ERF Plus - Wort zum Tag

Wenn nicht du, wer dann?

Wenn unsere Tochter früher irgendwo nicht weiterkam, sagte sie einen bestimmten Satz zu mir, an den ich mich gut erinnere: „Hilf mir, du bist mein Vater“.

Damit sprach sie zweierlei aus. Zum einen ihr Vertrauen. Ich war der, der ihr schon geholfen hatte und der das wohl auch jetzt tun könnte. Und zum anderen beinhaltete der Satz eine Verpflichtung für mich. Du bist mein Vater, also bist du für mich verantwortlich und ich kann deine Hilfe zu Recht erwarten.

Den Psalmbeter verstehe ich ähnlich, wenn er zu Gott sagt: „Ich bin dein, hilf mir“ (Psalm 119,94).

Er ist wahrlich auf Hilfe angewiesen, weil er sich in Lebensgefahr befindet. Und das schon länger, so dass er Gott herausfordert mit Fragen wie: Wann tröstest du mich? Wie lange soll dein Knecht warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger? Fragen, die Gläubigen nicht fremd sind, wenn sie Schweres durchmachen. Aber in diesen Fragen schwingt auch das Vertrauen mit. Wenn einer helfen kann, dann du, Gott. Denn in der Vergangenheit habe ich das schon oft genug erlebt. Der Beter beruft sich auf das, was Gott zugesagt hat und erinnert sich an erfahrene Hilfe von Gott. Damit bringt er sein Vertrauen zum Ausdruck.

Andererseits behaftet er Gott bei seiner Verpflichtung.

Ich bin dein. Du bist mein Schöpfer. Mein Leben kommt von dir und hängt an dir. Darum bist du es jetzt, der es erhalten soll. Ich bin dein Kind, darum erwarte ich von meinem Vater im Himmel jetzt Hilfe. Außerdem bin ich dir mein ganzes Leben treu gewesen. Darum sei du jetzt, treuer Gott, mein Retter.

Irgendwie erinnert mich der Beter auch an Jakob, der von Gott massiv bedrängt wird und mit ihm ringt. Da klammert sich Jakob an Gott und stellt ihm Bedingungen. Ich lasse dich erst los, wenn du mich gesegnet hast. Das Ergebnis: Gott erklärt Jakob zum Sieger, doch Jakob behält zeitlebens einen Hüftschaden und muss hinken, aber er empfängt den erbetenen Segen.

Wer sein Leben Gott anvertraut hat, darf sich an ihn klammern, wenn er droht unterzugehen.

Er darf mit Gottes Hilfe rechnen, auch wenn er nicht unbeschadet bleibt. Auch der Apostel Paulus hatte von Gott das Versprechen erhalten, er werde Paulus beschützen. Und trotzdem musste er manche Prügel einstecken. Bei Gott gibt es keine Rundumversicherung, aber wer sich an ihn klammert, wird gehalten.

Wer Gott in seiner Bedrängnis um Hilfe bittet, darf sicher mit ihr rechnen. Mehr als meine Tochter mit meiner Hilfe gerechnet hat.

Autor: Günter-Helmrich Lotz

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Feiertag

Heute ist in drei Bundesländern Feiertag. Dreikönigsfest. Dabei waren es keine Könige, die das Jesuskind aufsuchten. Und ob es drei waren, weiß man auch nicht. Aus den drei Geschenken, die sie dem Neugeborenen brachten, Gold, Weihrauch und Myrrhe, hat man auf drei Personen geschlossen.

Es waren Männer, die die Bewegung der Himmelskörper erforschten und praktische Konsequenzen daraus zogen. Man könnte sagen: die Harald Leschs vor 2000 Jahren.

Sie stammten wahrscheinlich aus Babylonien, wohin die Juden weggeführt worden waren. Und von daher war den Babyloniern bekannt, dass die Juden auf einen Messias warteten, der sie befreien würde.

Die besonderen Himmelskonstellationen zu jener Zeit deuteten die Weisen als Hinweis, dass in Israel der erwartete Herrscher geboren sei. Und um diesem neuen Herrscher zu huldigen, und nicht zuletzt, um sich gut mit ihm zu stehen, nahmen sie eine beschwerliche Reise von über 1000 km auf sich.

Matthäus berichtet uns, dass die Weisen der Himmelserscheinung folgten und von ihr zum Kind geführt wurden. Vor ihm fielen sie nieder und beteten es an. Ihre Huldigung galt ausschließlich dem Kind, nicht der Mutter.

Die Besuchergruppen in der Weihnachtsgeschichte lassen uns zweierlei erkennen.

Jesus ist für alle gekommen. Zunächst erscheinen die jüdischen Hirten, sie haben den Vortritt. Sie gehörten zur untersten Schicht in Israel. Aber sie sind die ersten, denen die frohe Botschaft direkt vom Himmel verkündigt wird. Sie sind die ersten, die der neugeborene König an der Krippe empfängt. Dieser Jesus wird später einmal sagen: die Letzten werden die Ersten sein. So war es also schon von Anfang an. Die Looser können bei Jesus zu den Gewinnern werden. Die Benachteiligten werden privilegiert.

Andererseits zwingt das Jesuskind die heidnische Oberschicht in die Knie. Die Weisen gehörten zu den gebildeten Intellektuellen, zur Elite. Auch für sie ist Jesus gekommen. Und in seiner Gegenwart spüren sie, wie sehr sie ihn brauchen.

Ja, Jesus ist für alle gekommen, nicht nur für die Juden. Auch die Heiden haben Zutritt bei ihm und werden empfangen.

Ganz gleich – die Heruntergekommenen wie die Hochgekommenen sind bei Jesus willkommen. Er hat ausdrücklich gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Daher darf auch ich kommen und Sie dürfen kommen. Und wir dürfen alle Menschen unter dem Blickwinkel sehen, dass sie bei Jesus willkommen sind und er sie erwartet. Wie kann das unsere Sicht auf andere Menschen verändern und unseren Umgang mit ihnen?

Autor: Günter-Helmrich Lotz

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Das Leben und volle Genüge

2021 – das Jahr ist erst wenige Tage alt. Was wird auf uns zukommen? Wer hätte Anfang des letzten Jahres gedacht, dass das Jahr 2020 so verläuft, wie es dann geschehen ist.

Mir begegnen Menschen, die mit Sorge in die Zukunft blicken. Wer weiß, was kommt?

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Zukunft ist nicht bis ins Letzte planbar. Es können Dinge eintreten, mit denen niemand gerechnet hat, Ereignisse, die alles ändern.

Diese Erkenntnis klingt banal. Fast schon so alltäglich, dass ich mich kaum wage, sie noch auszusprechen. Theoretisch wissen das viele Menschen: Zukunft ist im Letzten ungewiss. Doch was im Kopf vielleicht klar ist, ist im Herzen noch lange nicht angekommen. Vielfach haben wir uns in Europa daran gewöhnt, dass Zukunft planbar ist. Gegen Überraschungen sichern wir uns ab, wir gehen fest davon aus, dass die Ansprüche ans Leben in Erfüllung gehen. Ein niedergeschlagener Mittzwanziger sagte mir: „Das haut mich echt um. Alles, was Leben ausmacht, geht nicht mehr. Ausgiebige Partys, spontane Kurzurlaube, halt alles, was Spaß macht. Ich hatte 2020 so viel vor…“

Jesus würde dem entgegenhalten: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.“ So sagt er es im Johannesevangelium, Kapitel 10.

Volle Genüge - das bedeutet: von allem so viel, dass ich genug habe. Innerlich so reich beschenkt, dass ich glücklich bin! In den Versen vor diesem Satz spricht Jesus davon, dass er die Tür zum Leben ist. Der Glaube an Jesus darf nicht in einer äußeren Betrachtung des theoretisch Möglichen enden. Glaube ist nicht nur eine Betrachtung. Es geht um eine Beziehung. Jesus Christus ist die Türe zum Leben. Ich bin es – sagt Jesus. Er verweist nicht auf andere, er zeigt auf sich selbst und lädt zu einer Beziehung ein. Und Jesus ist es, der das Leben schenkt. Der von sich sagt: Ich bin das lebendige Brot, ich bin der Weinstock, ich bin das lebensspendende Wasser, das Herzen erfüllt, den Durst nach Leben stillt und satt macht.

Kraft seiner Auferstehung ist Jesus gegenwärtig. Er ist da, inmitten aller Trostlosigkeit und allem äußeren Verzicht.

Die letzten Monate haben mir wiederholt die Frage gestellt: Wie sehr hängst Du an den äußeren Dingen, die du bleiben lassen musst? Ja, ich habe die Weihnachtskonzerte vermisst, die Besuche auf dem Weihnachtsmarkt und all die schönen Äußerlichkeiten, die zum Leben für mich dazugehören und an die ich mich gewöhnt hatte. Ja, ich habe das Familientreffen vermisst, das eigentlich in den letzten Tagen zum Jahresbeginn hätte stattfinden sollen.

Ich habe mich dabei ertappt, dass ich enttäuscht war über das, was nicht passiert ist, ähnlich wie der Mittzwanzigjährige, von dem ich zu Beginn erzählte. Irgendwie haben sich Selbstverständlichkeiten ins Leben geschlichen, von denen ich das Gefühl hatte, dass ich geradezu einen Anspruch auf deren Verwirklichung hätte.

Jesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.

2021 möchte ich Jesus neu begegnen. Neu den Auferstanden fragen, ob ich in ihm wirklich das Leben und volle Genüge habe. Und dann will ich die Hände aufhalten und mich von Jesus beschenken lassen.

Autor: Pfarrer Andreas Hannemann

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„Es ist ein köstlich Ding“

„Es ist ein köstlich Ding“: Ich liebe die Sprache der Lutherbibel…

„Es ist ein köstlich Ding“ – so redet heute kaum noch jemand. Aber diese Formulierung setzt Bilder in meinen Gedanken frei. „Es ist ein köstlich Ding“: Da denke ich an ein gutes Essen, wohlschmeckend und außergewöhnlich. Oder an ein leckeres Getränk – erfrischend, kraftspendend. „Es ist ein köstlich Ding“ – ich sehe vor mir außergewöhnliche Pralinen und andere Leckereien.

„Es ist ein köstlich Ding“ – woran denken Sie? Der Schreiber des Hebräerbriefes denkt weder an Essen und Trinken noch an irgendwelche Leckereien.

„Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde“. Das ist es also, was köstlich ist, was erfrischt und stärkt: Dass das Herz fest werde. Schauen wir uns diese Aussage einmal näher an: Das Herz hat im hebräischen Denken eine besondere Bedeutung. Neben dem Organ Herz, das Blut durch den Körper pumpt, gibt es noch eine symbolische Bedeutung. Das Herz bezeichnet den Begegnungsort zwischen Gott und Mensch. Das Herz als Ort des Glaubens.

„Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde“ – Fest bedeutet nicht „hart“ oder „versteinert“, fest bedeutet nicht „gefühllos“ und „kalt“.

Fest bedeutet gefestigt, sicher, beständig, zuverlässig, treu…

Es ist wie in einer Beziehung: Der Ehemann sagt zu seiner Frau: Ich stehe fest zu dir. Mein Herz hängt an dir. Uns kann nichts trennen. Festigkeit als Ausdruck für eine starke Beziehung.

Der Schreiber des Hebräerbriefes hat einen Wunsch: Der Ort des Glaubens, das Herz, soll eine starke Beziehung zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes, haben – und damit zu Gott selbst. Nicht weich und wankelmütig soll die Beziehung sein – das Vertrauen zu Gott soll beständig, zuverlässig und treu sein. Genau das ist „ein köstlich Ding“ – erfrischend und stärkend.

Die Leckereien der Weihnachtszeit schenken einen kurzen Genuss. Köstlich – ja, unbedingt. Aber leider nicht sehr nachhaltig, wenn es um den Faktor Erfrischung geht.

Eine gute, starke Gottesbeziehung erfrischt dauerhaft. Es geht nicht um einen emotionalen Glaubenskick, sondern um die Köstlichkeit einer Gottesbegegnung, die Glaubensfreude und inneren Halt schenkt.

„Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“ – durch Gnade: Gnade bedeutet: 100% geschenkt. Nicht ein klein wenig verdient und aufgrund eigener Fähigkeit berechtigterweise zugeteilt.

Gnade bedeutet: Eine gelingende, köstliche Gottesbeziehung bekommen wir durch Jesus geschenkt! Es liegt nicht an meiner Kraft, ob das Herz fest wird, es ist ein Geschenk Jesu.

Als Martin Luther starb, fand man auf seinem Schreibtisch einen letzten Satz, kurz vor seinem Tod geschrieben: „Wir sind Bettler, das ist wahr“. Es ist wie ein Vermächtnis, dieser Satz. Wir sind Bettler: Wir können Gott nichts geben. Wir können nur dankend empfangen. Dadurch wird die Beziehung zu Jesus Christus fest – köstlich!

Autor: Pfarrer Andreas Hannemann

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Jesus lehrt uns Barmherzigkeit

Jesus lehrt uns Barmherzigkeit: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Zuerst spricht Jesus mit diesem Satz seine Jünger an – also uns Christen. Demnach mangelte es bei den Jüngern damals und auch bei uns heute an Barmherzigkeit. Auch Christen können unbarmherzig sein. Wir richten uns zu selbstverständlich an anderen Menschen aus. „Wie du mir, so ich dir.“ Das ist ein bekannter Maßstab – ein allzu menschlicher Maßstab.

Aber Jesus bringt einen anderen Maßstab ins Spiel: wie auch euer Vater barmherzig ist“. Der Maßstab sind also nicht wir oder die allgemeine Meinung, sondern Gott, der himmlische Vater – und somit auch Gottes Wort, die Bibel.

Somit stehen wir vor dem großen Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes, und durch Gottes Liebe ist erst Barmherzigkeit möglich. In der Bibel lesen wir, dass Gott sogar barmherzig und gütig ist gegenüber den Undankbaren und Bösen. Also denen gegenüber, die von Gott  nichts wissen wollen, die seine Barmherzigkeit nicht verdient haben. Aber wer hat Gottes Barmherzigkeit schon verdient? Ich jedenfalls nicht!

Dennoch habe ich als junger Mann mein Leben Jesus anvertraut. Dennoch bekannte ich ihm meine Sünden und nahm Jesu Vergebung an. Dennoch machte mich Gott zu seinem Kind. In der Bibel steht: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben.“   Das ist Barmherzigkeit, dass Sie durch den Glauben an Jesus ein Kind Gottes werden – unverdient.

Am deutlichsten kommt diese unverdiente Barmherzigkeit zum Ausdruck am Fuße des Kreuzes. Dort geschah an Karfreitag, vor mehr als 2000 Jahren, was nirgendwo anders geschehen ist. Jesus, der Sohn Gottes, starb für die Sünde der Menschen. Gott versöhnte die Welt mit sich selber. Das zeigt uns, dass die Barmherzigkeit Gottes erst einmal einseitig ist – damit Menschen in eine lebendige Beziehung mit Gott kommen können.

In der Bibel lesen wir im Römerbrief, Kapitel 5, Vers 10: „Wir sind mit Gott versöhnt durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren.“ So sieht die Barmherzigkeit Gottes aus. Sie trifft uns an unserer schwächsten Stelle – in unserer Gottlosigkeit, in unserer Verlorenheit. Sie mutet einer Gesellschaft zu, sich mit Gottes Barmherzigkeit auseinanderzusetzen. Sie ist eine Aufforderung, besonders an die Menschen, die an Jesus glauben. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“.

Theoretisch wissen wir das, aber in der Praxis wird diese Barmherzigkeit von uns gefordert. Seid barmherzig – tut es einfach. Barmherzig sein ist keine Sache des Gefühls, sondern der Entschlossenheit. Das fängt ganz praktisch im Alltag unseres Lebens an. Neulich stand ich mit meiner Maske ziemlich angespannt an der Aldi-Kasse. Vor mir eine Frau, ebenfalls mit Maske, mit einem übervollen Einkaufswagen. Plötzlich sagte sie wie aus der Pistole geschossen: „Gehen Sie doch vor, Sie haben ja nur wenige Teile.“ Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen – ich war erleichtert und bedankte mich. Sie verhielt sich mir gegenüber barmherzig.

Jesus spricht bei der Barmherzigkeit unter anderem an: Ihr sollt nicht richten, ihr sollt vergeben. Richtet nicht.“ Unter keinen Umständen meint Jesus damit, dass wir auf Recht und Gerechtigkeit verzichten sollen. Vielmehr meint Jesus das unbarmherzige Richten. Stattdessen „vergeben“. Das bedeutet, andere Menschen „freisprechen“.  Es kostet einiges, wenn wir auf unser Recht verzichten und vergeben. Gott belohnt die Barmherzigen. Nehmen wir diese Herausforderung an in diesem neuen Jahr 2021!

Autor: Siegfried Skubski

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Nach Gottes Wort fragen, mit Gottes Wort leben

Der  Text aus Nehemia 8,8 ist für mich eine große Ermutigung: „Sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes, Abschnitt für Abschnitt, und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde.“

Hinter dem Volk Israel lag eine dramatische Zeit und auch Erfreuliches, so wie das Leben eben ist und auch wir es erfahren. Israel hatte die Mauern Jerusalems wieder aufgebaut. Diese Fertigstellung war für Israel eine wichtige Voraussetzung, um sicher leben zu können, denn sie waren von Feinden umgeben. Nach getaner Arbeit ist dann meist die Luft raus. So geht es mir wenigstens, wenn ich irgendeine Mammutaufgabe hinter mich gebracht habe, dann brauche ich einfach nur meine Ruhe.

Wenn irgendwelche Bauprojekte fertiggestellt sind, wird das Ganze meist mit einem Fest, mit einer Feier und geladenen Gästen besiegelt. Aber hier sehen wir etwas anderes. Das Volk Israel versammelt sich und ist sich zu hundert Prozent darin einig, dass nun der Priester Esra aus dem Gesetzbuch vorlesen soll. Sie wollen nicht nur ein Bauprojekt fertiggestellt haben und damit hat es sich. Vielmehr wollen sie wissen, was im Gesetzbuch steht. Heute würden wir sagen: wissen, was in der Bibel steht.

Nehemia beschreibt diese innere geistliche Haltung in Vers 3: „Und die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt.“ Oft ist es doch umgekehrt. Wir erledigen unsere Alltagsprojekte und haben kein Ohr für die Bibel. Wir wollen gar nicht wissen, was Gott für unser Leben bereithält. Wir nehmen uns nicht die Zeit, in der Bibel zu lesen. Oder  jemand predigt das Wort Gottes und manche Zuhörer sind gedanklich mit etwas ganz anderem beschäftigt, hören nicht richtig zu.

Aber dieses Zuhören ist eine wichtige Voraussetzung, um Gott und sein Wort überhaupt zu verstehen, um es umsetzen zu können im praktischen Leben. Deshalb hat Jesus, der Sohn Gottes Jahrhunderte später gesagt: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Damit ist diese innere Bereitschaft gemeint, diese Erwartung, dass Gott durch sein Wort zu mir redet. Zu mir ganz persönlich.

Damit sie ihn erst einmal akustisch verstehen können, stand Esra, der Priester, auf einer hölzernen Kanzel, also etwas höher. Es lag eine Spannung in der Luft. Denn in dem Augenblick, in dem Esra das Buch aufschlug, stand das Volk auf. Was für ein Respekt, was für eine Ehrfurcht vor Gottes Wort. Wie respektlos gehen wir manchmal mit der Bibel um.  Anstatt einfach mal innezuhalten, stille zu werden oder mit einem Gebet anzufangen, gehen wir oft an die Bibel heran wie an jedes andere Buch.

Bevor Esra überhaupt eine Silbe gelesen hatte, lobte er den Herrn. Wenn wir Gott loben, geben wir ihm die Ehre und den Vorrang in unserem Leben. Wir können auch Gottes Wort loben und rühmen.   

Als das Volk Israel im Wort Gottes unterwiesen wurde, wurdees traurig. Israel erkannten die Heiligkeit Gottes, es erkannteseine eigene Sünde. Esra lenkt den Blick des Volkes auf Gott: „Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Das ist wohl deshalb so, weil wir bei Gott zur Ruhe kommen, weil wir bei ihm Freude bekommen, die auf Vergebung beruht. Diese Vergebung erfahren wir heute bei Jesus, dem Sohn Gottes. 

Die Bibel ist viel mehr als jedes andere Buch. Das Wort Gottes ist Kraft und Leben. Wenn wir uns mit dem Wort Gottes auseinandersetzen, werden wir Gott begegnen. Werden wir erfahren, wie kraftvoll sein Wort an uns wirkt und uns verändert. Petrus sagte in Übereinstimmung mit den anderen Jüngern zu Jesus: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Was in der Bibel steht, kann uns kein anderes Buch geben.

Vergessen wir bei den Projekten unseres Lebens nicht, die Bibel aufzuschlagen. und machen wie Israel die Erfahrung, dass die Freude am Herrn und an seinem Wort unsere Stärke ist.

Autor: Siegfried Skubski

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Ein guter Vorsatz geht immer!

Neues Jahr – gute Vorsätze! Haben Sie sich etwas vorgenommen für das Jahr 2021? Ich noch nicht. Früher habe ich mal ´ne Liste geschrieben, aber durchgehalten habe ich sie fast nie. Inzwischen bin ich vorsichtiger geworden. Und ich frage mich: Kann ich überhaupt schaffen, was ich mir da vorgenommen habe? Andererseits: Ein guter Vorsatz – wenn er wirklich gut ist – lohnt sich! Nur müsste ich den erst finden.

Vielleicht werden Sie und ich ja heute gemeinsam fündig. Denn auch die Bibel hält passend zu Neujahr einige gute Vorsätze bereit. Der Apostel Petrus schrieb vor fast 2000 Jahren folgendes an seine Gemeinden. Nachzulesen im 1. Petrusbrief Kapitel 3, die Verse 8 und 9:

„Seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.“

Ganz schön viel, was Petrus von seinen Leuten verlangt. Haben Sie mitgezählt? Sechs gute Vorsätze gibt er ihnen an die Hand:

  1. Seid allesamt gleich gesinnt!
  2. 
  3. Seid mitleidig!
  4. 
  5. Seid brüderlich!
  6. 
  7. Seid barmherzig!
  8. 
  9. Seid demütig!
  10. 
  11. Vergeltet nicht Böses mit Bösem!
  12. 

 

Wie muss es da wohl zugegangen sein, dass Petrus solches schreiben musste? Die Gemeinden lagen verstreut im damaligen Kleinasien, der heutigen Türkei. Sie kämpften ums Überleben. Die Christen waren nicht hoch angesehen bei der Bevölkerung. Weil sie anders waren, weil sie an Jesus glaubten. So kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Und die Christen fragten sich: Was können wir tun? Wie sollen wir uns richtig verhalten?

Zum einen gab Petrus ihnen „gute Vorsätze“ an die Hand. Die haben Sie schon gehört. Und zum zweiten schrieb er: „Liebe Leute, nehmt eure Berufung wahr. Seid ein Segen! Dann verhaltet ihr euch richtig.“

„Segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.“

Das griechische Wort für Segnen, das hier steht, heißt wörtlich: gut reden. Das ist das eine. Segnen bedeutet aber auch: Gottes Liebe für einen Menschen erbitten. Beides hat Folgen! Damals wie heute. Wie kann dieser Segen wirksam werden in Ihrem und meinem Leben? Petrus zählt es auf:

  • Wer segnet, setzt sich ein für die Einheit der Christen: in der eigenen Gemeinde und weltweit. Seid gleichgesinnt, so drückte es Petrus aus. 
  • 
  • Wer segnet, nimmt sich das Leid eines anderen Menschen zu Herzen und begleitet ihn, betet für ihn. Er ist mitleidig und barmherzig. Vielleicht fällt Ihnen spontan jemand ein, der Ihr Mitleiden nötig hat?
  • 
  • Wer segnet, akzeptiert die Menschen so wie sie sind. Seid brüderlich, also geschwisterlich zueinander. Auch, wenn es Ihnen und mir bei einzelnen in der Gemeinde schwerfällt.
  • 
  • Wer segnet, schaut nicht auf andere herab. Er tut einfach das, was dran ist. Hilft und unterstützt ohne großes Aufsehen. Die Bibel nennt das demütig sein.
  • 
  • Wer segnet, sucht keinen Streit. Da gibt es nicht sofort ein: Wie du mir, so ich dir! Da vergilt man nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort.
  • 

„Segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.“

Diese Berufung hat es in sich. Wenn Sie mich fragen: Ich bin fündig geworden. Diesen guten Vorsatz – und der ist wirklich gut – den nehme ich mit ins neue Jahr. Und Sie?

Autor: Birgit Wolfram

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Ende gut – alles gut!

„Ende gut – alles gut!“ – das ist das Motto für heute. Naja, sinngemäß natürlich. In Psalm 6, Vers 10 steht: Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an.

Gott hört. Und nimmt an. Also: Ende gut – alles gut!

Das sagt man doch, wenn eine Sache ein gutes Ende genommen hat. Zuerst geschehen schlimme Dinge, aber am Ende erscheinen sie unwichtig. Zum Beispiel, wenn ein Mensch eine schwere Krankheit überstanden hat. Ende gut – alles gut!

Das würde ich gern sagen wollen – am Ende dieses Jahres. Aber da gibt es noch so manches in meinem Leben, das ist nicht gut, und ich stecke mittendrin. Und der Ausgang ist ungewiss. Und da bin ich sicher nicht die Einzige auf dieser Welt.

So erging es auch dem König David. Damals, vor ungefähr 3000 Jahren. Von ihm stammt nämlich dieser Satz, diese Erkenntnis: Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an.

David hatte zu Gott gefleht. Warum? Weil seine Feinde ihm das Leben schwer machten (Vers 8). Sehr schwer sogar. Völlig verzweifelt schrie er, und das ist im Psalm 6 nachzulesen: „Herr, ich kann nicht mehr (Vers 3). Ich weiß weder aus noch ein. Wie lange willst du noch zusehen? (Vers 4). Hilf mir, du bist doch ein barmherziger Gott! Rette mich!“ (Vers 5). (sinngemäß entnommen aus der Hoffnung für alle Bibel)

Ja, David ist am Boden zerstört. Lange wird er nicht mehr durchhalten. Ende gut – alles gut? Ganz sicher nicht. Wenn Sie auf die letzten Monate zurückschauen: Wer oder was machte Ihnen das Leben schwer? Welche Feinde lassen einfach nicht locker: Ist es der Kummer, das eigene Versagen, bestimmte Personen, Umstände oder die Angst? Und Gott schweigt.

Bei David war das zumindest so. Am Anfang. Erst später wusste er: Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an. Ende gut, alles gut.

Wie kam es dazu? Am Anfang drehte sich David um sich selbst. Er sagte: Ich kann nicht mehr. Ich bin erschöpft. Ich weiß weder aus noch ein. Dann begann er zu fragen: „Gott, wie lange willst du noch zusehen?“ (Vers 4) Wieder keine Antwort. Irgendwann erkannte er: Nicht mehr Gott bestimmt mein Leben, sondern die Feinde! Die rauben mir meinen Schlaf, meine Kraft und meine Lebensfreude!

Wer hat das Sagen in Ihrem und meinem Leben? Sind es die Umstände, Menschen und Ängste, oder ist es Gott? David reagiert: Er wirft die Feinde raus! „Niederträchtig und gemein seid ihr!“, so ruft er (Vers 9). Und im gleichen Moment weiß er in seinem Herzen: Ich habe einen Gott, der mein Flehen hört und mein Gebet annimmt. Äußerlich hat sich bei David nichts verändert. Aber innerlich! Er ist nicht mehr allein.

So redet Gott auch heute noch. Er erhört Gebet! Ich weiß, manchmal kann das sehr lange dauern. Und manchmal fällt die Antwort nicht so aus, wie wir sie uns wünschen. David hatte sich vielleicht auch etwas anderes erhofft. Aber für´s erste genügt ihm die persönliche Zusage: Gott hört. Und nimmt an. 

David wusste: Ich bin nicht mehr allein. Gott ist mit mir. Ende gut – alles gut! Mehr gibt es nicht. Das reicht: Auch für Sie, für mich, für das Jahr 2021 und drüber hinaus!

Autor: Birgit Wolfram

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Wo ist Gottes Reich?

Wo geht es zum Berg der Sinne? Wann kommt wieder ein Hinweisschild? Wie ist der Weg? Solche Fragen haben uns im Sommer beim Wandern in den Bergen bewegt.

Zur Orientierung halfen Karten, Google Maps oder Wegweiser. Wenn ich jedoch wissen möchte: „Wo ist Gottes Reich und wie kommt man dort hin?“ hilft mir keine Landkarte. „Vater unser im Himmel...“ ist das meistgesprochene Gebet der Christinnen und Christen in aller Welt. Es verbindet uns miteinander und ich kann es immer beten. Matthäus 6,10 erinnert uns daran.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe.

Die Bildgeschichten von Jesus über Gottes Reich sind so etwas wie Fenster, durch die hindurch wir sehen und ahnen können, was sich dahinter verbirgt. Jesus erzählt unter anderem vom kostbaren Schatz, vom Senfkorn oder vom barmherzigen Vater.

Zwei Dinge werden dabei deutlich:

1. Gottes Reich ist einerseits schon da - Gott selbst ist in Jesus zu uns gekommen. Damit ist das Reich Gottes „mitten unter uns“.

2. Andererseits ist Gottes Herrschaft noch nicht für alle Menschen sichtbar und erlebbar. Gottes Reich ist da, doch es ist auch noch im Werden.

Für mich heißt das, dass jeder Einzelne mitverantwortlich ist, ob das Reich Gottes nun erkennbar ist oder nicht. Es beginnt schon heute im Kleinen bei jedem Einzelnen. Wir alle können jeden Tag Neues beginnen. Ich lade zum persönlichen Nachdenken ein: Wie stehen Sie zum und denken Sie über das „Reich Gottes“?

Werfen Sie doch einmal einen Blick auf Ihr Leben mit seinen Themen:

Zum Beispiel auf das Geld: Wissen Sie, dass es Gott gar nicht beeindruckt, wieviel Geld Sie haben oder mal hatten? Im Spiegel der Ewigkeit ist es hundertprozent wertlos. Doch wir alle können jetzt schon einen Teil in das Reich Gottes investieren, die biblische Empfehlung lautet zehn Prozent spenden, damit andere Menschen Jesus kennenlernen.

Oder betrachten sie Ihren Umgang mit der anvertrauten Zeit: Auch wenn viele sich darauf freuen, endlich mit der Arbeit fertig zu sein. Wussten Sie, dass die „Rente“ an sich kein biblisches Konzept ist? Gott hat eine Aufgabe für unser Leben gegeben, solange es währt. Geben Sie Acht, dass Sie diese nicht verpassen, indem Sie zu viel mit netten Dingen wie Serienschauen, Handy- und Computerrecherche beschäftigt sind.

Es lohnt sich auch, unsere Fähigkeiten genau anzuschauen: Wie könnten Sie Ihre besondere Begabung einsetzen, um Gottes Reich nach seinem Willen schon hier auf der Erde mitzubauen?

Doch: Wie erkenne ich, was Gott will? Welche Schule soll ich besuchen - welchen Beruf erlernen? An wen soll ich mein Herz verschenken, um den richtigen Ehepartner zu finden?

Unsere Haltung sollte sein: Wie treffe ich gute Entscheidungen, die ich vor Gott verantworten kann.

Gott gibt uns genügend Informationen, dass wir uns nach seinen Maßstäben - den zehn Geboten - entscheiden können. Im 6. Kapitel des Matthäusevangeliums sind die Lebenspunkte in der Aussage von Jesus verdichtet: Trachtet zuerst nach Gottes Reich, dann wird euch alles zufallen. (Vers 33)

Das ist die gute Nachricht: Wir dürfen aufhören, uns um all diese begrenzten Dinge Sorgen zu machen und können uns stattdessen für Gottes Reich einsetzen. „Zutritt“ in das Reich Gottes erhalten wir, indem wir Jesus als König anerkennen. Wenn wir Jesus in unser Leben einladen, bereitet er uns jetzt schon eine Wohnung im Himmel. Die Ewigkeit ist ein Geschenk - wir können sie uns nicht verdienen. Jesus hat das alles schon für Sie und mich am Kreuz bezahlt.

Schon heute im Reich Gottes leben. Das beginnt mit einem Gebet z.B. so:

Herr, lass mich heute gute Entscheidungen nach deinen Maßstäben treffen, und lass in meiner Umgebung immer mehr Menschen unter deinen guten Einfluss kommen und dich erleben. Lass dein Reich kommen und deinen Willen geschehen. Amen.

Autor: Monika Scherbaum

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Eine Sonne mit Flügeln

Als Bibelwort hören Sie heute eine hoffnungsvolle Aussage von Maleachi, dem letzten Propheten aus dem Alten Testament: Maleachi 3,20

„Euch, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.“

„Euch“ heißt es zu Anfang. Ja, wir alle, die Gott und sein Wort ernst nehmen, sind damit gemeint. Wir alle sind „seine Leute“, sein Volk.

Ich finde dieser Satz drückt so viel Lebensfreude aus. Sie meinen, das Wort „Fürchten“ passt nicht dazu? Nun, dieses Wort „Fürchten“ bedeutet Ehrfurcht und Respekt vor Gott haben.

„Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.“

Bei dem Vergleich mit der Sonne habe ich sofort an die Frühlingssonne gedacht, die uns in wenigen Monaten wieder mit ihren Strahlen erwärmen wird. Doch ein ungewöhnliches Bild wird hier beschrieben „eine Sonne mit Flügeln - unter denen wir Heil und Genesung finden.“ Im Religionsunterricht habe ich schon viele Kinderbilder gesehen, doch ich erinnere mich nicht, dass je ein Kind eine Sonne mit Flügeln gemalt hat.

Gut zu wissen, dass im alten Orient die „geflügelte Sonnenscheibe“ weit verbreitet war. In der frühen Kirche war die Sonne oft ein Vergleichsbild für Jesus Christus. Auch viele Kirchenbilder zeigen uns den Glanz über der Krippe.

An Weihnachten haben wir es wieder gefeiert, dass Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Mit der Geburt von Jesus ist uns die Sonne der Gerechtigkeit aufgegangen und mit seinem Tod und seiner Auferstehung hat Jesus uns gerecht gemacht, damit wir vor Gott bestehen können.

Jesus ist der Heiland, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt! Wer zu mir kommt, der wird nicht wandeln in der Finsternis.“ (Joh 8,12)

Wer von Jesus und seinem Licht ergriffen ist, der sieht die Welt mit anderen Augen.

Auch wenn manchmal Gedanken hochkommen und uns fragen lassen: „Was bringt mir der Glaube? Die Treue? Das Festhalten an Gottes Wort?“ Der Vers beim Propheten Maleachi macht Mut, erwartungsvoll und getrost nach vorn zu schauen.

Denen, die Gott die Ehre geben, geht die Sonne auf. Denen, die ihn lieben, werden alle Dinge zum Besten dienen. Denen, die Jesus treu sind, ist Heil versprochen.

Auch wenn wir es oft nicht ahnen: Wissen wir eigentlich, wie wichtig wir für unsere Umgebung sind? Unser Leben zieht Kreise, oft viel weiter und größer, als wir uns vorstellen können. Unsere Taten im Glauben, unsere Art, wie wir mit Menschen umgehen, unsere Werte, unsere Haltung der Vergebung, all dies hinterlässt Spuren.

Und dann dürfen Sie und ich es ganz persönlich nehmen: Über dir, sagt der Prophet und beschreibt es bildhaft: „Wird die Sonne aufgehen!“ Gemeint ist damit:

Lass dich voll und ganz auf Gott ein. Sei bereit für Gottes gute Lösungen, vertrau ihm, dass er dir die richtigen Leute über den Weg schickt und dir neue Türen öffnet. Sei bereit für seine Überraschungen.

Dein Leben wird Wärme und Licht erfahren. Vielleicht hast du nicht die Macht und Berühmtheit, die du durch Gewalt erreicht hättest. Vielleicht hast du nicht das Geld, das du durch Lügen und Rücksichtslosigkeit anhäufen würdest. Doch du erfährst Gottes Liebe in deinem Leben und du wirst respektiert, weil du aufrichtig bist. Und sei dir sicher, durch den persönlichen Glauben an Jesus hast du eine tiefe Zufriedenheit, die von Gott kommt. Und diese Auswirkung geht weit über dein Leben hinaus, leuchtet dir den Weg zum Leben bei Gott - für immer.

Autor: Monika Scherbaum

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Trost

Paulus, der Apostel der Völker, hat Schweres durchmachen müssen. Er „verzagte am Leben“ (V. 8), schreibt er in einem Brief. Ja, er dachte, er müsse sterben. Da wurde ihm deutlich, dass er nicht allein ist. Gott steht ihm zur Seite in seiner Bedrängnis und gibt ihm Kraft. Das hat ihn getröstet. Das will er nicht für sich behalten. Er gibt sofort weiter, was er empfangen hat. So lesen wir im 2. Korintherbrief: „Auch wir können trösten, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott“.

Ob hier der Schlüssel liegt für die verbreitete Trostlosigkeit? Die meisten warten stets darauf, die eigenen Schmerzen loszuwerden. Uns liegt viel daran, dass unsere eigene Situation endlich besser wird. Dabei liegt der Trost vor der Tür: Wir erhalten ihn, indem wir ihn weitergeben, indem wir selber andere trösten. Wenn wir kranke Christen besuchen, können wir immer wieder erleben: Wir möchten ein tröstendes, helfendes, mutmachendes Wort sagen. Am Ende gehen wir selbst getröstet nach Hause.

„Einen Menschen zu trösten, ist Pflicht und Arbeit der Nächstenliebe“, sagte ein Theologe. Wir sollten uns dieser Aufgabe nicht entziehen. Entscheidend ist, dass mein Trost ein Trost ist, der vom Vater allen Trostes kommt. Das heißt nicht, dass ich meine Mitmenschen mit zu vielen Bibelworten überfordern soll. Besser ist es, gezielt ein Wort Gottes weitergeben. Dazu ein Beispiel aus dem Leben des verstorbenen Altlandesbischofs Theo Sorg.

Als Theo Sorg noch Prälat in Stuttgart war, kam er ins Krankenhaus. Er ist körperlich so geschwächt, dass er kaum sprechen und etwas aufnehmen kann. Mit der körperlichen Schwäche überkommt ihn eine geistliche Schwachheit, die er so nicht kannte. Sein Glaube beginnt zu flackern wie eine brennende Kerze im Wind. Christen wollten ihn mit dem Wort trösten: „Als Theologe wissen Sie ja, wo wir uns Kraft und Trost holen können.“ Doch auch für einen Theologen gibt es Situationen, in denen man das eben nicht mehr weiß und nicht mehr selbst vollziehen kann.

Eines Nachmittags besucht ihn sein Bischof. Mit dem geübten Auge des Seelsorgers erkennt er die Situation, in der sich Theo Sorg befindet. Er merkt, dass ein Gespräch rasch an seine Grenzen kommt. Er setzt sich einige Zeit still an das Bett des Kranken. Ehe er sich dann verabschiedet, stellt er sich ans Fußende, nimmt den Patienten fest in seinen Blick und sagt: „Ich lasse dir jetzt ein Wort hier, das dich in deiner Krankheit stärken und aufrichten kann.“ Dann spricht der Bischof ihm mit stillem Nachdruck ein Bibelwort zu. Es lautet: „Der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht.“

Mehr sagt er nicht. Nur dieses eine Wort. Zweimal wiederholt er es. Dann ein Händedruck, und er verlässt das Zimmer. Theo Sorg schließt sein Erlebnis mit den Worten: „Dieses Wort war für mich wie Wasser auf dürres Land. Tief habe ich es in mich aufgenommen, habe es ins Herz gefasst als ein Losungswort, das mich durch die Tage der Krankheit begleitet und mich im Innersten aufgerichtet hat.“

Dieses Beispiel zeigt uns, wie ein Bibelwort, in Vollmacht gesprochen, einen Menschen trösten kann. Lassen Sie sich für heute die Augen öffnen für den Menschen, den Sie mit einem Wort Gottes trösten können.

Autor: Pfarrer Johannes Hruby

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Hoffnungszeichen

In vielen Häusern und an unzähligen Stellen unserer Dörfer und Städte strahlen uns Hoffnungszeichen an. Damit sie auch keiner übersieht, sind sie sogar beleuchtet.

Ich denke an die Christbäume. Die grüne Tanne hat eine klare Botschaft: Es gibt noch Hoffnung. Die Farbe Grün steht bekanntlich für die Hoffnung. Diese Hoffnung hört nach den Weihnachtstagen nicht auf. Die immergrünen Tannenbäume, die zu allen Jahreszeiten ihre grünen Tannennadeln tragen, sprechen eine klare Sprache. Die Hoffnung hört niemals auf. Ohne Hoffnung können wir nicht leben. Aber auf was gründen wir unsere Hoffnung? Auf was hoffen wir?

Der König David hat erfahren, dass es sich lohnt, auf Gott zu hoffen. Er stellt fest: „Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn!“ Die Neues Leben Bibel übersetzt: „Glücklich ist der, der auf den Herrn vertraut“.

David befindet sich in einer Krise. Er weiß nicht weiter. Er ist verzweifelt. Er hat Schuld auf sich geladen. Diese ganz Last wirft er Gott zu Füßen. David klagt Gott sein Leiden, seine Not und seine Verzweiflung. Er schreit sogar zu Gott. Er setzt seine ganze Hoffnung auf Gott, dass er ihm aus dem Schlammassel hilft. Und tatsächlich. Gott hat ihn gehört und errettet. David bekennt: „Er rettete mich aus dem Sumpf der Verzweiflung“ (Psalm 40,3 - NLB).

Diese Erfahrung will er nicht bei sich behalten. Sie soll andere Menschen animieren, sich Gott ganz anzuvertrauen. David sagt voraus: „Viele werden sehen, was Gott getan hat, und darüber staunen. Sie werden dem Herrn vertrauen.“ Wenn wir sehen, wie Gott anderen Menschen geholfen hat, dann gibt uns das Mut, genauso zu handeln. Die Taten Gottes wirken Hoffnung und Gottvertrauen

Seit Monaten befinden wir uns alle in einer großen Krise. Viele sind verzweifelt, weil das Coronavirus unser Leben radikal auf den Kopf gestellt hat. Gibt es eine Hoffnung in dieser Krise? Um mit einer Krise umzugehen, kann es helfen, sich daran zu orientieren, wie andere Menschen mit schweren Situationen umgegangen sind. Der Reformator Martin Luther hat 1516/17 die Pest selbst erlebt. Ungefähr 100 Jahre später gab es wieder eine Pest. Zu dieser Zeit lebte der Liederdichter Paul Gerhardt. Fast seine ganze Familie hat er durch die Seuche verloren.

Die Liedtexte von Martin Luther und Paul Gerhardt zeugen von einer großen Glaubensfreude und von einem geradezu trotzigen Gottvertrauen in schweren Zeiten. „Ein feste Burg ist unser Gott“, dichtete Luther. Paul Gerhardt schrieb Zeilen wie diese: „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich.“

Auch dieses Lied stammt von Paul Gerhardt: „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“

Dieses Lied zeigt: Es gibt eine Hoffnung, dass ein Größerer, Stärkerer die Welt in seinen Händen hält. Dieser starke Gott weiß Wege und lenkt die Bahnen. Kein Virus und keine Verzweiflung können diese Hoffnung auslöschen. Setzen wir unser ganzes Vertrauen auf diesen großen Gott. „Glücklich ist der Mensch, der auf den Herrn vertraut“.

Autor: Pfarrer Johannes Hruby

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Notwendiges Übel

Das war sicher die verrückteste Nacht, die diese Männer je erlebt haben. Umso erstaunlicher, mit welcher Eindeutigkeit sie feststellen: Der Herr, Gott selbst, hat uns diese Botschaft zurufen lassen. Dabei sagte man ihnen nach, nicht zu den Frömmsten im Lande zu gehören.

Regelmäßigen Besuch in der Synagoge ließ ihr Dienst nicht zu. Die Kälte der Nacht brachte sie dazu, mehr innere Wärme zu suchen in Form von Wein oder stärkeren Getränken. Wer sich nicht vor wilden Tieren fürchtet oder vor Dieben, die versuchen, Schafe zu stehlen, der ist auch sonst vielleicht eher rauflustig und geht keinem Streit aus dem Weg. Alles in allem - Hirten waren aus dem Blickwinkel der anderen Menschen ein Übel, wenn auch ein notwendiges.

Aber gerade sie werden in dieser Nacht angesprochen. Ja, sie erkennen sogar, dass es Gott ist, der hier zu ihnen spricht. Und so machen sie sich auf den Weg. Sie wollen wissen, was geschehen ist. Vielleicht wollen sie sogar den Wahrheitsgehalt prüfen. Aber sie spüren auch, dass es sie selbst betrifft. Darum leisten sie es sich, die Herden nur mit einer Notwache zurückzulassen.

Ich wünsche Ihnen allen, dass auch Sie sich voller Neugier auf den Weg machen zu Jesus. Das ist nicht selbstverständlich - trotz so vieler Feiertage. Der Sinn des Christfestes ist doch ziemlich überlagert und zugedeckt mit vielen anderen Dingen - und seien sie noch so schön. Ich wünsche Ihnen, dass Sie zum Kind in der Krippe kommen, auch wenn Sie dabei überrascht entdecken – das ist der Mann aus Nazareth. Das ist der, der am Kreuz starb. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich nicht abwenden, weil das Kreuz Sie erschreckt, sondern dass Sie entdecken – das alles gehört zusammen.

In der Advents- und Weihnachtszeit ist unsere Wohnung immer geschmückt. Da stehen mehrere Krippen, eine große Pyramide und mehrere Schwibbögen. Einen dieser Bögen liebe ich besonders - obwohl auf ihm keine Kerze steht, sondern nur daneben. Er stammt von einer Diakonisse des Mutterhauses, in dem ich viele Jahre tätig war. Nicht Bergmann und Klöpplerin schmücken ihn, sondern eine Krippenszene. Und der große strahlende Stern im oberen Bereich ist zugleich ein Kreuz.

Wer immer dieses Motiv einmal entworfen hat, hat zusammengebracht, was zusammengehört. Der zweite Weihnachtsfeiertag macht es uns bewusst: Stephanustag, Erinnerung an den ersten Märtyrer der jungen Gemeinde. Jener Stephanus, der gesteinigt wurde, weil er von Jesus sprach, dem Sohn Gottes und Erlöser. Krippe und Kreuz gehören zusammen. Wir dürfen sie nicht gedanklich auseinanderreißen. Das Kind, dessen Geburt wir feiern, ist der, den Gott gesandt hat, um uns zu erretten. Das ist mehr als nur ein Tagesereignis. Es ist Geschichte Gottes mit Ihnen und mir.

Die Hirten haben sich nicht nur alles angesehen und geprüft, was daran wahr ist. Sie haben es dann auch weitererzählt. Wer einmal den Zusammenhang zwischen Krippe und Kreuz, zwischen damals und heute, zwischen Jesus und sich selbst entdeckt hat, der hat etwas zu erzählen. Und diese Tage sind doch auch Erzähltage. Wie wäre es, wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, weitererzählten von Krippe und Kreuz und Gottes persönlicher Geschichte mit Ihnen?

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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Gut dran!

Letzte Worte aus Psalm 144. David denkt als König staatsmännisch und fromm zugleich - an sein Volk und an all das Gute, das Gott für dieses Volk bereitgehalten hat und bereithalten will. Vom Stil her tut David das in einer Weise, die den Seligpreisungen der Bergpredigt entspricht.

Wohl dem, das heißt auch "gesegnet". Oder: "selig". Das Volk ist gut dran, dessen Gott der Herr ist. Denn er gibt genug zum Leben für alle - und er gibt vor allem Frieden: "Kein Klagegeschrei auf den Gassen" - wie es in Vers 14 heißt. Davids Fazit: Wenn Gott mit uns ist, dann müssen wir uns nicht sorgen. Dann sind wir gut dran, weil Gott gut ist. Er sorgt für sein Volk.

Diese Erfahrung Davids lässt sich übertragen. Sie galt nicht nur vor fast 3000 Jahren. Sie gilt bis auf den heutigen Tag. Das können wir gerade in diesen Tagen entdecken: Wir feiern heute das Christfest. Gott kommt uns ganz nah. Er wird Mensch in einem kleinen Kind.

Und doch ist etwas neu. Jesus - das Kind in der Krippe - ist der Heiland der Welt. Und die Seligpreisungen, die David damals ausgesprochen hat, galten - genauso wie seine Botschaft - allen Menschen. Das bedeutet: Das Kind, dessen Geburtstag wir heute feiern, hat Brüder und Schwestern in Europa wie in Afrika oder Asien. Und in Amerika und Australien auch.

Darum reicht es seit Christus nicht mehr, in Völkern zu denken. Der Christusglaube ist von Anfang an international. Menschen aus allen Erdteilen werden eingeladen. In aller Welt waren Missionare unterwegs und sind es immer noch. Und überall verkündigen sie, dass Gott uns ganz nahekommt. Und dass wir als Christen gut dran sind, wenn Gott unser Herr ist.

Mindestens drei Gründe gibt es dafür:

1. Christen sind im Leben gut dran, weil wir eine Orientierung haben.

Der Glaube an Jesus lässt sich nicht auf das Leben nach dem Tod reduzieren. Aber Jesus ist auch nicht der Joker für ein Leben im Wohlstand.

In den Jahresrückblicken dieser Tage taucht immer wieder ein Stichwort auf: Corona-Pandemie. Wie viele Opfer wird sie gefordert haben? Was bedeutet das alles? Welche Folgen hat es für uns? Da melden sich auch immer wieder Durcheinanderbringer zu Wort - manchmal sehr lautstark. Wenn Gott unser Herr ist, kann uns das weder verwirren noch erschrecken. Sein Sohn gibt uns Orientierung.

2. Wir sind in schweren Zeiten gut dran, weil wir einen Halt haben.

Manche sind hart getroffen und haben Menschen verloren. Oder sie leiden an dieser oder an anderen Krankheiten. Dennoch gilt: Der ist gut dran, dessen Gott der Herr ist. Der Herr Jesus Christus. Der Heiland der Welt.

3. Wir sind am Lebensende gut dran, weil wir eine Hoffnung haben.

Im Leben und im Sterben getragen von Hoffnung - das schwingt mit, wenn es heißt: Wohl dem.

Das sind mindestens drei gute Gründe, den heutigen Christtag zu feiern. Ein bisschen besinnlich, im Nachdenken darüber, dass wir wirklich gut dran sind. Und vor allem fröhlich. Denn wir feiern doch, dass der Zuspruch Gottes Gestalt angenommen hat in Jesus Christus. Christ der Retter ist da. Darum: Freuet euch ihr Christen alle!

Autor: Direktor Manfred Schultzki

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Durst ist schlimmer als Heimweh

„Durst ist schlimmer als Heimweh“, so sagt es ein Sprichwort. Als Kind konnte ich das schlecht nachvollzeihen, denn ich selbst war ein ausgesprochenes Heimwehkind. Vielleicht hatte mein Durst ja immer noch ein erträgliches Maß. Vielleicht war auch der Begründer dieser Volksweisheit wenig vom Heimweh geplagt. Aber überhaupt: Was hat Durst denn mit Heimweh zu tun?

Wie immer dem auch sei: Wassermangel ist in der Tat bedrohlicher als Heimweh. Für den Körper ist Flüssigkeit lebensnotwenig. Daher ist es auch wichtig, dass der Körper mit dem Durst einen starken Hilferuf sendet, wenn ihm Flüssigkeit fehlt.

Aber nicht nur unser Körper kann bei einem Mangel Hilferufe senden, sondern auch unsere Seele. Und die steht in der Bibel oft für den Menschen in seiner Gesamtheit.

So heißt es in Psalm 42:

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? (Vers 3)

Wenn jemand so spricht, dann zeigt das seine starke Sehnsucht Und diese hat sein ganzes Leben erfasst.

Mit dem Schrei nach Leben machen sich alle Menschen bewusst oder unbewusst auf die Suche. Der Schreiber des Psalms muss jedoch nicht mehr suchen. Er kennt die Ursache seines Verlangens und weiß, dass es bei Gott gestillt wird. Aus dem Psalm geht hervor, dass dieser im Norden Israels verfasst wurde.

Welche Umstände den Schreiber auch gerade dort festhalten: Er ist von gottlosen Menschen umgeben. Und diese spotten zudem noch über seinen Glauben. Nun gehen seine Gedanken zu den feierlichen Gottesdiensten, die er bisher erlebt hat. Wie gerne wäre er jetzt an jener heiligen Stätte.

Diese räumliche Entfernung verstärkt sicherlich auch noch, dass er sich Gott so fern fühlt und er sehnt sich umso mehr nach seiner Nähe.

Aber ist die Entfernung zu Gott nicht überhaupt das Grundproblem eines jeden Menschen? Diese Trennung entstand, weil der Mensch Gott den Rücken gekehrt hat.

So wie Wassermangel unseren Körper bedroht, so ist das Getrenntsein von Gott eine noch größere Bedrohung für unsere Seele. „Durst ist schlimmer als Heimweh“. Ich denke, dem können wir zustimmen.

Aber gerade kommt mir noch ein anderer Gedanke in den Sinn - nämlich: Der Durst der Seele kommt vom Heimweh. Und zwar vom Heimweh nach Gott und der verlorenen Heimat bei ihm.

Aber Gott wollte nicht, dass der Mensch auf ewig heimatlos ist. Bildhaft sollen wir in einem Lied daran erinnert werden, dass uns durch Jesu Kommen in die Welt diese Heimat nun nicht mehr verschlossen ist. Und am heutigen Heiligabend wird es wieder in vielen Gemeinden gesungen: „Heut schließt er wieder auf die Tür zum ew’gen Paradeis.“

Jesus kam zu uns auf die Erde, um durch seinen stellvertretenden Tod und seine Auferstehung den Weg zur Heimat bei Gott wieder frei zu machen.

Vielleicht hören Sie heute zum ersten Mal, dass Jesus sich auch um den Durst Ihrer Seele kümmern will. Er ist da. Sie können jederzeit mit ihm reden.

Vielleicht möchten Sie auch folgende Worte mitbeten: Herr Jesus Christus, Du bist auch für mich in die Welt gekommen, damit ich nicht in der Trennung von Gott bleiben muss, sondern Heimat bei ihm finden kann. Du willst meine Sehnsucht stillen und mir heute und in Ewigkeit erfülltes Leben schenken. So will ich Dir mein ganzes Leben mit seiner Sehnsucht anvertrauen. Amen.

Autor: Andrea Hoppstädter

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Im Tunnel

Ein kleiner Junge darf zum ersten Mal mit seinem Vater in der Eisenbahn mitfahren. Voller Neugier und froher Erwartung stehen sie auf dem Bahnsteig. Endlich fährt der Zug ein. Vater und Sohn suchen sich einen Platz. Das Abteil ist nun mit ihnen vollbesetzt. Der Junge schaut aus dem Fenster und plaudert mit den Mitreisenden über alles, was er draußen sieht. Ganz vergnügt genießt er die Reise und plappert munter darauf los. Plötzlich fährt der Zug in einen Tunnel. Es wird finster. Der Junge verstummt. Er sagt kein Wort mehr. Es wird dunkler. Da schiebt der Junge seine Hand zum Vater hin und fragt: „Papa, bist Du noch da?“ Der Vater nimmt die Hand des Jungen und sagt: „Ja ich bin noch da!“ Bald kommt der Zug aus dem Tunnel heraus. Es wird hell. Der Junge beginnt wieder zu plappern. - Soweit die Geschichte, die uns Axel Kühner in einem Buch erzählt.

„Ja, ich bin noch da.“ Vermutlich fallen auch Ihnen Situationen ein, in denen Sie solche oder ähnliche Worte hörten. Worte, die trotz Schwierigkeiten wieder Geborgenheit und Gelassenheit aufkeimen ließen. Gerade in dunklen Zeiten können solche Worte Trost und Halt geben. Manchmal genügt aber auch schon ein Händedruck oder die bloße Gegenwart eines anderen.

Wenn schon Menschen uns Geborgenheit vermitteln können, um wieviel mehr dann Gott selbst. Diese Erfahrung drückt David in Psalm 3 so aus:

Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR hält mich.

Aus Davids Worten klingt tiefe Gelassenheit. Man könnte vermuten, dass in seinem Leben gerade alles glatt läuft. Aber wie der Junge im Zug einen dunklen Streckenabschnitt erlebt, so erlebt David gerade wieder einen seiner dunklen Lebensabschnitte. Denn er muss vor seinem eigenen Sohn Absalom fliehen. Ein großes Heer hat sich um Absalom gebildet und Davids Leben ist bedroht. Dennoch kann er in dieser schlimmen Situation Gott vertrauen, sonst könnte er kaum solche Worte aussprechen.

David musste sich im Gottvertrauen aber auch zuvor schon üben, da sein Leben nicht zum ersten Mal ernsthaft bedroht ist. Obwohl David auch Stunden kennt, in denen er fast verzweifelt wäre, so wird ihm doch diese innere Gewissheit immer wieder gegeben, dass Gott bei ihm ist. Er weiß sich von Gott gehalten. Und dieses Wissen ist zum Grundtenor in seinem Leben geworden.

So finden wir viele vertrauensvolle Worte und Gebete von David in den Psalmen. Er weiß um die Gegenwart Gottes. Auch im finsteren Tal in Psalm 23 leuchtet die Gewissheit: „…denn du bist bei mir.“

Gottes Gegenwart gibt David Trost. Die Erkenntnis, dass Gott bei ihm ist, ruht trotz aller Dunkelheit über seinem Leben. Er hat bei Gott seinen Halt gefunden.

Vielleicht wünschen Sie sich auch einen solch starken Halt wie ihn nur Gott geben kann. Einen Halt, der nicht wegbricht oder uns wieder fallen lässt. In Jesus Christus, seinem Sohn, ist Gott uns Menschen nahegekommen. Jesus kam für uns in die Welt und hat uns eingeladen, unser Leben bei ihm festzumachen. Er will uns Geborgenheit und Halt geben – nicht nur heute, sondern auch in Ewigkeit. Er lädt auch Sie dazu ein. Und sollten Sie, so wie der Junge in der Geschichte, zwischendurch mal an seiner Gegenwart zweifeln: Er ist trotzdem da.

Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie auch immer wieder sein „Ja, ich bin noch da“ erfahren – auch und gerade in den Tunnelfahrten Ihres Lebens.

Autor: Andrea Hoppstädter

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Einmal kann ich meine Uhr wegwerfen!

„Als ich einmal unseren fünfjährigen Jungen abends in den Schlafanzug packte,“ erzählt ein Vater, „schaute er zum Fenster hinaus in die abendliche Landschaft, sah die Sonne hinterm Horizont verschwinden und sagte: „Jetzt wird der Tag umgeblättert.“

Was für ein treffendes Bild aus dem Mund eines Kindes für das Vergehen der Zeit: jeder Tag eine einzelne Seite im Buch der Zeit! In neun Tagen wird in diesem Buch ein Jahr umgeblättert. Freut Sie das? Vielleicht ja, weil Sie jung und optimistisch sind und sich sagen: „Es kann 2021 nur besser werden!“ Oder auch nicht, weil Sie den Zenit Ihres Lebens längst überschritten haben und ahnen: „Meine Ressourcen an Zeit, diese Vorräte sind nicht endlos! Sie werden mit jedem Jahr weniger. Und irgendwann gehen sie ganz zu Ende.“

Ob wir dann nicht alle, Jung und Alt, aufhorchen müssten, wenn im heutigen Bibelwort der Sänger von Psalm 102 zu Gott sagt: „Du bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.“?

Unsere Jahre haben ein Ende. „Unser Leben währt 70 Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind's achzig Jahre", heißt es in einem anderen Lied im Alten Testament. (Psalm 90,10)

Diese Begrenzung trifft aber nicht bloß auf die Lebensdauer, sondern auch auf seine Qualität zu! Ein hohes Alter ist oft geprägt von körperlichem oder geistigem Abbau. Ganz anders Gott! Seine Jahre sind grenzenlos. Seine Kraft kennt keine Abnutzungs- oder Verfallserscheinungen. Gott bleibt, wie er ist! Immer derselbe. Auch in seinem Wesen: barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue. Deshalb hatte er sich einem Mose auch so vorgestellt: "Ich werde sein, der ich sein werde." Oder wie man Gottes Namen aus dem Hebräischen auch übersetzen kann: „Ich werde da sein, wie ich immer da sein werde.“

Unvorstellbar, aber erfahrbar: Unser Gott ist ein „Immer-da-Gott“! In jeder Lebenslage: ob wir lachen oder weinen, gesund oder krank sind, seine Nähe spüren oder nicht, seine Wege verstehen oder nicht. Das „Dabeisein Gottes" bei allen Hoch-Zeiten und Tief-Zeiten unseres Lebens – auf unseren grünen Auen und in unseren finsteren Tälern – das ist unser Glück. Das Dabeisein Gottes ist unsere Freude und Kraftquelle, unser Trost und Halt, unser Bergungsort.

Denn womit ein Mose vor tausenden Jahren das Volk Israel gesegnet hat, ist bis heute bleibende Wahrheit: „Zuflucht ist bei dem Gott, der von alters her ist, und unter seinen ewigen Armen.“ (5. Mose 33,27)

Trauen wir dieser Wahrheit! Bergen wir uns in diesen ewigen Arme! Erst recht, weil Gott sie vor 2000 Jahren aus Liebe in seinem Sohn nach uns ausgestreckt hat. Seitdem Jesus, mit angenagelten Armen an einem Kreuz hängend, sterbend schrie: „Es ist vollbracht", streckt uns Gott seine Hand zur Versöhnung hin. Wer in sie einschlägt, der ist gerettet! Gerettet für den Himmel. Gerettet für ein Leben ohne Ende.

Was das heißt, ging mir im Sommer dieses Jahres im Monbachtal bei Bad Liebenzell ganz neu auf. Zum Abschluss unserer Freizeit spielte uns Jürgen Werth ein Video mit dem Pantomimen Carlos Martinez vor. Ich war sehr gespannt, wie er das bekannteste Gebet Jesu, das Vaterunser, pantomimisch – ohne Worte, nur mit Gesten – deuten würde. Vor allem den letzten Satz: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“

Zu meiner Überraschung nahm Carlos Martinez aber nur seine Armbanduhr ab, warf sie in hohem Bogen weg und ging dann lachend ab – ins Licht! Ich verstand: In der Ewigkeit braucht es keine irdischen Zeitmesser mehr. Da kann ich meine Uhr wegwerfen. Es gibt dann kein Gestern oder Morgen. Nur ein göttliches, ewiges Heute.

Was für eine Zukunft! In der Vorfreude auf sie sage ich jetzt noch lieber als bisher am Ende des Vaterunsers: „Amen.“ Das ist gewisslich wahr!

Autor: Pfarrer i. R. Gerhard Weinreich

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Gott nahe sein ist unser Glück!

In drei Tagen ist Weihnachten. Auch wenn im vergangenen Jahr eine halbe Million Evangelische und Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten sind, dürften am Heiligen Abend die Gottesdienste vermutlich wieder gut besucht sein. Egal, ob virtuell oder real.

Als junger Vikar ärgerte es mich, dass immer so viele "U-Boot Christen" die Christvesper oder Christmette füllten. Sie waren ja nur nach dem Motto gekommen: „Alle Jahre wieder“, um dann wieder für ein Jahr unterzutauchen! Was ich davon hielt, habe ich ihnen deutlich, aber recht lieblos gesagt. Heute schäme ich mich dafür. Auch wenn ich mich damals auf Jesaja 29, Vers 13 hätte berufen können, in dem Gott Israel vorhält: "Dies Volk naht mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“                                                              

Heute freue ich mich von Herzen, wenn ich an Weihnachten in der Kirche viele Menschen sehe, die ich sonst im Gottesdienst nicht sehe. Ob sie dazu die geheime Sehnsucht treibt: Weihnachten muss doch mehr sein als Christbaum und Geschenke, Festessen und Familientreffen?

Ja, es gibt einen Mehrwert von Weihnachten! Worin er besteht? Der Himmel kam da zur Erde. Gott kam uns ganz nahe! Schenkte der Welt seinen Sohn als Retter. Nur aus einem Grund: Damit diese Welt nicht verloren geht. Kein Mensch verloren ist. Auch Sie und ich nicht hoffnungslos verloren sind in der Welt des Todes. Was für eine Liebe!

Wie ernst es Jesus mit ihr war, hat er uns auf einem Hügel vor den Toren Jerusalems gezeigt. Dort bezahlte er die Schuld unseres Lebens – alles, was Sie und ich Gott und Menschen schuldig geblieben sind – an einem Kreuz mit seinem eigenen Leben.

Müsste eine solche Liebe nicht allen Menschen zu Herzen gehen? Unbegreiflicherweise ist dem nicht so! Viele verschließen Gott ihr Herz. Das kann auch in einem Gottesdienst geschehen, selbst an Weihnachten! Man singt die alten Weihnachtslieder. Doch man ist mit dem Herzen nicht dabei. Man singt sie als Gottesdienstliebhaber sogar auswendig. Aber ihre Worte gehen nicht mehr zu Herzen. Sie sind zu reinen Lippenbekenntnissen verkümmert – ohne Freude über Weihnachten.

Obwohl man gerade in "Stille Nacht, Heilige Nacht" singt: „Christ, der Retter, ist da!“ Oder in „O du fröhliche, o du selige“ gerade singt: "Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ – nämlich mit Gott! Könnten wir das wieder zur Ehre Gottes fröhlich und freudig singen lernen?

Ich denke an ein Krippenspiel mit drei Erwachsenen in den Hauptrollen. Jeder von ihnen soll dem Jesuskind etwas mitbringen, das ihm ganz wichtig ist und ein paar Worte dazu sagen. Mir ist der Dritte von ihnen unvergesslich. Der Mann hatte nur ein Blatt Papier in der Hand, legte es in die Krippe und sagte: „Ich wollte zuerst überhaupt nicht mitmachen; meine Hände sind leer wie dieses Blatt. Mein Herz ist voller Sehnsucht nach Glück, voll Unruhe, Suchen und Zweifel. Ich habe die Hoffnung, Kind in der Krippe, dass du kamst, um uns etwas zu bringen. Ich bin leer, aber mein Herz ist bereit zu empfangen.“

Wer so mit leeren Händen und einem leeren Herzen zu Jesus kommt – ob in einem normalen Sonntagsgottesdienst oder in einem festlichen Weihnachtsgottesdienst – dessen Herz ist nicht fern von Gott. Ihm kommt Gott ganz nahe!

David, der große König Israels, konnte davon in Psalm 34 ein Lied singen: „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.“ Schalten wir daher in jedem Gottesdienst bei Jesus auf Empfang, damit er uns Freude, Trost und Geborgenheit bringt. Und jeder von uns mit Psalm 73 dankbar bezeugen kann: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“

Autor: Pfarrer i. R. Gerhard Weinreich

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Warum tut Gott so etwas?

Gott tut so manches, was wir nicht verstehen. Es gibt leider keine Verheißung in der Bibel, dass wir Gott verstehen werden. Dennoch können wir immer wieder staunen, wenn wir etwas von Gottes gutem Willen erkennen.

Der Epheserbrief ist gerade im ersten Abschnitt voll vom Staunen über Gottes guten Willen und über das, was er für uns bereit hat. Paulus hat das in einen langen Satz gepackt und stellt immer wieder fest: In ihm, in Jesus, haben wir die wunderbarsten Dinge. Aber es werden uns auch Gottes Ziele für uns mitgeteilt. In Kapitel 1,5 heißt es: er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens.

Viele Ausleger denken, dass die letzten Worte aus Vers 4 noch dazu gehören. Dann heißt es: In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens.

Hier ist von Gott die Rede. Er hat an den Anfang der Beziehung mit uns seine Liebe gestellt. Erstaunlicherweise geht es bei ihm nicht zuerst um Anspruch und Forderung. Er sucht die Menschen. Er hat ihnen so viel zu bieten. Das, was ihn dazu treibt, ist seine Liebe und seine Gnade. Sein Wille ist, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Wir sehen aber viele Menschen, die das nicht annehmen. Hier kommt das etwas belastete Wort „vorherbestimmt“ vor. Daran knüpfen sich die wildesten Vorstellungen. Mir hat die Erklärung sehr geholfen: Wir stehen vor einer Tür. Darauf steht: Alle sind eingeladen. Wenn man durch die Tür eingetreten ist und sich umdreht, sieht man über der Tür den Satz stehen: Du bist erwählt. oder: Du bist vorherbestimmt.

Grundsätzlich ist es so, dass wir Gott nicht erfassen können. Er steht außerhalb der Zeit. Wie er unser Leben sieht - auch im Voraus - davon haben wir keine Ahnung. Er hat uns den freien Willen gegeben. Wir können nein sagen zu seiner Einladung. Aber bei vielen Menschen erreicht er doch sein Ziel, sie wieder zu sich zu ziehen. Kinder Gottes zu sein ist nur möglich durch Jesus Christus. Und das entspricht nicht nur einfach dem Willen Gottes, es ist nach dem Wohlgefallen seines Willens.

Das beschreibt die unfassbare Haltung Gottes; sein Evangelium ist eine gute Nachricht. Er will viel mehr geben, als wir uns vorstellen können. Seien wir also nicht so falsch bescheiden. Freuen wir uns über diesen Gott, dem es wohlgefallen hat, uns durch Jesus Christus zu erlösen. Freuen wir uns, wenn wir es ergriffen haben.

Und für alle, die das noch nicht angenommen haben, bietet sich jetzt die einmalige Gelegenheit, es zu tun. Gott ist nur ein Gebet weit entfernt. Er sucht seine Menschen. Er wartet darauf, dass wir sein Angebot annehmen. Dazu ist er an Weihnachten zu uns in diese Welt gekommen.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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Jesus als Freudenbremser?

Ich freue mich sehr, wenn Menschen sich so richtig freuen können. Wie steht es bei Jesus mit der Freude? Ist er ein Freudenbremser?

Jesus sendet seine Jünger aus, erst die engsten Zwölf, dann noch weitere siebzig. Er möchte, dass das Evangelium zu den Menschen kommt. Er vervielfältigt also seine Arbeit. Er gibt den siebzig Jüngern Vollmacht, das Reich Gottes zu verkünden und Kranke zu heilen. Als sie zurückkommen, sind sie voll Freude und staunen, dass sie auch die Dämonen im Namen Jesus austreiben konnten.

Jesus antwortet ihnen. Er bestätigt ihnen die Vollmacht über die Dämonen. Dann aber kommt etwas, das ihre Freude dämpft oder - besser gesagt - verlagert. Es steht im heutigen Lehrtext, Lukas 10,20 Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber, dass eure Namen im Himmel angeschrieben sind! Also freuen sollen sie sich schon, aber nicht über die großartigen Erfolge.

Die Erfolge können uns vom Eigentlichen ablenken, von Gott und seinem Wirken. Jesus weist hier darauf hin: Das Entscheidende ist, wie unsere Beziehung zu Gott ist. Gehören wir ihm? Stehen unsere Namen im Buch des Lebens? D.h. haben wir zum lebendigen Glauben an Gott durch unseren Erlöser Jesus Christus gefunden?

Unsere Erfolge und Misserfolge, ob sie echt oder nur scheinbar sind, sind nicht das Entscheidende. Wirklich wirken kann ich nur, wenn die Verbindung nach oben steht. Es ist die Gefahr, vor lauter Geschäftigkeit die Ausrichtung auf Gott zu verlieren. Nur in der Verbindung mit Jesus habe ich die Vollmacht. Tramchristen hat das mal jemand genannt. Das Tram, die Straßenbahn, bewegt sich nur, wenn sie Kontakt mit der Oberleitung hat. Das brauchen wir auch: Kontakt mit der Kraft Gottes. Sie kann uns in Bewegung setzen.

Im ersten Kapitel des Epheserbriefes heißt es immer wieder „in ihm“. In ihm, in Jesus, habe ich alles, getrennt von ihm gar nichts.

Erfolge können uns stolz machen. Wir suchen dann die Erfolge und nicht den Urheber. Trotzdem möchte ich mich nicht so schnell damit zufriedengeben, dass so wenig von unserem Wirken zu sehen ist. Christsein ist in vieler Hinsicht eine Gratwanderung. Man kann auf der einen Seite oder auch der anderen hinunterrutschen. Entweder in die Aktivität oder in die Tatenlosigkeit.

Der Grat dazwischen ist: Das heute tun, was Gott durch mich tun will. In der Verbindung mit ihm bleiben. Mich ihm zur Verfügung stellen. Mich über ihn freuen und fröhlich sein, dass ich zu ihm gehören darf und dass er durch mich wirken will.

Da geht es durchaus auch um den Glauben daran, welche Vollmacht ich als seine Jüngerin erhalten habe. Bin ich zu kleingläubig? Wage ich zu wenig? Da hilft uns die Jahreslosung dieses zu Ende gehenden Jahres: Ich glaube, hilf meinem Unglauben. Markus 9,24 Also bleiben wir dran an Jesus, am Glauben, am Tätigsein.

Autor: Pfarrerin Dagmar Rohrbach

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