ERF Plus - Wort zum Tag

Der heimliche Herr der Welt

Irgendwann im Leben begegnet jeder Mensch einmal dem Tod. Das ist dann nicht irgendein fremder Tod, der mich nichts angeht, sondern das wird mein Tod. Auf vielfache Weise nähert er sich, durch Verlusterfahrungen jeder Art, durch das Sterben anderer, durch eigene Krankheiten und Begrenzungen oder irgendwie. Plötzlich erschrecke ich und merke: Mein Leben ist begrenzt und dagegen kann ich nichts machen.

Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Gegen ihn hilft kein Trick und kein Verhandeln, kein Betteln, keine Weisheit, kein Geld, kein Verstecken und kein Leugnen.

Egal, er kommt zu jedem. Zu Königen und zu Bettlern, zu Gläubigen und Ungläubigen, zu Frauen, Männern, Kindern und Greisen. Es gibt keine Möglichkeit, sich selbst und den eigenen Tod zu überleben. Wir ahnen und wissen, dass er irgendwann alles zerstört.

Im Brief an die Hebräer steht im Kapitel 2 Vers 15 „Jesus erlöste die, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.“

Hier wird gesagt, dass der Tod doch nicht der heimliche Sieger und Herr der Welt ist.

Er hat sich damals auf Golgatha mit dem wirklichen Herrn der Welt angelegt, mit dem Sohn Gottes. Der Sieger über den Tod trägt den Namen Jesus Christus. Er ist am Anfang unserer Zeitrechnung geboren, wurde unter Pontius Pilatus gekreuzigt und ist am dritten Tage auferstanden. Er ist Herr über Zeit und Ewigkeit. So bekennen Christen es im Glaubensbekenntnis.

Damit gibt es ein Tor zum Leben mit der Aussicht auf die herrliche Freiheit der Kinder Gottes.

Der Tod kann Christen nicht mehr zu seinen Sklaven machen. Sklaven sind Menschen, die im Besitz eines Herren sind und damit sein Eigentum.

Wer Jesus Christus freiwillig zu seinem Herrn macht, ist aus dem Sklaventum des Todes freigekauft. Der Tod ist nicht mehr sein Herr. Der heimliche Herr der Welt ist nicht mehr der Herr über die, die Jesus Christus befreit hat. Jesus schenkt Leben, ewiges Leben durch den Tod hindurch.

Die Angst bleibt, aber der Sieg ist schon errungen.

Von einem Mönch wird folgende Geschichte erzählt. Er verkündigte, dass Gott der letzte Herr der Welt sei und nicht der König, der das beanspruchte.

Der König machte ihm den Prozess und drohte. „Ich lasse dich in Ketten legen“. „Auch dann bin ich frei in Christus“, antwortete der Mönch. - „Ich werfe dich in einen finsteren Kerker“. -„Auch dort regiert Gott“, antwortete der Mönch. - „Dann lasse ich dich töten“, sprach der König. - „Dann bin ich endlich bei dem, der mich erlöst hat“, war die Antwort des Mönchs.

„Wenn ich dich nicht binden, einsperren und töten kann, dann lasse ich dich frei“, sprach der König und beendete den Prozess.

Aus Knechten des Todes werden freie Kinder Gottes.

 

Autor: Hartmut Völkner

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„Das ist so sicher, wie das AMEN in der Kirche!“

„Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche“, sagt ein altes Sprichwort.

Ja, das Amen kommt in jedem Gottesdienst 5-6 Mal vor und es bedeutet: „Ja, so ist es“!


 Das Wort AMEN kommt aus dem hebräischen Wortstamm „aman“, und man kann es mit fest, sicher, beständig und zuverlässig oder auch glauben übersetzen. Glauben ist die Begegnung zweier zuverlässiger Partner. Ein Partner ist Gott, der andere der Mensch. Gott bietet an, dass wir uns auf ihn verlassen und der Mensch sagt dazu sein „Ja und Amen“. Oder auch nicht.

Im Jesajabuch Kapitel 7 Vers 9 sagt der Prophet zu dem König Ahas in Jerusalem und zu seinen Beratern: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.“

Zwei Mal kommt der Wortstamm „aman“ in dem Prophetenwort vor. Einmal übersetzt als „Glauben“ und einmal als „bleiben“.

Jesaja spricht im 8. Jahrhundert vor Christus in eine brisante politische Situation hinein. Der König Ahas steht unter politischem Zugzwang, mit Verbündeten gegen das neuassyrische Großreich zu kämpfen. Ahas entscheidet sich für den Krieg.

Der Prophet Jesaja hatte einen konkreten politischen Gegenvorschlag: Abwarten und auf Gott vertrauen. Der König Ahas und die Berater hörten nicht auf Jesaja. Da sagte Jesaja diesen bemerkenswerten Satz: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.“

Gottes Gebot stellte sich gegen strategische Überlegungen. Ahas hörte nicht auf Gott. Er glaubte ihm nicht.

Heute leben wir in einer Gesellschaft, die überwiegend nicht mehr an Gott glaubt und sich auch nicht mehr auf ihn verlässt.

Meinungen, Absprachen und Mehrheiten bestimmen, was gemacht wird. Der verlässliche Gott wird verneint und so gibt es kaum festen Grund unter den Füßen. Retten kann aber nur der, der sich auf ein festes Fundament verlässt, auf den lebendigen Gott und sein Wort.

Festen Grund, das brauchten auch die Retter in Panama City.

Zwei Jungen spielten am Strand und wurden durch eine starke Strömung aufs Meer hinausgezogen. Die Eltern bemerkten das und schwammen trotz Warnungen den Kindern hinterher. Alle gerieten in die starke Strömung und die ganze Familie drohte aufs offene Meer hinausgezogen zu werden. Ein Pärchen am Strand erkannte die Situation. Die Frau nahm sich eine Schwimmhilfe und paddelte hinaus, während der Mann eine Menschenkette organisierte, an der sich später 70 Personen beteiligten und die 90 Meter lang wurde. Einige standen auf dem sicheren, festen Grund des Strandes und andere schwammen auf dem mehr als 4 Meter tiefen Wasser. Sie erreichten die Kinder und deren Eltern. An der Menschenkette konnten alle weitergereicht werden bis zum sicheren Ufer.

Wenn wir den festen Grund und Glauben haben, können wir auch andere zum sicheren Ufer ziehen.

Was vor 2800 Jahren galt, bleibt immer gültig: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.“

In Gott finden wir Halt. In Jesus reicht Gott uns die Hand, um uns aus gefährlichen Strömungen zu retten. Das ist so sicher, wie das AMEN in der Kirche.

Autor: Hartmut Völkner

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Befreit

Sie hatte sich befreit. Von dem narzisstischen Gewaltherrscher, der sie einmal verzaubert hatte. Der sie auf Händen getragen hatte. Aber nur, damit sie ihn bewunderte. Überhaupt war es wohl das, was er immer und überall und von jedem einforderte: Bewunderung. Als ihre Bewunderung kleiner geworden war, weil mehr und mehr die dunklen Seiten seiner Persönlichkeit zum Vorschein gekommen waren, hatte er sie mit denselben Händen, mit denen er sie früher getragen hatte, geschlagen. Endlich hatte sie sich befreit. Oder besser: Hatte sie sich befreien lassen. Denn alleine kommt man aus einem solchen Gefängnis nur selten wieder raus. Sie hatte menschliche Hilfe. Weise Berater. Beherzte Freunde. Und sie hatte Gott. Den Befreier.

Dann hatte sie ihn getroffen. Der war so wie er, von dem sie sich befreit hatte, auch gewesen war in den ersten Monaten ihrer Beziehung. Charmant. Gewinnend. Verführerisch. Er hatte sie auf Händen getragen. Bis - sie eines Tages merkte, dass sie auf dasselbe böse Spiel herein gefallen war. Sie hatte das eine Gefängnis verlassen, um in einem anderen zu landen.

So geht das oft und leider immer wieder. Weil die alten Muster sich tief in unsere Seele eingebrannt haben und wir meist gar nicht anders können als uns nach ihnen zu richten in unseren kleinen und großen Entscheidungen. Sind wir frei? Wollen wir überhaupt frei sein? Können wir‘s? Darüber streiten die Gelehrten seit Jahrhunderten. In der Bibel lese ich: Nein, wir sind es nicht. Jenseits von Eden sind wir versklavt an tausend Herren, nicht zuletzt an uns selbst.

Augustinus hat einmal beklagt, die angebliche menschliche Freiheit sei nichts als ein Rasseln mit unseren Ketten. Was wir jeden Tag erleben können. Der amerikanische Theologe William Willimond schreibt: „Im Supermarkt des Verlangens ist es unser Schicksal, endlos zu konsumieren und nie wirklich zufrieden zu sein.“

Gott weiß das. Gott kennt uns. Und er liebt uns. Eine Schlüsselgeschichte dazu erzählt die Bibel.

Gott hatte Israel, sein geliebtes Volk, in einem wirklich aufwändigen Prozess aus der Gefangenschaft in Ägypten heraus geholt. Um nur wenig später sehen zu müssen, wie sich eben dieses Volk allzu bereitwillig anderen Herren unterwarf. Sogar einem menschengemachten Goldenen Kalb. „Ich habe euch doch befreit!“ lässt er den Menschen sagen. „Ich habe euch doch ermöglicht, dass ihr in wirklicher Freiheit leben könnt! Ich habe doch dafür gesorgt, dass ihr wieder aufrecht gehen könnt, dass euch nichts und niemand mehr beugen kann. Nun unterwerft euch doch bitte bitte nicht neuen Sklavenhaltern!“

Paulus schreibt später an die Galater und damit auch an uns: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Was ist der Ausweg?

Wirkliche Freiheit gibt es nur in der Bindung an Jesus Christus. Heißt: Wer nicht von anderen Herren versklavt werden möchte, auch nicht von sich selbst, auch nicht von den Mustern, die sein Leben bestimmen, der muss sich an Jesus binden. Da ist Freiheit. Aber auch nur da. Ein anderes Bild: Wer seine Knie vor Jesus beugt, muss sich von Menschen nicht mehr beugen lassen, er kann aufrecht stehen, aufrecht gehen, aufrecht leben.

Ich will das lernen. Immer wieder neu. Ich will das einüben. Jeden Tag.

Autor: Jürgen Werth

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Strafe erlassen

Er hatte scharf gepfiffen und uns mit einer energischen Bewegung seines weiß behandschuhten Armes zu sich zitiert. Meiner Oma und mir schlotterten die Knie. Ich war fünf oder so. Wir hatten nur mal schnell über die Straße huschen wollen. Weil wir es eilig hatten. Wir wollten doch Opa sein warmes Mittagessen in die Fabrik bringen. Im Henkelmann. Doch der Polizist, den alle damals „Schutzmann“ nannten, hatte die Straße noch längst nicht für uns Fußgänger freigegeben. Nun blickte er ernst von seinem Podest auf uns arme Sünder herab. „Kommen Sie heute Nachmittag um 3 auf die Wache! Ich werde Sie mit vier Wochen Verkehrsunterricht bestrafen müssen!“ Dann notierte er Omas Namen und ihre Adresse. Na, das konnte ja heiter werden!

Am Nachmittag dann standen wir ihm kleinlaut gegenüber. Ohne Podest sah er gleich viel menschlicher aus. Beinahe freundlich sogar. Er redete uns ins Gewissen. Oma hauptsächlich, klar. Dass das ja nun nicht geht! Dass das ausgesprochen gefährlich ist! Und dass meine Oma ja nun auch eine Vorbildfunktion habe für mich kleinen Knirps. Wir nickten schuldbewusst. Besonders ich. Oma hatte gesagt, ich sollte ihn dabei möglichst treuherzig anschauen. Und es wirkte. Er machte eine Pause. Dann sagte er: „Also gut, ich will Ihnen den Verkehrsunterricht diesmal erlassen! Aber dass mir das nicht wieder vorkommt.!“ „Nein! Nein! Nein!“ nickten und strahlten wir um die Wette. Und schwebten anschließend selig nach Hause. Unser Delikt war uns nicht angerechnet worden! Kein Verkehrsunterricht! Wir waren frei! Wir waren begnadigt! Wie wunderbar! Und wir waren fest entschlossen, dass wir uns künftig gehorsam an ihn und seine Anweisungen halten. Aus Angst. Und zu unserem eigenen Schutz.

Begnadigt werden tut unendlich gut. Von Menschen schon. Wieviel mehr aber von Gott! Begnadigung ist die Mitte des Evangeliums von Jesus. Menschen können neu anfangen. Die Last der Vergangenheit ist weg, die Schuld vergeben, ja sogar versenkt im Meer der Liebe Gottes. Und am Ufer dieses Meeres ist ein Schild eingerammt: „Angeln verboten!“ So hat das Corrie ten Boom einmal gesagt.

Angeln verboten ... Das ist dann noch einmal anders als das, was Oma und ich mit unserem Schutzmann erlebt haben. Hätte er uns noch einmal erwischt, wären wir dran gewesen. Doppelt. Dann wäre die Strafe umso saftiger ausgefallen. Die erlassene Strafe für unseren ersten Verkehrsdelikt hätte er glatt auf die neue Strafe aufgeschlagen. Klar, wir wären ja Wiederholungstäter gewesen.

Bei Gott aber gibt es keine Wiederholungstäter. Was Gott vergibt, ist vergessen.

Ein Freund in den USA hat es einmal so gesagt: Wenn du mit derselben Schuld zu Gott kommst und sagst: Vergib! Es ist mir schon wieder passiert!, antwortet er: Was meinst du mit „schon wieder“?

Kann ich das glauben? Manchmal nicht, ich geb‘s zu. Weil das so anders ist als alles, was ich bei uns Menschen erlebe. Weil das einfach nicht von dieser Welt ist.

Der Autor des Liedes, das unsere Bibel als Psalm 32 verzeichnet, hat das geahnt. Wir heute können es wissen. Weil Gott es belegt hat. Jesus ist Gottes ewiger Barmherzigkeitsbeleg. Sein Tod am Kreuz, seine Auferstehung belegen das, was der Prophet Jesaja schon angekündigt hatte: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53,5) Auf ewig geheilt.

Gott vergibt. Er räumt beiseite. Er räumt weg. Und er räumt behutsam auf, was da alles an Unordnung ist in unseren Gedanken und Gefühlen. Alles was wir tun müssen, was wir tun dürfen jeden Tag, ist ihm unsere Herzen und Hände hinhalten und bitten: „Rechne mir meine Schuld nicht an. Und nimm alles Falsche aus meinem Leben!“

Autor: Jürgen Werth

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Lebensfördernd

Das ist die heutige Tageslosung.

Es gibt schreiende Ungerechtigkeit auf unserer Welt. Ich denke an die Berichte von Freunden von uns, die in Guinea in der Mission sind. Das Land ist reich an Bodenschätzen. Dennoch sind die Lebensumstände fast aller Bewohner Guineas katastrophal. Schmutzstarrende Armut, kaum funktionierende Infrastruktur, eine versaute Umwelt. Eine ungerechte Elite ist korrupt. Sie schließt mit ausländischen Konzernen gegen Bestechung langjährige Verträge ab. Diese können so die Rohstoffe abbauen, ins Ausland schaffen und die Gewinne einstreichen. Die Bevölkerung hat das Nachsehen. Das ist ein Beispiel von vielen – auch in vielen anderen Ländern.

Ungerechtigkeit zerstört Leben. Zunächst natürlich das Leben der ungerecht Behandelten. Offenbar aber auch das Leben des Ungerechten selber. Unser Tagesvers sagt ja, dass ein Ungerechter, der sich von seiner Ungerechtigkeit abwendet, SEIN Leben erhält – sein eigenes! 

Dies setzt voraus, dass Gott der Richter über Ungerechtigkeit ist. Im Ezechielbuch weiter hinten hören wir Gott sagen: 

„Wenn ich zum Ungerechten spreche: ‚Ungerechter, du musst sterben!‘, … so wird er als Ungerechter seiner Schuld wegen sterben, …“ (Ezechiel 33,8)

Gott wird richten über den Ungerechten! Das ist ein kleiner Trost für jemanden, der akut unter Ungerechtigkeit leidet, aber immerhin ein Trost. Gott wird Gerechtigkeit schaffen. 

Ich habe den eben zitierten Vers nur teilweise gelesen. Als Ganzer tönt er so:

„Gott sagt: Wenn ich zum Ungerechten spreche: ‚Ungerechter, du musst sterben!‘, und du hast nicht geredet, um einen Ungerechten vor seinem Weg zu warnen, so wird er als Ungerechter seiner Schuld wegen sterben, sein Blut aber fordere ich aus deiner Hand.“

Ui! Da geht’s zur Sache! Wir können uns nicht aus der Verantwortung stehlen. Es gilt, Ungerechtigkeit anzuklagen, davor zu warnen. Für uns geht es wohl weniger um Ungerechtigkeiten in Guinea, sondern um solche in unserer Umgebung,

Aber eben, gerade bei Ungerechtigkeiten z.B. in der Firma kann es extrem heikel sein, diese aufzudecken. Es kann für uns negative Konsequenzen haben. So mancher Whistleblower hat das erfahren.

Gott, schenke mir Zivilcourage!

 

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer

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Große Taten Gottes

Die heutige Tageslosung stammt aus dem 5. Buch Mose:

„Herr, HERR, du hast angefangen, deinem Diener deine Größe und deine starke Hand zu zeigen; denn welcher Gott im Himmel und auf der Erde könnte es deinen Werken und deinen gewaltigen Taten gleichtun?“ (Deuteronomium 3,24)

Wir hören hier Mose, der Gott anfleht. Er erinnert ihn an die großen Taten, die er für sein Volk getan hat, beim Auszug aus Ägypten und während der vierzigjährigen Wüstenwanderung. Aber eben, es war nicht immer alles glatt gegangen. Das Volk Israel als Ganzes und auch Mose als Einzelperson waren oft ungehorsam gewesen. Bei so einem recht dreisten Akt des Ungehorsams hatte Mose Gott die ihm zustehende Ehre verweigert: Er und Aaron fragten das dürstende Volk: „Können wir für euch aus diesem Felsen Wasser hervorkommen lassen?“ (Numeri/4. Mose 20,10). Sie sagten: WIR! Wie wenn sie in Eigenregie das Wunder vollbringen könnten. Sie stellten sich gewissermaßen vor oder gar über Gott. Daraufhin hatte Mose von Gott den Bescheid bekommen, dass er nicht ins Gelobte Land hineinziehen werde.

Ja, und jetzt bittet Mose seinen Herrn, auf seinen Entscheid zurückzukommen. Er weiß, dass Gott erst „angefangen“ hat, seine Wunder zu wirken und dass beim Einzug ins Gelobte Land weitere folgen werden. Da möchte er doch auch dabei sein. Gott aber bleibt bei seinem Nein. Vor seinem Tod darf Mose nur noch einen Blick in dieses Land werfen.

Es ist bis heute so, dass Gott nein sagt zu unserem Fehlverhalten und dass das durchaus Konsequenzen haben kann. Gott ist nicht einfach ein harmloses, zahnloses Väterchen über den Wolken. Gott lässt sich aber auch bitten. Wir dürfen mit ihm rechten. Wir dürfen ihn an die Wohltaten erinnern, die wir erlebt haben, so wie es Mose tat. Bei Mose blieb es beim Nein, aber wir lesen auch von Fällen, in denen Gott davon abwich.

Ein Beispiel: Jesaja muss König Hiskia im Namen Gottes ankündigen, dass er sterben wird. Dieser weint und fleht Gott um Gnade an. Jesaja hört Gottes Stimme ein zweites Mal. Er darf Hiskia ankündigen, dass er noch fünfzehn Lebensjahre geschenkt bekommt (Jesaja 38). Gott ist nicht einfach ein herzloser Paragraphenreiter.

Unser Leben mit Gott ist ein dynamischer Prozess: Wir versuchen, treu in seinen Wegen zu gehen, wir machen positive Erfahrungen, sind dafür dankbar, wir lassen uns vom Bösen verführen, leiden unter negativen Konsequenzen, wir kehren zu Gott zurück, erinnern uns selber und ihn an das Gute, das er uns getan hat, flehen ihn im Namen Jesu Christi um Erbarmen an … tja, manchmal geht’s auch im Kreis herum.

Das Ergehen des Mose zeigt uns ein Doppeltes: Gott will, dass wir uns nicht vor oder über ihn stellen. Er will, dass wir nach seinem Willen fragen und diesen auch umsetzen.

Wir dürfen vor Gott kommen und ihn an die Beziehung erinnern, die er zu uns hat. Wir dürfen von Gott kommen und ihn an die Beziehung erinnern, die wir zu ihm haben, bzw. hatten und wiederhaben wollen. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass er der Gott ist, von dem Johannes gesagt hat:

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,9)

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer

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Taktisch klug und ehrlich

Wochenlang hat die Mannschaft hart trainiert und sich gut vorbereitet. Heute ist der große Tag. Das Spiel gegen den Tabellenersten steht an. Die Spieler sind angespannt und nervös. Aber gleichzeitig freuen sie sich auf die Herausforderung. Endlich können sie zeigen, wer der Stärkere ist.

Kurz vor Anpfiff gibt der Trainer seinem Team letzte Anweisungen: „Nehmt euch in acht. Eure Gegner sind wie reißende Wölfe. Sie werden euch angreifen und versuchen, euer Spiel zu zerstören. Aber lasst euch nicht einschüchtern. Seid weise. Geht taktisch klug vor, so wie wir es trainiert haben. Und bleibt fair dabei. So werden wir gewinnen. Wir schaffen das!“

Ähnliche Worte richtet Jesus an seine Schüler, bevor er sie zum ersten Mal als Wanderprediger ins Land schickt: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ Dieser Vers steht im Matthäus-Evangelium, in Kapitel 10, Vers 16.

Jesus hatte seine Mannschaft gut vorbereitet. Monatelang hat er seinen Jüngern theoretische Lektionen erteilt. Sie haben gelernt, dass Jesus der versprochene Retter ist. Er kann Sünden vergeben, Krankheiten heilen und sogar neues Leben schenken. Mit Jesus fängt Gottes Reich hier auf Erden an. Mit dieser Botschaft und mit der Vollmacht und Kraft, genau solche Wunder zu tun, schickt Jesus sie los.

Dabei verheimlicht Jesus seinen Nachfolgern nicht, dass es auch Ablehnung und Widerstand geben wird. Sein letzter Rat an seine Jünger lautet: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

Was heißt das „klug sein wie die Schlangen“? Die Schlange gilt an anderen Stellen in der Bibel als hinterlistig, falsch, böse und gefährlich. Gleich am Anfang der Bibel, im Schöpfungsbericht, taucht die Schlange auf. Sie täuscht den Menschen falsche Tatsachen vor und führt sie damit in den Tod.

Neben diesem lebenszerstörenden Aspekt ist die Schlange im Altertum aber gleichzeitig auch ein Bild für Klugheit. Diese Seite sollen sich die Jünger zum Vorbild nehmen. Wenn sie angegriffen oder angeklagt werden, sollen sie gewitzt, scharfsinnig und taktisch klug handeln. Und gleichzeitig sollen sie „ohne Falsch wie die Tauben“ sein; also nicht hinterlistig, sondern geradlinig, offen, ehrlich und fair.

Das ist Jesu Rat an seine Jünger - und auch an uns heute. Diese Anweisung ist besonders wertvoll für Christen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und unterdrückt werden. Bei meiner Arbeit für ERF GlobalHope habe ich viele Kontakte zu Partnern und Kollegen, die ihren Glauben nicht offen leben dürfen. Sie müssen ständig auf der Hut sein und weise handeln, um ihre Arbeit nicht zu gefährden. Über so manche Berichte und Ideen kann ich nur staunend lächeln, wenn ich sehe, wie weise, kreativ und gewitzt sie manchmal vorgehen.

Eine Gemeinde in Zentralasien feiert ihre Gottesdienste zum Beispiel in einem Bus. Jeden Sonntag sammelt der Fahrer die Mannschaft ein. Dann dreht der Bus seine Runden. Während der Fahrt hören die Christen eine Predigt, es wird gesungen, Gott gelobt und miteinander gebetet. Am Ende steigen alle wieder aus und gehen gestärkt und fröhlich nach Hause. Für Außenstehende sieht das Ganze so aus, als würde sich diese Truppe immer sonntags zu einem Ausflug treffen.

So fröhlich und gewitzt, kreativ und ehrlich möchte ich auch gerne sein, wenn ich meinen Glauben mit anderen teile. Zwar fühle ich mich weniger wie ein Schaf unter reißenden Wölfen. Aber weise Ideen und Mut kann ich auch gebrauchen.

 

Autor: Claudia Schmidt

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Gottes Kraft verändert Leben

„Durchfahrt Verboten!“ Ich sehe das Schild, zögere einen Moment. Aber dann setze ich den Blinker und biege doch ab in den verbotenen Feldweg. „Wird schon gut gehen“, denke ich. Die Abkürzung durch die Felder spart mir ein paar Kilometer Autofahrt und Zeit. Kurz bevor ich wieder auf die Hauptstraße einbiegen will, begegnet mir ein Fußgänger. Mit ernster Miene und einem kurzen Wink gibt er mir zu verstehen, dass ich anhalten soll. Ich bleibe stehen und lasse die Autoscheibe herunter. „Hier ist Durchfahrt verboten. Haben Sie das Schild nicht gesehen?“, weist er mich zurecht. „Ja, ich weiß. Tut mir leid“, antworte ich etwas kleinlaut und schuldbewusst. Der Mann hat Recht. Ich habe die Verkehrsregel missachtet.




 Es gibt viele Regeln für den Alltag, die ich kennen und einhalten soll: Parken Sie bitte nur auf den vorgesehenen Flächen! Das Betreten der Baustelle ist verboten! Meistens halte ich mich an die Regeln. Manchmal umgehe ich sie aber auch. Zum Bespiel, wenn ich denke, dass es ja nur ein kleines Vergehen ist. Oder wenn ich irgendeine gute Entschuldigung finde, es anders zu machen. Dann setze ich meine eigenen Maßstäbe.

Die Bibel berichtet auch von Menschen, die sich ihre eigenen Maßstäbe setzen. Dabei sind sie so selbstbezogen und böse, dass ein friedliches und geordnetes Zusammenleben unmöglich ist. Jeder lebt nach seinen eigenen Regeln. Am Ende herrscht nur noch Ungerechtigkeit und Chaos.

„Die Menschen sind selbstverliebt, geldgierig, prahlerisch und arrogant. Sie lästern Gott und verachten ihre Eltern. Sie sind undankbar, lieblos, unversöhnlich und böse“. So beschreibt der Apostel Paulus das Verhalten der Menschen in den letzten Tagen, bevor Jesus auf die Erde zurückkehrt, nachzulesen im 2. Timotheusbrief, Kapitel 3.

In diesem Brief ermutigt Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus, bei dem zu bleiben, was er von Kind auf gelernt hat. In einer Zeit, in der die Leute gerne miteinander streiten und diskutieren, was gut und wahr ist, soll er Gottes Maßstäbe hochhalten. Das ist keine leichte Aufgabe für den noch jungen Timotheus. In 2. Timotheus 3,16 sagt Paulus: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“

Die Situation ist heute nicht viel anders, als damals vor gut 2000 Jahren. Auch heute gibt uns die Bibel Orientierung. Gottes Wort setzt Maßstäbe für ein Leben in Gerechtigkeit, Frieden und Liebe. Um das für mich zu erkennen und auch danach zu leben, sind drei Dinge wichtig:

1. Gottes Wort ist gut

Ich erkenne, dass Gottes Wort und die Regeln und Maßstäbe, die er darin setzt, gut sind. Die zehn Gebote sind gut. Sie sind der von Gott gesteckte Rahmen, in dem ein Zusammenleben in Gerechtigkeit, Frieden und Liebe möglich ist. Diese Maßstäbe bauen auf und schaffen Leben. Das erkenne ich und vertraue Gott.


  

2. Gottes Wort ist wahr

Paulus sagt, dass die gesamte Schrift von Gott eingegeben ist. Das heißt, sie ist aus seinem Geist hervorgegangen. Das erkenne ich als Wahrheit an. Und damit akzeptiere ich auch Gott als Autorität in meinem Leben. Sein Wort und seine Maßstäbe geben mir Richtung und Orientierung.


  

3. Gottes Wort hat Kraft

Gottes Worte haben die Kraft, Leben zu verändern. Gottes Wort zeigt mir, wo ich falsch liege. Wo ich zerstöre, statt aufzubauen. Wo ich Streit säe, statt Frieden zu stiften. Wo ich nicht nur auf verbotenen Feldwegen unterwegs bin, sondern vielleicht sogar in der Gefahr stehe, als Geisterfahrer das Leben anderer zu gefährden.


  

Ich brauche die verändernde Kraft Gottes in meinem Leben. Jeden Tag aufs Neue. Und Sie – glauben Sie, dass Gottes Wort gut und wahr ist und dass es die Kraft hat, auch Ihr Leben zu verändern?

 

Autor: Claudia Schmidt

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Der Weg ist frei

Kaum einer wird da „Nein“ sagen: Freier Zugang! Audienz bei dem Höchsten! Zuversicht! Gnade und Hilfe! - Da schwingt so viel Positives mit! Ich brauch nicht mehr mutlos sein. Ich erhalte Anerkennung und Wertschätzung. Denn endlich hört mir einer zu und nimmt mich ernst! Jesus nimmt sich meiner Sorgen, Fragen und Nöte an!

Zwei Sätze vorher findet sich einer der Schlüsselverse des Hebräerbriefes: „Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes!“ (Hebräer 4,14)

Kein Geringerer als Jesus versteht uns. Genau er hat auch die Macht zu helfen. In ihm und durch ihn ist meine Zuversicht begründet.

Das wird durch verschiedene Worte unterstrichen: „Denn, Darum und Damit“ heißt es im Text immer wieder: Weil Jesus der große Hohepriester ist, DARUM lasst uns hinzutreten mit Zuversicht!“

Wir dürfen Gott vertrauen. Ihm auch etwas zutrauen. Wir können uns im Gebet direkt an Jesus wenden. Er versteht uns. Da muss ich keine Angst haben! as Besondere bei diesem Hohenpriester ist, dass er Mensch war und uns in all unserer Schwachheit und bei allen Versuchungen versteht. Aber er hat auch die Macht und Vollmacht, uns zu helfen. Ja, er wird selbst mit all unserer Schuld fertig. Der Name Jesus bedeutet: Retter. Als „Sohn Gottes“ kann er wirklich helfen. In aller Tiefe und in vollem Umfang.

Das macht auch der Titel „großer Hohepriester“ deutlich. Das ist Ausdruck seiner ganz besonderen Stellung.

Aaron und alle nachfolgenden Priester Israels dienten in der Stiftshütte oder im Tempel. Nur 1x im Jahr durften sie ins Allerheiligste. - Jesus aber hat „die Himmel durchschritten“ wie es ebenfalls 2 Verse vorher beschrieben wird. - Wieviel größer ist doch ein Priester, der in himmlischen Sphären tätig ist, als einer, der in einem Haus dient, aus Händen gemacht. 

Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt in Bezug auf Seine Stellung. Er ist nicht nur im Himmel, sondern er ist auch gekrönt. Sein Thron ist der „Thron der Gnade“.

Es gab schon einmal einen Gnadenthron bei der Bundeslade. Ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Aber nun ist die Gnade nicht mehr in einem Zelt versteckt. Nun ist Gnade für jeden zugänglich. Der Vorhang ist gefallen. Der Zugang offen. Damit ist jeder herzlich eingeladen, zum Gnadenthron zu kommen.

Keine Versuchung ist zu groß, keine Probleme und Leiden sind zu schwer, als dass Gott uns nicht helfen könnte. Denn Gottes Gnade und Barmherzigkeit sind größer und reicher. 

Gnade meint nicht etwas, was wir verdient haben, Gnade ist ein Zurechnen, ein Schenken von etwas völlig Unverdientem. 

Deshalb: „Lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben!"

Jesus Christus kennt und versteht uns. Zu Ihm dürfen wir kommen. Jetzt und immer wieder!

 

Autor: Pastor Mathias Fleps

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Guten Werten nachjagen

Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! – Klingt das nicht etwas angestaubt? Altmodisch? Unmodern? Wer kann mit Worten wie Frömmigkeit und Sanftmut heute noch etwas anfangen?

Paulus möchte uns den Sinn dafür schärfen! Er tut das mit seinem Brief an Timotheus, den er ja besonders schätzt.  Diesen jungen Mann will er für eine große Aufgabe vorbereiten. Er soll für viele Christen Vorbild sein und Gemeinden zu einem gottgefälligen Leben anleiten. Äußere Vorschriften reichen da nicht aus. Nein, denn es sind die inneren Werte, die den Lebenswandel bestimmen. Den richtigen und guten Werten gilt es also nachzujagen.

Und nicht z.B. der Geldgier, die den Charakter verdirbt; wie Paulus vorher erwähnt. Viel besser ist es, nach anderen Werten zu jagen. In der Jahreslosung von 2019 war die Rede davon, dem Frieden nachzujagen. Denn nur wer dran bleibt, wird einen nachhaltigen Frieden haben. Ähnlich hier. Es gilt, die Gerechtigkeit, die Liebe oder die Geduld niemals aus den Augen zu verlieren.

Ja, mehr noch: „Erstrebe ihn!“; wie das Wort „jagen“ auch übersetzt werden kann. Ich kann auch sagen: "Sei ehrgeizig und eifere dem nach!“ „Verfolg diese Ziele mit ganzer Kraft!“

Der Wortstamm findet sich auch bei Jesus; wenn er seinen Jüngern zuruft: "Folge mir nach!" Jesus konsequent zu folgen und guten Werten nachzujagen; das lohnt sich!


 Jage nach Gerechtigkeit! Das heißt: Lebe so, wie Gott es will!


 Jage nach Frömmigkeit. Das ist das christliche Leben in der Praxis. Ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott; wie „Frömmigkeit“ auch übersetzt werden kann.


 Jage und strebe nach Glauben. Darin drückt sich die Abhängigkeit von Gott aus. Ihm will ich voll vertrauen. Will den guten Kampf des Glaubens kämpfen; wie Paulus im nächsten Satz schreibt (6,12).


 Jage nach Liebe; die nach 1. Korinther 13 (V13) das Größte ist. Die das höchste und erste Gebot ist, in dem sich alles erfüllt (Mt. 22,38). Durch die Verzeihung und Vergebung möglich wird.


 Jage nach Geduld! Geduld tut Not. Wie schwer es einem auch manchmal fallen will! Erst kürzlich habe ich das wieder erfahren, wie Geduld belohnt wird. Was lange währt, wird endlich gut!

Und nicht zu vergessen: Jage nach der Sanftmut! Bevor wir ausrasten, erst einmal ausatmen. Erst einmal schauen: Was würde Jesus tun? Sanftmut ist nicht Schwachheit, sondern ein Verhalten unter Kontrolle des Heiligen Geistes.




 Jage solchen Werten nach! Mit Eifer! Mit Geduld! Mit Liebe und Glauben! Das wäre doch mal ein positives Jagdfieber, das uns ergreift! Und wenn wir erst mal mit einem dieser Werte beginnen, dann ist das schon ein guter Anfang für diesen Tag. 

Autor: Pastor Mathias Fleps

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Keine Kurzatmigkeit

Wenn man sich gegenwärtig die manchmal hysterisch anmutende Stimmung im Blick auf die negativen Folgen des Klimawandels vor Augen führt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Zeit abgelaufen ist, um die Welt noch vor der drohenden Klimakatastrophe retten zu können. Achten wir auf ein biblisches Wort, dann ist darin nicht von einer abgelaufenen, sondern erfüllten Zeit die Rede. In Markus 1, Vers 15 sagt Jesus: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbei gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium“. Mit diesen Worten will Jesus seine Zuhörer darauf aufmerksam machen, dass mit seinem Kommen etwas umstürzend Neues in unsere Welt gekommen ist: das Reich Gottes. Damit meint er kein politisches Reich; keine Herrschaft, die sich mit militärischer Gewalt durchsetzt, auch wenn die Hoffnung vieler Juden zur Zeit Jesu gerade darauf gerichtet war. Aber Jesus macht klar: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“

Es ist ein Reich, das zunächst recht unscheinbar – wie auf leisen Sohlen – daher kommt. Es beginnt mit der Predigt, dass Gott vor allem den Armen und Ausgestoßenen Barmherzigkeit erweist und mit Wundern an Menschen, die unter allerlei Krankheiten und Gebrechen leiden: Kleine, unübersehbare Zeichen, dass Gottes Reich mit Kraft, wenn auch nicht mit militärischer Macht daher kommt. Aber werden die Menschen an dem unscheinbaren Anfang der Gottesherrschaft keinen Anstoß nehmen, sondern sich darüber freuen, dass das Evangelium den Armen gepredigt wird und Kranke von ihrem Leiden erlöst werden? Jesus macht klar, dass die Menschen dazu Abschied nehmen müssen von ihren traditionellen Messias-Vorstellungen. Seine Aufforderung: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ zielt genau darauf ab: Buße tun meint nicht: in Sack und Asche, sozusagen im Büßergewand, vor Gott zu Kreuze kriechen, sondern umzudenken und umzukehren, um das unerwartet Andere des Reiches Gottes wahrzunehmen und ihm mit dem eigenen Leben zu entsprechen. Ja, mit Jesus ist der Himmel auf die Erde gekommen. Sein Evangelium erschließt uns einen ganz neuen Horizont.

Und was heißt das für uns heute? Es gilt immer noch die Zeitansage von Jesus: „Die Zeit ist erfüllt“ – und eben nicht abgelaufen. Nur tut sich ein säkularer Zeitgenosse schwer mit der Aussage, dass Gottes Reich angebrochen ist und damit alle irdischen Reiche an ihre Grenze gekommen sind. Für die Menschen unserer Tage ist die sichtbare Welt meist die letzte Wirklichkeit, und sie haben sich längst mit dem Diesseits als ihrem Lebenshorizont abgefunden. Aber spätestens seit Jesus Mensch wurde und den Anbruch des Reiches Gottes ausrief, müssen wir uns nicht mehr mit der sichtbaren Welt als letzter und einziger Wirklichkeit begnügen. Trotz der Begrenztheit unseres irdischen Lebens steht für uns eine ganze Ewigkeit in der Gemeinschaft mit Gott bereit. Das von Jesus verkündete Reich Gottes will die Perspektiven unseres Lebens zurechtrücken und uns vor der Kurzsichtigkeit und Kurzatmigkeit bewahren, dass mit dem Tode alles aus sei. Mit Marie Schmalenbach, der Pfarrfrau aus Mennighüffen in Ostwestfalen bitten wir: „Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell herein. Dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine. Sel’ge Ewigkeit!“

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Sind Träume Schäume?

„Träume sind Schäume“, so sagt der Volksmund. Zwar wundert man sich nach manchem nächtlichen Traum, welch wirres Zeug man da wieder einmal zusammengeträumt hat. Und doch ist das nur die halbe Wahrheit. Versierte Traumdeuter weisen uns nach, dass wir mit unsern Träumen oft eigene Erlebnisse verarbeiten und dabei häufig auf kommende Ereignisse vorausschauen.

Nun hatte der babylonische König Nebukadnezar eines Nachts einen Traum, der ihm gewichtig genug erschien, um ihn von den Weisen seines Landes deuten zu lassen. Also ruft er die Weisen, Zeichendeuter und Wahrsager seines Reiches zusammen. Er erschwert ihre Aufgabe dadurch, dass er ihnen nicht berichtet, was er geträumt hatte. Die Weisen sollen ihm zunächst den Inhalt seines Traumes sagen und daran erst die Deutung anschließen. Kein Wunder, dass niemand sich dazu in der Lage sieht. Bis der junge Daniel, ein jüdischer Exulant, der es bis an den Königshof in Babel gebracht hat, von der Sache erfährt und sich anbietet, das Rätsel um den königlichen Traum zu lösen. Dabei ist sich Daniel bewusst, dass er auch nicht schlauer als die babylonischen Weisen ist. Zusammen mit seinen jüdischen Freunden bittet er Gott um die Gnade, ihm den königlichen Traum zu offenbaren. Und genau das geschieht in einer nächtlichen Vision, bei der Daniel von Gott das Geheimnis des Traumes offenbart wird. Statt aber nun sogleich zum König zu eilen und ihm sein Wissen zu präsentieren, lobt Daniel zunächst Gott wegen seiner Weisheit und Stärke. In diesem Lobpreis fällt dann auch der Satz, der für diesen Tag als biblisches Losungswort ausgewählt wurde: “Gott offenbart, was tief und verborgen ist“. Ohne dass Gott ihm die Augen zum Verständnis des geheimnisvollen Traumes geöffnet hätte, müsste auch Daniel passen und sein eigenes Unvermögen eingestehen.

Nun, was will uns diese alte Geschichte heute sagen? In unserer Zeit sind viele Menschen davon überzeugt, dass menschliche Intelligenz und Forscherdrang auch die letzten Rätsel der Welt noch lösen werden. Menschliches Erkenntnisvermögen scheint göttliche Offenbarung überflüssig zu machen. Das mag für eine zutreffende Deutung von Träumen vielleicht noch angehen. Aber wenn es darum geht, dem Geheimnis Gottes auf die Spur zu kommen, dann muss sich der verborgene Gott schon selbst bei uns bekannt machen. Eben das meint das Wort „Offenbarung“. Denn ohne dass Gott uns die Augen für seine Wirklichkeit öffnet, bleibt alles Reden über ihn in bloßen Mutmaßungen stecken. Gott, wie wir Menschen uns ihn vorstellen, bleibt ein von uns fabrizierter Götze. Genau darin besteht ja die atheistische Religionskritik, die davon ausgeht, dass Gott nur das Produkt menschlicher Vorstellungen und Sehnsüchte ist. Weil Gott aber aus der Verborgenheit hervor getreten ist und sich unüberbietbar in Jesus, seinem Sohn offenbart hat, geht diese Religionskritik ins Leere.

Übrigens geschieht es bis heute, dass Gott bzw. Jesus sich auch durch Träume und Visionen offenbart. Auffallend oft erzählen zum Glauben an Jesus gekommene Muslime, dass ihnen Jesus im Traum erschienen ist und so ihr Herz abgewonnen hat. Gott hat eben viele Weisen, uns von seiner Majestät und Einzigartigkeit zu überzeugen – selbst wenn es durch Träume geschieht.

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Jesu Art

Vor kurzem las ich das Buch eines Politikwissenschaftlers. Der schrieb über die Geschichte der Demokratie, die bereits bei den alten Griechen sehr präsent war. Schon damals gab es verschiedene Denk-Richtungen für die Ausgestaltung von Demokratie. Und schon in den Anfängen dieser philosophischen Gedanken war die Rede von einem Bild, das wir vor allem aus der Bibel kennen: nämlich dem Bild von den Hirten und den Schafen, den Hirten und der Herde oder den Lämmern. Auf den biblischen Gebrauch dieses Bildes gehe ich gegen Ende noch ein.

Aber bereits bei Homer und Platon war genau davon die Rede. Als „Hirten“ galten die damaligen Herrscher, als Herde das Volk, das von ihnen geleitet, betreut oder, je nach Zeit und Ausgestaltung: beherrscht und manipuliert – und oft auch für dumm gehalten wurde. Die Herrscher haben schon damals oft Völker als Manövriermasse ihrer Herrschaftssysteme missbraucht.

Genau davon spricht Jesus im Blick auf die Systeme dieser Welt. Und es ist offenbar nicht wirklich so maßgeblich, ob es sich um ein demokratisches (in dem das Volk „regiert“), oder auch monarchistisches System (in dem ein König regiert) handelt. Es gibt natürlich weitere Herrschaftsformen.

Jesus sagt in Markus 10,42–43: „Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so soll es unter euch nicht sein; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.“

Hier sagt Jesus: Unter euch, also unter denen, die ihm nachfolgen und die den Willen seines Vaters im Himmel tun wollen, soll es anders sein, anders als unter den Mächtigen dieser Welt.

Was aber soll denn anders sein?  Sie sollen bereit sein, auf Herrschaft zu verzichten und stattdessen zu dienen. Wer wirklich als groß gelten will, der soll anfangen, Diener zu werden. Das ist das blanke Gegenteil von dem, was in unserer Welt üblich und normal ist.

An anderer Stelle greift Jesus in demselben Zusammenhang dieses philosophische Bild von Homer und Platon auf und stellt dem seine Vision, die er verkündet und verkörpert entgegen.

Dort redet er von einem Mietling, also einem angestellten Hirten und sagt: Das sind die, denen die Schafe nicht gehören. Und wohl genau deswegen kümmern sie sich auch nicht wirklich um die Schafe. Sie kümmern sich vor allem um sich selbst.“ Diese gemieteten Hirten tun nur so, als würden sie sich kümmern, und als würden die Schafe ihnen sogar gehören. Stattdessen beherrschen sie sie und tun ihnen Gewalt an.

Ganz anders ist es bei dem, dem die „Schafe“ in Wirklichkeit gehören, nämlich Gott. Der ist, obwohl sie ihm gehören, obwohl er sie geschaffen hat, ganz anders aufgestellt. Er liebt sie. Er will ihr Bestes. Und er will sie nicht beherrschen, sondern sie einladen in sein ewiges wunderbares Reich, in das Reich Gottes. Da mündet dann alles ein in den wunderbaren Satz von Jesus: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Hier ist das Dienen auf die Spitze getrieben. Aber Jesus fordert es nicht von anderen, sondern er lebt es vor. Er tut es selbst. Er ließ sein Leben für die Schafe, für jedes einzelne. Das ist das Alternativ-Programm Gottes für unsere Welt.

Und was bedeutet das für uns? Von Anfang an, schon im Römischen Reich, haben die Christen sich nicht gegen die Herrscher aufgelehnt, sondern einfach zeugnishaft anders gelebt. Sie haben eben nicht die ethische Liberalität der Römer übernommen, sondern nach Gottes Regeln gelebt. Sie haben zum Beispiel Kinder, Alte, Behinderte geliebt und gepflegt, anstatt sie vor oder nach der Geburt zu töten oder auf andere Weise zu beseitigen. Sie haben mit ganzer Freude und ohne Groll alternativ zum Mainstream gelebt. Sie wurden Diener. In ihrer Familie, bei den Kranken und Schwachen, bei ihren Nachbarn. Das brachte ihnen irgendwann die Beachtung und Achtung der Menschen um sie herum ein. Irgendwann wirkte ihr Zeugnis, weil es zeigte, wie der Schöpfer sich das Leben gedacht hat.

So wünsche ich uns ein solch kräftiges Zeugnis von Gottes Liebe und Gottes Willen und Wort in unsere jeweilige Umgebung hinein! Wir werden gebraucht in dieser Welt, um ihr die alternative Lebensart der Liebe Gottes zu zeigen und vorzuleben!

Autor: Pastor Johannes Holmer

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Ohne Angst in den Tod

Gerade habe ich eine Beerdigung gehalten. Ein 84jähriger Mann aus Wolynien war gestorben. Die Wolynier sind am Ende des zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat im Nordwesten des Schwarzen Meeres, etwas westlich von Kiew vertrieben worden. Sie waren in ihrer Heimat fest im christlichen Glauben verwurzelt und haben diesen schlichten aber klaren Glauben mit nach Mecklenburg gebracht. In der DDR-Zeit waren sie mit vielen dementsprechenden Herausforderungen konfrontiert. Aber sie haben sich von ihrer zuversichtlichen und  freundlichen Lebensart nicht abbringen lassen, und vor allem nicht von ihrem Glauben. Viele haben bis zuletzt auch daran festgehalten, dass es wichtig ist, den Kindern den Glauben weiterzugeben und sie nicht einfach der sozialistischen Ideologie zu überlassen.

Das alles wurde bei dieser Beerdigung deutlich. Und genau daran hat mich der Vers 32 aus dem Kapitel 14 der Sprüche Salomos erinnert. Dort sagt der weise König aus dem reichen Fundus seiner Lebenserfahrung heraus: „Ein Gerechter ist selbst im Tod geborgen“. --- Selbst im Tod geborgen?

Das geht doch nur, wenn ich weiß, was danach kommt, oder? Aber wie kann man das wissen? Wenn „mit dem Tod alles aus ist“, wie es viele Zeitgenossen vorsichtshalber mal so formulieren – wissen kann man es ja nicht so genau – dann funktioniert das mit der Geborgenheit irgendwie nicht so richtig. Dann kann man zwar einen gewissen Fatalismus an den Tag legen und sagen: Es wird schon irgendwie werden oder irgendwas wird schon kommen. Aber befriedigend ist das so richtig nicht. Und vor allem gibt es darüber keine wirkliche Gewissheit. Darum kann so etwas wie Geborgenheit nicht aufkommen.

Woher aber nimmt Salomo nun diese Gewissheit, dass ein „Gerechter“ selbst im Tod geborgen“ sein kann?

Eine wirklich erhellende Antwort darauf kann uns das Wort des Paulus aus Römer 8, 38–39 geben. Dort sagte er: „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Für Paulus war klar: Gott hat uns geschaffen mit einem ganz klaren und deutlichen Ziel: Die Ewigkeit bei Ihm. Gott hat uns für eine kurze Zeit auf diese Welt gestellt, damit wir uns entscheiden dürfen und müssen, wo wir die Ewigkeit zubringen wollen: Bei Ihm in seinem Reich oder in Ewigkeit fern von Ihm. Die Bibel nennt das kurz und bündig, aber letztlich für jeden verständlich „Himmel und Hölle“. Der Himmel ist das Leben in der unmittelbaren Nähe Gottes. Die Hölle ist, von Gott zu wissen, Ihn zu sehen, aber nicht zu Ihm kommen zu können.

Paulus hat, wie schon Salomo in früheren Zeiten, die „Gerechtigkeit Gottes“ kennengelernt. Paulus wusste: Diese Gerechtigkeit muss und kann ich mir nicht verdienen, die bekomme ich geschenkt durch den Glauben an Jesus Christus. Und in Joh. 3,36 heißt es schlicht und klar: „Wer an Jesus glaubt, wer sich ihm anvertraut, der hat das ewige Leben.“ Dieses Vertrauen gibt Geborgenheit selbst im Tod. Es gibt die Gewissheit: „Wenn das Schlimmste kommt, dann bleibt uns das Beste!“ Es gibt uns die Zuversicht: Ich habe ein Zuhause bei Gott. Das lässt uns froh in die Zukunft blicken, denn – wie sagt es Salomo - : „Der Gerechte ist auch im Tode geborgen.“

Autor: Pastor Johannes Holmer

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Kraft für einen neuen Tag

Es gibt Tage, da begrüßen mich morgens meine Muskeln einzeln. Heute ist es wieder so weit. Ich hatte mich gestern sportlich betätigt und das merke ich heute mehr als mir lieb ist. Ich bin halt nicht mehr ganz der frischeste, auch wenn mein Selbstbild … na ja, lassen wir das besser!  – Wenn man in ein gewisses Alter kommt, scheint es so zu sein, dass der Preis für körperliche Beweglichkeit darin besteht, dass man ab und zu ziemlich erschöpft ist. Jedenfalls dann, wenn man sich mehr als sonst üblich sportlich betätigt hat.  

Aber es gibt ja auch Situationen, in denen man erschöpft ist, obwohl man sich körperlich nicht verausgabt hat. Ein grippaler Infekt kann einem die Kräfte rauben, ganz zu schweigen von schlimmeren Erkrankungen.

Manchmal fehlt einem die Kraft, weil man ständig mit Konflikten zu tun hat. Die können in der Familie, im Bekanntenkreis oder in der Firma sein. Konflikte setzen einem zu, weil sie die Tendenz haben, einen zu vereinnahmen.

So ist es wohl David ergangen. Viele Jahre war David ständig auf der Flucht vor König Saul gewesen, der ihm nach dem Leben getrachtet hatte. Oft war er auf der Flucht seinem Widersacher nur ein paar  Schritte voraus gewesen. Aber David hatte erlebt, dass Gott ihn in dieser schweren Zeit die nötige Kraft gegeben hat. 

Das bringt er in einem Lied zum Ausdruck, das in der Bibel als Psalm 18 überliefert worden ist. Inzwischen ist David selber König geworden. Er schaut auf sein Leben zurück, lässt noch einmal Revue passieren, was er erlebt hat und dankt Gott für dessen Beistand. David stellt fest: Gottes Wege sind vollkommen. Er bietet Schutz all denen, die ihn suchen. Gott ist wie ein Fels, sagt David. Er wankt nicht, auf ihm kann man sicher stehen. Und dann ergänzt David eine weitere Eigenschaft Gottes:

Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel (Psalm 18,33)

Gott rüstet mich mit Kraft – diese Aussage Davids kann ich bestätigen. Ich habe das immer wieder erlebt. In Zeiten, in denen ich mich niedergeschlagen und kraftlos gefühlt habe, hat Gott mich aufgerichtet. Er hat dabei unterschiedliche Wege gesucht, um mir Gutes zu tun: Mal waren es Menschen, durch deren wohltuende Worte ich aufgerichtet wurde. Oft waren es Bibelverse, die mich gestärkt haben oder es waren Zeiten der Stille und Einkehr, die mir weitergeholfen haben.

Bemerkenswert finde ich, dass König David die Gegenwartsform verwendet. Nicht „Gott rüstete mich früher mit Kraft aus“ oder „Gott wird mich irgendwann mit Kraft ausstatten“. Nein. David verwendet bewusst die Gegenwartsform: Gott rüstet mich mit Kraft.

Das wünsche ich mir für diesen Tag und ich wünschen es Ihnen auch. Möge Gott sich Ihnen und mir in Freundlichkeit zuwenden und uns das geben, was wir heute an Kraft brauchen. 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Festhalten

Ich kenne Leute, die sind unerschütterlich in ihrem Glauben. Auf jeden Fall wirken sie so. Ganz anders ist es wohl einigen Christen ergangen. Sie müssen ins Fragen und Zweifeln gekommen sein. Ist Jesus wirklich der verheißene Retter? Reicht das, was am Kreuz geschehen ist, aus? Hat Gott vielleicht doch noch Forderungen an mich? 

Das entnehme ich der Bibel, genauer gesagt, dem Hebräerbrief – einem Brief, der sich unter anderem an Menschen aus dem jüdischen Kulturraum wendet. Ihnen malt der Autor die Einzigartigkeit von Jesus vor Augen. Er zeigt auf, wie erhaben der Name Jesu über allen Glaubenshelden des Alten Testaments steht und wie umfassend und endgültig sein Erlösungswerk ist. Dann fährt der Briefschreiber mit den Worten fort:

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. (Hebräer 10,23)

Das erste Wort, was mir auffällt, ist das Wort »festhalten«. Man kann ja ganz verschiedene Dinge festhalten. Beispielsweise eine Hundeleine, das Lenkrad eines Autos oder ein Motiv mit der Fotokamera. In jedem einzelnen Fall geht dem Festhalten ein Willensentschluss voraus: Ich will die Bewegungsfreiheit meines Hundes kontrollieren. Ich steuere das Auto bewusst. Ich möchte ein bestimmtes Motiv fotografisch festhalten, um mich später an diesem Bild erfreuen zu können.

Christen werden aufgefordert, an der Hoffnung festzuhalten. Es geht um die Hoffnung, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist und anschließend mit seiner leibhaftigen Auferstehung den Tod überwunden hat. Und es geht darum, dass das, was Jesus getan hat, mich vor dem heiligen und allmächtigen Gott gerecht erscheinen lässt. Denn, wäre das nicht so, hätte ich allen Grund zur Sorge.

Genau das war das Problem mancher jüdischer Christen gewesen. Sie hatten die Sorge, dass Tod und Auferstehung Jesu vielleicht doch nicht ausreichten, um Gott gnädig zustimmen. Deshalb tendierten sie wieder zurück zu ihrer Religion mit den 630 Gesetzen, die es zu beachten galt.

Der Schreiber des Hebräerbriefs macht den jüdischen Christen Mut. Gott ist treu, sagt er, und führt aus, wie umfassend und endgültig die Erlösung durch Jesus Christus ist.

Ich bin davon überzeugt, dass das, was damals galt, auch heute noch richtig ist. Das, was Jesus Christus am Kreuz für mich stellvertretend erwirkt hat, reicht völlig aus, damit ich mit Gott ins Reine komme. Ich brauche, ja, ich kann von meiner Seite nichts dazu tun. Meine Aufgabe besteht darin, dankbar anzunehmen, was Gott durch die Auferstehung Jesu von den Toten bestätigt hat, und es auf mein Leben anzuwenden.

Ein zweites Wort fällt mir auf. Es ist das Wort »treu«. Der Schreiber des Hebräerbriefes ist sich ganz sicher. Gott ist treu. Auf ihn ist Verlass. Er steht zu seiner Zusage, auch wenn ich mit meinen Zweifeln ins Wanken gerate.

Mit diesem Gedanken will ich diesen Tag begehen. Ich will mich ganz auf das verlassen, was Jesus Christus mir zusagt und will fest halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Ich halte dich

Ein neues Jahr. Ein neuer Anfang. Viele Menschen nehmen sich zu Beginn eines Jahres etwas vor. Sie spüren etwas von der Faszination des Neuen. Im Römerbrief können wir die brillanten Worte  für unsere Zukunftsplanung 2020 aufnehmen:

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? (Römer 8,31)

Zwei Gedanken des Apostel Paulus möchte ich mit Ihnen genauer betrachten:

Der 1. Gedanke: Gott ist für uns.

Das ist nicht selbstverständlich. Gott ist für uns. Was sich Menschen untereinander antun und wie wenig und halbherzig sie nach Gott fragen, deshalb gibt es keinen Grund, warum Gott für die Menschen sein sollte. Auch wenn Paulus in sein eigenes Leben schaut; was war er stolz und rechthaberisch, wie viel Leid hat er Menschen angetan? Auch wenn wir in unser eigenes Leben sehen, wissen wir, wir können nicht vor Gott bestehen. Es gibt nur einen Grund, dass Gott für uns ist - weil er uns liebt.

In der Weihnachtspredigt haben Sie es vielleicht wieder neu gehört: Sein Name ist „Immanuel“, das heißt „Gott ist mit uns!“ Zu ihm können wir mit unserer Schuld kommen.  Dieses Wissen und diese Einladung steht: Gott ist für uns.

Der 2. Gedanke: Wer kann wider uns sein?

Gemeint ist: Wenn Gott an unserer Seite ist - wer kann uns dann noch etwas anhaben?

Lesen wir weiter im 8. Kapitel des Römerbriefes so heißt es: „Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will uns verurteilen? Christus ist hier, der gestorben und auferweckt ist und zur Rechten Gottes sitzt.“ Beschuldigungen gibt es viele. Wie schnell bildet man sich sein Urteil über andere. Ich habe es schon erlebt und Sie vermutlich auch: Wie übereilt sind sich andere einig und finden andere, die das gleiche Urteil über die oder den anderen teilen. Schwierig.

Und wenn es nicht andere sind, dann verurteilen wir uns oft selbst, machen uns Selbstvorwürfe. Fakt ist: Ja, wir machen Fehler. Nicht nur das. Wir sind Sünder: stolz, eitel, verletzt und empfindlich. Keiner ist vor Gott perfekt und trotzdem hat niemand das Recht, über uns ein Urteil zu sprechen und zu verdammen. Und niemand hat das Recht, auf Distanz zu gehen zu anderen, sie abzuschreiben, ihnen Liebe zu entziehen, keine neue Chance zu geben.

Ankläger werden sich immer finden. Doch wie gut zu wissen: Jesus stellt sich vor uns und zeigt seine Hände: „Und das habe ich für dich getan! – Ich bin für dich! Ich habe selbst deine Schuld getragen.“ „Wer will verdammen? Jesus Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und der uns vertritt.“ so schreibt Paulus weiter.

Die Frage ist jedoch: „Nehme ich diesen Freispruch von Jesus an?“

Falls Sie zweifeln, sind Sie neugierig auf dieses Leben im Glauben. Nehmen Sie diese starke Aussage in dieses noch neue Jahr mit hinein: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Jede und Jeder darf es ganz persönlich nehmen:

Ich bin für dich! Sagt Gott Ihnen. Wer kann dir dann noch etwas anhaben? Nichts kann dich trennen von meiner Liebe. Nichts kann mich aufhalten, dich zu lieben.

Egal - was kommt: Ich halte dich!

Autor: Monika Scherbaum

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Der Blick zu den Sternen

Ich sitze im Wartezimmer und blättere eine Zeitschrift durch. Mir fällt eine Anzeige der Apotheken in roter Schrift mit dem Text auf: „Gut zu wissen, dass jemand für uns da ist - auch nachts.“ Wir Menschen brauchen solche auffallenden Erinnerungen, damit sie sich abspeichern. Werbeleute meinen sogar: 7x muss eine Nachricht verbreitet und gelesen werden, damit sie ankommt.

„Erinnere dich“ - so kommt mir der  Jesaja 40,27 vor. Ich lese den Bibeltext nach der Übertragung „Hoffnung für alle“: „Ihr Nachkommen von Jakob, ihr Israeliten, warum behauptet ihr: Der Herr weiß nicht, wie es uns geht! Es macht unserem Gott nichts aus, wenn wir Unrecht leiden müssen?“ Gott kennt uns durch und durch und weiß auch, dass wir manchmal genau so jammern wie die Menschen der Bibel. Wir erleben das auch, dass Gott ein Gebet nicht erhört. Daraus kann eine Glaubenskrise entstehen. So war das damals: Das Volk Israel in der Gefangenschaft in Babylon. Sie hatten viele Jahre gebetet, dass sie in ihre Heimat zurückkehren dürfen, doch sie waren immer noch da. Dabei hatte Gott doch zugesagt, dass sein Volk in seinem Land leben darf. Die Israeliten hatten den Eindruck, dass Gott von dieser Zusage und von ihnen nichts mehr wissen will. Ob er sie einfach vergessen hat?

Kennen Sie auch manchmal ein ähnliches Gefühl? Gott ist zu langsam, hat mich vergessen, er weiß nicht wie es mir geht? Ich bin Gott nicht wichtig, obwohl ich seine Hilfe so dringend brauche, vielleicht in den Sorgen um die Gesundheit, um den Lebensunterhalt meiner Familie. Dann deuten wir oft unsere Lage nach unserer Einsicht. Wir meinen genau zu wissen, was Gott jetzt für uns tun muss. Wir sind oft nur auf die Not fixiert. Lesen wir im Jesajabuch Kapitel 40 ein wenig weiter, entdecken wir, wie wir Menschen das Jammern verlernen können: Da lädt der Prophet Jesaja zum Sternezählen ein. „Hebt eure Augen in die Höhe. Seht, wer hat dies geschaffen?“ Ja, wir dürfen es wissen und festhalten: Gott ist immer viel größer als alle unsere Vorstellungen. Hier gilt der Appell „Kopf hoch“ im wahrsten Sinn des Wortes. Schau nach oben, wenn du am Ende bist mit deiner Kraft und deinen Möglichkeiten. Schau weg von deiner notvollen Situation hinauf zum Himmel. Staune über den Schöpfer, der das große Wunderwerk der Sterne, die Unfassbarkeit des Universums geschaffen hat.

Vor einigen Jahren war ich in der Weihnachtszeit im Planetarium, um die Vorführung „Stern über Bethlehem“ anzusehen. Nach 2000 Jahren, dank genialer Technik, lässt sich dies rekonstruieren. Faszinierend, wie präzise und exakt der Lauf der Sterne ist und erst recht, wie Gott diese Umstände benutzt hat, um Jesus, seinen Sohn, zur Rettung in diese Welt zu schicken. Die ganze Bibel erzählt davon: Gott kennt unser Leben, weiß, dass wir alleine nicht mit unserer Schuld fertig werden und wir Jesus als Versöhner brauchen. Er weiß, wo wir Unrecht erleiden und seine Hilfe brauchen. Gut zu wissen und sich zu erinnern: Wenn Gott bei dem Lauf der Sterne und bei der Erlösung durch Jesus keinen Fehler gemacht hat, dann kann ich für heute zuversichtlich sein: Gott wird auch in meinem Leben alles zum Guten lenken!

 

Autor: Monika Scherbaum

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Dunkle Zeiten

Ein Vers aus dem 4. Psalm ist die heutige Tageslosung. Von diesem Vers gibt es eine pessimistische und eine optimistische Übersetzungsvariante. Die Zürcher Bibel bringt die pessimistische Variante: „Viele sagen: Wer lässt uns Gutes schauen? Entschwunden ist über uns das Licht deines Angesichts, Herr.“

In der Neuen Genfer Übersetzung tönt es optimistischer: „Viele Leute hört man klagen: Was haben wir noch Gutes zu erwarten? Herr, wende uns dein Angesicht freundlich zu und schenke wieder neue Hoffnung!“

Der Rückblick auf den Versanfang „Wer lässt uns Gutes schauen?“ legt eher die pessimistische Variante nahe: „Entschwunden ist über uns das Licht deines Angesichts, Herr."

Der Folgevers im Psalm heisst: „Du hast mir Freude ins Herz gegeben, mehr als in der Zeit, da es Korn und Wein gibt in Fülle.“ Das tönt zuversichtlich, so dass das optimistische „Wende uns dein Angesicht freundlich zu und schenke wieder neue Hoffnung!“ besser passt.

Welche Variante wir auch lesen: Da sehnt sich ein Mensch nach dem Guten, das die konkret erfahrbare Anwesenheit Gottes in unserem Leben bewirken kann. David ist der erste Beter von Psalm 4. Er spricht nicht nur für sich, sondern im Namen eines Kollektivs: „Wer lässt uns Gutes schauen? Lass es wieder über uns leuchten.“ Wer sind diese Leute? Vielleicht diejenigen, die David durch seine chaotischen Zeiten begleitet haben, z.B. im Zusammenhang des Aufstandes seines Sohnes Absalom. Auch die großen biblischen Figuren sind nie Einzelkämpfer, sie sind keine isolierten Solisten. Mose hatte stets seine Mitstreiter an der Seite, Paulus nennt am Anfang seiner Briefe nie nur seinen Namen, sondern immer auch die seiner Begleiter.

Diese Erfahrung haben Sie hoffentlich auch schon gemacht: In dunklen Zeiten in ein „uns“ eingebunden zu sein. Das „Leuchten des Angesichts Gottes“ über einer Person ist ein Bild für den Segen, den diese Person im Leben erfährt. Im aaronitischen Segen heißt es: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden. (Numeri 6, 24-26).

 

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer

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Mord

Die heutige Tageslosung ist an Kürze kaum zu unterbieten: „Du sollst nicht töten.“ Einfach und klar. Man könnte auch übersetzen: „Du sollst nicht morden.“ Gott will nicht, dass wir einem Mitmenschen das Leben nehmen. Das menschliche Leben ist ihm heilig.

Die Filiale einer Bank oder eines Juweliergeschäftes betreten und das anwesende Personal abknallen – dass das nicht geht, ist allen klar. „Du sollst nicht töten“, endlich ein Gebot, das einfach einzuhalten ist. Schließlich ist unser Lebensweg normalerweise nicht mit Leichen übersät.

Wenn wir allerdings daran denken, wie Jesus dieses Gebot in der Bergpredigt interpretiert, dann ist die Sache schon weniger klar. Ich zitiere aus Matthäus 5: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wurde: Du sollst nicht töten! Wer aber tötet, der sei dem Gericht übergeben. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, sei dem Gericht übergeben. Und wer zu seinem Bruder sagt: Du Trottel, der sei dem Hohen Rat übergeben. Und wer sagt: Du Narr, der sei der Feuerhölle übergeben.“ (Matthäus 5,21f)

Jesus setzt hier den Zorn auf einen Mitmenschen und dessen Beschimpfung in eine Reihe mit dem Töten. In diesem Sinn getötet habe ich schon oft, im Herzen noch öfter als mit hörbaren Äusserungen. Verhaltensweisen, die meines Erachtens dumm und/oder schädlich sind, lösen in mir Zorn aus. Und die Urheber betitle ich innerlich nicht mit netten Worten. Ich habe einen Nachbarn, der seit der Renovation seines Hauses nur noch im Freien raucht. Seither muss ich ihm häufig zuschauen, wenn er seiner Sucht frönt. Dieses selbstzerstörerische Verhalten bringt mich innerlich auf. Ich sollte wohl besser ein freundliches Gespräch mit ihm suchen.

Was tun - gerade dann, wenn ich meinen Zorn für berechtigt halte? In dieser Beziehung bin ich kein Vorbild und muss noch viel lernen. Ich weiß, dass Jesus alle Menschen liebhat. Ihm nacheifern und seine Perspektive auf meine Mitmenschen einnehmen, das soll mein Ziel sein. Ansatzweise ist mir das schon gelungen. Aber der Weg zu einem wirklich jesusgemässen Leben ist noch weit. In Anlehnung an Psalm 130 bete ich:

Jesus, aus der Tiefe meines Herzens rufe ich zu dir. Herr, höre meine Stimme, lass deine Ohren vernehmen den Ruf meines Flehens. Wenn du mir meinen Zorn und meine – meist inneren – Beschimpfungen anrechnest, dann kann ich nie und nimmer vor dir bestehen. Dank deinem Evangelium darf ich wissen: Bei dir ist Vergebung. Lass mich in Ehrfurcht und Hoffnung vor dir leben.

 

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer

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