ERF Plus - Wort zum Tag

Die Grundlage ihres Glaubens

Bisher habe ich noch kein eigenes Haus. Das liegt vermutlich daran, dass ich noch studiere und keine Familie habe. Und trotzdem habe ich schon ein fertiges Fundament, auf das ich baue.

Dieses Fundament hat wenig mit meiner späteren Wohnsituation zu tun. Und ich bin auch nicht die einzige, die dieses Fundament besitzt. Im Gegenteil: Jedem Menschen auf der Welt wird unabhängig von seiner Wohnsituation dieser feste Grund angeboten. Er wird sogar bedingungslos und voraussetzungslos geschenkt.

Die Rede ist von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. In seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth vor knapp 2000 Jahren schreibt der Apostel Paulus in Kapitel 3, Vers 11: Niemand kann ein anderes Fundament legen als das, das schon gelegt ist. Und das ist Jesus Christus.

Dabei geht es Paulus nicht um einen Hinweis für ein neues Bauvorhaben bei den Korinthern. Nein, er hat etwas viel Größeres im Sinn. Paulus spricht von dem Fundament der christlichen Gemeinschaft und damit von dem Fundament eines jeden Christen und einer jeden Christin. Und dabei handelt es sich nicht Umstände oder Gegenstände, sondern um eine Person. Der Apostel muss die Gemeinde daran erinnern, dass Jesus Christus die Grundlage ihres Glaubens ist.

Denn scheinbar gab es unter den Christen in Korinth Streit darüber, wer zu welchem Apostel zählt – je nachdem, wer von wem getauft worden war. In diesem Kontext erinnert Paulus daran, dass es nur ein einziges tragendes Fundament im Leben gibt, nämlich Gottes Sohn. Allein er kann die Grundlage der Gemeinde sein. Ohne ihn stürzt alles ein. Er verbindet alle, weil alle christlichen Gemeinden auf ihn – und nur ihn – gebaut sind.

Das gilt auch heute noch. Jesus als Fundament bleibt bedingungslos und felsenfest bestehen. Dieser Grund ist ausnahmslos jedem gegeben. Ich kann völlig frei mein Lebenswerk auf dieses unerschütterliche Fundament bauen. Denn Jesus Christus möchte für mich da sein. Er möchte mich durchs Leben tragen, so wie ein Fundament ein Haus trägt.

Egal wie stark die Stürme sind, die an meinem Lebenshaus rütteln: Mit Jesus ist mir der stabilste Grund gegeben, den es gibt. Geld kann ich verlieren, Freunde können mich verlassen und Familienangehörige sterben. Aber Jesus verspricht mir, dass er mich nie verlässt. Er möchte eine Beziehung zu mir haben. Das bedeutet: Ich kann mich felsenfest auf ihn verlassen. Denn im Gegensatz zu den Beziehungen zu meinen Freunden und meiner Familie enttäuscht er mich nicht.

Das heißt nicht automatisch, dass in meinem Leben alles glattläuft. Trotz dieses genialen Fundaments kann es sein, dass mein Haus irgendwie Schaden nimmt. Es kann zum Beispiel sein, dass Beziehungen in die Brüche gehen, dass ich krank werde oder dass ich meinen Job verliere. Und dennoch bleibt das gesetzte Fundament unerschütterlich stehen.

Es ist wichtig, dass ich mir bewusstmache: Es gibt einen Unterschied zwischen einer positiven Lebenseinstellung, auf die ich mein Leben baue und die immer die Umstände – also das Haus – im Blick hat, und einer unerschütterlichen Hoffnung auf ein tragendes Fundament. Diese Hoffnung ist Jesus Christus – eine Person. Und mein Haus baue ich auf ihn, indem ich hoffnungsvoll auf ihn vertraue. Sowohl in meinem irdischen Leben als auch darüber hinaus will er für mich da sein und in Beziehung mit mir leben. Das ist keine Eigenleistung von mir, sondern ein bedingungsloses Geschenk. Dieses Fundament kann ich mir nicht selbst bauen, ich kann es nur bebauen.

Konkret für mein Leben bedeutet das zum einen ganz viel Freiheit. Ich werde nicht in ein fertiges Haus gezwängt, sondern kann im Vertrauen auf einen tragenden Grund meine Lebensumstände gestalten. Wenn ich ein geselliger Mensch bin, kann ich ein großes Familienhaus bauen. Oder wenn ich kreativ und abenteuerlustig bin, kann ich viel reisen und unternehmen. Zum anderen ermöglicht mir Jesus als Fundament aber auch, mutig zu sein. Der Grund ist ja schon gelegt, tiefer kann ich nicht fallen. Und in all dem bin ich mit allen anderen verbunden, die ihr Lebenshaus auch auf dieses Fundament stellen. Jesus trägt und verbindet. Auch wenn ich also als Studentin noch kein eigenes Haus habe: Die Basis steht schon mal. Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob und wie ich mein Leben darauf baue.

Autor: Hannah Thielmann

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Mit der Leidenschaft seines Herzens

Leid, soweit das Auge reicht. Auf der großen Weltbühne und im persönlichen Leben.

Wie ist ein liebender und allmächtiger Gott mit dem Leid in der Welt vereinbar? Die Frage nach Gott in all dem Leid schreit zum Himmel.

Ich kenne viele leidende Menschen. Manche wenden sich wortlos von Gott ab. Andere suchen die Konfrontation mit Gott, ringen mit ihm, suchen Antworten. Ich möchte von jemand berichten, der ganz besonders zum Inbegriff des leidenden Menschen geworden ist. Er verlor in kurzer Folge seinen Reichtum, seine Familie und schließlich auch seine Gesundheit.

Seinen Namen verwenden wir bis heute in unserer Alltagssprache. Wenn uns eine schlimme Nachricht ereilt, sprechen wir von einer Hiobsbotschaft. Hiob konnte zunächst sein Leid aus Gottes Hand nehmen. Aber dann wird seine Frömmigkeit auf die Probe gestellt. Er ringt mit seinem Schicksal und macht seinem Herzen Luft. Hiob fragt, Hiob klagt und Gott – schweigt.

Hiob leidet nicht nur an den vielen Schicksalsschlägen in seinem Leben. Der eigentliche Stachel ist, dass Gott sich vor ihm verborgen hat, dass Hiob keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Leidens hat. Seine Fragen werden zur Klage, zur Anklage gegen Gott. Ihn, der scheinbar seine Hand von ihm zurückgezogen hat, rief er auf, sich zu erklären. „Warum geht es mir so dreckig, der ich doch stets nach Gottes Wort gelebt und gehandelt habe? Womit habe ich das verdient? O hätte ich einen, der mich anhört“ (Kp.31,35) rief er.

Hiob klagt mit aller Leidenschaft seines Herzens. Darum brauchen auch wir uns nicht zu schämen, wenn uns die Last unseres Schicksals zu schwer werden will und wir nicht anders können, als unseren Jammer hinauszuschreien. Wir sind nicht Gottes Marionetten, die er wie ein Puppenspieler tanzen lässt. Wir ehren Gott nicht dadurch, indem wir alles schlucken, was das Leben uns vorsetzt. Hiob hat Gott zuletzt direkt zur Antwort herausgefordert und darüber völlig vergessen, dass nicht Gott sich vor dem Menschen zu verantworten hat, sondern der Mensch vor Gott. Er muss erkennen und einsehen, was wir im Bibelwort lesen: „Ich weiß wohl, es ist so: Wie könnte ein Mensch recht behalten gegen Gott. Hat er Lust mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht eines antworten.“

Gott gibt ihm keine rationale Erklärung für sein Leid. Und das ist bis heute so. Wer nach dem Sinn der Unbegreiflichkeit des Leidens fragt, stößt bei seinen Überlegungen auf die Unbegreiflichkeit Gottes. Unbegreiflich ist aber auch, dass wir in Jesus Christus einen Leidensgenossen haben. Gott ist kein unbeteiligter Zuschauer bei menschlichem Leid. Was mir in schweren Stunden – und ich kenne solche – hilft, ist die Tatsache, dass ich an einen Gott glaube, der mir nichts zumutet, was er sich nicht selbst aufgeladen hat.

Nicht die Antwort auf meine vielen offenen Fragen treibt mich in die Arme Gottes, sondern die Liebestat Jesu am Kreuz auf Golgatha.

Autor: Pastor i. R. Eckhard Schaefer

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Trost gesucht

Ich habe mal in der Bibel geblättert, um herauszufinden, wie oft das Wort Trost, Tröster oder trösten vorkommt. Dabei bin ich auf etwa 130 Bibelstellen gestoßen. Was schließe ich daraus? Gott will, dass wir in einer trostbedürftigen Welt oder auch trostbedürftigen persönlichen Lebenssituation nicht auf uns allein geworfen sind. ER verspricht: "Ich, ich bin euer Tröster!" Wie tröstlich! Ohne Trost kann niemand leben. Trost ist wie eine lindernde Salbe auf eine schmerzende Wunde.

Das ist schön gesagt. Aber was ist, wenn die Wunde schmerzt und der Trost ausbleibt? Davon berichtet unsere heutige Bibellese. Es lohnt sich, das Bibelwort im Textzusammenhang beim Propheten Jesaja im 51.Kapitel aufzusuchen.

Israel steckt in der Bredouille. Der Schmerz ist groß. Jesaja und mit ihm das von Gott erwählte Volk sind Heimatvertriebene. Sie leben als Migranten in Babylon und hoffen auf das Eingreifen des Herrn. Gott, der früher ein fester Posten in ihrem Leben war, scheint ganz weit weg zu sein. Jesaja merkt nichts von ihm und von seiner rettenden Kraft. Er beschwört Gott regelrecht, dass er seine Macht zeigen möge. Nicht nur einmal – nein: immer wieder.

Jesaja versteht nicht, warum Gott das Volk fern der Heimat und fern vom Tempel jahrelang hängenlässt. Wo ist Gott? Warum greift er nicht ein? Schläft er? Quälende Fragen. Jesaja ruft: "Wach doch endlich auf, wach auf und zeig dich, der du so stark bist!" lesen wir. (Vers 9) Der Weckruf meint: Gott, misch dich doch endlich sichtbar und spürbar ein in das Geschehen der Welt. Tu was! Zeig deine Macht! Jesaja will Gott wachrütteln.

Darf man so mit Gott reden? Ja, man darf! Erstaunlich! Das dürfen wir, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Wir können Gott unser Leid klagen, ja, wir können ihn zur Rede stellen. Er kann das ab. Und Gott bleibt nicht stumm. Er antwortet mit zärtlichen, tröstenden Worten: "Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben?" Kein Vorwurf, keine Zurechtweisung. Gott weist den Beter nicht in seine Schranken. Er verspricht, dass er der Tröster sein wird. Er erinnert daran, dass wir vor sterblichen Menschen keine Angst haben müssen.

Das gilt auch heute. Mit Gott können wir reden. Vor ihm dürfen wir unser Herz ausschütten. Und Gott greift ein. Gott schläft nicht.

Sie dürfen die heutige Bibellese für sich ganz persönlich in Anspruch nehmen. An Ihre Adresse gerichtet sagt Gott: „Ich, ich bin Dein Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben?" Wenn Gott zu Wort kommt, wird aus Angst Trost. Aus Trauern und Seufzen wird Wonne und Freude. Und wir können dann bezeugen: "In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet."

Autor: Pastor i. R. Eckhard Schaefer

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Wenn ER ruft

Schon in jungen Jahren haben mein Mann und ich unabhängig voneinander den Ruf Gottes in seine Nachfolge angenommen und es wurden wichtige Weichen gestellt. Was ist doch alles in unserem Leben geworden, weil wir dem Ruf Gottes „Komm, folge mir nach“ gefolgt sind?

Diese Entscheidung für ein Leben mit dem lebendigen Gott hat unser ganzes Leben geprägt. Rückblickend auf so viele vergangene Jahre können wir nur staunen. Da war z. B. der Ruf Gottes in die Theologische Ausbildung und später die Partnerwahl. Immer wieder kamen wir an Weggabelungen und wir fragten uns: „Welcher Weg ist wohl jetzt der Richtige?“

Jesus hat schon am Anfang seines Dienstes Menschen berufen. Wir lesen in Markus 1, 16 + 17 „Als er aber am Galiläischen Meer entlang ging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach; ich will euch zeigen, wie ihr Menschen für Gott gewinnen könnt!“

Andreas und Simon Petrus haben ihre Boote verlassen und sind mit Jesus gegangen. Diese Männer waren drei Jahre ständig mit Jesus unterwegs. Sie sahen seine Art zu leben, hörten ihn predigen, lernten von ihm, litten mit ihm. Sie erlebten das Schwerste, das Kreuz - und das Schönste, die Auferstehung. Nach der Himmelfahrt gründeten sie die ersten christlichen Gemeinden! Was ist doch aus diesen einfachen Fischern geworden!

Auch mein Mann und ich kamen im Rückblick auf unser Leben übereinstimmend zum Fazit, dass es für uns die beste Entscheidung war, dem Ruf Gottes: „Kommt, folgt mir nach“ zu folgen.

Mit Sicherheit hätte sich unser Leben total anders entwickelt, wenn wir das nicht getan hätten! Was ist doch positiv aus dieser einen Entscheidung über all die vergangenen Jahre geworden? Viel Gutes, Schönes, Berührendes und Dankenswertes sind geworden. Wir haben interessante Menschen kennengelernt und an vielen verschiedenen Orten gewohnt und sind dadurch flexibel geblieben. Es gab Höhepunkte: Etwa dann, wenn Menschen durch unsere Arbeit den Ruf Jesu: „Folge mir nach!“ für sich angenommen haben. Wir haben erlebt, wie Gott Menschen veränderte, heilte und neu machte. Gott hat uns versorgt, gesegnet, bewahrt, getragen und immer wieder neue Kraft geschenkt.

Aber es gab auch Zeiten, wo es turbulent zuging, wo wir uns ein ruhigeres Leben gewünscht hätten. Momente, wo es nicht so einfach war, wo es um uns stürmte, wo wir krank waren und nicht mehr weiterwussten. Es gab auch traurige und schwere Momente in unserem Dienst, wo wir Gottes Handeln nicht verstanden haben. Manchmal fühlte sich das Leben im Dienst für Gott sehr einsam an. Aber rückblickend war es trotz allem die beste Entscheidung, dem Ruf Jesu zu folgen. Vieles wäre nicht geworden, wenn wir diesem Ruf in Jesu Nachfolge nicht gehorcht hätten.

Heute ermutige ich Sie, auch mal darüber nachzudenken, was aus Ihrem Leben durch die Entscheidung für Jesus alles geworden ist. Da gibt es sicher auch bei Ihnen viel zu danken.

 

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Gaben entdecken

Manchmal staunen wir über Menschen, die unglaublich begabt sind. Was sie anpacken, gelingt ihnen. Manche Menschen haben eine schöne Stimme, können noch dazu fantastisch malen, wunderschön auf ihrem Instrument spielen, gut schreiben, verschiedene Sprachen sprechen, und erst noch gut reden! Und weil sie so viele Dinge gut können, sind sie gefragt, werden bewundert, stehen oft im Rampenlicht und haben viele Freunde.

Daneben stehen Sie und ich - und es stellt sich doch ganz schnell die Frage: „Welche Gaben habe ich denn?“ Wie können wir herausfinden, wo unsere Begabungen liegen?

Ich habe einmal mitgeholfen, einen Kurs für Frauen zu leiten. Irgendwann gaben wir den Teilnehmerinnen den Auftrag, eine Liste von den Dingen aufzuschreiben, die sie gut können. Es folgte betretenes Schweigen. Jede schaute verstohlen in die Runde, ob die Anderen etwas aufs Papier brachten. Nach einer Weile platzte eine der Frauen heraus und sagte: „Was ich nicht kann, das weiß ich und da könnte ich eine lange Liste auf mein Blatt bringen! Aber was ich kann? Das weiß ich doch nicht!“

Diese Aussage hat mich berührt und sie ist mir im Laufe meines Lebens immer wieder begegnet. Besonders bei Jugendlichen, bei Frauen und bei behinderten und kranken Menschen. Wer bin ich denn und was kann ich denn schon?

Paulus schreibt seinem jungen Mitarbeiter im 1. Timotheusbrief 4, 14: „Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist.“

Timotheus sollte die Gemeinde lehren, ihnen das Evangelium verkünden und sie vor Irrlehrern bewahren. Timotheus war noch sehr jung und musste schon so ein wichtiges Amt übernehmen. Paulus ermutigte ihn besonders. Er sagte ihm und den Lesern des Briefes, dass niemand auf den jungen Timotheus herabsehen darf. Aber er soll auch ein Vorbild sein in allem was er tat, im Glauben, in der Liebe und in der Disziplin. Begabung und damit verbundene Verantwortung verpflichten auch.

Um Timotheus und der Gemeinde klarzumachen, dass Gott ihn zu diesem Dienst berufen hat, haben ihm die Leiter der Gemeinde vor allen Anwesenden die Hände aufgelegt. Sie haben Gott um Weisheit gebeten für den anspruchsvollen Dienst. Damit haben sich ältere, weise Menschen sowie die Gemeinde hinter Timotheus gestellt.

Das ist ein wichtiger Hinweis für uns. Auch wir brauchen andere Menschen, die uns zutrauen, dass wir begabt sind. Menschen, die uns eine Plattform geben, unsere Gaben einsetzen zu können. Gegenseitige Ermutigung ist enorm wichtig.

Sehr oft hat uns Gott ganz natürliche Gaben mitgegeben, Dinge, die wir von Natur aus gerne machen. Ich glaube aber auch, dass Gott uns in bestimmten Situationen zusätzlich Gaben schenken kann, die wir im Dienst für Gott und in der christlichen Kirche einsetzen dürfen. Wie nötig haben wir doch alle die Gabe des Mitgefühls, des Gebets, der Anteilnahme, der Fürsorge, der Gastfreundschaft, des Tröstens oder des Dienens. Es geht doch darum, dass wir die uns zugeteilten Begabungen fröhlich einsetzen.

Schreiben Sie doch mal auf, was Ihre Begabungen sind!

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Ein Fazit

Was hilft, wenn unser Glaube in die Krise kommt? Ein Schicksalsschlag, der Tod eines geliebten Menschen, das Scheitern einer Beziehung, eine schwere Krankheit können eine solche Krise auslösen.


 Manchmal ist es auch nur die alltägliche Routine unseres Christseins, in der die Freude am Glauben sich verflüchtigt.

Die vertrauten Worte der Bibel erreichen plötzlich unser Herz nicht mehr. Der Hebräerbrief ist an solche Menschen geschrieben. Menschen, die müde geworden sind in ihrem Christsein und sich zum Teil von der Gemeinde zurückgezogen haben. Als Trost- und Mahnrede ist dieser Brief zu verstehen. Als Sammlung von seelsorglichen Gesprächen hat ihn jemand bezeichnet. Er will zu einem Neuanfang im Glauben ermutigen.

In einer Segensbitte am Schluss des Briefes ist sein Anliegen noch einmal zusammengefasst:

Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt – heißt es in Hebräer 13, Vers 20 bis 21.

Um drei wichtige Einsichten geht es in diesem Segenswort: Wir erfahren, was Gott für uns getan hat.


 Er hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus einen ewigen Bund des Friedens mit uns geschlossen. Was uns von Gott getrennt hat, unsere Schuld und Sünde, ist weggenommen.

Das ist gemeint, wenn die Bibel vom Frieden zwischen Gott und Menschen redet. Gott ist für uns zum Gott des Friedens geworden. In seinem Frieden sind wir geborgen in Zeit und Ewigkeit.

Und Jesus ist für uns zum großen Hirten seiner Schafe geworden. Er sagt es selber: Ich bin der gute Hirte, ich gebe mein Leben für die Schafe. Ich schenke ihnen das ewige Leben und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. (vgl. Joh. 10)

Der gute Hirte ist bei uns in den dunklen Tälern unseres Lebens und lässt unsere Hand nicht los, auch nicht im Sterben und im Tod. Wenn der Gott des Friedens es so gut mit uns meint und der gute Hirte Jesus Christus mit uns geht, dann kann sich in unserem Leben auch in der Krise alles zum Guten wenden. Er mache uns tüchtig in allem Guten – heißt es. Wenn wir zu Jesus Christus gehören, dann bewegen wir uns in einer Luft, in der das Böse nicht mehr gedeihen kann.

Dann fragen wir: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Wir orientieren uns an seinem Wort und erfahren so seinen Willen. So wirkt Gott das Gute in unserem Leben.

In eine Segensbitte fasst der Seelsorger des Hebräerbriefs diese Gedanken. Für andere um Segen bitten heißt, ihr ganzes Leben der Gnade Gottes anzubefehlen. So ermutigt er die angefochtenen Glieder der Hebräergemeinde und uns, dem Gott des Friedens und dem guten Hirten Jesus Christus wieder neu zu vertrauen.

Ein Pfarrerkollege hat berichtet, dass er als junger Vikar seinen Glauben verloren hat.


 Er schreibt: „Ich weiß nur noch, dass niemand und nichts diese Not aufbrechen konnte. Dann hatte ich die Moderation bei einem Vortragsabend. Wir sollten die Bibel aufschlagen. Der Referent hat vorgelesen. Dieses Bibelwort aus Hebräer 13. Und da, in diesem Moment, beim Hören und Lesen dieser Stelle, da bekam ich das „glauben-Dürfen“ zurück. So macht es Gott.“

Autor: Pfarrer Werner Schmückle

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Eine Handbreite

Die Sehnsucht und Suche nach Sicherheit gehört zum Leben vieler Menschen.

Man versucht sich abzusichern und zahlt seinen Beitrag für die entsprechenden Versicherungen: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung und so weiter.

Und natürlich auch ein entsprechendes Finanzpolster auf dem Bankkonto. Oft geht es nach dem Sprichwort: „Zwei Sicherungen nützen mehr als eine, und besser ist zwei als keine.“ Zu den Erfahrungen in der Corona-Krise gehört wohl auch die Erkenntnis, dass es letzte Sicherheit nicht gibt.


 Wer mit der Bibel lebt, dem ist das längst bewusst.

Der Beter des 39. Psalms bittet Gott in der Krankheit und der Bedrängnis durch Feinde um diese Erkenntnis und spricht sie dann aus: Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! – heißt es in Psalm 39, Vers 6.

Nein, es ist nichts mit dem sicheren Leben in dieser Welt. Unser Leben ist wie eine Handbreite vor Gott. Die Handbreite, das sind vier Finger einer Hand ohne den Daumen. Die Handbreite gilt als das kleinste hebräische Längenmaß. Wie ein Nichts ist das Menschenleben, wie ein Hauch, der schnell verweht.


 Und in Vers 7 heißt es dann: Wie ein Schatten, wie Bilder in einem Traum, die schnell verschwinden, geht der Mensch durchs Leben. Sein Tun und Treiben ist viel Lärm um Nichts, er sammelt Schätze für lachende Erben.

Im Psalm 103 ist diese Erkenntnis so ausgedrückt: Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde, wenn der Wind darüber weht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.

Für manche Menschen ist diese Erkenntnis ein Grund zum Verzweifeln. Der 39. Psalm weist uns einen anderen Weg. Der Beter wirft sich Gott in die Arme: Nun Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich – heißt es in Vers 8.

Der Beter bittet darum, dass Gott ihm das Ziel seines Lebens zeigt. Im Psalm ist dieses Ziel noch nicht ausgesprochen, es wird erst deutlich vom Neuen Testament her. Es ist die Geborgenheit des ewigen Lebens bei Gott, die Jesus uns schenkt.

Ihr werdet euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel unseres Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit – heißt es im 1.Petrusbrief. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir  -sagt uns der Hebräerbrief.

Ein Christ aus der Schweiz hat einen ganz schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung durchlebt. Über WhatsApp hat er sich an die Freunde gewandt, die für ihn gebetet haben und ihnen geschrieben: „Bitte sorgt euch nicht! Ich kann euch versichern, dass es viel schöner bei Jesus ist als mit einem so aggressiven Virus zu kämpfen.“

Sich Gott in die Arme werfen, das ist der Weg, zu dem uns der Psalm anleitet. Franz von Assisi macht das in einem Gebet mit diesen Worten:


 „O Herr, in deinem Arm bin ich sicher.


 Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten.


 Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“

Quelle des Corona – Zitats: Arnold Denoth: Covid – 19 überlebt!, in: Augenblick mal Nr. 128; August 2020, S. 3-5

Autor: Pfarrer Werner Schmückle

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Gottes Art

Die Herrnhuter Losung für den heutigen Tag steht im 1. Buch der Könige, Kapitel 19, in den Versen 5 u.8: Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.

Zwei Sätze aus dem Alten Testament, die es in sich haben. Eigentlich müssten wir jetzt gemeinsam die ganze Geschichte dahinter lesen. Es ist die des Elia, eines Propheten, also eines Verkündigers des Willens Gottes. Hier geht es um die Kapitel 18 und 19 des 1. Könige-Buches. Ich kann Ihnen nur empfehlen, das einmal in einer ruhigen Stunde zu lesen.

Aber kurz zusammengefasst: Elia war der Prophet des Gottes Israels. Die Realität aber sah mittlerweile so aus, dass der König Ahab und seine Frau Isebel alle möglichen anderen Götter im Sinn hatten. Baal hieß der eine. Für ihn feierten sie Feste und Gottesdienste. Auf seine Priester hörten sie. 

Doch Gott war das ein Gräuel. Elia hatte für IHN und seine Beachtung gekämpft. Er hatte die Götzenpriester der heidnischen Isebel zu einem unglaublichen Experiment herausgefordert und wollte damit zeigen, welcher Gott wirklich Macht hat. Und Gott hatte ihm großen Erfolg beschert, sodass am Ende alle Priester des Baal „auf der Strecke geblieben“ waren. Elia hatte fast wie im Rausch ein grauenvolles Gemetzel veranstaltet - vermeintlich zur „Ehre seines Gottes“. Damit hatte er den Zorn der Königin herausgefordert, die sich nun an Elia rächen wollte.

Obwohl Gott ihm gezeigt hatte, wozu er in der Lage war, hatte Elia nun aber eine „Heiden-Angst“ bekommen und sich im letzten Winkel irgendwo am Rande der Wüste verkrochen. Ihm schlotterten die Knie. Vermutlich war er doch nicht so ganz sicher, ob er das Richtige getan hatte und dass Gott das alles so gut fand.

Und da saß er nun, völlig erschöpft am Rande der Wüste, an einem Bach. Der Kopf fiel ihm schon zur Seite, und er schlief ein. Hier konnte Isebel ihre Rachepläne fürs Erste vergessen. Voller depressiver Gedanken wünschte Elia sich sogar zu sterben.

Doch dann stehen hier diese zwei Sätze: „Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.“

Eine offensichtliche Ermutigung seines Dienstherrn: Elia, lass den Kopf nicht hängen, ich will dich noch gebrauchen. – Weiter heißt es dann „Und er sah sich um, und siehe, neben ihm lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.“

Gott weckte ihn erneut und sagte, er solle losgehen – eine weite Strecke durch die Wüste, zu einer Höhle. Als Elia am Morgen aus der Höhle schaute, geschah etwas Seltsames. Denn „siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Wind. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel“, denn nun merkte Elia, dass in dem „sanften Sausen“ Gott gegenwärtig war.

Und er entdeckte: „Ich habe für Gott geeifert“. Aber indem ich auf meine Waffen vertraut habe und buchstäblich „die Pferde mit mir durchgegangen sind“, ist nicht mehr Gott in seiner endlosen Geduld und Liebe und Barmherzigkeit zur Geltung gekommen. Das „sanfte Sausen“ ist es, wo Gottes Gegenwart sichtbar wird! 

Für mich ist dies ein wunderbares Bild. Gott macht seinem Knecht deutlich: Elia, ich bin nicht der, der mit Erdbeben und Stürmen und Feuer in das Leben der Menschen dreinschlägt, sondern meine Art ist eine andere. Es ist fast aufregend, wie geduldig Gott mit seinem Volk in der Wüstenwanderung umgegangen war. Und damit wir nicht bis heute in unserer Gottlosigkeit und Schuld sitzen bleiben, hat Gott zuletzt seinen Sohn selbst Mensch werden und sogar ans Kreuz schlagen lassen, damit „alle, die ihm vertrauen, ewiges Leben haben“ (Joh.3,36).

Wunderbar, wie Gott seine Liebe zeigt und deutlich macht, dass er alle seine Menschen unendlich liebt. Und obwohl er der heilige und ewige Gott ist, will er nicht, dass „einer von uns verlorengeht, sondern wir alle sollen das ewige Leben in ihm finden“, denn Gott will die Gemeinschaft mit uns über die Maßen.

Autor: Pastor Johannes Holmer

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Glück im Unglück

Haben Sie die folgende Geschichte schon einmal gehört?

„Einem Bauern lief das einzige Pferd fort und kam nicht mehr zurück. Die Nachbarn hatten Mitleid mit ihm und sagten: Du Ärmster! Dein Pferd ist weggelaufen-– welch ein Unglück! Der Landmann antwortete: Wer sagt denn, dass dies ein Unglück ist? –

Und tatsächlich kehrte nach einigen Tagen das Pferd zurück und brachte ein Wildpferd mit.

Jetzt sagten die Nachbarn: Erst läuft dir das Pferd weg – dann bringt es noch ein zweites mit! Was hast du bloß für ein Glück! Der Bauer schüttelte den Kopf: Wer weiß, ob das ein Glück ist? Dann wurde das Wildpferd vom ältesten Sohn des Bauern eingeritten; dabei stürzte der und brach sich ein Bein. Die Nachbarn eilten herbei und sagten: Welch ein Unglück! Aber der Landmann gab zur Antwort: Wer will wissen, ob das ein Unglück ist?

Kurz darauf kamen die Soldaten des Königs und zogen alle jungen Männer des Dorfes für den Kriegsdienst ein. Den ältesten Sohn des Bauern – mit seinem gebrochenen Bein - ließen sie zurück. Da riefen die Nachbarn: Was für ein Glück! Dein Sohn wurde nicht eingezogen!

„Glück und Unglück wohnen eng beisammen“, so heißt es am Ende dieser Geschichte, „wer weiß schon immer sofort, ob ein Unglück nicht doch ein Glück ist?“

Eine solche Lebensweisheit finden wir auch in einem der Bücher des Alten Testaments, dem Predigerbuch. Dort heißt es im Vers 14 des 7. Kapitels:

„Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“

Ja, es ist schön, wenn es uns gut geht, wir viel Glück im Leben haben – der Prediger Salomo sagt: „…wenn du einen Glückstag hast“. Und manchmal denke ich, dass wir Gott viel zu wenig dafür danken, dass es uns - allgemein gesehen - so gut geht.

Doch der Prediger weiß auch von den anderen Situationen und Tagen und Zeiten: „Wenn du aber einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“

Aber darf man das so sagen: Gott schickt das Unglück? Er schickt Krankheit, Not und Elend? Oder auch einfach nur Unglück? Das Glück und das Unglück, das Schöne und das nicht so Schöne. Die andere Frage aber ist die: Ist es tatsächlich immer ein Unglück, wenn uns Dinge passieren, die wir nicht einordnen können? Oder die wir uns ganz und gar anders wünschen würden?

Der Bauer am Anfang sagt: „Wer weiß, ob es ein Glück oder ob es ein Unglück ist“.

Können wir das denken, dass Gott beides schickt und auch in seiner Hand, also unter seiner Kontrolle hat? Können wir das glauben, dass Gott beides zulässt, ja, sogar schickt – und dennoch unser Bestes will?

Ich hörte gerade die Geschichte eines jungen Mannes aus der Slowakei, der selbst aus seinem Leben erzählte und sagte: Ich bin Gott dankbar, dass er mir beide Beine genommen, aber genau dadurch das ewige Leben geschenkt hat. Er hatte eine wilde Party nach der anderen gefeiert und dann beide Beine durch einen Unfall verloren, als er sturzbetrunken über Bahngleise gelaufen und dort gestolpert und liegengeblieben war. Und er sagte: Lieber ohne Beine in den Himmel als kerngesund in die Hölle.

Ist es für uns denkbar, dass solches Elend und solche Traurigkeit von Gott kommen können, damit Gott zum Beispiel mit uns in Verbindung treten kann?

„…du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“ - sagt der Prediger. Was hast du schon selbst in der Hand in deinem Leben, wenn du mal ganz ehrlich bist?

Ich glaube, der Prediger will uns einfach nur ermutigen, dass wir dem ewigen Gott ganz und gar vertrauen. Unserem Schöpfer vertrauen, von dem uns in der Bibel gesagt wird, dass er doch unser Vater sein will. Und das können wir auch dann tun, wenn ER uns ganz offensichtlich auch einmal einen „Unglückstag“ beschert. Wir können das deswegen tun, weil ER den Überblick hat, weil ER Gott ist. Und weil es sein kann, dass dieser „Vater im Himmel“ uns dann besonders nahe sein will.

Seien sie gesegnet an diesem Tag, was auch immer er Ihnen bringen mag!

Autor: Pastor Johannes Holmer

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Endlich frei

Haben Sie Jesus schon darum gebeten, Ihnen die Freiheit zu schenken? Haben Sie diese frohmachende Erfahrung schon gemacht, dass Jesus befreit?

Allen Gerüchten zum Trotz: Es gibt Freiheit. Es gibt Wahrheit! Jesus hat über sich selbst gesagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, außer durch mich. (Joh. 14,6)

Der, der die Wahrheit in Person verkörpert, ist der, der die Freiheit schenkt, sich aus Liebe ihm anzuvertrauen. Diese Freiheit wirkt sich aus. Sie kommt allerdings erst zum Tragen, wenn Menschen nicht nur an Jesus glauben, sondern auch ihren Lebensalltag durch Gottes gute Worte verändern lassen. Dazu gehört Mut, sich ungute Bindungen einzugestehen und gegen sie anzugehen.

So manche kleine und auch große versteckte Not macht uns womöglich zu schaffen. Alkohol-, Drogen- und Tablettenmissbrauch, Pornografie und Ehebruch machen auch vor Christen nicht Halt. Die Sucht, in der Menschen gefangen sind, ist Ausdruck ihrer Sehnsucht nach Sinn im Leben, nach einem erfüllten Leben, einem Leben in Freiheit.

Sind wir uns bewusst, was uns im Grunde unseres Herzens bestimmt? Welche Maßstäbe legen wir an unser Leben an? Wer oder was beeindruckt uns so sehr, dass unser Lebensalltag davon geprägt wird? Vertrauen wir Jesus - und wirkt sich das in unserem Reden und Tun auch aus?

Jesus hat denen, die seinen Worten Glauben schenken, folgenden Satz zugemutet: „Wenn ihr an meinen Worten festhaltet und das tut, was ich euch gesagt habe, dann seid ihr wirklich frei.“ Nachzulesen im Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 31.

Das heißt doch: Nur im Vertrauen zu Jesus und im Wertschätzen seiner Worte ist die Wahrheit erkennbar, und damit das, was zuverlässig ist und bleibt. Worauf man zählen und sich verlassen kann. Was immer gilt und gelten wird. Eine feste Grundlage für das Leben und auch einmal für das Sterben.

Ja, genau, sagt Jesus. Er, der sich bedingungslos und immer geliebt wusste von seinem Vater im Himmel. Er war frei und souverän wie kein Zweiter. Unabhängig von Menschen und ihren Meinungen und auch von den äußeren Umständen. Immer hat er in seinen Entscheidungen frei agiert und blieb Herr auch über die äußeren Umstände.

Sein Handeln war immer von Liebe bestimmt. Frei sein kann ein Mensch nur, wenn er sich aus Liebe freiwillig an seinen Schöpfer bindet. Wer nicht von oben in der Freiheit gehalten wird, verfällt den Fesseln, die ihn nach unten ziehen. Frei wird und ist, wer Jesus anbetet und sich ihm anvertraut.

Ein Mensch, der diesen Schritt wagt und mit ihm lebt, lernt, wie Jesus, frei zu sein. Im Lesen, Hören, Durchdenken und Tun dessen, was Jesus sagt, erleben wir, wie seine Worte uns verändern und prägen. Wie sie uns helfen, das zu sagen und zu tun, was wir als Boten der Liebe Gottes sagen und tun sollen. Wer sich von Jesus Freiheit schenken lässt, wird nicht mehr durch Äußerlichkeiten gebunden sein.

Wie gut, dass Menschen bis heute dazu eingeladen sind, sich von Jesus befreien zu lassen von allem, was sie daran hindern will, Jesus über alles zu lieben und das Leben mit ihm zu teilen. Und dadurch die wertvollste Erfahrung zu machen, die ein Mensch machen kann: Jesus, den Sohn Gottes kennen und lieben zu lernen, der wirklich frei macht.

Autor: Pastor Harry Moritz

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Gehorsam!?

Paulus schreibt an die Christen in Rom: „Euer Gehorsam ist bei allen bekannt geworden. Deshalb freue ich mich über euch.“ So zu lesen im Römerbrief, Kapitel 16, Vers 9. Gehorsam - beim Hören dieses Wortes wird vielen Menschen sofort unwohl.

Worte wie Kadavergehorsam oder blinder Gehorsam, Unmündigkeit, Machtmissbrauch, Unterdrückung und Unfreiheit bringen viele von uns sofort damit in einen Zusammenhang. Es stimmt: Sehr viele haben ein Problem mit dem Wort Gehorsam. Dies aber auch nicht ohne Grund. Schließlich ist mit diesem Wort oft genug Schindluder getrieben worden.

Autoritäre Diktaturen und ein verantwortungsloser Umgang mit dem Begriff Gehorsam haben schlimme Spuren in der Geschichte so mancher Völker hinterlassen. Gehorsam und Gehorchen sind heute zu Reizwörtern, ja, zu Unwörtern geworden.

Auch unter uns Christen. Gott sei es geklagt: Auch in unserer Zeit gibt es christliche Leiterinnen und Leiter, die von Christen unreflektierten Gehorsam einfordern und damit immer wieder zutiefst verletzte und enttäuschte Menschen hinterlassen.

Kein Mensch, erst recht kein Christ, darf von einem anderen blinden Gehorsam einfordern! Kein Mensch, erst recht kein Christ, darf solch einer Forderung eines Menschen nachkommen. Das wäre verantwortungslos!

Trotz alledem und gerade deshalb stellt sich die drängende Frage: Auf wen bzw. worauf höre ich? Wem vertraue ich? Wessen Worte nehme ich mir zu Herzen? Es ist für unser Leben entscheidend wichtig, dass wir uns dies immer wieder neu fragen und für uns beantworten!

Der Apostel Paulus fordert von den Christen in Rom keinen sogenannten blinden Gehorsam. Es geht ihm nicht um eine erzwungene Unterordnung, die seinen Einfluss und seine Macht sichert.

Der Apostel Paulus hat selbst erfahren, wie gut es Gott mit uns meint. Aus Liebe zu seinen Menschen bittet Gott uns, ihm zu vertrauen. Wenn die Liebeserklärung Gottes in unserem Herzen auf fruchtbaren Boden fällt, erfahren wir: Gott will, dass seine Menschen leben können und es ihnen gut geht.

Wer aufhorcht, wer hinhört, wer zuhört, was Gott ihm sagen will, der wird von der Liebe Gottes so erfüllt, dass er gerne hinhört und gerne bereit ist, das Gehörte im eigenen Leben umzusetzen. Aus Liebe zu dem, der uns Menschen liebt.

Ein Mensch, der auf Gott hört, lernt, die Stimme Gottes wahrzunehmen.

Das häufigste Verb, das in der Bibel in Zusammenhang mit Gott genannt wird, heißt: sprechen, reden. Glaube fängt immer mit dem Hören an, dem Hinhören auf das, was Gott sagt.

Christlicher Glaube ist kein mystisches Schauen, kein in sich selbst Versinken, kein Eins werden mit der Gottheit, sondern Hören auf das von Gott geoffenbarte Wort in der Heiligen Schrift und das verantwortliche Tun dessen, was Gott von mir getan haben will. Alles ist an dem zu prüfen, was Jesus gesagt und getan, wie er gelebt hat.

So verstehe ich die Worte von Dietrich Bonhoeffer, der einmal geschrieben hat: „Nur der Gehorsame glaubt und nur der Glaubende gehorcht.“

So prägt Gott Menschen zu Persönlichkeiten, die sich anbetend vor Gott beugen, aber vor Menschen aufrecht als Boten der Liebe Gottes stehen können.

Wir wissen ja, wer da zu uns spricht und wie sehr wir ihm am Herzen liegen. Gottes Heiliger Geist wird dafür sorgen, dass unser aus Liebe geborenes Wertschätzen dessen, was Gott sagt, bei anderen einen guten Eindruck hinterlässt.

Autor: Pastor Harry Moritz

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Wie man sich den Tag nicht versaut

Die Formel, wie Sie sich schon morgens den Tag versauen können?

Ganz einfach: Verschlafen, ungeduscht und unter Stress aus dem Haus und dem ersten Menschen, dem Sie begegnen, das ins Gesicht sagen, was Sie gerade so denken und fühlen. Dem Erzieher, der Kollegin oder dem Bäckereifachverkäufer ...

Fröhlich all diesen Personen Ihren Stress ins Gesicht gebrüllt, und wenn Sie über einen Funken Selbstreflektion und Gewissen verfügen, haben Sie den restlichen Tag lang sehr gut Beschäftigung mit sich selbst. Denn im Grunde ... hatten Sie einfach keine Zeit, sich ein wenig Gedanken darüber zu machen, was Sie eigentlich brauchen und was Sie deshalb sagen.

Sie kennen die Mahnungen der Gegenwart? Z. B.: Lebe achtsam; achte auf deine Gedanken; vermeide Stress; plane sorgfältig; tue das, was dir guttut; höre anderen gut zu, äußere deine Meinung mit Bedacht und sei stets offen zum konstruktiven Meinungsaustausch.

Was so klingt, als sei es eine Modeerscheinung mit maximal 30 Jahren auf dem Buckel, ist ein 2000 Jahre altes geschriebenes christliches Bibelwort. Jakobus gab es den Lesern seines – vermutlicherweise – Rundschreibens mit.

Er schrieb: Jeder Mensch sollte schnell im Hören sein, aber langsam im Reden und noch langsamer im Zorn. Legt alles Unsaubere ab – man würde heute sagen: Wachst in eine gute Haltung hinein, möglichst einem jedem gegenüber und trainiert die Sanftmut; seid aber vor allem Täter des Wortes, nicht nur Hörende – mit anderen Worten: Tut, was ihr glaubt und hört nicht nur sprachlos zu.

Dann werdet ihr zu Menschen, die es dennoch schaffen, obwohl sie auch mal verschlafen oder unter gewaltigem Stress stehen, anderen Menschen gegenüber eine geduldige, freundliche und möglichst Wut-lose Haltung einzunehmen.

Der Jakobusbrief hat schon immer herausgestochen aus der Vielzahl der neutestamentlichen Briefe. Sie müssen nicht Christ sein, um das nachvollziehen zu können.

Während in vielen anderen Schriften des Neuen Testamentes vor allem davon die Rede ist, was dem Menschen von Jesus her zu glauben empfohlen ist, nimmt Brief-Schreiber Jakobus eine andere Haltung an:

Christ zu sein bedeutet – da gibt es etwas zu tun. Z. B. einzuüben, einen Armen genauso anzusehen wie einen Reichen - oder auch Menschen unter die Arme zu greifen, die wenig Geld oder wenig Nahrung oder wenig Bekleidung haben.

Dies alles mündet in die Tageslosung ein von heute: Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein.

Nicht nur Beten, sondern selbst auch tun. Nicht nur Lobpreis, sondern auch für Stumme die Stimme erheben. Nicht nur Bibel lesen, sondern auch lernen, die Bedürfnisse anderer zu verstehen.

Und ihr heutiger Sprecher des „Worts zum Tag“ weiß selbst sehr genau, wovon er da spricht.

Martin Luther, der Reformator und Bibelübersetzer aus dem 16. Jahrhundert, ordnete den Jakobus-Brief sehr weit hinten an im Neuen Testament. Für ihn war das die „stroherne Epistel“ – wir würden heute vielleicht so was sagen wie: ein längeres Schreiben ohne gravierenden Inhalt.

Aber da wäre ich vorsichtig.

Es ist immerhin auch Jesus, der beispielsweise im Matthäusevangelium sagt: „Was du einem meiner geringsten Brüder getan hast, das hast du mir getan.“

Oder auch nicht.

Täter des Worts zu sein, und nicht bloß Hörer – das ist wie Weihnachten an 364 anderen Tagen des Jahres: Gott kommt z. B. zur Welt durch Ihr und durch mein Tun.

Oder auch nicht.

Autor: Martin Scott

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Der Klassenlehrer schlummert nicht

Mein Klassenlehrer damals war ein sehr respektierter Lehrer. Folgende Erinnerung kann das vielleicht verdeutlichen: Wir waren damals auf Klassenreise.

Natürlich waren wir schon längst zum Schlafen geschickt worden, aber wir waren nicht auf unseren Zimmern. Wir vier Jungs, die wir ewig zusammenhingen, waren drüben bei den Mädels. Es war zwar stockfinster, aber so als 13-Jähriger ahnte man die Schönheit der Mädels auch im Dunkeln.

Dann allerdings kam der Klassenlehrer herein, der es geschafft hatte, sich anzupirschen, ohne dass wir was davon mitbekamen. Wobei ich mit stolzgeschwellter Brust verkünden möchte: Als einziger von uns vieren schaffte ich es noch, unter eines der Betten zu kriechen, ohne dass ich dabei ertappt wurde. Die anderen drei wurden in flagranti erwischt und abtransportiert und vermutlich vom Lehrer zur Strafe in den Schlaf gesungen.

Und eines kann ich Ihnen sagen: Es ist ein kolossaler Unterschied, ob man als 13-Jähriger zusammen mit drei anderen Jungs auf einem Mädels-Achterzimmer zu Gast ist – oder ob man dort, nach einer kurzen, handfesten Säuberungsaktion des Klassenlehrers, auf einmal ganz alleine unter einem der Betten liegt. Sie glauben ja wohl im Ernst nicht, dass sich dann noch eine der Angebeteten für Sie interessiert.

Nach einer gefühlten Ewigkeit traute ich mich aus meinem Gefängnis zwischen Lattenrost und Fußboden wieder heraus. Ich huschte aus dem Zimmer heraus und wollte gerade schräg gegenüber in mein eigenes Zimmer hinein – da blickte ich den Gang entlang, und dort, am Ende des Ganges, saß er: der Hüter der Nacht, mit einer Tasse Tee bewaffnet – mein Klassenlehrer. Er sagte nichts, er schaute mich nur an.

Ich ging in mein Bett, schlief sofort ein und habe bis heute keinen Ärger bekommen. Seitdem aber hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt: Klassenfahrt heißt, egal zu welcher nächtlichen Zeit ich auf den Gang hinaustrete – mein Klassenlehrer sitzt dort und hat ein Auge auf mich.

Ich musste an diese Geschichte denken, als ich mich mit Psalm 121,4 auseinandersetzte. Da heißt es: Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Zwei wertvolle Gedanken hierzu, analog zu meiner Einstiegsgeschichte: Dass der Hüter Israels, dass also Gott-Jahwe nicht schläft und nicht schlummert, hat sein Gutes und etwas Kritisches.

Zuerst das Gute: Sie sind bewacht; Sie sind umsorgt; Gott eilt Ihnen zu Hilfe, wenn Sie Hilfe benötigen; Gott bemerkt, wie es Ihnen geht; Sie sind nicht allein; Ihr Eingang und Ihr Ausgang sind behütet, so heißt es im achten Vers von Psalm 121.

Und nun das Kritische: Es wird hingeschaut, was Sie tun; und der, der Himmel und Erde gemacht hat, der hat einen moralischen und einen sozialen und einen politischen Anspruch an Sie.

Der hat als Hüter eben die gesamte Herde im Blick, als Schöpfer des Lebens alle Menschen – er hütet jegliche Kreatur, und daher hat er auch einen Anspruch auf mich und auf Sie, denn wir sind beides zugleich: sein Augapfel; und nicht das Zentrum des Universums.

Siehe – der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Er ist für Sie da, er wacht über Ihnen. Und er wünscht sich, dass Sie bestmöglich in seine Sicht hineinwachsen und aus seinem Blickwinkel heraus Ihr Leben, diese Welt und alle ihre Begegnungen betrachten.

In diesem Sinne – machen Sie was draus!

Autor: Martin Scott

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Eigentlich...

Au weia, schon wieder rutscht mir ein ruppiges Wort aus dem Mund – und ich wollte doch so freundlich sein. Kennen Sie das? Die „eigentlich“-Momente?

Eigentlich wollte ich ja brav 100 fahren, aber dann blitzt es doch am Straßenrand. Eigentlich will ich die Machtspielchen der anderen nicht mitmachen, aber dann lasse ich mich doch reinverwickeln. „Der Gaul geht mit mir durch“, so sagt man dann. Wobei sich die Frage stellt: Wer oder was ist da eigentlich der Gaul? Anders gefragt: Was leitet uns da – wenn wir etwas tun, was wir eigentlich nicht wollen?

Paulus geht im Römerbrief darauf ein, auf diesen Zwiespalt im Menschen: „Das Gute“, so schreibt er, „das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich“. Was passiert dabei im Menschen? Paulus erklärt es so - im Römerbrief, Kapitel 7, ab Vers 22: „Denn ich habe Freude an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Verstand und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde.“

So Paulus über diesen Zwiespalt, über den Widerstreit der Kräfte im Menschen, in der Seele, im Denken und Tun. Eigentlich will ich nach Gottes Willen leben, nach seinen Geboten, aber dann handle ich doch nach einem anderen Muster, ich kann auch sagen: nach einem anderen Programm, das in mir abläuft. Paulus nennt es „Gesetz der Sünde“. Es hat die Kraft, im Menschen zu regieren und ihn gefangen zu halten – ob in schwierigen Emotionen oder in Geldgier oder im Internet, wenn Bilder einen fesseln – und dann folgen Selbstvorwürfe und Scham.

Von Friedrich Hebbel stammt der Satz: „Der ich bin, grüßt sehnsüchtig den, der ich sein möchte.“ Und was dann? Muss es bei der Sehnsucht bleiben? Wenn wir Paulus fragen und bei ihm weiterlesen, dann klingt das wie ein Schrei, ein Hilferuf: „Ich unglücklicher Mensch! Wer rettet mich aus dieser tödlichen Verstrickung?“ So fragt Paulus. Und ohne Zögern antwortet er: „Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!“

Da klingt ein tiefes Aufatmen durch: Es muss nicht beim „eigentlich“ bleiben und nicht beim Ärger über sich selbst. Jesus ist da. Er hat die Kraft, uns rauszuholen aus dem inneren Programm, das Paulus „Gesetz der Sünde“ nennt. Jesus will uns mit seinem Geist füllen. Er gibt uns die Kraft, „nein“ zu sagen, wenn andere ihre Machtspielchen treiben. Er schenkt uns Gelassenheit, wenn Ärger in uns hochkochen will. Und wenn der Gaul mit uns durchzugehen droht, dann hat Gottes Liebe die Kraft, diesem Gaul Zügel anzulegen. Gott sei Dank! Zeit zum Aufatmen.

Aber was, wenn wir doch wieder Grund haben, uns über uns selbst zu ärgern? Wenn Selbstvorwürfe quälen? Dann gilt, was Paulus gleich danach schreibt: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Keine Verdammnis, auch keine Selbstzerknirschung. Sondern: Herr füll mich neu mit deinem Geist – auch in den „eigentlich“-Momenten heute.

Autor: Prälat Ulrich Mack

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Schranken fürs Evangelium?

Die frohe Botschaft von Jesus ist für alle da. Klar, denken wir und nicken. Wenn da nicht die Sperren wären – Schranken zwischen Milieus und Kulturen. Was, wenn Menschen einfach anders sind – anders aussehen, anders denken?

Wie das Evangelium Schranken überwindet, davon erzählt eine Geschichte in der Bibel. Da sehen wir Petrus. Ein paar Jahre nach Pfingsten ist er missionarisch unterwegs. Unter Juden läuft das Evangelium. Aber läuft es auch weiter? Petrus ist gerade in Joppe am Mittelmeer. Er steigt an einem sonnigen Mittag auf eine Dachterrasse. Er will dort beten.

Während er dort sitzt, sehen wir, was einen Tag vorher geschah – und zwar in Cäsarea. Dort lebt Kornelius, ein hoher römischer Militär, kein Jude, aber er glaubt an den Gott Israels. Eines Tages erscheint ein Engel in seinem Zimmer. Kornelius erschrickt. Doch der Engel erklärt: Gott hat deine Gebete und deine Gaben für die Armen gesehen. Und jetzt schick ein paar Leute zu einem Mann namens Petrus. Bitte ihn zu kommen. Kornelius gehorcht.

Gehen wir wieder zu Petrus zurück. Der betet oben auf dem Dach. Unten brutzelt schon das Mittagessen. Petrus hat Hunger. Da – auf einmal sieht er eine Erscheinung. Vom Himmel senkt sich etwas herunter wie ein großes Leinentuch – und was sieht der Apostel?

Igitt – da kriecht und krabbelt es wild durcheinander, Kriechtiere, Insekten, Vögel – alles Tiere, die als unrein gelten. Eklig für einen frommen Juden. Sowas will man nicht ansehen - geschweige denn essen.

Aber dann kommt eine Stimme vom Himmel: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Petrus ist erschüttert: Ich – nein, auf gar keinen Fall, Herr! Ich hab noch nie was Unreines gegessen! Die Stimme kommt zum zweiten und noch ein drittes Mal: Doch, iss! Was Gott rein gemacht hat, das sollst du nicht unrein nennen!

Petrus ist verwirrt. In dem Moment kommen die Männer des Kornelius an. Und während sie unten an der Tür stehen, ist an der Herzenstür des Petrus der Heilige Geist am Werk. Der sagt Petrus: Steh auf, geh runter und mach dich mit den Leuten auf den Weg. Du brauchst keine Bedenken haben.

Petrus gehorcht, geht mit nach Cäsarea, trifft den Kornelius. Der Römer berichtet von dem Engel. Und dann kommt der Heilige Geist auf ihn. Da begreift Petrus: Wer sollte ihm jetzt noch die Taufe verweigern? Er sagt – so steht es in Apostelgeschichte 10, V 34 – „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.“

Ein Römer wird getauft. Und dazu kommt Petrus, der Jude, in ein fremdes Haus, eigentlich für ihn ein Tabu. Aber er hebt die kulturellen Schranken auf – nein, nicht er, sondern der Heilige Geist hebt sie auf. Da ist Gott selbst am Werk. Er will, dass alle Menschen zum Glauben an Christus kommen. Denn er liebt alle Menschen. Jesus ist für alle gestorben. Das sollen auch die erfahren, die anders sind, anders aussehen, anders geprägt sind. Was Petrus sagt, macht uns aufmerksam: Wo hindern Schranken in uns heute den Lauf des Evangeliums? Der Heilige Geist zeigt dem Petrus: Jetzt geh hin, hab keine Hemmung, keine Bedenken und Vorurteile. Das Evangelium ist für alle da.

Autor: Prälat Ulrich Mack

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Wenn Gott im Leben hilft

Haben Sie schon mal einen großen Auftrag bekommen, der Ihre ganze Kraft, Ihre Zeit und Ihre Fähigkeiten beansprucht hat – und noch darüber hinaus?

Die Bibel beschreibt König David als einen Mann, der in seinem Leben und in der Regierung seines Volkes Israel auf Gott hörte. Er übertrug seinem Sohn Salomo eine große Aufgabe: Er sollte einen Tempel in Jerusalem bauen, in dem die Menschen des Volkes Israel Gott begegnen konnten. Ein Bauwerk zur Ehre Gottes, in dem Gottesdienste und Feiern abgehalten werden konnten, mit umfangreichen musikalischen Aktivitäten.

Ein riesiger Auftrag war das. Das Haus Gottes sollte in seiner Bauweise, mit seinen kunstvollen Stein- und Holzarbeiten auf Gott hinweisen und ihn ehren. Das beste Material und die besten Baumeister waren gerade gut genug. Eine riesige Verantwortung für einen jungen Mann, der gerade König geworden war und auch noch ein Volk zu regieren hatte.

Salomo war am Anfang wenig mit den Amtsgeschäften als König vertraut. Er sollte regieren, Recht sprechen, für die Belange des Volkes sorgen und dann noch ein Gotteshaus bauen.

In der Bibel lese ich, dass Salomo zu Beginn seiner Zeit als König vollkommen überfordert war. Dies war ihm auch selbst sehr schmerzlich bewusst. In seiner Verzweiflung betete er zu Gott um Weisheit und Wissen, um die riesigen Aufgaben, die vor ihm lagen, bewältigen zu können. Er wollte dem Volk ein guter König sein und richtig handeln. Gott gefiel seine Haltung und er sagte ihm Weisheit und Wissen zu. Er selbst wollte ihn unterstützen.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie so etwas hören? Da gesteht einer, der gerade König geworden ist, seine Schwachheit ein und bittet um Gottes Hilfe. Wollen Sie von so einem König oder, wie heute, Regierungschef regiert werden?

Salomo wusste, was er tat. Niemand konnte ihm dieses Amt abnehmen oder es für ihn erledigen. Er wandte sich an den, von dem er wusste, dass er ihn nicht hängenließ, dass er ihm helfen würde.

Mir geht es oft so. Trotz beruflicher Erfahrung können mich neue Aufträge ganz schnell an meine Grenzen führen. Nicht immer ist alles Routine – ich muss Entscheidungen treffen, Probleme lösen, Widrigkeiten aushalten, Fehler anderer korrigieren, muss hartnäckig hinter den Aufgaben her sein. Oft bin ich als Mensch damit total überfordert.

Es wäre schwierig für mich, wenn nicht der da wäre, der mir sagt: „Ich will Dich nicht verlassen, noch Dich fallenlassen!“. Das ist Gott. Seine Zusage nehme ich ernst, weil ich weiß, dass er seine Zusagen ernst nimmt. Weil ich weiß, dass Gott den nicht im Stich lässt, der ihm vertraut.

„Einfach und naiv“ würden Sie vielleicht sagen. Ja, ist es, das stimmt. Aber: Ich bin noch nie enttäuscht worden von dem, der mir diese Worte zugesagt hat. Er sagt sie zu und kann sie auch tatsächlich halten.

Ich muss mir nicht ständig vormachen, dass ich das schon irgendwie schaffen werde. Ich brauche mir nicht zu beweisen, dass ich mit den Problemen alleine fertig werden kann. Ich darf auf Gottes Hilfe, wie sie sich auch immer gestaltet, vertrauen.

Salomo hat einen weltberühmten Tempel für Gott gebaut. Ich habe in meinem Leben kein solches Monument gebaut. Aber jeder Mensch baut in seinem Leben etwas, beruflich, privat, in Beziehungen, zu Menschen und zu Gott. Dies geschieht durch die Art der eigenen Lebensgestaltung und des persönlichen Lebensplanes.

Wie ist das Bauwerk geworden? Was ist daraus entstanden?

Wunderbar, wenn ich sagen kann, es ist gut geworden. Trotzdem musste ich vieles lernen, Fehler machen, scheitern, korrigieren, neu anfangen. Aber: Es ist gut geworden, dank dessen, der sagt: „Ich will Dich nicht verlassen noch fallenlassen“. Ich weiß nicht, wie es ohne Gott geworden wäre, aber ich bezweifle, dass es diese Qualität hätte.

Haben Sie das in Ihrem Leben auch erlebt?

Autor: Werner Karch

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Für immer angenommen

Wen kenne ich eigentlich wirklich? Oft habe ich von anderen Menschen gedacht: „Ich kenne ihn“. Wir waren öfters zusammen, haben verschiedene Dinge erlebt, haben uns ausgetauscht. Daraus habe ich mir ein Bild gemacht, wie der andere - nach meiner Meinung - ist.

Ich muss ja wissen: Kann ich ihm vertrauen oder nimmt er es nicht so genau mit seiner Verantwortung? Ist er treu oder fühlt er sich nicht in dem Maße an eine Beziehung gebunden wie ich? Meint er es gut mit mir oder sieht er überwiegend den eigenen Nutzen für sich? Kann er Kritik vertragen oder beendet er bei Missklängen sofort die Beziehung zu mir? Kann er mich annehmen, mit meinen eigenen Ecken und Kanten, oder stößt er sich dauernd an mir?

Ich könnte diese Fragen noch weiter fortsetzen. Aber dahinter steht wohl die eine wichtige Frage: „Bin ich ihm etwas wert?“. Oft ist das Bild, das ich mir von jemandem gemacht habe, in Sekunden in sich zusammengefallen. Es stand hinter der äußeren Fassade ein anderer Mensch, einer, der verborgen war und nicht gleich erkannt werden konnte.

Meist entscheidet dieses Verborgene über die Qualität einer Beziehung, nicht das für mich Sichtbare. Das kann trügen, vor allem bei vielen Worten. Bei Menschen ist das oft so. Ich habe immer was zu verstecken, was nicht unbedingt ans Licht kommen soll. Eine Beziehung, in der für diese Dinge Raum ist – das ist etwas Kostbares.

Jesus Christus betete kurz vor seinem Tod am Kreuz zu Gott, seinem Vater, mit dem er offensichtlich eine gute Beziehung hatte. Es war ihm vor seinem Tod wichtig, dass die Menschen Gott, seinen Vater, erkennen sollten. Und damit auch ihn, der zwar selbst Gott war, doch als Mensch von Gott auf diese Welt geschickt wurde. Sein Auftrag war, Gott zu offenbaren und die Menschen, die an ihn glaubten, aus ihrem für Gott unannehmbaren Zustand zu erlösen.

Wer kennt Gott? Die Bibel erklärt, dass der Mensch von sich aus Gott unmöglich erkennen kann. Er braucht jemanden, der ihm zeigt, wie Gott ist. Das Unerhörte ist wohl dies, dass Jesus selbst sagt, dass er von Gott gesandt wurde und also wissen musste, wie Gott ist. Das war so unglaublich, dass man damals - wie auch heute - erhebliche Zweifel an ihm hatte.

Aber: Wer will Gott kennenlernen? Das ist die entscheidende Frage. Jesus hat viel erzählt von Gott, seinem Vater. Die Menschen haben sehr wohl gemerkt, dass Jesus mehr dazu zu sagen hatte als jeder andere. Sie haben sich das angehört, aber ihm letztlich doch nicht geglaubt.„ Der ist ja doch nur ein Mensch, woher will der das wissen?“ So ist es für viele bis heute geblieben. Menschen haben ihn und seine Botschaft abgelehnt, aus welchen Gründen auch immer.

Es gab und gibt aber auch die Menschen, die Gott tatsächlich kennenlernen wollten. Sie glaubten Jesus damals, als er vor ihnen stand. Heute glauben sie den Worten der Bibel, die über ihn berichtet. Die ihn wirklich kennenlernen wollten, haben ihn kennengelernt und haben während ihres ganzen Lebens erkannt, dass Gott tatsächlich so ist, wie ihn Jesus beschrieben hat.

Sie sind nicht enttäuscht worden von ihm. Sie haben dadurch verstanden, dass es nach dem Tod ein weiteres Leben mit Gott gibt. Gott setzt die Beziehung zu seinen Menschen, die hier auf der Erde begonnen hat, auch nach deren Tod fort. In einer anderen Dimension, die wir jetzt noch nicht kennen, die aber trotzdem real ist.

Jesus Christus hat diese Beziehung des Menschen zu Gott und von Gott zum Menschen wiederhergestellt, wodurch dies möglich geworden ist.

„Bin ich angenommen und bin bei Gott wertgeschätzt?“ Diese Frage kann ich mit einem klaren JA beantworten. Ja, für alle Zeiten und für immer.

Es war Gottes JA, das Jesus Christus den Menschen ausgerichtet hat.

Autor: Werner Karch

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Sehen und verstehen

Ich habe einige sehbehinderte und blinde Freunde. Einer wurde zum Beispiel bei einem tragischen Autounfall von einem Moment auf den anderen total blind. Es wurde für ihn plötzlich dunkel – und nie mehr hell. Er musste mühsam als junger Familienvater ganz viele neue Dinge lernen: die Orientierung und das Gehen mit einem Blindenstock, das Essen ohne etwas zu sehen, die Blindenschrift Braille, den Umgang mit einem Sprechcomputer, Hilfe annehmen und vieles mehr.

Das fehlende Augenlicht hat ihn sehr eingeschränkt im täglichen Leben. Aber was mich immer wieder beeindruckt, ist, wie er trotz diesem schweren Schicksalsschlag sein Leben bis heute gemeistert hat. Seine inneren Augen sehen oft viel mehr, als ich so auf Anhieb sehe.

Wenn er mit mir spricht, dann spürt er an meinem Tonfall der Stimme, wie es mir grad so geht. Dann spricht er das an und schon bin ich in ein tiefes Gespräch verwickelt. Wenn er über den Himmel predigt, dann spürt man seine Freude auf den Himmel förmlich. Er freut sich vor allem, Jesus mit seinen eigenen Augen dort in der Herrlichkeit zu sehen. Im jetzigen Leben sieht er einfach mit dem Herzen!

Auch Jesus wünschte sich, dass seine Jünger lernen, mit offenen Augen zu sehen und mit hörenden Ohren zu hören, wenn er Gleichnisse erzählte. Obwohl er ganz klar und deutlich sprach, verstanden es viele Menschen nicht. Auch die Jünger wollten wissen, warum Jesus immer wieder in Gleichnissen zu den Menschen sprach. Dahinter steckte die Anklage: „Kannst du eigentlich nicht Klartext reden? So, dass es jeder versteht?“ Die Botschaft Jesu war so neu, so unfassbar, so konträr zu all dem, was die Menschen zur damaligen Zeit gewohnt waren, dass sie Jesus nicht verstanden oder verstehen wollten.

Jesus nahm immer wieder Vergleiche aus der Natur, aus der Architektur, aus der Tierwelt und aus dem realen Leben, um zu illustrieren, wie das Reich Gottes ist und sein wird. Er bezeichnete ihre Herzen sogar als gleichgültig, schwerhörig und absolut nicht offen für die Wahrheit. Sie wollten nicht umkehren und ihr Leben ändern. Das war wohl das größte Übel. Denn ohne Umkehr zu Jesus kann niemand in den Himmel kommen.

Aber zu seinen Jüngern sagt Jesus im Matthäusevangelium 13,16: „Ihr könnt glücklich sein, denn Eure Augen können sehen und eure Ohren können hören.“

Das Anliegen des heutigen Tagestextes ist es, dass wir uns von Gott die äußeren und inneren Augen und Ohren öffnen lassen, um sein Wort zu hören und seinen Willen zu tun. Deshalb bete ich immer wieder: „Herr Jesus, öffne mir die Augen und Ohren für deine Wahrheiten, dein Reich und deinen Willen. Ich will so leben, dass ich mich echt darauf freuen kann, dich im Himmel zu sehen!“

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Der Sturmstiller

Ich liebe es, den Himmel und die Wolken, die untergehende Sonne und den See zu beobachten. Auch aufziehende Stürme finde ich faszinierend: Plötzlich türmen sich bedrohliche Wolken am Horizont auf. Die Farben des Himmels verändern sich. Die Möwen schreien und lassen sich vom Wind tragen, der immer heftiger wird!

Der sonst so ruhige Zürichsee beginnt zu schäumen. Die Wellen klatschen unter großem Getöse ans Ufer. Die Warnblinkanlage blinkt immer schneller und letzte Boote versuchen, sich in den sicheren Hafen zu retten. Mit hoher Geschwindigkeit zieht ein Sturm auf. Ohne Rücksicht auf Verluste peitscht der Regen übers Land. Die Bäume und Pflanzen biegen sich und ächzen….

Bedrohlich und gleichzeitig faszinierend erleben wir den Sturm aus unserer sicheren Wohnung. Unvorstellbar wie es wäre, jetzt in einem Boot auf dem See zu sein.

Aber so war es, als die Jünger mit Jesus in einem Boot über den See Genezareth fuhren. Der Sturm tobte und wurde immer heftiger. Die Jünger bekamen große Angst, sie schrien um ihr Leben. Doch Jesus lag seelenruhig im Boot und schlief. Diese Ruhe von Jesus konnten die Jünger gar nicht einordnen. Ihr Herz schlug bis in den Hals, Angst stand in ihren Augen. Sie zitterten am ganzen Körper. In ihrer Panik rüttelten und schüttelten sie Jesus wach.

Und dann steht da in Markus 4, 39: „Jesus stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.“

Der See war auf einmal ganz glatt und ruhig. Der Wind hat sich schlagartig gelegt. Völlig erschöpft, staunend und sprachlos sanken die Jünger ins Boot. Dieser Sturm war endgültig vorbei. Und das nur, weil Jesus zwei Worte gerufen hat: „Schweig! Verstumme!“

Über unser Leben hinweg fegen ja auch immer wieder mal heftige Stürme. Manchmal fühlen sie sich an wie Tornados oder Tsunamis. Eine Freundin von mir hat so einen Lebenssturm während der ganzen Corona Zeit erlebt. Eine Entzündung in ihrer Hüfte legte sie total lahm. Sie lag wochenlang im Krankenhaus. Keiner durfte sie besuchen. Immer wenn sie meinte, dass sich die Entzündung zurückgebildet hatte, flammte sie wieder neu auf. Nach zwei Operationen konnte sie endlich in die Reha. Aber der Sturm ging wieder von vorne los: Sie musste erneut für eine Operation in die Klinik. Sie hat gehofft, gebetet, geschrien – bis sie nicht mehr selber glauben konnte.

Es fühlte sich an, als ob Jesus schlafen würde. Das Lebensschiff meiner Freundin wurde heftig vom Wind über die Wellen gepeitscht. Nach langen 15 Wochen durfte sie endlich wieder nach Hause.

Wenn so ein Sturm kommt, stürmt es auch bei glaubenden Menschen. Es kann zu echten Glaubenskrisen führen und es können Narben zurückbleiben. Es wird nicht immer alles gut. Trotzdem ist es gut, dass wir diese Geschichte in der Bibel finden. Jesus kann noch heute aufstehen und dem Sturm Ihres Lebens entgegenrufen: „Schweig, Verstumme!“ Trauen Sie es IHM zu!

Autor: Ruth Bai-Pfeifer

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Kennen sie Wissi?

Kennen Sie „Wissi“? Nein, nicht Wessi, oder Messi, sondern Wissi?

Wissi ist 52 Jahre alt, männlich oder weiblich, Normalgröße und Normalgewicht mit Tendenz zu etwas mehr darfs sein. Seit 40 Jahren Christ. Bewusst. Bibelunterricht, Jugendkreis, Kreis junger Erwachsener, Gottesdienste regelmäßig besucht, viele christliche Freizeiten mitgemacht, den ein und anderen Glaubenslehrgang oder Kurs auch besucht, 42 Tage oder auch 34 Tage im Hauskreis usw.

Wissi würde sich vermutlich voll und ganz hinter die Aussage des Apostels Paulus im 1. Korintherbrief stellen: „Seid fest und unerschütterlich und nehmt immer mehr zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn!“

Das würde Wissi vermutlich unterschreiben! So ganz sicher bin ich mir aber nicht, denn Wissi hält zwar fest und unerschütterlich an der eigenen Meinung, der eigenen Einschätzung fest, aber er tut sich schwer im Hinblick auf das Werk des Herrn und die Arbeit im Herrn.

Wissi weiß, wie es zu gehen hat, wie es zu tun sei, wie es biblisch auszusehen hat und mit wie viel Leidenschaft die Werktätigen ihr Werk im Herrn zu tun haben. Wissi weiß auch, worin der echte Lobpreis seinen Kern hat und wann er Anbetung ist und wann nicht. Wissi weiß auch, wie die eigene Meinung und Erkenntnis zu platzieren ist und mit welchem Gesinnungsgenossen man die zu teilen hat, damit man mit der eigenen Vorstellung durchkommt.

Dabei fällt Wissi leider nicht auf, dass so ein Vorgehen nun wahrlich nicht mehr biblisch ist. Nun, das passiert, weil man ja leidenschaftlich für das Werk des Herrn unterwegs ist. Wissis Eigenmächtigkeit und Einseitigkeit fällt zwar manchem auf, und mancher findet auch den Mut, es Wissi anzuzeigen, aber recht schnell wird der Kritiker abgestempelt. Von wegen er sei noch nicht so weit wie Wissi selbst ihm Hinblick auf das, was dem Reich Gottes jetzt gerade guttut. Wissi bleibt fest und unerschütterlich und nimmt die weitere Spaltung der Gemeinde in Kauf.

Kennen Sie Wissi?

Vielleicht kenne ich Wissi besonders gut, weil es Anteile von Wissi auch bei mir gibt. und ich mir die Arbeit sparen kann, Wissis unter den Gemeindemitgliedern oder Kirchenmitgliedern auszumachen.

Aber ich finde, sie tauchen vermehrt auf. Fest und unerschütterlich bleiben sie bei der Einschätzung, dass die Leitung der Gemeinde an vielen Stellen versagt. Dass der Pastor zu wenig tut oder das Falsche tut; seine Predigt hatte dem einzelnen Wissi angeblich noch nie etwas zu sagen! Man sei von seiner Verkündigung nicht oder noch nie satt geworden. Selbstkritik bei Wissi? Oft Fehlanzeige.

Und ich staune, mit welcher Vehemenz die Einseitigkeit verteidigt wird; an der Schuldzuweisung festgehalten wird, obwohl andere Gemeindemitglieder die Arbeit von Gemeindeleitung und Pastor ganz anders einschätzen. Ich staune, wie viel Wissi von der Bibel weiß und doch nicht weiß und wie schnell der Trennung Tür und Tor geöffnet werden. Einheit der Gemeinde – das ist für Wissis anscheinend kein Wert mehr, den es zu verfolgen gilt. Obwohl man sie doch daran erkennen soll, die Christen.

Es drängt sich mir die Frage auf, ob es eine feste Unerschütterlichkeit gibt, die sich abkoppelt vom Werk des Herrn. Jenes Herrn, der seine Jünger kritisiert hat; der sie ermahnt hat, wo sie Kinder abweisen; wo sie sich darüber streiten, wer denn unter ihnen der Größte oder Wichtigste sei; aber des Herrn, der ihnen auch diente. Für sie betete; sie lobte, sie wieder neu beauftragte nach ihrem Versagen.

Ich staune über viele Streitigkeiten und Trennungen in verschiedenen Gemeinden. Was ist da passiert? Gibt es wirklich keine Ziele, keine Arbeit, auf die man sich einigen konnte im Werk des Herrn? Wodurch wurde das Vertrauen untereinander so blockiert, dass man miteinander kein neues Blatt mehr aufschlagen kann? Habe ich Wissi richtig verstanden und hat Wissi mich richtig verstanden? Müssen wir noch mal reden? Vielleicht mit einer demütigen und selbstkritischen Einstellung ins Gespräch gehen?

Eventuell. ist das Werk des Herrn doch mehr und weiter und umfangreicher als meine aktuelle Erkenntnis, an der ich so fest und unerschütterlich festhalte.

Autor: Pastor Burkhard Theis

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