ERF Plus - Wort zum Tag

Worte, die die Welt verändern

Es gibt Sätze, die es in sich haben und eine Lebenssituation ganz und gar auf den Kopf stellen. Eine junge Frau hatte ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin erfolgreich abgeschlossen. Nun stand sie vor der Frage der Zukunftsgestaltung. Im Freundeskreis erzählte sie, dass sie wohl das Angebot als OP-Schwester in einer Frauenklinik annehmen würde. Plötzlich stand die Überlegung im Raum: Was machst du, wenn du bei einer Abtreibung instrumentieren musst? Für einen Augenblick schien die Welt stillzustehen. Nach einer längeren Weile des Schweigens brach es aus ihr heraus: „Warum habe ich mir diese Frage noch nie gestellt?“ Für sie als Nachfolgerin ihres Herrn Jesus Christus war eine solche Tätigkeit in keiner Weise denkbar. So nahm sie eine Arbeit in einem Krankenhaus mit vielen Suchtkranken an und wurde für die Patienten ein Wegweiser zum Leben.

Einen kurzen Satz mit weltverändernden Folgen fügt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Ephesus ein. Er beschreibt in Kapitel 2 die Situation derer, die als Nichtjuden zum Glauben an Jesus Christus und damit vom Tod zum Leben gekommen waren. Durch den Glauben an Jesus war aus den glaubenden Juden und den glaubenden Heiden EINE Gemeinde geworden. Mitten in seinen Ausführungen bringt Paulus in Kapitel 2,5 einen Einschub: „Aus Gnade seid ihr gerettet“. Dann setzt er seinen Gedankengang fort.

„Aus Gnade sei Ihr gerettet“ - was bedeutet das für die Hörer und Leser seiner Briefe und für uns?

1.       Ihr … - wer sind die Angesprochenen? Ephesus war das Zentrum heidnisch-okkulter Traditionen und des Dianakultes. Die Verehrung der Fruchtbarkeits- und Jagdgöttin Diana bestimmte das wirtschaftliche Leben der Stadt. Als einige Epheser zum Glauben an Jesus kamen und ihr Geschäftsleben änderten, entlud sich der Zorn der Christusgegner in einem Aufstand der Gold- und Silberschmiede, der Paulus und seine Begleiter fast das Leben kostete. Paulus spricht hier bewusst die jungen Gläubigen in Ephesus an.

2.       Ihr seid gerettet – woraus, wie, wohin, wozu? Der natürliche Zustand des Menschen ist das Leben unter der Herrschaft der Sünde, die Trennung von Gott, der geistliche Tod. Mit Jesus, dem Sohn Gottes, ist die neue Lebensmöglichkeit verbunden, weil er die Schuld der ganzen Welt und die Strafe dafür auf sich nahm und am Kreuz starb. Weil er aber stärker als der Tod ist und er vom Vater auferweckt wurde, hat der, der an Jesus glaubt, Zugang zur Vergebung der Schuld und zum ewigen Leben aus Gottes Kraft. Er wird geistlich lebendig, ist errettet aus der Macht des Todes. Ihr seid errettet, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seine Wiederkunft zu erwarten (1.Th 1,9.10). Dieses Geschenk bietet Jesus jedem Menschen an und ruft ihn in seine Nachfolge.

3.       Aus Gnade seid ihr gerettet – die Gnade Gottes, in Verbindung mit seiner großen Barmherzigkeit, ist ganz und gar Geschenk Gottes. Kein Mensch kann von sich aus etwas dazu tun, sich den Himmel zu verdienen! Einzig und allein Jesus hat die Eintrittskarte erworben und schenkt sie uns in reichlichem Maß durch den Glauben. Keiner kann sich auf Herkunft, Arbeits- oder Frömmigkeitsleistung etwas einbilden. Diese Aussage ist eine hundertprozentige Absage an alle Selbsterlösungstheorien. Die Gnade hat auch immer Auswirkungen auf unser Leben. Sie wirkt als verändernde Kraft und will uns Jesus immer ähnlicher machen.

Können Sie das auch von sich sagen: Ich bin aus Gnade gerettet? Das Angebot des Gottessohnes gilt auch heute.

Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Lobpreis in kleinen Schritten

Es bleibt mir unvergesslich: Während eines Sommerbibelkurses in Aidlingen wies mich jemand auf eine andere Teilnehmerin hin und beschrieb diese mit den Worten: „Der platzt Jesus aus sämtlichen Knopflöchern!“ In der Tat: Die Freude der jungen Frau an ihrem Leben mit Jesus war für jeden erkennbar.

Einen ähnlichen Eindruck hinterlässt der Beter des Psalms 66, dessen Schlussvers 20 lautet: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ Schon zu Beginn seines Liedes fordert er seine Hörer und Leser auf: Jauchzt, lobsingt, rühmt, betet Gott an! Und ebenso beendet er sein Gebet: Gelobt sei Gott … - eigentlich: Gesegnet sei Gott! Das ist Lobpreis pur!

Wer sich die Zeit nimmt, den ganzen Psalm zu lesen, entdeckt die Gründe für diesen Aufruf zum Lob Gottes: 1. Der Psalmbeter staunt über Gottes Macht als Herrscher, besonders beim Gang der Israeliten durch das Schilfmeer und den Jordan. Gottes Macht hat Auswirkungen auch auf die anderen Völker. „Kommt und seht“, fordert der Beter auf, überzeugt euch selbst von den Werken Gottes. 2. Der Psalmbeter besingt Gottes Macht als Retter: Die Notlagen, in die das Volk Israel geraten ist, hat Gott zugelassen. Der Beter sieht sie als Prüfungen an, in denen sich die Glaubenden bewähren sollen. Zugleich macht der Beter die Erfahrung der Rettung Gottes: „Du hast uns herausgeführt und erquickt.“ 3. Durch diese Nöte und Gottes Eingreifen reift im Psalmbeter ein persönlicher Entschluss: Ich will dir, Gott, meine gegebenen Versprechen erfüllen.

Der Beter kann es nicht für sich behalten, er muss denen, die ebenso wie er Gott ehren wollen, erzählen, was Gott an ihm, an seiner Seele, getan hat.

Hören wir noch einmal auf den Schlussakkord seines Liedes: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“

Der Beter ist gewiss: Gott hört mein Gebet, er verwirft es nicht. Der Beter weiß auch: Gott ist gut zu mir, er verlässt mich nicht – auch nicht in der größten Not. Darin liegt für ihn der Grund, Gott zu loben und ihm zu danken.

Nun werden Einzelne an dieser Stelle tief durchatmen und sagen: Meine gegenwärtige Situation ist eine ganz andere; die derzeitigen Herausforderungen verschließen mir den Zugang zum Lob, zur Anbetung Gottes.

Welche Hilfe gibt es?

Eine Spur sehe ich darin, dass wir uns wie der Beter im Rückblick auf die Vergangenheit auf die guten Erfahrungen mit Gott besinnen und ihn dafür ehren.

Eine zweite Spur liegt in der Tatsache, dass der Gott, den Sie und ich heute erleben können, derselbe Gott ist wie der des Psalmbeters. Er ist und bleibt der treue Gott, der uns durch die Nöte hindurchträgt. Eine weitere Spur der Hilfe liegt darin, dass wir uns auf Gottes Wesen, auf seine Eigenschaften besinnen und ihn dafür loben. Sie sind in Jesus Christus, dem Sohn Gottes und Erlöser, sichtbar geworden.

Der Lobpreis, mit dem wir Gott ehren, muss sich nicht immer in einer „Explosion überschwänglicher Gefühle“ ausdrücken, sondern geschieht oft in ganz kleinen, unscheinbaren Schritten. – Ich wünsche Ihnen den Mut, heute den Blick auf Gott zu richten!

Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Geduld ist gefragt

Geduld ist gefragt – manchmal über Jahrzehnte.

Eine Freundin von mir hat Schwierigkeiten mit ihrer Mutter. Jedes Mal, wenn die beiden sich treffen, geraten sie aneinander. „Sie hört mir einfach nicht zu!“, beschwert sich meine Freundin. „Es zählt nur ihre Meinung, und immer hat sie Recht. Ich kann mir jedes Mal stundenlange Monologe anhören. Und wenn ich mal was sage, dann wartet sie nur darauf, dass sie wieder dazwischenreden kann. Und dann muss ich mir anhören, was ich anders und besser machen soll. Es ist ja sowieso immer alles falsch, was ich sage und tue.“

Ehrlich gesagt wundere ich mich, dass meine Freundin den Kontakt zu ihrer Mutter überhaupt noch aufrechterhält. „Aber es ist doch meine Mutter“, sagt meine Freundin dann. „Irgendwie muss ich doch einen Weg finden, mit ihr klarzukommen. Ich bete schon so lange dafür zu Gott.“ Ich bewundere ihre Beharrlichkeit. Bei jedem Besuch wird sie aufs Neue verletzt. Und trotzdem lässt sie nicht davon, nach Heilung zu suchen und Gott darum zu bitten.

Ich fühle mich hilflos, weil ich ihr nicht weiterhelfen kann. Ich kenne sie, und ich kenne ihre Mutter. Und ich kann nicht mehr zählen, wie oft wir über dieses Problem gesprochen haben. Aber ich merke, das bringt sie nicht voran. Ob es hilft, wenn jemand von außen auf das Problem schaut? Der ERF bietet auch Seelsorge an. Man meldet sich bei einem Seelsorgeportal an, die Anfrage wird an einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin weitergeleitet, und mit diesem oder dieser tauscht man sich dann über Mails aus.

Meine Freundin hat es ausprobiert. Sie kam in Kontakt mit einer Seelsorgerin, mit der sie sich gut verstanden hat. Gemeinsam haben sie es tatsächlich geschafft, dass die Kommunikation zwischen meiner Freundin und ihrer Mutter jetzt besser läuft. Meine Freundin hat sich gewünscht, dass die beiden in diesem Mail-Austausch auch beten. Sie hat Gott nicht losgelassen mit ihren Bitten, dass er Heilung schenkt. Sie hat darauf vertraut, was in den Klageliedern steht:
Der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.

Meine Freundin ist mir darin zum Vorbild geworden: nicht aufzuhören zu hoffen, auch wenn eine Situation ausweglos erscheint. Nicht aufzuhören, auf Gott zu vertrauen, auch wenn man meint, Gott erhört das Gebet nicht. Nicht aufzuhören, Gott in sein Leben mit hineinzunehmen, weil Gott uns viel zu sehr liebhat, als dass er nicht auf all unsere Gebete hört. Denn:
Der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.

Autor: Dorothee Döbler

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Singen macht Sinn

Singen Sie? Als ich das erste Mal Christen traf, war ich überrascht: Die singen ja! Ist das nicht ein bisschen peinlich? Wo wird heutzutage denn noch gesungen? Bei den großen Fußballspielen, das stimmt. Und auch auf Konzerten. Da muss aber schon ordentlich Stimmung sein. Dass man unter der Dusche singt, ist auch ein Gerücht. Zumindest hat das noch keiner meiner Schlafgäste gemacht.

Dafür gibt es kaum einen Menschen, der nicht gern Musik hört. Musik macht etwas mit mir. Sie kann mich so tief in meinem Inneren berühren wie kaum etwas anderes. Musik macht mich fröhlich oder zieht mich herunter, sie putscht mich auf oder hilft mir, ruhig zu werden.

Vor ein paar Jahren habe ich eine faszinierende Reihe im Fernsehen gesehen. Da stellte die Schauspielerin Annette Frier einen Chor aus Laien zusammen. Voraussetzung war nicht etwa, dass man singen konnte oder musikalisch war. Nein, Voraussetzung war, dass es einem seelisch schlecht geht. Zum Casting wurden nur depressiv kranke Menschen zugelassen. Und umso schlechter es jemandem ging, umso größer war die Chance, dass er mitmachen durfte.

Zum Schluss war also eine bunt zusammengewürfelte Gruppe beieinander, aus der ein Chor wurde. Sie sangen nichts Besonderes, Lieder halt, Schlager. Aber man konnte von Sendung zu Sendung beobachten, wie der Gesang die Menschen veränderte. Es löste sich etwas in ihnen. Sie wurden offener, freier von ihrer innerlichen Last. Das Projekt endete mit einem großen Konzert in der Berliner Philharmonie. Und die einhellige Meinung aller Chormitglieder war: Wir wollen auch nach Ende des Projekts zusammenbleiben und weiter singen!

Warum singen wir heute so wenig? Dass Singen guttut, das wissen die Menschen eigentlich seit jeher. In der Bibel gibt es sogar eine Liedersammlung, den Psalter. In einem der Psalmen singt David, der König von Israel, ganz offen von seiner Angst: davon, dass er sich alleingelassen fühlt, dass er Todesängste hat.

Das Lied endet unerwartet, nämlich mit einem Dank an Gott: Ich will dem HERRN singen, dass er so wohl an mir tut.


Er dankt Gott, obwohl es ihm schlecht geht? Gott tut „so wohl an ihm“, obwohl David in seinem Leben gerade nichts Gutes sieht? So ist es mit dem Singen. Es verändert etwas in uns. Wir bekommen einen anderen Blick auf das, was uns belastet. Wir können wieder nach vorn schauen.

Diese Erfahrung haben die Menschen aus dem Chorprojekt auch gemacht. Aber bei David geht es noch etwas tiefer. Er singt nicht nur, weil es ihm guttut. Er singt nicht, weil ein Chorleiter ihn dazu ermutigt. Er singt, weil er ein Gegenüber für seinen Gesang hat. Sein Lied ist ein Gespräch, ein Gespräch mit Gott. Und im Singen spürt er, dass er von Gott eine Antwort bekommt: ‚Dir geht es schlecht, ja. Aber schau auch auf das, was du an Gutem von mir erfahren hast!‘

‚Ja, das stimmt‘, wird es David bewusst: ‚Ich hab mich allein gefühlt, aber ich war ja gar nicht allein. Ich dachte, ich bin hilflos. Aber Gott war ja immer an meiner Seite!‘ Das Lied hat David verändert.

Wie ist es bei Ihnen: Singen Sie? Zu Gott? Probieren Sie es aus! Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.

Autor: Dorothee Döbler

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Herr, bitte lass mich kein Heuchler sein!

Fragen Sie einmal in einer ganz normalen Fußgängerzone ganz normale Leute, was Christen am häufigsten kritisieren. Vermutlich würden Sie zu hören bekommen: Christen, die kritisieren immer den allgemeinen Werteverfall. Oder moralische Verfehlungen und schlechte Vorbilder. Oder die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich… Sie würden vermutlich viele verschiedene Sachen zu hören bekommen, nur für eine Kritik sind Christen anscheinend nicht bekannt: Die Kritik an Heuchelei.

Ich finde das interessant. Denn Jesus hat kaum etwas durchgehend so hart kritisiert wie Heuchelei. Besonders bei denen, die für sich persönlich ein engeres Verhältnis zum Allmächtigen in Anspruch nehmen. Und ich frage mich: Könnte es sein, dass gerade die, die Gott gefallen wollen, anfällig dafür sind, sich selbst und anderen etwas vorzumachen? Dass gerade die, denen moralische Werte wichtig sind, anfällig dafür sind, sich selbst und anderen etwas vorzuspielen? Dass gerade die, die sich und anderen die Latte besonders hochlegen, sie weder überspringen können, noch dazu stehen, dass sie das nicht können?

Das Problem an Heuchelei: Es fällt mir schwer, sie bei mir selbst zu erkennen. Mein Denken und meine Wahrnehmung sind nicht gefeit gegen Selbstbetrug. Heuchelei ist im Spiegel unsichtbar. Jesus hat das seinen Freunden ausführlicher erklärt, im Lukasevangelium, Kapitel 6. Und Jesus beginnt mit einer Beobachtung – Vers 41:

Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst?

Jesus beschreibt hier eine typisch menschliche Wahrnehmungsstörung: Wir erkennen bei Anderen Fehler viel schneller als bei uns selbst. Und das auch in Maßlosigkeit: Bei anderen fallen uns Kleinigkeiten auf – der Splitter. Bei uns selbst dagegen bemerken wir selbst gravierende Macken manchmal nicht – den Balken. Wir sehen den kleinen Splitter im Auge der anderen, aber bemerken nicht das grobe Vierkantholz im eigenen Auge. So weit, so menschlich.

Die Heuchelei beginnt im zweiten Schritt, von dem Jesus spricht – wenn aus einer schiefen Wahrnehmung schiefe Kritik und Korrektur werden. Vers 42:

Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Bruder, halt still! Ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge sitzt‹ – und bemerkst dabei den Balken im eigenen Auge nicht? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, herausziehen.«

Ich finde es äußerst logisch, was Jesus hier erklärt: Wer ein Stück Holz im Auge stecken hat, kann nicht richtig sehen, geschweige denn, einem anderen einen Splitter aus dem Auge ziehen. Es zu versuchen bedeutet, den Balken im eigenen Auge zu verleugnen.

Dass ich die Schwächen des anderen wahrnehme, aber für meine eigenen Schwächen blind bin, das ist normal. Aber wehe, wenn ich in meiner eigenen Betriebsblindheit den anderen kritisiere und korrigiere – wie soll dabei etwas Gescheites rauskommen? Es zu versuchen - das, so Jesus, das ist Heuchelei.

Wohlgemerkt: Jesus verbietet hier nicht den Versuch, einem anderen Menschen durch konstruktive Kritik weiter zu helfen. Aber bitte erst dann, wenn ich den Balken im eigenen Auge erkenne und meine Wahrnehmung korrigiere und eine klare Sicht gewonnen habe. Alles andere nennt Jesus Heuchelei.

Mit dem Bild vom Splitter und vom Balken hält Jesus auch mir heute den Spiegel vor: Ich habe vielleicht Balken im Auge, die ich nicht sehen kann. Und ich bete, dass Gott mir hilft, die herauszuziehen. Und dass Gott mich bremst, den Splitter in den Augen der anderen zu kritisieren. Herr, bitte lass mich kein Heuchler sein!

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Die Frage

Es sind nicht immer richtige Antworten, die dem Leben Richtung geben. Es sind richtige Fragen. Ich möchte Sie heute gerne mitnehmen zu einer solchen wesentlichen Frage, nachzulesen im Lukasevangelium, Kapitel 9.

Jesus war zu diesem Zeitpunkt bereits öffentlich aufgefallen. Allen, die es hören wollen, erklärt er, dass Gott kein ferner Gott ist, sondern ein liebender Vater. Dass Gott jeden Menschen einlädt, in seiner Nähe und von seiner Zuwendung zu leben – sogar die Schuldigen, die Entstellten, die Ausgestoßenen. Alle. Um diese gute Nachricht zu unterstreichen, befreit Jesus immer wieder Menschen von bösen Mächten und heilt Kranke.

Und Jesus tut das nicht nur selbst, sondern er schickt auch seine Jünger auf den Weg. Lukas Kapitel 9, Vers 1:

„Jesus rief die zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken zu heilen. Er sandte sie aus mit dem Auftrag, die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden und die Kranken gesund zu machen. Die Jünger machten sich auf den Weg und zogen von Dorf zu Dorf. Überall verkündeten sie die Botschaft ´vom Reich Gottes` und heilten die Kranken.“ Lukas 9, 1-2+6 (NGÜ)

Die öffentliche Aufmerksamkeit erreicht neue Höhen. Immer mehr Menschen kommen mit der Botschaft von Jesus buchstäblich in Berührung. Alle reden darüber, wie vielleicht heute bei einem spektakulären Wechsel des deutschen Fußball-Bundestrainers. „Hast du schon gehört?“ „Hast du gesehen…?“ „Für wen hältst du diesen Jesus?“. Diese Frage steht für jedermann im Raum, sogar für den Landesfürsten von Galiläa, Herodes Antipas (Vers 7):

Der Tetrarch Herodes erfuhr von all diesen Dingen. Er wusste nicht, was er davon halten sollte… »Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt?« Lukas 9, 7a +9

Als die Jünger von Jesus einmal mit ihm alleine zusammensitzen und ihm von ihren Erlebnissen berichten, von den Dämonenaustreibungen und Krankenheilungen, lenkt Jesus ihre Aufmerksamkeit auf diese eine Frage, über die alle reden (Vers 18):

„Für wen halten mich die Leute?“

Die Jünger überlegen kurz und berichten von den verschiedenen Meinungen über Jesus, die ihnen unterwegs begegnet sind:

»Die einen halten dich für Johannes den Täufer« … »andere halten dich für Elia, und wieder andere sagen, einer der alten Propheten sei auferstanden.«

Jesus bleibt dran an der Frage, und jetzt fragt er seine Jünger ganz direkt und persönlich (Vers 20):

»Und ihr«, fragte er, »für wen haltet ihr mich?«

Warum reitet Jesus auf dieser Frage herum? Weiß er etwa selber nicht, wer er ist? Braucht er etwa Bestätigung von seinen Jüngern - oder von der Öffentlichkeit?

Nein – es geht Jesus um etwas anderes. Wenn Gott einen Menschen von einem bösen Geist befreit oder von einer Krankheit heilt, ist das für diesen Menschen lebensverändernd und für das Umfeld aufsehenerregend. Aber entscheidend für den Ausgang der Lebensgeschichte dieses Menschen ist etwas anderes: Ob er sich einladen lässt, mit Gott sein Leben zu verbringen, bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus. Ob er erahnt, erkennt, erfährt: Jesus ist mein Retter, der versprochene Messias. Jesus ist mein Gott für mich.

„Nach alldem, was ihr gesehen und erlebt habt, für wen haltet ihr mich?“, fragt Jesus seine Jünger. „Wer bin ich für euch?“

Ich glaube, diese Frage von Jesus ist nie für alle abschließend beantwortet. Denn es ist keine Frage nach meinem Wissen über Jesus, sondern nach meinem persönlichen Verhältnis zu Jesus. Erahne, erkenne, erfahre ich: Jesus ist mein Retter, „mein Gott für mich“? Lasse ich mich von ihm einladen, mit Gott mein Leben zu verbringen, bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus?

Deshalb steht diese Frage auch heute im Raum, an diesem Tag. Und auch Sie und ich sind eingeladen, eine persönliche Antwort zu versuchen.

Für wen halten Sie Jesus?

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Gedanken zur Tageslosung

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Schatzsuche

Tony Beets ist der erfahrenste Goldsucher. Der gebürtige Niederländer wanderte mit seiner Frau Minnie bereits 1980 nach Kanada aus. Zunächst arbeitete er auf einer Farm als Milchbauer und danach bei den Öl-Pipelines. Als er von Freunden erfuhr, dass man in den Goldminen bis zu 1.000 Dollar die Woche verdienen kann, stieg er bereits 1986 als Angestellter an der „Tamarack Mine“ ins Geschäft ein, die er später übrigens kaufte. Inzwischen besitzt er eine der größten privat betriebenen Goldminen in Yukon. Das geschätzte Vermögen von Tony Beets beträgt 13 Millionen Euro. So wird er in der DMAX Serie dargestellt.

Was hier Tony Beets von vertrauenswürdigen Freunden hörte und schließlich fand, das hat der Psalmbeter auf noch viel größere Weise in seinem Leben erfahren. Der lebendige Gott lässt sich in seinem Wort, in seinem Zeugnis, in seinen Weisungen, in seinen Geboten finden. Diesen Schatz will der Beter von ganzem Herzen suchen, nachdem der lebendige Gott ihm begegnet ist. Er und sein Wort sind absolut vertrauenswürdig. In seinen Weisungen und Geboten finden wir das wahre Gold für unser Leben. Das bezeugt er. Darüber staunt und jubelt er in 22 Liedstrophen. Gleichzeitig lädt er uns dazu ein, dass wir uns auch auf die Suche machen und den größten Schatz entdecken: Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten.

Warum sind Gott und sein Wort nicht nur damals absolut vertrauenswürdig? Darauf erhalten wir mehrere Antworten: Der lebendige Gott hat durch sein Wort die Welt und seine Geschöpfe aus dem Nichts erschaffen. Sein Wort hat schöpferische Wirkung. Sein Wort gründet und erhält unsere Erde bis auf den heutigen Tag.

Durch sein Verheißungswort hat er sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten befreit und in ein neues Land gebracht und versorgt. Damit diese Freiheit erhalten bleibt, hat Gott durch die 10 Gebote Leitplanken gegeben. So kann das Leben für mich und meinen Nächsten gelingen. Ich darf mich an dem, was Gott mir schenkt, freuen, aber ich kann auch meinem Nachbarn Gutes gönnen. Ich muss es ihm nicht wegnehmen oder gar neiden.

Sein Wort wurde so lebendig und greifbar, dass Gott seinen Sohn auf die Erde geschickt hat. Wer mich sieht, sagt Jesus, der sieht den Vater. Jesus Christus ist Gottes letztes und ganz großes Liebes- und Rettungsangebot an uns alle. Er hat die Dinge in meinem Leben, die ich besser ungeschehen machen möchte, am Kreuz bezahlt und bereinigt. Mein Versagen und meine Schuld liegt jetzt auf ihm und er schenkt mir Vergebung und einen Neuanfang. Jesus hat am Kreuz aber auch den Tod besiegt. Wer ihm vertraut, der wird ewig leben. Dieses ewige Leben beginnt schon jetzt, wo ich ihm mein Leben anvertraue und anfange, sein Wort zu hören und danach zu handeln. Unser aller Tod ist dann nur noch ein Doppelpunkt, hinter dem es erst richtig in unserer neuen Heimat, im Himmel, losgeht.

Jesus hat nicht nur das erste Wort bei der Schöpfung gehabt. Die Weltgeschichte hat einen Zielpunkt: Jesus kommt wieder zum Weltgericht. Er wird dann das letzte Wort behalten über uns alle. Deshalb dürfen wir ihm schon heute das entscheidende Wort zutrauen, auch wenn vieles dagegenspricht. Ein Mann wie Noah hat mitten in der Wüste eine Arche gebaut, weil er überzeugt war: Dieser Gott hält Wort. An seine Weisungen darf ich mich klammern. Diesen Schatz kann mir niemand mehr rauben.

Während Tony Beets nichts von seinem Gold aus diesem Leben mitnehmen kann, so haben wir den größten Schatz in Jesus und seinem Wort gefunden. Ob Sie dabei sind bei dieser Schatzsuche?

Autor: Matthias Rapsch

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Eine Geländekarte

Ich war mit meiner Gruppe junger Erwachsener eine Woche lang mit Kanus in Schweden unterwegs. Zu Beginn jeder Etappe war eine genaue Lagebesprechung nötig. Jedes Bootsteam erhielt eine Fluss- und Geländekarte, worauf auch die einzelnen Rast- und Lagerplätze eingezeichnet waren. Bei dem Gewirr an Flussläufen und Seen war das absolut notwendig. Sonst hätte die Gefahr bestanden, an den jeweiligen Zielen vorbeizutreiben. Was für eine Kanutour gilt, gilt auch für unser Leben als Christen. Der Hebräerbrief ermutigt die Gemeinden und uns, auf die Geländekarte zu achten und zu hören. Das ist das lebendige Wort Gottes - die Bibel.

Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. Hebräer 2,1

Der Verfasser denkt dabei in zwei Richtungen. Die eine ist die Mitte und das Ziel: Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Ihn sollen wir kennenlernen und ihm begegnen. Ihm sollen wir unser ganzes Leben anvertrauen. Der ganze Plan Gottes mit seinen Menschen zielt auf diesen Höhepunkt, nachdem Gott vorher auf vielerlei Weise geredet hat.

Gott hat durch Jesus sein Gesicht gezeigt, sein Herz geöffnet und Sie und mich eingeladen. Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Wörtlich heißt es hier sogar: zeltete unter uns. So nah ist uns der heilige lebendige Gott durch Jesus gekommen. Er will Gemeinschaft mit uns. Halten wir unser Leben mit allen kleinen und großen Sorgen ihm hin. Reden wir mit ihm. Die Bibel nennt das Gebet. Wir dürfen ihn ganz einfach bitten, in unser Leben zu kommen. Das ist der Anfang, zu dem ich Sie herzlich einlade.

Die andere Stoßrichtung betont, wie sich das neue Leben mit Jesus Christus entfalten kann. Damals wie heute erleben wir täglich Herausforderungen. Die Grundwahrheiten der Bibel werden in Frage gestellt. In vielen gesellschaftlichen Bereichen spielen Gott und sein Wort keine Rolle mehr. Auch Christen stehen in der Gefahr, sich vom Zeitgeist und was man so glaubt, denkt und tut bestimmen zu lassen.

Doch Jesus Christus will unser Leben in allen Bereichen gestalten. Deshalb ist es gut, dass wir - so wie heute an diesem Tag - uns ein paar Minuten Zeit nehmen, um auf seine Stimme zu lauschen. Wenn wir die Bibel aufschlagen, dürfen wir bitten: Herr, lass mich hören, wie ein Jünger hört. Öffne Du mir meine Ohren, meine Augen und mein Herz. Ein Jünger ist ein Lehrling, ein Auszubildender. Ein Azubi schaut seinem Meister über die Schulter. Er lernt durch Nachmachen. Wir hören und sehen in der Bibel, wie Jesus Menschen liebevoll begegnet, wie er betet, wie er mit Sorgen umgeht, wie er Kinder segnet, wie er Menschen bevollmächtigt und begabt. Entdecken und Nachmachen heißt dann die Devise.

Dazu brauchen wir regelmäßig Termine und eine gemeinsame mobile geistliche Lehrlingswerkstatt. Der Verfasser des Hebräerbriefes bezieht sich ganz bewusst mit ein und spricht vom „Wir“. Darum sollen wir desto mehr achten. Das ist eine Einladung an Sie und mich: Tun Sie sich mit anderen zusammen. Das geht auch über Telefon und Internet. Tauschen Sie sich aus über das gehörte Bibelwort und fragen Sie am Ende: Was ist jetzt unser nächster Schritt? Was haben wir zu tun? Was wollen wir davon in den nächsten Tagen umsetzen?

Jesus sagt in der Bergpredigt: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute“ (Mt.7,24)

Und dann können Sie entdecken, wie Freude aufkommt, wenn Sie sich beim nächsten Treffen im Bibelkreis oder Hauskreis berichten, was Sie erlebt haben.

So ging es uns auf unserer Kanutour, als wir alle wohlbehalten am Lagerplatz ankamen und uns am Lagerfeuer von den Abenteuern erzählten.

Autor: Matthias Rapsch

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Mit Jesus in den Alltag

Der Alltag kann ganz schön an den Nerven zerren: Ich könnte jetzt endlos die Ursachen aufzählen. Konflikte belasten, ungelöste Probleme auch. Ärger mit den Nachbarn. Ärger in der Familie. Ja, auch Ärger über mich selbst.

Dazu kommt: Aufgaben sind zu bewältigen, Verpflichtungen können nicht mehr warten, Sorgen, Stress und dann kommen noch Müdigkeit und Unwohlsein dazu.

Der Alltag kennt natürlich auch Lichtblicke: Ich könnte jetzt - fast endlos - die ganzen schönen Dinge aufzählen, die mein – unser – Leben reich und erfüllend machen. „Fast endlos?“ Haben Sie die kleine Einschränkung gehört? Es ist ein Phänomen, dass Probleme eine stärkere, eine eindrücklichere Wirkung auf uns ausüben als die Wohltaten. Die empfinden wir schnell als selbstverständlich und buchen sie so ab.

Was für eine Rolle spielt eigentlich dabei der persönliche Glaube? Ich möchte hier bewusst vom christlichen Glauben sprechen, weil man sehr Unterschiedliches glauben kann. Und mir geht es nicht um die Festigkeit und Stärke eines Glaubens. Entscheidend ist doch, wem und worauf man vertraut.

Wenn ich mich an Jesus Christus orientiere und ihm vertraue, hat das ganz andere Konsequenzen, als wenn ich mich zum Beispiel esoterischen Inhalten öffne. Ein Glaube, der nur sich selbst vertraut oder dem Recht des Stärkeren, prägt natürlich Einstellungen und Verhalten und sieht anders aus als ein vom Gottvertrauen geprägter Glaube. Es ist also nicht gleichgültig, was und wem man glaubt. Ein auf Jesus Christus vertrauender Glaube hat Konsequenzen für die Bewältigung meines Alltags. Wie sehen die aus?

Jesus stellt ja etwas anderes vor als Buddha oder die Kulte der Germanen oder auch moderne Erfolgsrezepte für ein glückliches Leben, die sich oft auf Gesundheitsfragen und materielles Wohlergehen beziehen.

Gibt es vielleicht so etwas wie einen Masterplan von Gott für unser Leben?

Einen Hinweis gibt Paulus dazu im Römerbrief. Er beschreibt das so: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.“

Gesunde Ernährung ist wichtig. Kochen und Backen kann wirklich Freude machen. Auch auf das Körpergewicht zu achten, macht aus vielen Gründen Sinn. Aber Gottes Perspektive für Lebensqualität hat einen viel weiteren, einen menschenfreundlichen Horizont. Und den eröffnet der Heilige Geist, der – anders als viele vermuten - nicht irgendwie etwas Komisches ist, sondern sehr praktisch: Er will und er wirkt Gerechtigkeit, Friede und – ja, tatsächlich auch – Freude!

Und er hilft, diese großen Worte in unseren Alltag zu übertragen. Sie verstehen dieses Bild: Christen sollen nicht ständig mit den großen Scheinen „Gerechtigkeit, Friede, Freude“ wedeln, sondern in kleiner Münze achtsam anwenden.

Das prägt unseren Alltag nämlich mehr als die großen Worte: Über die kleinen Ungerechtigkeiten nicht hinwegsehen. Streit schlichten und Signale des Friedens aussenden. Ansteckende Freude verbreiten. Es gibt so viel Anlass dazu. Auch heute.

Und nicht vergessen: Der Heilige Geist ist kein Freund bösartiger Verleumdungen und Hetztiraden, die - manchmal auch unter christlichem Deckmantel – verbreitet werden. Da ist Widerspruch angesagt. Auch heute. Also: Gerechtigkeit, Friede, Freude.

Das ist ein Gottesdienst im Alltag, der Gott gefällt und den Menschen guttut.

Autor: Pfarrer Hans-Georg Filker

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Start in den Tag

Wie starten Sie in den Tag? Haben Sie auch ein bestimmtes Morgenritual? 

Bei uns ist das so: Der Wecker klingelt – oder auch nicht. Ich bin oder werde wach. Dann geht der Weg übers Bad in die Küche. Bei uns ist die Zeit vorbei, wo Kinder die weiteren Vorgaben - also wer darf zuerst ins Bad - bestimmten. Der Kaffee! Bei meiner Frau ist das manchmal schon vor dem Badezimmer der Wachmacher.

Nun sitzen wir am Esstisch und bevor wir uns mit Genuss dem Frühstück hingeben, greift einer von uns zu einem kleinen Büchlein, in dem für jeden Tag je ein biblisches Wort aus dem Alten und aus dem Neuen Testament ausgewählt ist. Erst einmal Frühstück für die Seele. Dafür ist immer Zeit. Ein Wort Gottes zum Start in den Tag. Hier finden sich Worte, die wir uns nicht selbst sagen können. Die den Kreis unserer Gedanken erweitern. Die uns daran erinnern: Wir sind nicht allein. Der Raum des Tages, den wir gerade betreten, ist größer. Gut, wenn uns das bewusst wird. Die Wirklichkeit Gottes umfasst uns. Wir gehen nicht ins Leere. Wir bewegen uns auf dem Boden, den uns der Schöpfer bereitet hat.

Aber auch das kommt vor: Nicht jedes dieser biblischen Worte schmeckt uns. Manches beleuchtet unser Verhalten kritisch. Das ist wichtig auszuhalten, damit wir uns nicht nur in der Blase unserer eigenen Vorstellungen und Bestätigungen bewegen.

Manches ist ausgesprochen Mut machend, tröstend, motivierend oder auch provozierend.

Ja, es gibt darunter schwere Kost. Nicht leicht zu verstehen.

Manches Wort ist bald wieder vergessen, anderes klingt nach oder holt uns im Laufe des Tages wieder ein. Manchmal ergibt sich ein Gespräch darüber. Nicht immer, aber die Weichen für den Tag sind gestellt. Wir sind daran erinnert worden: Auch im Alltag befinden wir uns nicht im Niemandsland, sondern bewegen uns in Gottes guter Schöpfung, in der er uns durch Jesus Christus seine Gegenwart zugesagt hat.

„Ich bin bei euch alle Tage…“ Also auch heute. Der Geist Gottes wirkt. Damit dürfen wir rechnen. Und er wirkt nicht nur bei uns. Auch das ist gut im Blick zu haben.

Moment. Etwas kommt noch. Wir wollen nicht ohne eine Antwort bleiben auf das Wort Gottes, das wir gehört haben. Für jeden Tag findet sich in dem Büchlein ein Liedvers oder ein Gebet, das wir uns oft zu eigen machen, bevor wir mit eigenen Worten weiter beten – auch um den Dank für den gedeckten Tisch auszusprechen. Damit machen wir uns bewusst, wie reich wir beschenkt sind.

Was für ein Start in den Tag! Wenn wir Besuch haben, die Kinder, die Enkel, Freunde oder andere Gäste – wir nehmen sie in unser morgendliches Ritual am Tisch mit hinein. Ja, warum nicht auch Sie heute, liebe Hörerinnen und Hörer?

Welches Bibelwort heute in den Herrnhuter Losungen, so heißt das Büchlein, für uns bereitgestellt ist? Ich nehme das aus dem Alten Testament. Im Psalm 143, Vers 8 steht: „Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich“.

Dazu ein Liedvers, den ich gut kenne und liebe:

„All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu; sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“

Das ist wirklich eine gute Perspektive zum Start in den Tag.

Autor: Pfarrer Hans-Georg Filker

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Frieden stiften

Es ist schon eine Weile her, seit friedensbewegte Studenten auf Straßendemos „Frieden schaffen, ohne Waffen“ skandierten. Aus der Forderung scheint nicht viel geworden zu sein. Denn in der Welt gibt es nach wie vor zahllose Konflikte und ich habe den Eindruck, dass es immer mehr werden.

Schimmer noch. Ich beobachte eine Verhärtung im Umgang mit Andersdenkenden. Extremismus macht sich breit. In manchen Kreisen wird Hass systematisch geschürt. Infolgedessen werden einige Menschen gewalttätig. Ich denke an den politisch motivierten Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke, an Angriffe auf jüdische Mitbürger, die Straßenschlachten im Hamburger Schanzenviertel anlässlich des G-20-Gipfels vor ein paar Jahren. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass wir in einer sehr dunklen und gewalttätigen Welt leben. Und in diese Welt dringt die Botschaft Jesu aus der Bergpredigt. Sie ist im Matthäusevangelium überliefert worden. Dort wird Jesus mit den Worten zitiert:

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes heißen“, Matthäus 5,9.

Naja, ist meine erste Reaktion. Diesen Satz kennst du von Kirchentagen und politischen Sonntagsreden. Im richtigen Leben, wo Konflikte ausgetragen werden, da höre ich ihn nicht. Da handeln Leute eher nach dem alttestamentlichen Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wie du mir, so ich dir.

Und doch komme ich als Nachfolger Jesu nicht an diesem Satz vorbei. Jesus formuliert ihn nämlich mit Entschiedenheit. Was er sagt, klingt wie eine Tatsache: „Selig sind, die Frieden stiften.“

Kann man das so sagen?, habe ich mich gefragt. Ist Martin Luther mit seiner Übersetzung vielleicht ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen? Ich beschließe, einen zeitgenössischen Bibelübersetzer zu konsultieren. Karl-Heinz Vanheiden aus Thüringen ist ehrenamtlicher ERF Autor. Er arbeitet seit vielen Jahren an einer Übersetzung der Heiligen Schrift in modernes Deutsch. Matthäus 5,9 überträgt er so: „Wie glücklich sind die, von denen Frieden ausgeht! Sie werden Kinder Gottes genannt.“

Auch hier nehme ich die Entschiedenheit wahr, mit der Jesus spricht. Mehr noch, es klingt wie ein Versprechen: Du wirst glücklich und zufrieden sein, wenn von dir Frieden ausgeht.

Meine Teenagerjahre habe ich im Rheinland verbracht, genauer gesagt in Wiedenest. Nebenan wohnte Christoph Volke. Er war ein Christ, der das Wort Jesu in den Alltag übersetzte, und zwar als ehrenamtlicher Schiedsmann. Und so kam es gelegentlich vor, dass es in aller Frühe an unserer Haustür läutete und ein paar Raufbolde zum Schiedsmann wollten. Mir hat sich das eingeprägt. Christoph Volke hat beispielhaft das gelebt, was von Jesus überliefert worden ist. Er hat Frieden gestiftet und so ist er in unserer Kleinstadt und darüber hinaus als Mann Gottes bekannt geworden.

Ich will mich herausfordern lassen von Jesus. Und ich mache Ihnen Mut, es ebenfalls zu tun. Überlegen Sie doch: Was würde in Ihren Lebensbezügen geschehen, wenn Friede von Ihnen ausginge? Und wie wunderbar wäre es doch, wenn Sie und ich auf diese Weise glücklich und von anderen als Kinder Gottes anerkannt würden.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Gesehen, gehört, gedacht

„Die Erinnerung malt meist mit goldenem Pinsel“, besagt eine schwedische Volksweisheit. Wenn ich alten Menschen zuhöre, scheint es tatsächlich so zu sein. Die guten Erlebnisse aus der Vergangenheit treten in den Vordergrund. Interessanterweise gilt das auch für jene, die im Leben Schweres zu tragen hatten. Eine Ausnahme muss ich allerdings machen: Ich kenne auch Menschen, die bitter geworden sind und die dem Leben nichts Gutes mehr abgewinnen können. Aber die meisten Hochbetagten haben ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht. Sie schauen deshalb gerne auf das zurück, was gewesen ist.

In der Bibel stellt sich Gott als ein Gott der Geschichte vor. Er erinnert die Menschen daran, dass er sich in den Verlauf der Geschichte immer wieder eingemischt hat. Manchmal waren es scheinbar unbedeutende kleine Eingriffe. Bei anderen Gelegenheiten hat er sich machtvoll erwiesen. Ich denke beispielsweise an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei. Oder an sein dramatisches Eingreifen auf dem Berg Karmel, als der Prophet Elia gegen 400 heidnische Baal-Priester antrat.

Im Volk Israel hat sich mit der Zeit eine Erinnerungskultur entwickelt. In Liedern und Geschichten gedachte man der Wunder, die Gott, der Herr, an seinem Volk vollbracht hatte. Ein eindrückliches Beispiel ist Psalm 106.

Gleich zu Beginn heißt es: „Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ Und dann fragt der Psalmbeter in Vers 2: „Wer kann die großen Taten des HERRN alle erzählen und sein Lob genug verkündigen?“ Mit anderen Worten: Wer erinnert sich an die großen Taten Gottes? Wer möchte uns davon erzählen?

Was dann im Psalm 106 folgt, ist ein Auszug aus der wechselvollen Geschichte der Israeliten. Momente des Triumphs und solche der Schmach und des Scheiterns werden berichtet. Aber zum Schluss heißt es dann:

„Der Herr sah ihre Not an, als er ihre Klage hörte, und gedachte um ihretwillen an seinen Bund“, Psalm 106, 44 und 45.

Im Rückblick auf das, was gewesen ist, lässt sich zusammenfassen: Gott hat hingeschaut. Er hat zugehört und sich an seinen Bund erinnert. Also an die Vereinbarung, die er vor Zeiten mit seinem Volk getroffen hatte. Nein, es war Gott nicht egal, was mit seinen Leuten passierte. Auch dann nicht, wenn diese sich von ihm abgewendet hatten. Wenn sie eigene Wege gegangen waren.

Schaue ich auf das zurück, was in meinem Leben passiert ist, dann kann ich die Erfahrung des Psalmbeters nur bestätigen. In der Rückschau erkenne ich, wie Gott sich in Jesus Christus mir zugewendet hat in meiner Not. Er hat beispielsweise meine Klage am offenen Grab meiner Tochter gehört. Er hat mich in meinen dunkelsten Momenten getragen und getröstet.

Und weil ich das so erlebt habe, kann ich Ihnen versichern, dass der Herr auch Ihre Not sieht. Jesus Christus kennt Ihre berechtigte Klage. Und er wird sich Ihnen zuwenden.

Versprochen ist versprochen. Sie können darauf vertrauen. Sie können sich auf Jesus verlassen.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Heilige

Meine erste Pfarrstelle hatte ich in einem ganz kleinen Dorf. Jeder kannte unsere drei Kinder. Und manchmal wurde unser Sohn im Schulbus von älteren Jugendlichen verhöhnt: „Guckt mal, da ist der Heilige.“ Weil er der Sohn der Pastorin war, zu ihrer Familie gehörte? Er verstand das nicht, und es war für ihn schwer auszuhalten.

Was bedeutet heilig? Zuallererst ist Gott heilig: „Heilig bist du, Gott Zebaoth“, wird oft vor dem Abendmahl gesungen. Heilig sind auch die Menschen, die an Gott glauben. Sie gehören zu Gottes Familie. Gottes Heiligkeit färbt sozusagen auf sie ab. Im Glaubensbekenntnis sprechen wir deshalb von der „Gemeinschaft der Heiligen“.

Dass wir heilig sind, das war von Anfang an Gottes Plan für uns. So heißt es im Epheserbrief: In Christus hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe. Heilig – durch Christus. Durch den Kontakt zu ihm. Also: Alle gläubigen Christen sind Heilige.

Und der Kontakt zu Gott, der motiviert und befähigt oft auch zu besonderen Aufgaben. Vorbilder, wie etwa Mutter Theresa, die sich in Indien um die Allerärmsten kümmerte. Von einem eher unbekannten Heiligen habe ich neulich erst gehört: Pater Damian de Veuster. Er wurde am 3. Januar 1840 in Flandern geboren und lebte später auf einer Insel Hawaiis. Dort gab es einen streng abgetrennten Teil, auf den man Leprakranke verbannt hatte, damit sie niemanden anstecken konnten. Damals war Lepra = Aussatz noch nicht heilbar. Pater de Veuster kümmerte sich um die Leprakranken, um die alle einen weiten Bogen machten. Hatte er keine Angst, sich anzustecken?

Nun muss man wissen - und wer als wir, die Corona-Generation, kann das besser nachvollziehen: Die körperlichen Beschwerden eines Aussätzigen sind nicht die einzigen. Hinzu kommt die Einsamkeit. Niemand will mit dir zu tun haben. Alle haben Angst und machen einen Bogen um dich. Du bist in lebenslanger Quarantäne.

Pater Damian half den Aussätzigen so gut er konnte. „Ihr Aussätzigen“, so fingen seine Predigten oft an, „ihr sollt wissen, dass ihr von Gott geliebt seid! Dass ihr nicht vergessen seid.“ Manchmal hat er Hände geschüttelt oder sogar einen umarmt.

14 Jahre predigte Pater de Veuster auf seiner Insel. Er errichtete eine Krankenstation und natürlich eine Kirche. Er tröstete und half, wo er konnte. Und immer wieder predigte er: „Ihr Aussätzigen“.

Und dann verschwand er. Tage-, wochenlang. Eines Tages war er wieder da. Er sah blasser aus als sonst. Sein Gesicht war eingefallen.

Es war Sonntag. Die Leprakranken kamen in die Kirche. Pater Veuster begann seine Predigt, fast wie immer. Der Unterschied war klitzeklein und doch riesengroß. Pater Damian de Veuster begann seine Predigt diesmal nicht mit den Worten „Ihr Aussätzigen…!“, sondern mit: „Wir Aussätzigen...“

Der Rest seiner Predigt ging im Lärm unter. Die Leute klatschten und schrien, sie weinten und beteten. Mehr als diese beiden Worte: „Wir Aussätzigen...!“ brauchte Pater Veuster nicht zu sagen.

Sein Schicksal fand weltweit Beachtung und setzte Initiativen zum Kampf gegen Lepra in Gang. Viele Einrichtungen der Aids-Hilfe tragen heute den Namen dieses Schutzpatrons der Aussätzigen: Damian de Veuster.

Alle gläubigen Christen sind Heilige. Nicht jedem hat Gott so besondere Aufgaben gegeben wie Mutter Theresa oder Pater Damian de Veuster. Aber für jeden hat er eine Aufgabe vorgesehen. Welches ist Ihre?

Autor: Pastorin Luitgardis Parasie

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Berge um Jerusalem

Um Jerusalem sind Berge, ja. Aber mal ehrlich, genützt hat es Jerusalem nichts. Um das Jahr 600 vor Christus wurde Jerusalem von den Babyloniern erobert, der Tempel zerstört, die ganze jüdische Oberschicht nach Babylon verschleppt.

Erst viele Jahre später konnten die Kinder der Verbannten wieder ins Land zurück, den Tempel wieder aufbauen. Doch dann wurde Israel von den Römern besetzt. Das war zur Zeit, als Jesus lebte. Und dann, im Jahr 70 nach Christus, wurde Jerusalem wieder zerstört, die Juden über die ganze Welt zerstreut. Und heute? Jerusalem ist ein Pulverfass, am Tempelberg und in der Altstadt konkurrieren drei Religionen, Christen, Juden und Moslems. Klagemauer, Felsendom, Grabeskirche.

Um Jerusalem sind Berge. Wieso sollte das ein Trost sein? Die Berge blicken doch unbeteiligt auf die Stadt herab und können Krieg und Schrecken nicht verhindern.

Der Psalmsänger wagt einen kühnen Vergleich: Um Jerusalem her sind Berge, und der HERR ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit. Ich finde, dass dieser Vergleich wirklich hinkt. Dass Gott um seine Leute herum ist, das finde ich im Gegensatz zu den Bergen sehr tröstlich. Gott ist ein mitfühlendes Wesen, er kann trösten, wie eine Mutter tröstet, er nimmt Anteil an meinem Ergehen und er hört mein Gebet. Das alles können Berge nicht.

Der Vergleichspunkt liegt - glaube ich - darin, dass Gott so fest steht wie die Berge. Dass er unerschütterlich an meiner Seite ist, um mich herum ist. Dass er nicht wankt, wenn um mich herum alles wankt. In einem Lied heißt es: „Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer brechen. Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt. Er hält sein Versprechen.“

Meine Patentante Renate war so eine Frau, die an diesem Glauben festhielt. Sie war eine begeisterte Pfarrfrau, fröhlich und herzlich. Dabei hätte sie allen Grund zum Jammern gehabt. Ihre Tochter bekam als Kind Leukämie. 11 Jahre Hoffen und Bangen. Dann starb sie, mit 22 Jahren. Damals sagte Tante Renate zu mir: „Ich halte mich fest an dem Satz von Jesus: An jenem Tage werdet ihr mich nichts mehr fragen.“ (Joh. 16,23) Weil es im Himmel Antwort gibt.

Doch damit nicht genug. Mit Anfang 50 wurde bei Tante Renate Krebs festgestellt. Sie wusste, dass sie nicht mehr gesund werden würde. Aber nicht, dass sie sich nun hängen ließ und nur noch über ihre Krankheit sprach. Ihr Mann und sie kauften eine teure Orgel für zuhause. Daran freute sie sich wie ein Kind. Ich denke an einen Besuch bei ihr. Sie hatte starke Schmerzen. Doch zum Kaffeetrinken wünschte sie sich das Lied: „Lobe den Herren“. Ich konnte vor Tränen nicht mitsingen. Aber sie spielte auf ihrer Orgel und sang dazu laut alle fünf Strophen: „...der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet“. Ich konnte es nicht fassen, aber Tante Renate hatte mit dem Text offenbar keine Probleme.

Mit Mut und Tatkraft ging sie an, was noch zu regeln war. Die Lieder und den Bibelvers für ihre Beerdigung suchte sie selber aus und schrieb sie auf. Ein weißer Sarg und das Lied: „In dir ist Freude in allem Leide oh du süßer Jesus Christ.“

Um Jerusalem herum sind Berge. Jerusalem war für die Christen seit jeher auch ein Sehnsuchtsort. Ein Bild für das ewige Leben bei Gott, wo es kein Leid und keinen Tod mehr gibt. Und in diesem himmlischen Jerusalem, da werden auch Tante Renates Fragen beantwortet werden.

Autor: Pastorin Luitgardis Parasie

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Gottes Wort eine erfahrbare Wahrheit

Egal wie alt ich bin, egal wer ich bin, egal was ich bisher erlebt habe. Ich lebe! Doch Angst, Krankheit, Trauer, Arbeitslosigkeit, die Stürme des Lebens können mein Lebenshaus angreifen und zerstören. Wie kann ich mein Leben sicher machen vor diesen Stürmen?

Jesus, der mich liebt, weiß um die Stürme des Lebens. Er weiß, wie mein Lebenshaus auf festem Grund stehen kann.

Jesus sagt in der Bergpredigt, Lukas 6, 47+48: „Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie - ich will euch zeigen, wem er gleicht. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Strom an dem Haus und konnte es nicht bewegen; denn es war gut gebaut.“

Das Bild mit dem Haus auf Felsen, dem starken Fundament, das leuchtet ein. Aber warum mein Leben fest steht gegen die Stürme des Lebens, wenn ich tue, was Jesus sagt, das leuchtet zunächst nicht so sehr ein. Wie viele Menschen leben ohne Gott, ohne Jesus und scheinen doch ganz gut klarzukommen, sie erleben auch Stürme im Leben und kommen doch wieder auf die Beine.

Wie viele Lebenshäuser sehen gut aus, stehen prächtig da, nur der richtige Sturm zeigt, auf welchem Fundament sie stehen.

Ich glaube Jesus, wenn er sagt: “Wer mein Wort hört und tut, der hat sein Haus auf Fels gebaut.“ Das ist nicht nur ein guter Rat, eine Lebensweisheit, es ist ein göttliches Geheimnis und damit eine Wahrheit, die ich erfahren kann. Wie kann ich es erfahren? Ich vertraue mein Leben Jesus an, ich überlasse mich ihm. Ich sage: Jesus, ich will dir gehören, ich will hören, was du sagst und tun, was du sagst.

Oder ich lese z.B. das NT, konzentriere mich auf das, was Jesus sagt und versuche es zu tun. Ich weiß, da wird so manche Aussage mir zu schwer sein, z. B. wenn er sagt: „Vergib immer und immer wieder.“ Einiges werde ich noch nicht einfach so machen können. Das braucht Zeit, Zeit zum Beten. Ich brauche Glaubensgeschwister, Menschen, die auch mit Jesus leben. Ich brauche eine Gemeinde, in der gebetet wird, in der ich Gottes Wort verstehen lerne. Eine Gemeinde, in der ich ermutigt werde, in der ich Vergebung meiner Schuld erfahre. So werde ich Jesu Worte hören und tun können. Nicht perfekt und vollkommen, aber Schritt für Schritt.

Ich kenne Menschen, deren Lebenshaus festen Stand hatte in der Not, in der Krankheit, in der Arbeitslosigkeit. Sie vertrauten Jesus und wollten ihm von Herzen gehorsam sein. Ich selbst habe erlebt, wie die Umstände an meiner Arbeit mir einen Bandscheibenvorfall und einen Hörsturz brachten. Das waren für mich Lebensstürme. Und Jesus hat mir geholfen, in der schwierigen Zeit mich gesegnet und mir eine neue Tür geöffnet, ich bin daran nicht zerbrochen.

Es lohnt sich, nicht nur zu hören, sondern zu tun, was Jesus sagt. Gottes Wort ist und bleibt eine erfahrbare Wahrheit.

Autor: Hartmut Gießler

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Wem gehört mein Herz?

Ich sehe gerne Spionagefilme mit Agenten - oder besser mit Doppelagenten. Keiner weiß, wem der Doppelagent wirklich dient. Heimlich, versteckt arbeitet er mal für den einen und mal für den anderen Auftraggeber.

Jesus will nicht, dass wir heimlich dem einen und offensichtlich einem anderen dienen. Ihm geht es darum, dass wir uns klar entscheiden.

In der Bergpredigt hat er gesagt: „Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird dein einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Weil Jesus uns liebt, macht er uns auf eine große Gefahr aufmerksam, etwas, was uns schadet und kaputt macht. Er spricht hier vom Mammon. Er ist die Gefahr. 

Wer ist das, der Mammon? Wenn Jesus in der Bergpredigt vom Mammon redet, meint er das Geld. Das Geld ist ja wirklich was Schönes, was können wir alles damit machen. Es kann schon ein Segen sein, Geld zu haben. Wie lautet das Sprichwort: „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt.“

Ich glaube das nicht. Auch das ist Betrug, Geld beruhigt nicht. Selbst wenn ich viel habe, kann ich heutzutage sehr beunruhigt sein, weil ich nicht weiß, wie lange ich es habe. Der Mammon ist hinterlistig, er spielt uns vor, als wäre es wunderschön, ihn zu haben. Aber in Wirklichkeit führt er uns an der Nase herum und verführt uns zu Geiz und Habsucht.

Die Geschichte von Dagobert Duck ist zwar nur ein Comic, aber sie zeigt, wie Reichtum einen verwirren kann und geizig und habsüchtig machen kann. Dagobert Duck ist die reichste Ente der Welt und bekannt für seinen extremen Geiz und sein riesiges Vermögen. Er tut alles, um sein Vermögen zu schützen, ist dadurch aber gefangen in seinem Geldspeicher.

Jesus spricht hier nicht gegen Reichtum, auch ein Christ kann viel Geld haben. In der Bibel gab es auch viele, die reich waren; ich denke zum Beispiel an Abraham und Hiob. Ich darf viel Geld haben, ich muss nur vernünftig damit umgehen.

Jesus fragt mich hier, worauf setze ich, woran hängt mein Herz. Die Bibel sagt: Wo mein Schatz ist, da ist auch mein Herz.

Worauf vertraue ich? Auf mein Geld, meinen Reichtum, auf das, was ich mit meinen eigenen Händen geschaffen habe? Jesus sagt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, alles andere wird euch zufallen.“ Und im Buch des Propheten Haggai sagt Gott: „Mein ist das Silber und mein ist das Gold.“

Jesus will, dass ich ihm vertraue und dann bin ich versorgt, dann bin ich auf der sicheren Seite. Vertraue ich Jesus nicht, muss ich mein Herz unweigerlich an etwas anderes hängen, an etwas, das ganz sicher nicht sicher ist.

Gott sagt: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Richtig. Ich brauch keine anderen Götter, ich brauch Jesus, ich hänge mein Herz, mein Vertrauen an ihn. Der Mammon, das Geld, spielt mir was vor und ich muss ständig aufpassen. Jesus spielt mir nichts vor, er betrügt mich nicht. Bei ihm bin ich sicher.

Ich will mich nicht vom Geld bestimmen lassen. Jesus soll sein mein Herr und mein Gott.

Autor: Hartmut Gießler

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Glaubhafte Gerechtigkeit

Die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für heute steht in Jesaja 56, Vers 1: „So spricht der Herr: Wahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie offenbar werde.“

Kein Mensch müsste hungern, würden Nahrungsmittel gerecht verteilt werden. Kein Kind müsste arbeiten, würden seine Eltern genug verdienen. Und kein Mensch müsste flüchten, würden alle in Frieden ihr Ein- und Auskommen haben. Doch seit Menschengedenken geht es den einen gut und den anderen schlecht, weil die einen über die anderen herrschen, weil die einen die anderen ausbeuten und von sich abhängig machen. Ungerechtigkeit hat stets die gleiche Qualität, egal in welchem Jahrhundert, wie auch der jahrtausendealte Ruf des Jesaja nach Gerechtigkeit. Was Jesaja sagt, kommt von Gott und geht bis heute alle an, die glauben. Gewiss, er ist ein Prophet des alten Israel. Aber seine Botschaft wurde zu einem Teil der Heiligen Schrift. Wie arm wäre der christliche Glaube ohne jüdisches Vermächtnis?

An seiner Sprache erkenne ich, wes Geistes Kind ein Redner ist. So fällt es z.B. nicht schwer, einen Menschenfreund oder Menschenfeind zu erkennen. Wie redet Gott? Welche Sprache verwendet er? - Nun meine ich nicht, dass er Hebräisch spricht, nein, ich meine, was sagt der Bibelvers „wahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie offenbar werde“ über Gott aus?

Ich erkenne Gott als Menschenfreund. Woran mache ich das fest? - Recht und Gerechtigkeit sollen geübt werden, nicht, damit Gottes Heil in die Welt kommt, sondern weil es schon bereitet ist. Gott macht Hoffnung auf eine glückliche Zukunft für alle, die sich Gott zuwenden und die im Moment leiden, für die Vertriebenen, für die, die Unrecht leiden, für Menschen in Not. Er selbst bereitet den Weg der Gerechtigkeit, auf dem wir gehen können. Anders könnte kein Mensch Gutes tun.

Ist es naiv, an die Gerechtigkeit für alle Menschen zu glauben? - Nein, ist es nicht. Die Vorstellung von einer heilen Welt ist ein Teil der Heiligen Schrift. Wir können schon heute für Gerechtigkeit sorgen. Die Frage ist nur, ob wir das wollen? - Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Was ist die Erkenntnis der Wahrheit? - Wahr ist, dass Gott Liebe ist. Jeder Christ kann ebenfalls beweisen, dass Gott Liebe ist, indem er hört und tut, was er sagt.

Wie kann der Einzelne gerecht handeln, damit Gottes Gerechtigkeit glaubhaft wird? - Ganz einfach: indem ich anderen alles gönne, was ich mir selbst zum Leben wünsche und indem ich anderen zu ihrem Recht verhelfe.

Autor: Mag. Theol. Rositta Krämer

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Gnadenstarke Menschen

Seit jeher brachten Erfindergeist und Abenteuerlust das Leben auf unserem Planeten voran. Ein gutes Beispiel für Fortschritt sind die Entdeckung des Feuers und die damit verbundenen Praktiken wie Kochen oder Erzschmelze.

Gott erschuf die Welt und den Menschen nach seinem Bild, nach seiner Vorstellung als Vater von allem, was ist. Ja, Gott stellte sich das Paradies als Lebensraum für Mensch und Tier vor und sich selbst als gütigen Begleiter.

Doch daraus wurde bekanntlich nichts. Adam und Eva erwiesen sich als pradiesuntauglich. Weil sie sich selbst nicht beherrschen konnten und Gott als gütigen Wegbegleiter enttäuschten, verurteilte sie der Schöpfer zur Herrschaft übereinander und über die Natur. Adam und Eva mussten sich neu erfinden und Wurzeln schlagen in rauer Erde. Eigentlich hätten sie untergehen müssen, so verwöhnt wie sie waren. Doch Gott-Vater gab ihnen von seinem Schöpfergeist etwas mit, gütig wie er nun mal ist.

Mit Kreativität ausgerüstet überwinden wir seit jeher Krisen und Katastrophen. Fortschritte auf allen Gebieten der Wissenschaften sichern das Leben. Es könnte alles wunderbar sein. Ein Leben wie im Paradies. Doch leider steht jedem lebensfreundlichen Aspekt ein lebensfeindlicher gegenüber. Denn menschlicher Schöpfergeist schließt den Missbrauch nie aus. Wie bei der Atomenergie. Zivil genutzt bringt sie Strom und Wärme ins Haus. Als Waffe dient sie der Zerstörung der ganzen Welt. Mit Vorstellungskraft und Kreativität überwinden wir Krisen und Katastrophen, ja, und allzu oft auch unsere Menschlichkeit.

Adam und Eva flogen aus dem Paradies. Gott aber ließ sie nicht im Stich. Adam und Eva gewöhnten sich an die Folgen von Unmenschlichkeit, Krieg und Zerstörung. Gott aber vergaß sich nie und blieb ein Freund des Lebens und mehr als das: Er wurde ein Teil unseres irdischen Daseins durch die Geburt von Jesus. Gott wohnt wieder unter uns als gütiger Wegbegleiter wie einst im Paradies bei Adam und Eva. Jesus ist der Schlüssel zum Frieden auf der Welt.

Wodurch geschah dies? In Apostelgeschichte 4, Vers 33 steht: „Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.“ - Kräftig und gnädig, stark und gütig ist Gott. Er machte aus dem verzagten Jüngerhaufen nach Karfreitag eine gnadenstarke Bekennergemeinschaft. Womit begnadete er sie? - Mit dem Glauben an die Auferstehung Christi und mit der Hoffnung auf ewiges Leben. Dieser Glaube macht stark. Dieser Glaube ist ein Gruß aus dem verlorenen Paradies, dem Sehnsuchtsort für Verzagte und Geplagte.

Was bedeutet es, mit Gottes Gnade begabt zu sein - wie damals die Jünger? Es bedeutet, kreativ zu werden, wenn Menschen keine Wurzeln schlagen können außerhalb des Paradieses, in rauer Erde. Gottes große Gnade zog mit Adam und Eva, als sie das Paradies verlassen mussten. Sie half ihnen, sich neu einzurichten.

Das ist nun auch die Aufgabe von Christen. Ich wünsche Ihnen viele Begegnungen mit gnadenstarken Menschen, wie es einst die Jünger waren.

Autor: Mag. Theol. Rositta Krämer

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Mehr als Steine und Türme

Vor annähernd 3000 Jahren gelang es David, Jerusalem zu erobern - in einer unglaublich spektakulären Aktion. Von da an war Jerusalem Davids Stadt; gleichzeitig aber war sie auch die Stadt Gottes. Erst recht, nachdem Davids Sohn Salomo den Tempel dort errichtet hatte.

Jerusalem hat seither eine sehr wechselvolle Geschichte. Es gab Zeiten, in denen die Stadt für uneinnehmbar galt. Einmal wegen ihrer Lage und der dicken Stadtmauern, zum anderen aber, weil dort der Tempel stand. Damals haben die Leute gesagt: „Der Tempel des Herrn ist hier, uns wird nichts geschehen.“ Aber die Propheten haben klargestellt: „Gott kann überall wohnen. Wichtiger als ein Gebäude aus Steinen ist ihm ein gehorsames Herz.“

Dann gab es Zeiten, in denen Jerusalem von übermächtiger Heeresmacht vergeblich belagert wurde. Den Menschen wurde klar: Es ist Gottes Wille und seine Macht, die die Gottesstadt am Leben halten. Das gilt bis auf den heutigen Tag. So wie es auch in dem Vers aus Psalm 48 heißt: Wie wir's gehört haben, so sehen wir's an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich.

Bis auf den heutigen Tag kann man etwas davon sehen. So ist Jerusalem zum Zeichen geworden für die Treue und Barmherzigkeit Gottes. Dafür wird Jerusalem auch besungen in manchmal sehr bewegenden Liedern. Und doch ist all das nur ein Zeichen für mehr. Es geht nicht um Steine und Türme. Es geht um die Treue und Zuverlässigkeit Gottes insgesamt. Diese Treue erweist sich seinem Volk gegenüber, den Menschen, die sich auf ihn verlassen. Er hat sie nicht vergessen. Sie bleiben sein Volk, seine Gemeinde.

Das ist auch die Botschaft für uns heute: Wir können uns auf Gott verlassen. Er ist treu und steht zu seinem Wort. Als Jugendliche haben wir voller Vertrauen und Begeisterung ein Lied gesungen, dessen Kehrvers mit den Worten endete: Gott lügt nicht. Hinzu kommt aber noch, dass er auch stark ist. So wie er damals und bis auf den heutigen Tag Feinde von seiner Stadt fernhalten kann, so kann er Gefahren und Widrigkeiten von uns fernhalten und tut das auch.

Die Beter des 48. Psalms bezeugen: "Das haben wir gesehen und mit eigenen Ohren gehört. Das sind nicht ferne Erzählungen, sondern unsere eigenen Erlebnisse und Erfahrungen. Es gehört zu unserer Geschichte. Gott ist ein mächtiger Gott für uns in unserem Leben." Das hat sie dankbar gemacht. Es hat sie aber auch bewegt, Gott anzubeten und von ihm zu erzählen.

Liebe Hörerinnen und Hörer: Halten Sie doch mal einen Moment inne und überlegen Sie im Blick auf Ihr eigenes Leben: Können Sie das auch bestätigen? Nein, ich meine nicht, dass immer alles glattgegangen ist. Das ist bei mir auch nicht so. Aber ich sehe dennoch die Treue, die Kraft und die Barmherzigkeit Gottes in meinem eigenen Leben. Sie bringt immer wieder Dinge zurecht und bewahrt mich in Bedrängnis. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie das für Ihr Leben auch erkennen können. Und dass es Sie dankbar macht trotz mancher Widrigkeiten und Beschwernisse. So sehr, dass Sie davon anderen etwas weitergeben wollen.

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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