ERF Plus - Wort zum Tag

Weil er uns liebt

Gott ist für uns. Nicht erst im Himmel. Schon heute – hier und jetzt. Gott ist für uns. Prägnanter, einladender kann man das Evangelium nicht zusammenfassen, wie Paulus es im Römerbrief tut (Römer 8,31). Gott ist für uns. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Christen.

Alle anderen Religionen und auch Religiosität im christlichen Gewand sagen: Du musst für Gott  sein. Du musst Gebote und Vorschriften einhalten, damit Gott für dich ist. So waren die Juden von Kindheit an geprägt, die in Rom zur Gemeinde gehörten. Du musst dich abrackern, du musst Opfer bringen. Das war der religiöse Hintergrund der ehemaligen Heiden, die in Rom zur Gemeinde gehörten. Diesen Leuten schreibt Paulus: Gott ist für euch. Welch‘ ein Aufatmen für uns alle.

Welchen Grund hat Gott, für uns zu sein? Wegen unserer Tugenden? Nein!  Weil wir so liebenswürdig sind? Nein! Wenn wir sehen, was Menschen anderen Menschen antun und wie wenig und halbherzig sie nach Gott fragen, dann gibt es keinen Grund, warum Gott für uns Menschen sein sollte. Aber warum ist Gott für uns, warum liebt uns denn Gott? Antwort: Weil er uns liebt!

Das bezeugt Paulus im Römerbrief (Römer 8, 38 und 39 Hfa):

“Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“

Geschenkt – nicht verdient. Wäre Gottes Liebe in irgendetwas anderem begründet – und sei es unser Glaube –, dann wäre sie nicht verlässlich, dann könnten wir einpacken. Denn wer kann lebenslang für seinen Glauben garantieren?

Paulus muss sich nicht vorwerfen lassen, dass er nur schöne fromme Sprüche klopft und keine Ahnung davon hat, wie uns das Leben beuteln und im Glauben erschüttern kann. Er kannte Angst, Verfolgung, Hunger, Entbehrungen, Todesdrohungen, Folter. Manche meinen in solchen Lebenssituationen: Wie ist das mit Gottes Liebe zu vereinbaren?  Zum Realismus des Glaubens gehört, dass  Gott uns nicht vor allen Leiden schützt! Aber er schützt uns in allen Leiden! Paulus hat den Römern ja auch nicht geschrieben „Was kann uns denn schon passieren, wenn wir an Gott glauben?“ Vielmehr schreibt er: „Was auch immer passieren mag: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen.“  Gott ist für uns - auch  wenn uns der Wind ins Gesicht bläst. Paulus gibt uns den Zuspruch weiter, den er selbst  erlebt hat.

Gewisser als der Tod ist Gottes Liebe in Jesus. Nichts, was in meiner Lebensgeschichte zu meiner Vergangenheit gehört und nichts, was möglicherweise kommen kann, trennt mich von Gottes Liebe. Keine Höhen, keine Tiefen.

Woran erkennen wir, dass Gott für uns ist?

Daran, „dass er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat“ (Römer 8 Vers 32).

Gott hat nicht nur eine mündliche oder schriftliche Liebeserklärung an unsere Adresse gerichtet. Seine Liebe ist belegt durch sein Handeln. Zu Weihnachten in Bethlehem. Karfreitag am Kreuz auf Golgatha. Ostern in der Auferweckung Jesu von den Toten. Wer oder was kann uns nun noch von der Liebe Gottes scheiden?

Autor: Pastor i. R. Eckhard Schaefer

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Adventslieder

Es wird zu keiner Jahreszeit so viel gesungen wie in der Adventszeit. Lieder gehören zum Advent. Ich kann mich auch gar nicht besser einstimmen auf Weihnachten als mit Liedern. Mit das älteste Adventslied hat vor mehr als 2000 Jahren ein alt gewordener Priester angestimmt. Zacharias ist sein Name. Ein altes Lied, aber nicht veraltet.

Was bringt Zacharias zum Singen? Antwort: Die Geburt seines Sohnes Johannes, der später den Beinamen „der Täufer“ erhält. Diese Geburt erfüllt Zacharias mit so tiefer Dankbarkeit, dass er seiner Freude mit einem Lobgesang Luft machen muss.

Erstaunlich aber ist, dass seine Worte sich in erster Linie nur am Rande um die eigene  wundersame Familiensituation drehen. Es war wirklich ein Wunder, dass Gott ihm und seiner Frau Elisabeth noch in hohem Alter einen Sohn geschenkt hat. Die ganze Nachbarschaft ist auf den Beinen und freut sich mit (Lukas 1,58). In diesem Augenblick ist für Zacharias aber etwas anderes noch wichtiger. Er weiß, sein Sohn, dieses neugeborene kleine Baby, wird einmal das Kommen des Retters ankündigen und Israel zu seinem Gott zurückrufen.

„Gott hat uns besucht“, ruft der Priester den erstaunten Nachbarn zu. Unfassbar. Ein  überraschender Besuch damals. Und heute genauso aktuell wie damals. Zacharias singt: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.“ (Lukas 1,68).  Und sein Sohn Johannes soll diesen Besuch Gottes in der Welt vorbereiten.

Eine Strophe aus diesem ersten Adventslied lautet: „ Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung seiner Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“  (Lukas 1,76-78 Einheitsübersetzung)

Als Zacharias das sagte, ist Jesus, der Retter, noch nicht geboren. Er ist aber schon unterwegs zu uns. Maria trägt ihn bereits unter ihrem Herzen. Zacharias kann es im Auftrag Gottes schon jetzt verkünden: „das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird uns besuchen“. Später nimmt dann Petrus diesen Ton auf : „Gottes Wort scheint uns wie ein Licht am dunklen Ort… bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen“ (2.Petrus 1,19) Und Christen singen und bekennen bis heute: „Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn… von Gott kommt mir ein Freudenschein.“  Adventslieder und Licht, das gehört zusammen. Deshalb zünden wir Kerzen an. Wenn Licht alle Dunkelheit vertreibt, dann müssen wir nicht mehr auf unserem Lebensweg stolpern. Gottes Licht leuchtet uns sicher nach Hause.  Das ist ein Grund zum Singen. Nicht nur für Zacharias. Auch für uns. Wenn doch auch unsere Herzen von dieser Adventsfreude bewegt würden. Dann könnten wir gar nicht anders als ein Loblied auf den erbarmenden Gott und den verheißenen Messias anzustimmen, denn  „Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott!“

Autor: Pastor i. R. Eckhard Schaefer

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Sehnsucht nach Leben

„Hundert Dinge, die man getan haben sollte, bevor das Leben vorbei ist.“  oder „Fünfzig Orte, die man unbedingt gesehen haben sollte“ - Buchtitel wie diese lassen mich wieder einmal kurz innehalten.  Könnte es sein, dass ich tatsächlich was verpasse? Vielleicht lohnt sich die Lektüre also doch. So befällt mich ab und zu der Gedanke, ich könnte etwas verpassen.

Die Sehnsucht nach Leben steckt doch tief in uns drin. Wir sind ja auch geschaffen, um zu leben und nicht um bloß zu existieren. Eigentlich schreit alles in uns nach Leben. Wir wollen etwas vom Leben haben. Dabei verbindet jeder etwas anderes mit „Leben“. Für den einen bedeutet es zu reisen, für den anderen, mit der Familie oder Freunden zu feiern, der nächste strebt nach Erfolg, wieder ein anderer liebt teure Autos.

Und manche tragen das dann auch gerne nach außen: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Auch wenn es nicht jeder so auffällig präsentiert, so dürfen die anderen schließlich sehen, dass auch wir etwas vom Leben haben. Aber ist dies alles, was wir dafür halten, wirklich das Leben? Warum strebt der Mensch dann nach immer mehr? Und hat er endlich erhalten, was er wünschte, verliert es oft schnell wieder seinen Reiz.

Und nun erfahren wir vom Apostel Paulus von Leben, das uns gegeben, also geschenkt wird:

„Die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Römer 6,23)

An anderer Stelle sagt Jesus sogar, dass er selbst das Leben ist. Das heißt also, dass ich mit Jesus nicht nur etwas vom Leben, sondern das Leben habe.

Und es übersteigt geradezu meinen Verstand, dass dieses Leben sogar ewig ist.  Es bedeutet: Wenn ich mein irdisches Leben mit Jesus führe, ist es heute schon eingebettet in das ewige Leben.  Auch wenn es mir jetzt noch verborgen ist.

Wo ich das begreife, dass das Beste noch kommt, muss ich doch eigentlich nicht mehr von der Angst getrieben sein, etwas zu verpassen. Klar freue ich mich an dem, was mir in diesem Leben geschenkt ist oder an dem, was ich erreicht habe.

Nur ist es ein Unterschied, ob dies mein erstes und mein ganzes Bestreben ist.  Denn egal, wie ich meine innere Leere zu füllen suche, bleibt sie doch wie ein Fass ohne Boden. Jesus will diesen Schrei der Seele dauerhaft mit sich selbst und dem Leben füllen, das er anbietet. Und selbst, wo dann noch Wünsche in meinem Leben unerfüllt bleiben, ist die empfundene Leere nicht mehr bodenlos.

Ich bin dazu eingeladen, das Angebot von Jesus, dem Sohn Gottes, für mich persönlich anzunehmen. Mit folgenden oder ähnlichen Worten kann ich es tun: Herr Jesus Christus, an so vielen Stellen habe ich schon gesucht und gekämpft, damit ich etwas vom Leben habe. Nun bietest Du mir aber nicht nur etwas vom Leben an, sondern mit Dir selbst das Leben. Wie alle Menschen bin ich von Natur aus durch den Sündenfall davon abgeschnitten. Aber Du ermöglichst mir durch Deinen Tod am Kreuz und durch Deine Auferstehung wieder Zugang zu diesem Leben. Dir bringe ich alle meine Schuld und alles, was die Sünde auch in meinem Leben zerstört hat. Dir öffne ich mein Herz und will Dich als meinen HERRN und Heiland annehmen. Danke, dass Du mir vergibst und sinnvolles und ewiges Leben schenkst. Amen.

Autor: Andrea Hoppstädter

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Ohne Umzugswagen

Der Umzugswagen steht vor unserer Tür. Nein, nicht zum ersten Mal. Und wieder heißt es: vertraut Gewordenes und lieb Gewonnenes loszulassen. – Mir fällt das nicht leicht. 

Bei einem unserer Umzüge fasse ich mein Empfinden in einem Gedicht zusammen.


 „Meine Heimat ist im Himmel“ lautet eine der Zeilen. Und abschließend formuliere ich:


 „Meine Wurzeln will ich schlagen - Richtung Gottes ewiger Welt.“

Dieser Gedanke tut mir gut.


 Daran muss ich jetzt denken, wenn ich den Bibelvers aus dem Philipperbrief lese:

Wir sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus.

Sind die Orte, die ich nach einigen Jahren wieder verlassen muss, zwar nicht mein ursprünglicher Heimatort, so bin ich doch ein Stück heimisch dort geworden.  Den Ort, wo wir als Bürger registriert sind, nennen wir doch meist bald schon unser Zuhause. Denn, wo der Mensch sich wohl fühlt, fängt er an, Wurzeln zu schlagen.

Wenn ich als Christ nun nicht nur Erdenbürger bin, sondern auch schon heute Bürger im Himmel heiße, so ist  es doch sinnvoll, dass ich meine inneren Wurzeln auch dorthin schlage. –

Aber was bedeutet nun eigentlich Himmel? Im Englischen ist es mit den beiden Begriffen heaven und sky einfacher, den unsichtbaren Himmel von dem sichtbaren zu unterscheiden.  So ist der hier gemeinte Himmel dort, wo Gott gegenwärtig ist. Auch wenn dieser außerhalb unseres erfassbaren Horizontes liegt, erleben viele den Himmel, wo Gott ist, in viel größerer Nähe als den sichtbaren Himmel. So sagte schon David in Psalm 139: „Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir.“

Der Mensch kann räumlich gesehen nur drei Dimensionen erfassen: Länge, Breite und Höhe. Aber Gott ist weder an Raum noch Zeit gebunden. Er kann jederzeit mit seiner Gegenwart unsere gesamte dreidimensionale Welt durchdringen. Gäbe es ein zweidimensionales Lebewesen, das also keinerlei Höhe besäße, könnte dieses mich auch nicht erfassen – selbst wenn ich mich ganz dicht darüber beugte. So sind auch uns höhere Dimensionen unerschlossen.

Aber Jesus wird einmal sichtbar wiederkommen, um diejenigen zu sich in den Himmel zu holen, die ihn als ihren HERRN und Heiland erwarten. Dort hat er eine ewige, alles überragende Heimat geschaffen.


 Aber ist es nicht so, dass das Sichtbare oft auch bei Christen die größere Aufmerksamkeit genießt?

So wie es Manfred Siebald in einem seiner Lieder beschreibt:

„Wir haben es uns gut hier eingerichtet, der Tisch, das Bett, die Stühle steh'n. Der Schrank mit guten Dingen vollgeschichtet, wir sitzen, alles zu besehn. Dann legen wir uns ruhig nieder und löschen müd vom Tag das Licht. Wir beten laut: "Herr, komm doch wieder!", und denken leise: "Jetzt noch nicht!".“

Ja, das Leben auf der Erde darf ich auch genießen. Aber es ist eben nur vorläufig.

Das weiß der Mönch in folgendem Dialog schlagfertig weiterzugeben:

„Ein Tourist darf in einem Kloster bei Kartäusermönchen übernachten. Er ist sehr erstaunt über die spartanische Einrichtung ihrer Zellen und fragt einen Bruder: „Wo habt ihr eure Möbel?“  Schlagfertig fragt der Mönch zurück: „Ja, wo haben Sie denn Ihre?“  „Meine?“ erwidert darauf der Tourist verblüfft.“  „Ich bin ja nur auf der Durchreise hier!“  „Eben“, antwortet der Mönch, „das sind wir auch.“

So will auch ich mir immer wieder bewusst machen, dass jeder Ort auf der Erde nur mein vorläufiges Zuhause ist. Deshalb will ich meine Hauptwurzeln schon heute Richtung himmlische Heimat schlagen. Und dort wird dann auch nie mehr ein Umzugswagen vor der Tür stehen

Autor: Andrea Hoppstädter

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Haus Gottes

Der Gottesdienst war vorbei. An der Kirchentür hatte ich die Gottesdienstbesucher verabschiedet. Da stand überraschend eine Muslima mit ihrer vielleicht zehnjährigen Tochter aus der Nachbarschaft  vor mir. „Entschuldigen Sie bitte. Dürfen wir mal kurz in die Kirche hineinschauen?“ „Natürlich“, sage ich erfreut und bitte die beiden in den Vorraum der Kirche. Sie sind ganz still und andächtig. „Was ist das? Ich höre meine Stimme von allen Seiten“, flüstert die kleine Tochter. „Du stehst auch genau in der Mitte unter der Kuppel. Da kommt aus allen Ecken Deine Stimme zeitgleich. Der Architekt wollte damit deutlich machen, wer auf Gott nicht hört, bleibt ohne Antwort auf die wichtigen Fragen seines Lebens. Er hört von allen Seiten nur sich selbst. Wir sehnen uns aber nach einer verlässlichen Antwort. Wo finden wir sie?“, erkläre ich und bitte die Kleine, die Tür zum Kirchenraum zu öffnen und sage: „Hinter dieser Tür will uns Gott eine Antwort geben auf die wichtigen Fragen unseres Lebens: Woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen.“ Es dauert ein wenig, bis die kleine Tochter die schwere Tür geöffnet hat. Nun geht der Blick in den Innenraum der Kirche. Vorsichtig, fast zögernd, betreten die Beiden den Raum. Irgendwie scheinen sie zu spüren, dass dies ein besonderer Ort ist. Der rote Läufer zieht den Blick durch den Mittelgang bis hin zum weißen Altar. Auf ihm steht das von Scheinwerfern bestrahlte helle Holzkreuz, das sich zwischen den bunten Fenstern von den dunkelblauen Wänden des Altarraums stark abhebt. Das Kreuz ist leer ohne einen Körper Christi. Nach einer Weile des Staunens und Schweigens erzähle ich ihnen von Ostern, von Jesu Sieg über den Tod und von seiner Auferweckung. „Weil das so ist, brauchen wir keine Furcht mehr vor dem Tod haben.“ Sage ich. „Echt? Gibt es auch kein Gericht mehr?“ fragt die Muslima. „Doch,“ antworte ich, „Gott richtet alle Menschen. Aber ich weiß, Jesus ist mein Vertreter vor Gott. Wie ein Rechtsanwalt spricht er für mich. Er hat meine Strafe mit seinem Leben am Kreuz bezahlt. Deshalb werde ich freigesprochen.“ „Einfach so?“ meint die Muslima. „Ja, einfach so, wenn wir unsere Sünden eingestehen und die Vergebung von Jesus annehmen.“ Unermüdlich und sehr respektvoll fragten die beiden immer mehr und hörten noch lange sehr interessiert zu.

Im Buch der Prediger steht im vierten Kapitel im 17. Vers der Satz: „Gib acht auf Deine Füße, wenn Du zum Hause Gottes gehst. Und tritt hinzu, um zu hören.“ Das heißt, geh nicht automatisch ohne Überlegung in den Tempel oder eine Kirche. Sei kein gedankenloser Mitläufer, der nur seine religiösen Pflichten erfüllt oder andere Motive hat. Die Kirche ist kein Museum, kein Konzertsaal oder ein seelischer Wellnesstempel. Das Haus Gottes ist ein besonderer Gesprächs- und Kontaktort Gottes für die Menschen. Das haben die muslimische Mutter und ihre Tochter gespürt. Mit dieser Erfahrung und dem Gehörten sind sie froh und dankbar nach Hause gegangen

Autor: Pastor Burghard Affeld

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Tief verwurzelt

Sonnenschein, blauer Himmel. Eine Fahrt im Jeep durch ein großes Waldgebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Mein Freund, Jäger und Besitzer dieses Waldes, erläutert mir die Pflege und Hege seines Jagdgebietes. Auffällig für mich immer wieder vertrocknete oder umgekippte Bäume. „Die meisten ausgetrockneten Bäume haben nicht genug Wasser bekommen“, erklärt mir mein Freund. „Eine große Eiche ist ein Tiefwurzler und benötigt zum Beispiel bis zu 500 l Wasser pro Tag. Eichen halten in der Trockenzeit deshalb gut durch. Ihre Wurzeln treiben sie tief in das Erdreich hinein. Flachwurzler, Bäume mit sehr flachem Wurzelwerk, haben zwei Probleme: Sie kommen nicht ans tiefe Grundwasser heran. Bei Sturm finden sie mit ihren Wurzeln oft nicht genügend Halt im Boden. Sie fallen den Stürmen zum Opfer“.

Während ich meinem Freund weiter zuhöre, denke ich an die Praxis christlichen Glaubens. Ist es da nicht auch nötig, dass jeder ein Tiefwurzler wird und im Wort Gottes tief verwurzelt ist? Für die junge Gemeinde in Kolossae in der heutigen Türkei war das sehr wichtig. Sie lebte im Sturm der Anfechtung durch verschiedene Irrlehren. Das reichte von der Engelverehrung bis zur Beachtung extremer Speiseverbote, die nicht nur ihre Gesundheit schädigten, sondern auch ihren Glauben. Die Christen waren verunsichert. Die noch nicht gefestigte junge Gemeinde geriet durcheinander. Da rät ihnen Paulus in seinem Brief an die Kolosser im zweiten Kapitel in den Versen sechs und sieben: „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben.“

Der Rat des Paulus an die Gemeinde damals ist auch für uns heute aktuell. Wir sind umgeben von Problemen, die durch Menschen und die Medien an uns täglich herangetragen werden. Dauernd müssen wir uns entscheiden, wem wir noch glauben können. Viele Menschen sind mit den politischen und vor allen Dingen persönlichen Problemen des Alltags überfordert. Ihre Seele trocknet und brennt aus. Diagnose: Burnout. Wie werden wir damit fertig?

Täglich braucht unser Körper Nahrung, damit wir die Aufgaben des Tages bewältigen können. Täglich brauchen wir auch Nahrung für unsere Seele. Die bekommen wir durch die Verbindung zu Jesus Christus. Er ist die Quelle des Lebens. Wer aus ihr trinkt, dessen Seele vertrocknet nicht. Durch das Lesen und Forschen im Wort Gottes treiben wir die Wurzeln unseres Glaubens immer tiefer. Oberflächlicher Glaube droht schnell zu verwelken und weg zu kippen. Das ist das Los von Flachwurzlern. Gott aber möchte aus uns Tiefwurzler machen. So bekommen wir Festigkeit im Glauben. In den Stürmen, Anfechtungen und Zweifeln unseres Lebens steht Jesus neben uns unerschütterlich und baumstark. Deshalb lohnt es sich auf den Rat des Paulus zu hören: „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben.“ Auch heute!

Autor: Pastor Burghard Affeld

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Mit Gott auf Tuchfühlung

Kennen Sie das Bild aus der Sixtinischen Kapelle im Vatikan? Das, wo sich Gott und Mensch die Arme entgegenstrecken und sich beinahe mit den Fingerspitzen berühren? Auch wenn Sie noch nie in Rom waren, haben Sie das bestimmt schon gesehen, denn das Deckenfresko von Michelangelo ist eines der am häufigsten reproduzierten Kunstwerke der Welt.

Michelangelo hat mit seiner Darstellung eine widersprüchliche Empfindung getroffen, die viele Menschen teilen: Zwischen Gott und Mensch herrscht Distanz - und doch sind Gott und Mensch aufeinander bezogen, fast auf Tuchfühlung. Das haben Menschen schon Jahrtausende vor Michelangelo erlebt. Nicht in Rom, sondern in der Wüste rund um den Berg Sinai.

Dort lagert das Volk Israel, heraus aus der Sklaverei in Ägypten und hin zum gelobten Land Kanaan. Im Alten Testament wird im 2. Buch Mose beschrieben, wie Gott mit ihrem Anführer Mose auf Tuchfühlung geht, um mit ihnen ein Bündnis zu schließen. Aber es läuft nicht besonders gut. Während Mose oben auf dem Berg dem wirklichen Gott begegnet, schaffen andere unten im Tal einen Ersatzgott nach ihren eigenen Vorstellungen. Während Mose Gottes Anspruch und Zuspruch für seine Menschen eingraviert auf zwei Steintafeln vom Berg herunterträgt, tanzen die Empfänger dieser Zuwendung unten um ihr Götzenbild das sprichwörtliche goldene Kalb.

In 2. Mose 32 Vers 19 lesen wir, wie die Situation dann eskaliert:

Als Mose nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte sein Zorn, und er warf die Tafeln aus der Hand und zerbrach sie unten am Berge und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es im Feuer und zermalmte es zu Pulver und streute es aufs Wasser und gab’s den Israeliten zu trinken.

Die Menschen damals sind nicht bereit dafür, eine Verbindung mit dem wirklichen Gott einzugehen. Ihre Unheiligkeit verhindert die Verbindung mit dem Heiligen. In seinem Zorn über sein eigenes Volk zerbricht Mose nicht nur das Götzenbild, sondern auch die Tafeln mit dem Anspruch und dem Zuspruch Gottes. Und was jetzt?

Gott lässt sich erneut auf seine Menschen ein. Er erhört die Bitte von Mose um Vergebung. Und beauftragt ihn, sich bereit zu machen für eine neue Begegnung oben auf dem Berg. Und die findet auch statt - nachzulesen in 2. Mose 34 Vers 1:

Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.

Und dann, in Vers 10, sagt Gott zu Mose:

Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschaffen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen.

Dort oben auf dem Berg erneuert Gott sein Versprechen, mit seinen Menschen einen Bund zu schließen. Zuerst mit dem Volk Israel. Und später mit der ganzen Menschheit.

Es ist zunächst das Volk Israel, das Gottes übernatürliche Gegenwart und Versorgung auf seinem Weg durch die Wüste ins gelobte Land erlebt. Und Jahrhunderte später weitet Gott seine Verbindung aus auf alle Menschen - in Jesus Christus.

In Jesus Christus tritt Gott seinen Menschen als Mensch entgegen. In Jesus Christus zieht Gott seine Menschen ganz nah an sein Herz. In Jesus Christus berühren sich Gott und Mensch nicht mehr nur mit den Fingerspitzen. Menschen können in Verbindung mit dem wirklichen Gott leben. Eine neue Art von Leben.

Die Verbindung von Gott und Mensch ist heute für jeden persönlich erfahrbar, der das von Herzen möchte.

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Gleiches Recht für alle

Gleiches Recht für alle! So lautet ein wichtiger Grundpfeiler des modernen Rechtsstaats. Alle Menschen sind Recht und Gesetz in gleicher Weise unterworfen, unabhängig von ihrem Ansehen bei anderen, ihrer Machtposition in der Gesellschaft und ihrem persönlichen Besitz.

Machen wir uns nichts vor - seit es uns Menschen gibt, versuchen wir gut dazustehen, zu behalten was wir haben, uns einen Vorteil zu verschaffen. Wer bekommt das größte Stück vom Kuchen ab, die meiste Aufmerksamkeit der Lehrerin, die Beförderung im Büro? Wer fährt das bessere Auto, bucht den schöneren Urlaub, hat die attraktivere Figur?

Zum Problem wird mein Streben nach „mehr“ und „besser“ dann, wenn es mit dem Streben meines Mitmenschen kollidiert. Dann ist Konfliktlösung angesagt: Wer ist im Recht? Was ist richtig?

Und genau hier greift das Prinzip „Gleiches Recht für alle“. Es bedeutet: Niemand hat das Recht von vornherein auf seiner Seite. Niemand hat das Recht-Haben von vornherein gepachtet. Wer angesehen ist, mächtig und reich - der kann dennoch im Unrecht sein gegenüber seinem Nachbarn.

„Gleiches Recht für alle“ - dieser Grundsatz ist viel älter als unser moderner Rechtsstaat. Wir finden ihn bereits im Alten Testament, niedergelegt in einer Zeit, in der Mose das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten heraus und durch die Wüste ins gelobte Land Kanaan führte. Und Mose musste organisieren, wie die Israeliten ihre Konflikte lösen sollten: Wer sollte im Zweifelsfall entscheiden und das Sagen haben - der Angesehene? Der Einflussreiche? Der Wohlhabende?

Nein, sagte Mose, der Anführer des Volkes und Prophet Gottes. So soll es bei uns nicht sein. Und er ernannte unter den Israeliten einige zu Richtern, die die Streitigkeiten ihrer Mitmenschen regeln und schlichten sollten. Und diesen Richtern gab er das Prinzip mit auf den Weg: „Gleiches Recht für alle!“.

Wir können das nachlesen im 5. Buch Mose Kapitel 1 ab Vers 16, wo Mose am Ende seines Lebens Rückblick hält über seine Zeit als Anführer Israels. Dort wird Mose wie folgt zitiert:

Ich gebot euren Richtern zu jener Zeit und sprach: Hört eure Brüder an und richtet recht zwischen jedermann und seinem Bruder und dem Fremdling bei ihm. Ihr sollt beim Richten nicht die Person ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen…

Ich finde das revolutionär: Im Volk Israel soll nicht das Recht des Stärkeren herrschen, sondern die Stärke des Rechts. Ein Recht, das gleichermaßen für alle zu gelten hatte, für die „Kleinen“ wie für die „Großen“. Also für die Armen und Machtlosen genauso wie für die Reichen und Angesehenen der damaligen Zeit. Und auch für die Ausländer - die Fremdlinge - genauso wie für die Israeliten selbst.

Aber noch revolutionärer finde ich die Begründung von Mose für diesen Grundsatz. In voller Länge lautet Vers 17:

Ihr sollt beim Richten nicht die Person ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen… denn das Gericht ist Gottes.

„Gleiches Recht für alle“ - das ist für Mose eine Konsequenz aus der Tatsache, dass allein der Schöpfer seine Geschöpfe fair und gerecht beurteilen kann. Dass das Schaffen von Recht und Gerechtigkeit durch Menschen in dieser Welt daher immer nur vorläufig sein kann. Gott ist der, der Menschen richtig sieht und letztendlich Recht spricht.

Und weil dieser Gott sich nicht durch Ansehen, Macht und Reichtum beeindrucken lässt - deshalb sollen es die Richter der Israeliten auch nicht tun. Und wir heute auch nicht.

Und wer weiß – dass Gott allein Menschen richtig beurteilt und Recht spricht, dieses Bewusstsein würde auch uns heute vielleicht in so manchen Konflikten weiterhelfen.

 

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Zur Quelle werden

Wasser ist kostbar, unendlich wertvoll, weil es unverzichtbar ist zum Leben. Wir wissen das theoretisch. Menschen in wasserarmen Gegenden ist es noch viel bewusster. So z.B. den Israeliten zur Zeit Jesu. Das Wasser war knapp für sie. Sie mussten es gut einteilen. Darum spielte Wasser z.B. beim Laubhüttenfest eine große Rolle. Am Ende der Trockenzeit betete man um genügend Regen für das neue Erntejahr. Die Erinnerung an die Wüstenwanderung wurde aufgefrischt, indem man sich erzählte, wie Gott damals sein Volk wunderbar mit Wasser versorgt hatte. Symbolhandlungen und Lesungen aus der Bibel machten das Wasser zum Symbol für die kommende Heilszeit. Dann, so glaubte man, werde sich niemand mehr um genug Wasser sorgen müssen. Die Quelle des Lebens werde dann übersprudeln, weil Gott alles zum Guten gewendet haben werde.

Auch Jesus feierte mit am Laubhüttenfest. Und sprach zu den Menschen vom Wasser. Er sagte: »Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut! Denn in den Heiligen Schriften heißt es: 'Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen.'«

Wie mag dieser Auftritt angekommen sein? – Manche dürften sich gleich abgewendet haben. Religiöse ’Spinner’ gab es ja mehr als genug. Andere könnten Jesus spöttisch gefragt haben, wo denn sein Trinkwasser-Stand stehe. Die Dritten dürften sich geärgert haben, weil Jesus wieder ein so großes Publikum gefunden hatte. Und es gab Menschen, die von Jesu Worten beeindruckt waren. Sie verstanden, dass Jesus nicht vom leiblichen Durst sprach, sondern von der Sehnsucht nach Leben und nach Sinn. Sie ahnten, begannen sogar zu glauben, dass sich Gottes Versprechen in der Begegnung mit Jesus verwirklichten.

Es war damals so wie heute: Manche nahmen Jesu Angebot an. Andere schlugen es aus. Jesus lässt uns diese Freiheit. Er zwingt sich niemandem auf. Er lädt ’nur’ ein: “Komm und überzeuge dich selbst. Lerne mich kennen, lass dich auf mich ein. Dann entdeckst du, dass in dem was ich sage, tue und bin, Gott selber lebt und dir begegnet. Dann erfährst du, dass du durch mich wirklich die Quelle des Lebens findest. Ich gebe dir Zugang zu dem, dem du dein Leben verdankst, zu dem, der dich in deinem Leben leitet und begleitet, zu dem, der dir wahres Leben schenkt.“

Und das ist noch nicht alles. Jesus verspricht sogar noch mehr: Wer bei ihm seinen Durst nach Leben löscht, bekommt so viel Lebenskraft und Hoffnung, dass es auch für andere reicht: "… aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen". Ein starkes Bild: Von Jesus bekommen wir so viel Wasser zum Leben, soviel Kraft, soviel Hilfe, soviel Mut, dass wir es gar nicht für uns behalten können. Es löscht nicht nur unseren Durst nach Leben, sondern reicht auch noch zum Weitergeben. Wenn wir anderen Mut machen, anderen Hoffnung geben, uns für andere einsetzen, mit anderen Geduld haben, uns um andere kümmern - dann fließt etwas von dem Wasser des Lebens auch an sie weiter. Und wenn wir ihnen vielleicht irgendwann im Gespräch auch noch sagen können: Du, ich bin so oder ich tue das, weil die Liebe Jesu mich trägt und weil ich etwas davon weitergeben möchte … warum sollten dann nicht auch unsere Mitmenschen Jesus als die Quelle ihres Lebens entdecken können?

Jesus lädt uns ein: »Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut! Denn in den Heiligen Schriften heißt es: 'Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen.'«

 

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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Licht

Licht ist etwas Faszinierendes. Schon ganz wenig davon prägt die Situation: Im dunklen Wald macht eine einzige Fackel einen riesigen Unterschied. Die Tage wären jetzt deprimierend düster, gäbe es nicht die Advents- und Weihnachtslichter. Leuchttürme weisen Schiffen über Dutzende von Kilometern den richtigen Weg. Licht nimmt die Angst und macht Orientierung möglich.

Darum kann der 1. Johannesbrief die Gute Nachricht von Jesus in drei Worten zusammenfassen: „Gott ist Licht!“ Etwas ausführlicher heißt das in 1. Johannes 1,5: „Das ist die Botschaft, die wir von Christus gehört haben und die wir euch weitersagen: Gott ist Licht. In ihm gibt es keine Finsternis.“

Die Bibel verweist oft auf die positive Wirkung des Lichtes. Sie erzählt, wie eine Feuersäule nachts dem Volk Israel den Weg durch die Wüste weist. Ein Psalmbeter singt: ‚Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg!‘ Der Prophet Jesaja fasst die Hoffnung auf den Messias ins Bild: „Das Volk, das im Finsteren wandelt, sieht ein großes Licht.“ Und im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus selbst als das Licht der Welt. Damit ist uns zugesagt: Wer sich an Jesus Christus, an seinem Vorbild und an seinen Worten orientiert, der sieht im Leben klarer und hell. Mit und dank Christus lässt sich die verheißungsvolle Richtung finden, in die sich unser Leben entwickeln kann.

Licht gibt Orientierung und nimmt die Angst. Das sind entscheidende Wirkungen Gottes. Darüber hinaus steckt im Licht für irdisches Leben unverzichtbare Energie. Wir ahnen das schon, wenn wir an trüben Tagen müde und antriebslos werden. Und in der Schule haben wir gelernt: Ohne Sonnenlicht gäbe es keine Photosynthese. Die Luft ginge uns buchstäblich aus. Der Kreislauf des Wassers würde zusammenbrechen. Nichts würde mehr wachsen. Im Licht steckt lebensnotwendige Energie.

Wenn also, wie 1. Johannes 1,5 sagt, Gott Licht ist, dann ist er die Energiequelle schlechthin. Menschliches Leben - das behauptet die Bibel mit diesem Vergleich – geht ohne Gott zugrunde. So wie ohne Sonne kein biologisches Leben möglich ist, muss ohne Gott geistliches Leben verkümmern. Denn von ihm kommt die Energie.

Wenn man im 1. Johannesbrief weiterliest, lässt sich diese Energie noch genauer bestimmen. Es heißt darin nämlich auch: ‘Gott ist Liebe’ (1. Joh. 4,7f). Das heißt: Die Energie zum Leben, die Gott ausstrahlt und die wir bei ihm ‘tanken’ können, ist seine Liebe zu uns. Im Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus Christus ist sie greifbar geworden. Eine unentwegte, unbeirrbare, beharrliche, standhafte Liebe. Jedes Licht, das uns in diesen Tagen anstrahlt, ruft uns also zu: Gott ist die Liebe. Oder: Wo die Liebe ist, da ist auch Gott. Und vor allem: Wer liebt, kennt Gott.

Mein Tipp: Lesen Sie in diesen Tagen den ersten Johannesbrief wieder einmal durch. Und dann werden die Weihnachtslichter dafür sorgen, dass diese Sätze nicht aufhören, in Ihnen zu klingen. Gott ist Licht. Gott ist Liebe. Wo die Liebe ist, da ist auch Gott.

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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Die nächste Kurve kommt bestimmt

Es gibt manche Texte in der Bibel, die sind wie eine gerade Strecke, klar, verständlich, ich kann sie persönlich nehmen oder sie anderen Menschen zusprechen. Aber es gibt auch „Kurven-Texte“, die sind unverständlich, schwierig, an denen sind schon manche verzweifelt. Dazu gehört unter anderem Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“.

Auch wenn dieser Vers häufig als Gerade verstanden wird, er ist es nicht. Er ist eine Kurve!

Römer 8, 28 ist meiner Einschätzung nach ein Bekenntnis, das ich Schritt für Schritt lernen muss, je mehr ich mich in die Kurve hineinwage. Und dabei kommt es auf die richtige Kurventechnik an.

Die erste Regel heißt, ich muss für jede Kurve meines Weges das Tempo anpassen, die Geschwindigkeit reduzieren. Im Besonderen, wenn ich nicht sehe, wie scharf und eng die Kurve ist, aber ich sehe den Anfang. Der Anfang dieses Verses heißt, „Wir wissen aber“. Jedes Aber zeigt an, dass vorher von einem Gegensatz die Rede war. Dieser hier steht in Vers Röm. 8,26: „Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie es sich gebührt.“ Paulus schreibt von der Unsicherheit im Gebet, die allzu menschlich ist. Der Heilige Geist entschleunigt, aber er versteht uns und weiß Bescheid. Weil er uns vor Gott vertritt, bringt er unsere Worte auf die richtige Weise vor Gott. Der Heilige Geist ist also Vermittler und gleichzeitig Überbringer zwischen Mensch und Gott.

Und nun erklärt Paulus deutlich, wir wissen aber ...,alle Dinge dienen zum Besten. Diese Aussage soll keinen Druck und kein erzwungenes Ergebnis ausüben, sondern den Blick des Menschen ganz behutsam auf Gott und sein Handeln ausrichten. Wörtlich übersetzt steht dort: Alle Dinge wirken zum Guten zusammen.

Folgende Lebenslagen kommen Ihnen vielleicht bekannt vor: Krebserkrankung, Job verlieren, aus der Wohnung geschmissen werden. Diese einzelnen schwierigen Situationen bewirken erst im Zusammenspiel etwas, was für uns Menschen oft nicht sofort ersichtlich ist. Denn Gott hat diese einzelnen Situationen in der Hand. Er ist bereit diese Lasten zu tragen, er hält sie wie Fäden in der Hand und verbindet sie zu einem guten Ganzen. Gott hat das Ziel vor Augen und will einen jeden Menschen dorthin bringen, wo Gott ihn am liebsten sehen will. Solche schweren Zeiten prägen. Sie helfen heute, anders mit ähnlichen Situationen umzugehen als in der Vergangenheit: Zuversicht statt Angst; Aufrichtigkeit statt Verdrängen, Freude statt Trauer, Sanftmut und Selbstbeherrschung statt Trotz und Wut.

Entscheidend für eine weitere sichere Fahrt ist der Scheitelpunkt. Der Scheitelpunkt ist in einer Kurve der Punkt, an dem ich dem inneren Rand der Kurve am nächsten bin. Hier findet die eigentliche Wende statt. Wenn ich den Scheitelpunkt ansteuere, entscheidet sich, ob ich diese Kurve gut nehme oder ob es mich aus der Kurve trägt. Der Scheitelpunkt heißt hier, „denen, die Gott lieben“. Um Ihren Scheitelpunkt zu bestimmen, schauen Sie aufmerksam auf Ihre Herzenshaltung und Ihren Wunsch in Gottes Nähe zu sein. So verstanden, bedeutet der Vers: „Ich weiß, dass alle Dinge in meinem Leben zusammenwirken, damit ich Gott näher kommen kann.“ Diese Entdeckung ist die Voraussetzung, dass alle Dinge zum Besten zusammen wirken.

Die dritte Regel klingt einfacher, als sie tatsächlich ist, bitte der Straße folgen.

Ohne festen Weg würde ich doch gehen, wie es mir passt. Aber ich folge der Straße. Dann gehöre ich laut Paulus zu „denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“.

Gott ruft die Menschen. Gottes Wunsch ist es zu retten. Sie zu retten. Er möchte, dass Sie für immer bei Ihm sind. Aus Liebe hat Gott diese Straße vorbereitet, gebaut und sein Angebot gilt jedem Menschen. Aber nur „die Gott lieben“ sind auf dieser Straße seiner Liebe unterwegs. Es ist Ihre Entscheidung, auf dieser Straße zu gehen und Gott zu vertrauen.

Trauen Sie sich! Denn, die nächste Kurve kommt bestimmt.

Autor: Klaudia Wolf

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Anbetung im ganzen Leben

Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit, denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh. 4, 23+24)

Sonntagmorgen, Gottesdienst in einer FeG, nach der Begrüßung kommt ein herzliches Eingangsgebet und anschließend die Bitte: „Lasst uns nun gemeinsam Gott loben und ihn anbeten mit dem folgenden Lied“. Ist das die Anbetung, die Jesus meinte, als er sagte: „Gott ist Geist und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“? (Joh. 4, 24) Ich bin davon überzeugt, dass Jesus Freude an guter Musik und Gesang hat und sich unser Lob wünscht. Doch echte Anbetung ist nicht nur auf das Musizieren und Singen in einer Kirche oder öffentlichen Lobpreis in Konzerten beschränkt. Echte Anbetung finden wir auch dort, wo wir Gottes Macht und seinen Ruhm in unserem Alltag erkennen. Wie haben Sie zuletzt Gottes Treue und Gnade erlebt, wann sein gutes herrliches Wesen bestaunt? (Apg. 17,23), in welcher Situation seine Macht und Stärke erfahren?

Zur Anbetung gehören demnach auch Dienste an anderen Menschen, Teilnahme am Abendmahl, das Lesen und Lernen im Wort Gottes, das Gebet und andere ähnliche Dinge. Das Entscheidende ist dabei die alleinige Ausrichtung auf Gott, er ist das Ziel der Anbetung. Jesus wünscht sich, dass wir ihn mit reinem Herzen anbeten. Das wird auch im Joh.4, Vers 23 so formuliert, Gott der Vater, will solche Anbeter haben. Gottes Sehnsucht nach Menschen mit aufrichtigem Herzen ist unendlich groß. Wie groß ist Ihr Wunsch, in Gottes spürbarer Nähe zu sein?

Unter Anbetung verstehe ich vor allem, die staunende Bewunderung und liebevolle Verehrung Gottes. Ich bete IHN an, weil er Gott ist und so viel für mich und jeden anderen Menschen getan hat. Dabei ist dieses Vorrecht anzubeten, in erster Linie etwas, was wir gemeinsam tun sollen. Denn die Gemeinsamkeit gehört zum Wesen der Anbetung, in der ich mit den Anderen Gottes Segen empfange. Wenngleich die Gemeinsamkeit im Vordergrund steht, gibt es sicherlich unterschiedliche Haltungen der Anbetung. Dabei habe ich oft den Eindruck, dass wir Menschen uns von unguten Gedanken beeindrucken lassen: „Welchen“ Eindruck meine Anbetung auf die anderen Menschen macht oder „Wo“ man richtig anbetet oder „welche“ Lieder wir im Gottesdienst singen. An dieser Stelle müssen wir uns ernsthaft nach unserer Nächstenliebe fragen und realisieren, dass wir uns damit um Gottes Segen bringen. Die Haltungen der Anbetung resultieren aus der Herzenshaltung eines jeden einzelnen Menschen und die können nebeneinander stehen gelassen werden. Jesus ist bereit, uns dabei zu helfen. Dazu gehören zum Beispiel diejenigen, die gerne stehend und mit erhobenen Händen anbeten, diejenigen, die niederknien, diejenigen, die sich einen Focus suchen, wie das Kreuz, diejenigen, die einfach dasitzen und im Stillen Gott anbeten.

Ein starkes Beispiel aus der Bibel und ein großes Vorbild für mich ist König David. David betete Gott mit seinem ganzen Wesen an. Seine Aufrichtigkeit und Treue, seine Reinheit, sein Festhalten an Gott in allen Lebensstürmen, seine Liebe zu ihm fanden auf unterschiedliche Weise ihren Ausdruck. Zum Beispiel tanzte er fast nackt voller Hingabe für den Herrn, als die Bundeslade nach Jerusalem zurückgeführt wurde. (2. Sam 6,14-16). Sein Flöten- und Harfenspiel erfreuten viele Menschen, Sauls Depressionen wurden dadurch besänftigt. Viele Psalmen spiegeln Davids leidenschaftliches Herz für Anbetung wider. Mit jeder Facette Davids wird deutlich, dass er gerne auf Gottes Wort hörte und danach handelte. Dieser Gehorsam und seine beeindruckende Leidenschaft für Gott waren entscheidend. Vielleicht wollen Sie sich „eine Scheibe von David abschneiden“!? Jedenfalls wünsche ich Ihnen heute genug Gründe, Gott anzubeten.

Autor: Klaudia Wolf

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Ein Gedenktag für verfolgte Christen

Wenn einige von Ihnen das heutige Datum hören, den 4. Dezember, dann fällt Ihnen ein, dass heute Barbaratag ist. Einige erinnern sich an den Brauch, einen Zweig von einem Obstbaum ins Wasser zu stellen. Dieser Zweig soll am Heiligen Abend blühen. Der blühende Zweig soll in der kalten und dunklen Winterzeit Farbe und Frische in die Wohnung bringen.

Aber was hat das mit dem Namen Barbara zu tun? Die Barbara von Nikomedien lebte der Überlieferung nach im 3. Jahrhundert. Sie soll sehr schön und klug gewesen sein. Als junge Frau besuchte sie die Gemeinde der Christen. Diese trafen sich heimlich, weil der Kaiser die Christen verfolgte. Barbara wurde vom Evangelium so angesprochen, dass sie auch Christin werden wollte. Dieser Wunsch stieß bei ihrem Vater auf taube Ohren. Er konnte mit dem christlichen Glauben gar nichts anfangen. Deshalb sperrte er seine Tochter in einen Turm ein. Barbara ließ sich von ihrem Glauben und ihrer Überzeugung nicht abbringen. Als sich dann Barbara taufen ließ, war das Maß für den Vater voll. Der grausame Vater tötete seine eigene Tochter. An dem Tag, als Barbara zum Tode verurteilt wurde, soll ein Zweig geblüht haben. Es war der Zweig, an dem Barbara auf dem Weg zum Gefängnis hängenblieb. Ihn stellte Barbara in ein Wassergefäß. In Erinnerung an diese Geschichte stellen Menschen am 4. Dezember einen Zweig ins Wasser.

Das Bibelwort für den heutigen Tag blickt auf eine Zeit zurück, in der auch Christen verfolgt und eingesperrt wurden. Paulus wütete gegen die Christen. Er lehnte den Glauben an Jesus Christus ganz ab. Ins Gefängnis setzen wollte er die Christen. Doch Jesus hatte einen anderen Plan mit ihm. Vor Damaskus wurde er von einem hellen Licht geblendet, stürzte zu Boden und erblindete. Jesus sprach ihn unüberhörbar an und berief ihn zum Völkerapostel. Aus einem Verfolger der Christen wurde ein Verfechter des Glaubens. Paulus kehrte nach Jerusalem zurück und predigte mit großer Überzeugung, dass die Menschen zu Gott umkehren sollen. Nun konnten sich die Christen ohne Angst und öffentlich versammeln und zu ihrem Glauben bekennen. Die Gefahr einer Verfolgung war gebannt. „So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes“, lesen wir in der Apostelgeschichte Kapitel 9.

Was hat das mit uns heute zu tun? Ich möchte Gott für den Frieden in unserem Land danken, dass Gemeinden wachsen können und dass der Heilige Geist wirkt, dass Menschen an Gott glauben. Bitten möchte ich für die Christen weltweit, die bedrängt, gefoltert und verfolgt werden. Bitten möchte ich für die Menschen, die den Christen Böses antun, dass Gott ihnen die Augen für ihr Tun öffne. Mutig möchte ich werden wie Barbara, die sich nicht von ihrem Glauben an Gott abbringen ließ. Heute ist ihr Gedenktag.

Autor: Pfarrer Johannes Hruby

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„Wer bittet, der empfängt!“

Es ist 7 Uhr morgens. Es läutet jemand an der Haustür. Früher klopfte man an die Tür, heute wird die elektrische Türklingel benutzt. Die türkische Nachbarin steht vor dem Haus. Sie ist in einer Notlage. Ihr Auto ist vor dem Ort stehengeblieben. Sie fragt an, ob ich ihr Auto abschleppen kann. Ich setze mich gleich ins Auto und fahr mit ihr zu ihrem defekten Fahrzeug. Gerne habe ich ihrer Bitte entsprochen. Seither hatten wir verschiedene Begegnungen miteinander und besuchten uns gegenseitig in unseren Wohnungen.

Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.So hat es Jesus in der Bergpredigt seinen Jüngern versprochen. Umgekehrt heißt es: wer nicht bittet, der empfängt auch nicht. Vielleicht haben Sie sich schon gewundert, dass Sie allein sind und Sie niemand besucht. Sie sind in Not, und niemand hilft Ihnen. Sie sehnen sich nach einem Begleiter, aber niemand kommt auf Sie zu. Liegt es vielleicht daran, dass Sie es nicht wagen, eine Bitte auszusprechen? Dieses Bibelwort vom Bitten können wir auch ganz praktisch in unserem Alltag anwenden. Wer allein zu Hause sitzt und dem fast die Decke auf den Kopf fällt, sollte sich überlegen, wen er zu sich einladen kann zu einer Tasse Kaffee oder zu einer einfachen Mahlzeit. Wer sich einen Begleiter für einen Ausflug wünscht, der fasse sich ein Herz und rufe jemand aus seinem Bekanntenkreis an. Wer sich in einer Notlage befindet, der bitte seinen Nachbarn um Hilfe. Sie werden staunen, wie sich Ihre Bitten erfüllen werden!

So erging es mir einmal, als ich mit einem orangenen Smart unterwegs war. Auf ihm stand: „Die kleinste Kirche der Welt“. Mit diesem Auto machten wir Werbung für eine ProChrist-Veranstaltung. Auf einer Autobahnraststätte sprach mich ein Hürdenläufer an, der bei den Olympischen Spielen 1988 eine Bronzemedaille gewonnen hatte. Wer dieser freundliche Ansprechpartner war, bekam ich erst später heraus. Bei meinen Nachforschungen stellte ich fest, dass der ehemalige Sportler Vorträge hält über Themen wie „Über Hürden zum Erfolg“. Ihn wollte ich unbedingt zu einem Vortrag in die Kirchengemeinde einladen. Kann ich einfach eine Bitte an ihn richten? Wird er überhaupt aufs Land in einen kleinen Ort kommen? Diese Fragen stellten sich mir. Ich erkundigte mich nach seiner Telefonnummer und rief ihn einfach an. Nach einigen Telefonaten sagte er schließlich zu. Sein Besuch in unserer Gemeinde wurde zu einem unvergesslichen Abend.

Es stimmt, wenn Jesus sagt: „Wer bittet, der empfängt!“ Das bezieht sich vor allem auf das Gebet. Wenn schon Menschen Bitten erfüllen, wie viel mehr wird Gott uns Gutes geben, wenn wir ihn nur darum bitten. Gott wird uns geben, was wir brauchen. Gott will, dass wir ihm alle unsere Anliegen und Nöte vertrauensvoll sagen. Er wird sich finden lassen und die Tür in seine Gemeinschaft öffnen. Letztlich geht es darum, dass wir Gott selbst begegnen, gerade auch in der Not. Nehmen Sie diese Zusage mit in den heutigen Tag: „Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“

Autor: Pfarrer Johannes Hruby

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Ermutigung

Immer mal wieder muss ich an ihn denken: den alten Herrn aus meiner Gemeinde, mit dem ich so manches wunderbare Gespräch geführt habe. Er hatte mir, dem Jüngeren, unendlich viel zu sagen. Lebensweisheit sprach aus seinen Worten. Gottvertrauen. Güte. Und eine gute Portion Humor.

Dabei hatte er eine Menge Schlimmes erlebt. Krieg, Gefangenschaft, Rückkehr ins Ungewisse. Dann, zu DDR-Zeiten, starke Anfeindungen im Betrieb. Weil er aus seinem Glauben an den Jesus Christus keinen Hehl machte. Weil er sich offen zu Jesus bekannte. Weil er andere anstiftete, Gott kennenzulernen.

Gott, der sein Gesicht in Christus zeigt. Dessen Worte trösten, stärken, Hoffnung geben. Eines dieser Kern-Worte, an dem er, der alte fromme Mann Zeit Lebens festhielt, heißt: „Fürchte dich nicht!“ Fürchte dich nicht, hatte Gott zuerst zu Josua gesagt, bevor der die Stadt Ai erobern sollte. In der Zeit, als Israel das Land eroberte, in dem Gott sie beheimaten wollte.

Ja, hab keine Angst! Du bist Kind Gottes. Seine barmherzige Hand liegt ausgebreitet über dir. Sie umgibt dich von allen Seiten. Sie bleibt unter dir der feste Grund, auf dem du stehen kannst.

„Fürchte dich nicht!“

Ich erinnere mich an ein Gespräch am Bett des alten Herrn, ein paar Tage vor seinem Heimgang, seinem Tod. Er erlebte noch seinen 92. Geburtstag.  Er war im Geiste klar, wenn auch die körperlichen Funktionen mehr und mehr ihren Dienst versagten. Ich hatte ihm einen Kartengruß mitgebracht.

Das Bildmotiv zeigte einen weiten Horizont, an dem die Sonne untergeht. Alles ist in ein warmes, rotes Licht getaucht. Sanft breitet es sich aus über dem See. Es berührt den Waldrand und am Uferrand trifft es den Betrachter. „Fürchte dich nicht!“ - so lautet die Botschaft am unteren Bildrand.

Er hielt diese Spruchkarte andächtig fest. Still schaute er. Und sprach dann leise: „Ja, fürchte dich nicht! Das ist es. `Amen!´ Kann ich nur sagen. Weil Jesus da ist. Darum können wir vertrauen.“ Eine Träne lief über seine Wangen. Er schloss die Augen. Und ich versuchte, diese Stille auszuhalten. Sie nicht mit Gerede zu überspielen. Halb dachte ich nach, halb betete ich. Sich nicht fürchten, nicht verzagen.

Mir ist die Kraft dieser Zusage des Herrn bewusst. Oft aber war mein Vertrauen darauf brüchig. Ich hab mich gefürchtet. Obwohl mir, Gott Lob, solche Wegstationen wie die meines geschätzten Gegenübers erspart geblieben sind. Ich lebe im Frieden, habe ein Dach über dem Kopf und auf dem Teller reichlich zu essen. Ich werde weder angefeindet, noch muss ich um meine berufliche Existenz bangen.

Trotzdem, die Angst kriecht durch die Ritzen und Spalten meines Lebenshauses wie Wasser, das nichts und niemand aufzuhalten vermag.

Da steht die Klärung eines Streites aus.


 Da bleibt offen, was übermorgen das Arztgespräch ergibt.


 Da muss die Prüfung gemeistert werden.


 Und manchmal hab ich das Gefühl, mein Tagespensum nicht zu schaffen.

Mitten hinein in die  Finsternis des bangen Herzes fällt dieser Ruf wie ein Lichtstrahl:


 „Verzage nicht! Fürchte dich nicht. Ich, der Herr, bin bei dir. Komme, was mag!“

Und dann kann ich aufbrechen, die Dinge angehen und – wenn ich zurückschaue -  weiß ich, dass mir mein Herr und Gott stets geholfen und mich gestärkt hat.

Plötzlich wird meine gedankliche Reise während der Schweigezeit am Bett durch ein tiefes Ausatmen unterbrochen. Er räuspert sich. Dann sagt er: „Die Tage gehen zur Neige. Wie die Nacht sein wird, weiß keiner. Aber ich freue mich auf das Licht meines Herrn, das niemals untergeht. Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich habe Jesus im Herzen.“

Diese Worte ergreifen mich. Offenbar sieht er´s mir an. Er lächelt mich an. „Du hast doch auch Jesus im Herzen.“ Ich nicke. „Na also, mein Freund! Hab unbeirrbare Hoffnung! Fürchte dich nicht und verzage nicht!“ 

Autor: Karsten Loderstädt

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Adventskalender

Wie schön: Erster Advent. Und weil er in diesem Jahr sogar auf den 1. Dezember fällt, darf heute das erste Türchen am Adventskalender aufgemacht werden. Hab ich noch vor mir. Die kleine Überraschung steht noch aus. Aber eine Entdeckung traf heute Morgen schon mein Herz. Nämlich das Wort aus dem Hebräerbrief. Mensch, was für einen Segenswunsch!

Der Gott des Friedens mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus!

Wie ermutigend! Ich muss das mehrmals lesen und hören, um es  zu verinnerlichen. Etwas Wunderbares ist nämlich im Blick: Das gesegnete Leben. In jedem Augenblick.

Nicht nur heute, am Sonntag, dieser besonderen Zeit im Wochenrhythmus. Weil doch jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist. Unser Herr, der gute Hirte und Hüter aller unserer Wege wurde vom Tode auferweckt.

Diese Botschaft steckt sogar in unserem heutigen Bibelvers mit drin. Er lautet in voller Länge: 

„Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unseren Herrn Jesus Christus von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig!“

Wir dürfen nicht übersehen, dass ein solcher Segenswunsch nicht nur ein Sonntags-, sondern dass er ein Alltagswort, ein Lebens-Wort sein soll.

Gott, von dem der wahre Frieden kommt, stärke uns in allem, was wirklich gut ist. Liegt´s allein an uns, das zu entscheiden? Was wirklich gut ist?

Luther übersetzt: „Gott mache euch tüchtig in allem Guten...“ Bedeutet: Gott zeigt uns maßgeblich durch die frohe Botschaft seines Sohnes Jesus Christus, was nicht nur an sich  g u t  ist, sondern was Jesus gefällt. 

Ich glaube, ihm gefiele nicht, dass wir womöglich den Advent einzig darauf ausrichten, ein perfektes Weihnachtsfest zu zelebrieren. Ein Fest, an dem die Geschenke der Knüller, der Baum ein Hingucker, das Essen wie vom Sterne-Koch sein wird. Auch um strikte Einhaltung von Tradition und Ritus muss es nicht in erster Linie gehen. Sondern: dass Jesus zur Welt kommt, darum dreht sich doch alles! Wie eine Pyramide auf dem Esstisch.

Jesus kommt. Doch nicht irgendwie und irgendwo abseits. In uns und durch uns will und wird er leben. Wie hat Jesus die Menschen gegrüßt, auf welche Weise begegnet er uns? Indem er spricht: „Friede sei mit dir!“

Das ist Jesu Wunsch: Wir mögen Friedensstifter sein. Denn Friedensstifter sind Brückenbauer. Freilich kostet das Kraft. Und Mut braucht es auch dazu. Aber beides bekommen wir durch den Segen geschenkt. Werden durch ihn ertüchtigt für diese Aufgabe, von der wir selbst einen großen Gewinn haben. Den Gewinn der Freude. Sicher, die Herausforderung steht: Das Gute zu wirken, den Frieden zu schaffen, verlangt von uns, dass wir uns zeigen. Verschlossen sein, führt nicht weiter. Jesus hat uns das vorgelebt. Er zeigte sich.

Zum Beispiel dem Groß-Betrüger Zachäus in seinem Versteck. Jesus ruft ihn heraus. „Bei dir will ich zu Gast sein. Lass uns reden. Friede sei mit dir!“ Jesus wendet sich ihm offen zu. Und Zachäus lässt sich berühren. Er öffnet Jesus zwei Türen: die seines Hauses und die seines Herzens.

Diese Begegnung verändert ihn völlig. Er handelt. Teilt seinen Besitz mit den Armen und Betrogenen. Er tut „....was Gott gefällt, durch Jesus, seinen Herrn.“

Lassen wir uns vom Herrn leiten, was wir Gutes tun können. Nicht nur heute, am Sonntag. Er stärkt uns. Geben wir seinen Frieden weiter in die Zerissenheit dieser Welt. Öffnen wir uns.

Apropos öffnen. Da war doch noch was? Na klar: der Adventskalender.

Autor: Karsten Loderstädt

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Sicherheit oder Vertrauen?

Autor: Pfarrerin Renate Schmidt

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Das wird ein Staunen geben!

Autor: Pfarrerin Renate Schmidt

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Am Ende?

Sind Sie selbst oder jemand, der ihnen nahesteht, schon mal am Ende ihrer Kräfte gewesen?  Es gibt die harte Diagnose des Arztes:  Krebs im Endstadium. Nach menschlichem Ermessen sei da nichts mehr zu machen.  Oder Sie haben von heute auf morgen die Kündigung durch ihren Arbeitgeber erhalten. Der Betrieb wird ins Ausland verlagert. Oder Sie werden nachts wach, weil Sie ihr Gewissen plagt. Der Streit war eskaliert und das Tischtuch scheint zerschnitten. Wohin soll ich mich wenden?  Wo kommt mir Hilfe her?   Viele fragen sich in solchen Lebenssituationen, ob der lebendige Gott noch da ist, ob er sich nicht im Gegenteil in seinem berechtigten Zorn gegen uns gewandt hat. Diese Erfahrung hat auch König David gemacht. Wir wissen nicht genau, was ihn hier plagt und bis ins Mark aufschreckt und entmutigt. Aber er weiß, wohin er sich in und mit seiner Not wenden muss. Er ruft völlig erschöpft zu seinem Gott und Herrn: Wende dich, Herr, und errette meine Seele, hilf mir um deiner Güte willen.

Damit ist er an der richtigen Adresse. Bei ihm reden wir nicht ins Leere. König David erinnert Gott an sein Versprechen, das er seinem Volk Israel damals am Sinai gegeben hat: Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hat.  Immer wieder hat der lebendige Gott so in das Leben einzelner Menschen und auch seines Volkes eingegriffen. Ja, es wäre wirklich unser Tod, wenn sich der lebendige Gott von seinen Menschen abwenden würde. Wie gut, dass er sich in Jesus Christus noch einmal ganz neu  uns zuwendet. Der heilige Gott kommt in Jesus herunter und teilt unser Leben mit allen Höhen und Tiefen. Er kommt in einem geborgten Futtertrog und Stall zur Welt. Gleich nach der Geburt ist er mit seinen Eltern auf der Flucht. Am Höhepunkt seiner Wirksamkeit wird er von einem seiner Freunde verraten. Er wird gefangen genommen, verlacht, verspottet, gefoltert und schließlich stirbt er qualvoll am Kreuz draußen vor den Toren Jerusalems. Tiefer geht es nicht mehr. Die Todesart des Kreuzigens war die damals schlimmste Art. Die Römer als Besatzungsmacht hatten sie nur für Unmenschen, für Sklaven, für Menschen ohne Rechte vorgesehen. Aber auch am Kreuz hört Jesus nicht auf, sich zu uns zu wenden: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun, ruft er unter Schmerzen aus. Lass nicht ihr letztes Wort, Vater, dein letztes Wort sein. Der Vater im Himmel hört sein Rufen und er weckt ihn als ersten am Ostermorgen aus dem Grab auf, der nicht mehr stirbt. Damit ist die entscheidende Rettung und Befreiung geschehen. Jetzt rufen und schreien wir nicht mehr umsonst. Jetzt sind wir nie mehr allein, auch wenn es noch so knüppeldick in unserem Leben kommen mag. Jesus ist da. An ihn dürfen sie sich heute wenden. Mit ihm dürfen sie ringen auch in ihrer Not. Und vielleicht ganz ehrlich klagen: Herr ich kann nicht mehr. Ich bin erschöpft. Zu ihm dürfen wir auch kommen, wenn uns unsere Schuld in einer ruhigen Minute vor Augen steht und wir darüber erschrecken. Das gilt auch dann, wenn sie vielleicht lange Zeit gar nicht an Gott gedacht haben.

So wie König David dürfen wir beten: Wende dich, Herr, und errette meine Seele, hilf mir um deiner Güte willen. So erfahren wir neu: Gott hört unser Gebet.  Er hält uns fest, auch wenn wir keine Kraft mehr haben, uns bei ihm fest zu halten. Er wendet sich uns zu, auch wenn wir zur Zeit keinen Durchblick in unserem Leben haben. Er schenkt uns tiefen Frieden in die Unruhe unseres Lebens.

 

Autor: Matthias Rapsch

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