ERF Plus - Wort zum Tag

Apostelgeschichte 10,36

Heute geht‘s ans Eingemachte. Der Apostel Petrus redet nicht lange um den heißen Brei herum. Er sagt: „Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.“ (Apg. 10,36).

Der heutige Lehrvers steht in Apostelgeschichte 10, Vers 36. Gefolgt von einer kompakten und gradlinigen Verkündigung des Evangeliums. In knapp zehn Versen sagt Petrus alles Wesentliche über die Botschaft von Jesus Christus. Die Folgen dieser Kurz-Predigt sind eindrücklich: „Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.“ (Apg. 10,44)

An diesen Auswirkungen zweifelt niemand. Alle merken: Die Zuhörenden haben den Heiligen Geist empfangen. Doch gerade dadurch wird die Geschichte zum Skandal, zum Ärgernis. Und zwar nicht für die Heiden, Griechen oder Pharisäer - nein, für die christusgläubigen Juden in der Gemeinde. Denn aus ihrer Sicht fällt der Heilige Geist hier auf Ungläubige.

Steht das nicht im Widerspruch zum Lehrvers? „Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.“ (Apg. 10,36). Nur auf den ersten Blick! Wohl wurde das Wort durch Jesus Christus vorab „dem Volk Israel“ gesandt. Aber dieser Christus ist der Herr über alle und alles. Petrus erkennt dies. Im vorangehenden Vers wird er so zitiert: „… sondern in jedem Volk, wer Gott fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ (Apg. 10,35).

Ja, Gottes Wort und sein Heilshandeln ist einzigartig. Es schließt aber keinen aus, der davon hört. Es gilt nicht nur Israel, nicht nur den Juden, den evangelikalen Christen oder den „Gleich-Gläubigen“. Ohne die Begegnung von Petrus mit dem römischen Hauptmann Kornelius, ohne die Bekehrung von Paulus und seiner Öffnung für die Heiden, hätte sich das Christentum wohl kaum über die Welt ausgebreitet. Ja, „Israel“ bzw. das Judentum sind das Quellgebiet. Aber niemand kann den Heiligen Geist daran hindern, dorthin zu fließen, wo Gott es will.

Mit Quellen kennen wir Schweizer uns ja aus. Die großen Flüsse Rhein und Rhone entspringen bei uns. Doch wir können nicht verhindern, dass dieses Wasser weiterfließt und auch andernorts Leben spendet, reinigt und erfrischt. Das soll es auch. Möglichst sauber und in der richtigen Menge.

Könnte es beim Evangelium von Jesus Christus ähnlich sein? Für die Ausbreitung des Christentums sind die hier beschriebenen Geschehnisse und die folgende Öffnung für die damalige Welt entscheidend. Die Juden Petrus und Paulus haben mit Heiden gegessen, ihnen von Jesus Christus erzählt und sie getauft. Das war ein Tabubruch. Die Kritik mancher jüdischer Christen war groß. Doch Gott selber hatte den Aposteln diesen Weg gewiesen. Es war ein Weg in die Weite, im klaren Wissen um die Quelle.

Auch wir Christinnen und Christen im 21. Jahrhundert können und sollen das Evangelium nicht für uns behalten. Es soll durch unser Sein, unsere Taten und Worte weiterfließen. Über unsere persönlichen und nationalen Grenzen hinaus. Den richtigen Weg dazu zeigt uns Gott.

Autor: Andreas Schenk

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Jesaja 25,5

Die Tageslosung aus Jesaja 25,5 beinhaltet eine klare Ansage: 

„Herr, du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.“

Laut dieser Ansage werden die Kriegsherren leiser. Sie berieseln die Menschen nicht mehr mit kämpferischen Parolen. Sie haben aufgehört, den Feind zu verhöhnen. Die Kriegsreporter sind arbeitslos geworden. Krieg, Terror und Verbrechen und damit das unsägliche Zusammenspiel von Macht, Gewalt und Angstmacherei haben ausgedient. Zeitungen und Newsportale können Erfreuliches berichten. Mitgefühl, Hilfe und Vertrauen haben das gewohnte Säbelrasseln, Misstrauen und die üblichen „Vergeltungsmaßnahmen“ abgelöst. Jetzt gilt das Motto: „Herr, du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.“

Ist das bloß Illusion? Fromme Zukunftsmusik? Zukunftsmusik? – „Gewiss …“, meint dazu der jüdische Rabbiner und Bibelausleger Roland Gradwohl: „Gewiss, Zukunftsmusik, doch realistische Zukunftsmusik.“ Ich hoffe und glaube mit ihm, dass Jesaja mit seiner Prophetie recht behält. Und bete deshalb: «Gott ich flehe dich an, dämpfe der Tyrannen Siegesgesang.»

Die Lebensumstände Jesajas und der Hörerinnen und Hörer seiner Botschaft unterscheiden sich allerdings grundlegend von den unsrigen. Sie kennen das Tun und Gebaren solcher Tyrannen aus eigener Erfahrung. Sie sind der Willkür und dem Spott ihrer Handlanger ausgeliefert. Sie wissen, was es heißt, ohnmächtig zu sein. Doch letztlich, so Jesaja, sollen die Triumphgesänge der Tyrannen durch die Dankeslieder der Erlösten übertönt werden. Die Zeilen vor der Tageslosung machen das deutlich:

Du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein Unwetter im Winter, wie die Hitze im dürren Land. Du demütigst der Fremden Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den Schatten der Wolken; du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang. (Jes. 25,4 & 5)

Diese Zusage gilt letztlich für alle ausgebeuteten und geplagten Menschen. Und sie gilt auch Ihnen und mir.

Doch eines muss klargestellt werden: In der Regel leiden wir in Westeuropa nicht unter der Macht und Willkür der Habgierigen. Wirtschaftlich gesehen sind wir oft gar Trittbrettfahrer ihres Tuns. Waffenexporte, billige Rohstoffe und Waren aus zweifelhafter Produktion fördern unseren Wohlstand. Wir sind eher stille Mitgewinner von der Macht der Habgierigen dieser Welt als mutige Protestanten gegen ihr Handeln. Das gibt mir zu denken. Vielleicht ist es daher gut, wenn ich etwas leiser singe. „Herr, du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.“  - Das gilt für die großen Tyrannen unserer Zeit genau gleich, wie für alle „Alltags-Tyrannen“, die hier oder dort ihre Mitmenschen „tyrannisieren“.

Wir müssen unsere Ohren nicht mit himmlischen „Ohropax“ verstopfen, um ihr Tun aushalten zu können. Wir sollen vielmehr dagegen halten. Unsere Welt braucht mehr von jener Zukunftsmusik, die von Gott komponiert und dirigiert wird. Gott macht diese Musik mit Menschen, die in seinem Orchester mitspielen. Auch Sie und ich sind da gefragt. Nur gemeinsam und unter Gottes Leitung können wir dem Siegesgesang der Tyrannen etwas entgegenhalten.

Autor: Andreas Schenk

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Jesaja 30,18

Krach im Kinderzimmer. „Hans! Bleib hier! Gib mir meine Puppe wieder! Das ist meine Lieblingspuppe. Ich sag das Mama!“ Halb schreiend halb weinend läuft Liesa zur Tür, um die Mama zu holen. Hans versperrt ihr den Weg. „Du alte Zicke. Du hast mein Haus kaputt gemacht, das ich gerade aufgebaut hatte.“ – „Ich hab dein Haus nicht absichtlich kaputt gemacht. Du hast mir das in den Weg gestellt. Da bin ich über dein Haus gestolpert. Ich kann nichts dafür!“ verteidigt sich Liesa. Sie schreit so laut, dass die Mutter ins Kinderzimmer stürmt und fragt, was denn hier los sei. - Eine bekannte Szene aus vielen Kinderzimmern.

Das kennen wir auch aus anderen Bereichen des Lebens. Die familiären Streitereien oder kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern laufen ähnlich ab. Das dadurch erzeugte Leid ist für viele Menschen bitterer Alltag. Jeden Tag bestürmen uns Nachrichten von schlimmen und oft grausamen Ungerechtigkeiten aus aller Welt. Manchmal ist das kaum auszuhalten.

Erstaunlich, dass Gott sich das mitansieht. Wie kann er das zulassen? An Gottes Stelle würde ich entweder dreinschlagen oder mich von allen Streitereien und Kämpfen der Menschen abwenden. Sollen sie doch zusehen, wie sie fertig werden! - Gott aber handelt ganz anders.

Im Propheten Jesaja im 30. Kapitel seines Buches in Vers 18 lesen wir: „Der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren.“

Gott möchte, dass sich auf dieser Erde unter uns Menschen das Recht durchsetzt gegen alle Ungerechtigkeiten. Deshalb hat er seine Gebote und Weisungen den Menschen gegeben. Danach sollen sie leben und handeln. Gelingt es ihnen nicht, gibt es die großartige Chance der Vergebung. Jesus hat uns das möglich gemacht. Sein Vater im Himmel ist für Recht und Gerechtigkeit. Deshalb ist Jesus seinem Vater gehorsam gewesen bis zum Tode am Kreuz. Alle Ungerechtigkeiten und alle Schuld der Menschen hat er am Kreuz auf sich genommen. Auch meine Schuld und die Schuld meiner Gegner.

Im Jüngsten Gericht wird Jesus diejenigen freisprechen, die an ihn geglaubt haben. Er spricht das letzte Urteil über alle Menschen. Das entlastet uns besonders dann, wenn wir Unrecht erfahren haben. Wohl allen, die Gott das letzte Urteil überlassen. Er ist mehr als eine Mutter, die zwischen ihren streitenden Kindern schlichtend eingreift. Er ist der letzte Richter! Wer sich so Gott überlässt, kann gelassen seiner Zukunft entgegen leben.

Als ich vor Jahren am Telefon die Nachricht von unserem tödlich verunglückten Sohn erhielt, schrie ich innerlich zu Gott. Der Schmerz war groß. In mir drohten Hass und Wut aufzusteigen gegen den, der dieses Unrecht verursacht hatte. Während ich den Hörer auflegte, bat ich Gott, mir zu helfen, dem Täter zu vergeben und mich vor Bitterkeit im Herzen zu bewahren. Es dauerte eine ganze Zeit, bis ich die Wut auf den Täter verloren hatte. Ich musste lernen, unseren Sohn loszulassen und Gott das an uns geschehene Unrecht zu überlassen. Gott ist der letzte Richter über den, der mir Unrecht angetan hat. Nun war ich frei und glücklich in der Gewissheit:

„Der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren“.

 

Autor: Pastor Burghard Affeld

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Apostelgeschichte 17,27

Da steht der kleine Kerl und schaut in den klaren Nachthimmel. Die vielen glitzernden Sterne und der helle Vollmond faszinieren ihn. „Opa, wo ist Gott?“ fragt er mich. „Da oben muss er doch irgendwo sein. Ganz weit weg von uns. Oder nicht?“ Ich verstehe ihn gut. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe meinte einmal dazu: „Dort droben überm Sternenzelt muss doch ein guter Vater wohnen.“ Die Sehnsucht nach einer Macht, die größer ist als wir, steckt tief in jedem Menschen. Ist da jemand, der den ganzen Kosmos und mein kleines Leben in seinen Händen hält? Kann ich mit dieser Macht in Verbindung treten? Oder ist das alles nur Einbildung?

„Welches Sternbild sind Sie?“, so werde ich häufig gefragt. „Waage, Jungfrau, Stier oder Löwe?“ – „Mein Stern ist Christus!“ pflege ich zu antworten. Damit können sie meist nicht viel anfangen. Denn aus den Horoskopen holen sich unzählige Menschen Hinweise für jeden Tag. Seit ihrer Geburt scheint ihr Leben wie von unsichtbarer Hand programmiert zu sein. So glauben sie. Fast kein Presseorgan kann auf Horoskope verzichten, ohne Kunden zu verlieren. So wichtig ist die Botschaft der Sterne. Sie sind die Götter vieler Mitmenschen in unserer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft.

Die alten Griechen kannten auch viele Götter. Aus Furcht, nicht alle zu kennen und zu verehren, bauten sie in Athen einen Altar für den unbekannten Gott. Als Paulus in Athen war, nahm er das zum Anlass und sprach vor einflussreichen Athenern in seiner Predigt von dem ihnen unbekannten Gott. Dieser Gott sei der Schöpfer und Erhalter des Kosmos und der Erde. Alles Leben stamme von diesem Gott. Das waren für die gebildeten Griechen keine unbekannten Gedanken. Auch gegen die folgende Behauptung hatten sie nichts einzuwenden. Sie steht in der Apostelgeschichte im 17. Kapitel, im 27. Vers und lautet: „Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“

Das kann man von Göttern auch anderer Religionen behaupten. So zeigen Naturgötter ihre Kraft in Naturereignissen. Andere Götter spenden Lebensenergie und finden sich als Geister in Bäumen und Bildern. Vorfahren und Ahnen werden in asiatischen Religionen als Gottheiten verehrt. Wer aber ist der Gott der Christen?

Paulus predigt vor den gebildeten Griechen von dem einen Gott als Richter und Retter der Menschen. Zu ihm können wir Kontakt aufnehmen. Das ist möglich, weil er einen Mann auf die Erde geschickt hat, der diesen Gott verkündigte. Dafür musste er sterben. Gott selbst aber hat ihn von den Toten auferweckt und zum Richter über die ganze Menschheit gesetzt.

Das war zu viel für die meisten der führenden Männer in Athen. Wie kann ein Gott den Menschen so nahe kommen, dass er selbst ein sterblicher Mensch wird? Noch verrückter erschien ihnen die Auferweckung dieses Mannes durch Gott selbst. Und an den sollten sie glauben? Paulus meinte Jesus Christus.

Ohne Jesus Christus bleibt Gott uns fern. So fern wie die Sterne am Nachthimmel. In Jesus hat sich Gott uns offenbart. Durch Jesus ist uns Gott ganz nah. Durch sein Wort will er in unsere Herzen kommen. Und wir können mit ihm im Gebet sprechen. Jesus Christus ist uns näher als unser eigener Tod. Ist das nicht wunderbar! „Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“ Auch heute nicht! Komme, was wolle!

Autor: Pastor Burghard Affeld

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Lukas 6,19

„Alles Volk suchte Jesus anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus.“

Wenn ich diese Schilderung aus Lukas 6,19 höre, dass alles Volk versucht, Jesus zu berühren, dann fallen mir sogleich zwei Lieder ein. Das eine ist noch recht aktuell, so dass es wohl in manchen Gottesdiensten heute noch gesungen wird. Das Lied trägt den Titel: „Jesus, berühre mich!“ In der ersten Strophe heißt es: „Nur den Saum deines Gewandes einen Augenblick berühr‘n und die Kraft, die von dir ausgeht, tief in meinem Innern spür‘n.“

Der Text geht auf die Geschichte zurück, die in den Evangelien von einer Frau erzählt wird. Sie hat schon 12 Jahre unter einer Krankheit sehr zu leiden und nähert sich Jesus mit dem Ziel, nur sein Gewand berühren zu können. Jesus spürt, dass bei der plötzlichen Berührung eine Kraft von ihm ausgeht.

Das andere Lied, an das ich sogleich gedacht habe, ist sehr viel älter und stammt aus den 70er Jahren. Ich bin über mich selbst erstaunt, dass mir nach so vielen Jahren das Musical „Jesus Christ – Superstar“ in den Sinn kommt. Dort wurde wiederholt gesungen: „touch me, feel me, heal me!“ Es geht um den Wunsch: Berühre mich, fühle mich, heile mich! Was für eine Rolle spielen Berührungen im Leben von Menschen? Ich denke, viele Menschen wünschen sich Berührung. Und dabei ist nicht nur an körperliche Kontakte zu denken wie das Hand-in-Hand-gehen oder eine Umarmung bei der Begrüßung und zum Abschied. Wenn Menschen innerlich angesprochen und emotional bewegt sind, dann wird davon gesprochen, dass ihr Herz berührt worden ist. Die Menschen, die zu Jesus kommen, möchten die Kraft spüren, die von Jesus ausgeht. Sie möchten an Leib, Seele und Geist berührt werden. Sie erwarten, dass seine Kraft ihr Herz erfüllt, ihren Körper stärkt und sie gesunden. Was sie zu Jesus führt, sind wohl die Brüche, die sie in ihrem Leben erfahren haben.

Ich kenne so etwas, nicht nur Arm- oder Beinbruch, sondern auch andere Umbrüche und Veränderungen in meinem Leben, wo ich mir Heilung wünsche. Dazu zähle ich seelische Verletzungen, Trauer und Enttäuschung, manche Erfahrungen, die ich als ungesund und unheil erlebe. Ich bin aber sehr froh darüber, dass ich in diesen Erfahrungen Jesus suchen kann, um mich berühren zu lassen und ihn zu berühren mit meinen Anliegen und Gebeten.

Dabei steht mir ein Bild vor Augen, eigentlich ist es nur ein Satz, ganz genau gesagt sind es Buchstaben in einer Linie ohne Zwischenraum aneinandergereiht. Wenn ich die Aussage, die darin steckt, lesen und verstehen möchte, dann muss ich die einzelnen Wörter herausfinden, indem ich an der richtigen Stelle Zeilenumbrüche einfüge. So steht in jeder Zeile nur ein Wort und ich kann einen verständlichen Satz daraus bilden. Das Besondere ist nur, dass sich zwei Möglichkeiten ergeben, eine sinnvolle Aussage zu treffen, je nachdem wo ich den Umbruch mache. So lese ich entweder: God is nowhere; oder: God is now here. Welch ein Unterschied liegt darin, ob ich empfinde, Gott ist nirgendwo, oder in meiner Situation spüre, Gott ist jetzt hier.

Ich wünsche mir, ganz gleich welche Umbrüche mein Leben verändern, dass diese Erfahrungen mich zu Jesus führen. Wie bei einem Zeilenumbruch in geschriebenen Texten möchte ich mich mit dem Erlebnis an Jesus wenden. Ich möchte ihn berühren, weil ich weiß, dass Jesus jetzt hier ist in meinem Leben.

Autor: Pastor Ralf Schöll

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Epheser 4,25

Zwei Männer bewerben sich auf die Stellenanzeige einer Softwarefirma. Da sie völlig gleiche Qualifikationen haben, werden sie zu einem Test eingeladen. Als sie ihre Bögen abgegeben haben, stellen sie fest, dass beide nur eine einzige Frage darin nicht beantworten konnten. Der Personalchef schüttelt dem zweiten Bewerber die Hand und sagt: „Danke für Ihr Interesse, aber wir werden den Job Ihrem Mitbewerber anbieten.“ Der Bewerber fragt erstaunt nach: „Aber wieso lehnen Sie mich ab? Wir beide hatten neun richtige Antworten. Warum stellen Sie den anderen Bewerber ein, obwohl wir doch gleiche Fähigkeiten und gleiche Testergebnisse haben?“ „Wir haben unsere Entscheidung nicht anhand der richtigen Antworten gefällt, sondern aufgrund der einen unbeantworteten Frage“, entgegnet der Personalchef. „Und wie kann die eine Nicht-Antwort besser sein als die andere?“, will der Bewerber wissen. „Ganz einfach“, sagt der Personalchef: „Der andere Bewerber hat bei Frage Fünf ‚Weiß ich nicht‘ hingeschrieben. Aber bei Ihnen steht: ‚Ich auch nicht!‘“

Der Personalchef brauchte keine hellseherischen Fähigkeiten, um festzustellen, dass der Bewerber unehrlich war. Nicht nur unehrlich, sondern auch noch ziemlich ungeschickt. Aber es ist ein Unterschied, ob wir die Geschichte lustig finden, weil der Bewerber sich so dumm angestellt hat, oder ob wir es nicht in Ordnung finden, dass er betrogen hat. Es ist verlockend, bei Klassenarbeiten oder Klausuren auf andere Hefte zu schielen, Spickzettel zu zücken oder die Unachtsamkeit des Lehrers auszunutzen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Die Frage, wie ehrlich die Menschen sind und wie sie mit dem Thema „Lüge und Wahrheit“ umgehen, ist nicht nur etwas, was zur Schulzeit gehört. Gerade in der Phase, in der ich dies Wort zum Tag vorbereitet habe, war das Thema häufig ein Beitrag in den Nachrichtensendungen oder den Tageszeitungen. Es ging dabei um Beamte, die vor laufender Kamera in einem Interview nachweislich gelogen haben. Lüge und Betrug begegnen uns zu allen Zeiten. Im Jahr 2017 war in Österreich und Deutschland das Wort „alternative Fakten“ zum Unwort des Jahres gewählt worden. Mit diesem Ausdruck hat jemand versucht, Unwahrheit und Falschaussagen nicht als Lüge erscheinen zu lassen. Ein eigenartiger Versuch, der mich nicht zum Schmunzeln anregt, sondern echt ärgerlich macht. Mit solch einer Formulierung fühle ich mich doppelt betrogen und „hinters Licht geführt“.

Dem Apostel Paulus liegt sehr daran, dass Menschen, die sich zu Jesus Christus bekennen, die Wahrheit sagen. In seinen Briefen kommt sein Anliegen immer wieder vor. Ich merke daran, dass auch Christen nicht ganz und gar wahrhaftig leben; es ist auch für Christen eine Herausforderung, die Wahrheit zu sagen. Es gibt offensichtlich Situationen, in denen es leichter fällt zu lügen. Paulus stellt einander gegenüber: auf der einen Seite das neue Leben als Christ und auf der anderen Seite das alte Leben ohne Jesus. In gleicher Weise spricht er von Licht und Finsternis oder von den neuen und alten Kleidern. Die Wahrheit ist Kennzeichen für das neue Leben im Licht. Wer zu Jesus Christus gehört, der zieht die Wahrheit gleichsam wie ein neues Kleid an. Die Lüge gehört zum alten Leben.

So schreibt er an die Gemeinde in Ephesus und ihre Leute, die zu Jesus und zur Gemeinde gehören: „Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten!“

Autor: Pastor Ralf Schöll

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Hebräer 13,2

Während meiner letzten Reise nach Benin in Westafrika staunte ich wieder über die beziehungsorientierte Kultur und die Gastfreundschaft der dortigen Christen. Zusammen mit einer Freundin, die seit 26 Jahren als Bibelübersetzerin im Land arbeitet, ging ich zum Grüßen in die Familien oder wir wurden zum Essen eingeladen. Gastfreundschaft pur: Zeit zum Austausch, auch über den Glauben an Jesus, ausgesprochene Höflichkeit und vielfältige Wertschätzung prägten die Begegnungen. Alles, was uns durch Reden oder Tun hätte beschämen oder in Verlegenheit  bringen können, wurde sorgfältig vermieden. Mit einer Gebetsgemeinschaft endeten die Besuche. Diese freundliche und höfliche Haltung erlebten wir auch bei Menschen, die keine Christen waren.

Die heutige Tageslosung steht in Hebräer 13, Vers 2: „Gastfrei zu sein vergesst nicht.“

Der Schreiber des Briefes wendet sich an Juden, die an Jesus Christus als ihren Messias glauben und in verschiedenen Regionen wohnen. Im ersten, lehrhaften Teil des Briefes schildert der Schreiber Jesus als den Hohenpriester in seiner Größe und Erhabenheit. In ihm erfüllen sich die alttestamentlichen Verheißungen. Der zweite, praktische Teil enthält konkrete Anweisungen. Lehre und Praxis – der Glaube an Jesus ist nicht bloße Theorie, sondern zeigt sich im Vollzug des Alltags.

Das 13. Kapitel beginnt mit einem Begriffspaar: „Bleibt fest in der brüderlichen Liebe (philadelphia). Gastfrei (philoxenia) zu sein vergesst nicht.“ Liebe zu Gott und zueinander sowie Gastfreundschaft sind vorhanden, müssen jedoch bewahrt werden. Kinder Gottes werden an dem Hauptmerkmal der Jesusgemeinde, der Liebe, erkannt. Sie wirkt sich von Anfang an auf die Gastfreundschaft aus. Jesus und die umherziehenden Jünger, die reisenden und lehrenden Brüder zur Zeit der Apostelgeschichte, die Gemeinden gründeten, die Christen, die aus Jerusalem vertrieben und verfolgt wurden – sie alle waren existenziell auf die Gastfreundschaft der Glaubensgeschwister angewiesen!

Gastfreundschaft ist oft mit viel Arbeit verbunden, doch sie steht unter dem Segen Gottes und hat die Verheißung: „…denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt“ (Hebr 13,2b).Die jesusgläubige Juden dachten dabei wohl an Abraham, der durch einen geheimnisvollen Besucher die baldige Geburt eines Sohnes angekündigt bekommen hatte (1. Mose 18). Darüber hinaus können auch Menschen füreinander zu Segensträgern werden. Gastfreundschaft bereichert unser Leben.

Warum muss an die Gastfreundschaft erinnert werden? Kann man sie vergessen? Ja, denn sie ist bedroht durch die Abkehr von der Gemeinde, durch Ermattung und Müdigkeit, durch eigene Notlagen oder auch durch Unzufriedenheit (Hebr 10,25; 12,3.12; 10,32ff; 1. Petr. 4,9).

Die Annahme liegt nahe, dass der Schreiber des Hebräerbriefes mit seiner Aufforderung einen bewussten Gegensatz zur Antike ausdrücken wollte! Der freundliche Umgang mit den Fremden entsprang zur damaligen Zeit oft der Angst vor deren Götter. Wer dagegen sein Lebensfundament in Jesus, dem Sohn des lebendigen und wahren Gottes gefunden hat, kann dem Christen und dem Fremden mit Offenheit begegnen.

Gastfrei sein – diese biblische Weisung musste nach dem zweiten Weltkrieg mit Millionen Flüchtenden und Vertriebenen mit neuem Inhalt gefüllt werden. Das gilt auch heute angesichts vieler Einwanderer und Flüchtlinge. Zahlreiche Berichte ermutigen uns, vertrauensvoll und angstfrei zu beten: Herr, zeige mir konkret, in welcher Weise ich Gastfreundschaft leben kann!

Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Psalm 37,28

„Da habe ich aber Glück gehabt“, sagt mancher Zeitgenosse, dem überraschend etwas gelungen ist oder der vor einem Schaden bewahrt blieb. Ein Mensch, der im Glauben an Jesus Christus lebt, drückt es wohl anders aus: „Jesus hat mir Gelingen geschenkt“ oder: „Mein Herr hat mich in dieser Gefahr bewahrt.“ Oder in Anlehnung an den Einstiegssatz: „Da habe ich aber Gott gehabt!“

Glück haben oder Gott haben? Diese Frage steht über Davids Psalm 37. Der Mensch ohne Gott – der Gott-lose – scheint immer wieder Glück zu haben. Doch der Fromme, der sein Leben ganz auf den lebendigen Gott ausrichtet und nach seinen Geboten leben will, scheint oft im Nachteil zu sein. Ist das wirklich so? Und ist das gerecht?

Was bedeutet auf diesem spannungsreichen Hintergrund die heutige Tageslosung aus Psalm 37, Vers 28: „Der Herr hat das Recht lieb“?

Erstens: Es geht um den HERRN, im hebräischen Urtext: Jahwe – der „Ich bin, der ich bin“, der „Ich bin da“. So stellt Gott sich vor, als er Mose zum Anführer des Volkes Israel beruft. Sein Name Jahwe ist mit seinem Rettungshandeln verbunden: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe“ (2. Mose 20,2). Wenn Jesus, der Sohn Gottes, im Neuen Testament von sich sagt: „Ich bin das Leben, die Wahrheit, der gute Hirte … (Joh 14,6; 10,9), dann gebraucht er dasselbe Wort, dieselbe Wendung: Ich bin da. Jesus ist gekommen, um uns aus der Macht der Sünde zu retten (Matth 1,21).

Zweitens: liebhaben – der Herr liebt … Es geht um die Beziehung, in der Gott zu seinem Volk Israel steht. Im Neuen Testament wird sogar noch eins drauf gesetzt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt …“, heißt es im Johannesevangelium. (Joh 3,16). Da liebt Gott also nicht nur das Volk Israel, sondern die ganze Welt. Im Leben als Christ geht es immer zuerst um die Beziehung zu Gott , die von seiner Liebe geprägt ist und die in uns die Liebe zu ihm weckt.

Drittens: das Recht. Es bildet das tragfähige Fundament, damit die Beziehung zu Gott gelingen kann. Es meint die Vereinbarungen, die dieser Verbindung entsprechen. Im Alten Testament hat Gott seinem Volk die Tora gegeben, die fünf Bücher Mose, deren Kern aus den Zehn Geboten besteht. Das hebräische Wort, das David in Psalm 37, Vers 28 für Recht verwendet, umfasst das Verhältnis des Einzelnen zu Gott und zu den Mitmenschen. Im Neuen Testament lesen wir, dass Jesus selbst das Recht in Person ist. Sein Wort gilt, er IST das Wort Gottes. Er selbst befähigt die an ihn Glaubenden, seinen Willen zu tun (Phil 2,13 u.a.). Und er ist zugleich die Liebe Gottes in Person. Seine Liebe zu uns ist gepaart mit Barmherzigkeit, Gnade, Vergebung und Mitleiden, ohne die diese Welt keinen Bestand hätte. 

„Der Herr hat das Recht lieb“ – beachten wir die Tageslosung im Zusammenhang mit Vers 27: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes, so bleibst du wohnen immerdar. Denn der Herr hat das Recht lieb“. David ermutigt und ermahnt, aufgrund der Beziehung zu Gott praktische Schritte der Nachfolge zu gehen.

In der Gegenwart Gottes leben – „Gott haben“ – darauf kommt es an. In dieser Gewissheit muss ich als Glaubende nicht mehr neidisch auf den glücklich scheinenden Gottlosen schauen, sondern ich kann für ihn beten, dass auch er sein Lebensglück in Gott findet.

Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Lukas 11,3

Haben Sie heute schon etwas gegessen und getrunken? Wenn ja, dann hoffe ich, es hat Ihnen gut geschmeckt! Wenn Sie gerade dabei sind oder Ihre Mahlzeit noch vor sich haben, dann wünsche ich Ihnen: „Guten Appetit!“

In unseren Breitengraden ist es üblich, am Tag durchschnittlich drei Mahlzeiten zu genießen. An Feiertagen oder bei Festen kommt dann meistens nachmittags noch eine Mahlzeit dazu mit Gebäck und Getränken. Das wären dann schon vier Mahlzeiten am Tag. Hochgerechnet auf das Jahr sind drei tägliche Essen 1.095 Mahlzeiten. Und in zehn Jahren kommen 10.950 zusammen! Jetzt können Sie für sich selbst weiterrechnen, wie viele Mahlzeiten Sie in Ihrem Leben schon eingenommen haben.

Wie kommt es, dass wir Menschen so viel essen – essen müssen? Denn, wer Essen und Trinken aus seinem Leben streicht, hat bald ausgelebt! Ohne Nahrung kein Leben. Das hat mit Gott, unserem Schöpfer, zu tun. Er hat uns, seine Geschöpfe, so geschaffen, dass wir jeden Tag essen und trinken müssen. Übrigens gilt das Gleiche auch für die Tiere. Ja, sogar die Pflanzen brauchen Nahrung, um leben zu können. Sie holen sie sich mit ihren Wurzeln aus dem Boden.

Und was ist mit den Menschen, die nicht genug zu Essen und zu Trinken haben? Die werden verhungern und verdursten. Ich weiß, das klingt hart, ist jedoch leider die Wirklichkeit. Das Schlimme daran ist, dass es nicht so sein müsste. Es könnten alle Menschen auf der Erde satt werden, wenn… Aber dieses Thema will ich hier nicht vertiefen. Schließlich habe ich kein Recht, Ihnen Ihren Appetit zu verderben!

Darum Szenenwechsel. Einmal kam einer seiner Jünger zu Jesus Christus mit der Bitte: „Meister, erkläre uns doch, wie wir beten sollen!“ Das hat ihm Jesus spontan mit einem kurzen Gebetskurs deutlich gemacht. Sie kennen diesen Gebetskurs von Jesus auch. Garantiert! Er besteht aus sieben Punkten, die Jesus als Bitten formuliert. Diese sieben Bitten werden sogar sehr oft als ein eigenständiges Gebet gesprochen. In fast jedem Gottesdienst betet das die Gemeinde zum Abschluss. Jesus hat diese Bitten in der „Wir-Form“, also im Plural eingeführt. Und den Ansprechpartner des Gebets, Gott, hat er als Vater benannt. Daher hat dieses Gebet seinen Namen. Es ist das berühmte „Vaterunser-Gebet“.

In diesen sieben Bitten nennt der Beter Gott seine Anliegen für Gottes Sache und die Anliegen für sein alltägliches Leben. In der vierten Bitte heißt es: „Gib uns unser tägliches Brot Tag für Tag!“

Womit wir wieder beim Essen sind. Gott, der Schöpfer, weiß, dass wir jeden Tag Nahrung benötigen. Dafür hat er in seiner Schöpfung vorgesorgt. Alles, was Sie und ich in einem Geschäft an Nahrungsmitteln kaufen, ist vorher irgendwo gewachsen. Und damit die Kundschaft auch weiß, welche Nahrungsmittel natürlicher gewachsen sind, werden diese mit dem Prädikat „Bio“ ausgezeichnet. Je natürlicher – umso gesünder soll es sein. Aber ob das immer auch so stimmt mit der natürlichen Herkunft? Wer weiß das schon? Wie gut, dass Jesus vor rund zweitausend Jahren daran gedacht hat, auch die ganze „Nahrungsfrage“ in ein tägliches Gebt mit hinein zu nehmen! Sie dürfen Gott für das, was Sie essen und trinken, um seinen Segen bitten. Das gilt nicht nur im Blick auf die Menge, um satt zu werden. Das gilt auch für die Qualität Ihres Essens, um gesund zu bleiben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nicht nur „Guten Appetit“ sondern auch Gottes Segen für Ihre Mahlzeit!

Autor: Thomas Eger

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Psalm 143,2

„Herr, geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht!“

Dieser Satz steht in Psalm 143, Vers 2. Er stammt aus einem Gebet von König David. Das ist der Mann, den Gott mit sechzehn Jahren zum König über Israel hat salben lassen. Das ist der Mann, der den Riesen Goliath mit seiner Steinschleuder besiegt hat. Das ist der Mann, dem Gott durch seinen Propheten sagen ließ (2. Sam 7,15+16): „Meine Gnade soll nicht von dir weichen… Dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir und dein Thron soll ewiglich bestehen!“

David ist aber auch der Mann, der jahrelang vogelfrei lebte, weil er Angst um sein Leben haben musste. Saul, der erste König in Israel, wollte ihn töten lassen. Und es ist derselbe Mann, der dann als König sogar vor seinem eigenen Sohn Absalom fliehen musste. Dabei ging es wieder um Tod oder Leben.

Es ist ergreifend, den ganzen Psalm 143 zu lesen. Darin zeigt sich, was für innere Kämpfe David durchgemacht haben muss. Es ist nicht bekannt, wann und zu welchem Anlass er dieses Gebet schrieb. Aber seine Worte geben einen Einblick in seine Gemütslage, die hier alles andere als fröhlich ist.

Wie geht ein Mensch damit um, wenn er fast am Leben verzweifelt, obwohl er an Gott glaubt? David betet weiter: „Der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden. Er legt mich ins Finstere wie die, die schon lange tot sind. Und mein Geist ist in Ängsten. Mein Herz ist erstarrt in meinem Leib!“ (V 3-4). Mit welchen Worten würden Sie einen so verzweifelten Menschen trösten? Geht das überhaupt? Kann da ein Mensch dem anderen noch Mut machen? Sich von Gott verlassen fühlen, obwohl man zu Gott gehören will! Das sind mit die dunkelsten Momente im Leben eines Menschen. Das hat hier auch nicht unbedingt mit sündhaftem Verhalten zu tun. Läge hier eine sündige Tat vor, kann ich sie ja vor Gott bekennen und ihn dafür um Vergebung bitten. Damit würde mein Leben wieder frei und froh werden.

Manchmal gibt es aber Anfechtungen, die lassen sich nicht erklären. Nicht, warum sie kommen und nicht, woher sie kommen. Ich meine, dass David darum in dieser Situation das genau Richtige tut. Er sucht das Gespräch mit Gott. Er lässt Gott nicht los. Er gesteht Gott sogar zu, dass sein Richten gerecht ist. Was in diesem Fall immer zum Nachteil für den betroffenen Menschen ausgeht. Sich vor Gott rechtfertigen wollen und Ansprüche an ihn stellen, wie er zu helfen hat, das bringt nicht weiter.

Aber Gott in den Ohren liegen und um seine Hilfe, seinen Schutz zu flehen, das ist der Weg, den David hier geht. Und das ist auch der Weg, den ich Ihnen empfehlen möchte, wenn Sie sich in einem ähnlichen Tief befinden wie David damals.

Ich darf immer an Gottes Erbarmen für mich appellieren. Dabei mache ich nie einen Fehler. Ich darf Gott immer sagen, dass ich mit ihm noch enger, noch fester verbunden sein will, als das bisher in meinem Leben der Fall war. Keine Sorge, dafür gibt es von göttlicher Seite nie ein Nein. Im Gegenteil, Gott freut sich darüber. Und er wird eingreifen. Auch wenn das Dunkle und Schwere nicht sofort aus Ihrem Leben weicht, können Sie mit Gott ganz fest und innig verbunden bleiben. Das ist so sicher, wie die Sonne jeden Morgen neu im Osten aufgeht!

Autor: Thomas Eger

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1. Petrus 3,12

In seinem ersten Brief hatte Petrus den Briefempfängern, sich einbeziehend, geschrieben: Christus hat unsere Sünde selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir der Sünde abgestorben der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Und er hatte sie aufgefordert: Vergeltet nicht Böses mit Bösem und Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr.

Nun bekräftigt er dies mit der Losung von heute, die er aus Psalm 34 entnimmt: Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren hören auf ihr Gebet.

Interessant ist hier nicht nur, wie schon die erste Christenheit sich auf die Bibel als Gottes Wort beruft. Sie sieht darin auch das gültige Handeln Gottes. Wir reden nicht ins Leere, wenn wir mit Gott reden. Unser Gebet kommt bei Gott an! Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren hören auf ihr Gebet. Kein Hilferuf zu Gott, kein Gebetsstoßseufzer ist in den Wind gesprochen.

Auch die Kleinigkeiten – für uns manchmal entscheidend – sind ihm nicht zu klein. Ein wichtiger Schlüssel, ein teures Hörgerät im Wald verloren zwischen farbgleichem Laub – nach Gebet fanden wir es wieder.

Ich hoffe und denke, Sie haben Ähnliches auch schon erlebt. Gott hat uns in seiner Liebe im Blick. Er lässt uns gerade auch in unserm Kummer nicht aus den Augen. In seinem Sohn Jesus Christus hat er uns gezeigt, dass er sich ganz an unsere Seite stellt, uns rettet und uns auf vielfältige Weise bewahrt.

Warum erleben dann aber seine Leute dennoch so viel Unheil, soviel Leid? Heute vor 603 Jahren zum Beispiel starb Jan Hus den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen. Doch ist von ihm ein Gebet überliefert, das bei Gott wohl ankam: „Herr Jesus Christus …gib uns einen willigen Geist, ein unerschrockenes Herz .., eine feste Hoffnung, dass wir um deinetwillen auf das Geduldigste und mit Freuden von uns legen unser Leben.“ So konnte Jan Hus bis zum Tod treu zum Evangelium stehen und die Krone des Lebens gewinnen.

An seinem Erleben und oft auch an weniger dramatischen Erfahrungen wird deutlich: Gott sieht unsere Lage und hört gewiss unser Rufen. Doch sein Erhören schaut oft anders aus, als wir es erwarten. Aber in jedem Fall lässt Gott geschehen, was uns für immer zum Segen und Heil dient.

Deshalb seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie auf Ihr Beten nicht die Antwort erhalten, die Sie sich gewünscht haben. Gott hat Sie deshalb nicht übersehen oder überhört. Er kann weit über das hinaus geben, was wir bitten.

Ein bewegender Beweis dafür ist das Buch von Dorothy C. Wilson „Um Füße bat ich und er gab mir Flügel“. Es schildert die wahre Geschichte einer Ärztin in Indien, die durch einen Autounfall querschnittsgelähmt bleibt. Durch tiefe Anfechtungen hindurch hilft ihr Gott, als Spezialchirurgin Hunderten Menschen zum Segen zu werden.

Gott hört und erhört unser Beten, uns und andern zum Besten.  Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren hören auf ihr Gebet. Diese Zusage dürfen auch Sie für sich heute und zukünftig in Anspruch nehmen. Unser Gebet kommt an bei Gott.

Autor: Pfarrer i. R. Hans-Jörg Blomeyer

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2. Chronik 18,13

„So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden“ verspricht der Prophet Micha in der Losung des heutigen Tages. Er nimmt für diese Aussage all seinen Mut zusammen. Der Bote, der ihn zu reden aufforderte, hatte ihm nämlich nahe gelegt, nur Gutes für den König Ahab zu weissagen. Und der war nicht zimperlich mit unbotmäßigen Propheten.

So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden“. Ob wir das uns für diesen Tag, ja für unser Leben auch vornehmen? Es gibt ja zwei starke Versuchungen dagegen: Ich weiß wohl, was Gott zu einem Verhalten, zu einem Weg sagt. Aber ich weiß auch: Das gefällt den Leuten gar nicht. Das bringt mir nur Ärger, Widerstand oder Spott. Und ich möchte doch bei den Leuten ankommen. Ich möchte ihren Beifall einsammeln, möchte der angesagten Meinung nicht widersprechen. Ganz viele Predigten erliegen heute dieser Versuchung.

Die andere Versuchung ist vielleicht noch verführerischer: Ich habe eine wunderschöne Geschichte, ein packendes Beispiel gehört oder gar selber entwickelt. Beides passt nicht so richtig zu dem Wort, das ich von Gott ausrichten soll. Aber ich muss das doch loswerden; ich muss doch andere auch damit beglücken, auch mit meinen Befindlichkeiten. Dabei bleibt auf der Strecke, was Gott mir vielleicht selber gesagt hat und was er durch mich andern sagen lassen will. Immer wieder habe ich gerade auch damit zu kämpfen und merke, wie viele dieser Versuchung erliegen.

„So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.“ Kann man das aber denn so deutlich wissen? Wir sind doch kein Prophet mehr wie Micha, zu dem Gott so persönlich spricht. Nein, sind wir nicht. Aber wir haben es sogar noch viel besser als er. Wir haben, was Gott sagt, schriftlich in der Bibel, die Micha damals noch nicht besaß. Ja, wir haben sogar das Mensch gewordene Wort Gottes in ihr: Jesus Christus! Wir können es jeden Morgen lesen, in den Losungsworten, in der fortlaufenden Bibellese. Wir können es uns durch eine Bibellesehilfe erklären lassen, jetzt gerade auch beim Propheten Hosea. Und wir können uns einen Satz merken, notieren, den wir von Gott, von Jesus Christus uns zugesprochen hören.

Darüber hinaus gibt es für Jüngerinnen und Jünger Jesu ein Wort, das Gott durch sie besonders weitergesagt haben will. Das Wort vom Kreuz. Jesus Christus starb für Ihre und meine Schuld am Kreuz und nahm sie vor Gott aus Liebe zu uns auf sich. Besiegelt durch seine Auferstehung hat er uns so versöhnt mit Gott, dass wir Frieden mit ihm haben. Ich hoffe, Sie haben dies Wort schon für sich gehört und da und dort weitergegeben.

So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden. Ein schlesischer Dichter hat dies so aufgenommen:

                        Hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen;

                        lass kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen;

                        und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss,

                        so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn‘ Verdruss.

Autor: Pfarrer i. R. Hans-Jörg Blomeyer

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Psalm 103,1

„Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat.“ Psalm 103,1

Morgens lese ich eine Kurznachricht auf meinem Handy. Anne hat geschrieben. Sie bedankt sich mit lieben Worten für einen Gruß, den sie von mir bekommen hat. Anne hat eine Vorliebe für rote Dinge mit weißen Pünktchen. In ihrer Küche entdecke ich an vielen Stellen rot mit weißen Pünktchen: das Geschirr, die Topflappen, Eierbecher, Besteck - und sogar die Servietten passen dazu. Da liegt es nahe, dass sie mir einfällt, als ich in einem Geschäft ein kleines herzförmiges Metalldöschen entdecke. Natürlich rot mit weißen Pünktchen... Ich kaufe es und stecke es ihr auf dem Heimweg mit einem kleinen Gruß in den Briefkasten.

Und nun bedankt Anne sich. Sie ist erst kürzlich aus dem Krankenhaus gekommen. Eine Virusinfektion hat in ihr eine chronische Krankheit ausgelöst, mit der sie nun leben muss. Sie ist am Boden zerstört und weiß nicht, wie es weitergehen soll. An diesem Morgen liest Anne in ihrer Bibel, wie an jedem Morgen. Ihr Herz ist schwer. Wie soll es nur weitergehen, denkt sie. Doch sie weiß, dass Gott da ist. Sie hat ihn schon so oft erlebt. Und das gibt ihr Mut, auch weiter auf Gott zu vertrauen. Sie ist doch sein Kind. Er wird sich um sie kümmern. Wohin soll sie denn sonst gehen?

Und dann verspricht sie ihrem himmlischen Vater, ihm zu vertrauen. Anne hängt an dieses Versprechen eine Bitte: „Lieber Vater, ich fände es so schön, wenn ich mich nach dieser langen Krankheitszeit mal wieder so richtig wie ein Kind freuen könnte...!“ Als sie mit Beten fertig ist, kommt ihr Mann vom Briefkasten. Neben der Zeitung hält er meinen Gruß in den Händen – das kleine rote Döschen mit den weißen Pünktchen. Da kommen Anne die Tränen – vor Freude und Glück. Sie weiß, dass das eine Antwort auf ihr Gebet ist! Und diese Antwort hatte Gott schon im Blick, als ich noch mit dem Döschen im Laden stand.

Diese Begebenheit fällt mir ein, als ich den 103. Psalm lese, aus dem der Vers der heutigen Herrnhuter Losung stammt: „Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat.“

Da hält der Psalmbeter Selbstgespräche und ermuntert seine Seele, nicht so vergesslich zu sein. Denn, die Erinnerung an gestern gibt mir heute den Mut für Morgen.

Und weil dieser Psalm mein Erlebnis mit der Herzdose so schön untermauert, lese ich einige Verse daraus als Ermutigung für diesen Tag:

Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was Er dir Gutes getan hat:

Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst und dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.

Der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt Er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten...

Soweit Psalm 103.

Anne hat ihr Vertrauen auf Gott gesetzt. Ohne zu wissen, wie es weitergeht – wie ein Kind eben. Und Gott hört nicht nur zu, sondern Er beschenkt dieses Vertrauen – wie ein Vater eben.

Diese Geschichte ist eine Mutmachgeschichte. Sie ermutigt, trotz aller Umstände auf Gott zu vertrauen. Und in allen Umständen als bittendes Kind vor Gott, dem Vater zu stehen. ER erbarmt sich über seine Kinder, wie es gut für sie ist. Vielleicht durch die Heilung einer Krankheit, vielleicht durch Kraft zum Durchhalten. Vielleicht aber auch wie bei Anne - durch eine kleine rote Herzdose mit weißen Pünktchen....

 

 

 

Autor: Silke Stattaus

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Psalm 116,12

Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut? Psalm 116,12

Kürzlich sitzen wir beim Frühstück. Mein Mann und ich. An manchen Tagen nehmen wir uns bewusst etwas mehr Zeit für so einen gemütlichen Start in den Tag. Schnell sind wir im Gespräch über Gott und die Welt. Heute fängt „die Welt“ in unserer Familie an. Zu der gehören vier erwachsene Söhne, drei Schwiegertöchter und vier Enkelkinder. Das fünfte erwarten wir in wenigen Tagen.

„Was geht es uns gut!“, sagt mein Mann. Und ich pflichte ihm bei, was es doch für ein Geschenk ist, in so einer großen Familie zu leben. Klar, auch bei uns gibt’s Probleme, Missverständnisse, böse Worte und Streit. Aber, wir gehören zusammen. Und wenn es hart auf hart kommt: Ich kann mich auf jeden verlassen und bin selber für jeden da. Wir haben es wirklich gut.

Wie anders ist der Lebensentwurf von meinen Freundinnen. Ute hat keine eigene Familie. Sie arbeitet seit vielen Jahren in dem Beruf einer SOS-Kinderdorfmutter. Durch ihre zusammengewürfelte Familie sind schon viele Kinder gestärkt ins Leben gegangen. Ute behauptet von sich, dass sie glücklich ist, selbst ohne eigene Familie.

Und Dorothea, die lebt allein. Als Krankenschwester steht sie im Operationssaal und hilft Menschen in schweren Situationen. Sie macht auch gerne mal einen Handgriff mehr, damit die Patienten sich vor einer OP wohl fühlen. Ich bewundere sie, weil sie so fröhlich und engagiert ihren Dienst tut. Sie behauptet ebenfalls von sich, dass sie glücklich ist. Komisch – da liegt das Rezept zum Glücklichsein offensichtlich nicht unbedingt an einer intakten Familie oder einer gelingenden Partnerschaft. Woran aber dann?

Ich schaue mir den Vers an, der für heute in den Herrnhuter Losungen steht:

Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?

Hier gibt es offensichtlich auch einen glücklichen Menschen. Was hat er erlebt, dass er das von sich behaupten kann? Ich schaue in der Bibel nach und lese den gesamten Psalm 116, aus dem der Bibelvers stammt: Der Psalmbeter gibt einen kurzen Rückblick auf sein Leben. Da erzählt er zunächst von den schlechten Erfahrungen, die er gemacht hat: Kummer und Not sind für ihn keine unbekannten Größen. Er hatte sogar schon Todesangst. Aber in allem macht er die Erfahrung, dass Gott hört, wenn er um Gnade bittet. Er bietet ihm Schutz und hilft in unbekannten Situationen. Gott schenkt wieder Ruhe im Sturm. Das Weinen hat ein Ende. Die Füße des Psalmbeters müssen nicht mehr stolpern. Und er weiß es zu schätzen, in der Nähe dieses großen Gottes zu leben.

Ob so eine Dankbarkeit, erst dann greift, wenn ich auch schon Schlechtes erlebt habe? Vielleicht brauche ich den Vergleich mit dem Schlechten, um auch das Gute zu erkennen? Wenn ich beispielsweise heftige Schmerzen spüre – und es mir am nächsten Tag bessergeht, dann erkenne ich den Mehrwert eines schmerzfreien Tages. Habe ich nie Schmerzen, wird mir der Unterschied wahrscheinlich gar nicht so bewusst sein. Muss es mir dann aber erst einmal richtig schlecht gehen, damit ich mit dem Psalmbeter sprechen kann: Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?

Nicht unbedingt. Mein Vater behauptete von sich, dass er ein wirklich gutes Leben führen durfte. Trotz Krieg, Hunger und Leben als Christ im der DDR. Er bewahrte sich seine Dankbarkeit und Lebensfreude - bis ins hohe Alter. Die Worte des Psalmbeters waren auch seine. Offensichtlich kommt es nicht wirklich auf meine Lebensumstände an, sondern auf meine Herzenshaltung.

Und die bringt der Psalmbeter mit seiner Frage für uns alle auf den Punkt:

Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?

Autor: Silke Stattaus

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Hiob 10,12

Gott hauchte Adam seinen Lebensatem ein. Jedem Menschen auf dieser Welt, Ihnen ebenso wie mir, gab Gott den ersten Atemzug schon mit der Geburt. Die Lungen werden im Mutterleib gebildet, während des Geburtsvorgangs wird das Fruchtwasser aus den Lungen gepresst, die Lungen sind also bereit. Die Voraussetzungen zum Atmen sind geschaffen. Der erste Schrei eines Neugeborenen verkündet nicht nur neues Leben, es ist der Beginn eines lebenslangen unbewussten Prozesses, der des Atmens. Ohne die Atmung ist kein Leben möglich.

Und es ist wie so oft, erst wenn die Atmung nicht mehr einwandfrei funktioniert, wenn Atemaussetzer oder Asthma das Leben bestimmen und einschränken, dann wird die Atmung zu einem kostbaren Gut. In solchen Momenten kommt Angst auf, weil das Leben bedroht ist. Dann ist es so wie bei Rosie, einer entfernten Bekannten. Rosie kennt diesen großen Druck auf ihren Bronchien, Brustkorb und ihren Kehlkopf. Alles ist wie zugeschnürt. Da nützt auch kein Freihusten. Erst mit der Inhalation von Cortison tritt langsam Besserung ein. Nach wenigen Minuten spürt sie, wie der Druck auf ihrer Brust und dem Kehlkopf leichter wird und frischer erquickender Sauerstoff ihre Lungen füllt. Rosie kann wortwörtlich wieder durchatmen. In diesen Momenten spürt Rosie Gottes Eingreifen ganz deutlich, indem er ihr die Angst vor der Atemnot nimmt, wie er ihre aufgewühlte Seele zur Ruhe bringt. Dann bekennt sie wie Hiob: Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt. (Hiob 10,12). Weil Rosie sich einst entschieden hat, ihr Leben Gott an zu vertrauen, weiß sie um Gottes Fürsorge und Hilfe. Gerade in diesen kritischen Lebensmomenten hält sie an IHM fest. In dieser Botschaft signalisiert Rosie ihre Zuversicht, aber auch gleichzeitig ihre Dankbarkeit.

Diese Bekenntnisse treffen auch auf Hiob zu. Hiobs Zuversicht und Vertrauen auf Gott sind beinah unvorstellbar. An ihm können wir sehen, wie weit ein Mensch im Glauben gehen kann, obwohl einem das schwere Leben, das Schicksal den Atem raubt. Andererseits verdeutlicht dieses biblische Beispiel sehr gut: Gott gibt nicht nur den Atem zum Leben, sondern auch den langen Atem zum Durchhalten und zum Verstehen des Glaubens. Hiob kann für Sie ein Beispiel im Vertrauen zu Gott sein. Ebenso kann Hiob für Sie ein Vorbild in Langatmigkeit sein. Kein Mensch in der Bibel wurde so geprüft wie Hiob, aber Gott schenkte ihm „Neues Leben“ und belohnte doppelt dessen Treue. Der Herr ließ Hiob aufatmen und segnete ihn. Genauso will er uns segnen, wenn wir ihm vertrauen, gerade dann, wenn uns der Atem zum Leben fehlt.

Autor: Klaudia Wolf

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1. Petrus 1,13

„Boah Papa, geht das jetzt, dass wir beide alleine ein paar Tage Ski fahren? Du hast es mir doch versprochen!“, will unser Sohn Tim erneut wissen, als er abwartend und herausfordernd vor meinem Mann steht.

Im letzten Skiurlaub war Tim gerade mal eine Stunde auf seinem Snowboard, als er unglücklich stürzte und sich sein Schlüsselbein brach. Aus der Traum vom Snowboarden! Sehr traurig saß unser Dreizehnjähriger nun den Rest des vergangenen Urlaubs in der Skihütte, so dass wir als Eltern ihm versprachen, dass er bei der nächsten Gelegenheit alleine mit Papa einmal Ski bzw. Board fahren könne.

Diesen Wunsch will Tim nun umgesetzt wissen und hofft, dass sein Vater sein Versprechen einhält. Er setzt seine Hoffnung ganz auf die Zusage bzw. das Wort seines Vaters hin. So eine Haltung, so eine vorbehaltlose Zielsetzung fordert der Apostel Petrus von einem Christen: … und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. (1. Petrus 1,13)

Damit Tims Hoffnung Wirklichkeit wurde, war es nötig, seinen Vater an sein Versprechen zu erinnern. Nicht damit zu seiner Schwester zu gehen oder gar zu mir. Ausschließlich sein Vater konnte ihm das ermöglichen. Dieses Verhalten will ich mir zum Vorbild nehmen und auch in mein Glaubensleben übertragen. Meine Hoffnung ganz und ausschließlich auf  Gottes Gnade setzen. Wie viele Dinge und Stimmen lenken mich in meinem Leben ab und reden mir ein, dass ich selber alles schaffen kann und muss? Es ist zuerst meine Willensentscheidung, dass ich immer wieder aufs Neue mein Vertrauen und meine Hoffnung auf Gott setze. Und die bisherigen unerwarteten bis positiven Erfahrungen unter Gottes Führung zeigen mir, dass es sich lohnt, auf Gott und seine Gnade zu hoffen.

Gnade, sie ist ein unverdientes Geschenk. Gnade, das heißt für mich in erster Linie, ich werde mit meinen Fehlern und Schwächen von Gott angenommen. Also es geht um einen neuen Selbstwert, der unter der Führung und der Herrlichkeit Gottes entsteht, wächst und Früchte tragt.

Beim Durchlesen des ganzen Verses 13, spüre ich etwas von der Bestimmtheit des Petrus. Er will mich herausfordern, wenn er sagt: Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. Ich würde ich es heute so formulieren: Passt auf, Leute! Die Lage ist ernst! Petrus legt es den Christen damals und auch heute uns Christen ans Herz, bewusst die Welt, in der wir leben, zu betrachten. Seid realistisch! Wie gehen Sie mit den Dingen und Stimmen um, die uns von Jesus und seinem Wort ablenken? Sobald mir das auffällt, versuche ich wieder „einen Schritt zurück zu gehen“. Dann suche ich das Gespräch mit Jesus. Zuerst IHN nach seinem Willen und seinen Gedanken fragen. So kann ich von Jesus lernen. So erwächst daraus ein Leben, das Jesus und Gott gefällt.

Autor: Klaudia Wolf

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2. Timotheus 4,17

Der heutige Lehrtext aus 2. Timotheus 4, Vers 17, ist erst mal einfach ein schöner Satz. Paulus schreibt da: „Der Herr stand mir bei und stärkte mich.“ Ein schöner Satz von einem frommen Mann. Was erwartet man denn auch anderes in der Bibel …

Aber ich lese dann doch mal nach, in welchem Zusammenhang er das sagt: Der 2. Timotheusbrief ist Paulus' letzter Brief, den wir haben. Als Paulus den schreibt, ist er in Gefangenschaft und ahnt schon, dass er bald hingerichtet werden wird. Und in diesem Brief nennt er immer wieder Menschen, die ihn im Stich gelassen haben, gerade jetzt, wo er sie unbedingt bräuchte. Und direkt im Vers vor unserem heutigen Vers schreibt er, dass ihm selbst in der Gerichtsverhandlung niemand beigestanden hat. „Sie verließen mich alle“, heißt es da. Ich finde, das klingt irgendwie vorwurfsvoll. Es muss Paulus sehr geschmerzt haben, dass ihn seine Freunde alle verlassen haben. Ausgerechnet in dem Moment, in dem er sie so sehr gebraucht hätte.

Da liegt es irgendwie nahe, den Vers von heute als eine Art versteckten Vorwurf zu lesen, der nur in ein frommes Gewand gepackt ist: „Ihr habt mich alle im Stich gelassen! Aber zum Glück war Gott noch da, um mich zu stärken.“ Ich kenne das doch von mir selbst, dieses fromme, selbstgerechte Jammern: „Ihr seid alle so gemein! Zum Glück habe ich aber noch Gott!“

Aber hat es Paulus wirklich so gemeint? Wie wäre es denn, wenn er es tatsächlich so gemeint hat, wie es hier steht: „Meine Freunde haben mich verlassen. Aber der Herr war bei mir.“ Steht hier wirklich ein Vorwurf, oder ist es doch einfach nur die nüchterne Feststellung, dass Menschen in entscheidenden Momenten Schwäche zeigen können, dass auf Gott aber in jedem Fall Verlass ist? Dass Gott da ist, ist ja kein Notprogramm, wenn Menschen versagen. Gott lässt sich auch nicht als Mittel zum Zweck einspannen, um anderen Menschen Vorwürfe zu machen. Sondern die Tatsache, dass Gott bei mir ist, ist der Grund meines Seins. Andere Menschen zusätzlich als Stütze zu haben, ist ganz normal und sehr hilfreich, aber im Grunde eine zusätzliche Dreingabe, die Gott mir schenkt.

Denn Menschen sind Menschen. Menschen können versagen, Menschen können Schwäche zeigen, Menschen können sich auch tatsächlich grob an mir versündigen. Das ist die Realität.

Und wenn das wie hier bei Paulus in einer Situation passiert, die sehr schwer zu bewältigen ist, dann bin ich zurückgeworfen auf diesen bloßen Grund meines Seins, nämlich in die Gegenwart und Hilfe Gottes. Da zeigt sich meine wahre Haltung: Werde ich böse auf die Menschen, die mich aufgrund von menschlicher Schwäche im Stich gelassen haben, oder bin ich dankbar, dass ich trotzdem nicht ins Bodenlose stürze, sondern mich aufgefangen und gehalten weiß von dem Gott, der mich nie im Stich lässt? Genau das ist die Haltung, die Paulus hier zeigt.

Dass ihm die Menschen um ihn herum aber trotzdem nicht egal waren, sieht man in den letzten Versen seines Briefs. Dort nennt er einige Menschen mit Namen, die er grüßen lässt oder die Grüße mitgeben. Paulus wirkt da gar nicht verbittert über seine Mitmenschen. Ich denke, er hat ihnen einfach den richtigen Ort in seinem Leben zugewiesen: Es sind Menschen, die ihm lieb und teuer sind, aber die Grundlage seines Lebens ist eine andere. Wenn es hart auf hart kommt und niemand sonst mehr da ist, dann ist Gott da. Auf ihn ist absolut Verlass.

Autor: Jutta Schierholz

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Hesekiel 16,61.63

Vor vielen Jahren wurde meinem Vater ein Gallenstein entfernt. Mein Vater hatte fürchterlich unter dem Stein gelitten, und als er herausoperiert war, entpuppte der sich auch als ein echter Riesenstein, eine kleine medizinische Sensation. Ich bekam den Gallenstein selbst zu sehen, in eine kleine Plastiktüte eingepackt. Es war kein schöner Anblick, es war eher etwas für das Gruselkabinett in der anatomischen Sammlung. Mein Vater wollte seinen Stein nicht sehen. Nicht dieses Ding da, das ihn so sehr gequält hatte! Und ich glaube, er wollte auch gar nicht wissen, was da für ein ekelhafter Gegenstand in ihm gesteckt hatte. Er konnte zwar nichts für den Gallenstein, aber ich denke, er hat sich dafür geschämt, dass so etwas Widerliches in ihm gesteckt hatte.

So ähnlich muss es sich wohl anfühlen, wenn die hässlichen Dinge ans Licht kommen, die in der Seele des Menschen stecken. Die heutige Losung ist ein Vers aus dem Propheten Hesekiel. Dieser schreibt in Kapitel 16, Vers 61 und 63: „Du wirst an deine Wege denken und dich schämen, wenn ich dir alles vergeben werde, was du getan hast, spricht Gott der HERR.“

Hesekiel hat zuvor in sehr krassen Worten das Volk Israel als Hure beschrieben, das dem Herrn untreu gewesen war. Ein absolut widerliches Verhalten, eine einzige Schande. Und er beschreibt, wie Gott der Herr schließlich Vergebung schenkt. Und dann, sagt Gott, werde das Volk sich schämen, wenn es merkt, was es alles getan hat. Wenn diese ganzen schmutzigen Geschichten, die eigentlich im Verborgenen bleiben sollten, für alle sichtbar sein werden.

Gottes Vergebung ist ja auch so eine Art Operation am offenen Herzen. Ob sie nun im Bekenntnis vor einem anderen Christen oder ganz privat zwischen mir und Gott stattfindet: Was innerhalb der Vergebung geschieht, ist, dass Gott die Dinge entfernt, die mein Leben vergiften. All das Böse, das ich mir selbst eingebrockt habe, alle das Hässliche meiner Gedanken und Taten. All das ist nicht schön anzusehen. Schließlich habe ich es nicht umsonst oft jahrelang versteckt gehalten. Habe ich so getan, als gäbe es das alles nicht. Habe ich gehofft, dass es dadurch von selbst verschwindet. Habe ich vielleicht auch versucht, all das Böse durch umso mehr Gutes zuzudecken.

Aber das klappt nicht. Das einzige, was gegen Sünde hilft, ist Gottes Vergebung. Die fühlt sich oft erst mal unangenehm an – wenn all das zutage tritt, das ich verstecken wollte. Ich muss mich oft schämen, wenn ich merke, was ich mir da wieder geleistet habe und wie weit das von dem entfernt ist, was Gott möchte. Manchmal erschrecke ich sogar vor dem, was da in mir gesteckt hat. Aber: Es ist dann weg. Es ist nicht mehr in mir drin. Es belastet mich nicht mehr, es behindert mich nicht mehr, es tut mir nicht mehr weh. Ich bin wieder gesund und unbelastet – heil nennt das die Bibel.

Mein Vater hat sich wie ein neuer Mensch gefühlt, als er dann aus dem Krankenhaus entlassen worden ist. Genauso ist es auch, wenn Gott Vergebung schenkt.

Autor: Jutta Schierholz

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Lukas 19,8–9

Der Milliardär Aristoteles Onassis hat mal gesagt: "Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld". Onassis meinte damit, auch wer viel Geld hat, kann ganz arm dran sein! Diese Erfahrung hatte auch der Zolleinnehmer Zachäus gemacht. Der hatte sich durch Betrug persönlich bereichert, indem er die Menschen am Zoll gnadenlos abgezockt hat.

Zachäus war dadurch ganz gut situiert - also finanziell gesehen. Doch was nützte ihm sein Reichtum, wenn er keine Freunde hat? Zachäus galt als Betrüger. Mit dem würde keiner freiwillig seine Freizeit verbringen. Niemand wär auf die Idee gekommen, mit dem Zachäus mal ein Bier trinken zu gehen.

Als Jesus in die Stadt kommt und ausgerechnet beim stadtbekannten Betrüger Zachäus einkehrt, da kennt die Empörung der Leute keine Grenzen. Wie konnte Jesus nur zu so einem Typen mitgehen? Ausgerechnet zu diesem Gauner Zachäus ...!

Doch dann berichtet Lk. 19, 8- 9: "Zachäus trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen. Und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist deinem Hause Heil widerfahren."

Was für eine Kehrtwende! Der Betrüger Zachäus erklärt von sich aus, dass er seinen Besitz halbieren will, um damit die Armen zu unterstützen. Gut, deswegen musste der Zachäus jetzt zwar nicht am Hungertuch nagen. Aber überlegen Sie mal, was das bedeuten würde, wenn Sie die Hälfte ihres Besitzes spenden...! Zusätzlich stellte Zachäus in Aussicht: Da, wo ich jemanden betrogen habe, will ich es vierfach zurückzahlen! Das war schon im 2. Buch Mose so vorgesehen: "Wer ein Schaf stiehlt, soll dem Geschädigten vier Schafe wiedergeben!"

Zachäus hatte Jesus gesucht. Dafür war er sogar extra auf einen Baum geklettert, um Jesus sehen zu können. Und Jesus hat einen Blick für so Leute wie Zachäus, für Sünder, die auf der Suche nach Jesus sind! Was für eine Wertschätzung erlebt der Zolleinnehmer hier? Er, der von allen ausgestoßen war. Mit dem keiner seine Zeit verbringen wollte. Bei dem man die Straßenseite gewechselt hat, wenn Zachäus entgegenkam. Bei Zachäus passiert eine 180° Wende. Jesus bestätigt das, indem er von dem Heil spricht: das heute Zachäus´ Hause widerfahren ist.

Zachäus war zum Glauben an Jesus gekommen. Er sprach Jesus jetzt mit "Herr" an. Natürlich bedeutet dies noch nicht automatisch, dass nun auch alle andern Familienmitglieder zum Glauben gekommen sind. Aber die Chance hierfür war beträchtlich gestiegen, jetzt, wo Zachäus zu Jesus gefunden hatte.

Der ehemalige Skisprungtrainer der Österreicher, Alexander Pointner, hat mal gesagt: "Du kannst die Vergangenheit nicht mehr gut machen. Aber du kannst es jetzt gut machen!" Pointner hat das im Zusammenhang mit seiner Tochter gesagt, nachdem sie einen Suizidversuch unternommen hat. Er konnte seine Fehler und Versäumnisse aus der Vergangenheit nicht wieder gut machen. Aber er konnte als Vater jetzt für seine Tochter da sein. Und sie auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten, den sie im Koma zugebracht hat.

Ganz ähnlich hat Zachäus es erlebt: er konnte seine Betrügereien der Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Aber er konnte es jetzt gut machen. Lassen Sie sich nicht einschüchtern und entmutigen von dem, was in Ihrer Vergangenheit schiefgelaufen ist! Sondern haben Sie den Mut und ergreifen Sie mit Jesus im Rücken die Initiative, es jetzt gut zu machen! Hierfür wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen und viele wertvolle Erfahrungen!

Autor: Daniel Benne

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Galater 6,1

Es gibt Sünden, die ich bewusst begehe. Wo ich vorher schon weiß: „Das, was ich da tun möchte, ist nicht gut. Es widerspricht dem, wie Gott sich das vorstellt!“ Doch manchmal ist die Verlockung zu groß und ich begehe die Sünde leider trotzdem. Es gibt aber auch Sünden, die ich unbewusst begehe. Und wo ich erst im Nachhinein feststelle: „Da hab ich jemandem Unrecht getan. Da hab ich einen andern mit dem, was ich gesagt habe, verletzt!“

Von so einer unbeabsichtigten Sünde schreibt Paulus in Galater 6, 1: „Wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist“.

Das griechische Wort für „Verfehlung“ könnte man auch mit „Fehltritt“ übersetzen: z. B. wenn man auf einer vereisten Straße ausrutscht. Ein solcher Fehltritt kann im Affekt passieren: indem Sie Ihre Kinder im Zorn beschimpfen. Oder indem Ihnen womöglich sogar mal die Hand ausrutscht. Wem so etwas passiert, der ist oft total über sich selbst erschrocken. Er weiß genau: „Das hätte mir nie und nimmer passieren dürfen!“ Der grämt sich. Der ist maßlos enttäuscht über sich selber. Der würde vor Scham am liebsten im Boden versinken. Und er würde alles dafür geben, wenn er seinen Fehltritt ungeschehen machen könnte. Wenn Sie selber am Boden liegen, ist das, was Sie am wenigsten brauchen können: dass andere auch noch nachtreten.

Es gibt leider Christen, die genau das tun. Die sehr unbarmherzig mit jemanden umgehen, dem ein Fehltritt passiert ist. Es geht gar nicht darum, etwas kleinzureden oder zu verharmlosen, sondern darum, diesem zu Fall Gekommenen wieder aufzuhelfen. Das Zurecht- Helfen, von dem Paulus schreibt, meint ein Korrigieren. So wie ein Chirurg die Fehlstellung von einem gebrochenen Arm korrigiert. Geht der Chirurg hier unsanft vor, kann er die Schmerzen und den Schaden damit noch vergrößern.

Paulus sagt, dass wir anderen Christen zurechthelfen sollen, wenn ihnen ein Fehltritt passiert ist. Allerdings soll das Zurechthelfen immer in der Absicht erfolgen, dem andern aufzuhelfen, anstatt ihn niederzumachen, zu beschimpfen oder ihm Vorwürfe zu machen. Unsere Hilfe soll mit einem sanftmütigen Geist erfolgen. Sanftmut ist das Gegenteil von Zorn.

Wie hat das eigentlich Jesus gemacht? Er hat die Sünder gesucht. Nicht um sie zu vernichten, sondern um ihnen zurecht zu helfen. Von daher fordert Paulus hier also ein absolut Jesus-gemäßes Handeln von uns.

Wie kann das jetzt ganz konkret aussehen? Wenn Sie vom Fehltritt eines anderen Christen erfahren, reden Sie nicht über ihn, sondern suchen Sie ihn auf und reden mit ihm. Hören Sie ihm zu! Wenn nötig, machen Sie ihn auf seinen Fehltritt aufmerksam. Z. B. indem Sie ihn fragen: “Hast du bemerkt, wie du XY mit dem, was du gesagt hast, verletzt hast?”

Wenn der andere seinen Fehltritt einsieht und bereut, dann sprechen Sie ihm in Jesu Namen Vergebung zu. Und bieten ihm Hilfestellung an, wie er die Sache auch vor anderen Menschen wieder in Ordnung bringen kann!

Wie so oft im Leben hilft es auch hier, sich zu fragen: “Wie wollte ich denn selbst behandelt werden, wenn mir ein solcher Fehltritt passiert?” Außerdem ist es hilfreich, sich sehr demütig einzugestehen: “Ich selbst kann genauso zu Fall kommen. Ich bin selber auch nicht immun davor, dass ich sündige.”

Wer seine eigene Fehlbarkeit einsieht, wird barmherziger mit Menschen umgehen, die zu Fall gekommen sind. Wer unkontrolliert lospoltert und herum schreit, wird den andern vielleicht einschüchtern. Aber er wird ihn und sein Vertrauen dadurch nicht gewinnen. Wer jedoch demütig und sanftmütig auf den anderen zugeht, dem wird es schon eher gelingen zu vermitteln: “Ich sehe deine Not. Und ich will dir helfen, aus deinem Schlamassel wieder herauszufinden!“

 

Autor: Daniel Benne

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