ERF Plus - Wort zum Tag

Josua 5,14

„Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an“, so lautete vor Jahren die Esso-Reklame. Das gilt nicht nur für die Mineralstoff-Firma, sondern auch für unser Leben. Vieles müssen wir „anpacken“: Manches ändern wir und manches ändert sich. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt: ein neues Schuljahr, eine neue Arbeit, eine neue Vorgesetzte. Auch im Alltag kennen wir viele Probleme, die wir lösen müssen. Wir planen und führen durch, müssen Entscheidungen treffen, unser Leben gestalten. „Da müssen wir durch“, sagen wir manchmal, wenn es Veränderungen gibt, die auf den ersten Blick schwierig zu sein scheinen.

Auch Josua stand vor einer schwierigen und sogar gefährlichen Aufgabe: Jericho sollte erobert werden, aber das schien fast unmöglich, denn die Gegner in der Stadt hatten eine gute Verteidigungsstrategie und waren den Israeliten militärisch überlegen. Ehe Josua „Packen wir’s an, Attacke“ rufen konnte, trat ihm ein gewaltiger Mann mit gezogenem Schwert entgegen. Josua erschrak. Auf seine Frage: „Bist du Freund oder Feind“, gibt sich der Fremde als Fürst über das Heer des Herrn zu erkennen.

Als Josua den Boten Gottes erkannte fiel er auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht? (Josua 5,14).

Es ist gut, wenn wir bei allen Veränderungen und Problemen in unserem Leben nicht gleich „Packen wir’s an“ sagen, sondern vorher mit Gott darüber reden. „Was sagt der Herr seinem Knecht?“ sagt Josua. „Was sagt der Herr mir?“ frage ich.

Manchmal schickt uns Gott ja auch andere Menschen in den Weg, die uns helfen, Gottes Weg mit uns zu entdecken. Ich gehöre zu den Menschen, die alle Probleme gern schnell lösen und „vom Tisch haben“ wollen -  „Ärmel aufkrempeln und ran“.  Für mich ist es dann immer wichtig, dass meine Frau mich in solchen Situationen fragt: „Hast du auch schon darüber gebetet?“ Meistens hatte ich es getan, manchmal aber auch in der Hektik vergessen. Wir haben dann immer, wenn es irgendwie ging, gemeinsam diese Hände gefaltet und die Angelegenheit mit Gott besprochen. Die Probleme waren dann nicht einfach weg, manchmal schenkt mir Gott eine Idee zur Problemlösung, oft auch nicht. Aber ich ging dann ruhiger in manch schwierige Gespräche, meist wurden sie sachlicher.

Es ist wichtig, dass wir bei all unseren Problemen, gerade auch mit Menschen, um Geistesgegenwart bitten, dass Gott uns seinen Geist schenkt, damit wir geistesgegenwärtig reden und handeln können.

Martin Luther hat, wenn die Tage besonders hektisch und schwierig waren, die Gebetszeit nicht verkürzt, sondern verlängert, weil er wusste: Die Zeit mit Gott ist jetzt besonders wichtig.

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann. Jochen Klepper drückt das so aus:

Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht er stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.

Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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Galater 5,1

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Diese beglückende Botschaft schreibt der Apostel Paulus seinen Lesenden in der Landschaft Galatien in Kleinasien. Er ergänzt sie sogleich um die Warnung: „So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen“.

Springen wir sogleich in unsere Zeit: Ist das nicht wunderbar, heute zu leben, mit so vielen Freiheiten! Die sind uns ganz selbstverständlich geworden, während sie unseren Vorfahren oder auch unseren Mitbürgern im Osten unseres Landes bis 1989 verwehrt waren. Frei reisen können wir, das Ausland besuchen und unsere Meinung zu Gesellschaft und Politik kundtun. Was wir anziehen, ist unsere Sache und ebenso, welchen Geschmack im Blick auf Musik, Kunst und Religion wir haben. Ob die anderen gut finden, was wir machen oder nicht, das ist deren Thema. Damit können sie sich beschäftigen. Oder richten wir uns doch nach der Meinung der anderen, nach ihrer Bestätigung, ihrer Ablehnung? Brauchen wir die Akzeptanz von den anderen, womöglich noch von denen, die uns weniger wohl gesonnen sind? Oder die Belobigung derer, zu denen wir ein gleichgültiges Verhältnis haben? Vielleicht nehmen wir wahr, dass wir dank sozialer Medien, dank unserer Freundes- und Bekanntenkreise, dank vermeintlicher gesellschaftlicher Zwänge unsere objektive, bürgerliche Freiheit gar nicht ausschöpfen.

Diese bürgerliche Freiheit, unabhängig vom Wohlgefallen des Mitmenschen die eigene Überzeugung zu leben, wurzelt nach dem Verständnis des Apostels Paulus in der Person Jesu Christi und dem, was er für uns getan hat. Aus welcher Kraft und in welcher Freiheit wir leben sollen, hat uns Christus gezeigt. Das Gebot der Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst, in gleicher Intensität, das ist die Leitlinie unseres Handelns. Die Leitlinie unseres Daseins, unserer inneren Gewissheit und Freiheit aber ist die Verwurzelung in der unlöslichen Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Zwei Kapitel vor unserem Vers schreibt der Apostel Paulus: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“ Der Glaube an Jesus Christus macht die Freiheit aus. Sie besteht zunächst in Gottes unverbrüchlicher Zusage: Du bist mein Kind. Nichts kann dich von meiner Liebe trennen. Mit deiner gesamten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bist du mir angenehm. Bleibe in meiner Gegenwart. Lass dich beschenken mit meiner Gerechtigkeit. Genieße das Geschenk der Freiheit: Lass deine Bemühungen sein, mit deinen eigenen guten Taten dir den Anschein der Gerechtigkeit, Reinheit und Größe zu geben.

Wer versucht, die eigene Gerechtigkeit nachzuweisen und zu dokumentieren: Ich bin ok, der wird in seinem Inneren die Zweifel verspüren: Ist das wirklich wahr, dass ich ganz gerecht bin? Dass ich frei sein darf? Oder haben die anderen nicht doch recht mit ihrer Meinung, dass ich mich lieber anders verhalten, mehr tun sollte - oder dass es etwa keine wirkliche Freiheit gebe? Solchen Gedanken nachzuhängen - oder gar zu meinen, dass wir eine andere Religion bräuchten, ist für den Apostel das Joch der Knechtschaft. Von dem möchte er uns für immer befreit sehen. Das Wunderbare an dem Wunsch des Paulus. Wenn wir an Christus glauben, ist der Wunsch nach Freiheit Wirklichkeit. Paulus fleht dich an: Bleibe in Gottes Wirklichkeit. Denn in Christus bist du wirklich frei!

 

Autor: Pfarrer Ingo Maxeiner

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Psalm 22,23

„Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern.“ So lautet die heutige Tageslosung. Erweitern möchte ich sie um die zweite Satzhälfte: „Ich will dich in der Gemeinde rühmen“. Im eigenen Kreise über Gott informieren, das will der Psalmbeter. Selbstverständlich sind die Schwestern eingeschlossen. Dabei hat er mehr vor, als einen religionswissenschaftlichen Sachvortrag halten: die Bekanntgabe des Namens geht über in die Anrede Gottes, um ihn zu loben und zu preisen. Gemeint ist, das Leben mit Gott zu führen, der ihn vor den Bedrohungen verschont, aus den Bedrängnissen rettet. Und dazu will er die Mitmenschen einladen. Das ist das Thema unseres geistlichen Mannes.

Der allerdings hat seinen Psalm mit einer bitterlichen Klage begonnen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hilfe sei fern gewesen, eine Antwort nicht zu vernehmen, die Nacht war ruhelos. Der Evangelist Matthäus hält fest: Genau diese Klage hat Jesus am Kreuz an seinen Vater gerichtet. Und Jesus musste auch mit ansehen, wie um sein Gewand gelost wurde. Diese Klage findet sich ebenfalls in unseren Psalm. Wie aber kommt es zum Umschwung bei dem Psalmbeter? Warum vollzieht sich der Wandel von der Klage zum Lob? Und wieso fordert er seine Mitmenschen auf, sich dem Lob anzuschließen?

Der Beter erinnert sich an das, was er gesehen, gehört und erlebt hat. Ja, es stimmt, seine Not war groß. Aber seine Bitte um Errettung vor den Gefahren ist erhört worden. Er ist überzeugt: die Armen und Elenden sollen satt werden. Auch ihre Nachkommen werden Gottes Güte erfahren. Ihre Herzen sollen ewiglich leben. Denn Gott gehören das Reich und die Völker - und wenn sie ihm gehören, dann ist der Horizont für alle Zeit offen. Diese Erfahrung wurde auch Jesus zuteil. Mitten in seiner Klage wegen der Verlassenheit klangen mit dem Psalm doch schon die Errettung und das ewige Leben an.

An welchem Punkt Ihres Lebens stehen Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer? Bedrängen Sie Not, Krankheit und Verlassen sein? Werden Sie von Ihrer Mitwelt gemieden oder verachtet? Hat die Seele ihre Kraft verloren? All diese Sorgen und Nöte kennt der Psalmbeter und nimmt sie ernst. Zugleich wurde ihm Gottes begeisternde Güte und Gerechtigkeit offenbart, dazu seine immerwährende Macht. Im kleinen Israel zu Hause, durfte er doch einen Blick auf die ganze Welt tun. Die wird sich Gott zuwenden.

Welche Impulse dürfen der Psalmist und sein prominentester Mitbeter Jesus Christus Ihrem Leben mitgeben? Unser Herr und Heiland würde sich freuen, wenn Sie alle Ihre Sorgen und Nöte mit ihm teilen. Wenn Sie sich ihm frei anvertrauen. Und wenn Sie Jesu Horizont gewinnen. Der besteht im Reich Gottes, das mit Jesus Christus nahe herbei gekommen ist. Jesus eröffnet uns mitten im heutigen Leben den Blick auf seine aktuelle und seine kommende Wirklichkeit. Hilfe erfahren wir für unsere Seele, oft auch für unseren Leib. Und ganz gewiss werden wir das himmlische Jerusalem schauen, wenn wir Jesus Christus vertrauen. Unser Heiland kommt, ist da, bleibt und regiert! Möge dieser Ausblick uns bewegen, unseren Mitmenschen von Gott zu erzählen, vielleicht zunächst als Bericht. Und dann uns freisetzten, ihn zu loben und zu preisen mit Gebeten, mit Liedern, mit Taten der Liebe, mit unserer ganzen Person.

Autor: Pfarrer Ingo Maxeiner

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Jeremia 24,7

Ist Gott wirklich da? An meinem Leben interessiert? Oder ist er bloß Gegenstand tiefsinniger Gedanken von Theologen, die über ihn reden und schreiben? Gibt sein heiliges Wort nur Anlass zu Streitereien unter denen, die sich für fromm und gottesfürchtig halten? Oder ermutigt es mich weiterzugehen? Kann ich mich auf das biblische Wort und den, der es gegeben hat, verlassen?

Schon der Prophet Jeremia, von dem im Alten Testament berichtet wird und der um 600 vor Christus lebte, muss sich fragen lassen, wie nahe Gott seinem Volk ist und wie verlässlich. Und er spricht Gottes Absichten im Blick auf sein Volk klar aus.

Jeremia lebt in einer Zeit, die von sozialen Nöten und kriegerischer Bedrohung geprägt ist. In der falsch von Gott gepredigt wird. So eine Art ‚Alles-wird-gut-Evangelium’ (vgl. Jer. 23,16.17). Jeremia, der Prophet, mahnt: Gottes Weisungen zu missachten, bleibt nicht folgenlos. Gott wird richten (vgl. Jer. 22,3-9).

Und doch sitzt er nicht enttäuscht von seinen Menschen im Himmel. Wenn ich das einmal so bildlich sagen darf. Auch nicht wütend, weil sie ihm ungehorsam sind. Ihn mit bloßer Religiosität abspeisen wollen. Gott hält an seiner Sehnsucht fest: „Sie sollen mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ So steht es in Kapitel 24 Vers 7 des Jeremia-Buches.

Das also ist Gottes Absicht: Bei und mit denen zu sein, die er zu seinem Eigentum berufen hat. Denen er sein Wort, seine guten Weisungen zum Leben, gegeben hat. Das gilt zunächst und allererst dem jüdischen Volk. Bei ihm will Gott wohnen. Für die Landsleute und Zeitgenossen Jeremias ist unstrittig, wo Gott wohnt, nämlich im Tempel in Jerusalem. Jahrhunderte später, als Gott seinen Messias Jesus zu seinem Volk sendet, zeigt sich, dass dies nur eine sehr begrenzte Vorstellung war. Denn die Sehnsucht Gottes, bei seinem Volk zu wohnen, erfüllt sich in einer viel tieferen und umfassenderen Weise. Von Jesus heißt es, dass er durch den Heiligen Geist in denen wohnt, die ihm vertrauen und gehorchen (vgl. Joh. 14,23).

Der Prophet Jeremia sagt klar und deutlich, was Gott voraussetzt, bevor er in ein Leben einzieht. „Sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ Wer sich wünscht, dass Gott in seinem Leben wirkt, muss umkehren. Sich abwenden von selbstherrlichen Entscheidungen, von Rechthaberei und Unversöhnlichkeit. Ein halbherziges Bereitsein für Gottes Segen, ohne sich von Einstellungen zu trennen, die Gott und seinem Wort widersprechen, verhindert eine enge Gemeinschaft mit dem Schöpfer. Wer sich die Nähe Gottes wünscht, kann nicht mit Sünde liebäugeln. Gelegentliches Beten und ein bisschen Kirchgang liegen Gott nicht am Herzen. Auch nicht soziales Engagement, wenn es womöglich geschieht, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Er sehnt sich danach, dass wir uns von ganzem Herzen ihm zuwenden.

Bei Besuchen habe ich mehrfach erlebt, dass die Gastgeber eine Katze im Haus hatten. Darauf angesprochen, sagen sie: ‚Nein, das ist nicht unsere Katze. Sie gehört den Nachbarn. Aber sie ist fast nur bei uns, denn wir geben ihr Futter.’ Ob mancher sich nicht Gott gegenüber so verhält wie diese Katzen? Solange der die Bedürfnisse erfüllt, hält man sich zu ihm und seiner Gemeinde. Aber wirklich gehören will man ihm nicht.

Doch Gott scheint Hoffnung zu haben. Jeremia, der Prophet, verkündet – selbst gegen allen Augenschein - dass Gott damit rechnet, dass Menschen von ganzem Herzen zu ihm umkehren. Nicht halbherzig ein wenig religiös sind, sondern ihm wirklich gehören wollen. Wenn Sie sich dazu entschließen, erleben Sie den Unterschied, ob Sie sagen und beten ‚ein Gott’ oder ‚mein Gott’.

 

Autor: Werner Heise

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Römer 2,4

Morgendlicher Berufsverkehr. Ich fahre zügig in den Kreisverkehr ein und muss unvermittelt bremsen. Ein Fahrzeug blockiert noch vor der Ausfahrt jedes Weiterkommen. Nicht nur für mich. Ich warte. Ich hupe. Warte. Steige aus, um die Ursache dieses Staus zu erkennen. Hinter der Ausfahrt ragt ein Lieferwagen wenige Zentimeter auf die Fahrbahn. ‚Dafür muss man nicht stehenbleiben’, denke ich und spreche den jungen Mann am Steuer an. Erhalte eine unfreundliche Antwort. Doch dann kommt Bewegung in die Sache und jeder setzt seine Fahrt fort. Meinerseits nicht ohne Kopfschütteln.

Später fällt mir ein, dass ich wenige Tage zuvor an der Zapfsäule hielt. Ein Taxi fährt heran. Wartet. Hupt. Meine Frau steht noch in der Tankstelle vor der Kasse. Ein geeigneter Parkplatz, um vorzurücken, ist nicht vorhanden. Der Taxifahrer steigt aus. Klopft an meine Autotür. Nicht gerade freundlich erkläre ich ihm, dass wir erst zahlen und dann fahren. Grummelnd geht der Mann zu seinem Fahrzeug zurück. Jetzt fällt mir diese Szene wieder ein. Was mich bei anderen stört, tue ich selbst.

Ähnlich schreibt es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Rom (vgl. Rö. 2,1.3). Nicht mit Blick auf das Verhalten im Verkehr, sondern auf den Umgang mit Sünde. Sündigt ein anderer, erkenne ich es gut und missbillige es. Und kenne ich mich in der Bibel aus, fällt mir noch deutlicher auf, wo jemand Gottes Gebote missachtet. Doch wenn ich auf andere sehe, wie sie stolz, eigensüchtig, gierig nach Geld und Anerkennung sind, ist mein Blick von mir selbst abgelenkt. Und leicht stellt sich das Gefühl ein, besser zu sein. Gerechter. Gott mehr Freude zu bereiten als sie. Oder wenigstens nicht so viel Kummer.

Der Apostel Paulus entlarvt solche Gedanken und Gefühle als gefährliche Selbsttäuschung. Und er geht noch einen Schritt weiter. Er warnt gerade die, die sich im Wort Gottes auskennen. Die wissen, was wir lassen und was wir tun sollen, um so zu leben, wie es Gott gefällt und unseren Mitmenschen gut tut. Die erlebt haben, wie gütig und freundlich Gott zu ihnen ist. Die erfahren haben, dass Gott einen langen Atem mit ihren Verfehlungen hat. Gerade sie mahnt der Apostel nachdrücklich und persönlich: Zieh daraus nicht den falschen Schluss!

Wenn du unaufrichtig bist, bist du nicht besser als ein ertappter Betrüger. Wenn du Gott ungehorsam bist, nicht besser als einer, der Gott ablehnt. Von ihm nichts wissen will. Wenn du deine heimliche Sünde pflegst, bist du nicht besser als ein stadtbekannter Ehebrecher. Wenn Gott dich bisher nicht zur Rechenschaft gezogen hat, dann nicht, weil du so gut bist, sondern weil ihm anderes am Herzen liegt: „Weißt du nicht“, schreibt der Apostel im Brief an die Christen in Rom im 2 Kapitel Vers 4, „dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?“

Gott ist nicht zu schwach, um Konsequenzen zu ziehen. Das hat er in der Geschichte oft genug gezeigt. Er trägt mich mit ausdauernder Geduld, damit ich zur Einsicht komme. Endlich aufhöre, mir und anderen etwas vorzumachen. Sünde ist nicht harmlos. Sie wirkt wie ein tödliches Gift. Zerstört Beziehungen. Zwischen Menschen. Und die zu Gott. Am Ende kostet sie das Leben.

Gott ist gütig und freundlich, damit ich von falschen Wegen umkehre. Ihm vertraue und gehorche. Denn das ehrt ihn (vgl. Rö. 1,5). Gott, der Sie und mich geschaffen hat, will nicht, dass unser Leben durch Sünde zerstört wird. Seine Güte hat ein Ziel: Dass wir zu ihm umkehren. Solche Umkehr nannte man früher „Buße“. Sünde bekennen und sich von ihr abwenden. Dazu bietet dieser Tag heute Gelegenheit.

 

Autor: Werner Heise

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5. Mose 18,14

In meinem letzten Urlaub war ich in der englischen Kleinstadt Glastonbury. Sie gilt als Hauptstadt der Esoterik. Warum?

Kennen Sie die Geschichte vom heiligen Gral? Der Gral bezeichnet den Kelch aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken hat. Josef von Arimathäa soll ihn nach England gebracht und in Glastonbury vergraben haben. Dort gibt es eine Quelle, deren Wasser eine starke rötliche Färbung hat. Diese Färbung, so die Legende, kommt von dem Abendmahlskelch Jesu. In Glastonbury sah ich, wie im Bereich der Quelle, Menschen in tiefer Meditation versunken waren. Ich konnte es nicht fassen. So viele Menschen, die sich von der Quelle etwas erhofften. Nebenbei bemerkt: Die rötliche Färbung verdankt das Wasser dem starken Eisengehalt im Boden und nicht dem Abendmahlskelch Jesu, der dort vergraben sein soll.

Ich wurde in Glastonbury an eine Aussage von Pfarrer Ulrich Parzany erinnert. Er sagte: „Es gibt in Deutschland mehr Wahrsager, die beim Finanzamt gemeldet sind als Pfarrer in der Evangelischen Kirche.“ Auch wenn ich mir das kaum vorstellen kann, so zeigt meine Beobachtung aus Glastonbury, wie der Satz von Pfarrer Parzany, wie viele Menschen sich Hilfe und Orientierung durch Esoterik und Wahrsagerei erhoffen.

In diese Situation hinein lese ich aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 14: „Die Völker hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; dir aber hat der Herr, dein Gott, so etwas verwehrt.“

Die Lage für das damalige Volk Gottes sah schlecht aus. Bisher hatte Gott durch Mose zu dem Volk gesprochen. Doch Mose würde in das neue Land nicht mit kommen. Wie konnte das Volk zukünftig Gottes Reden hören? Der Gedanke auf die ortsansässigen Wahrsager und Zeichendeuter zurückzugreifen lag nahe. Doch der Herr verbietet es klar, damals, wie heute. Weder Wahrsagerei, noch das Quellwasser aus Glastonbury, noch weitere Gegenstände oder Personen aus dem esoterischen Bereich und des Okkulten tragen dazu bei, Gottes Reden zu hören, ganz im Gegenteil.

Im weiteren Verlauf von 5. Mose 18 verspricht der Herr, auch zukünftig zu seinem Volk zu sprechen und zwar durch einen Propheten, den er sendet.

Christen sehen dieses Versprechen in der Person Jesu Christi in letzter Konsequenz erfüllt. Auf ihn gilt es zu hören. Was er zu sagen hat, steht klar in den Evangelien. Gottes Stimme heute hören, jetzt, wo das neue Jahr gerade begonnen hat, das geschieht, wenn Menschen auf das hören, was Jesus Christus sagt.

Autor: Pastor Werner Hanschmann

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Psalm 4,8

„Mach dir Freude auf!“, lautet ein Werbeslogan von Coca-Cola. Eine offene Flasche Coca-Cola und du beginnst dich zu freuen, verspricht diese Werbung.

Sich zu freuen ist wichtig. Freude gibt Energie und Lebenskraft. Sie vertreibt angstvolle Gedanken. Wer sich freut hat Lebensqualität. Solch ein Mensch kommt morgens ganz anders aus dem Bett, als einer, der sich vor dem Tag fürchtet.

Der Werbeslogan verspricht Freude durch ein Getränk. Andere Menschen suchen Freude bei einem Hobby, beim Treffen mit Freunden, oder in einer Urlaubsreise.

In der Bibel wird viel von Freude gesprochen. Im Psalm 4, Vers 8, sagt der Beter: „HErr, du erfreust mein Herz, mehr als zur Zeit, da es Korn und Wein gibt in Fülle.“

Was mir an dieser Aussage auffällt: Dieser Mensch bekommt die Freude von Gott. Es sind nicht die materiellen Dinge, so wichtig sie sein mögen, die ihm diese Freude schenken. Dazu ist diese Freude größer, stärker, als die Freude über ein gutes Auskommen.

„Hey, Mensch, warum freust du dich so über das, was Gott dir schenkt“, frage ich den Beter. Dabei denke ich an viele Christen, die mit einem Gesicht durch die Gegend laufen, als müssten sie die Last der Welt tragen.

Die Antwort gibt mir der Beter in seinem Psalm. Ich erfahre, dass Gott ihn hört, tröstet, gnädig mit ihm umgeht und ihn führt. Es ist nicht sein eigenes Verhalten, sondern Gottes Verhalten, was ihn froh macht. Nicht seine Leistung ist für ihn Grund zur Freude, sondern die Art und Weise, wie sich der Herr ihm gegenüber verhält.

Trotz stressiger Lebensumstände, weiß sich dieser Mensch von Gott gehalten und geborgen. Er vertraut darauf, dass der Herr sich ihm zuwendet.

Gott wendet sich den Menschen zu. Am Deutlichsten wird das in der Person Jesu Christi. Nicht nur, dass er Mensch wird wie unsereiner, nicht nur, dass er schwere Situationen, wie Verrat und Schmerzen erlebt. Er gibt sein Leben hin, damit Menschen dauerhaft mit Gott leben können.

Ich weiß nicht, zu welchen Menschen Sie gehören. Sind Sie heute Morgen vom Bett mit Freude in den neuen Tag gesprungen, oder haben Sie sich noch einmal die Decke über den Kopf gezogen? Der Beter vom Psalm 4 geht in den neuen Tag mit dem Vertrauen: Gott hat mir Freude gemacht, denn er lässt mich nicht im Stich. Weder Sie, noch ich wissen, was ein neuer Tag im Einzelnen bringt, aber der Beter ermutigt, darauf zu vertrauen, dass der Herr sich uns zuwendet. Er wendet sich Ihnen und mir zu und wendet sich nicht ab, komme, was wolle. Da kommt Freude auf!

Autor: Pastor Werner Hanschmann

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Esra 8,31

Sind Sie schon einmal mit einem sehr schwierigen Auftrag betraut worden? Ich denke an etwas, bei dem es auf Sie angekommen ist. Einen komplizieren und langwierigen Auftrag, bei dem nicht ausgemacht gewesen ist, dass Sie ihn erfolgreich ausführen können. Ich finde, das kann einen ganz schön nervös machen. Vor allem dann, wenn ich nur begrenzten Einfluss auf den Erfolg habe.

Mit einem solchen Auftrag wird der jüdische Priester Esra ausgestattet. Der persische König Artaxerxes schickt Esra nach Jerusalem. Esras Problem ist sein Reisegepäck. Das enthält allerhand Kostbarkeiten, die bei anderen Begehrlichkeiten auslösen könnten: Jede Menge Gold und Silber, beispielsweise. Weil Esra sich der Gefahr bewusst ist, ruft er vor Reiseantritt eine Zeit des Fastens und Betens aus. Jedem, der ihn begleitet, muss klar sein, dass diese Aktion nur gelingen kann, wenn Gott seinen besonderen Segen schenkt. Dann bricht er mit der Karawane in Richtung Süden auf.

Am Ende der langen Reise kann Esra sagen: Es ist alles gut gegangen. „Die Hand unseres Gottes war über uns, und er errettete uns“, so schreibt es Esra in Kapitel 8,31.

Als Esra diese Worte spricht, da ist es ihm sehr ernst damit. Das wird aus dem Zusammenhang deutlich. Unmittelbar vorher bekennt Esra: „Ich schämte mich, vom König Geleit und Reiter zu fordern, um uns auf dem Weg vor Feinden zu helfen.“ (Vers 22) Es wäre sein gutes Recht, eine berittene Eskorte anzufordern. Schließlich ist er im Auftrag des Königs unterwegs. Aber Esra tut es nicht. Er vertraut lieber auf Gott, geht das Risiko ein und … fährt gut mit dieser Entscheidung.

Ich finde Esras Haltung beeindruckend. Er ist sich des Risikos bewusst, das er eingeht, und entscheidet sich für Gottvertrauen und gegen militärischen Schutz.

Beim Nachdenken über diesen Text habe ich mich gefragt: Lege ich meine Geschicke in Gottes Hände, so wie Esra es seinerzeit getan hat?

Als Erstes ist mir eingefallen, dass wir in unserer Familie eine Tradition haben. Wir falten die Hände unmittelbar vor der Abreise und bitten Jesus Christus um Schutz und Bewahrung unterwegs. Meine Frau und ich haben diese gute Gewohnheit von unseren Eltern übernommen. Wir beten, weil wir wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, heil und gesund am Ziel anzukommen. Wir legen unsere Geschicke bewusst in Gottes Hand. Diese Haltung kann ich auch bei anderen Gelegenheiten einnehmen. Früh morgens beispielsweise, bevor ich mit der Arbeit beginne oder vor einem schwierigen Gespräch. 

Von Esra lerne ich aber auch, von dem zu erzählen, was Gott getan hat: Nach der bewahrten Ankunft, nach der gelungenen Arbeit oder dem schwierigen Gespräch innezuhalten und – so wie Esra – zu sagen: Der Herr, mein Gott, war bei mir. Gott hat Gelingen geschenkt. Dafür bin ich ihm dankbar.

 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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2. Samuel 7,21

Er hat einen langen Weg hinter sich. Begonnen hat alles auf den Feldern vor Bethlehem. David ist Hirte gewesen und hat als jüngster Sohn die Schafherden seines Vaters gehütet. Aus diesem beschaulichen Leben wird er herausgerissen, als eines Tages prominenter Besuch zu Hause eintrifft. Der alte Prophet und Richter Samuel ist mit einem geheimen Anliegen gekommen. In Gegenwart seiner völlig verblüfften Familie salbt Samuel David zum künftigen König über Israel.

Von diesem Augenblick an verändert sich alles im Leben von David. Mit seinem Sieg über den Riesen Goliat erwirbt er sich einen legendären Ruf beim Volk und die Missgunst von König Saul. Weil es am Königshof immer gefährlicher für David wird, muss er schließlich untertauchen. Viele Jahre ist er auf der Flucht, häufig mit nur ein paar Schritten Vorsprung vor seinem Todfeind, König Saul. 

In all den Höhen und Tiefen dieser bewegten Jahre steht Gott zu David. Mehrfach erlebt David Befreiung aus scheinbar ausweglosen Situationen. Und so kommt es schließlich, dass das eintrifft, was der Prophet 20 Jahre zuvor vorausgesagt hat: David wird König. Erst über den Stamm Juda, einige Jahre später König von ganz Israel. In seiner neuen Verantwortung als Herrscher über Israel erlebt David Erfolge und Niederlagen. Es gelingt ihm, sich gegen seine Feinde durchzusetzen, aber er begeht auch schwere Fehltritte, die ihn teuer zu stehen kommen.

Eines Tages hat David einen Gedanken. Er möchte Gott ein Haus bauen, einen Tempel mitten in Jerusalem. David will ein Zeichen setzen: Gott wohnt mitten unter uns. Erstaunlicherweise sagt Gott Nein zu seinem Vorhaben. David ist nicht der richtige Mann, um dieses Haus zu bauen. Das lässt Gott durch den Propheten Nathan ausrichten. Diese Aufgabe soll später einmal sein Sohn übernehmen. Dann verbindet Gott mit seinem Nein ein sehr viel größeres Ja. Er sagt David zu, dass sein Königsthron ewig bestehen bleiben wird. 

Mit einer so gewaltigen Verheißung hat David nicht gerechnet. Ehrfürchtig  fällt er auf seine Knie und betet: „Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du alle diese großen Dinge getan“, 2. Samuel 7,21

Manchmal ist es gut, wenn ich, wie David, einen Schritt zurücktrete und das große Ganze in Augenschein nehme. Wie gut, wenn ich dann erkenne, dass Gott mit seinem Nein ein sehr viel größeres Ja verbindet. Und das auf mehreren Ebenen.

Ich bin oft sehr mit den Details beschäftigt. Ich habe mich auf eine bestimmte Überzeugung versteift. So muss es sein, lieber Gott, so und nicht anders. Dann gilt für mich, dass ich innehalten und ein paar Schritte zurücktreten muss – und sei es nur in Gedanken –  damit Gott mir eine neue Sicht der Dinge ermöglichen kann. Und tatsächlich, häufig sehe ich mit einem Mal Zusammenhänge, die ich vorher nicht wahrgenommen habe.

Aber ich will Davids Vorbild noch auf einer anderen Ebene gelten lassen und ich lade Sie ein, das ebenfalls zu tun. Ich will mir vor Augen halten, dass Gott durch Jesus Christus ein grundsätzliches und großes Ja zu meinem Leben gesagt hat. Er hat mich angenommen. So wie ich bin.

Indem ich mich Jesus Christus anvertraue, wird mein Leben gelingen. Da bin ich ganz sicher.

Am Ende meines Lebens werde ich dann sagen können: Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du alle diese großen Dinge getan. Ich danke dir dafür, du großer Gott. Ich danke dir, mein Herr und Heiland, Jesus Christus.

 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Psalm 25,3

Psalm 25,3: „Ja, niemand gerät in Schande, wenn er seine Hoffnung auf dich setzt. Aber wer sich treulos von dir abwendet – aus welchem Vorwand auch immer – der wird beschämt dastehen.“  (Neue Genfer Übersetzung)

Dieses Bibelwort ist der 3. Vers aus Psalm 25. Wer diesen Psalm einmal liest, der wird sehr schnell merken, dass der Beter nur eine einzige Sorge hat, nämlich dass seine Verbindung zu Gott brüchig werden könnte. Und er hat nur einen Wunsch, dass Gott ihn durch sein Leben führt und leitet. Er weiß im Rückblick auf dieses Leben, dass Gott auch allen Grund hätte, sich von ihm abzuwenden. Er ist sich bewusst, dass er nicht immer im Sinne Gottes gelebt hat. Er denkt an die Sünden seiner Jugend. Woran mag er sich da erinnern? An jugendlichen Übermut vielleicht, mit dem er über alle Stränge geschlagen hat? Daran, dass es ihm nur darum gegangen ist, sich selbst zu verwirklichen und er dabei Gott, sein Gebot und seine Mitmenschen ganz aus den Augen verloren hat?

Was auch immer es war, er bittet Gott, ihn darauf nicht festzunageln. Ist das nicht dreist? Woher nimmt er den Mut zu solcher Bitte? Er kann so bitten und darauf hoffen, weil er weiß, Gott ist ein vergebender und barmherziger Gott. Das fragwürdige Sprichwort: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren“ hat er noch nicht gekannt. Aber auf seine Hoffnung hätte es auch nicht zugetroffen. Denn seine Hoffnung richtet sich ausschließlich auf Gott. Und da ist er sich ganz gewiss, dass diese Hoffnung ihn nicht zum Narren macht. Ganz im Gegenteil. Diese Hoffnung ist der Antrieb für sein Leben, die Motivation, das, was ihm Mut zum Leben macht.

Und diesen Mut hat er auch nötig, wenn er von der Angst seines Herzens spricht, von Feinden, die ihn umgeben und von seinem eigenen Versagen. Ob er von außen bedrängt wird oder in seinem Inneren Zweifel nagen, all das kann ihn nicht aus der Bahn werfen, dessen ist er sich sicher. Nur wenn er Gott untreu wird, dann gerät sein Leben in Schieflage. Ein beneidenswerter Glaube, der aus seinen Worten spricht.

Die Sorge des Beters von Psalm 25 war, dass seine Verbindung zu Gott brüchig wird, dass er vielleicht doch dem Zeitgeist mehr vertraut als Gott, dass er seine Gebote nicht mehr zum Maßstab seines Lebens macht. Was ist eigentlich unsere Sorge, wenn es um unser Leben geht? Was wünschen wir uns am allermeisten für unser Leben?

Er wünschte sich, dass Gott ihn führt und leitet. Wenn es um Nachhaltigkeit in unserem Leben geht, dann ist das der beste aller Wünsche.

 

Autor: Christoph Wolf

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Jeremia 9,6

Können Sie sich noch an Ihre letzte Prüfung erinnern, an die Gefühle vor und während der Prüfung? Vorfreude ist da selten. Schon eher ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, Unsicherheit oder sogar Angst. Der Ausgang der Prüfung ist nicht zuletzt davon abhängig, ob diese Gefühle auch während der Prüfung die Oberhand behalten oder abgelöst werden von zunehmender Sicherheit, Selbstvertrauen und Zuversicht. Gute Vorbereitung zahlt sich aus.

Abgesehen von den Prüfungen, die ich ablegen musste, gehörte es zu meinem Beruf, junge Menschen zu prüfen. Daher weiß ich, dass auch der Prüfer ganz ähnliche Gefühle hat wie der Prüfling. Auch er ist im Blick auf den Ausgang unsicher und fragt sich: Wie wird sich der Prüfling bewähren, was wird die Prüfung bringen? Und manchmal habe ich mich gefragt: Wem bringt sie eigentlich mehr, dem Prüfer oder dem, der geprüft wird. Der Prüfer schreibt anschließend eine Zensur aufs Zeugnis. Wenn es gut geht, dann erfährt der Prüfling, wo er steht, was er beherrscht und was ihm noch fehlt. Seine Stärken und seine Schwächen werden ihm bewusst. Wichtige Hinweise für die Zukunft. Prüfungen sind für die Geprüften viel wichtiger, auch wenn sie das oft nicht so sehen.

Im Bibelwort für diesen Tag geht es auch um eine Prüfung. Der Prüfer ist Gott und der Prüfling sein Volk. Im Buch des Propheten Jeremia 9 Vers 6 heißt es: “Siehe, ich will mein Volk schmelzen und prüfen.“ Wer den Zusammenhang im 9. Kapitel bei Jeremia liest, der stellt schnell fest, dass es nicht um eine gewöhnliche Prüfung geht, die man vielleicht mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend beginnt, aber dann doch sicher besteht. Der Grund für diese Prüfung ist ein Totalversagen des Volkes Gottes. Ihre Gottvergessenheit wirkt sich zerstörerisch auf ihr Miteinander aus. Was die Menschen sich gegenseitig und damit auch Gott antun, ist kaum auszuhalten. Gott erwägt sogar, sein Volk zu verlassen, so schlimm steht es um sie.

Gott musste sich in dieser Situation für sein Volk gar keine besonders schwere Prüfung ausdenken. Er lässt sie nur auslöffeln, was sie sich selbst eingebrockt haben. Und das ist eine Menge. Und was soll das bringen? Wer hat etwas davon? Gott hat nichts von dieser Prüfung. Ihm blutet das Herz, wenn er sieht, wie sein eigenes Volk seine Gebote missachtet. Das Volk soll begreifen, wohin sie ihr Leben ohne  und mitunter sogar gegen Gott gebracht hat. Die Prüfung ist hart. Aber Gott prüft sie nicht, um sie durchfallen zu lassen. Er lässt die Prüfung zu, damit sie erkennen, wohin sie ihr Weg führt, wenn sie nicht umkehren.

Die Chance zur Umkehr gehört zu den Prüfungen Gottes immer dazu, damals wie heute. Wir fragen oft: „Wie kann Gott das zulassen?“ „Wenn er der liebe Gott ist, dann müsste er doch...“ Vielleicht lässt Gott Prüfungen zu, damit wir aufmerken, unsere falschen Wege erkennen und umkehren hin zu ihm, dem liebenden Gott. Das ist jedenfalls seine Absicht, wenn er Prüfungen zulässt.

 

Autor: Christoph Wolf

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Titus 2,11–12

Unverdiente Geschenke bereiten enorm Freude. Genauso ist es mit den Geschenken, die Gott uns macht. Das allergrößte Geschenk, das wir von Gott empfangen können, ist seine heilsame Gnade! Das Wort Gnade steht für eine Grunderfahrung menschlichen Lebens: Das, wovon wir eigentlich leben, können wir weder kaufen, herstellen noch verdienen. Das gilt für die Liebe, die Freundschaft und die Anerkennung oder die Vergebung durch andere Menschen. Die elementare Erfahrung, dass uns das Wesentliche im Leben geschenkt wird, das ist der Kern der christlichen Rede von der Gnade.

Gnade heißt, es gibt nichts, was wir tun könnten, damit uns Gott mehr liebt: Keine guten Taten, kein Verzicht und kein theologisches Wissen. Gnade heißt auch: Es gibt nichts, was wir tun könnten, damit uns Gott weniger liebt. Auch unser Versagen hindert Gott nicht daran, uns zu lieben. Gnade bedeutet, dass Gott uns schon jetzt so sehr liebt, wie ein unendlicher Gott eben lieben kann. Auch wenn ich eigentlich nur Schelte und Strafe verdient hätte, bin ich eingeladen, meinen Platz am Tisch der Familie Gottes einzunehmen. Gnade kann man sich nicht verdienen. Sie ist gratis – umsonst. Amazing Grace, wie es in einem bekannten Lied heißt. Was für eine erstaunliche Gnade, unverdiente Gunst und unbegreifliche Liebe Gottes! Geschenke müssen aber auch angenommen werden! Also: „Lass dich beschenken! Du kannst dir Gottes Wohlwollen nicht verdienen! Nimm doch einfach das Geschenk seiner Gnade und Vergebung an!“

Nun kommen wir jedoch noch zu einem weiteren wichtigen Punkt: Wer die Gnade Gottes wirklich erfahren hat und glaubt, dass Gott ihn unfassbar liebt, der bleibt nicht derselbe. Gott möchte uns durch seine heilsame Gnade verändern. Und zwar so, dass wir Jesus immer ähnlicher werden.

Paulus drückt das so aus: „Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben.“ (Tit 2,11-12)

Gnade ist also nicht wie ein frommes Ruhekissen oder Sofa, auf dem wir uns selbstzufrieden und gemütlich ausruhen. Gnade ist etwas, mit der Gott unser ganzes Leben dynamisch verändern möchte.

Nach den Worten des Apostels leitet uns Gnade dazu an, „uns von aller Gottlosigkeit und von den Begierden dieser Welt abzuwenden und, solange wir noch hier auf der Erde sind, verantwortungsbewusst zu handeln, uns nach Gottes Willen zu richten und so zu leben, dass Gott geehrt wird.“ So lautet das heutige Bibelwort in einer anderen Übersetzung.

Bitte nehmen Sie das mit: Durch Gottes Gnade erfährt ein glaubender Mensch, dass er bedingungslos geliebt wird. Aber er wird auch zu einem neuen Lebensstil geführt und so immer mehr verändert.

Die Frage ist nur, ob wir dazu bereit sind. Der Heilige Geist erneuert uns nämlich nur dann, wenn wir uns aus Dankbarkeit nach dem in der Bibel beschriebenen Willen Gottes ausrichten. Und wenn wir bereit sind, schlechte Gewohnheiten abzulegen. Beides gehört eng zusammen: Gottes verändernde Gnade und mein Wunsch, seinen Willen zu suchen, zu lieben und Gott von ganzem Herzen zu dienen. Weil er mir dabei hilft, kann ich meinen Teil dazu beitragen. Mich beschäftigt folgende Frage an diesen Tag: Wie kann ich heute so leben, dass es Gott gefällt und mein Leben gute Spuren hinterlässt? Ist dies auch Ihre Frage und Ihr Wunsch für heute?

Autor: Jürgen Neidhart

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Offenbarung 1,8

Können Sie sich vorstellen, dass es Christen gibt, in deren Leben die Bibel einen völlig anderen Stellenwert hat als bei uns Mitteleuropäern?

Ich denke da an Christen, die unter Verfolgung leiden. Genauso wie die Zeitgenossen des Apostels Johannes. Er schrieb am Ende des ersten Jahrhunderts das letzte Buch der Bibel, die „Offenbarung“. Johannes und seine Mitchristen litten damals in Kleinasien enorm unter dem damaligen römischen Kaiser Domitian. Dieser ließ sich von seinem Umfeld mit „Herr und Gott“ ansprechen. Heute bilden Christen weltweit die mit Abstand größte Gruppe, die aus Glaubensgründen verfolgt wird. Über 200 Millionen Christen leiden aufgrund ihres Glaubens und ihres Bekenntnisses zu Jesus Christus unter einem hohen Maß an Verfolgung (Quelle: Open Doors).

Wenn Christen unter Druck kommen, wenn das Leiden ihr täglicher Begleiter ist, dann können Worte der Bibel sie entscheidend trösten und stärken.

Wenn auch Sie momentan eine schwierige Zeit durchleiden müssen, lassen Sie sich jetzt durch unser heutiges Bibelwort trösten und ermutigen. Es steht in genau dem Buch von Johannes, über das ich gesprochen habe, in der Offenbarung: „Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige“ (Offb 1,8).

Hier stellt sich uns unser Gott selbst vor. Er ist der Ursprung und das Ziel aller Dinge. Er ist der Erste und der Letzte, so wie Alpha der erste Buchstabe und Omega der letzte Buchstabe des griechischen Alphabetes ist. Das bedeutet auch, dass er alles in seinen Händen hält und überwacht, was zwischen dem Anfang und dem Ende der Menschheitsgeschichte liegt. Gott steht als souveräner Herrscher über allen Regierenden dieser Welt – damals wie heute. Eine gewisse Zeit lässt er Tyrannen und Christenverfolger wie Kaiser Domitian gewähren. Domitian wird 96 n. Chr. in seinem Palast in Rom ermordet und die Christen können wieder aufatmen. Gott sitzt im Regiment. Gott regiert und er ist der allmächtige Herrscher, der Allgewaltige. So nennt ihn der Apostel zu unserem Trost und als Ermutigung für alle, die leiden.

Nicht das Böse wird die Oberhand behalten, sondern „Gott, der Herr“.

Ist uns das bewusst? Wenn uns Schwierigkeiten und Nöte bedrängen, weiß Gott um alles. Er ist mächtig genug einzugreifen und unsere Notlage zu verändern.

Er war schon immer der beste Nothelfer und wird es auch immer sein und bleiben, bis Jesus Christus wiederkommen (Offb 1,7) und alles neu machen wird.

Dann wird er alle unsere Tränen abwischen und es wird kein Leid und keine Schmerzen mehr geben (Offb 21,4.5). Das verspricht „Gott, der Herr, der ist, der war und der kommt“. Gott ist der ewige Gott. Er war vor aller Zeit, er ist jetzt, und er wird sein, wenn die Zeit zu Ende gehen wird.

Was für eine einzigartige Beschreibung Gottes schenkt uns unser heutiges Bibelwort! Auf diesen ewigen und allmächtigen Gott können wir in diesem Augenblick vertrauen und mit seiner Hilfe rechnen. Genauso wie damals bei der verfolgten Kirche im ersten Jahrhundert n. Chr., wird dieser treue Gott auch seinen heute verfolgten Kindern beistehen. Ebenso Ihnen und mir in unseren täglichen Schwierigkeiten und Problemen. Rechnen Sie doch gerade jetzt mit seiner Gegenwart und Hilfe! Denn: „Alles kann Gott, nur eines nicht: die enttäuschen, die ihm vertrauen.“ (Ernst Modersohn)

 

Autor: Jürgen Neidhart

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Römer 12,11

Haben Sie schon einmal am Samstagmorgen einen Mann beobachtet, der mit Intensität und großem Fleiß und voller Hingabe sein Auto pflegt und poliert? Es ist für ihn sehr wertvoll und wichtig. Es kann viel, viel Zeit in Anspruch nehmen.

Diese Art von Fleiß und Eifer ist aber in unserem heutigen Bibelvers nicht gemeint. Ich lese nach der Schlachter Übersetzung. Im Fleiß lasset nicht nach. Seid brennend im Geist. Dienet  dem Herrn. Römer 12,11

Beim 1. Punkt „Im Fleiß lasst nicht nach“ geht es um die Pflege meines und Ihres Glaubenslebens. Für die intensive Pflege braucht es Zeit zum Hören auf Gott z. B. durch das persönliche Bibellesen und das persönliche Gebetsleben. Das Bibellesen kann ganz unterschiedliche Facetten haben. Der eine Christ liest am Morgen einen kleinen Abschnitt aus der Bibel und evtl. Parallelstellen. Zum besseren Verständnis liest er noch eine Bibellesehilfe. Am Abend beschließt er den Tag mit einer Andacht aus einem Andachtsbuch. Ein anderer Christ liest mehrere Kapitel. Er will sich einen Gesamtüberblick verschaffen. Entscheidend  ist es, für das Reden Gottes durch sein Wort offen zu sein, auf IHN zu hören. Das Gebetsleben und die Körperhaltung mögen total unterschiedlich sein. Jesus selbst hat uns ja im Vater Unser eine wertvolle Hilfe für das Gebet gegeben. Unsere Zeit der Stille vor Gott kann sehr oberflächlich und nur sporadisch oder regelmäßig und intensiv sein.

Es gibt auch sogenannte Solochristen. Sie besuchen wenige Gottesdienste und pflegen keine oder nur ganz wenig Gemeinschaft mit anderen Christen. Sie wären gesundheitlich sehr wohl dazu in der Lage. Leider werden sie trotz eines guten Anfangs mit Jesus im Glauben müde und matt.

Es geht um eine gesunde und fleißige, ja eifrige Beziehungspflege zu dem Herrn der gesamten Welt  und den anderen Christen. Es ist überwältigend, was daraus für Ihr und mein persönliches Leben entstehen kann. Daraus entwickelt sich dann der 2. Punkt unseres Bibelverses: „Seid brennend im Geist.“ Was bedeutet das? Durch Gottes Geist geprägt und erfüllt lerne ich die Menschen in meiner Umgebung mit den Augen des Herzens zu sehen.

Ein Reim aus meiner Kindheit kommt mir dabei in den Sinn:

Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn: Ich will die Liebe, von der ich lebe, liebend an andere weitergeben. Ich wiederhole noch  einmal: Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn: Ich will die Liebe, von der ich lebe, liebend an andere weitergeben.

Der Gründer des deutschen Baptismus, Johann Gerhard Oncken, prägte schon im vorletzten Jahrhundert einen kurzen, steilen Satz: Jeder Christ ein Missionar.

Damit komme ich zum 3. Punkt: „Dienet dem Herrn!“

Dienen ist heute ein wenig gebrauchtes Wort. Dienen hat etwas mit einer Aufgabe zu tun. Der Auftraggeber  für die unterschiedlichsten Dienste ist für alle Christen der gleiche Herr. Manche älteren Christen nehmen einen ganz wertvollen Dienst in der Anbetung und Fürbitte mit Freuden wahr. Andere haben große Freude, ihren Glauben auch vor Nichtchristen zu bekennen. Oder leiten einen Hauskreis. Wieder andere ruft Gott in den vollzeitlichen Dienst.

Wie kann Ihr Dienst für den Herrn der ganzen Welt heute und für Ihr weiteres Leben aussehen? Wenn Sie dazu Antworten für ihr Leben suchen, fragen Sie Jesus und auch andere Christen.

Autor: Renate Windisch

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1. Petrus 5,10

Im 1. Petrusbrief geht es um das Leiden der Christen. Während Petrus diesen Brief verfasste, gab es Christenverfolgungen. Von diesem Hintergrund her kommend hat der folgende Bibelvers eine besondere Aussagekraft.

Im 1. Petrus 5,10 in der Schlachter Übersetzung heißt es:

Der Gott aller Gnade  aber, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Jesus Christus berufen hat, wird euch selbst nach kurzem Leiden zubereiten, festigen, stärken und gründen.

Gott  hat mit jedem seiner Kinder etwas ganz Persönliches vor und das ist genau für jeden passend.

In jungen Jahren planten Ärzte, meinem Mann das Bein zu amputieren, weil sie den Eiterherd nicht in Griff bekamen. Genau in dieser Situation ermutigte ihn ein Seelsorger mit diesem Bibelvers und dieser Hoffnung in Jesus Christus.  Das hat ihn im Glauben gestärkt, auch mit starken Schmerzen Gott zu vertrauen. Ein iranischer Arzt in einem anderen Krankenhaus nahm eine weitere Operation vor und mein Mann konnte das Bein behalten.

Es ist hilfreich, darauf zu achten, wie das heutige Bibelwort beginnt. Der Fokus ist nicht das Leiden, sondern „der Gott aller Gnade, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Jesus Christus berufen hat“. Dieses Wissen: Von Gott angenommen, begnadigt zu sein und die Berufung zur Herrlichkeit gibt auch heute Kraft, Leiden anzunehmen.

Leiden hat viele Gesichter: Verfolgung, körperliche Leiden, seelische Leiden wie Trauer, Scheidung und deren Folgen, Depressionen,  ausgegrenzt zu werden um Jesu Willen, gemobbt oder verlacht zu werden. Das kann sehr weh tun. Gott selbst wird Menschen nach kurzem Leiden zubereiten, festigen, stärken und gründen. Oft schickt Gott gerade in einer solchen Situation andere Christen als Boten, um seine Kinder  zu festigen und zu gründen. Kennen sie diese Erlebnisse aus ihrem Glaubensleben?

Vor Kurzem sagte mir eine Frau, die sehr entmutigt war: „Ganz genau in meine verzweifelte Situation hast du mich angerufen und mich gefragt, wie es mir geht und gesagt: Geh doch wieder in eine Gemeinde. Du hast mir konkrete Hilfen aus meiner Situation heraus gezeigt.“ Manche werden auch im Leiden von Gott in der Stille durch ein Bibelwort gestärkt und im Glauben gegründet. Oft hatte ich selbst, wenn ich krank war – in Leidenstagen mehr Zeit zur Stille. Ich konnte mich neu orientieren im Glauben und dadurch hat mein Glauben tiefere Wurzeln bekommen.

Wie auch immer Ihr Leid heute aussehen mag, Gott kann und will Sie wieder aufrichten, stärken und Sie im Glauben gründen. Es kann auch sein, dass Gott Sie an eine Person erinnert, der es gerade nicht so gut geht, mal anzurufen oder einen Besuch zu machen. Vielleicht werden Sie auch erinnert, besonders für Christen die verfolgt werden und starkem Leidensdruck ausgesetzt sind, intensiv zu beten. Ob Sie einen Blick dafür haben, wo Gott Sie heute stärkt, gründet?

Autor: Renate Windisch

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Kolosser 3,13

„Vertragt euch“, wenn das Eltern zu ihren Sprösslingen sagen, weiß jeder Bescheid. Aber im Kolosserbrief im Neuen Testament sind erwachsene Menschen angesprochen. „Ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern,“ schreibt der Apostel Paulus dort.

Mir fällt dazu als erstes der stundenlange Gerichtstermin vom Oktober ein, bei dem klar wurde, dass ich in knapp 9 Monaten endlich ins eigene Haus ziehen darf – das nach nunmehr 4 1/2Jahren Versuch, die Mieterin ordentlich zu kündigen.

Doch zurück zum eigentlichen Text.

Ertragen ist etwas kolossal Schwieriges, nicht nur im Gericht und nicht nur im Kolosserbrief.

Ertragen ist gleichbedeutend mit tolerieren.

Ich weiß eigentlich nur einen, der alles, alle und alles andere erträgt, und das ist niemand Geringeres als JESUS.

Wenn im Text steht „ertrage einer den andern", dann sind wohl in erster Linie Brüder und Schwestern im Glauben (an Jesus) gemeint. Genauso meint „und vergebt euch untereinander" sicher eine Gruppe, die zusammengehört.

In der bewussten Bibelstelle  heißt es  weiter: „wenn jemand Klage hat", d.h. doch nichts anderes als „wenn jemand Kummer hat  wegen der anderen."

Echte Klage tut weh - dem Kläger und vielleicht sogar dem Beklagten. Auf jeden Fall heißt "echte Klage", dass der Kläger etwas tun will, tun muss; etwas ändern oder versuchen muss.

Es gibt die Klage gegen jemanden – so wie in meinem Fall die Sache mit der  Mieterin. Und es gibt die Klage vor einer Instanz oder vor jemandem.  Wer hört mir zu - Gott oder Menschen/ Richter, Gericht, Rechtsanwalt; und oder Kläger oder Beklagter? Wer entscheidet?

Gott weiß es richtig und macht es richtig. In seinem Sohn Jesus Christus. Jesus trägt die Schuld der Menschen (unser aller Schuld) ans Kreuz. Jesus erträgt unsere Schuld am Kreuz  und stirbt für uns.

Und wen klagt Jeus am Kreuz an, Gott, den Menschen, Sie oder mich? Ich glaube, ER klagt niemanden an. ER, JESUS ist die Liebe. Die Liebe erträgt alles (1.Kor.13).

Vielleicht ist es sogar so, dass er uns ohne Schuld sieht - weil Er die Schuld ja mit ans Kreuz genommen hat. Die Frage ist, ob ich es auch so sehen kann oder will: Er für mich, und ob ich dann anhalte, mich besinne und dann neu starte?!

Lassen Sie mich schließen mit einem klitzekleinen Gedanken;

Wenn ich Jesus habe, dann kann ich es auch mal ertragen, wenn einer sagt: „Jesus ist bei mir nur ne kleine Nummer." Im tiefsten Herzen denke ich dann: „Bei mir doch auch: Die Nummer 1.“

Ich wünsche Ihnen gute Gedanken, auch über und zu Menschen, die Ihnen heute viel echte Toleranz abverlangen.

 

 

Autor: Michael Pietras

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Lukas 16,19–20

Von den vielen Gleichnis-Erzählungen, die Jesus weitergegeben hat, beginnt eine mit den Worten: „Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür.“ So steht es im Lukasevangelium Kapitel 16.

Lazarus lag vor seiner Tür. Durch Fernsehen und Internet ist praktisch alles direkt vor unserer Tür bzw. vor unseren Augen. Es ist doch immer das gleiche Lied - die gleiche Melodie, gestern, heute und morgen. Es geht wieder mal ums Thema "Arm und Reich"!

Zurück zum Text. Also ein Reicher. Das provoziert schon Ausreden en masse. „Ich bin kein Reicher. „Ich bin kein Mann", sagt die Frau.... Aber alle Deutschen sind reich im Vergleich zu der weltweiten Gesamtansicht. In Purpur gekleidet und in kostbares Leinen: Da werden die meisten Leute sagen: „Also ich kann mir das nicht leisten.....“ Und auf die Aussage: „Der reiche Mann lebte alle Tage herrlich und in Freuden", kommt garantiert der Einwand: „Nun, das kann schon gar niemand von mir behaupten, oder?"

Woran liegt das? Eigentlich habe ich doch alles. Ich lebe in einem wunderbaren Land mit viel Wald und Seen. Aber ich freue mich recht selten. Das normale Leben in Freiheit und Wohlstand ist mir nicht genug.

Ein armer Mann mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür: Wer und was ist hier und heute damit gemeint? Die Not hat immer einen Namen, immer auch ein Gesicht. Es sind konkrete Orte - ich muss nur hinsehen, z.B. der Nachbar gegenüber..... Der Reiche lebt, als ob es kein morgen gäbe, als hätte er keine Verantwortung.

ABER: Wenn ich einer bin (ein Reicher?), den Gott ansieht, der angesehen ist, wie man so schön sagt, dann bin ich auf jeden Fall mehr als verpflichtet, den vor meiner Tür, in meiner Nähe (postalisch oder anders), auf der Arbeit oder im Verein, oder auch in der Kirchenbank zu sehen, zu beachten und zu helfen.

Nun hat nicht jeder und jede Arme in unserem Umfeld einen Namen, der uns bekannt ist.

Die große Herausforderung besteht darin, tatsächlich loszulegen. Kümmern wir uns zuerst um die, deren Namen wir kennen und deren Mangel, deren Armut und Bedürftigkeit uns bekannt sind. Danach aber auch um namenlose Arme, deren Namen nur im Himmel bekannt sind, z.B. Flüchtlinge, Verfolgte Christen u.a.

Bitte verzetteln Sie sich nicht! Nicht kleckern, sondern klotzen, kräftig helfen, das könnte Gott gefallen.

Die Adventszeit liegt zwar gerade erst hinter uns, aber wie wäre es, wenn wir nach diesem Text einen alternativen Adventskalender 2019 gestalten, bei dem hinter jedem Türchen ein Hilfsbedürftiger, ein Suchender oder Armer mit Namen steht? Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Diakonische Seelsorgebesuche mit und ohne Essenspaket - aber immer überraschend, denn Gott ist Überraschung!!

Ich wünsche Ihnen einen überraschenden Tag und ein gesegnetes Neues Jahr.

 

Autor: Michael Pietras

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2. Korinther 1,20

„Ja“ und „nein“ sind eigentlich nur zwei kleine Wörtchen und eine klare Willensbekundung, zumindest bei kleinen Kindern. Sobald sie „ja“ und „nein“ sagen können, tun sie dies auch mit Entschiedenheit. „Ja“ heißt dann „ich will das“, und ebenso entschieden und mitunter von einem Fußaufstampfen begleitet rufen sie „nein“, wenn sie etwas nicht wollen. Mit fortschreitendem Alter scheint es schwieriger, klar ein Ja oder Nein zu kommunizieren. Da ist jemand als Gast zu einer Geburtstagsfeier eingeladen, er sagt zu und dann sagt er kurzfristig ohne erkennbaren Grund ab. Das ärgert den Gastgeber verständlicherweise und er fragt sich: Wollte mein Gast überhaupt kommen? Hat er vielleicht zugesagt, obwohl er eigentlich schon wusste, dass er lieber nicht kommen würde? War sein Ja zu meiner Einladung vielleicht kein echtes Ja, sondern ein Nein?

Genau das fragten sich auch die Männer und Frauen in der Gemeinde in Korinth: Hatte der Apostel Paulus, der ihre Gemeinde gegründet hatte, ihnen nicht längst einen ausgedehnten Besuch zugesagt? Doch kam Paulus wie versprochen? Nein, er hat seine Reisepläne geändert und der für die nahe Zukunft geplante Aufenthalt in Korinth wurde verschoben, und nicht nur das: Beim letzten kurzen Besuch von Paulus war es auch noch zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde und Paulus gekommen. Jetzt sind die Korinther misstrauisch: Wollte Paulus vielleicht gar nicht zu ihnen kommen und änderte er daraufhin seine Reisepläne? War Paulus doppelzüngig? – Die Korinther sind voller Misstrauen, und in dieser Haltung bezweifeln sie nicht nur die Autorität von Paulus als ihrem Gemeindegründer und geistlichem Lehrer, sondern auch alles, was Paulus ihnen verkündigt hat.

Paulus erfährt von dieser Stimmung in Korinth und er schreibt einen Brief, den sein Mitarbeiter Titus nach Korinth bringt und den wir als 2. Brief an die Korinther kennen. Auf alle Vorwürfe und auf das ausgesprochene Misstrauen antwortet Paulus mit einem starken Satz: „Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen. Gott zur Ehre.“ Dieses Bibelwort für heute steht im 2. Brief an die Korinther, im 1. Kapitel, Vers 20.

„Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja“. Das ist die Antwort von Paulus auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe: Dass er „Ja“ sage, aber „Nein“ meine. Dass er seinen Besuch in Korinth zugesagt habe, dann aber den Besuch wieder abgesagt habe. Paulus betont nicht nur, dass er gewiss nicht doppelzüngig sei und sein Ja ein Ja sei (V. 17f.). Nein, er geht weit darüber hinaus, indem er sich auf Gott beruft. Denn die Grundlage für seine Beziehung zur Gemeinde in Korinth, egal wie gestört sie gerade ist, die Grundlage hat Gott selbst gelegt: Gott hat in Jesus Christus sein Ja zu den Menschen gesprochen, und dieses Ja hat Paulus verkündigt. Weil Gott sein Ja gesprochen hat, weil Gott das, was er zusagt, immer hält, deshalb können die Korinther auch auf das Ja von Paulus vertrauen.

„Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen. Gott zur Ehre.“ Was Paulus schreibt, gilt nicht nur für die Korinther, sondern auch für uns und für alle Menschen. In der Person Jesus Christus hat Gott zu den Menschen Ja gesagt. Jesus ist in seinem Tod am Kreuz das große Ja, das Gott zu uns Menschen spricht; und alles, was Gott verheißen hat, ist in Jesus Christus erfüllt. Deshalb haben wir vor wenigen Tagen am Weihnachtsfest die Geburt von Jesus als Heiland und Retter der Welt gefeiert. Wo ich aber weiß, dass Gott in Jesus Christus sein Ja zu mir gesprochen hat, da kann ich auch „Ja und Amen“ sagen – und voller Hoffnung ins neue Jahr gehen!

Autor: Ulrike Treusch

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Psalm 54,6

Ich weiß nicht, wie es Ihnen heute am vorletzten Tag des Jahres 2018 geht? Sind Sie noch in Weihnachtsstimmung und blicken dankbar zurück auf die Festtage und auf Familienbesuche? Oder waren die letzten Tage nicht einfach für Sie, haben Sie heute mit trüben Gedanken zu kämpfen und blicken Sie dem neuen Jahr mit Sorge entgegen? Erleben Sie also gerade eher gute Zeiten oder schwierige Zeiten?

Ein Freund von mir ist Pfarrer, und er gibt seinen Gemeindegliedern von den Konfirmanden bis zu den Senioren gerne und immer wieder den weisen Rat: „Lernt in guten Zeiten Bibel- und Liedverse auswendig, um sie dann in den Wüstenzeiten eures Lebens wie ein Vesperpaket dabei zu haben.“ – Wer in Zeiten, in denen es ihm gut geht, Bibelverse auswendig lernt, der kann sie in schlechten Zeiten auspacken wie einen Notvorrat, wie die erste Hilfe zum Überleben. Unser Bibelvers für heute ist für mich ein solcher Notvorrat. Er steht in Psalm 54, Vers 6: „Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.“

„Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.“ So bekennt einer, dass er auf Gott vertraut, egal wie seine Situation ist. Er hält an Gott fest, ja, er klammert sich geradezu an Gott und seine Zusagen in einer Situation, die für ihn lebensbedrohlich ist. Davon erzählen die Einleitungsworte des Psalms: Saul, der König Israels, trachtet David nach dem Leben und lässt ihn verfolgen. David flieht und versteckt sich, doch sein Versteck wird verraten. Er ist in Lebensgefahr; es ist nur eine Frage der Zeit, bis seine Verfolger ihn finden und töten. In seiner Not schreit David zu Gott und ruft „Hilf mir!“ (V. 3). David bittet um Hilfe, er fleht, dass sein Gebet erhört wird (V. 4), und dann, nachdem er seine ganze Not vor Gott gebracht hat, betet er weiter: „Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.“ Das ist nicht mehr der Hilferuf eines Menschen in Lebensgefahr, sondern das ist ein nächster Schritt. David hat seine Not vor Gott gebracht, hat um Hilfe geschrien und nun bekennt er, dass er auch in dieser Situation auf Gott vertraut. David spricht laut aus, was er in seinem Herzen weiß: Gott hat mir zugesagt, dass er mir in allem beisteht, und mein Leben steht in seiner Hand.

Darauf vertraut David, – und darauf dürfen wir auch vertrauen. Als Christen dürfen wir wissen, dass wir nie allein sind. Denn Gott ist an unserer Seite und er leitet uns in allem, was uns Tag für Tag an Herausforderungen begegnet. Er steht uns bei, das heißt: Er geht jeden Schritt, den wir tun, mit uns und hilft uns, nicht indem er uns alle Nöte und Schwierigkeiten einfach abnimmt, sondern indem er uns hilft, mit Schwierigkeiten umzugehen. Wo wir den Halt im Leben zu verlieren drohen, da können wir wie David darauf vertrauen, dass Gott unserem Leben Halt gibt. Wo wir zu fallen drohen, da hält er uns. Gott hält diese Welt, uns und unsere Hoffnungen und Ängste in seinen Händen, und er meint es gut mit uns. Denn „Gott steht mir bei“ und er „erhält mein Leben.“

Dieser Vers aus Psalm 54 ist für mich ein echter Überlebensvers, ein Vers, der mir Kraft gibt. Gerade in den Wüstenzeiten, wenn es mir nicht gut geht, hilft es mir auch, bewusst auszusprechen, dass ich auf Gott vertraue. In den Psalmen finde ich dazu noch viele Verse, die ich beten kann, wie zum Beispiel im bekannten Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln“ oder in Psalm 73 „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ Diese Psalmworte habe ich schon so oft gebetet, dass ich sie auswendig kann. Auswendiglernen heißt im Englischen ja „learning by heart“, und genau darum geht es. Wo ein Psalmwort in meinem Herzen verankert und mir in Fleisch und Blut übergegangen ist, da habe ich es in schwierigen Zeiten parat  und kann es mir selbst zusprechen oder anderen zur Ermutigung weitergeben: „Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.“

Autor: Ulrike Treusch

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Nehemia 8,10

Der Jahreswechsel ist die Zeit, in der es in manchen Familien und Gemeinden üblich ist, ein Bibelwort für das neue Jahr auszusuchen oder auszulosen. Was wird Ihre persönliche Jahreslosung für 2019 sein? Noch ist es nicht Altjahrabend, noch werden keine Bibelsprüche ausgelost. Aber für den heutigen Tag wird uns aus den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine ein Bibelwort mitgegeben, das gut ein Jahresmotto sein könnte: „Seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Es ist ein Vers aus dem kleinen Büchlein Nehemia im Alten Testament. Ein Buch, das vom Wiederaufbau Jerusalems in grauer Vorzeit erzählt. Jerusalem war zerstört worden und lag lange wüst. Eine kleine Gruppe von Nachfolgern Gottes litt darunter, dass Jerusalem in Trümmern lag. Unter ihnen war Nehemia. Obwohl er in der Fremde unter einem heidnischen Herrscher Dienst tat, wuchs in ihm der Wunsch, Jerusalem wieder aufzubauen und zu alter Größe zu bringen. Mit Gottes Hilfe und unterstützt durch seinen babylonischen Dienstherrn machte er sich schließlich an die Arbeit. Mühsam war‘s und es gab reichlich Gegenwind. Es gab genügend Leute, die gerne verhindern wollten, dass die Pläne Nehemias Erfolg haben. So machte sich immer wieder Entmutigung breit. Die Arbeiten stockten, den Arbeitern an dem Riesenprojekt ging die Kraft aus. Was ihnen schließlich Mut machte, war das Wort Gottes. Es fand sich eine alte Schriftrolle mit dem Gesetz, das Gott dem Mose gegeben hatte. Es wurde vor aller Ohren gelesen. Offenbar drehte das die Stimmung. Die Leute waren begeistert und feierten ein großes Fest zu Ehren Gottes. Sie freuten sich über ihren Gott. Das gab ihnen neue Kraft. Sie schauten nicht mehr auf ihre Situation. Die konnte schon den Mut rauben angesichts so vieler Widrigkeiten ringsumher. Aber Nehemia lenkte ihre Aufmerksamkeit auf Gott. „Seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“

Kann uns das Bibelwort heute an einem der letzten Tage des Jahres 2018 etwas mitgeben?

Ich kenne Ihre persönliche Situation nicht. Ich weiß nicht, was Sie aktuell „bekümmert“, welche Last Sie tief innen mit sich tragen. Ob es trübe Gedanken sind? Ob Hoffnungslosigkeit Sie lähmt? Ich möchte Ihnen dieses Bibelwort jetzt ganz persönlich zusprechen, egal wo Sie gerade sind. Egal, an welchem Radio Sie zuhören, im Sessel zu Hause oder am Steuer eines Autos. Sei nicht bekümmert! Egal was war. Was auch immer Ihr bisheriges Leben durcheinandergewirbelt hat. Ob es Beziehungsprobleme sind oder ob Sie finanziell in Turbulenzen geraten sind. Seien Sie nicht bekümmert. Und was ist die Lösung? Nehemia wusste damals, dass die Israeliten sich nicht selber an den Haaren aus dem Sumpf ziehen konnten. Da brauchte es schon etwas anderes. So ist es auch heute. Seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

Die Lösung steht im zweiten Teil des Bibelwortes. Die Freude am Herrn ist eure Stärke. Schauen wir auf uns und unsere Situation, dann haben wir manchen Grund zu verzagen. Darum ist es hilfreich, wenn wir den Blick abwenden von uns. Auch wenn Gott uns im Moment fern und feindlich zu sein scheint. Schauen wir auf Gott. Bedenken wir, wer er ist und was er für uns getan hat. Vielleicht dämmert es uns wieder, dass wir einen großen, wunderbaren Gott haben. Der uns in so vielen wunderbaren Worten versichert, dass er bei uns ist. Sie haben die Wahl. Entweder Sie schauen auf Ihre Situation. Das wird Sie möglicherweise runterziehen. Oder Sie schauen auf Gott und lassen sich von seinem Wort ermutigen. Er ist der gute Hirte, der treue Gott. Er freut sich, wenn wir zu ihm kommen mit allem was uns bewegt und belastet. Halten Sie daran fest, dass Gott Sie trotzdem liebhat. Egal was passiert ist. Egal, wie fremd er Ihnen geworden ist.

Die Freude am Herrn ist Ihre Stärke. Darum brauchen Sie nicht bekümmert zu sein.

 

Autor: Pfarrer Johannes Kiuntke

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