ERF Plus - Wort zum Tag

Ohne Ansehen der Person

Beim Kirchessen nach dem Gottesdienst nimmt mich meine Küsterin beiseite. „Ich bin euch so dankbar“, sagt sie, „dass ihr meinen Helmut so in die Gemeinschaft mit aufnehmt.“ Ich bin erstaunt. Ja warum sollten wir ihn denn nicht aufnehmen? „Weißt du, mit dem Gottesdienst hat er’s ja nicht so, und er hatte unheimlich Angst vor den ganzen Intellektuellen in der Gemeinde, da kann er einfach nicht mitreden. Aber ihr nehmt ihn so selbstverständlich mit hinein, das gibt ihm das Gefühl, er gehört wirklich dazu.“ Ja, in der Tat gehört ihr Mann Helmut dazu. Denn ohne seine praktischen Fähigkeiten wären wir oft aufgeschmissen. Stimmt, er kommt selten in den Gottesdienst, damit kann er nicht so viel anfangen. Aber jeden Sonntag backt er einen Kuchen für den Kirchkaffee. Und direkt nach dem Gottesdienst steht er auf der Matte, schleppt Wasserkisten, stellt gebrauchte Tassen weg, räumt die Spülmaschine ein, repariert klemmende Türen. Er ist einfach unbezahlbar.

Tatsächlich habe ich aber schon häufiger beobachtet, dass Christen sich an anderen messen und selber ihrer Meinung nach dabei schlechter abschneiden. Nicht so wortgewandt, nicht so gläubig, nicht so musikalisch. Nicht so moralisch korrekt. „Also, so frei beten wie der Thomas, das kann ich nicht“, meinte kürzlich einer. „Das musst du auch nicht“, sagte ich, „aber Thomas hat zwei linke Hände, du dagegen kannst unsere kaputten Stühle im Gemeindehaus leimen.“

Bei Gott zählt der Akademiker nicht mehr als der Arbeiter am Fließband. Der Reiche nicht mehr als der, der seine Rente mit Sozialhilfe aufstocken muss. Die bildschöne Sängerin mit Sex-Appeal nicht mehr als die überarbeitete berufstätige Mutter von vier Kindern. Gott urteilt ohne Ansehen der Person. Und er möchte, dass wir das auch tun. „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber der Herr sieht das Herz an“ (1. Sam 16,7). Das war in diesem Jahr Top 1 bei den Konfirmationssprüchen meiner Konfis. Vier von zehn wollten ihn haben. Ich fand das beeindruckend. Meine Konfis haben begriffen, dass bei Gott nicht der äußere Schein zählt. Und das in einer Zeit, in der Menschen sich auf YouTube und Instagram präsentieren und Follower sammeln. Heidi Klum mit Kaffeetasse im Bett. Jennifer Lopez ungeschminkt. Meine Konfis scheinen das zu durchschauen: Das ist so eine Pseudo-Ehrlichkeit, in Wahrheit ganz bewusst gesteuert. Menschen vermarkten sich und zählen ihre Likes. – „Der Herr aber sieht das Herz an.“ Ohne Ansehen der Person. Das hat schon der Prophet Samuel in der Bibel gemerkt. Unter acht Brüdern  sollte er einen neuen König für Israel aussuchen. Er hatte seinen Favoriten auch gleich im Blick, den Ältesten, gut aussehend und führungsstark. Aber Gott sagte: Nein, Fehlanzeige, der nicht. Und das galt auch für sechs weitere Brüder. Übrig blieb der Kleinste, David, den keiner für voll nahm. Nach außen machte der nichts her. Aber eins hatte er den anderen voraus: Sein Gottvertrauen. Mit Gottes Hilfe hatte er sogar den gefährlichen Riesen Goliath besiegt.

Gott urteilt ohne Ansehen der Person. So wie es auch im Jakobusbrief heißt: „Haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.“ Jakobus 2,1

Ihm ist es egal, ob jemand nach außen gut rüberkommt. Gott sieht das Herz an. Danach sehnen sich meine Konfis: Einen, vor dem ich meine Ängste nicht verstecken muss. Der sich freut, wenn mein zartes Glaubenspflänzchen wächst. Die, die Fenster putzt, schätzt Gott genauso wie diejenige, die gut predigen kann. Meine Konfis  haben begriffen: Gott interessiert es nicht, ob sie cool rüberkommen. Ihm kommt es darauf an, ob sie mit dem Herzen dabei sind. Bei ihm und seinem Sohn Jesus Christus.

Autor: Pastorin Luitgardis Parasie

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„Du kannst neu beginnen!“

Heute nehme ich Sie - in Gedanken – mit in eine wunderschöne, orientalische Stadt im syro-afrikanischen Graben in der Nähe des Toten Meeres in Israel. Manche sagen, diese Stadt ist die älteste befestigte Stadt der Welt. Sie liegt ca. 250 Meter unter dem Meeresspiegel und ist eine bedeutende Siedlung mitten in der Wüste. In der Bibel hat sie eine große Bedeutung. Möglicherweise ahnen sie längst: Es geht um die Palmenstadt Jericho mit ihren herrlichen Früchten, Palmbäumen und Wasser in der Wüste. Dies ist ein Ort zum Rasten und zum Genießen. Dies war schon in der Zeit der Bibel so. Handelskarawanen machten Rast und fromme Pilger auf dem Weg nach Jerusalem besuchten diesen bedeutenden Ort.

So zieht auch Jesus mit seinen Jüngern und anderen Freunden, die mit ihm unterwegs waren, durch Jericho. Er ist auf seinem letzten Weg zur Passion in Jerusalem,  und hier in Jericho zeigt er noch einmal ganz konkret seinen Auftrag, seine Mission von Gott. Und zwar sagt Jesus im Lukasevangelium Kapitel 19, Vers 10:

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Jesus spricht mit dem alttestamentlichen Titel „Menschensohn“ von sich selbst.

Dieser Satz hat eine spannende Vorgeschichte:

Auf der Hauptstraße in Jericho begegnet Jesus einem verlorenen Menschen. Er heißt Zachäus und gehört als Zollchef zur Oberschicht der Stadt. Es wird extra beschrieben, dass er sehr reich war. Reich und trotzdem ein sehr verlorener Mensch. Wie passt das zusammen? Er war in der jüdischen Gemeinde abgestempelt, weil er mit der verhassten römischen Besatzungsmacht zusammenarbeitete. Korruption gehörte zu seinem Alltagsgeschäft. Nein, gute Freunde hatte er nicht. Aber in ihm bohrte eine tiefe Sehnsucht nach echtem Leben und nach Glück.

Zachäus könnte heute in unserer modernen Wohlstandswelt leben. Reich, aber einsam. Was mir an diesem Zollchef gefällt: Er will Jesus kennenlernen. Zwar noch auf Distanz, aber voller Interesse. Als Jesus dann durch Jericho zieht, bleibt er unter dem Baumversteck des Zachäus stehen. Er ruft den Zöllner bei seinem Namen, d.h. er meint ihn persönlich und nimmt ihn wirklich ernst. Später im Wüstenbungalow des Zollchefs ist Jesus beim Freudenfest dabei. Jesus gibt diesem abgestempelten Mann eine ganz neue Chance zum Glück.

Diese Erfahrung in Jericho ist bis heute aktuell. Wir erleben keine abgestandene alte Story. Jesus, der auferstandene Herr, will jedem von uns heute persönlich begegnen. Es gilt seine Zusage: Du kannst neu beginnen! Ich will dir deine Schuld vergeben!

So sucht uns Jesus in unserem Versteck. Er kennt doch die Wünsche nach echtem Leben - einem Leben, das gelingt. Er will, dass Freude in unseren Alltag hineinkommt. Deshalb ruft er uns heute ganz persönlich mit unserem Namen.

Keiner muss verloren gehen, weil Jesus uns aus den Dunkelheiten und dem Frust des Lebens herausruft. Er will Sie jetzt – liebe Hörerinnen, liebe Hörer - neu segnen.

Autor: Hans-Martin Stäbler

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Die Zukunft der Gemeinde

Heute geht es um Zusagen aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung. Manche haben das Buch der Offenbarung als Spekulationsschreiben missbraucht oder ganz auf die Seite gelegt. Für andere ist dieses Buch irgendwo mysteriös und unnahbar. Dabei brauchen wir ja alle ein Zielbild für unser Leben, damit wir mutig Schritte gehen können und Trost erfahren in unserer Welt, die immer mehr aus den Fugen gerät.

Also, Johannes, der Schreiber der Offenbarung, öffnet uns heute den Blick für Gottes neue Welt und auch für die Zukunft der Gemeinde. Dies tut er besonders in den sieben Sendschreiben am Anfang seines Buches. Es geht um ein überzeugendes Leben der Christen und ihrer Gemeinden mitten in einer säkularen Zeit. Dabei kommen im Klartext Lob und Tadel zur Sprache.


  

Im Schreiben an die Gemeinde von Philadelphia lesen wir in Offenbarung 3,7-8:

"Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, und der zuschließt, und niemand tut auf: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet."

Jesus Christus ist der neue König David. So verstanden es die ersten Christen. Er selbst sagte es: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden“.

Jesus hat also die Schlüsselgewalt von seinem Vater übertragen bekommen. Er hat die Macht des Königs. Das will Johannes aufzeigen.

Ich finde es aufregend, wenn der heilige Gott zu der kleinen und schwachen Gemeinde in Philadelphia sagt: Ich schenke euch eine offene Tür! Eine offene Tür zu den Menschen in eurer Stadt, in eurer Umgebung. Eine offene Tür ins gesellschaftliche Leben. Eine offene Tür zu den Kindern, zu den Familien, zu den Singles, zu den Alten und Jungen. Eine offene Tür zu den Kranken und Beladenen. Eine offene Tür zu Menschen, die echtes Leben suchen. Eine offene Tür, sodass die Kraft des Heiligen Geistes durchfließen kann.

Wir entdecken: Wachstum und Segen in den christlichen Gemeinden und in  christlichen Werken hängen nicht zuerst von menschlicher Leistung, von der Kreativität und von dem Glauben, den Sie und ich aufbringen, sondern von der offenen Tür, die Gott für das Wirken seines Geistes schenkt. Dass wir uns mit unserem Engagement nicht so wichtig nehmen. Das zeigt dieser Bibeltext.

Drei Akzente sind dabei für Gott entscheidend:

1. Die kleine Kraft. Das heißt doch, baut nicht auf eure eigenen Kräfte. Gott kann mit unserer kleinen Kraft Großes wirken.

2. Gottes Wort bewahren. Das heißt: die Bibel aufschlagen, und genau hinhören, wenn Gott redet.

3. Jesus bekennen in einer säkularen Zeit. Dies ist und bleibt eine gewaltige Herausforderung, gerade auch in unseren Tagen.

Heute hören wir eine gewaltige Zusage: Die Türe zum Herzen Gottes ist offen. Ich finde, das ist ein Grund heute fröhlich diesem Herrn zu vertrauen und mutige Schritte zu wagen.

Autor: Hans-Martin Stäbler

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Panta rei - alles fließt?

Zu Beginn meines Theologiestudiums musste ich die Altgriechische Sprache lernen. Das war Teil eines Weges, um einmal Pfarrer werden zu können. Mein Griechischlehrer hatte die Angewohnheit, einen griechischen Spruch regelmäßig zu wiederholen: „Panta rei“ – „alles fließt“. Der griechische Philosoph Heraklit soll das gesagt haben. Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln.

Wenn ich in die Zeitung schaue, dann habe ich das Gefühl, dass Heraklit vielleicht Recht hatte. Die Tagesereignisse erscheinen manchmal wie ein Strudel. Ob Klimawandel oder Fluchtursachen, ob Kriege oder wirtschaftliche Veränderungen – Alles fließt, nichts bleibt…

Ich kenne Menschen, denen genau dieser fließende Wandel Angst macht. Ich möchte ein Beispiel nennen. Die zu erwartenden Umwälzungen in der deutschen Autoindustrie sind enorm. Ein Arbeitsplatz, der sicher schien, ist auf einmal mitten im Strudel der Veränderung.

Ich habe einen jungen Familienvater vor Augen, tätig in guter Position in der Automobilindustrie.  Vor sechs Jahren hat er mit der Familie ein eigenes Haus gebaut. Die Schuldenmauer ist noch hoch. Und jetzt? Wird der Zukunftsplan aufgehen? Die Ängste kriechen zaghaft, aber stetig in die Seele hinein…

„Panta rei“ – „alles fließt“. Das Bibelwort aus dem 41. Kapitel des Propheten Jesaja ist ein starker Widerspruch gegen die Angst: Gott spricht: „Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin's, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe.“

Die Menschen, denen Jesaja dieses „Mutmachwort“ entgegenruft, hatten auch das Gefühl, das alles im Fluss sei. Sie hatten eine Vertreibung miterlebt. Die Menschen damals vor über 2500 Jahren waren sich nicht mehr sicher, ob sie Gott noch vertrauen können. Zu prägend waren die Erfahrungen der Veränderung. Sollte ein Gott, der solch eine Zerrüttung eigener Sicherheit zugelassen hatte, es wirklich gut meinen…?

Gott lässt den Menschen damals durch Jesaja ausrichten: Ich verändere mich nicht. Mein Wesen bleibt gleich. Es mag sein, dass die Welt sich verändert. Vieles ist im Fluss – Gott nicht. Er ist der Fels in der Brandung, das gute Fundament, auf dem jeder Mensch sein Lebenshaus bauen kann. Gottes Wesen ist Liebe und Treue. In Jesus hat Gott seine Liebe durch den Tod und die Auferstehung besiegelt. Es gilt bis in die Ewigkeit hinein: Gott bleibt derselbe.

Vielleicht stehen sie mitten in Veränderungen drin – so wie der Familienvater, der sich mit dem Hausbau über beide Ohren verschuldet hatte.

Vertrauen Sie Jesus ihre Sorgen an. Behalten Sie ihre Not nicht für sich.  Gott weiß, was Sie an Sicherheit brauchen. Er ist der treue Gott geblieben – trotz aller Veränderungen in dieser  Welt.

Autor: Pfarrer Andreas Hannemann

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Ernüchtert und doch Frieden

2019 gab es die Jahreslosung aus Psalm 34: Suche Frieden und jage ihm nach. Das war ein Bibelwort, das mich angespornt hat. Frieden ist möglich – Frieden ist nicht nur ein Traum. Jage ihm nach – versuche alles in deiner Kraft Stehende, um Frieden zu ermöglichen…

Mir sind Gemeindeglieder begegnet, die zu Beginn des Jahres 2019 ganz euphorisch waren. Super Jahreslosung! So praktisch. Man wird zum Handeln aufgefordert.

Zum Jahresende 2019 hörte ich dann aber auch nachdenkliche Stimmen. Suche Frieden und jage ihm nach… ja, schön, wenn es immer so einfach wäre. Man bemüht sich um Frieden, aber es entsteht kein Frieden. Worte, die versöhnlich gemeint waren, wurden vom anderen nicht verstanden. Der Graben der Unversöhnlichkeit reißt tiefer auf… Ich habe Menschen vor Augen, die hilflos auf Konflikte in ihrer Familie schauen. Wie gerne würden sie Frieden stiften, aber es entsteht kein Frieden. Ein Bibelvers aus dem 2. Thessalonicherbrief verändert die Perspektive: Paulus schreibt: „Der Herr des Friedens gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise.“

Jesus ist der Herr des Friedens. Er ist der Handelnde. Wie wurde Jesus zum Herrn des Friedens? Durch sein Sterben am Kreuz und durch seine Auferstehung. Am Kreuz kommen alle gottfeindlichen Mächte zum Schweigen. Hier ist der Ort, wo Sünde und Schuld abgetötet werden. Konkret bedeutet das: Wenn ich Unfriede erlebe - etwa in meiner Familie - darf ich diesen Unfrieden ans Kreuz heften. Dabei möchte ich mir von Jesus die Augen öffnen lassen. Wo war ich selbst für den Unfrieden verantwortlich? Was habe ich zum Unfrieden beigetragen? Brauche ich Schuldvergebung? Und dann darf ich mir von Jesus, dem Herrn des Friedens, Kreativität und einen langen Atem schenken lassen, den Frieden zu suchen.

Aber auch dann, wenn der andere keinen Frieden will, wenn nach menschlichem Ermessen kein Frieden möglich ist, bleibt Jesus der Herr des Friedens.

Jesu Frieden ist immer größer als jeglicher menschliche Unfriede. Zu Jesus kann ich auch gerade dann kommen, wenn alle menschlichen Friedensbemühungen gescheitert sind.

Besonders hart trifft einen der Unfriede ja dann, wenn der Tod jede Möglichkeit beendet hat, noch nach Frieden zu suchen. Geschwister haben sich z. B. im Streit getrennt. Über die Jahre hinweg war keine Versöhnung möglich. Im Unfrieden stirbt einer der alt gewordenen Geschwister. Er lässt trauernde und belastete Menschen zurück. Sie spüren: Sie werden den Rest ihres Lebens mit dem inneren Unfrieden leben müssen.

Der Zuspruch des heutigen Bibelverses gilt auch dann: „Der Herr des Friedens gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise.“

Jesus ist für allen Unfrieden in dieser Welt ans Kreuz gegangen. Selbst für die Situationen im Leben, in denen es keine Chance auf Frieden mehr gibt. Jeden Unfrieden darf ich ans Kreuz heften und Jesus um Frieden bitten.

 

Autor: Pfarrer Andreas Hannemann

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Ist unsere Zukunft hoffnungslos?

Wenn ich die täglichen Meldungen in den Medien lese, wird mir schwindlig:

Zerstörerische Umweltfaktoren und Misswirtschaft führen zum Klimawandel, der sich auch in meiner Wahrnehmung immer deutlicher abzeichnet. Tiersterben, Waldsterben, Korruption, Hunger und Verelendung ganzer Länder in Folge von Krieg und Tod. Ich erkenne die Hilflosigkeit des Menschen, angesichts dieser zerstörerischen Gewalten, die nicht zuletzt die Lebensgrundlage des ganzen Planeten bedroht. Die Antwort der Supermächte auf diese brennenden Fragen sind weniger Hilfe und Umdenken, sondern neue Aufrüstung, neue und noch wirkungsvollere Atomwaffen -  ist Zerstörung wirklich die letzte Antwort? Wie gehen Sie mit solchen Informationen um? Belastet Sie das auch so?

Ich leide unter diesen hoffnungslosen Aussichten für unsere Zukunft. Für mich ergibt sich die Frage: Sind wir noch zu retten? Wird es jemals dazu kommen, dass die Welt anders wird? Ist der Mensch überhaupt dazu in der Lage, seine Verantwortung gegenüber anderen Menschen, den Tieren oder der gesamten Schöpfung wahrzunehmen? Es sieht eher danach aus, dass diese Welt in Chaos, Anarchie und Zerstörung endet.

Trotz dieser düsteren Aussichten heißt es in der Bibel im Brief an die Römer, Kap.15,13: „Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung in der Kraft des heiligen Geistes!“

„Wie kann Paulus anhand der düsteren Tatsachen in unserer Welt so von Hoffnung sprechen“, werden Sie sich fragen. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die diesen Frieden und diese Freude in ihrem Glauben gefunden haben. Ein Glaube, der Hoffnung freisetzt. Ist das deren naives Wunschdenken oder ist da wirklich was dran?

Es ist der Glaube an Gott, der seine Welt und seine Menschen nicht vergessen hat. Es ist der Glaube, dass Gott mit der Welt noch was vor hat. Es ist der Glaube, dass der Messias, also Jesus Christus, erneut in diese Welt zurückkommt. Dass er die Dinge wieder ins rechte Gleichgewicht bringt. Dass er diese Welt gerecht und in Fürsorge für seine Menschen regieren wird. Dass er Gottes Gebot, die Schöpfung zu bewahren ernst nimmt und sie nicht ausraubt. Dass er einen Frieden schaffen wird, zu dem wir Menschen nicht fähig sind.

Ich persönlich glaube, dass es so kommen wird. Warum? Die Bibel ist voll von Worten, die diese Zukunft beschreiben. Kompromisslos. Eindeutig. Ich kann nicht anders: Wenn ich Gott glaube, ernst nehme, was er sagt, glaube ich, dass es so kommen wird. Es ist befreiend, wenn ich glauben kann, angesichts dieser ganzen Informationen, die mich belasten und runter ziehen. Ich erlebe immer wieder diese Freude und den Frieden, von dem der o.g. Text spricht. Gott gibt seinen Leuten, die an ihn glauben, seinen Geist, der auch in meinem Herzen die Überzeugung wirkt: Es stimmt! Es ist die Wahrheit! Es ist die andere Realität eines glaubenden Menschen. Es ist schon etwas seltsam: Ich leide an den Gegebenheiten und habe trotzdem Freude und Friede. „Ist doch total schizophren“, höre ich den ein oder anderen Zuhörer sagen. Und Sie haben gar nicht so Unrecht. Aber es ist keine kranke Schizophrenie, es ist eine höchst gesunde Krankheit. Hoffnung prägt mein Leben und gibt mir Kraft und Zuversicht bei aller Angst.

Ich kann mich daran festhalten. Ich muss keine vagen Hoffnungen oder Vermutungen haben, wie: „Wird schon nicht so schlimm!“ oder „Alles wird gut“. Es gibt viele Möglichkeiten, mit schlechten Nachrichten umzugehen. Verdrängen und Verleugnen sind auch dabei.

Aber ich ziehe diese Hoffnung vor, die der Gott der Hoffnung mir gibt. Das ist etwas Konkretes und für mich etwas absolut Vertrauenswürdiges. Mein Leben ist durch diese Hoffnung lebenswert geworden. Wie geht es Ihnen damit?

Autor: Werner Karch

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Wem gebe ich Rechenschaft?

„Wenn ich Chef wäre, würde ich alles ganz anders machen!“ Das habe ich oft gehört, gedacht und auch selbst gesagt.

Mein Chef gibt mir klare Anweisungen, was ich tun soll. Wie ich meine Arbeit in seinem Sinne und damit zum Wohl des Betriebes ausführen soll. Von mir aus würde ich bei manchen Dingen anders handeln – aber: ich bin an meinen Auftrag, bin an meinen Chef und seine Anweisung gebunden.

Ich habe die Verantwortung übernommen, in seinem Sinne zu handeln. Je nachdem wie ich diese Verantwortung wahrnehme, werde ich von ihm beurteilt. Mache ich meine Sache gut in seinem Sinne, werde ich höchstwahrscheinlich Lob erhalten. Verhalte ich mich darüber hinaus loyal, verlässlich und treu ihm gegenüber kann ich evtl. mit seinem Vertrauen rechnen.

Bin ich hingegen nachlässig in meinem Inneren gegen ihn oder schade dem Betrieb, werde ich höchstwahrscheinlich nicht mehr lange dort sein. Kein Chef lässt sich so etwas gefallen. Eine grundlegende Lebenswahrheit ist: Ich bin immer jemandem verantwortlich. Das ist in der Ehe, in Beziehungen und Freundschaften nicht anders. Auch bei Gott nicht. Die Bibel, das Buch Gottes, spricht davon, dass er mich geschaffen und mir für mein Leben eine Verantwortung gegeben hat, Gutes zu tun. Es ist nicht beliebig, was ich damit anfange. Ich habe wohl oft eine freie Wahl, kann mich entscheiden – aber die Verantwortung bleibt bei mir. Ver-ant-wortung heißt im weiteren Sinne Antwort geben, dem, der sie von mir verlangt.

Gott hat dem Mensch ins Herz gelegt, das Gute zu tun, weil er selbst gut ist. Bereits in den zehn Geboten, die dem Volk Israel vor langer Zeit gegeben wurden, ist deutlich erkennbar:

„Als meine Leute, tut dem anderen nicht Böses, verletzt nicht, hasst nicht, betrügt nicht und tötet sie nicht. So will ich es!“ Er hat diesen Auftrag an den Menschen durch Jesus Christus nochmal bekräftigt, diesmal für alle Menschen der Welt, die an ihn glauben: „ Mein Wesen ist die Güte, die Liebe, die Barmherzigkeit und die Geduld – bitte tut dasselbe!“

Gott hat nicht zum Spaß geredet, es ist ihm ernst. So ernst, dass er uns die Freiheit aber auch die Verantwortung in die Hand gegeben hat. Es ist ihm so wichtig, dass er es als Spott empfindet, wenn er nicht ernst genommen wird. Wenn der Mensch es so macht, wie er selbst will.

Wenn er nicht nach Gott fragt. Wenn er sich nichts von Gott sagen lässt.

Deshalb steht im Brief an die Galater, Kapitel 6, ‚Vers 7 die Warnung: „Irrt Euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten, was der Mensch sät, wird er ernten.“ Das klingt hart.  Das heißt, der Mensch muss Gott Rechenschaft darüber abgeben, was er getan hat. Hat er im Sinne seines Schöpfers, seines Erlösers, nach seinem Wesen und Auftrag gehandelt? Oder hat er sein eigenes Ding gemacht, ohne nach Gott zu fragen? Was kam dabei raus? Wie ist sein Leben gelaufen?

Was hat er daraus gemacht? Gut, wenn ich darüber Bescheid weiß und eine Antwort geben kann, nach meiner Verantwortung.

Dieses Rechenschaft geben höre ich nicht gerne. Es kommen mir Bilder vom harten Chef, dem nie etwas recht ist, der kein Lob kennt und nur beurteilt nach eigenen willkürlichen Maßstäben.

Aber: Gott ist zum Glück anders. Er lässt mich nicht alleine, wenn ich mein Leben vor ihm verantwortlich leben will, wenn ich manche Dinge unterlasse, die er nicht will und manche Dinge mache, weil er will.

Er gibt mir Hilfe, Unterstützung und fördert mich in den Dingen, die ich doch gerne von Herzen gut machen möchte, aber oft nicht schaffe. Das gibt mir Trost und lässt mich ohne Angst und Druck mein Leben leben.

Ich vertraue Gott, ebenso wie Gott mir vertraut, dass ich seine Sache gut machen will. Seine besondere Liebe, die will, dass mein Leben gelingt zu seiner Ehre.

Autor: Werner Karch

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Der heimliche Herr der Welt

Irgendwann im Leben begegnet jeder Mensch einmal dem Tod. Das ist dann nicht irgendein fremder Tod, der mich nichts angeht, sondern das wird mein Tod. Auf vielfache Weise nähert er sich, durch Verlusterfahrungen jeder Art, durch das Sterben anderer, durch eigene Krankheiten und Begrenzungen oder irgendwie. Plötzlich erschrecke ich und merke: Mein Leben ist begrenzt und dagegen kann ich nichts machen.

Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Gegen ihn hilft kein Trick und kein Verhandeln, kein Betteln, keine Weisheit, kein Geld, kein Verstecken und kein Leugnen.

Egal, er kommt zu jedem. Zu Königen und zu Bettlern, zu Gläubigen und Ungläubigen, zu Frauen, Männern, Kindern und Greisen. Es gibt keine Möglichkeit, sich selbst und den eigenen Tod zu überleben. Wir ahnen und wissen, dass er irgendwann alles zerstört.

Im Brief an die Hebräer steht im Kapitel 2 Vers 15 „Jesus erlöste die, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.“

Hier wird gesagt, dass der Tod doch nicht der heimliche Sieger und Herr der Welt ist.

Er hat sich damals auf Golgatha mit dem wirklichen Herrn der Welt angelegt, mit dem Sohn Gottes. Der Sieger über den Tod trägt den Namen Jesus Christus. Er ist am Anfang unserer Zeitrechnung geboren, wurde unter Pontius Pilatus gekreuzigt und ist am dritten Tage auferstanden. Er ist Herr über Zeit und Ewigkeit. So bekennen Christen es im Glaubensbekenntnis.

Damit gibt es ein Tor zum Leben mit der Aussicht auf die herrliche Freiheit der Kinder Gottes.

Der Tod kann Christen nicht mehr zu seinen Sklaven machen. Sklaven sind Menschen, die im Besitz eines Herren sind und damit sein Eigentum.

Wer Jesus Christus freiwillig zu seinem Herrn macht, ist aus dem Sklaventum des Todes freigekauft. Der Tod ist nicht mehr sein Herr. Der heimliche Herr der Welt ist nicht mehr der Herr über die, die Jesus Christus befreit hat. Jesus schenkt Leben, ewiges Leben durch den Tod hindurch.

Die Angst bleibt, aber der Sieg ist schon errungen.

Von einem Mönch wird folgende Geschichte erzählt. Er verkündigte, dass Gott der letzte Herr der Welt sei und nicht der König, der das beanspruchte.

Der König machte ihm den Prozess und drohte. „Ich lasse dich in Ketten legen“. „Auch dann bin ich frei in Christus“, antwortete der Mönch. - „Ich werfe dich in einen finsteren Kerker“. -„Auch dort regiert Gott“, antwortete der Mönch. - „Dann lasse ich dich töten“, sprach der König. - „Dann bin ich endlich bei dem, der mich erlöst hat“, war die Antwort des Mönchs.

„Wenn ich dich nicht binden, einsperren und töten kann, dann lasse ich dich frei“, sprach der König und beendete den Prozess.

Aus Knechten des Todes werden freie Kinder Gottes.

 

Autor: Hartmut Völkner

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„Das ist so sicher, wie das AMEN in der Kirche!“

„Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche“, sagt ein altes Sprichwort.

Ja, das Amen kommt in jedem Gottesdienst 5-6 Mal vor und es bedeutet: „Ja, so ist es“!


 Das Wort AMEN kommt aus dem hebräischen Wortstamm „aman“, und man kann es mit fest, sicher, beständig und zuverlässig oder auch glauben übersetzen. Glauben ist die Begegnung zweier zuverlässiger Partner. Ein Partner ist Gott, der andere der Mensch. Gott bietet an, dass wir uns auf ihn verlassen und der Mensch sagt dazu sein „Ja und Amen“. Oder auch nicht.

Im Jesajabuch Kapitel 7 Vers 9 sagt der Prophet zu dem König Ahas in Jerusalem und zu seinen Beratern: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.“

Zwei Mal kommt der Wortstamm „aman“ in dem Prophetenwort vor. Einmal übersetzt als „Glauben“ und einmal als „bleiben“.

Jesaja spricht im 8. Jahrhundert vor Christus in eine brisante politische Situation hinein. Der König Ahas steht unter politischem Zugzwang, mit Verbündeten gegen das neuassyrische Großreich zu kämpfen. Ahas entscheidet sich für den Krieg.

Der Prophet Jesaja hatte einen konkreten politischen Gegenvorschlag: Abwarten und auf Gott vertrauen. Der König Ahas und die Berater hörten nicht auf Jesaja. Da sagte Jesaja diesen bemerkenswerten Satz: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.“

Gottes Gebot stellte sich gegen strategische Überlegungen. Ahas hörte nicht auf Gott. Er glaubte ihm nicht.

Heute leben wir in einer Gesellschaft, die überwiegend nicht mehr an Gott glaubt und sich auch nicht mehr auf ihn verlässt.

Meinungen, Absprachen und Mehrheiten bestimmen, was gemacht wird. Der verlässliche Gott wird verneint und so gibt es kaum festen Grund unter den Füßen. Retten kann aber nur der, der sich auf ein festes Fundament verlässt, auf den lebendigen Gott und sein Wort.

Festen Grund, das brauchten auch die Retter in Panama City.

Zwei Jungen spielten am Strand und wurden durch eine starke Strömung aufs Meer hinausgezogen. Die Eltern bemerkten das und schwammen trotz Warnungen den Kindern hinterher. Alle gerieten in die starke Strömung und die ganze Familie drohte aufs offene Meer hinausgezogen zu werden. Ein Pärchen am Strand erkannte die Situation. Die Frau nahm sich eine Schwimmhilfe und paddelte hinaus, während der Mann eine Menschenkette organisierte, an der sich später 70 Personen beteiligten und die 90 Meter lang wurde. Einige standen auf dem sicheren, festen Grund des Strandes und andere schwammen auf dem mehr als 4 Meter tiefen Wasser. Sie erreichten die Kinder und deren Eltern. An der Menschenkette konnten alle weitergereicht werden bis zum sicheren Ufer.

Wenn wir den festen Grund und Glauben haben, können wir auch andere zum sicheren Ufer ziehen.

Was vor 2800 Jahren galt, bleibt immer gültig: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.“

In Gott finden wir Halt. In Jesus reicht Gott uns die Hand, um uns aus gefährlichen Strömungen zu retten. Das ist so sicher, wie das AMEN in der Kirche.

Autor: Hartmut Völkner

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Befreit

Sie hatte sich befreit. Von dem narzisstischen Gewaltherrscher, der sie einmal verzaubert hatte. Der sie auf Händen getragen hatte. Aber nur, damit sie ihn bewunderte. Überhaupt war es wohl das, was er immer und überall und von jedem einforderte: Bewunderung. Als ihre Bewunderung kleiner geworden war, weil mehr und mehr die dunklen Seiten seiner Persönlichkeit zum Vorschein gekommen waren, hatte er sie mit denselben Händen, mit denen er sie früher getragen hatte, geschlagen. Endlich hatte sie sich befreit. Oder besser: Hatte sie sich befreien lassen. Denn alleine kommt man aus einem solchen Gefängnis nur selten wieder raus. Sie hatte menschliche Hilfe. Weise Berater. Beherzte Freunde. Und sie hatte Gott. Den Befreier.

Dann hatte sie ihn getroffen. Der war so wie er, von dem sie sich befreit hatte, auch gewesen war in den ersten Monaten ihrer Beziehung. Charmant. Gewinnend. Verführerisch. Er hatte sie auf Händen getragen. Bis - sie eines Tages merkte, dass sie auf dasselbe böse Spiel herein gefallen war. Sie hatte das eine Gefängnis verlassen, um in einem anderen zu landen.

So geht das oft und leider immer wieder. Weil die alten Muster sich tief in unsere Seele eingebrannt haben und wir meist gar nicht anders können als uns nach ihnen zu richten in unseren kleinen und großen Entscheidungen. Sind wir frei? Wollen wir überhaupt frei sein? Können wir‘s? Darüber streiten die Gelehrten seit Jahrhunderten. In der Bibel lese ich: Nein, wir sind es nicht. Jenseits von Eden sind wir versklavt an tausend Herren, nicht zuletzt an uns selbst.

Augustinus hat einmal beklagt, die angebliche menschliche Freiheit sei nichts als ein Rasseln mit unseren Ketten. Was wir jeden Tag erleben können. Der amerikanische Theologe William Willimond schreibt: „Im Supermarkt des Verlangens ist es unser Schicksal, endlos zu konsumieren und nie wirklich zufrieden zu sein.“

Gott weiß das. Gott kennt uns. Und er liebt uns. Eine Schlüsselgeschichte dazu erzählt die Bibel.

Gott hatte Israel, sein geliebtes Volk, in einem wirklich aufwändigen Prozess aus der Gefangenschaft in Ägypten heraus geholt. Um nur wenig später sehen zu müssen, wie sich eben dieses Volk allzu bereitwillig anderen Herren unterwarf. Sogar einem menschengemachten Goldenen Kalb. „Ich habe euch doch befreit!“ lässt er den Menschen sagen. „Ich habe euch doch ermöglicht, dass ihr in wirklicher Freiheit leben könnt! Ich habe doch dafür gesorgt, dass ihr wieder aufrecht gehen könnt, dass euch nichts und niemand mehr beugen kann. Nun unterwerft euch doch bitte bitte nicht neuen Sklavenhaltern!“

Paulus schreibt später an die Galater und damit auch an uns: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Was ist der Ausweg?

Wirkliche Freiheit gibt es nur in der Bindung an Jesus Christus. Heißt: Wer nicht von anderen Herren versklavt werden möchte, auch nicht von sich selbst, auch nicht von den Mustern, die sein Leben bestimmen, der muss sich an Jesus binden. Da ist Freiheit. Aber auch nur da. Ein anderes Bild: Wer seine Knie vor Jesus beugt, muss sich von Menschen nicht mehr beugen lassen, er kann aufrecht stehen, aufrecht gehen, aufrecht leben.

Ich will das lernen. Immer wieder neu. Ich will das einüben. Jeden Tag.

Autor: Jürgen Werth

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Strafe erlassen

Er hatte scharf gepfiffen und uns mit einer energischen Bewegung seines weiß behandschuhten Armes zu sich zitiert. Meiner Oma und mir schlotterten die Knie. Ich war fünf oder so. Wir hatten nur mal schnell über die Straße huschen wollen. Weil wir es eilig hatten. Wir wollten doch Opa sein warmes Mittagessen in die Fabrik bringen. Im Henkelmann. Doch der Polizist, den alle damals „Schutzmann“ nannten, hatte die Straße noch längst nicht für uns Fußgänger freigegeben. Nun blickte er ernst von seinem Podest auf uns arme Sünder herab. „Kommen Sie heute Nachmittag um 3 auf die Wache! Ich werde Sie mit vier Wochen Verkehrsunterricht bestrafen müssen!“ Dann notierte er Omas Namen und ihre Adresse. Na, das konnte ja heiter werden!

Am Nachmittag dann standen wir ihm kleinlaut gegenüber. Ohne Podest sah er gleich viel menschlicher aus. Beinahe freundlich sogar. Er redete uns ins Gewissen. Oma hauptsächlich, klar. Dass das ja nun nicht geht! Dass das ausgesprochen gefährlich ist! Und dass meine Oma ja nun auch eine Vorbildfunktion habe für mich kleinen Knirps. Wir nickten schuldbewusst. Besonders ich. Oma hatte gesagt, ich sollte ihn dabei möglichst treuherzig anschauen. Und es wirkte. Er machte eine Pause. Dann sagte er: „Also gut, ich will Ihnen den Verkehrsunterricht diesmal erlassen! Aber dass mir das nicht wieder vorkommt.!“ „Nein! Nein! Nein!“ nickten und strahlten wir um die Wette. Und schwebten anschließend selig nach Hause. Unser Delikt war uns nicht angerechnet worden! Kein Verkehrsunterricht! Wir waren frei! Wir waren begnadigt! Wie wunderbar! Und wir waren fest entschlossen, dass wir uns künftig gehorsam an ihn und seine Anweisungen halten. Aus Angst. Und zu unserem eigenen Schutz.

Begnadigt werden tut unendlich gut. Von Menschen schon. Wieviel mehr aber von Gott! Begnadigung ist die Mitte des Evangeliums von Jesus. Menschen können neu anfangen. Die Last der Vergangenheit ist weg, die Schuld vergeben, ja sogar versenkt im Meer der Liebe Gottes. Und am Ufer dieses Meeres ist ein Schild eingerammt: „Angeln verboten!“ So hat das Corrie ten Boom einmal gesagt.

Angeln verboten ... Das ist dann noch einmal anders als das, was Oma und ich mit unserem Schutzmann erlebt haben. Hätte er uns noch einmal erwischt, wären wir dran gewesen. Doppelt. Dann wäre die Strafe umso saftiger ausgefallen. Die erlassene Strafe für unseren ersten Verkehrsdelikt hätte er glatt auf die neue Strafe aufgeschlagen. Klar, wir wären ja Wiederholungstäter gewesen.

Bei Gott aber gibt es keine Wiederholungstäter. Was Gott vergibt, ist vergessen.

Ein Freund in den USA hat es einmal so gesagt: Wenn du mit derselben Schuld zu Gott kommst und sagst: Vergib! Es ist mir schon wieder passiert!, antwortet er: Was meinst du mit „schon wieder“?

Kann ich das glauben? Manchmal nicht, ich geb‘s zu. Weil das so anders ist als alles, was ich bei uns Menschen erlebe. Weil das einfach nicht von dieser Welt ist.

Der Autor des Liedes, das unsere Bibel als Psalm 32 verzeichnet, hat das geahnt. Wir heute können es wissen. Weil Gott es belegt hat. Jesus ist Gottes ewiger Barmherzigkeitsbeleg. Sein Tod am Kreuz, seine Auferstehung belegen das, was der Prophet Jesaja schon angekündigt hatte: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53,5) Auf ewig geheilt.

Gott vergibt. Er räumt beiseite. Er räumt weg. Und er räumt behutsam auf, was da alles an Unordnung ist in unseren Gedanken und Gefühlen. Alles was wir tun müssen, was wir tun dürfen jeden Tag, ist ihm unsere Herzen und Hände hinhalten und bitten: „Rechne mir meine Schuld nicht an. Und nimm alles Falsche aus meinem Leben!“

Autor: Jürgen Werth

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Lebensfördernd

Das ist die heutige Tageslosung.

Es gibt schreiende Ungerechtigkeit auf unserer Welt. Ich denke an die Berichte von Freunden von uns, die in Guinea in der Mission sind. Das Land ist reich an Bodenschätzen. Dennoch sind die Lebensumstände fast aller Bewohner Guineas katastrophal. Schmutzstarrende Armut, kaum funktionierende Infrastruktur, eine versaute Umwelt. Eine ungerechte Elite ist korrupt. Sie schließt mit ausländischen Konzernen gegen Bestechung langjährige Verträge ab. Diese können so die Rohstoffe abbauen, ins Ausland schaffen und die Gewinne einstreichen. Die Bevölkerung hat das Nachsehen. Das ist ein Beispiel von vielen – auch in vielen anderen Ländern.

Ungerechtigkeit zerstört Leben. Zunächst natürlich das Leben der ungerecht Behandelten. Offenbar aber auch das Leben des Ungerechten selber. Unser Tagesvers sagt ja, dass ein Ungerechter, der sich von seiner Ungerechtigkeit abwendet, SEIN Leben erhält – sein eigenes! 

Dies setzt voraus, dass Gott der Richter über Ungerechtigkeit ist. Im Ezechielbuch weiter hinten hören wir Gott sagen: 

„Wenn ich zum Ungerechten spreche: ‚Ungerechter, du musst sterben!‘, … so wird er als Ungerechter seiner Schuld wegen sterben, …“ (Ezechiel 33,8)

Gott wird richten über den Ungerechten! Das ist ein kleiner Trost für jemanden, der akut unter Ungerechtigkeit leidet, aber immerhin ein Trost. Gott wird Gerechtigkeit schaffen. 

Ich habe den eben zitierten Vers nur teilweise gelesen. Als Ganzer tönt er so:

„Gott sagt: Wenn ich zum Ungerechten spreche: ‚Ungerechter, du musst sterben!‘, und du hast nicht geredet, um einen Ungerechten vor seinem Weg zu warnen, so wird er als Ungerechter seiner Schuld wegen sterben, sein Blut aber fordere ich aus deiner Hand.“

Ui! Da geht’s zur Sache! Wir können uns nicht aus der Verantwortung stehlen. Es gilt, Ungerechtigkeit anzuklagen, davor zu warnen. Für uns geht es wohl weniger um Ungerechtigkeiten in Guinea, sondern um solche in unserer Umgebung,

Aber eben, gerade bei Ungerechtigkeiten z.B. in der Firma kann es extrem heikel sein, diese aufzudecken. Es kann für uns negative Konsequenzen haben. So mancher Whistleblower hat das erfahren.

Gott, schenke mir Zivilcourage!

 

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer

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Große Taten Gottes

Die heutige Tageslosung stammt aus dem 5. Buch Mose:

„Herr, HERR, du hast angefangen, deinem Diener deine Größe und deine starke Hand zu zeigen; denn welcher Gott im Himmel und auf der Erde könnte es deinen Werken und deinen gewaltigen Taten gleichtun?“ (Deuteronomium 3,24)

Wir hören hier Mose, der Gott anfleht. Er erinnert ihn an die großen Taten, die er für sein Volk getan hat, beim Auszug aus Ägypten und während der vierzigjährigen Wüstenwanderung. Aber eben, es war nicht immer alles glatt gegangen. Das Volk Israel als Ganzes und auch Mose als Einzelperson waren oft ungehorsam gewesen. Bei so einem recht dreisten Akt des Ungehorsams hatte Mose Gott die ihm zustehende Ehre verweigert: Er und Aaron fragten das dürstende Volk: „Können wir für euch aus diesem Felsen Wasser hervorkommen lassen?“ (Numeri/4. Mose 20,10). Sie sagten: WIR! Wie wenn sie in Eigenregie das Wunder vollbringen könnten. Sie stellten sich gewissermaßen vor oder gar über Gott. Daraufhin hatte Mose von Gott den Bescheid bekommen, dass er nicht ins Gelobte Land hineinziehen werde.

Ja, und jetzt bittet Mose seinen Herrn, auf seinen Entscheid zurückzukommen. Er weiß, dass Gott erst „angefangen“ hat, seine Wunder zu wirken und dass beim Einzug ins Gelobte Land weitere folgen werden. Da möchte er doch auch dabei sein. Gott aber bleibt bei seinem Nein. Vor seinem Tod darf Mose nur noch einen Blick in dieses Land werfen.

Es ist bis heute so, dass Gott nein sagt zu unserem Fehlverhalten und dass das durchaus Konsequenzen haben kann. Gott ist nicht einfach ein harmloses, zahnloses Väterchen über den Wolken. Gott lässt sich aber auch bitten. Wir dürfen mit ihm rechten. Wir dürfen ihn an die Wohltaten erinnern, die wir erlebt haben, so wie es Mose tat. Bei Mose blieb es beim Nein, aber wir lesen auch von Fällen, in denen Gott davon abwich.

Ein Beispiel: Jesaja muss König Hiskia im Namen Gottes ankündigen, dass er sterben wird. Dieser weint und fleht Gott um Gnade an. Jesaja hört Gottes Stimme ein zweites Mal. Er darf Hiskia ankündigen, dass er noch fünfzehn Lebensjahre geschenkt bekommt (Jesaja 38). Gott ist nicht einfach ein herzloser Paragraphenreiter.

Unser Leben mit Gott ist ein dynamischer Prozess: Wir versuchen, treu in seinen Wegen zu gehen, wir machen positive Erfahrungen, sind dafür dankbar, wir lassen uns vom Bösen verführen, leiden unter negativen Konsequenzen, wir kehren zu Gott zurück, erinnern uns selber und ihn an das Gute, das er uns getan hat, flehen ihn im Namen Jesu Christi um Erbarmen an … tja, manchmal geht’s auch im Kreis herum.

Das Ergehen des Mose zeigt uns ein Doppeltes: Gott will, dass wir uns nicht vor oder über ihn stellen. Er will, dass wir nach seinem Willen fragen und diesen auch umsetzen.

Wir dürfen vor Gott kommen und ihn an die Beziehung erinnern, die er zu uns hat. Wir dürfen von Gott kommen und ihn an die Beziehung erinnern, die wir zu ihm haben, bzw. hatten und wiederhaben wollen. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass er der Gott ist, von dem Johannes gesagt hat:

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,9)

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer

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Taktisch klug und ehrlich

Wochenlang hat die Mannschaft hart trainiert und sich gut vorbereitet. Heute ist der große Tag. Das Spiel gegen den Tabellenersten steht an. Die Spieler sind angespannt und nervös. Aber gleichzeitig freuen sie sich auf die Herausforderung. Endlich können sie zeigen, wer der Stärkere ist.

Kurz vor Anpfiff gibt der Trainer seinem Team letzte Anweisungen: „Nehmt euch in acht. Eure Gegner sind wie reißende Wölfe. Sie werden euch angreifen und versuchen, euer Spiel zu zerstören. Aber lasst euch nicht einschüchtern. Seid weise. Geht taktisch klug vor, so wie wir es trainiert haben. Und bleibt fair dabei. So werden wir gewinnen. Wir schaffen das!“

Ähnliche Worte richtet Jesus an seine Schüler, bevor er sie zum ersten Mal als Wanderprediger ins Land schickt: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ Dieser Vers steht im Matthäus-Evangelium, in Kapitel 10, Vers 16.

Jesus hatte seine Mannschaft gut vorbereitet. Monatelang hat er seinen Jüngern theoretische Lektionen erteilt. Sie haben gelernt, dass Jesus der versprochene Retter ist. Er kann Sünden vergeben, Krankheiten heilen und sogar neues Leben schenken. Mit Jesus fängt Gottes Reich hier auf Erden an. Mit dieser Botschaft und mit der Vollmacht und Kraft, genau solche Wunder zu tun, schickt Jesus sie los.

Dabei verheimlicht Jesus seinen Nachfolgern nicht, dass es auch Ablehnung und Widerstand geben wird. Sein letzter Rat an seine Jünger lautet: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

Was heißt das „klug sein wie die Schlangen“? Die Schlange gilt an anderen Stellen in der Bibel als hinterlistig, falsch, böse und gefährlich. Gleich am Anfang der Bibel, im Schöpfungsbericht, taucht die Schlange auf. Sie täuscht den Menschen falsche Tatsachen vor und führt sie damit in den Tod.

Neben diesem lebenszerstörenden Aspekt ist die Schlange im Altertum aber gleichzeitig auch ein Bild für Klugheit. Diese Seite sollen sich die Jünger zum Vorbild nehmen. Wenn sie angegriffen oder angeklagt werden, sollen sie gewitzt, scharfsinnig und taktisch klug handeln. Und gleichzeitig sollen sie „ohne Falsch wie die Tauben“ sein; also nicht hinterlistig, sondern geradlinig, offen, ehrlich und fair.

Das ist Jesu Rat an seine Jünger - und auch an uns heute. Diese Anweisung ist besonders wertvoll für Christen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und unterdrückt werden. Bei meiner Arbeit für ERF GlobalHope habe ich viele Kontakte zu Partnern und Kollegen, die ihren Glauben nicht offen leben dürfen. Sie müssen ständig auf der Hut sein und weise handeln, um ihre Arbeit nicht zu gefährden. Über so manche Berichte und Ideen kann ich nur staunend lächeln, wenn ich sehe, wie weise, kreativ und gewitzt sie manchmal vorgehen.

Eine Gemeinde in Zentralasien feiert ihre Gottesdienste zum Beispiel in einem Bus. Jeden Sonntag sammelt der Fahrer die Mannschaft ein. Dann dreht der Bus seine Runden. Während der Fahrt hören die Christen eine Predigt, es wird gesungen, Gott gelobt und miteinander gebetet. Am Ende steigen alle wieder aus und gehen gestärkt und fröhlich nach Hause. Für Außenstehende sieht das Ganze so aus, als würde sich diese Truppe immer sonntags zu einem Ausflug treffen.

So fröhlich und gewitzt, kreativ und ehrlich möchte ich auch gerne sein, wenn ich meinen Glauben mit anderen teile. Zwar fühle ich mich weniger wie ein Schaf unter reißenden Wölfen. Aber weise Ideen und Mut kann ich auch gebrauchen.

 

Autor: Claudia Schmidt

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Gottes Kraft verändert Leben

„Durchfahrt Verboten!“ Ich sehe das Schild, zögere einen Moment. Aber dann setze ich den Blinker und biege doch ab in den verbotenen Feldweg. „Wird schon gut gehen“, denke ich. Die Abkürzung durch die Felder spart mir ein paar Kilometer Autofahrt und Zeit. Kurz bevor ich wieder auf die Hauptstraße einbiegen will, begegnet mir ein Fußgänger. Mit ernster Miene und einem kurzen Wink gibt er mir zu verstehen, dass ich anhalten soll. Ich bleibe stehen und lasse die Autoscheibe herunter. „Hier ist Durchfahrt verboten. Haben Sie das Schild nicht gesehen?“, weist er mich zurecht. „Ja, ich weiß. Tut mir leid“, antworte ich etwas kleinlaut und schuldbewusst. Der Mann hat Recht. Ich habe die Verkehrsregel missachtet.




 Es gibt viele Regeln für den Alltag, die ich kennen und einhalten soll: Parken Sie bitte nur auf den vorgesehenen Flächen! Das Betreten der Baustelle ist verboten! Meistens halte ich mich an die Regeln. Manchmal umgehe ich sie aber auch. Zum Bespiel, wenn ich denke, dass es ja nur ein kleines Vergehen ist. Oder wenn ich irgendeine gute Entschuldigung finde, es anders zu machen. Dann setze ich meine eigenen Maßstäbe.

Die Bibel berichtet auch von Menschen, die sich ihre eigenen Maßstäbe setzen. Dabei sind sie so selbstbezogen und böse, dass ein friedliches und geordnetes Zusammenleben unmöglich ist. Jeder lebt nach seinen eigenen Regeln. Am Ende herrscht nur noch Ungerechtigkeit und Chaos.

„Die Menschen sind selbstverliebt, geldgierig, prahlerisch und arrogant. Sie lästern Gott und verachten ihre Eltern. Sie sind undankbar, lieblos, unversöhnlich und böse“. So beschreibt der Apostel Paulus das Verhalten der Menschen in den letzten Tagen, bevor Jesus auf die Erde zurückkehrt, nachzulesen im 2. Timotheusbrief, Kapitel 3.

In diesem Brief ermutigt Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus, bei dem zu bleiben, was er von Kind auf gelernt hat. In einer Zeit, in der die Leute gerne miteinander streiten und diskutieren, was gut und wahr ist, soll er Gottes Maßstäbe hochhalten. Das ist keine leichte Aufgabe für den noch jungen Timotheus. In 2. Timotheus 3,16 sagt Paulus: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“

Die Situation ist heute nicht viel anders, als damals vor gut 2000 Jahren. Auch heute gibt uns die Bibel Orientierung. Gottes Wort setzt Maßstäbe für ein Leben in Gerechtigkeit, Frieden und Liebe. Um das für mich zu erkennen und auch danach zu leben, sind drei Dinge wichtig:

1. Gottes Wort ist gut

Ich erkenne, dass Gottes Wort und die Regeln und Maßstäbe, die er darin setzt, gut sind. Die zehn Gebote sind gut. Sie sind der von Gott gesteckte Rahmen, in dem ein Zusammenleben in Gerechtigkeit, Frieden und Liebe möglich ist. Diese Maßstäbe bauen auf und schaffen Leben. Das erkenne ich und vertraue Gott.


  

2. Gottes Wort ist wahr

Paulus sagt, dass die gesamte Schrift von Gott eingegeben ist. Das heißt, sie ist aus seinem Geist hervorgegangen. Das erkenne ich als Wahrheit an. Und damit akzeptiere ich auch Gott als Autorität in meinem Leben. Sein Wort und seine Maßstäbe geben mir Richtung und Orientierung.


  

3. Gottes Wort hat Kraft

Gottes Worte haben die Kraft, Leben zu verändern. Gottes Wort zeigt mir, wo ich falsch liege. Wo ich zerstöre, statt aufzubauen. Wo ich Streit säe, statt Frieden zu stiften. Wo ich nicht nur auf verbotenen Feldwegen unterwegs bin, sondern vielleicht sogar in der Gefahr stehe, als Geisterfahrer das Leben anderer zu gefährden.


  

Ich brauche die verändernde Kraft Gottes in meinem Leben. Jeden Tag aufs Neue. Und Sie – glauben Sie, dass Gottes Wort gut und wahr ist und dass es die Kraft hat, auch Ihr Leben zu verändern?

 

Autor: Claudia Schmidt

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Der Weg ist frei

Kaum einer wird da „Nein“ sagen: Freier Zugang! Audienz bei dem Höchsten! Zuversicht! Gnade und Hilfe! - Da schwingt so viel Positives mit! Ich brauch nicht mehr mutlos sein. Ich erhalte Anerkennung und Wertschätzung. Denn endlich hört mir einer zu und nimmt mich ernst! Jesus nimmt sich meiner Sorgen, Fragen und Nöte an!

Zwei Sätze vorher findet sich einer der Schlüsselverse des Hebräerbriefes: „Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes!“ (Hebräer 4,14)

Kein Geringerer als Jesus versteht uns. Genau er hat auch die Macht zu helfen. In ihm und durch ihn ist meine Zuversicht begründet.

Das wird durch verschiedene Worte unterstrichen: „Denn, Darum und Damit“ heißt es im Text immer wieder: Weil Jesus der große Hohepriester ist, DARUM lasst uns hinzutreten mit Zuversicht!“

Wir dürfen Gott vertrauen. Ihm auch etwas zutrauen. Wir können uns im Gebet direkt an Jesus wenden. Er versteht uns. Da muss ich keine Angst haben! as Besondere bei diesem Hohenpriester ist, dass er Mensch war und uns in all unserer Schwachheit und bei allen Versuchungen versteht. Aber er hat auch die Macht und Vollmacht, uns zu helfen. Ja, er wird selbst mit all unserer Schuld fertig. Der Name Jesus bedeutet: Retter. Als „Sohn Gottes“ kann er wirklich helfen. In aller Tiefe und in vollem Umfang.

Das macht auch der Titel „großer Hohepriester“ deutlich. Das ist Ausdruck seiner ganz besonderen Stellung.

Aaron und alle nachfolgenden Priester Israels dienten in der Stiftshütte oder im Tempel. Nur 1x im Jahr durften sie ins Allerheiligste. - Jesus aber hat „die Himmel durchschritten“ wie es ebenfalls 2 Verse vorher beschrieben wird. - Wieviel größer ist doch ein Priester, der in himmlischen Sphären tätig ist, als einer, der in einem Haus dient, aus Händen gemacht. 

Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt in Bezug auf Seine Stellung. Er ist nicht nur im Himmel, sondern er ist auch gekrönt. Sein Thron ist der „Thron der Gnade“.

Es gab schon einmal einen Gnadenthron bei der Bundeslade. Ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Aber nun ist die Gnade nicht mehr in einem Zelt versteckt. Nun ist Gnade für jeden zugänglich. Der Vorhang ist gefallen. Der Zugang offen. Damit ist jeder herzlich eingeladen, zum Gnadenthron zu kommen.

Keine Versuchung ist zu groß, keine Probleme und Leiden sind zu schwer, als dass Gott uns nicht helfen könnte. Denn Gottes Gnade und Barmherzigkeit sind größer und reicher. 

Gnade meint nicht etwas, was wir verdient haben, Gnade ist ein Zurechnen, ein Schenken von etwas völlig Unverdientem. 

Deshalb: „Lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben!"

Jesus Christus kennt und versteht uns. Zu Ihm dürfen wir kommen. Jetzt und immer wieder!

 

Autor: Pastor Mathias Fleps

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Guten Werten nachjagen

Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! – Klingt das nicht etwas angestaubt? Altmodisch? Unmodern? Wer kann mit Worten wie Frömmigkeit und Sanftmut heute noch etwas anfangen?

Paulus möchte uns den Sinn dafür schärfen! Er tut das mit seinem Brief an Timotheus, den er ja besonders schätzt.  Diesen jungen Mann will er für eine große Aufgabe vorbereiten. Er soll für viele Christen Vorbild sein und Gemeinden zu einem gottgefälligen Leben anleiten. Äußere Vorschriften reichen da nicht aus. Nein, denn es sind die inneren Werte, die den Lebenswandel bestimmen. Den richtigen und guten Werten gilt es also nachzujagen.

Und nicht z.B. der Geldgier, die den Charakter verdirbt; wie Paulus vorher erwähnt. Viel besser ist es, nach anderen Werten zu jagen. In der Jahreslosung von 2019 war die Rede davon, dem Frieden nachzujagen. Denn nur wer dran bleibt, wird einen nachhaltigen Frieden haben. Ähnlich hier. Es gilt, die Gerechtigkeit, die Liebe oder die Geduld niemals aus den Augen zu verlieren.

Ja, mehr noch: „Erstrebe ihn!“; wie das Wort „jagen“ auch übersetzt werden kann. Ich kann auch sagen: "Sei ehrgeizig und eifere dem nach!“ „Verfolg diese Ziele mit ganzer Kraft!“

Der Wortstamm findet sich auch bei Jesus; wenn er seinen Jüngern zuruft: "Folge mir nach!" Jesus konsequent zu folgen und guten Werten nachzujagen; das lohnt sich!


 Jage nach Gerechtigkeit! Das heißt: Lebe so, wie Gott es will!


 Jage nach Frömmigkeit. Das ist das christliche Leben in der Praxis. Ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott; wie „Frömmigkeit“ auch übersetzt werden kann.


 Jage und strebe nach Glauben. Darin drückt sich die Abhängigkeit von Gott aus. Ihm will ich voll vertrauen. Will den guten Kampf des Glaubens kämpfen; wie Paulus im nächsten Satz schreibt (6,12).


 Jage nach Liebe; die nach 1. Korinther 13 (V13) das Größte ist. Die das höchste und erste Gebot ist, in dem sich alles erfüllt (Mt. 22,38). Durch die Verzeihung und Vergebung möglich wird.


 Jage nach Geduld! Geduld tut Not. Wie schwer es einem auch manchmal fallen will! Erst kürzlich habe ich das wieder erfahren, wie Geduld belohnt wird. Was lange währt, wird endlich gut!

Und nicht zu vergessen: Jage nach der Sanftmut! Bevor wir ausrasten, erst einmal ausatmen. Erst einmal schauen: Was würde Jesus tun? Sanftmut ist nicht Schwachheit, sondern ein Verhalten unter Kontrolle des Heiligen Geistes.




 Jage solchen Werten nach! Mit Eifer! Mit Geduld! Mit Liebe und Glauben! Das wäre doch mal ein positives Jagdfieber, das uns ergreift! Und wenn wir erst mal mit einem dieser Werte beginnen, dann ist das schon ein guter Anfang für diesen Tag. 

Autor: Pastor Mathias Fleps

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Keine Kurzatmigkeit

Wenn man sich gegenwärtig die manchmal hysterisch anmutende Stimmung im Blick auf die negativen Folgen des Klimawandels vor Augen führt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Zeit abgelaufen ist, um die Welt noch vor der drohenden Klimakatastrophe retten zu können. Achten wir auf ein biblisches Wort, dann ist darin nicht von einer abgelaufenen, sondern erfüllten Zeit die Rede. In Markus 1, Vers 15 sagt Jesus: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbei gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium“. Mit diesen Worten will Jesus seine Zuhörer darauf aufmerksam machen, dass mit seinem Kommen etwas umstürzend Neues in unsere Welt gekommen ist: das Reich Gottes. Damit meint er kein politisches Reich; keine Herrschaft, die sich mit militärischer Gewalt durchsetzt, auch wenn die Hoffnung vieler Juden zur Zeit Jesu gerade darauf gerichtet war. Aber Jesus macht klar: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“

Es ist ein Reich, das zunächst recht unscheinbar – wie auf leisen Sohlen – daher kommt. Es beginnt mit der Predigt, dass Gott vor allem den Armen und Ausgestoßenen Barmherzigkeit erweist und mit Wundern an Menschen, die unter allerlei Krankheiten und Gebrechen leiden: Kleine, unübersehbare Zeichen, dass Gottes Reich mit Kraft, wenn auch nicht mit militärischer Macht daher kommt. Aber werden die Menschen an dem unscheinbaren Anfang der Gottesherrschaft keinen Anstoß nehmen, sondern sich darüber freuen, dass das Evangelium den Armen gepredigt wird und Kranke von ihrem Leiden erlöst werden? Jesus macht klar, dass die Menschen dazu Abschied nehmen müssen von ihren traditionellen Messias-Vorstellungen. Seine Aufforderung: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ zielt genau darauf ab: Buße tun meint nicht: in Sack und Asche, sozusagen im Büßergewand, vor Gott zu Kreuze kriechen, sondern umzudenken und umzukehren, um das unerwartet Andere des Reiches Gottes wahrzunehmen und ihm mit dem eigenen Leben zu entsprechen. Ja, mit Jesus ist der Himmel auf die Erde gekommen. Sein Evangelium erschließt uns einen ganz neuen Horizont.

Und was heißt das für uns heute? Es gilt immer noch die Zeitansage von Jesus: „Die Zeit ist erfüllt“ – und eben nicht abgelaufen. Nur tut sich ein säkularer Zeitgenosse schwer mit der Aussage, dass Gottes Reich angebrochen ist und damit alle irdischen Reiche an ihre Grenze gekommen sind. Für die Menschen unserer Tage ist die sichtbare Welt meist die letzte Wirklichkeit, und sie haben sich längst mit dem Diesseits als ihrem Lebenshorizont abgefunden. Aber spätestens seit Jesus Mensch wurde und den Anbruch des Reiches Gottes ausrief, müssen wir uns nicht mehr mit der sichtbaren Welt als letzter und einziger Wirklichkeit begnügen. Trotz der Begrenztheit unseres irdischen Lebens steht für uns eine ganze Ewigkeit in der Gemeinschaft mit Gott bereit. Das von Jesus verkündete Reich Gottes will die Perspektiven unseres Lebens zurechtrücken und uns vor der Kurzsichtigkeit und Kurzatmigkeit bewahren, dass mit dem Tode alles aus sei. Mit Marie Schmalenbach, der Pfarrfrau aus Mennighüffen in Ostwestfalen bitten wir: „Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell herein. Dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine. Sel’ge Ewigkeit!“

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Sind Träume Schäume?

„Träume sind Schäume“, so sagt der Volksmund. Zwar wundert man sich nach manchem nächtlichen Traum, welch wirres Zeug man da wieder einmal zusammengeträumt hat. Und doch ist das nur die halbe Wahrheit. Versierte Traumdeuter weisen uns nach, dass wir mit unsern Träumen oft eigene Erlebnisse verarbeiten und dabei häufig auf kommende Ereignisse vorausschauen.

Nun hatte der babylonische König Nebukadnezar eines Nachts einen Traum, der ihm gewichtig genug erschien, um ihn von den Weisen seines Landes deuten zu lassen. Also ruft er die Weisen, Zeichendeuter und Wahrsager seines Reiches zusammen. Er erschwert ihre Aufgabe dadurch, dass er ihnen nicht berichtet, was er geträumt hatte. Die Weisen sollen ihm zunächst den Inhalt seines Traumes sagen und daran erst die Deutung anschließen. Kein Wunder, dass niemand sich dazu in der Lage sieht. Bis der junge Daniel, ein jüdischer Exulant, der es bis an den Königshof in Babel gebracht hat, von der Sache erfährt und sich anbietet, das Rätsel um den königlichen Traum zu lösen. Dabei ist sich Daniel bewusst, dass er auch nicht schlauer als die babylonischen Weisen ist. Zusammen mit seinen jüdischen Freunden bittet er Gott um die Gnade, ihm den königlichen Traum zu offenbaren. Und genau das geschieht in einer nächtlichen Vision, bei der Daniel von Gott das Geheimnis des Traumes offenbart wird. Statt aber nun sogleich zum König zu eilen und ihm sein Wissen zu präsentieren, lobt Daniel zunächst Gott wegen seiner Weisheit und Stärke. In diesem Lobpreis fällt dann auch der Satz, der für diesen Tag als biblisches Losungswort ausgewählt wurde: “Gott offenbart, was tief und verborgen ist“. Ohne dass Gott ihm die Augen zum Verständnis des geheimnisvollen Traumes geöffnet hätte, müsste auch Daniel passen und sein eigenes Unvermögen eingestehen.

Nun, was will uns diese alte Geschichte heute sagen? In unserer Zeit sind viele Menschen davon überzeugt, dass menschliche Intelligenz und Forscherdrang auch die letzten Rätsel der Welt noch lösen werden. Menschliches Erkenntnisvermögen scheint göttliche Offenbarung überflüssig zu machen. Das mag für eine zutreffende Deutung von Träumen vielleicht noch angehen. Aber wenn es darum geht, dem Geheimnis Gottes auf die Spur zu kommen, dann muss sich der verborgene Gott schon selbst bei uns bekannt machen. Eben das meint das Wort „Offenbarung“. Denn ohne dass Gott uns die Augen für seine Wirklichkeit öffnet, bleibt alles Reden über ihn in bloßen Mutmaßungen stecken. Gott, wie wir Menschen uns ihn vorstellen, bleibt ein von uns fabrizierter Götze. Genau darin besteht ja die atheistische Religionskritik, die davon ausgeht, dass Gott nur das Produkt menschlicher Vorstellungen und Sehnsüchte ist. Weil Gott aber aus der Verborgenheit hervor getreten ist und sich unüberbietbar in Jesus, seinem Sohn offenbart hat, geht diese Religionskritik ins Leere.

Übrigens geschieht es bis heute, dass Gott bzw. Jesus sich auch durch Träume und Visionen offenbart. Auffallend oft erzählen zum Glauben an Jesus gekommene Muslime, dass ihnen Jesus im Traum erschienen ist und so ihr Herz abgewonnen hat. Gott hat eben viele Weisen, uns von seiner Majestät und Einzigartigkeit zu überzeugen – selbst wenn es durch Träume geschieht.

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Jesu Art

Vor kurzem las ich das Buch eines Politikwissenschaftlers. Der schrieb über die Geschichte der Demokratie, die bereits bei den alten Griechen sehr präsent war. Schon damals gab es verschiedene Denk-Richtungen für die Ausgestaltung von Demokratie. Und schon in den Anfängen dieser philosophischen Gedanken war die Rede von einem Bild, das wir vor allem aus der Bibel kennen: nämlich dem Bild von den Hirten und den Schafen, den Hirten und der Herde oder den Lämmern. Auf den biblischen Gebrauch dieses Bildes gehe ich gegen Ende noch ein.

Aber bereits bei Homer und Platon war genau davon die Rede. Als „Hirten“ galten die damaligen Herrscher, als Herde das Volk, das von ihnen geleitet, betreut oder, je nach Zeit und Ausgestaltung: beherrscht und manipuliert – und oft auch für dumm gehalten wurde. Die Herrscher haben schon damals oft Völker als Manövriermasse ihrer Herrschaftssysteme missbraucht.

Genau davon spricht Jesus im Blick auf die Systeme dieser Welt. Und es ist offenbar nicht wirklich so maßgeblich, ob es sich um ein demokratisches (in dem das Volk „regiert“), oder auch monarchistisches System (in dem ein König regiert) handelt. Es gibt natürlich weitere Herrschaftsformen.

Jesus sagt in Markus 10,42–43: „Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so soll es unter euch nicht sein; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.“

Hier sagt Jesus: Unter euch, also unter denen, die ihm nachfolgen und die den Willen seines Vaters im Himmel tun wollen, soll es anders sein, anders als unter den Mächtigen dieser Welt.

Was aber soll denn anders sein?  Sie sollen bereit sein, auf Herrschaft zu verzichten und stattdessen zu dienen. Wer wirklich als groß gelten will, der soll anfangen, Diener zu werden. Das ist das blanke Gegenteil von dem, was in unserer Welt üblich und normal ist.

An anderer Stelle greift Jesus in demselben Zusammenhang dieses philosophische Bild von Homer und Platon auf und stellt dem seine Vision, die er verkündet und verkörpert entgegen.

Dort redet er von einem Mietling, also einem angestellten Hirten und sagt: Das sind die, denen die Schafe nicht gehören. Und wohl genau deswegen kümmern sie sich auch nicht wirklich um die Schafe. Sie kümmern sich vor allem um sich selbst.“ Diese gemieteten Hirten tun nur so, als würden sie sich kümmern, und als würden die Schafe ihnen sogar gehören. Stattdessen beherrschen sie sie und tun ihnen Gewalt an.

Ganz anders ist es bei dem, dem die „Schafe“ in Wirklichkeit gehören, nämlich Gott. Der ist, obwohl sie ihm gehören, obwohl er sie geschaffen hat, ganz anders aufgestellt. Er liebt sie. Er will ihr Bestes. Und er will sie nicht beherrschen, sondern sie einladen in sein ewiges wunderbares Reich, in das Reich Gottes. Da mündet dann alles ein in den wunderbaren Satz von Jesus: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Hier ist das Dienen auf die Spitze getrieben. Aber Jesus fordert es nicht von anderen, sondern er lebt es vor. Er tut es selbst. Er ließ sein Leben für die Schafe, für jedes einzelne. Das ist das Alternativ-Programm Gottes für unsere Welt.

Und was bedeutet das für uns? Von Anfang an, schon im Römischen Reich, haben die Christen sich nicht gegen die Herrscher aufgelehnt, sondern einfach zeugnishaft anders gelebt. Sie haben eben nicht die ethische Liberalität der Römer übernommen, sondern nach Gottes Regeln gelebt. Sie haben zum Beispiel Kinder, Alte, Behinderte geliebt und gepflegt, anstatt sie vor oder nach der Geburt zu töten oder auf andere Weise zu beseitigen. Sie haben mit ganzer Freude und ohne Groll alternativ zum Mainstream gelebt. Sie wurden Diener. In ihrer Familie, bei den Kranken und Schwachen, bei ihren Nachbarn. Das brachte ihnen irgendwann die Beachtung und Achtung der Menschen um sie herum ein. Irgendwann wirkte ihr Zeugnis, weil es zeigte, wie der Schöpfer sich das Leben gedacht hat.

So wünsche ich uns ein solch kräftiges Zeugnis von Gottes Liebe und Gottes Willen und Wort in unsere jeweilige Umgebung hinein! Wir werden gebraucht in dieser Welt, um ihr die alternative Lebensart der Liebe Gottes zu zeigen und vorzuleben!

Autor: Pastor Johannes Holmer

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