlatter beten können, wozu ich Sie einlade:

„Die gefährlichsten Feinde, o Jesus, sind in mir selbst daheim.

Dein Werk ist es, dass ich dennoch ohne Furcht Gott dienen darf mein Leben lang;

ohne Furcht vor meinem Fall, denn du heilst;

ohne Furcht vor meiner Schuld, denn du versöhnst;

ohne Furcht vor meinem schwankenden Gedanken, denn du schaffst Glauben;

ohne Furcht vor meiner lieblosen Eigensucht, denn du erweckst die Liebe.

Ohne Furcht Gott dienen dürfen, Herr, das ist dein Heilandswerk.“

Amen.

Autor: Pfarrer i. R. Gerhard Weinreich

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Jeremia 21,14

Brauchen Kinder Grenzen? Auf jeden Fall! Grenzen helfen Kindern, sich zu orientieren: bis hierher darfst du, aber nicht weiter! Und wenn du diese Grenze überschreitest, dann hat das Konsequenzen für dich. Ein Kind muss lernen, was erlaubt ist. Es muss lernen, was nicht erlaubt ist. Und es muss wissen, was passiert, wenn es sich nicht an die Regeln hält. Dadurch lernt ein Kind, dass es für die Folgen aus seinem Handeln selbst verantwortlich ist.

Brauchen Erwachsene Grenzen? Auf jeden Fall! Unser menschliches Miteinander funktioniert nicht, wenn jemand mit 150 km/h durch die Innenstadt rast. Oder Juweliergeschäfte ausraubt. Oder Autos anzündet. Wer gegen Gesetze verstößt, muss sich vor einem Gericht verantworten. Er muss für die Folgen seines Handelns einstehen.

Wie ist es beim Glauben? Setzt Gott den Menschen Grenzen? Auf jeden Fall!

Das Alte Testament erzählt viele Geschichten von Propheten. Sie sind in besonderer Weise von Gott ausgewählt, den Menschen Gottes Regeln zu erklären. Und sie erzählen, was passieren wird, wenn Menschen sich nicht daran halten.

Einer dieser Propheten ist Jeremia. Immer und immer wieder weist er auf Gottes Regeln, auf seine Gebote hin. Und er zeigt die Konsequenzen auf: Wenn ihr euch nicht daran haltet, wird Jerusalem zerstört werden. Aber die Menschen achten nur auf ihre eigenen Vorteile und übervorteilen ihre Mitmenschen. Bis auf einmal der König von Babylon mit seinem Heer die Stadt Jerusalem belagert. Jetzt ist das Jammern groß. Kann Gott nicht noch einmal ein Wunder tun? Das hat er früher doch schon oft getan. Nein, Gott bleibt konsequent. „Ich will euch heimsuchen nach der Frucht eures Tuns.“

Ein harter Satz. Ist Gott nicht der Gott der Liebe und der Barmherzigkeit? Warum lenkt Gott nicht ein, wenn die Menschen ihn doch darum bitten? Ist Gott nicht ein versöhnender, ein allversöhnender Gott?  Ein allversöhnender Gott – mit solch einem Gott lebt es sich auf jeden Fall deutlich entspannt. Wenn ich weiß, dass ich ohnehin begnadigt werde, dann brauche ich es mit Gottes Geboten nicht so streng zu nehmen. Am Ende wird alles gut – egal, was ich gemacht habe.


 Das wäre eine billige Gnade, die ich da geschenkt bekäme. Nein, so handelt Gott nicht. Gott gibt seine Gnade dann, wenn wirklicher Glaube vorhanden ist, wenn es dem Menschen mit der Treue zu Gott ernst ist. Lippenbekenntnisse oder Wankelmütigkeit haben vor Gott wenig Bestand. Das muss das Volk Israel erfahren. Weil sie Gott nicht treu blieben, wurden sie vom König von Babel in sein Land fortgeführt. In der Fremde mussten sie Gott mehr als 70 Jahre ihre Treue beweisen, dann erst schenkte Gott ihnen die Rückkehr in ihr Land.

Wie ist es heute? Setzt uns Gott heute noch Grenzen? Als Christ glaube ich: Jesus Christus ist für meine Schuld gestorben. Er vergibt mir, wenn ich glaube. Sind meine Grenzen dadurch nicht aufgehoben?


 Meine Grenze besteht im Auftrag der Liebe: der Liebe zu Gott und der Liebe zu meinen Mitmenschen. Oft genug ist das eine große Aufgabe. Aber es ist eine wundervolle Aufgabe: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!

Autor: Dorothee Döbler

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Josua 24,18

„Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!“ Haben Sie das auch schon einmal gesagt? Als Kinder war uns das ganz wichtig: wenn ich dieses für dich mache, dann  machst du auch jenes für mich! Versprochen! Und was man verspricht, das hält man auch!

Und was man verspricht, das hält man auch – das hat sich mir sehr tief eingeprägt. Ich bin vorsichtig darin, etwas zu versprechen. Denn wenn ich etwas verspreche, dann fühle ich mich sehr daran gebunden.

Aber es ist nicht einfach, ein Versprechen wirklich zu halten. Sollte man es dann nicht gleich lassen? Nein, ich finde es wichtig, dass wir uns Versprechen geben. Dass wir uns Zusagen geben, von denen wir wissen: der andere und auch ich selbst, wir beide werden uns daran halten.

Ein Versprechen hat auch heute noch einen hohen Stellenwert: das Eheversprechen. Auch wenn viele Ehen geschieden werden: im Augenblick der Eheschließung ist es fast allen Eheleuten sehr ernst. Sie versprechen sich, zusammenzubleiben in guten und in schlechten Tagen.

Für Christen hat es einen mindestens genauso hohen Stellenwert, wenn sie Gott gegenüber versprechen: Gott, ich will dir treu bleiben, weil ich erkannt habe, dass es dich gibt!


 Ich will dir treu bleiben in guten Zeiten und in schweren Zeiten. Eigenartigerweise sind es die guten Zeiten, in denen es Menschen häufiger schwer fällt, dieses Versprechen einzulösen.

Die Bibel erzählt davon, dass das Volk Israel in Ägypten als Sklaven arbeiten musste. Mose und – nach seinem Tod – Josua führten das Volk aus Ägypten ins Gelobte Land. Als Josua fühlt, dass er bald sterben wird, ruft er das Volk zusammen. Er erzählt ihnen noch einmal, in was für wunderbarer Weise Gott sie aus Ägypten geführt hat. Gott hat ihnen immer und immer wieder geholfen, wenn sie von fremden Völkern angegriffen wurden. Jetzt dürfen sie in Häusern wohnen, die sie erobert haben und nicht selbst zu bauen brauchten. Jetzt ernten sie in Weinbergen und Olivenhainen, die sie nicht zu pflanzen brauchten. Nach Jahrzehnten der Not sind endlich die guten Zeiten angebrochen. Gilt jetzt noch der Bund mit Gott? Er  hieß: ich werde euch in das Gelobte Land bringen, und ihr werdet mein Volk sein, das mir treu bleibt!

Das Volk verspricht es: Gott hat uns in all dem gedient. Darum wollen auch wir dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.

Ja, dem Volk war dieses Versprechen ernst, in diesem Augenblick.


 Wer die Bibel kennt, der weiß, dass dieses Versprechen nur eine Zeitlang gehalten hat. Dann wurde die Erinnerung an Gottes Taten schwach. Und die Versuchung wurde groß, es doch mit anderen Göttern, mit  Götzen zu probieren.

Und Gott? Wie geht er damit um, dass die Menschen ihren Teil des Versprechens nicht halten? Hat er sein Vertrauen in die Menschen aufgegeben? Wendet er sich von den Menschen ab? Nein, im Gegenteil: Gott wirbt immer und immer wieder um uns Menschen. Gott erneuert sein Versprechen an uns jeden Tag: „Ich warte auf dich, dass du zu mir zurückkehrst, auch wenn du dein Versprechen gebrochen hast. Du darfst neu anfangen.“

Was für ein wundervoller Gott!

Autor: Dorothee Döbler

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