ERF Plus - Wort zum Tag

Wegweiserkreuz

Das Bild hatte meine Aufmerksamkeit erregt. Eine christliche Verteilzeitschrift im Großdruck. Auf der Titelseite ein leuchtendes Kreuz mit dem Untertitel „Wegweiserkreuz“.

Als Pastor war ich sofort angesprochen und nahm mir einige Exemplare für die nächste Predigt mit. Gottes Wort erging durch Jesaja vor 2500 Jahren an sein Volk - und an uns: „Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben.“ Jesaja 57,18

Was für ein Bild und was für ein Wort! - in meinen Tag und in unser Leben! „Wegweiserkreuz“- ein großes leuchtendes Kreuz, das mich anstrahlt mit scharfen Kanten und einem vergrößerten wegweisenden Arm wie ein Verkehrsschild. Da geht es lang.

Vielleicht: Emmaus 5km. Für Sie vielleicht ein anderes Ziel, das Ihnen im Blick auf Jesu Wegweisung deutlich wurde. Unten im Bild, das ich mitgenommen hatte, ist alles verschwommen. Da tasten und suchen einige Personen - die Emmausjünger? - wie im Morgennebel, der sich langsam auflöst. Bin ich dabei? Und Jesus, der mir ein Wort zuspricht?

Wie sieht es aus mit Ihrem Weg durch diesen Tag? Was haben Sie vor? Zu seinem Volk sagt Gott: „Du hast dich abgemüht mit der Menge deiner Wege und bist müde geworden.“

Eine Freude, dass wir durch Jesus dazugehören! Er sagt uns: Ich kenne dich - sehe deine Sorgen und deine Gedanken für diesen neuen Tag und alles, was dich umtreibt oder belastet. Ich will dich heilen und leiten und trösten. Was für Zusagen Jesu in diesen Tag hinein! Die Jünger damals suchten die Nähe ihres fremden und doch irgendwie vertrauten Begleiters und luden ihn ein, bei ihnen zu bleiben. Brannte nicht unser Herz, als wir mit ihm auf dem Wege waren? Und sie erkannten ihn als den Auferstandenen, als er ihnen das Brot brach.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit Jesus in diesen Tag gehen. Vielleicht mit einem Blick auf das Wegweiserkreuz. Sie können das Bild leider nicht sehen, aber ich habe mich bemüht, es Ihnen ins Herz zu malen. Jesus kennt und sieht unsere Wege. Er will uns heilen, leiten und trösten. So wie es in einem Lied heißt:

„Weg hast du aller Wegen, an Mitteln fehlt dir's nicht,

dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht,

dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn,

wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun“.

Einen gesegneten Tag!

Autor: Pfarrer Christoph Onken

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Nichts als Gnade

„Ich bin der geringste unter den Aposteln“, schreibt Paulus. Komisch, wenn mir ein Apostel einfällt, dann fällt mir der ein. Eine Menge Briefe und ab dem 9. Kapitel die Hauptrolle in der Apostelgeschichte.

Aber klar: Ich weiß auch, was da steht. Paulus hat die Gemeinde Jesu verfolgt, er hat sicher ungläubiges Staunen ausgelöst, als es hieß, er sei jetzt auf der Seite der Christen. „Was – der?“ Schon seltsam, wenn das alle wissen und wo er auch hinkommt, erzählt er sicher die gleiche Geschichte. Da könnten andere ganz andere Dinge erzählen.

Obwohl – sicher auf Kosten Jesu Christi, der daneben nur halb so gut aussieht. Das spielt sicher auch eine Rolle, wenn Paulus im 1. Korintherbrief von der Auferstehung und den vielen Zeugen dieser Auferstehung schreibt. Paulus war der letzte Zeuge. Und dann muss er schreiben: „Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“(1. Korinther 15,9-10).

Ja, ich bin Apostel, ja, ich bin sicher der Geringste, ja, ich habe eigentlich diesen Namen nicht verdient. Ich weiß, dass ich auf der falschen Seite stand. Aber. Na endlich. Aber – aber da kommt nichts, was Paulus jetzt für sich in die Waagschale werfen könnte.

Aber ihr wisst ja, was ich für ein klasse Briefschreiber bin – selbst meine Gegner erkennen das neidlos an (2. Kor 10, 10). Ihr wisst ja, was ich für Jesus alles auf mich genommen habe. Ich bin so oft geschlagen worden wie keiner von euch. Ich war so oft in Todesgefahr, das könnte ihr euch gar nicht vorstellen, ich bin sogar mal gesteinigt worden und habe das überlebt. Schiffbruch habe ich auch erlitten, ich musste durch Flüsse, ich war unter Räubern, unter Juden und Heiden, in Städten, in Wüsten, auf dem Meer, unter falschen Brüdern, Mühe und Arbeit, Wachen, Hunger Durst, Fasten, Frost und Blöße – und dann die ganzen Sorgen mit und in den Gemeinden … (2. Kor 11, 23-28) Schreibt Paulus. Aber anderswo.

Wenn es um das Heil durch Jesus Christus, um die Veränderung durch den heiligen Geist, um den Glauben an den Auferstandenen geht – dann ist Paulus vielleicht das beste Gegenbeispiel. Da hat er nämlich gar nichts dafür getan, dass er zum Glauben gekommen ist. Dass er Apostel geworden ist. Dass er von der Gnade Gottes schreiben darf. Die ist es übrigens, die Paulus zu dem gemacht hat, was er ist.

Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Sonst nichts. Das ist gut so. Denn sonst könnten wir uns ja auch das eine oder andere einbilden. Aber nur die Gnade, nur die Gnade Gottes, die macht uns zu geliebten Männern, Frauen und Kindern. Und wenn Paulus meint, dass er nicht wert ist, ein Apostel zu heißen, dann weiß er aber doch, dass er für Gott wertvoll war, dass er Christ wurde und von ihm gesendet wurde.

Und wir, dass Gottes Gnade bei uns auch nicht vergeblich war und ist. Weil Jesus Christus auch zu uns gefunden hat.

Autor: Pfarrer Dr. Siegfried Meier

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Stricke des Todes zerreißen

Gut 400 Jahre ist es her, 1616, da stand ein Mann aus dem thüringischen Jena buchstäblich zwischen Leben und Tod. Wurde aber errettet und war von diesem neuen Leben, das er unerwartet zurückbekommen hatte, so gepackt, dass er 16 Komponisten beauftragte, den Psalm 116 in Musik zu setzen.

Psalm 116, in dem vom Leben und vom Tod die Rede ist, von den Stricken des Todes und dem Retten aus den Stricken des Todes, vom Glauben und vom Zweifeln.

Mitten in diesem Psalm steht: „Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt“ (Psalm 116, 10).

Klingt wie ein Widerspruch, nicht wahr? Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt. Als ob Glaube und Plage nichts miteinander zu tun hätten.

Wir wissen aber, dass das anders ist. Und der Beter weiß es auch. Hat er doch seinen Psalm mit den Worten begonnen, dass er den Herrn liebt, weil der ihn hört, weil der ihn immer hört und weil diese Gemeinschaft durch nichts aufgelöst wird. Weil er gerecht ist. Weil er gnädig ist. Weil er weiß, dass wir sein Erbarmen brauchen, sein Herabneigen zu uns. Gerade weil die Stricke des Todes in die Sphäre ziehen wollen, wo es nichts zu lieben und nichts zu glauben gibt. Wo alles am Ende ist und keiner, der Antwort gibt.

Und aus der Erfahrung, dass Gott hier rettend zugegriffen hat und dem Beter das Leben wieder zurückgeschenkt hat, kann er auch einfach sagen: Ich glaube. Ja, ich glaube an den, den ich liebe, ich weiß, dass er immer bei mir ist – darum kann dieses Glaubensbekenntnis so kurz ausfallen, fast zu kurz für mein Empfinden; ich würde mir immer eine Begründung dazu wünschen, aber die hat er mit den anderen Psalmversen gegeben.

Ich liebe den Herrn. Ich glaube. Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt. Das könnte für einige schon eine Absage an den Glauben bedeuten. Was hast du von dem Glauben, wenn du geplagt wirst? Wie gesagt: Wer den kennt, den er liebt, wer dem vertraut, den er liebt, der wird dann sagen: Der ist auch in der Plage bei mir, wenn ich gebeugt gehe, wenn ich nicht das Selbstbewusstsein aufbringe, womit mich die anderen nervös machen.

Was zählt, ist die Nähe Gottes, wenn die Not am größten ist, wie ein theologischer Lehrer gesagt hat (Hermann Spieckermann). Weil ich weiß, wer mein Gott ist, kann ich ihn lieben und an ihn glauben. Und wenn ich sehe, wie Jesus Christus diesen Gott mir nahegebracht hat, dann fallen mir auch diese Worte ein: lieben und glauben. Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.

Wo der Herr ist, da ist Leben. Dann kann ich sogar mit dem Psalm beten (Ps 116, 7-9): „Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der HERR tut dir Gutes. Denn Du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.“

Autor: Pfarrer Dr. Siegfried Meier

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Worauf kommt es an?

Worauf kommt es an? Manche von denen, die ein Unternehmen leiten oder in einer Behörde Verantwortung tragen, wären froh, wenn sie das für den heutigen Tag genau beantworten könnten. Und Sie?

Ist es nicht häufig so, dass wir in Abläufe eingebunden sind, denen wir uns nicht einfach entziehen können? Vieles tun wir aus Gewohnheit, ohne es zu hinterfragen. Aber gelegentlich fragt doch jemand: Sollen wir so weitermachen?

Der Prophet Sacharja lebte gegen Ende des 6. Jahrhunderts vor Christus und er sollte im Auftrag Gottes eine solche Anfrage beantworten. Seit fast das gesamte Volk der Juden ins Exil gehen musste, hatten sie an vier Tagen im Jahr getrauert. Um die Erinnerung an die verlorene Heimat und den zerstörten Tempel in Jerusalem wachzuhalten. Die neuen Machthaber hatten die Rückkehr ins Land der Väter und den Wiederaufbau des Tempels erlaubt. Das war nun schon fast 20 Jahre her. Sollte das Volk da weiterhin trauern?

Sacharja, der Prophet, darf ihnen im Auftrag Gottes sagen, dass sie in Zukunft nicht trauern, sondern fröhlich sein werden. Für sie kommt es nicht darauf an, die Gedenktage einzuhalten. „Liebt Wahrheit und Frieden!“ heißt es in Kapitel 8, Vers 19 des Prophetenbuches. Das ist Gott wichtig.

Doch wie geht das, die Wahrheit lieben? In unseren Tagen wird oft gesagt, jeder habe seine eigene Wahrheit. Die sollten wir jedoch nicht mit der eigenen Meinung und der eigenen Sicht auf die Dinge verwechseln. Sacharja fordert dazu auf: „Belügt einander nicht!“ (Sach. 8,16 – HFA) Ich soll also nicht Fakten weglassen oder verdrehen, um mir einen Vorteil zu verschaffen. Auf das, was ich sage, soll Verlass sein. Bedeutet, die Wahrheit zu lieben also, dass ich alle Fakten auf den Tisch lege?

Ein junger Mann lag wegen einer Krebserkrankung in der Klinik. Als er nach Monaten einen Assistenzarzt nach den Aussichten, wieder gesund zu werden fragte, antwortete der: „Wollen Sie es wirklich wissen?“ Der Patient erzählte mir, dass ihn diese Frage tief getroffen habe. Natürlich wollte er es wissen. Das Schweigen der Ärzte bis zu diesem Tag habe ihm mehr zu schaffen gemacht als die schlechte Prognose, die der Arzt ihm dann mitteilte. Es ist nicht einfach zu erkennen, wann ich was sagen und wann ich schweigen soll.

Mir zerreißt es zum Beispiel das Herz, wenn die alte Dame mich prüfend anschaut und sagt: „Zum Glück tut es der Kopf noch.“ Doch ausgerechnet der lässt sie mehr und mehr im Stich. Es braucht Takt, Feingefühl und Liebe im Umgang mit der Wahrheit. Da möchte ich von Jesus lernen, von dem es in der Bibel heißt, dass er die Wahrheit in Person ist.

Sacharja, der Prophet, mahnt nicht nur, im Umgang miteinander treu und wahrhaftig zu sein. Er mahnt auch zum Frieden. Dabei denkt er weniger an die Kriege und Kämpfe der Völker untereinander. Er hat die Streitigkeiten innerhalb von Familien und Nachbarschaften bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen im Blick (Sach. 8,16). Da soll verlässlich geurteilt werden. Nicht parteiisch. Und die Urteile sollen dem Rechtsfrieden dienen. Der liegt nicht im Kompromiss.

Die Frauen und Männer, die heute als Richter arbeiten, benötigen unsere Fürbitte. Unabhängig von Sympathie oder Abneigung, unabhängig von den Erwartungen der streitenden Parteien und deren Einfluss und unabhängig von der veröffentlichten Meinung sollen sie so urteilen, dass ihre Urteile zum Frieden dienen. Das Miteinander in Familien, Ortschaften und Gesellschaft ermöglichen und fördern.

Den Frieden lieben kann auch bedeuten, dass ich dem Anderen den Raum gebe, den er braucht, um zu leben und sich zu entfalten. Die Stärkeren sind aufgefordert, abzugeben. Nicht stets ihren Vorteil und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Ob ich da nicht auch von dem lernen kann, von dem es heißt: „Er ist unser Friede“ (Eph. 2,14)?

Autor: Werner Heise

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Nie zu früh

Wenn ich mein Leben mit einem Fußballspiel vergleiche, dann befinde ich mich in der zweiten Halbzeit. Und wie bei einem Fußballspieler die Beine schwer werden, je länger das Spiel läuft, merke auch ich, dass mir die Lebenszeit buchstäblich in den Knochen steckt.

Ich habe noch keinen Spieler erlebt, der sich beim Trainer darüber beschwert hat, dass er von Beginn an spielen durfte. Daher mag ich es auch nicht, wenn ausgiebig über die zunehmenden Zipperlein oder Beschwerden des Alters geklagt wird. „Ich weiß gar nicht, was die Leute gegen das Alter haben. Es ist die einzige Möglichkeit, lange zu leben“, wird Konrad Adenauer zitiert. Da lag er richtig.

Wie bei einem Fußballspiel die Spieler nicht erst kurz vor dem Schlusspfiff außer Atem und von der Anstrengung gezeichnet sind, so geht’s im echten Leben ja auch. Ich erinnere mich mit Schmunzeln daran, wie eine ehemalige Mitstudentin uns im kleinen Kreis bat, es nicht weiterzuerzählen, aber wie früher bis in die Nächte arbeiten, das könne sie nicht mehr. Da hatte sie gerade ihren 30. Geburtstag hinter sich. Ich konnte sie gut verstehen. Mir ging es nicht anders.

Moderne Fußballprofis setzen viel ein, um sich für ihr Spiel fit zu halten. Sie trainieren regelmäßig. Ernähren sich nach sorgfältig ausgearbeiteten Plänen. Achten auf ihre Ruhezeiten und manches mehr. Das alles, um zu gewinnen.

Worauf sollte ich achten, wenn es um mein Leben geht? Der alttestamentliche Weise rät: „Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die beschwerlichen Tage kommen und die Jahre sich nahen, von denen du sagen wirst: ‚Sie gefallen mir nicht.‘“ Im Buch der Worte des Predigers, Kapitel 12, Vers 1 können Sie es nachlesen. Um es im anfangs gebrauchten Bild zu sagen: Denk schon in der ersten Halbzeit daran, auf wen es ankommt.

Und in der Tat ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich überzeugt bin, nur zufällig auf dieser Erde zu sein und meinem Leben nun irgendeinen Sinn geben zu müssen oder im Tiefsten weiß: Ich bin von Gott gewollt. Selbst dann, wenn meine Eltern mich nicht gewollt hätten. Und er, der Schöpfer, wartet nur darauf, dass ich seine Liebe annehme. Und weitergebe. Ein von ihm geprägtes und gesegnetes Leben führe. Und er wird mein Leben vollenden, wenn er mich zu sich in die ewige Welt holt.

Der Apostel Paulus schrieb an die Christen in Kolossä: „In ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare […] es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen“ (Kol. 1,16). Hier spricht der Apostel von Christus. Auf Jesus Christus kommt es an.

Bei einem Projekt, an dem viele Christen beteiligt waren, begegnete ich einem Mann mittleren Alters. Er fiel mir auf, weil er irgendwie anders war. Erfrischend. Unkonventionell. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir, dass er mit dem christlichen Glauben lange nichts zu tun hatte, bis er vor wenigen Jahren Jesus Christus kennenlernte. Und dann sagte er einen Satz, den ich bis heute behalten habe: „Ich bedauere jedes Jahr, das ich ohne Jesus gelebt habe.“

Wie sagte der alttestamentliche Weise: Denk an deinen Schöpfer, solange du jung bist und noch nicht erlebst, dass die Tage beschwerlich und mühevoll werden.

Kein Fußballspieler will möglichst spät eingewechselt werden. Ich kann mich gar nicht früh genug entscheiden, mit und für Jesus Christus zu leben.

Autor: Werner Heise

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Gottes Heil in der Bahnhofshalle

Ich stehe in der belebten Bahnhofshalle und rufe diesen Satz den vorbeigehenden Menschen zu. Zwei-, dreimal wiederhole ich ihn. „Der HERR lässt sein Heil verkündigen;  vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.“ Psalm 98,2

Die meisten Leute gehen einfach weiter. Einige werfen mir einen mitleidigen Blick zu. Nur wenige scheinen wirklich zuzuhören. Niemand aber fragt: „Was soll das? Was heißt das??“ Und da ist auch keiner, der ruft: „Einspruch! Von dieser Gerechtigkeit sehe ich herzlich wenig. Soll Gott doch endlich damit beginnen.“ Nichts von alledem bekomme ich zu hören. Der Inhalt scheint an den Menschen abzuperlen: „Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.“ Psalm 98,2

Leider habe ich diese Worte nicht in die Bahnhofshalle hinausgerufen. Ich habe es nicht gewagt. Ich habe mir bloß vorgestellt, wie es sein könnte, wenn ….

Ich würde mir manchmal mehr Einspruch wünschen. Als Christ, als Pfarrer. Denn nicht Widerspruch, sondern Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit tun der Kirche am meisten weh. Das „Was geht das mich an?“, „Was hat das mit mir zu tun?“.

Die Antwort auf solche Fragen ist nicht einfach. Das gilt auch bei der bereits mehrfach zitierten Tageslosung aus Psalm 98,2: „Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.“

Das hebräische Wort für „sein Heil“ könnte auch mit „sein Befreien“ verdeutscht werden. Es ist ein Schlüsselwort für den ganzen Psalm. Es geht um die befreiende Kraft Gottes. Dieses Befreien ist im Psalm auf das Volk Israel bezogen. Heil meint Befreiung aus dem Exil, aus unguter Abhängigkeit, aus Unrechtszuständen. Das ist konkret erfahrbar. Da geht es um das Leben hier auf dieser Erde, das Diesseits.

Doch wenn wir an die schmerzhafte Geschichte des Gottesvolkes denken, scheint die Kluft zwischen der Realität und den Worten groß zu sein. Und manche leidgeplagten Völker könnten einstimmen.

Und wir? Was verstehen wir unter „Gottes Heil“, seiner befreienden Kraft? Viele haben den Glauben an ein universales Königreich Gottes in eine andere „Erfahrungswelt“ verschoben. Oder sie deuten ihn individuell um. Doch - wird das dem Text gerecht? Ich denke, nein. Und es passt für mich auch nicht zum Christusglauben.

Wenn es um „Heil“ und Befreiung in dieser Welt geht, dann sollten wir das Feld nicht irgendwelchen Ideologinnen und Ideologen überlassen.

Wir sollten uns konkret dafür einsetzen, davon reden und träumen. Ich kann Zeit mit einem einsamen Menschen verbringen. Ich kann für Menschen einstehen, die am Rande stehen. Ich kann mich entscheiden, mit einem Teil meines Einkommens die Unabhängigkeit anderer Menschen zu fördern. Ich kann … und SIE können auch.

Unser Tun mag klein und bescheiden sein. Aber es kann ein Teil von Gottes befreiendem Handeln sein. Und vielleicht wage ich es dann eher, die Tageslosung wirklich einfach jemandem zuzurufen:

„Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.“ Psalm 98,2

Autor: Andreas Schenk

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Vom Sammelsurium des Glaubens

Schreiben Sie manchmal auch persönliche SMS? Was steht da so? Bei mir sind solche SMS manchmal ein ziemliches Sammelsurium. In wenigen Worten versuche ich möglichst viel unterzubringen.

So ähnlich klingt für mich der Schluss des 2. Timotheusbriefes. Der Absender schreibt da, der Empfänger solle ihm, wenn er ihn besuchen komme, den liegengebliebenen Mantel und die Bücher mitbringen. Dann folgt ein Hinweis auf einen, der ihm viel Böses getan hat: „Vor dem hüte du dich auch.“ (2. Tim 4,15a).

Schließlich kommen beim Schreiber weitere schwierige Erfahrungen hoch. In 2. Timotheus 4,16-17 steht: „Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.“ 

Das ist der Tagesvers. Mir ist dieses Sammelsurium fast zu intim. Als würde ich eine SMS lesen, die für jemand anderes bestimmt ist. Eigentlich will und brauche ich vieles davon nicht zu wissen. Aber der Schreiber konnte ja nicht ahnen, dass diese Zeilen fast 2000 Jahre später als Teil der „Heiligen Schrift“ gelesen werden.

Im Tagesvers selbst aber begegnen mir zwei menschliche Grunderfahrungen, die ich auch kenne. Ich lese ihn nochmals:

„Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.“ 2. Tim. 4,16-17

Da ist zuerst das Gefühl „sie verließen mich alle“. Gelegentlich fühle auch ich mich mitten unter Menschen alleingelassen.

Und manchmal lasse ich andere allein. Etwa wenn ich als Pfarrer trauernde Menschen begleite. Ich kann ihnen zwar zuhören, ein Stück weit gar mitfühlen. Aber ich muss sie dann doch wieder „alleine“ lassen. Konstantin Wecker bringt diese Erfahrung in einem Lied auf den Punkt: „Allein, Wir sind allein (…) Die Kreuzwege des Lebens geh'n wir immer ganz allein.“

Besonders tief geht dieses Gefühl, wenn uns Menschen alleine lassen, die uns nahestehen. Menschen, von denen wir uns erhoffen würden, dass sie selbst dann bei uns bleiben, wenn es ans Eingemachte geht. Da sagen zu können „es sei ihnen nicht zugerechnet“ ist für mich ein Geschenk Christi. Er leitet uns zum „Wie auch wir vergeben“ an. Wer so beten kann, wird selbst in der Verlassenheit nicht nachtragend werden oder verbittern.

Die zweite Grunderfahrung steckt im letzten Teil des Tagesverses: „Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.“

Einer der eingesperrt, bedroht und „mutterseelenallein“ war, hat das erlebt und bezeugt es. Das tut mir gut. Ich will es mir zu Herzen nehmen, wenn mich etwas „gefangen nimmt“. Und ich erinnere mich daran, dass ich selbst schon erlebt habe, wie Gott mich durchträgt.

„Sich verlassen fühlen“ und „von Gott durchgetragen werden“ gehören auch zu meinen Grunderfahrungen. Und manchmal verschmelzen der Lebens-Krampf und Gottes Durchtragen in meinem Alltag oder in einer SMS. Gerade dann kann mir das Sammelsurium aus dem 2. Timotheusbrief guttun.

Autor: Andreas Schenk

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Der Optimist

Der Beter des 119. Psalms scheint mir ein großer Optimist zu sein. Er betet: Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln. (Psalm 119,165)

Mit anderen Worten: Wer dein Gesetz liebt, der hat Glück und Frieden, kein Hindernis kann ihn zum Straucheln bringen.

Ist das wirklich so? Erlebe ich das so? Wenn ich jetzt zustimme und sage „ja, so ist es,“ dann bin ich einer, der das Gesetz Gottes liebt. Wenn ich aber meine Bedenken äußere, dann zeige ich mich als einer, der das Gesetz Gottes nicht so ganz liebt.

Ich kenne Hindernisse in meinem Leben, die ganz schön heftig sind. Nein, sie haben mich nicht zu Fall gebracht. Das lag allerdings nicht an mir, sondern an der Treue Gottes. Er hat mich gehalten. Jesus hat mich, wie das verlorene Schaf, auf seiner Schulter heimgetragen.

Großen Frieden, ja vielleicht sogar Glück und Frieden, habe ich aber nicht immer empfunden. Vielleicht bin ich nicht ein so großer Optimist.

Was brauche ich denn, um in großem Frieden leben zu können? Ich gehöre ja zu den bevorzugten Menschen, die bis jetzt nur Friedenszeiten erlebt haben. Auf jeden Fall äußerlich. Da gibt es ganz viel Grund, Danke zu sagen.

Aber es gibt ja nicht nur äußeren Frieden. Ein unruhiges „Herz“ kenne ich schon. Frieden im umfassenden Sinne meint ja alles zusammen. Vor allem sogar den Frieden von innen. Ich verstehe den Beter hier so, dass er diesen Frieden meint.

Wie aber ist der Zusammenhang zwischen großem Frieden und dem Gesetz Gottes herzustellen? Was will das Gesetz Gottes? Es will Orientierung geben. Es zeigt uns auf, wie wir in einer Welt wie der unseren gut leben können.

Was macht uns denn in dieser Zeit von Corona besonders zu schaffen? Ist es nicht die Ungewissheit? Keiner kann uns sagen, wie lange wir damit zu tun haben werden. Keiner weiß, ob es eine zweite Welle gibt. Das macht uns doch innerlich unruhig. Klare Orientierung hilft uns, zur Ruhe zu kommen.

Paul Gerhardt singt in seinem Lied von der güldenen Sonne: Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund.

Paul Gerhardt lebte in einer ganz schwierigen Zeit. Er erlebte auch persönlich viel Leid und manche Rückschläge. Aber auch er scheint ein Optimist zu sein. Auch sein Leben ruht in Gott. Er weiß, auf meinen Gott, den Vater von Jesus Christus, kann ich mich ganz und gar verlassen.

Das will ich von den beiden lernen: ganz fest darauf zu vertrauen, dass Gott sein Wort wahrmacht. Jesus hat seinen Leuten, und damit auch mir versprochen, bei mir zu sein bis ans Ende der Tage.

Ja, ich will auch Optimist sein und es glauben: Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.

Autor: Eberhard Adam

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Haben wollen!

„Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne!“ Das ist eine Aussage aus dem Buch Prediger.

Genau daran werde ich erinnert, wenn ich lese, was der Prophet Jeremia vor vielen Jahren dem Volk Israel sagte: Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: "Friede! Friede!", und ist doch nicht Friede. (Jeremia 6,13-14)

Das kann man doch heute noch genauso sagen. Es stimmt immer noch. Ich sehe und lese gerne Krimis. Da kommt es immer wieder einmal vor, dass eifrigen Ermittlern ihre Fälle entzogen werden. Der Grund? Die Schuldigen sitzen in den höchsten Ämtern der Politik oder Wirtschaft; manchmal sogar im Polizeiapparat oder es sind religiöse Führer.

Von ganz oben kommt dann die Anweisung, in diesem Fall nicht weiter zu ermitteln. Sehr frustrierend für die, die genau wissen, warum sie nicht weiter ermitteln dürfen. Oft hat das Ganze mit Habgier und Macht zu tun. Genau davon spricht auch Jeremia.

„Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn.“

Wenn wir richtig hinhören, merken wir aber, Jeremia spricht nicht nur von denen ganz oben. Er spricht von allen.

Sie alle, vom einfachen Volk bis zu den Mächtigen, wollen nur eins: Gewinn um jeden Preis!

Die „kleinen Leute“ denken, was die da oben können, das können wir doch auch. Wenn wir ganz ehrlich sind, ist uns das auch nicht unbekannt. Haben wollen, steckt von klein auf in uns. Schon die ganz Kleinen halten gierig ihr Spielzeug fest. Als gute Eltern bringen wir ihnen bei, auch mal loszulassen und zu teilen. Aber wir alle müssen es lernen - und zwar ein Leben lang.

Die Lernaufgabe ist, sich genügen zu lassen. Wir sind vielleicht jetzt durch Corona ganz neu darauf hingewiesen worden, dass es nicht immer nur so weitergehen kann. Immer mehr Gewinn, immer schneller die Ziele erreichen. Es kann nicht gutgehen, wenn wir um jeden Preis nur Gewinn haben wollen.

Wenn es auch in uns allen steckt, so bleiben doch dabei immer auch ganz viele auf der Strecke. Wenn wir nur „haben wollen“ bleiben wir letztlich alle auf der Strecke, ob wir es merken oder nicht. Gewinn um jeden Preis geht nur, wenn wir über Leichen gehen. Der andere Mensch wird zur Ware. Menschenhandel ist dann an der Tagesordnung.

All das kennen wir. Aber damit schlagen wir Gott ins Angesicht. Genau das sehen wir, wenn wir Jesus am Kreuz ansehen. Das geschundene Angesicht des Menschen und auch Gottes.

Ganz schlimm finde ich, wenn wir da als Christen noch mittun.

Jeremia sagt: Auch die Priester und Propheten betrügen das Volk, weil sie seine tiefen Wunden nur schnell verbinden. „Es ist halb so schlimm, alles wird wieder gut!“, sagen sie. Nein, nichts wird gut!

Umkehr ist hier der einzige Weg und die ehrliche Bitte: Herr, erbarme dich!

Autor: Eberhard Adam

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Unser Körper – ein Wunderwerk

Unser Körper ist ein Wunderwerk. Immer wieder staune ich darüber. Ich kann gehen, laufen, atmen, sehen, hören, riechen, schmecken, tasten. Ich spüre den frischen Sommerwind. Oftmals genieße ich ein gutes Essen. Ich kann mich hinlegen, schlafen und wache gestärkt und mit neuer Energie auf. Ein Leben ohne meinen Körper kann ich mir gar nicht vorstellen. Es bleibt dabei: Gott hat uns nicht als körperlose Seele geschaffen, sondern uns einen wunderbaren Körper geschenkt.

Aber je älter ich werde und je mehr Besuche ich als Pfarrer mache, desto deutlicher wird mir auch, es gibt eine Kehrseite. Unser Körper ist bedroht von Krankheiten. Je älter wir werden, desto mehr merken wir, dass unser Körper dem natürlichen Verfall ausgesetzt ist. Dabei geht es nicht nur darum, dass wir immer mehr Falten bekommen, es gibt eben auch den Verlust der Sehkraft, das immer schlechtere Hören, das nachlassende Gedächtnis, die Anfälligkeit für Krebserkrankungen. Paulus sagt es sehr deutlich „Wir sind bedrückt und stöhnen, solange wir noch in diesem Körper leben.“ Und wir wissen auch, dass am Ende unser Körper seinen Dienst einstellen und unser Herz aufhören wird zu schlagen.

Die christliche Hoffnung für das Leben nach dem Tod ist nun auch nicht einfach die Hoffnung, dass dann die Seele irgendwie weiterleben wird. Nein, das Neue Testament verspricht uns auch einen neuen Körper. Einen Körper ohne Schmerzen, ohne Verfall, ohne Tod. Gott wird uns einen neuen Körper schenken, der nicht den Verfallserscheinungen unseres irdischen Körpers ausgesetzt ist. Die Bibel ist zurückhaltend im Beschreiben dieses Körpers. Sie sagt eigentlich nur, was es dann nicht mehr geben wird: Keine Krankheit, keine Schmerzen, kein Geschrei und – vor allem – keinen Tod.

Ich kann Paulus verstehen. Das Schönste wäre es, wenn wir nicht durch diese enge Pforte des Todes hindurchgehen müssten, um den neuen Körper zu erhalten. Wenn man den neuen Leib ankleiden könnte wie neue Kleider. Doch das wird nur einmal geschehen, wenn Jesus Christus wiederkommen wird. Dann ist allen zu der Zeit lebenden Christen verheißen, dass er sie zu sich nehmen wird, ohne dass sie vorher sterben müssen. Für alle anderen aber gilt: Wir müssen durch den Tod hindurch, um bei ihm anzukommen.

Aber schon vor dem Tod dürfen wir uns freuen auf das neue Leben bei ihm in einem neuen Körper.

Autor: Lothar Eisele

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Wenn ?ngste mich ?berfallen

Ich denke zurück. Nach der Grundschule schrieb ich in der Realschule die erste Englischarbeit. Gespannt wartete ich das Ergebnis ab. Eine Fünf. Ich war am Boden zerstört. So schlecht war ich noch nie gewesen. Und plötzlich war sie da, die Angst: Werde ich das alles schaffen?

Jahre später: Nach dem Wechsel der Arbeitsstelle in der öffentlichen Verwaltung. Ich bin erschlagen von der Menge der Vorschriften, die beachtet werden müssen. Plötzlich die Angst: Komme ich hier zurecht inmitten all der vielen Paragrafen?

Wieder Jahre später. Die ersten Ehejahre. Meine Frau und ich lernen uns immer besser kennen. Auch unsere Unterschiede. Spannungen bleiben erst mal nicht aus. Plötzlich die Angst: Können wir unsere unterschiedlichen Vorstellungen und Charaktereigenschaften wirklich überbrücken?

Eines habe ich gelernt. Ängste überfallen uns immer wieder – und oft kommen sie plötzlich und unerwartet. Aber im Laufe der Jahre habe ich noch etwas gelernt. Ich bin den Ängsten nicht einfach schutzlos ausgeliefert. Und das hängst mit dem Bibelwort für diese Besinnung zusammen.

Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Immer mehr habe ich gelernt, ich bin in den Angstsituationen nicht allein. Jesus Christus, der vom Tod Auferstandene, ist durch seinen Heiligen Geist bei mir und in mir. Ja, die Ängste kommen trotzdem. Aber dann kommt es darauf an: Kämpfe ich alleine gegen die angstauslösenden Situationen oder besinne ich mich, dass der in mir ist, der stärker ist als alles, was mir Angst macht.

Entscheidend ist, worauf ich innerlich blicke: Auf das, was mir Angst macht, oder auf Jesus Christus. Eine Hilfe könnte sein, dass ich die Zusage, die Jesus mir in diesem Bibelwort gibt, regelmäßig und langsam, laut oder leise, wiederhole, dass sie sich mir tief einprägt. Und das nicht nur dann, wenn ich Angst habe, sondern auch in Zeiten, in denen sich gerade nichts Bedrohliches am Horizont zeigt.

Wenn Gottes Wort in mir wohnt, dann kann es auch gerade in Zeiten der Angst, der Unsicherheit seine Macht entfalten. Dann muss ich nicht davonlaufen, dann muss ich nicht kapitulieren – dann kann ich die Situation, die mich ängstigt, immer wieder im Gebet vor Gott ausbreiten. Dann kann ich ihn bitten, dass er mir einen Weg zeigt, der weiterführt. Dann kann ich ihn bitten, dass er mir den Mut gibt, mich aktiv mit dem zu befassen, was mir Angst macht, nicht auszuweichen, sondern zusammen mit ihm zu überlegen, was für mich ein sinnvoller Schritt sein kann.

Ängste werden immer wieder kommen. Aber ich darf und will mich darauf besinnen, dass Jesus Christus bei mir und mit mir ist. Jesus darf ich bitten, dass er mir zeigt, was ich tun kann und soll im Vertrauen darauf, dass er alles in seiner guten Hand hält.

Autor: Lothar Eisele

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Wenn Ängste mich überfallen

Ich denke zurück. Nach der Grundschule schrieb ich in der Realschule die erste Englischarbeit. Gespannt wartete ich das Ergebnis ab. Eine Fünf. Ich war am Boden zerstört. So schlecht war ich noch nie gewesen. Und plötzlich war sie da, die Angst: Werde ich das alles schaffen?

Jahre später: Nach dem Wechsel der Arbeitsstelle in der öffentlichen Verwaltung. Ich bin erschlagen von der Menge der Vorschriften, die beachtet werden müssen. Plötzlich die Angst: Komme ich hier zurecht inmitten all der vielen Paragrafen?

Wieder Jahre später. Die ersten Ehejahre. Meine Frau und ich lernen uns immer besser kennen. Auch unsere Unterschiede. Spannungen bleiben erst mal nicht aus. Plötzlich die Angst: Können wir unsere unterschiedlichen Vorstellungen und Charaktereigenschaften wirklich überbrücken?

Eines habe ich gelernt. Ängste überfallen uns immer wieder – und oft kommen sie plötzlich und unerwartet. Aber im Laufe der Jahre habe ich noch etwas gelernt. Ich bin den Ängsten nicht einfach schutzlos ausgeliefert. Und das hängst mit dem Bibelwort für diese Besinnung zusammen.

Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Immer mehr habe ich gelernt, ich bin in den Angstsituationen nicht allein. Jesus Christus, der vom Tod Auferstandene, ist durch seinen Heiligen Geist bei mir und in mir. Ja, die Ängste kommen trotzdem. Aber dann kommt es darauf an: Kämpfe ich alleine gegen die angstauslösenden Situationen oder besinne ich mich, dass der in mir ist, der stärker ist als alles, was mir Angst macht.

Entscheidend ist, worauf ich innerlich blicke: Auf das, was mir Angst macht, oder auf Jesus Christus. Eine Hilfe könnte sein, dass ich die Zusage, die Jesus mir in diesem Bibelwort gibt, regelmäßig und langsam, laut oder leise, wiederhole, dass sie sich mir tief einprägt. Und das nicht nur dann, wenn ich Angst habe, sondern auch in Zeiten, in denen sich gerade nichts Bedrohliches am Horizont zeigt.

Wenn Gottes Wort in mir wohnt, dann kann es auch gerade in Zeiten der Angst, der Unsicherheit seine Macht entfalten. Dann muss ich nicht davonlaufen, dann muss ich nicht kapitulieren – dann kann ich die Situation, die mich ängstigt, immer wieder im Gebet vor Gott ausbreiten. Dann kann ich ihn bitten, dass er mir einen Weg zeigt, der weiterführt. Dann kann ich ihn bitten, dass er mir den Mut gibt, mich aktiv mit dem zu befassen, was mir Angst macht, nicht auszuweichen, sondern zusammen mit ihm zu überlegen, was für mich ein sinnvoller Schritt sein kann.

Ängste werden immer wieder kommen. Aber ich darf und will mich darauf besinnen, dass Jesus Christus bei mir und mit mir ist. Jesus darf ich bitten, dass er mir zeigt, was ich tun kann und soll im Vertrauen darauf, dass er alles in seiner guten Hand hält.

Autor: Lothar Eisele

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Gottes Mitleiden

„Immer fröhlich, immer fröhlich, alle Tage Sonnenschein! Voller Schönheit ist der Weg des Lebens, fröhlich lasst uns immer sein. Schon als älteres Kind habe ich den Text dieses Liedes hinterfragt.

Ich kann mich noch gut an unsere beschränkten Wohn- und Lebensverhältnisse nach dem Krieg erinnern, wo wir keine Betten und kein Geschirr hatten und an meine Schulkameraden, die nur mit ihren Müttern zusammenlebten, weil ihre Väter im Krieg gefallen waren. Ich hörte von Konzentrationslagern und von der Ermordung der Juden.

Ich begriff schon sehr früh, dass beides zum Leben gehört: Freud und Leid, Licht und Schatten.

In unserem Gotteswort für heute hat einer Todesangst: Ich liege gefangen und kann nicht heraus, mein Auge vergeht vor Elend. Herr, ich rufe zu dir täglich (Psalm 88,9-10).

Er sagt: Meine Leiden sind zu viel, ich bin dem Tode nahe. Vielen Menschen heute geht es ähnlich wie diesem Beter. Ich denke zum Beispiel an Menschen, denen ich in letzter Zeit begegnet bin, Menschen, die Schmerzen haben und gern sterben möchten, bei denen bei einer Routineuntersuchung eine schlimme Krebserkrankung festgestellt wurde, die sich Sorgen machen um ihre Ehe, ihre erwachsenen Kinder, die nach dem Lockdown in dieser Corona-Zeit Insolvenz anmelden mussten.

Wir alle kennen Menschen in Not – und auch die Bilder von Notleidenden in den Kriegs- und Elendsgebieten unserer Welt kennen wir. In unserem Gotteswort beklagt dieser Mensch nicht nur sein Elend, sondern sagt: Herr ich rufe zu dir täglich. Er weiß, dass Gott ihn auch in dieser Situation hört.

Auch wenn er nicht weiß, warum Gott es zulässt, dass er so leiden muss, wendet er sich an ihn. Denn wir haben einen mitleidenden Gott. „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich“, heißt es in Psalm 23.

Gott hat Jesus Christus in unsere Welt, in unser Leiden gesandt bis hin zum Kreuz. Er leidet mit uns.

eine Frau und ich haben unsere ersten Ehepartner nach vielen glücklichen Ehejahren durch Krebs verloren. Als wir uns auf einer Freizeit kennenlernten, haben wir uns zunächst darüber ausgetauscht, wie wir unsere Trauer erlebt und verarbeitet haben. Wir haben beide festgestellt, dass wir von Christus gehalten worden sind in diesen schweren Tagen der Pflege und des Loslassen-Müssens. Ich habe damals alles über den mitleidenden Christus gelesen, Bibelstellen und theologische Abhandlungen. Seit dieser Zeit ist mir dieser Gedanke ganz wichtig: Christus ist bei uns, in unserem Leiden, in unserer Trauer.

Als wir die 12-jährige Tochter meines Freundes beerdigen mussten, sie war an einer Hirnblutung gestorben, sangen wir das Lied, das sie als letztes im Vorkonfirmandenunterricht gelernt hatte: Ich möcht‘, dass einer mit mir geht – gemeint ist Jesus Christus. Bis dahin hatte mich dieses Lied nicht besonders angesprochen, aber in dieser Situation gesungen, werde ich diese Strophen nicht mehr vergessen:

Ich wart', dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht,                                                    der in den dunklen Stunden mir verbunden                                                                                              Ich wart', dass einer mit mir geht.

Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist;                                                      er will durch Leid und Freuden mich geleiten.                                                                                          Ich möcht', dass er auch mit mir geht.

Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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Lass dich anstecken

Abstand halten ist immer noch das Gebot der Stunde in dieser Corona-Zeit, damit wir uns nicht anstecken.

„Lass dich anstecken!“ schreibt die Autorin Christa Schyboll, nicht mit dem Corona-Virus, das will ja keiner, sondern von dem Virus der Menschlichkeit, der Nächstenliebe. Dazu ruft uns das Gotteswort für heute auf: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zur Ehre Gottes (Römer 15,7).

Wir Menschen sind sehr unterschiedlich. Jeder und jede bringt eigene Erlebnisse, Wünsche, Hoffnungen und auch Schwächen mit. Da gibt es auch Menschen mit einer anderen Hautfarbe und einer für uns fremden Kultur. Wir erinnern uns noch an die Bilder der Demonstrationen gegen Rassismus. Auch in der christlichen Gemeinde sind Menschen, mit denen ich gut kann und andere, mit denen ich schwer klarkomme.

Vielleicht denken Sie: Die muss man eben ertragen, die muss man mit ihrer Meinung, mit ihrer Art einfach stehen lassen. Aber wo ich andere mit ihrem Leben und ihrer Meinung nur stehen lasse, da nehme ich sie ja gerade nicht an. Unser Gotteswort sagt ja nicht: Lasst einander stehen, wie Christus euch stehen gelassen hat. Wie „Christus euch angenommen hat“ das ist die zentrale Aussage.

Weil ich mich von Christus angenommen und geliebt weiß, will ich andere mit seinen Augen sehen, geduldig und nicht genervt ihnen begegnen. Beides gehört untrennbar zusammen. Das wird auch sprachlich deutlich: „Nehmt einander an“ ist ein Imperativ, ein Befehl. „Wie Christus euch angenommen hat“ ist ein Indikativ, eine Tatsache. Weil wir von Christus angenommen sind, können wir eigentlich gar nicht anders als die anderen auch anzunehmen. Die Liebe Christi zu uns will umgesetzt werden in dem Miteinander im Alltag.

Durch Christus haben wir ein volles Konto an Liebe. Von diesem Konto sollen wir abheben und abheben, mit diesem Konto sollen wir verschwenderisch umgehen und wir kommen doch nicht in rote Zahlen, weil Christus unser Liebeskonto so sehr speist.

Das alles – überhören wir das nicht – geschieht zur Ehre Gottes. Durch unser Verhalten sollen wir Gott die Ehre geben. Christus will uns mit unserer unterschiedlichen Art, mit unseren unterschiedlichen Begabungen als Botschafterinnen und Botschafter seines Evangeliums und als Handlangerinnen und Handlanger seiner Liebe haben.

Lassen wir und anstecken! Bitte nicht mit dem Corona-Virus, sondern mit dem Virus der Nächstenliebe. Die Symptome sind: Menschenfreundlichkeit, ein weites Herz, Geduld – zuerst mit sich selbst - Lebenslust und auch Humor. Hier ist Ansteckung erwünscht.

In dieser Zeit musste ich öfter an das Lied von Simone Sommerland und Karsten Glück denken:                                               

Einer hat uns angesteckt


 mit der Flamme der Liebe.


 Einer hat uns aufgeweckt


 und das Feuer brennt hell.

Wer die Armut kennt


 wird im Reichtum leben.


 Wer von Herzen brennt


 kann sich andren geben.

Wer betroffen ist


 wird das Wort neu sagen.


 Wer sich selbst vergisst


 kann auch Lasten tragen.

Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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Ver?nderte Rangliste

Vor einiger Zeit spielte ich mit meinen Enkeln Fußball. Eigentlich verstehen sich die Kinder gut. Aber bei dem Spiel kam es nach einiger Zeit zum Streit. „Ich bin besser als du!“ „Ich hab mehr Tore geschossen als du.“ Und das Verständnis unter ihnen und die Einigkeit waren weg. Weil jeder von ihnen besser und größer sein wollte als der andere.

Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom. Er kennt sie noch nicht. Und sie kennen ihn noch nicht. Damit die Christen in Rom aber wissen, was Paulus bewegt und am Herzen liegt, schreibt er ihnen einen Brief. Und am Herzen liegt ihm unter anderem die Einheit der Christen. Um die hatte doch auch Jesus gebeten. Im Johannesevangelium lesen wir:

„Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins werden.“ (Johannes 17,20)

Und weil unserem Herrn die Einigkeit unter Christen so wichtig ist, macht Paulus die Gemeinde in Rom auf Verhaltensweisen aufmerksam, die die Einheit zerstören. Das galt damals und das gilt auch heute noch.

Das heutige Bibelwort sagt: Einigkeit wird zerstört, wenn unser Streben dahin geht, besser zu sein als andere. Paulus meint nicht das Streben, das Beste aus meinem Leben zu machen. Es geht ihm um die Frage, wer im Mittelpunkt meines Strebens steht – Jesus und die Geschwister oder ich selbst. Es geht um unsere Herzenshaltung. Was treibt mich im Leben an? Will ich Jesus ehren und die Geschwister lieben? Oder will ich nur einflussreicher, angesehener und bedeutender als andere sein? Manche Gemeinschaft ist daran zerbrochen, dass es in ihr Menschen gab, die sich nur selbst verwirklichen wollten.

Christen haben Jesus als Herrn. An ihm orientieren sie sich. Und was hat er uns vorgemacht? „Er machte sich selbst leer und nahm Knechtsgestalt an.“ So lesen wir es im Philipperbrief. Und warum hat er das gemacht? Um uns nahe zu sein, weil er uns retten wollte. Jesus, mein Herr, hat einen Zug nach unten. Deshalb will ich auch heute einsteigen in den „Zug nach unten“. Denn Jesus steht doch bei mir in der Rangliste ganz oben. Oder?

Die Einheit der Nachfolger des Herrn Jesus ist ein hohes Gut. Sie schafft nicht nur ein befriedetes Gemeindeleben. Sie ist auch ein Zeugnis in einer nichtchristlichen Umwelt für gelingendes Zusammenleben.

Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert hat diese Haltung für sich so beschrieben:

Wir haben einen Gott und Herrn,

sind eines Leibes Glieder,

drum diene deinem Nächsten gern,

denn wir sind alle Brüder.

Gott schuf die Welt nicht bloß für mich,

mein Nächster ist sein Kind wie ich.

Autor: Rainer Dick

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Veränderte Rangliste

Vor einiger Zeit spielte ich mit meinen Enkeln Fußball. Eigentlich verstehen sich die Kinder gut. Aber bei dem Spiel kam es nach einiger Zeit zum Streit. „Ich bin besser als du!“ „Ich hab mehr Tore geschossen als du.“ Und das Verständnis unter ihnen und die Einigkeit waren weg. Weil jeder von ihnen besser und größer sein wollte als der andere.

Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom. Er kennt sie noch nicht. Und sie kennen ihn noch nicht. Damit die Christen in Rom aber wissen, was Paulus bewegt und am Herzen liegt, schreibt er ihnen einen Brief. Und am Herzen liegt ihm unter anderem die Einheit der Christen. Um die hatte doch auch Jesus gebeten. Im Johannesevangelium lesen wir:

„Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins werden.“ (Johannes 17,20)

Und weil unserem Herrn die Einigkeit unter Christen so wichtig ist, macht Paulus die Gemeinde in Rom auf Verhaltensweisen aufmerksam, die die Einheit zerstören. Das galt damals und das gilt auch heute noch.

Das heutige Bibelwort sagt: Einigkeit wird zerstört, wenn unser Streben dahin geht, besser zu sein als andere. Paulus meint nicht das Streben, das Beste aus meinem Leben zu machen. Es geht ihm um die Frage, wer im Mittelpunkt meines Strebens steht – Jesus und die Geschwister oder ich selbst. Es geht um unsere Herzenshaltung. Was treibt mich im Leben an? Will ich Jesus ehren und die Geschwister lieben? Oder will ich nur einflussreicher, angesehener und bedeutender als andere sein? Manche Gemeinschaft ist daran zerbrochen, dass es in ihr Menschen gab, die sich nur selbst verwirklichen wollten.

Christen haben Jesus als Herrn. An ihm orientieren sie sich. Und was hat er uns vorgemacht? „Er machte sich selbst leer und nahm Knechtsgestalt an.“ So lesen wir es im Philipperbrief. Und warum hat er das gemacht? Um uns nahe zu sein, weil er uns retten wollte. Jesus, mein Herr, hat einen Zug nach unten. Deshalb will ich auch heute einsteigen in den „Zug nach unten“. Denn Jesus steht doch bei mir in der Rangliste ganz oben. Oder?

Die Einheit der Nachfolger des Herrn Jesus ist ein hohes Gut. Sie schafft nicht nur ein befriedetes Gemeindeleben. Sie ist auch ein Zeugnis in einer nichtchristlichen Umwelt für gelingendes Zusammenleben.

Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert hat diese Haltung für sich so beschrieben:

Wir haben einen Gott und Herrn,

sind eines Leibes Glieder,

drum diene deinem Nächsten gern,

denn wir sind alle Brüder.

Gott schuf die Welt nicht bloß für mich,

mein Nächster ist sein Kind wie ich.

Autor: Rainer Dick

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Anders leben

Im 1.Brief an die Christen in Thessaloniki schreibt der Apostel Paulus den folgenden Satz. Wir lesen ihn im Kapitel 4, Vers 6 : „Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel. Denn der Herr straft dies alles.“

Vor einiger Zeit las ich in einem Aufsatz: „Wenn jemand Jesus gehört, dann muss es auch der Hofhund merken.“ Mit diesen drastischen Worten wollte der Autor ausdrücken: Das Leben eines Christen hat Auswirkungen im Verhalten.

Paulus schreibt seinen Brief an eine junge Gemeinde. Es ist noch nicht lange her, dass Menschen zum Glauben an Jesus gekommen sind. Sie leben aber in einer Umwelt, die davon überhaupt nichts hält. Menschen ohne Jesus haben andere Verhaltensnormen für viele Bereiche des Lebens: Für die Wirtschaft, für die Freizeit, für Sexualität und Ehe. Unser heutiges Bibelwort bezieht sich vor allem auf das Verhalten zu Sexualität und Ehe.

Paulus erinnert die Christen daran, dass ihr Leben jetzt Jesus gehört. Er ist ihr Herr geworden. Ihm gehören sie. Und ihm gehorchen sie. Die Maßstäbe der Umwelt sind nicht mehr ihre Maßstäbe. Sie richten sich nicht nach dem Verhalten, was um sie herum üblich ist.

Sie lassen sich von Jesus sagen, wie man richtig lebt. Sie leben und lieben anders.

Diese Lebensart bringt Spannung. Warum soll es so verkehrt sein, nach dem Maßstäben zu leben, die um uns herum üblich sind? Müssen Christen denn unbedingt Außenseiter sein? Werden wir nicht engherzig und altmodisch, wenn wir den biblischen Anweisungen folgen?

Vermutlich haben sich die Christen in Thessaloniki solche Fragen gestellt.

Aber vielleicht kennen Sie die auch? Wer in unserer Zeit die Ehe nur als Verbindung von Frau und Mann für richtig hält, wird von der Umwelt als altmodisch beurteilt. Wer Ehebruch Ehebruch und nicht „freies Spiel der Liebe“ nennt, passt gar nicht mehr in unsere Zeit.

Aber es ist zweitrangig, ob wir in unsere Zeit passen. Entscheidend ist, ob wir zu Jesus und ins Reich Gottes passen. Nicht die Umwelt, nicht meine Gefühle sind Maßstäbe meines Lebens. Mein Leben wird von Gott gemessen. Seinem Urteil müssen wir uns stellen. Nach Jesus soll unser Leben ausgerichtet sein. Und wenn wir es tun, werden wir erleben, welchen Segen wir erhalten.

Jenes 15jährige Mädchen hat mich beeindruckt. Sie war Teilnehmerin einer Jugendsendung im Fernsehen. Die Moderatorin, bekannt durch manche Filme, erzählte, dass ein Magazin ein Hochglanz-Aktfoto von ihr veröffentlicht hatte. Der Saal klatschte Beifall. Viele äußerten, wie toll und mutig sie das fänden. Da meldet sich jene 15jährige zu Wort. Und sie sagt: „Ich finde es gar nicht gut, wenn man kein Schamgefühl mehr hat.“

Jesus-Nachfolge ist ein Kontra-Punkt zu den Maßstäben einer nichtchristlichen Umwelt. Christen leben unter der Herrschaft von Jesus und damit anders. Und IHM will ich auch heute nachfolgen. Die Kraft zum anderen Leben bekomme ich von Gottes Geist. Hoffentlich merkt es auch der Hofhund.

Autor: Rainer Dick

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SOS

Dieses Ausmalbild aus Kindertagen habe ich noch deutlich vor Augen: Wild und ungestüm bäumen sich Berge von Wasser auf. Ein Boot droht im Sturm zu kentern. Die Leute darin sind von Angst und Panik gezeichnet.

Und – was ist das? Zwei Menschen befinden sich außerhalb des Bootes! Mitten zwischen schäumenden Wellenkronen. Aber sie sind nicht über Bord gegangen. Die wollen aufeinander zugehen.

Der eine: Petrus. Wagemutig, aber in diesem Moment am Ende seiner Kräfte. Dem Untergang nahe. Schaut man nur auf ihn, meint man: Der ist wahnsinnig, das Boot zu verlassen auf stürmischer See. Und weshalb haben ihn eigentlich die Wassermassen noch nicht vollkommen verschluckt?

Der eine: Petrus. Der andere: Jesus. Aufrecht. Ruhig. Besonnen. Und man erkennt, wie er dem Versinkenden seine Hand entgegenstreckt.

Die Geschichte zu meinem alten Ausmalbild erzählt der Evangelist Matthäus im 14. Kapitel. „Jesus und der sinkende Petrus auf dem See“ so lautet die Kapitelüberschrift in meiner Bibelausgabe. Zwei Verse daraus: „Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn.“

Als Kind hat mich diese Szene fasziniert. Und als Erwachsener berührt sie mich stark. Wenn ich diese Geschichte im übertragenen Sinne deute, dann ist sie eine große Hilfe.

Auch ich verstehe mich als einer, der Jesus nachfolgt. Mein Glaube an die Kraft des Herrn steht fest. Dennoch kommen Zweifel auf. Besonders dann, wenn die Wellen der Not und Verzweiflung über mir zusammenschlagen.

Jeder von uns könnte jetzt erzählen, wie das war als …als die Diagnose der unheilbaren, zerstörerischen Krankheit auf dem Tisch lag; als die Nachricht vom Unfall eintraf; als plötzlich mitgeteilt wurde, die Arbeit zu verlieren und die gesamte Existenz auf dem Spiel stand.

Jeder von uns kennt die Hilflosigkeit, zu versinken. Keinen Halt mehr zu finden. Nur noch zu rudern, um den Kopf oben zu behalten. Aber der Sog in die Tiefe scheint stärker.

Plötzlich ist die Hoffnung weg wie das Paddel, das einer im Boot eben noch in der Hand hielt. Im nächsten Augenblick wurde es ein Raub der Fluten. Der Verzweiflungsschrei von Petrus fährt mir durch Mark und Bein: „Herr, rette mich!“

Drei Dinge zähle ich in dieser furchtbaren Lage vergleichbar mit anderen schlimmen Situationen zu dem Wunderbaren: Zuerst: Petrus hat eine Adresse, an die er seinen Hilferuf absetzen kann. Das SOS seines Lebens erreicht den Empfänger. Das wünsche ich allen, diese Klarheit den Herrn anrufen zu können und mit letzter Vertrauenskraft drauf zu setzen, dass er hört und handelt.

Das Zweite betrifft sein Handeln. Jesus streckt die Hand aus und ergreift Petrus. Jesus streckt die Hand nach uns aus und hält uns fest. Auch Petrus ist bereits ein Stück versunken, aber er ist nicht untergegangen.

Ich glaube – und bitte um diesen Glauben, dass mich die Kraft der Liebe des Herrn nicht untergehen lässt.

Schließlich das Dritte: Es zeigt, wie es um die Gefolgsleute Jesu steht. Um die Jünger von damals und heute. Wir alle sind auf den Herrn und sein Eingreifen angewiesen.

Seine Hand brauchen wir. Sein Wort brauchen wir. Seine Vergebung brauchen wir.

„Warum zweifelst du?“ Das ist die seelsorgerliche Frage des Herrn an Petrus. Es ist die Frage an den Geretteten.

Warum zweifeln wir? Weil die Angst hin und wieder stärker ist als das Vertrauen. Jesus weiß es. Auf dem See ruft er im Sturmgetöse den Seinen zu: „Seid getrost, ich bin´s; fürchtet euch nicht!“ (Matthäus 14,27) Dieser Ruf zieht sich wie ein Band durch die gesamte Heilige Schrift: „Fürchtet euch nicht!“

Ich möchte mir etwas vom kindlichen Glauben bewahren, der mich schon damals, als ich das Bild ausgemalt habe, getröstet hat: Wenn Jesus da ist, geht’s gut aus.

Autor: Karsten Loderstädt

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T?gliche Kurz-Inventur

„Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Sechs Worte für den Tag. Genau genommen: für ein ganzes Leben! „Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Eine klare Aufforderung. Doch falls eine ebenso so klare Umsetzung fehlt, läuft sie ins Leere.

Wie gehen wir´s an? Ohne Gott zu enttäuschen. Weil er mehr oder Besseres von uns erwartet? Ohne uns selbst was vorzumachen? Weil wir meinen, den Herrn hinreichend geehrt zu haben und uns auf die Schulter klopfen.

„Ehre den Herrn mit deinem Gut.“ Die zwei Hauptworte sprechen mich spontan stärker an als das eine der Tätigkeit, um das es ja geht, nämlich „ehren“. Doch „Herr“ und „Gut“, das hängt sich als erstes in mir fest. Und mit dem Stichwort „Gut“ kommt mir die „Güte“ in den Sinn.

Alles, was ich bin und habe, verdanke ich Gott, dem Herrn. Seinem Gut-Sein. Seiner Güte. Weil diese Güte mich beschenkt, bin ich reich. Empfinden Sie das auch so, liebe Hörer? Täglich braucht es, meiner Meinung nach, so etwas wie eine „Kurz-Inventur“ dessen, was mir Gott gewährt.

Denn seine Geschenke sind gewaltig:

Dass ich zu ihm gehöre und er mein Gegenüber sein will. In Barmherzigkeit und Liebe. Eigentlich ist das unfassbar.

Dass er mir Lebenszeit schenkt und Begabungen dazu – alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Dass ich mein Auskommen habe, ein Dach über dem Kopf, den Kleider- und Kühlschrank gefüllt, dass ich mich frei bewegen kann und wieder gesund wurde – darauf kann ich doch nur antworten: Gott sei Dank!

Ich bin, im wahrsten Sinne des Wortes, ein „Guts-Besitzer“. Das Gut des Herrn ist mein eigen.

Doch jetzt kommts: Behalte ich all das für mich? Ziehe ich Mauern um mich herum und verriegle die Tore, damit mein Gut verwahrt, gesichert, unantastbar bleibt!? So kann und soll es nicht sein!

„Mit deinem Gut ehre den Herrn!“ Das heißt „teilen!“ Aber „teilen“ bedeutet nicht einfach irgendwas abzugeben. Etwas, das entbehrlich ist. Vielleicht sogar überflüssig. Wer so handelt, behält es besser für sich. Teilen ist Herzenssache! Da geht’s ums Verschenken. Das hat nichts, aber überhaupt nichts mit Berechnung und Bemessung zu tun. Teilen bedeutet, auf Gottes Güte zu antworten.

In einigen Tagen werden wir in unseren Gemeinden wieder Erntedankfeste feiern. Sie sind eine anschauliche und eindrückliche Auslegung des Bibelverses aus dem Sprüchebuch. „Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Das wollen und werden wir wieder tun! Die Erntegaben auf dem Altar, der Blumenschmuck im Kirchenraum, die Spende im Opferstock drücken aus, dass wir Gott die Ehre geben. Und wir teilen mit denen, denen es nicht so gut geht wie uns.

In diesem Sinne teilen wir uns mit. Danken Gott und stellen erstaunt fest, dass wir dieses Gut allein seinem Segen schulden. Nun findet das Erntefest einmal im Jahreskreis statt. Aber den Herrn zu ehren mit unserem Gut gilt ganzjährig. Darum muss es noch um anderes gehen als um die unverzichtbaren materiellen und finanziellen Opfer. Sogar mehr noch als um tatkräftige Hilfe.

Das Gut der Zeit so zu gebrauchen, dass sie sich als eine erfüllte Spanne erweist, gibt Gott die Ehre. Wieder hängt es mit dem Teilen zusammen. Niemand soll ein schlechtes Gewissen plagen, Zeit für sich selbst haben. Dennoch dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren: Unsere Zeit steht in Gottes Händen. Sie ist und bleibt sein Geschenk.

Über ihre Dauer vermag niemand verfügen. Zeit ist vorhanden. Sie zu gestalten liegt bei jedem selbst. Dem Herrn über Himmel und Erde mit das hohe Gut an Zeit widmen, erweist sich als tragende Kraft im Leben. Denn das regelmäßige Gebet richtet mich auf Gott hin aus. Genau das möchte er. Nehmen wir uns die Zeit, die Zeit, Gott, den Herrn zu loben und ihm zu danken.

„Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Einzig das kann unsere Antwort auf die empfangene Güte sein.

Autor: Karsten Loderst?dt

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Tägliche Kurz-Inventur

„Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Sechs Worte für den Tag. Genau genommen: für ein ganzes Leben! „Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Eine klare Aufforderung. Doch falls eine ebenso so klare Umsetzung fehlt, läuft sie ins Leere.

Wie gehen wir´s an? Ohne Gott zu enttäuschen. Weil er mehr oder Besseres von uns erwartet? Ohne uns selbst was vorzumachen? Weil wir meinen, den Herrn hinreichend geehrt zu haben und uns auf die Schulter klopfen.

„Ehre den Herrn mit deinem Gut.“ Die zwei Hauptworte sprechen mich spontan stärker an als das eine der Tätigkeit, um das es ja geht, nämlich „ehren“. Doch „Herr“ und „Gut“, das hängt sich als erstes in mir fest. Und mit dem Stichwort „Gut“ kommt mir die „Güte“ in den Sinn.

Alles, was ich bin und habe, verdanke ich Gott, dem Herrn. Seinem Gut-Sein. Seiner Güte. Weil diese Güte mich beschenkt, bin ich reich. Empfinden Sie das auch so, liebe Hörer? Täglich braucht es, meiner Meinung nach, so etwas wie eine „Kurz-Inventur“ dessen, was mir Gott gewährt.

Denn seine Geschenke sind gewaltig:

Dass ich zu ihm gehöre und er mein Gegenüber sein will. In Barmherzigkeit und Liebe. Eigentlich ist das unfassbar.

Dass er mir Lebenszeit schenkt und Begabungen dazu – alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Dass ich mein Auskommen habe, ein Dach über dem Kopf, den Kleider- und Kühlschrank gefüllt, dass ich mich frei bewegen kann und wieder gesund wurde – darauf kann ich doch nur antworten: Gott sei Dank!

Ich bin, im wahrsten Sinne des Wortes, ein „Guts-Besitzer“. Das Gut des Herrn ist mein eigen.

Doch jetzt kommts: Behalte ich all das für mich? Ziehe ich Mauern um mich herum und verriegle die Tore, damit mein Gut verwahrt, gesichert, unantastbar bleibt!? So kann und soll es nicht sein!

„Mit deinem Gut ehre den Herrn!“ Das heißt „teilen!“ Aber „teilen“ bedeutet nicht einfach irgendwas abzugeben. Etwas, das entbehrlich ist. Vielleicht sogar überflüssig. Wer so handelt, behält es besser für sich. Teilen ist Herzenssache! Da geht’s ums Verschenken. Das hat nichts, aber überhaupt nichts mit Berechnung und Bemessung zu tun. Teilen bedeutet, auf Gottes Güte zu antworten.

In einigen Tagen werden wir in unseren Gemeinden wieder Erntedankfeste feiern. Sie sind eine anschauliche und eindrückliche Auslegung des Bibelverses aus dem Sprüchebuch. „Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Das wollen und werden wir wieder tun! Die Erntegaben auf dem Altar, der Blumenschmuck im Kirchenraum, die Spende im Opferstock drücken aus, dass wir Gott die Ehre geben. Und wir teilen mit denen, denen es nicht so gut geht wie uns.

In diesem Sinne teilen wir uns mit. Danken Gott und stellen erstaunt fest, dass wir dieses Gut allein seinem Segen schulden. Nun findet das Erntefest einmal im Jahreskreis statt. Aber den Herrn zu ehren mit unserem Gut gilt ganzjährig. Darum muss es noch um anderes gehen als um die unverzichtbaren materiellen und finanziellen Opfer. Sogar mehr noch als um tatkräftige Hilfe.

Das Gut der Zeit so zu gebrauchen, dass sie sich als eine erfüllte Spanne erweist, gibt Gott die Ehre. Wieder hängt es mit dem Teilen zusammen. Niemand soll ein schlechtes Gewissen plagen, Zeit für sich selbst haben. Dennoch dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren: Unsere Zeit steht in Gottes Händen. Sie ist und bleibt sein Geschenk.

Über ihre Dauer vermag niemand verfügen. Zeit ist vorhanden. Sie zu gestalten liegt bei jedem selbst. Dem Herrn über Himmel und Erde mit das hohe Gut an Zeit widmen, erweist sich als tragende Kraft im Leben. Denn das regelmäßige Gebet richtet mich auf Gott hin aus. Genau das möchte er. Nehmen wir uns die Zeit, die Zeit, Gott, den Herrn zu loben und ihm zu danken.

„Ehre den Herrn mit deinem Gut!“ Einzig das kann unsere Antwort auf die empfangene Güte sein.

Autor: Karsten Loderstädt

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