ERF Plus - Wort zum Tag

Jeremia 15,16

Vor wenigen Wochen befand ich mich in einer Krise, die mir Kraft, Schlaf und Ruhe raubte. Meine Sorgen und Gefühle hatten mich voll im Griff. Zum Glück waren da meine Freunde, die sich Zeit für mich nahmen, mich ermutigten, für mich beteten. Diese praktische Unterstützung war für mich entlastend, doch sie half mir nur stückweise, so dass ich mich in meiner Hilflosigkeit an Gott wandte. Seine Worte in den Andachten und Predigten dieser Zeit waren sehr eindeutig für mich, seine Botschaften in ausdrucksstarken Liedern, seine ganz konkreten Antworten auf meine bohrenden Fragen berührten mich sehr, sie trösteten mich. Ich klammerte mich an Gott und seine Zusagen. Seine Nähe und das Eintreten dieser Zusagen schenkte mir neue Hoffnung, so dass sich allmählich meine Situation veränderte.

Solch eine Erfahrung machte auch schon Jeremia. Jeremia stand menschlich gesehen auf verlorenem Posten, so dass Gott sein ausschließlicher, zum Glück ein positiver Gesprächspartner war. So sagte er von Gott: „Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost, denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, Herr, Gott Zebaoth.“  (Jer. 15, 16). Demnach war Gottes Wort für Jeremia wie sein tägliches Brot, das ihn stärkte und prägte.

Jeremia, der Prophet, der im Namen Gottes das Volk Israel zur Umkehr aufrief und mit unbarmherziger Strafe Gottes drohte. Ein Job, durch den er immer wieder Ablehnung und Hass erfuhr und sogar Misshandlungen ausgesetzt war. Doch gerade weil Jeremia im Gespräch mit Gott blieb und sich trotz der äußeren Belastungen an IHN klammerte, spürte er Gottes Nähe. Dessen Gegenwart und Zusage „Ich bin bei dir, dass ich dir helfe“ (Jer. 15,20) trösteten Jeremia, machten ihn zuversichtlich und ließen wieder Freude in seinem Herzen aufkeimen.

Dieses biblische, als auch mein Beispiel zeigen: Gottes Wort ist wie Nahrung für uns Menschen. Es „sättigt“ und „stärkt“ vor allem den menschlichen Geist. Gottes Botschaft beeinflusst also unsere Reaktionen, Gefühle und Gedanken. Weil es wichtige Botenstoffe freisetzt, wenn die Nerven blank liegen. Botenstoffe mit wahren Botschaften, die uns auf neue Gedanken bringen: Gott gibt mir seine Antwort zur rechten Zeit. 

Ich kann nicht warten.


 Ich bin einer, der sich an Gottes Wahrheit und Worte hält. 


 Ich bin jemand, der sich durch das Reden Anderer beeinflussen lässt.


 Ich bin wer, nämlich ein von Gott liebevoll geschaffener Mensch. 


 Ich bin eine Nullnummer, bin ein Zufallsprodukt.

Solch anderes Denken wird nicht automatisch zum neuen Denkmuster. Wir sind heraus gefordert, diese neuen Botschaften uns immer wieder zu sagen, sie von Gott wiederholt zu hören und zu glauben, bis wir sie verinnerlicht haben. Im Bild gesprochen, musste so eine Botschaft aus dem Kopf erst in mein Herz rutschen, so dass sie wieder zu einem eigenen Gedanken werden.

Zu diesem neuen Denken gehört noch ein anderer grundlegender Gedanke, der uns Menschen eher widerstrebt: Gott möchte gerne die Regie in dem Leben eines jeden Menschen übernehmen. Diese Entscheidung kostet uns unsere Selbstbestimmung. Doch wenn ein Mensch dieses Wagnis eingeht, erfährt er eine Freiheit, die er nur in Gott finden kann.

Was steht heute auf Ihrem Speiseplan? Entscheiden Sie sich für Gottes Wort, dann können Sie es ganz neu „schmecken und erfahren“. So kommen Sie womöglich in den Genuss von positiven, fröhlichen Lebensgefühlen oder neuer Schaffenskraft.

Autor: Klaudia Wolf

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Jesaja 25,9

Wer in unseren Tagen den Begriff „Zukunftsmusik“ verwendet, meint meist etwas, das als unvorstellbar angesehen wird, dessen Verwirklichung in ferner Zukunft liegt. Wie Zukunftsmusik klingt der Bibelvers des Propheten Jesaja aus Kapitel 25,9b: „Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“ Das Volk Israel befand sich in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Christus in einer gefährlichen Lage. Es lebte in der Untreue gegen Gott und sein Wort, und es war von mächtigen Feinden umgeben: den Assyrern, den Ägyptern und den Babyloniern. Gott rief sein Volk durch die Propheten zur Reue und Umkehr, zur Treue ihm gegenüber auf – doch vergeblich! Das Nordreich Israel musste 722 vor Christus in die assyrische Gefangenschaft ziehen; etwas später, von 606 – 586 vor Christus, erlebte das Südreich Juda Gottes Gericht: In mehreren Etappen wurde es in die Gefangenschaft nach Babylonien weggeführt. Jesaja hatte im Auftrag Gottes das Gericht über Israel und über die Völker angekündigt, aber auch deutlich von Gottes Gnade gesprochen.  Vers 9 vollständig: „Zu der Zeit wird man sagen: „Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Zu der Zeit – von welcher Zeit sprach Jesaja? Wir finden den Hinweis auf Gottes neue Welt, die er einmal in der Zukunft schaffen wird. Wir lesen davon in den letzten beiden Kapiteln der Offenbarung des Jüngers Johannes .

Mitten im Chaos seiner Zeit sprach Jesaja vom Eingreifen Gottes, mit dem das Volk rechnen sollte: „Das ist unser Herr, auf den wir hofften.“ Mitten in der Untergangsstimmung ertönten seine Worte vom Heil, vom Heilwerden, vom Grund zum Jubel und zur Freude (V. 9c). Welche unvorstellbare Zukunftsmusik!?

Doch in mehrfacher Weise sollte sie zu Gegenwartsklängen werden:

*Erstens: Ein Rest des Volkes kehrte nach siebzig Jahren der Gefangenschaft im Jahr 536 vor Christus in seine Heimat zurück.

*Zweitens: Das angekündigte Heil beschrieb Jesaja mehrfach, besonders in Kapitel 53, als eine Person, als den wahren Gottesknecht , der eines Tages kommen würde. Die Ankündigungen erfüllten sich in Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der als Mensch auf die Erde kam. Er ist das Heil, der Heiland, der sein Volk rettet von Sünden, der der Grund großer Freude ist.

*Drittens: Seit 1948 hat Israel wieder seinen eigenen Staat in seinem Land.

*Viertens: Auf das zukünftige, weltweite Friedensreich und auf den neuen Himmel und die neue Erde warten wir noch.

*Fünftens: Bis dahin darf jeder, der dem Herrn Jesus und seinem Wort vertraut, darum bitten: „Lass die Worte des Jesaja zu Gegenwartsklängen für MICH HEUTE werden. Ich bringe dir meine chaotische Lage, meine Schuld. Zeige dich mir als der HERR, der stärker ist als alle anderen Mächte. Hilf mir, mit dir zu rechnen, auf dich zu hoffen – auch wenn meine Gegenwart so ganz anders aussieht. Rette mich in meinem Elend, mach mich wieder heil, weil du mein Heiland bist. So will ich, zusammen mit anderen Christen, über dich jubeln und mich freuen. Du gibst mir allen Grund dazu. Danke! Amen!“

Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Römer 8,2

Vor langer Zeit folgte ich der Einladung, in einem Kirchenchor mitzusingen. Wir probten die Bach-Motette „Jesu, meine Freude“. Schon bald sang ich als Christin von ganzem Herzen mit, was in den Choralstrophen und in den Zwischenstücken um Texte aus Römer 8 ausgedrückt wird. Die Verse 1 und 2 lauten: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“

Einige Jahre später besuchte ich das Theologische Seminar Bibelschule Aidlingen und hatte in einer Klausurarbeit Kernverse der Bibel wiederzugeben. Als ich bei den Texten aus Römer 8 etwas stockte, sang ich lautlos die Bachmotette – und alle Texte waren mir sofort wieder gegenwärtig. So sind die Worte des Apostels Paulus an die Christen in Rom zu einer Art Lebensmelodie für mich geworden.

Drei Töne habe ich bei Paulus entdeckt:

Erstens: Der Ton der Verzweiflung

In Kapitel 7 beschreibt Paulus, wie er hin- und hergerissen ist zwischen der Macht des Bösen, das er nicht tun will, aber dennoch tut, und der Macht des Guten, dem er folgen will, aber es nicht schafft. Seine Verzweiflung ist groß.

Was die Israeliten Jahrhunderte lang versuchten, gelingt auch ihm trotz aller Anstrengungen nicht: das Gesetz halten, wieder gut werden und Gott gefallen .

Kein Mensch kann aus eigener Kraft so leben, wie der lebendige Gott es will. Seitdem sich Adam und Eva im Paradies gegen Gott auflehnten und ihm nicht gehorsam waren, steht jeder Mensch unter der zerstörerischen Zwangsherrschaft der Sünde. Der Mensch ist Gott und die Gemeinschaft mit ihm losgeworden, er ist wesensmäßig von Gott getrennt, ist geistlich tot. Kein Mensch kommt „neutral“ auf die Welt und kann sich aussuchen, ob er gottlos sein will oder nicht. Er IST es.

Doch keiner muss verzweifelt bleiben.

Ich finde in den Worten des Paulus auch einen zweiten Ton: den Ton der Entdeckerfreude.

Im Blick auf Jesus Christus begreift Paulus: Der Sohn Gottes hat für mich und meine Schuld durch sein Sterben am Kreuz bezahlt. Er bietet mir die Vergebung meiner Schuld und neues, ewiges Leben aus Gott als Geschenk an. Ich darf zu Jesus, dem Sündlosen, zu dem, der allein gut ist, kommen, wie ich bin. Er verändert mich im Inneren, legt seine Art, sein Wesen in mich hinein. So befähigt Jesus mich, ein Leben zu seiner Ehre zu leben. Mit ihm lautet der Grundton der Lebensmelodie: Freude.

Damit bin ich beim dritten Ton der Lebensmelodie angekommen: dem Ton der Freiheit. Die Entdeckung des Paulus stellte das Denken seiner Zeit auf den Kopf. Bis heute gilt sie: Wer Jesus Christus als seinen Herrn annimmt und ihm nachfolgt, ist freigemacht. Er muss keine Angst mehr vor Gott und dem kommenden Gericht haben. Nichts kann ihn aus der Gemeinschaft mit Gott herausreißen, nichts kann ihn verdammen. Durch Jesus ist er schon jetzt freigesprochen. Wen der Sohn Gottes freimacht, der ist wirklich frei. Nicht mehr das Gesetz der Sünde und des Todes, sondern die Kraft des Heiligen Geistes bestimmt ihn nun. Sie ist eine Kraft des Lebens.

Der Heilige Geist leitet mich in guten und in schwierigen Situationen des Alltags, zeigt mir, wenn ich an ihm oder an Menschen schuldig werde und trägt mich auch in herausfordernden Lebensumständen.

Ich will lernen, ihm mehr Raum zu geben, damit meine Lebensmelodie: „Jesus, meine Freude“ immer hörbarer wird.

Sie auch?

Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Offenbarung 22,13

Karl Lagerfeld ist nicht tot. So endete vor drei Monaten ein Nachruf auf den verstorbenen Modezar Karl Lagerfeld. Vier Jahre zuvor hatte er sich ironischerweise für unsterblich erklärt. Und das hatte der Autor aufgegriffen. Nun für ein oder zwei Generationen mag er als unsterblich gelten - aber spätestens dann werden die Menschen ihn vergessen haben - trotz aller Genialität. 

Zitiert wurde auch Lagerfelds Lebensmotto: Es fängt mit mir an und hört mit mir auf.

Das erinnerte mich an das Wort von Jesus Christus im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“

Natürlich fing das Leben von Karl Lagerfeld mit ihm an und hörte mit ihm auf. Aber nicht er hat es begonnen und er hat es auch nicht beendet.

Wenn Jesus von sich als dem Anfang und dem Ende spricht, will er damit sagen, dass alles aus ihm hervorgegangen ist, was existiert, alles nur durch ihn Bestand hat und nur durch ihn zu seinem göttlichen Ziel geführt werden kann.

Alles Leben hat in ihm seinen Ursprung, kein Atemzug wäre ohne ihn möglich und nur durch ihn ist schließlich die Vollendung möglich.

Gleichzeitig bedeutet diese Aussage, dass er der Ewige ist, der vor allem war und immer sein wird.

Und dabei war er selbst nicht unsterblich, sondern sterblich. Er, der Ewige, ist Mensch geworden, um uns die Ewigkeit zu erschließen.

Dazu ist er nicht im Tod geblieben, sondern hat die Fesseln des Todes gesprengt und ist am Ostermorgen auferstanden.

Ich bin der Erste und der Letzte. Das sagt sonst nur Gott von sich selbst, nämlich zweimal im Buch der Offenbarung und zweimal durch den Propheten Jesaja. Dass sich Jesus Christus hier am Ende der Bibel selbst so bezeichnet, unterstreicht abschließend noch einmal, dass wir in Jesus Christus Gott selbst begegnen.

Jesus ist der Anfang und das Ende. Wann immer Sie etwas beginnen, einen Tag oder eine Arbeit oder ein Fest. Bedenken Sie, Jesus ist schon da, er ist dabei, er will den Anfang segnen.

Und wenn Sie am Ende sind, scheinbar alles aus ist, sind Sie nicht am Ende, sondern bei dem, der gesagt hat: „Ich bin der Anfang und das Ende.“ Er kann aus dem Ende einen Neubeginn gestalten. 

Und wenn es wirklich zu Ende geht für uns auf dieser Erde, dürfen wir vertrauen, dass der Auferstandene auch uns wirklich unsterblich macht.

Autor: Günter-Helmrich Lotz

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Hebräer 4,13

Als der Gerichtsvollzieher schellt, versteckt sich der Vater hinter dem Vorhang und schickt seinen Sohn an die Tür. Der soll sagen, sein Vater sei nicht da, sondern fortgegangen. Worauf der Gerichtsvollzieher antwortet: Bestell deinem Vater einen schönen Gruß und wenn er wieder fortgeht, dann soll er seine Füße auch mitnehmen.

Ja, so kurzsichtig wie der Vater in diesem Witz können wir auch gegenüber Gott sein. Wir meinen, ihn austricksen und alles vor ihm verbergen zu können, was er nicht sehen soll.

Aber im Hebräerbrief steht: „Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.“

Nun, im Blick auf uns selbst ist der Gedanke zunächst unangenehm, dass wir vor Gott mit allen unseren Gedanken, Worten und Taten offenbar sind. Es gibt so manches, was wir gern ungeschehen machen würden und uns beschämt. Was wir nicht anschauen mögen und Gott am besten auch nicht sehen sollte.

Aber im Blick auf die Gemeinheiten und Ungerechtigkeiten der anderen finden wir es richtig und befriedigend, dass Gott sie zur Rechenschaft zieht. Unser Gerechtigkeitsgefühl verlangt das. Wir würden Gott Vorwürfe machen, wenn er seine Augen einfach davor verschließen würde.

Wenn wir aber von Gott Gerechtigkeit verlangen, wäre es ungerecht, wir würden uns ihr entziehen können.

Nein, das können wir nicht. Darum gilt es, zwei Konsequenzen daraus zu ziehen.

Erstens gilt es, offensiv mit unseren dunklen Seiten umzugehen. Gott ist ja in erster Linie Retter und nicht Richter. Als Retter hat er seinen Sohn in diese Welt gesandt und das Gericht Gottes über ihn am Kreuz hereinbrechen lassen. Weil Jesus sich als Stellvertreter dem Gericht Gottes ausgesetzt hat, gibt es für alle Freispruch, die die Versöhnungstat Jesu für sich in Anspruch nehmen.

Die Vergebung macht vor Gott tatsächlich das ungeschehen, was wir in unserem Leben nicht ungeschehen machen können. Es ist ausgelöscht. Das ist Freiheit schlechthin. Das ist Evangelium.

Zweitens gilt es, die Verantwortung vor Gott als Warnleuchte wahrzunehmen. Wort Gottes will uns davor bewahren, zu Fall zu kommen, weil es ein Richter unserer Gedanken und Wünsche des Herzens ist. 

Das Wort der Bibel will uns vor der Selbsttäuschung bewahren. Allzu leicht verwechseln wir unser Eigeninteresse mit dem Willen Gottes. Darum hilft uns die Bibel beides deutlicher zu unterscheiden. Damit sensibilisiert sie uns für die Impulse in unserem Herzen, die von Gott wegführen. Dann können wir ihnen rechtzeitig widerstehen und müssen gar nicht erst der Versuchung nachgeben.

Dass wir uns vor Gott nicht verstecken können, will uns helfen, wachsam zu bleiben. Und selbst wenn wir uns vor Gott verstecken könnten, wäre es dumm, es zu tun. Denn der gnädige Gott möchte uns in seiner Nähe haben. Bei ihm sind wir willkommen. Kommen wir darum zu ihm und verzichten auf sinnlose Fluchtversuche.

Autor: Günter-Helmrich Lotz

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2. Timotheus 2,8

Wenn ich einen Menschen, den ich geliebt habe, durch den Tod verloren habe, möchte ich ihn oder sie natürlich so lebendig wie möglich in der Erinnerung behalten. Das Gedächtnis des Menschen ist aber leider ein wenig unzuverlässig und wenn die Zeit verstreicht, schwächelt es gerne. Deshalb bedarf es ab und an eines Auslösers, der bestimmte Erinnerungen wieder lebendig werden lässt. Klassische Erinnerungsstücke sind Fotos, Filme oder persönliche Gegenstände. Es kann aber auch der Name des geliebten Menschen auf einer Tafel oder einem Grabstein auf dem Friedhof sein. Je enger die Beziehung zu einem Verstorbenen war, umso lebendiger wird auch die Erinnerung bleiben.

„Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten.“ Das schreibt Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus. Es ist der zweite Brief, den er an seinen Mitarbeiter schreibt. Paulus hatte ein sehr enges Verhältnis zu Timotheus. Das wird dadurch deutlich, dass er ihn als seinen geliebten Sohn bezeichnet. Außerdem war er viele Jahre ein bewährter Begleiter und hatte seine Treue zu Christus immer wieder unter Beweis gestellt.  In diesem Brief, der einen sehr persönlichen Ton hat, ermutigt er Timotheus am Glauben festzuhalten, ganz gleich was kommt. Paulus hatte sein Leben mit großer Hingabe an Jesus Christus gestaltet. Nun sollte Timotheus die Verantwortung dafür übernehmen, das Evangelium zu bewahren. Deshalb fordert Paulus ihn auf, die Botschaft an zuverlässige Christen weiterzugeben, die dann wiederum fähig sind, andere im Glauben zu unterweisen. Gleichzeitig verheimlicht er nicht, dass Timotheus auch die Bereitschaft haben sollte, im Dienst von Jesus Christus Belastungen auf sich zu nehmen. Dazu braucht es Beständigkeit, Disziplin und Ausdauer.

Das hört sich nicht gerade einfach an, was Paulus von Timotheus erwartet. Deshalb ist es sicher hilfreich, dass sich der nächste Satz schon sehr ermutigend anhört: „Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten.“ Richte deine Gedanken ganz auf Jesus aus, halte ihn dir vor Augen, denke an ihn, vergiss ihn nicht.

 „Timotheus, du kannst alles vergessen, alles nicht so wichtig nehmen, aber eines vergiss nie: Christus ist auferweckt! Das darfst du niemals vergessen.“

Wenn ich das lese, stelle ich mir die Frage: Warum ist es so wichtig, unsere Gedanken auf den Auferstandenen Jesus Christus zu richten? Warum stellt Paulus Ostern so in den Fokus? Warum ist es so von Bedeutung, besonders die Auferstehung fest im Herzen zu haben? Ist es deshalb, weil die Wahrheit der Auferstehung so eine enorme Kraft hat? Wenn ich Schwierigkeiten erleide, versuche ich mich zu erinnern: Christus hat den Tod überwunden. Er ist auferstanden, er lebt und ist an meiner Seite, er lässt mich nicht allein. Und diese Tatsache ist für mich ein starker Trost.

Was kann ich aber gegen meine Vergesslichkeit tun? Was kann mir helfen in meinem Alltag, mit den vielen Terminen und Anforderungen, den auferstandenen Christus im Blick zu behalten? Es kann ein Kreuz sein, das ich sichtbar aufstelle. Oder eine Karte mit einem Bibelvers. Zum Beispiel mit dem Versprechen des auferstandenen Christus an seine Jünger aus Matthäus 28, 20: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ Auch die Teilnahme am Abendmahl ist eine Mittel gegen das Vergessen. Jesus fordert seine Jünger auf: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“  Eine weitere Möglichkeit des Erinnerns ist für mich eine Postkarte, die neben meinem Bett steht. Es ist die Abbildung einer koptischen Ikone. Sie zeigt Christus und den heiligen Menas. Christus hat seine rechte Hand auf die Schulter von Menas gelegt. Diese Geste ist vertrauensvoll und erinnert mich daran, dass Jesus an meiner Seite ist und seine Hand auf mein Leben gelegt hat. Die Ikone ist auch unter dem Titel „Ikone der Freundschaft“ bekannt. Der auferstandene, allmächtige, unsichtbare Christus bietet mir seine Freundschaft an. Daran möchte ich mich jeden Tag und jede Stunde meines Lebens erinnern.

Autor: Erika Best-Haseloh

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Psalm 91,11–12

„Denn Gott hat für dich seine Engel entsandt und ihnen befohlen, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie werden dich auf Händen tragen, damit du mit deinem Fuß nicht an einen Stein stößt.“  Dieser Bibelvers gehört zu meinen Lieblingsversen. Mit dieser Aussage im Hinterkopf fühle ich mich sicher, wenn ich unterwegs bin. Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto vielleicht auch auf einer Reise mit dem Flugzeug: Ich weiß, Gottes Engel beschützen mich. Es kann ja so viel passieren und da brauche ich jemanden, der auf mich aufpasst. Jemand, der den Überblick hat, damit ich keinen Unfall habe und gesund und wohlbehalten am Ziel ankomme. Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, sehe ich viele kritische Situationen, die verhängnisvoll hätten ausgehen können. Aber ich wurde bewahrt. Manche würden sagen, es war „Zufall“. Ich sage, es waren Gottes ausgesandte Engel.

Aber ist das immer so? Bewahrt Gott wirklich so umfassend, wie es der Psalmbeter beschreibt? Oder gilt diese Zusage etwa nur besonders „privilegierten“ Personen? Nein, so ist es nicht. Auch ich kenne genügend Leute, denen großes Unglück zugestoßen ist. Ich schaue in Psalm 91 nach und merke, dass der Psalmbeter viele Dinge beschreibt, die bedrohlich sind und Angst einflößen. Er kannte die Erfahrung von lebensbedrohlicher Krankheit, Krieg und Katastrophen. Er wusste, dass es böse Menschen gibt, die ihm Schaden zufügen konnten. Vielleicht hatte sich der Beter in schlaflosen Nächten schon öfters die Frage gestellt, ob die Sorgen ihn nicht irgendwann erdrücken würden. Aber erstaunlicherweise ist er trotz all dieser Bedrohungen sicher, dass Gott ihm Zuflucht gewährt wie in einer sicheren Burg. Dass Gott wie ein Vogel seine Flügel über ihm ausbreitet und dass seine Treue ihn umgibt wie ein starker Schutzwall. Es hört sich für mich wie ein Dennoch an. Egal, was passiert, egal, welche Gefahren mich umgeben: Bei Gott bin ich dennoch geborgen! Er passt auf mich auf und seine Engel unterstützen ihn dabei.

Kann ich dieses feste Vertrauen auf Gottes Hilfe in meinem Leben ebenfalls haben? Kann ich das lernen? Ich bin der Meinung, dass es zunächst eine Entscheidung ist. Ich fasse den Entschluss zu glauben, dass Gott es gut mit mir meint. So wie der Psalmbeter im ersten Vers feststellt: „Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, der kann beim Allmächtigen Ruhe finden.“ Ich begebe mich in den Schutzbereich des Allmächtigen. Ich integriere Gott als verlässliche Größe in mein Leben. Wenn es mir gut geht, kann ich das einüben. Deshalb kann ich in schwierigen Zeiten fest darauf vertrauen, dass nichts auf der Welt an Gottes Willen vorbei geschieht.

Aber welche Rolle spielen die Engel, wenn ich an Gottes Gegenwart glaube? Engel sind Boten. Sie können in Gestalt von ganz normalen Menschen erscheinen oder auch unsichtbar in dieser Welt auftreten. Martin Luther hat die Engel so beschrieben: Engel sind dienstbare Geister Gottes. Die Begleitung durch Gottes Engel heißt nicht, dass uns im Leben nichts Böses passieren kann. Mein Glaube ist ja nicht irreal. Die Begleitung durch Gottes Engel gibt mir die Sicherheit, dass ich nicht alleine bin, was mir auch immer geschehen mag. Gottes Engel sind da. Ich bin Gott nicht egal. Engel sind Bilder des Vertrauens. Diese Bilder tun mir gut. Darum mag ich sie.

Die meisten Engel sehen wir nicht. Aber andere Engel sehen wir. Gott schickt sie in Gestalt von Menschen, die uns mit ihrer Nähe die Liebe Gottes zeigen. Und ab und zu können auch wir ein Engel sein.

Autor: Erika Best-Haseloh

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Jesaja 28,29

„Des Herrn Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus“. Das sind Worte aus Jesaja 28, 29. Andere Übersetzer reden hier von Gottes Weisheit. Auch, dass Gott Menschen Weisheit, Scharfsinn und Intelligenz schenken kann.

Dass Weisheit etwas ist, was von Gott kommt, wird besonders bei König Salomo deutlich: er hatte bei Gott einen Wunsch frei. Andere hätten sich vielleicht gewünscht:

ein langes und gesundes Leben


 Erfolg in der Staatsführung


 eine glückliche Familie


 Reichtum usw.

Doch der junge König Salomo wünscht sich von Gott nur eines, nämlich Weisheit. Gott erfüllt Salomo seinen Wunsch. Und stattet ihn mit Weisheit, Intelligenz und Scharfsinn aus. Salomo hat den Durchblick und spricht weise Urteile.

„Des Herrn Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus“. In den Versen zuvor geht es bei Jesaja um Weisheit in der Landwirtschaft: Ein Landwirt beackert seine Ländereien nicht alle gleich. Stattdessen weiß er: unterschiedliche Pflanzen brauchen auch unterschiedliche Behandlung. Jesaja verrät: „Auch dieses Wissen kommt vom Herrn!“ Fragt sich bloß: wie bekommt man denn jetzt Weisheit & Intelligenz von Gott?

Das Beispiel von Salomo zeigt: Sie dürfen Gott darum bitten, dass er Ihnen Weisheit schenkt, z. B., wenn Sie vor wichtigen Entscheidungen stehen und am Abwägen sind. Aber auch schon bei Kleinigkeiten kann es zu einer guten Gewohnheit werden, kurz zu beten: „Herr, bitte mach mir deutlich, wie ich jetzt reagieren soll.

Gott kann wie bei Salomo durch Träume und Eingebungen zu Ihnen reden. Am besten zu finden ist Gott allerdings in der Bibel! Nehmen Sie regelmäßig die Bibel zur Hand! Für diejenigen, die keine Leseratten sind: es gibt die Bibel auch als Hörbuch! Oft lassen sich Antworten auf Ihre Fragen von dem ableiten, was Sie gerade in der Bibel lesen!

Weise ist es auch, lernbereit zu sein. In der Landwirtschaft wird Wissen teilweise über zig Generationen weitergegeben. Das gilt auch für andere Bereiche: in manchen Familien werden die Hausmittelchen der Urgroßoma von Generation zu Generation weitergereicht. Wir sind gut beraten, uns die Erfahrungen und Ratschläge der Älteren anzuhören. Und gleichzeitig zu schauen: wo haben sich die Dinge verändert? Was gibt es heute an landwirtschaftlichem Gerät, das es damals noch nicht gab, mit dem sich aber effektiver und schonender arbeiten lässt?

Weise ist, wer sich Gottes Prinzipien zum Vorbild nimmt, wer sich also anschaut: „Wie hat Gott gehandelt und reagiert?“

Ganz viel von Gottes Art und seinen Prinzipien erfahren wir durch Jesus Christus, seinen Sohn.

In der Bibel finden sich gute Vorbilder wie Noah, Abraham, Mose und David, die sich in ihrem Leben von Gott haben leiten lassen. Aber natürlich auch von Gott selbst:

Gott hat dem Menschen Verantwortung übertragen. Und ihn einfach mal machen lassen, als z. B. Adam den Tieren einen Namen geben durfte, hat Gott ihm da nicht reingeredet.

Gott hat jedem Menschen Gaben und Talente geschenkt. Und er freut sich darüber, wenn Menschen fröhlich entdecken: „Wow - das kann ich ja richtig gut. Klasse, dass Gott mich hier talentiert hat!“

Noch mehr freut Gott sich, wenn ein Mensch nicht nur entdeckt, was er gut kann. Sondern wenn er dieses Talent dann auch einsetzt. Und so ziemlich jedes Talent lässt sich auch dazu gebrauchen, um damit etwas für Gott und andere Menschen zu tun!

Salomo hatte Gott um Weisheit gebeten. Und hat diese Weisheit für Gott eingesetzt. Eine gute Basis zu diesem Schritt dürfte Salomos Erziehung gewesen sein. Offenbar hatte sein Vater, König David, ihn so erzogen, dass er von Gott viel erwartete. Das hilft Salomo, Gottes Reden zu erkennen.

Machen Sie´s auch so: Sie können und sollen Ihren Kindern den Glauben nicht aufzwingen. Aber sie können ihnen von Gott erzählen und den Glauben vorleben!

Autor: Daniel Benne

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1. Johannes 1,9

Als Elfjähriger hab ich in der Schule eine Bibel geschenkt bekommen. Auf der letzten Seite dieser Bibel stand das Bekenntnis:

„Ich bekenne, dass ich ein Sünder bin und glaube, dass der Herr Jesus Christus für meine Sünden am Kreuz gestorben und zu meiner Rechtfertigung auferstanden ist. Ich nehme ihn jetzt an und bekenne ihn als meinen persönlichen Erretter.“

Dazu konnte man seinen Namen und das Datum eintragen. Das hab ich dann auch gleich gemacht. Worauf ein Klassenkamerad meinte: „Das kannst Du doch nicht machen: Du kannst doch nicht einfach zugeben, dass Du ein Sünder bist!“

Daraufhin hab ich zum Tintenkiller gegriffen und wollte Datum und Name wieder entfernen. Dabei war das Papier aber so dünn, dass sich das nicht rückstandslos entfernen ließ. Man konnte deutlich erkennen, dass da mal was gestanden hatte…

Geht Ihnen das auch so? Dass Sie sich manchmal echt schwer damit tun, Fehler zuzugeben? Dabei bekommt Gott das ja sowieso mit, wenn ich mich mal wieder nicht so verhalte, wie er sich das vorstellt. Indem ich z. B. schlecht über den Nachbarn rede.

Das nennt die Bibel Sünde. Durch Sünde wird der Unterschied zwischen Gott und mir immer größer. Eine Trennung entsteht. Doch die eigentliche Sünde besteht darin, dass ich mich mit solchem Handeln Gott widersetze.

Das Gute ist: gegen diese Trennung hat Gott längst etwas getan. In 1. Joh. 1, 9 heißt es: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“.

Um mit Gott zusammenleben zu können, brauche ich die Erkenntnis: „Weil ich ohne Gott und seine Gebote gelebt habe, bin ich ein Sünder. Und bin darauf angewiesen, dass Jesus mir diese Sünde vergibt“.

Aber auch nachdem man zu dieser Erkenntnis gekommen ist und die Sündenvergebung als Geschenk von Jesus angenommen hat: auch dann kommt es ja vor, dass man schuldig wird vor Gott:

Muss ich nach jeder neu begangenen Sünde Angst haben, dass ich dann in der Ewigkeit doch nicht mit Gott zusammen sein darf, weil da vielleicht am Ende noch Sünden übrig geblieben sind, für die ich keine Vergebung erbeten habe?

Nein! Diese Angst muss ich nicht haben.

Und diese Angst müssen Sie nicht haben!

Wem Jesus seine Sünden vergeben hat, dem ist vergeben! Jesus Christus ist für all unsere Sünden gestorben:

für die in der Vergangenheit


 und auch für die, die uns noch passieren werden.


 Sie müssen dieses Geschenk der Sündenvergebung nur annehmen: dann sind Sie ein Kind Gottes. Und bleiben es auch!

Als Christ bekenne ich meine Sünden, damit meine Beziehung zu Gott wieder in Ordnung kommt!

Das ist in irdischen Beziehungen ja genauso: wenn Sie Streit mit ihren Eltern haben, dann leiben Sie ja trotz des Streits auch weiterhin das Kind Ihrer Eltern. Nur ist die Beziehung nun getrübt.


 Wenn Sie dann aber bei Ihren Eltern dafür um Entschuldigung bitten, was Sie falsch gemacht haben, dann bringen Sie dadurch die Beziehung von Ihrer Seite her zu Vater und Mutter wieder in Ordnung.


 Trotzdem müssen Sie jetzt aber keinen neuen Antrag stellen: „Bitte lasst mich wieder euer Kind sein...“

Was die Vergebung angeht, gibt es einen großen Unterschied zwischen Mensch & Gott:

Wenn wir anderen Menschen vergeben, gelingt das manchmal nicht so gut. Man behält das, was der andere einem angetan hat, im Gedächtnis.

Es bleibt etwas zurück: ähnlich wie in der geschenkten Bibel, in der ich mit dem Tintenkiller versucht habe, meinen Namen wieder auszuradieren.

Bei Gott ist das anders. Was er vergeben hat, ist vergeben und vergessen. Corrie ten Boom hat diese wunderbare Tatsache  auf den Punkt gebracht:

„Wenn wir Gott unsere Schuld bringen, dann nimmt er sie und versenkt sie im Meer, da wo es am tiefsten ist. Und am Ufer stellt er ein Schild auf, darauf steht: ‚Angeln verboten!‘“

Autor: Daniel Benne

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Ruth 2,12

In der Bibel wird die bewegende Geschichte von Ruth überliefert. Sie ist eine junge Frau gewesen, die Schweres erlebte. Früh in ihrem Leben wird sie Witwe. In der damaligen Gesellschaft ist das ein großes Problem, denn nun steht sie ohne Schutz und Versorger da.

Ruth trifft eine folgenreiche Entscheidung. Sie zieht mit ihrer Schwiegermutter, die ebenfalls verwitwet ist, zurück in deren Heimat. Die Entscheidung hat auch deshalb große Tragweite, weil Ruth ihre Familie, Heimat und Kultur verlässt, um in ein fremdes Land zu siedeln.

Für Ruth ist zweierlei klar: Sie will ihre Schwiegermutter so gut es geht unterstützen und sie will an den Gott Israels glauben. Diesem Gott will sie ihr Leben und ihre Zukunft anvertrauen.

Bei der Weizenernte lernt Ruth den in Bethlehem lebenden Bauern Boas kennen. Die beiden werden ein Paar und später die Urgroßeltern von König David. 

Bei ihrer ersten Begegnung spricht Boas Ruth an. Sichtlich beeindruckt von ihrem Glauben und Lebensstil und von der Entscheidung, die Ruth getroffen hat, sagt Boas:

„Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest“ (Buch Ruth 2,12. )

Dann bietet Boas Ruth Schutz an und die Möglichkeit, für ihr eigenes Auskommen und das ihrer Schwiegermutter zu arbeiten. Ruth soll nicht auf die Felder der anderen Bauern gehen, sondern auf Boas‘ Feldern Ähren lesen.

„Du bist gekommen zu dem Herrn“, hat Boas gesagt; Ruth, du hast dich dem Schutz und der Fürsorge des Allmächtigen anvertraut. Gott wird für dich sorgen.

Dann gebraucht Boas eine Redewendung, die jeder Bauer im Orient verstanden hat. Er sagt:  Du wirst unter Gottes Flügeln Zuflucht finden. Wie Küken unter die schützenden Flügel ihrer Mutter krabbeln, wenn Gefahr droht, so darfst du bei Gott deine Zuflucht finden.

An dieser Stelle möchte ich eine Brücke in die Gegenwart schlagen. Auch wenn der biblische Bericht aus einer längst vergangenen Zeit und einem anderen Volk stammt, der allmächtige Gott, von dem Boas spricht, ist immer noch derselbe. Und er bietet Ihnen und mir in Jesus Christus seine Zuwendung an.

Wenn Sie sich – so, wie Ruth – bewusst unter den Schutz Gottes stellen, gelten Ihnen die Verheißungen, die Jesus Christus macht. Und die klingen dann so: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matthäusevangelium 11,28).

Kommen Sie durch Jesus Christus zu Gott, dem Vater. Suchen Sie Schutz und erleben Sie heute, wie er sie versorgen und aufrichten wird.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Maleachi 1,11

Ich liebe Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Das Farbenspiel, die Veränderung von Nacht zu Tag und umgekehrt fesselt mich jedes Mal neu. Häufig nehme ich mir einen kurzen Moment Zeit und staune über die Farbenpracht. Manchmal zücke ich sogar mein Handy und knipse ein Bild. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Foto in der Regel nicht annähernd an den Eindruck heranreicht, den ich erlebt habe.

Mit Morgen und Abend verändert sich Grundsätzliches in meiner Wahrnehmung. Mit einem Mal kann ich Dinge gut erkennen, die in der Nacht nur schemenhaft sichtbar waren. Dinge treten in eine eindeutige Beziehung zueinander. Wo ich vorher angestrengt hinschauen musste, reicht jetzt ein flüchtiger Blick und ich weiß Bescheid. Plötzlich sehe ich die Welt farbig.  – Die aufgehende Sonne macht das möglich.

In gleicher Weise nimmt die Fähigkeit, mich zu orientieren mit zunehmender Dunkelheit ab. Ohne Licht bleiben mir nur Gehör und Tastsinn, um mich zurecht zu finden. Das erlebe ich als Einschränkung.  

Der letzte Prophet im Alten Testament greift das Bild des Sonnenaufgangs und -untergangs auf. Im Buch des Propheten Maleachi, in Kapitel 1,Vers 11 heißt es:

Vom Aufgang der Sonne bis hin zu ihrem Untergang ist mein Name groß bei den Nationen, spricht der HERR.

Bis auf wenige nachtaktive Menschen ist die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang der Tagesabschnitt, in dem gearbeitet oder gelernt wird. Für diese Zeit gilt das Wort von Maleachi. Dann, wenn ich beispielsweise etwas leisten soll, dann soll Gottes Name groß sein. Mit anderen Worten, dann soll Gott mein Leben und Wirken prägen.

Und wie geht das?

Das Beispiel vom Sonnenlicht hilft mir an dieser Stelle. Gottes Gegenwart lässt mich vieles klar erkennen, was ich vorher nicht richtig wahrgenommen habe und es rückt alles in die richtige Beziehung zu einander. Genauso, wie das Licht der Sonne wirkt.

Wenn ich beispielsweise wichtige Entscheidungen zu treffen habe, dann ist es eine gute Idee, die verschiedenen Gesichtspunkte bewusst im Licht der Gegenwart Gottes zu betrachten und abzuwägen. In dem ich meine Belange mit Gott bespreche, sie vor ihm ausbreite und ihn um Rat frage, schaffe ich die Voraussetzung für gute Entscheidungen.

In gleicher Weise hilft mir das Licht der Gegenwart Gottes, einen Sachverhalt besser zu beurteilen. Wenn ich beispielsweise das Verhalten eines Menschen mit dem vergleiche, was mir aus der Bibel an Maßstäben klar geworden ist, dann habe ich eine bessere Grundlage, als wenn ich mich nur auf meine eigene Menschenkenntnis verlasse.

Maleachi geht es aber noch um etwas anderes: Gottes Name ist groß bei den Nationen, sagt er. Damit weitet er den Blick seiner Landsleute. Die hatten nämlich nur sich selbst und ihren Gott im Blick. Was die anderen Völker gedacht oder glaubt haben, war für Israeliten bedeutungslos.

Der Prophet Maleachi besteht darauf: auch bei den anderen Nationen ist Gott groß. Sein Anspruch beschränkt sich nicht auf ein Volk. Nein, alle sind gemeint. Jeder ist einbezogen. Sie und ich, wir sind eingeschlossen.

Deshalb spielt es keine Rolle, wo auf dieser Welt ich meinen Tag erlebe. Gott will meinen Tag prägen, und er will auch während Ihres Tages eine zentrale Rolle spielen. 

Ein letzter Gedanke: Nutzen Sie das Motiv vom Sonnenaufgang und -untergang. Beginnen Sie Ihren Tag, in dem Sie sich bewusst auf Gott ausrichten. Besprechen Sie Ihren Tag mit Gott und bitten Sie um seine Gegenwart für die nächsten Stunden.

Und wenn es dann Abend wird, dann beenden Sie Ihren Tag mit einem dankbaren Herzen Gott gegenüber. 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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2. Korinther 4,8

Heute ist Sonntag Jubilate, der erste von drei nachösterlichen Sonntagen, die ich persönlich besonders liebe! Sie rufen uns mit Psalmworten auf: «Jubilate, jauchzet, Gott alle Lande!» - «Cantate, singt dem Herrn ein neues Lied!» - «Rogate, gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft.»

Entsprechend wollen die Gottesdienste an diesen Sonntagen die österliche Freude weiterklingen lassen. Denn immerhin ist Jesus Christus auferstanden und hat den Tod überwunden! Genau daran sollen wir uns Jahr für Jahr erinnern, dass nach jedem harten Winter der Frühling kommt – will heissen: Nach jeder Leidens- und Sterbenszeit kommen «die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben.»

Diese Worte sprechen wir jeden Sonntag gemeinsam im apostolischen Glaubensbekenntnis. Das ist nicht nur eine gute Tradition, sondern auch eine heilsame Therapie. Denn es gibt sie doch immer wieder, diese dunklen Tage, an denen uns niemand zum Jubilieren und Singen bringen könnte.

Davon berichten auch unzählige Männer und Frauen in der Bibel. Sie erzählen ungeschminkt nicht nur von ihren notvollen Erfahrungen, sondern auch von ihren Ängsten, Zweifeln und Depressionen. Es sind berührende und bewegende Texte, wie zum Beispiel unser Tageswort: «Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.» (2. Kor.4,8)

So hat es der Apostel Paulus formuliert in seinem zweiten Brief an die junge christliche Gemeinde im griechischen Korinth. Er zählt dort mehrfach all’ das Notvolle auf, was er auf seinen Missionsreisen im östlichen Mittelmeerraum bisher erlitten hatte. Besonders erschütternd, wie schlimm ihm Menschen zugesetzt haben! Leider wiederholt sich das bis heute. Weltweit werden Millionen von Christen bedrängt, verfolgt, gejagt und geplagt.

Jubilate? Cantate? Sind da nicht Loben und Danken, Jauchzen und Rühmen völlig wirklichkeitsfremd und geradezu absurd?

Ja – tatsächlich!

Wenn es da nicht noch eine andere Wirklichkeit gäbe. Paulus deutet sie mit einem geheimnisvollen «Aber» an: «Aber wir ängstigen uns nicht, aber wir verzagen nicht!» Und er fährt fort: «Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.»

Diese vier «Aber» weisen hin auf eine letzte Geborgenheit, auf eine hoffnungsvolle Perspektive. Denn da gibt es eine tragende Beziehung: «Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.» So hat es Paulus einige Jahre später in seinem Brief an die Römer (8,38f) zusammengefasst.

Diese Gewissheit lässt gerade in Zeiten schwerer Not bis heute die tiefgründigsten Lieder, Choräle, Kantaten und Oratorien entstehen.

Diese Gewissheit lässt Männer und Frauen trotzig und mutig Zeichen göttlicher Liebe und Hoffnung setzen! Und zwar gerade dort, wo Ungerechtigkeit und Brutalität zum Himmel schreien. Wie zum Beispiel der jüngste Friedensnobelpreisträger, der kongolesische Frauenarzt Denis Mukwege! Mitten im Bürgerkrieg operiert und therapiert er unter Lebensgefahr vergewaltigte, verstümmelte und traumatisierte Frauen. Damit gibt er ihnen ihre Würde zurück und gibt seiner Heimat Hoffnung!

Jubilate? Jubilate!

Ja, weil uns Gottes Geist einen Trotzdem-Glauben schenkt. Er verbindet Juden und Christen bis heute. Obwohl es viel zu klagen gibt, bekennen wir mit Psalm 73: «Dennoch bleibe ich stets an Dir! Auch wenn mir Leib und Seele verschmachten, so bist doch du Gott allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Denn das ist meine Freude, dass ich mich trotz allem zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn!»  

Autor: Pfarrer i. R. Peter W. Henning

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4. Mose 6,26

Unser Tageswort ist vielen von Ihnen bekannt, wird es doch häufig am Ende unserer Gottesdienste als Segensgruss gesprochen: «Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.»

Aber wissen Sie auch, dass diese Worte zum ältesten erhaltenen Text des hebräischen Alten Testaments gehören? Sie befinden sich auf zwei winzigen Schriftrollen aus fast reinem Silber. Diese wurden vor 40 Jahren bei archäologischen Grabungen unterhalb der südwestlichen Stadtmauer der Altstadt Jerusalems in einem Familiengrab gefunden. Es stammt aus der Zeit, als noch der erste salomonische Tempel stand. Die Silberrollen sind also 2600 Jahre alt und damit 400 Jahre älter als die ältesten Bibelhandschriften aus Qumran.

Es dauerte drei Jahre, bis der zerbrechliche Fund aufgerollt und die eingravierten Inschriften entziffert werden konnten.

Da lebte also gegen Ende des siebten Jahrhunderts vor Christus eine Familie in Judäa, die sich Gebetsriemen mit dem aaronitischen Segen in Silber leisten konnte. Sie wurden an einem Halsband getragen, im Leben wie im Tod.

Und dann wurde 587 vor Christus Jerusalem durch die Babylonier zerstört. Damit verschwand auch dieses Familiengrab im Hinnom-Tal unter Schutt und Asche.

Bei diesem beeindruckenden Fund spüre ich etwas von dem, was der Prophet Jesaja seinen Volksgenossen zuruft: «Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt. Aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit» (Jes.40,8). Und das wenige Jahre nach diesem tragischen Ende Judas mit der Deportation Tausender von Juden ins Exil nach Babylon!

Deshalb lassen sich Juden auch nach der zweiten Zerstörung Jerusalems durch die Römer in ihren Synagogen segnen. Sabbat für Sabbat werden diese uralten Worte rezitiert: «Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.»

Diesen dreigliedrigen Segen hat die christliche Kirche schon früh in ihre eigene Gottesdienstliturgie übernommen. Sie glaubte, dass sich hier schon der dreifaltige Gott angedeutet hat: Der behütende Segen des Schöpfers, die gnädige Rechtfertigung durch Jesus und der Friede in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Diesen dreifaltigen Segen übernimmt dann später der ehemalige Rabbi und Völkerapostel Paulus. Er grüsst die Gemeinde in Korinth am Ende seines zweiten Briefes mit den Worten: «Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!» (2. Kor.13,13)

Dieser alte aaronitische Segen verbindet also in geheimnisvoller Weise Woche für Woche Juden und Christen, Synagoge und Kirche, Israel und die christliche Ökumene – und das seit zwei tausend Jahren!

Und wo Juden und Christen in der Vergangenheit friedlich miteinander unterwegs waren, wurden Kultur und Gesellschaft unwahrscheinlich bereichert.

Umso tragischer, wie oft dieses Zusammenleben ausgerechnet im christlichen Europa dramatisch zerstört wurde durch rassistische Vorurteile, Diskriminierung, unbegreiflichen Hass, Vertreibung und Vernichtung.

Wo sich der Mensch autonom und arrogant für eine gottlose Politik und Kultur entscheidet, ist das Volk Gottes immer im Weg. Auch deshalb nimmt der Antisemitismus wieder erschreckend zu. Jetzt dürfen wir Christen nicht noch einmal vergessen, was der Jude und Jesusnachfolger Paulus so nachdrücklich betont:

«Christus Jesus ist unser FRIEDE, der aus beiden   e i n e s   gemacht hat. ER hat den Zaun der Feindschaft abgebrochen, der dazwischen war! ER hat beide versöhnt mit Gott und hat Frieden verkündigt.» (Eph.2,13-22)

Autor: Pfarrer i. R. Peter W. Henning

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1. Mose 24,7

Abraham schickt seinen Diener los, um eine Braut für seinen Sohn zu finden. Auch in dieser Frage rechnet Abraham mit Gottes Hilfe. Er hat in seinem Leben in vielfältiger und guter Weise erfahren, wie Gott ihn führt. Auch Begegnungen mit Engeln gehören zu diesen Erfahrungen. In vielen Berichten des Alten Testamentes begegnen Engel dem Menschen ganz selbstverständlich, in seinem Alltag, bei der Arbeit, an den Orten, wo der Mensch zu Hause ist. Und so sagt Abraham seinem Diener zu, wie es im 1. Mosebuch, Kapitel 24 festgehalten ist:

„Der HERR wird seinen Engel vor dir her senden.“ (1. Mose 24,7)

 

Auch im Neuen Testament wird berichtet, wie die Engel von Gott zum Schutz und zur Begleitung des Menschen gesandt sind. Engel sind Boten Gottes, um Menschen zu helfen, Gottes Willen und Führung zu erkennen. So begleiten Engel die Apostel auf ihren Wegen; einmal führt ein Engel die Apostel aus dem Gefängnis heraus. Ein Engel weist Philippus den Weg zum Finanzbeamten aus Äthiopien und gibt Kornelius den Rat, Petrus zu holen. Ein Engel erscheint Paulus auf der Fahrt nach Rom und besonders die Osterbotschaft, dass Jesus auferstanden ist und lebt, wird von Engeln begleitet. Aus allen Bespielen kann ich schließen, dass Gott über diese Möglichkeiten verfügt. Gerade da, wo menschliche Kraft begrenzt oder ganz am Ende ist, weiß der Glaube, dass Gott noch andere Möglichkeiten hat, einzugreifen. Ich erinnere mich, dass mein Lehrer und Theologieprofessor für das Fach Altes Testament es so zusammengefasst hat: „Engel sind Gottes Möglichkeiten oder verkörpern Gott in seinen Möglichkeiten für uns!“ Ich denke an ein Erlebnis zurück, da hat Gott mir auch in außergewöhnlicher Weise geholfen und seine Möglichkeiten deutlich gemacht. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es ein Engel war oder doch nur ein einfacher Mann, der zufällig daher kam. Er ist mir auf jeden Fall wie ein Engel erschienen und hat mir geholfen. Ich war mit meinem Rennrad unterwegs auf einer längeren Ausfahrt. An einer einsam gelegenen Stelle ist der Schlauch des Hinterrades geplatzt. Ich war unachtsam mit hoher Geschwindigkeit über einen kleinen Stein gefahren. Zwar bin ich nicht gestürzt, aber der Druck auf den Reifen reichte aus, dass ein Loch im Schlauch aufriss und mit einem lauten Knall alle Luft raus war. Da stand ich nun und hatte zunächst nur die Möglichkeit, mein Rad zu schieben. Denn leider hatte ich nicht vorgesorgt und so keinen Ersatzschlauch zur Hand. Wie erstaunt war ich, als plötzlich – ich war nur wenige Schritte gelaufen – ein Rennradfahrer neben mir anhielt und mich fragte, ob er helfen könne. Völlig überrascht hörte ich von ihm, er habe einen Ersatzschlauch und das nötige Werkzeug dabei. Schnell war der Schaden behoben. Ich wollte mich nicht nur mit Worten bedanken, sondern nach Möglichkeit, das Material ersetzen, das er für mich bereit hatte. Also fragte ich nach seinem Namen und seiner Adresse. Ich tippte beides in mein Handy und war ein wenig irritiert, dass er meinen Wohnort nannte, aber eine Straße, von der ich in meinem kleinen Ort noch nie gehört hatte. Und tatsächlich kam es dann so, dass ich meinen Helfer unter seinem Namen und seiner Adresse nicht ausfindig machen konnte. Auch Tage und Wochen später blieb der Helfer für mich verschwunden, obwohl ich ganz viel nachgeforscht habe. Mit der Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass es ihn überhaupt nicht gibt. Und jetzt nehme ich es einfach für mich in Anspruch, was ich heute in der Bibel lese. Die erfahrene Hilfe bei meiner Tour mit dem Rennrad verbuche ich für mich als Begegnung mit dem Engel, den Gott mir zur rechten Zeit gesandt hat.

Autor: Pastor Ralf Schöll

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Jakobus 1,19

 

Der Aufruf „jeder Mensch“ macht deutlich, dass hinter der Aussage eine allgemein menschliche und weitverbreitete Erfahrung steckt. Schon die Weisheitsbücher des Alten Testamentes sprechen an einigen Stellen das aus, was der Schreiber des Jakobusbriefes hier sagt. Ja, mich spricht das auch sofort an, weil der Anlass für solch einen Rat auch heute noch aktuell ist. Ich denke, viele stimmen darin überein, dass sie Begegnungen kennen, in denen das Hören nicht gelungen ist, weil zu schnell geredet wurde. Wie oft ertappe ich mich selbst dabei, dass ich nicht wirklich aufmerksam hinhöre, was mein Gegenüber sagt, weil ich gedanklich schon damit beschäftigt bin, was ich als nächstes sage. Und ich erinnere mich an Gespräche, da habe ich mich innerlich aufgeregt und Ärger, vielleicht sogar Zorn, hat sich in mir gebildet. Doch später stellte ich fest, dass die Aufregung fehl am Platze war, weil ich nicht richtig zugehört hatte. Ich habe die Aussage oder vielleicht nur ein Wort missverstanden. Also ist das doch wirklich hilfreich, sich mehr auf das Hören zu konzentrieren und langsam zum Reden, - erst recht langsam zum Zorn -, zu sein. Dabei kommt mir in den Sinn, dass Jesus auch immer wieder das Hören betont hat, wie zum Beispiel mit der Aussage: „Wer Ohren hat, der höre!“ und ich denke an den Apostel Paulus, der im Römerbrief schreibt, dass der Glaube aus dem Hören kommt.

Wieviel Zeit nehme ich mir zum Hören auf Gottes Wort? Bin ich vielleicht auch zu schnell mit anderen Dingen beschäftigt? Ich denke, das Hören ist auch ein Zeichen der Wertschätzung. Damit meine ich nicht nur, Gott zu zeigen, wie wichtig er in meinem Leben ist, sondern denke an meine Mitmenschen. Wenn ich in Begegnungen und Gesprächen Ruhe finde zum Hören, dann kann mein Gegenüber empfinden, wie ich ihn achte und respektiere. So ist das Hören eine wichtige Voraussetzung für echte Begegnungen und eine große Hilfe, Menschen zu zeigen, wie wertvoll sie sind. Es hat einen starken Eindruck bei mir hinterlassen, was ich mal in einem Kinder- und Jugendbuch gelesen habe. Dort wird von einem Mädchen namens Momo erzählt und ihre besondere Art zu Hören wird ausführlich beschrieben. Wenn ich mich recht erinnere, dann wird dort aufgezählt, in welcher Weise die Menschen von Momo und ihrem Zuhören profitiert haben. Schüchterne fühlten sich plötzlich frei und mutig. Oder Unglückliche und Bedrückte wurden zuversichtlich und froh. Momo konnte so zuhören, dass ratlose und unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, dann spürte er auf einmal, während er das erzählte, wie sich sein Gefühl veränderte. Er spürte, dass es ihn genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war. So konnte Momo zuhören. Dieses Hören, wie es in dieser Erzählung beschrieben ist, und das, was aus dem Hören folgt, das wünsche ich mir auch. Ich hoffe, dass dies nicht nur eine schöne Absichtserklärung von mir ist, ein neuer Vorsatz, der doch wieder schnell vergessen wird, wie so viele guten Vorsätze. Ich möchte in Begegnungen daran denken und versuchen so zu sein, wie Jakobus es im 1. Kapitel festhält: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“  

Autor: Pastor Ralf Schöll

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5. Mose 1,31

Haben Sie schon mal ein Kind getragen? Ich meine nicht nur mal kurz durch die Wohnung oder auf die andere Straßenseite, sondern einen wirklich langen Weg?

Ich bin immer wieder mal mit meinen noch kleinen Enkeltöchtern unterwegs, um mit ihnen Spielplätze unseres Ortes zu besuchen. Und obwohl sie schon ganz gut laufen können, haben sie manchmal keine Lust mehr, selbst zu gehen – sie wollen getragen werden. Und wenn ich mich dann tatsächlich erbarme und eins der Mädchen auf den Arm nehme, dann will das andere auch nicht mehr laufen, sondern getragen werden. Und das geht ganz schön in die Arme!

Von Gott heißt es, dass er sein Volk einen weiten Weg getragen hat „wie ein Mann seinen Sohn trägt“. Genauer lautet dieses Wort aus 5. Mose 1,31: „Du hast gesehen, wie dich der HERR, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Wege, den ihr gewandert seid.“

Mose erinnert die Israeliten daran, wie sie in der Vergangenheit immer wieder mutlos waren, wenn sie vor einer neuen und herausfordernden Situation standen. Wie oft wären sie am liebsten einfach umgekehrt und nach Ägypten zurückgegangen! Dort lebten sie zwar in Sklaverei, aber sie hatten immerhin genügend zu essen.

Aber noch mehr erinnert er sie daran, dass sie doch auch schöne Erfahrungen mit ihrem Gott gemacht haben: Dieser Gott hat sie auf ihrem langen Weg durch die Wüste nicht verlassen. Er war mit ihnen und hat sie mit allem Nötigen versorgt. Ja, er hat sie „getragen – wie ein Mann seinen Sohn trägt“. Darum brauchen sie sich auch jetzt nicht zu fürchten, wo sie das verheißene Land Kanaan einnehmen sollen.

Natürlich war der Weg durch die Wüste nicht leicht! Und auch unser Lebensweg heute ist nicht immer einfach. Mich erinnert dieses Bibelwort an das Gedicht „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers – vielleicht kennen Sie es längst. Dort heißt es:

Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn.

 

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich den Herrn:

"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."

Gott hat nicht nur sein Volk Israel damals getragen. Er trägt auch sein Volk heute. Und er trägt auch uns ganz persönlich, jeden Einzelnen. Wenn Sie sich gerade wie in der Wüste fühlen – der Weg ist beschwerlich und es scheint Ihnen an vielem zu mangeln – so dürfen Sie doch wissen: Gott ist bei mir. Er trägt mich – wie ein Vater sein Kind. Und er trägt mich nicht nur eine kurze Strecke, sondern er tut das auch auf einem langen Weg!

Wie wunderbar ist es doch, einen solchen Gott zu kennen, der nicht nur irgendwo oben, fernab von mir, thront, sondern der bei mir ist, der mit mir geht und der mich sogar auf seinen Händen trägt! Oft merken wir das nicht sofort. Aber im Rückblick wird uns vielleicht deutlich: „Ich bin nicht allein durch die Wüste meines Lebens gelaufen – Gott war bei mir. Und er hat mich sogar getragen.“

Autor: Pastor Karl-Friedrich Kloke

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1. Samuel 30,6

Was können wir tun, wenn wir in eine ganz schwierige Lebenslage geraten, so dass wir völlig am Boden zerstört sind? Von dem späteren König David heißt es, als er einmal in eine solche Situation geriet: „David wusste sich stark durch den HERRN, seinen Gott.“ Was war passiert?

Unser heutiges Bibelwort aus 1. Samuel 30,6 entstammt einer Zeit, in der David noch kein König in Israel war. Noch war sein Vorgänger Saul an der Macht. Und David befindet sich auf der Flucht vor dem König. Denn dieser trachtet ihm nach dem Leben.

Schließlich findet David Schutz bei dem Philisterkönig Achisch. Dieser überlässt ihm sogar Ziklag, eine kleine Stadt, wo David mit seinen Männern und deren Familien wohnen kann. In gewisser Weise steht David aber nun im Dienst des Philisterkönigs, der ja immer noch in kriegerische Auseinandersetzungen mit Davids Volk, den Israeliten, verwickelt ist.

Als der Philisterkönig wieder einmal einen Kriegszug gegen die Israeliten plant, verlangt er von David, dass er und seine Männer sich ihm anschließen und ebenfalls gegen Israel kämpfen. Das bringt David in eine schwierige Lage. Er verlässt die Stadt Ziklag und zieht erst mal mit. Schließlich kann er doch wieder umkehren. Denn die Fürsten der Philister trauen David nicht. Sie fürchten, er könne sich im Kampf gegen die Israeliten auf deren Seite schlagen.

Als David und seine Männer nach wenigen Tagen nach Ziklag zurückkehren, müssen sie feststellen, dass ihre Stadt in Schutt und Asche liegt. Die Amalekiter haben einen Raubzug unternommen und auch Ziklag verwüstet. Und nicht nur das: Sie haben auch alle Frauen und Kinder verschleppt. Entsetzt schreien die Männer Davids auf und brechen in Tränen aus. Ihr Leben ist zerstört, weil sie ihre Familien verloren haben. Auch David hat seine beiden Frauen verloren. Und nun ist er in schwerer Bedrängnis, weil seine Männer, 600 an der Zahl, ihm offen damit drohen, ihn zu steinigen – so erbittert sind sie über den Verlust ihrer Familien.

Auch wir können in große Bedrängnis geraten und sind am Boden zerstört. Wir sind vielleicht von Menschen schwer enttäuscht. Oder wir haben den Verlust eines Menschen zu beklagen. Schwere Krankheit hat ein Familienmitglied oder uns selbst getroffen. Manche erleben auch wirtschaftliche Not. Oder Menschen sind gegen uns und machen uns das Leben schwer. Was können wir dann tun? Was kann uns dann helfen?

Von David lesen wir, dass er auf Gott vertraute. Und dieses Vertrauen gab ihm Mut. In unserem heutigen Bibelwort heißt es: „David wusste sich stark durch den HERRN, seinen Gott.“ Und so blieb er auch jetzt handlungsfähig. Er blieb nicht am Boden liegen, sondern wandte sich gerade in dieser Situation an Gott und fragte ihn um Rat. Er erhielt die Antwort, dass er die Amalekiter verfolgen solle. Und er bekam die Verheißung, dass er sie einholen und die Gefangenen retten würde. Und so geschah es dann auch: Alle Frauen und Kinder bekamen sie lebend zurück.

Wie können wir in auswegloser Lage neue Kraft und neuen Mut bekommen? Auch wir dürfen auf Gott vertrauen. Auch wir dürfen uns stark fühlen durch den lebendigen Gott. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie unser Bibelwort ganz wörtlich übersetzt wird (etwa in der Elberfelder Bibel). Dort heißt es: „David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott.“ D.h. David wird aktiv. Er hat nicht nur Mut – als ob sein Mut ein fester Besitz von ihm sei. Sondern er ermutigt sich selbst, indem er hingeht zu Gott. Er bleibt nicht am Boden liegen. Er wird aktiv.

Autor: Pastor Karl-Friedrich Kloke

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Johannes 6,68

Der Bibelvers für den heutigen Tag steht im Johannesevangelium Kapitel 6, Vers 68 und heißt:

„Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“.

Wenn Jesus öffentlich auftrat, kamen zu ihm oft viele Menschen. Denn er hatte eine Botschaft, die sie tief berührte. Jesus sagte ihnen Worte von Gott, die ihr Herz bewegten. Er heilte aber auch Kranke. Besessene wurden frei, wenn er den Dämonen befahl, den Menschen zu verlassen. Viele seiner Hörer hatten so etwas noch nie erlebt.

Jesus wurde in seiner Verkündigung aber auch konkret und persönlich. Er sagte, dass es ihm nicht nur um Wunder ging. Denn er wusste, dass die Menschen ihn selber nötig hatten. Er vergab ihnen ihre Schuld und brachte sie in Verbindung mit Gott.

Das war vielen Hörern zu persönlich. Ja, sie empfanden seine Verkündigung mitunter als eine persönliche Zumutung - und distanzierten sich von Jesus.

In einer solchen Krisensituation fragte Jesus den Kreis seiner Nachfolger: „Wollt ihr auch weggehen?“ Eine wichtige Frage, die eine Entscheidung verlangte. Denn Jesus suchte keine Leute, die ihm nachliefen, sondern solche, die taten, was er ihnen sagte.

Darf ich Sie fragen, wie Sie von Jesus denken? Möchten Sie von ihm, dass er Ihnen hilft, wenn Sie nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll? - Soll er Sie bewahren, wenn Sie in eine gefährliche Situation kommen? - Oder möchten Sie von Jesus, dass er Sie segnet und Ihnen gibt, was Ihnen jeweils fehlt? - Nicht, dass das verkehrt wäre.

Was machen Sie z.B., wenn Jesus in seinem Wort sagt, dass nur der ihn wirklich liebt, der tut, was Jesus ihm sagt? (Joh.14, 21) - Jesus meint also nicht, dass wir ihn nur hören sollen. Wir sollen auch tun, was er uns sagt. Wenn er uns in seine Nachfolge ruft, sollen wir nicht viel diskutieren. Stattdessen erwartet er Schritte des Gehorsams von uns, die wir gehen sollen.

Als Jesus seine Jünger fragte, ob sie auch zu ihm auf Distanz gehen wollen, sagte Petrus: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“. Anders gesagt: Wenn du redest, hören wir keine Menschenweisheit, sondern die Worte Gottes selbst. Darum können und wollen wir nicht mehr von dir weggehen, weil keiner so ist wie du.

Warum sollen wir uns mit Worten von Menschen zufrieden geben, von denen wir nicht satt werden? Sie geben unserem Leben auch keinen letzten Halt.

Sie können mit Jesus reden und ihm sagen: Herr Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, dich brauche ich. Mit dir will ich leben. Du sollst der Herr meines Lebens sein. Auf dich will ich hören und tun, was du mir sagst.

Ein Bekannter von mir fing vor kurzem an mit Jesus zu leben. Bis dahin hatte er nichts mit ihm zu tun. In einem Gespräch sagte er, dass er darüber sehr froh ist, dass er jetzt Jesus kennt. - Wenn Sie auch mit Jesus leben, könnte das auch Ihr Bekenntnis sein!

Autor: Walter Köhler

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Lukas 24,32

Im Lukasevangelium, Kapitel 24, Vers 32 heißt es für den heutigen Tag:

„Die Jünger sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete.“

Zwei Freunde von Jesus waren am Ostersonntag unterwegs. Sie waren aufgewühlt, weil Jesus drei Tage vorher so grausam an einem Kreuz hingerichtet wurde. Außerdem waren einige Frauen aus dem Freundeskreis von Jesus am frühen Morgen an seinem Grab. Dort wurde ihnen gesagt, dass Jesus auferstanden ist und lebt. Sie hörten es, aber glauben konnten sie es nicht.

Leider löste die Nachricht von der Auferstehung Jesu auch bei seinen Freunden zunächst keine Freude aus. Eine Auferstehung schien ihnen unglaublich. Dazu hatten sie viele Fragen, die sie miteinander besprachen. Das war auch gut so. Aber sie hatten keine Antworten.

In unserem Leben kann es ähnlich sein. Wenn jemand gültige Antworten auf die Fragen des Glaubens nicht bei Jesus sucht, nützt diskutieren nicht viel. Wir können wohl darüber sprechen, aber wir können uns selbst keine gültigen Antworten geben. Diese hat nur Jesus selbst. Deshalb kam damals Jesus zu den beiden Männern und sprach mit ihnen. Vermutlich staunten sie, was Jesus ihnen alles aus dem Wort Gottes zu sagen hatte.

Und sie merkten, dass sein Reden in ihnen etwas in Bewegung setzte. Denn sie sagten einige Stunden später: „Unser Herz brannte, als er mit uns sprach“. Das war für sie so, wie wenn ein wärmendes Feuer angezündet wird. Folgendes können wir davon lernen:

Wenn Sie Fragen über den Glauben an Jesus haben, bleiben Sie bitte mit den Fragen nicht allein. Suchen Sie sich einen Menschen, der mit Jesus lebt und der das Wort Gottes kennt. Denn es geht beim Glauben an Jesus nicht nur um fromme Gedanken, sondern um Antworten, die das Wort Gottes gibt. Wenn Sie niemand kennen, der Ihnen helfen kann, dann bitten Sie Jesus selbst, dass er Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Fragen helfen soll. Das hat er immer wieder getan.

Fangen Sie an, die Bibel zu lesen, denn sie hat Antworten für Ihr Leben. Mancher hat gestaunt, wie viele Antworten er bekam, als er anfing darin zu lesen. Bleiben Sie nicht bei Ihren Fragen stehen. Sprechen Sie mit Jesus darüber. Bitten Sie ihn, dass er Ihnen das Verständnis für sein Wort gibt. Mancher hat zu Jesus gesagt: Jesus, wenn es dich gibt, so zeig dich mir. Und Jesus gab sich zu erkennen und es begann eine persönliche Beziehung zu ihm.

Als die beiden Männer damals Jesus erlebt hatten, gingen sie noch am selben Abend zu ihren Freunden und erzählten ihnen von ihm. Denn sie wussten: Jesus lebt! So entdecken Menschen bis heute, wer Jesus ist. - Ich ermutige Sie, die Bibel zu lesen und mit Jesus darüber zu sprechen. Sie werden staunen, wie viel Ihnen das Wort Gottes zu sagen hat. Es ist wie ein Brief an Sie persönlich.

Autor: Walter Köhler

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Kolosser 3,17

Was machen Sie heute? Ist alles geplant? Was ist dran? Muss ich zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen, einen Besuch machen? Habe ich etwas ganz Wichtiges für heute vergessen? Ach ja.....ich will schnell auf meinen Besorgungszettel schauen, da habe ich alle wichtigen Dinge für heute vorgemerkt. - Klasse, solch ein Besorgungszettel! Meine Großmutter benutzte dafür eine alte Schiefertafel aus ihrer Schulzeit. Zwei Kreidestückchen in weiß und rot lagen mit einem Lappen immer bereit und galten als kleine Heiligtümer.

So konnte schnell Wichtiges notiert und Erledigtes weggewischt werden.

Die Rotschrift blieb meist länger stehen. Es waren in der Regel Mahnungen oder gut gemeinte Erinnerungen über die anstehende Müllabfuhr, notwendige Gartenarbeiten, Musikunterricht der Kinder oder Besorgungen für die kranke Nachbarin: Immerhin – der Tag war strukturiert, hatte sein Motto und seine Richtung.

Ähnlich beim Apostel Paulus. Da lief in der Gemeinde Kolossä - in der Nähe von Ephesus gelegen - vieles auseinander und durcheinander. Er schrieb den Kolossern einen seelsorgerlichen Brief über den Aufbau der Gemeinde und die Zuordnung ihrer verschiedenen Dienste und das Leben der Christen miteinander. Wichtige, unbedingt zu beachtende Merkpunkte. Damit sollten Missverständnisse geklärt und Streitereien beseitigt und vermieden werden. Es ging um die Praxis des gelebten Glaubens in der Nachfolge Jesu. Dieser Glaube sollte ein sichtbares und einladendes Zeugnis für Jesus sein und keinen Anstoß geben, keinen Grund, sich von den Christen abzuwenden.

Unser heutiges Bibelwort stammt aus diesem Brief und ruft uns zur Dankbarkeit und zum Gotteslob auf:

„Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus und danket Gott und dem Vater durch ihn!“.

Das ist ein starkes Wort! Mit roter Kreide über der To-do-Liste, auf der Schiefertafel für heute. Aber nicht von der Großmutter geschrieben, sondern von dem lebendigen Gott selbst. Alles, Ihr ganzes Tun soll sich heute an Jesus orientieren und ihm die Ehre geben. Er wird dann bei Ihnen sein und Sie stärken und führen.

Die Bibel erzählt uns in den Chronikbüchern vom König Josaphat. Er war von Feinden umstellt, hatte keine Aussicht zu entkommen. Daraufhin stellte er alle Sänger und Musikanten in vorderste Schlachtreihe und ihr Gotteslob verwirrte und zerstreute die Feinde - wie Davids Harfe die bösen Gedanken Sauls. Gotteslob schafft Freiräume und löst die Anläufe des Widersachers. “Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser!“ Diese Zeile aus dem Lied: „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ erinnert mich an den Freiraum, den Jesus mir schafft, alles im Namen Jesu tun zu können. Ich wünsche Ihnen mit dem Lob unseres Gottes einen gesegneten Tag!

Autor: Pfarrer Christoph Onken

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