ERF Plus - Wort zum Tag

Warnschilder

Wodurch kann ich Entscheidendes über Gott erfahren? Im Psalm19, 12 heißt es: „Dein Knecht lässt sich durch deine Gebote warnen.“ Im Psalm 19 werden zwei Horizonte angesprochen: Gottes Macht kann sich einem Menschen über der Pracht der herrlichen Schöpfung Gottes erschließen.

Und Gottes Weisheit verbirgt sich in seinem Wort, in seiner Weisung, in seinem Gebot.

Die Schöpfung, zu der jeder von uns zählt, lebt vom natürlichen Licht der Sonne. Und zugleich sind wir auf das geistliche Licht aus seinem Wort angewiesen. Und nichts soll diese beiden Quellen unseres Lebens außer Kraft setzen, solange diese Erde bestehen wird.

„Dein Knecht lässt sich durch deine Gebote warnen.“ Ehe diese Selbstverpflichtung ausgesprochen wird, lobt Psalm 19 die besondere Qualität des Gesetzes Gottes, zu der die Gebote Gottes gehören: Das Gesamtgesetz Gottes ist vollkommen und zuverlässig. Es benötigt keine veränderte und verbesserte Neuauflage. Das Gesetz Gottes ist zugleich mit göttlicher Weisheit und Wahrheit gefüllt und es erfüllt das Menschenherz mit Freude.

Schließlich lenkt dieser Psalm unsere Gedanken auf einen Gesichtspunkt von besonderer Bedeutung: Indem die Gebote Gottes uns den richten Weg zeigen, warnen sie uns vor möglichen Verirrungen. Warnungen sind nicht immer beliebt. Welches Kind hört gerne auf die Warnungen seiner Mutter? Welche Hausfrau entdeckt mit Freude durch eine Lebensmittelwarnung etwas in ihrem Kühlschrank, das offensichtlich schädlich ist? Welcher Mann lässt ausgerechnet sein neues Auto gerne in die Werkstatt zurückrufen?

Warnungen können etwas Lästiges und Unbeliebtes sein. Andererseits machen Warnungen Sinn.

Ein Verkehrsschild, das eine straffe Kurve anzeigt, will Leben erhalten. Eine Virenwarnung im Computer möchte vor weiterer Schädigung der vorhandenen Daten schützen. Damit wäre der Kern jeder Warnung benannt. Sie will bewahren. Sie will schützen. Sie will, dass das Leben gelingt. Sie will etwas Gutes.

Dein Knecht lässt sich durch deine Gebote warnen. Ein Mensch hat erkannt, dass ihm die Gebote Gottes dienen. Leichtsinnig und unbesonnen wäre es, ihnen nicht zu folgen. Wird etwa ein Tourist eine Tsunamiwarnung seines Urlaubsgebietes in den Wind schlagen? Kaum. Genauso wenig lässt sich dieser Psalmbeter davon abbringen, die Warnungen Gottes zu beachten.

Die Thora, die Gebote Gottes, für uns heute in erster Linie die 10 Gebote, haben mindestens drei Grundbedeutungen: Als Spiegel decken sie unsere persönliche Schuld auf; als Riegel verbieten sie, was der menschlichen Gesellschaft und damit uns schaden würde und als Zügel wollen die Gebote Gottes uns davor bewahren, vom richtigen Weg abzuweichen.

Allerdings entfalten die Gebote Gottes keine magische Eigenwirkung. Sie verlangen die Bereitschaft, ihrem Freiraum zu folgen. Zugleich schützen sie uns vor Übermut, vor Fehltritten und vor bösen Überraschungen. In ihrer Beachtung liegt tatsächlich ein „großer Lohn“ so Psalm 19, 12b).

Das ermutigt uns, dem Wort Gottes als Gebot und Angebot zu vertrauen und seinen Wert und seine Weisheit persönlich zu erfahren.

Autor: Matthias Dreßler

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Eine Adresse fürs Gebet

Zu allen Zeiten haben Menschen eine Adresse für ihre Gebete gesucht und gefunden. Insbesondere in Situationen der Not haben sie sich mit Stoßgebeten nach Hilfe und Rettung ausgestreckt.

Wie notiert Bonhoeffer? „Menschen gehen zu Gott in ihrer Not, flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot, um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod. So tun sie alle, … Christen und Heiden.“

Etliche beteten zu den ihnen bekannten Göttern und Götzen aus Holz oder Stein. Psalm 115 beschreibt eindrücklich, was von ihnen zu erwarten ist: „Ihre Götzen sind […] von Menschenhänden gemacht. Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. Sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht. Sie haben Hände und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht […].“ Eigentlich sind Sie „Nichtse“, wie Psalm 96,5 betont. Hilfe ist jedenfalls nicht von ihnen zu erwarten.

Keineswegs ist es Gottes Missgunst oder Gottes Neid, uns den Umgang mit nichtsnutzigen Göttern zu untersagen, denn: Gott kennt keine wirklichen Konkurrenten. Stattdessen will er verhindern, dass wir unser Herz in die Abhängigkeit fremder oder finsterer Mächte bringen und am Ende leer ausgehen.

Wie ganz anders steht es mit jedem Gebet zu dem lebendigen Gott, wie er uns in der Bibel geschildert wird. Vor keinem unserer Gebete verschließt er sein Ohr. Er schätzt unseren Kontakt zu ihm. Und es ist für ihn keine wirkliche Herausforderung, für uns einzutreten und unsere Sache zu einem guten Abschluss zu bringen. Gerne steht er auf der Seite derer, die ihm ganz und gar vertrauen.                     

Wer sagen kann, „Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten“, hat den Mehrwert Gottes als entscheidende Adresse seines Gebetes entdeckt. Nur der Allerhöchste ist zu aller erforderlichen Hilfe befähigt. Ihm ist keine Schranke gesetzt. Darum gibt er sich zuerst Abrahm, dann Mose und später immer wieder Hiob als „El-Schaddai“, der Allmächtige, zu erkennen.

Doch Gott der Allerhöchste und Allmächtige nutzt seine allumfassende Macht und Kraft nicht, um ein weltweites Aggressionspotential zu entfalten, wie es die Diktatoren aller Zeiten getan haben. Er ist mit seiner Stärke der große Gott, der für uns eintritt. Darum kann der Beter des Psalmes 57 sagen „Im Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht“, auch wenn ich mich fühle, als wäre ich umgeben von Löwen, die „gierig nach mir schnappen“.

Mit Bonhoeffer können wir festhalten: „Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod, und vergibt ihnen beiden.“

Das ist Gottes Zielvorstellung für jeden von uns.

Gott sorgt sich in seiner Macht als Allerhöchster um unser geistliches Heil und ebenso um die Heilung mancher persönlichen Nöte. Und was wir in unserem Leben nicht verstehen, müssen wir nicht begreifen. - Der Allerhöchste jedenfalls kennt keine andere Grenze seines Wirkens als seinen eigenen Willen, seinen Ratschluss und seinen Plan mit uns. Doch er respektiert den Willen von uns Menschen!

Gewiss bleibt, dass er unser Leben zu einem guten Ende in seiner Ewigkeit führen will.

Autor: Matthias Dreßler

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Was brauche ich wirklich?

Manchmal träume ich so vor mich hin. Was wäre wohl, wenn … - … wenn, wie im Märchen, eine Fee auf mich zukommen würde und ich einen Wunsch frei hätte. „Oh, wie schön!“, denke ich, „Einen Wunsch frei!“ - was gäbe es da nicht alles zu wünschen? Gesundheit natürlich und Fröhlichkeit, ein neues Auto oder überhaupt etwas mehr Geld? Ich könnte ja 10% davon spenden und Gutes tun. Oder die Heilung zerbrochener Beziehungen?

Je länger ich nachdenke, desto mehr Wünsche fallen mir ein und auf einmal heißt es nicht mehr „Oh, wie schön“, sondern „Ach, wie schrecklich, ein Wunsch frei!“ Welcher mag wohl der richtige sein und woran sollte ich das erkennen?

Ähnlich mag es dem jungen König Salomo ergangen sein. Nur wurde der nicht von irgend einer Fee gefragt, sondern vom lebendigen Gott. Was wird so einem jungen Mann, der gerade König geworden ist, durch den Kopf gegangen sein? Was kann der nicht alles gebrauchen?

Im Gespräch mit Gott sagt er: „Ich weiß weder ein noch aus.“ In der Bibel lesen wir davon, dass Salomo dann einen Entschluss gefasst hat. Der Wunsch, den er äußert, kam nicht zufällig über seine Lippen, nicht aus einem Bauchgefühl heraus. Er hatte sich entschlossen. Das Dringlichste, was er brauchte, war ein gehorsames Herz, damit er verstehen könne, was gut und böse ist.

Seltsam, dieser Wunsch. Mit dem Wort „Gehorsam“ können wir heute nicht mehr recht etwas anfangen, zu sehr hat es in unserer eigenen Geschichte Schlimmes mit sich gebracht. Und doch gilt es, da genau hinzuhören. In diesem Wort „Gehorsam“ steckt ja das Wort „hören“ drin und eben dieser Entschluss, dem Gehörten Folge zu leisten. Genau dazu hat sich dieser junge König entschlossen. Ich will auf Gott, den Herrn, hören und das tun, was Er sagt.

Die Antwort Gottes bleibt nicht aus: „Weil du darum bittest und bittest weder um langes Leben noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, auf das Recht zu hören, siehe, so tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz." (1. Könige 3, 11+12). In der Folge lesen wir in der Geschichte Salomos, wie sich das Versprechen Gottes bewahrheitet hat. Salomos Weisheit war buchstäblich weltberühmt, viele Menschen kamen, um sich Rat bei diesem Mann zu holen.

Vielleicht denken Sie jetzt: „Mich hat Gott noch nie gefragt.“ Und doch beten Sie ja. Bitten ein ums andere Mal um Gesundheit, Wohlergehen, für die Familie und den Arbeitsplatz, den Frieden in der Welt und in Ihrem Herzen. Wer aber könnte Gott um etwas bitten, wenn Er nicht vorher gesagt hat: „Bittet, so will ich Euch geben.“

Es kommt wie bei Salomo nun darauf an, einen Entschluss zu fassen. Was brauche ich wirklich? So manches Mal muss auch ich sagen: „Herr, ich weiß weder ein noch aus.“ Ich möchte doch, dass mein Leben gelingt. Ich möchte, dass mein Glaube wächst. Ich möchte, dass ich mit Zuversicht in die Zukunft sehen kann. So viele Wünsche.

Haben wir doch den Mut zu beten: „Gib mir ein weises und verständiges, gib mir ein gehorsames Herz.“

Autor: Werner Bücklein

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Ein Tipp für die nächste Trockenzeit

Wir waren schon eine Weile unterwegs. Seit einer guten halben Stunde ging es nur noch bergauf, die Sonne brannte schon mit großer Kraft auf uns nieder. Von den Konfirmanden, mit denen ich im Berner Oberland eine Wanderung zum Gipfel eines Berges machte, war nicht mehr viel zu hören. Das fröhliche Murmeln der Gruppe war einem angestrengten Schweigen gewichen, unterbrochen von so manch heftigem Schnaufen. Alle Jugendlichen waren freiwillig mitgekommen, diejenigen, die nicht wandern wollten, waren an diesem Tag im Schwimmbad.

Wir hatten einen ortskundigen Bergführer dabei, ausreichend Proviant und gutes Schuhwerk. Allein die Wasserflaschen waren schon alle. Zu sehr schien die Sonne, der Weg war anstrengender, als so mancher der Jugendlichen es sich vorgestellt hatte. So dauerte es auch nicht mehr allzu lange, bis die Frage kam: „Wann sind wir endlich da?“

Versprochen war uns ein wunderschöner Blick in die Berge, eine Wiese oben am Gipfel zum Picknick und ein Weg mit eindrucksvollen Naturerlebnissen. Das alles war im Augenblick gar nicht mehr so interessant. Viel wichtiger war die Frage: Woher bekommen wir frisches Wasser? Der Bergführer nickte nur und murmelte etwas, was sich wie „Flachland“ anhörte. Dann, zur Gruppe gewandt: „Wartets nur, bald.“

Und wirklich kamen wir keine zehn Minuten später an eine Stelle, an der eine Quelle aus dem Berg quoll. Jemand hatte sie gefasst, so dass sich das Wasser in einem Becken sammelte. Wie auf ein unhörbares Kommando stürmten die Konfirmanden los und tranken in vollen Zügen, füllten nach und nach die Wasserflaschen neu. „Dass Wasser so gut schmecken kann“, meinte einer der Jugendlichen zu mir.

Diese Begebenheit liegt schon ein paar Jahre zurück, aber sie ist mir gut in Erinnerung geblieben. So manches Mal habe ich daran zurückgedacht, wenn in meinem eigenen Leben so etwas wie „Trockenheit“ oder „Durst“ aufkam. Es ist ja nicht so, dass in einem Christenleben von Sieg zu Sieg geeilt wird – jedenfalls nicht bei mir. Unwegsame Pfade bin ich gelaufen, oft steil bergauf und vor Allem auch anstrengend – um im Bilde zu bleiben. Dann ertappe ich mich dabei, dass ich bete, so wie mich damals die Konfirmanden fragten: „Wann bin ich endlich da?“ und bin genauso ungeduldig wie diese Jugendlichen.

Diese trockenen Zeiten im Leben können ganz schön zusetzen. Da hilft es nichts, dass um einen herum die Welt so schön ist wie bei einer Bergwanderung. Wo Kummer und Leid in ein Leben hereinbrechen und Krisen das Glauben schwer machen, verstummt das frohe Gemurmel schnell und es bleibt angestrengtes Schweigen des Alltags. Wenn dann noch die geistliche Wasserflasche leer geworden und keine Erfrischung in greifbarer Nähe scheint, ist die Not groß.

Wie gut, dass gerade auch in diesen Zeiten die Hilfe nicht weit weg ist. David, der König in seinem Volk Israel war, kennt diese Dürreperioden des Lebens zur Genüge. Verfolgung und eigene Schuld haben Leben und Glauben schwer werden lassen. Immer wieder aber hat er sich mit dem, was sein Leben gerade ausgemacht hat, an den lebendigen Gott gewandt. Über seine Erfahrung mit Gott schreibt er viele Lieder und Gebete. So singt er einmal: „Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ In diesem Psalm 39 beschreibt David, wie Gott sich um diese Welt kümmert. Menschen dürfen zu Gott kommen und bei ihm wie aus einer Quelle frisches, gutes Wasser trinken, das den Durst des Lebens löscht und zufrieden macht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der Begegnung mit dem lebendigen Gott diese Erfrischung erleben und dann wie dieser Konfirmand sagen können: „Dass Wasser so gut schmecken kann.“

Autor: Werner Bücklein

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Jesus hilft, die Last meines Lebens zu tragen

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Der Apostel Paulus rechnet in diesem Bibelwort ganz nüchtern damit, dass es im Miteinander auch unter Christen nicht immer richtig klappt. Und deshalb schreibt er im vorangehenden Vers: „Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.“

Es kommt also immer wieder vor, dass wir Fehler machen, sagt der vorangehende Vers. Er rät uns auch, was wir dann machen sollen: Wir sollen nicht beurteilen und verurteilen; wir sollen nicht den anderen schneiden und ihn nicht mehr beachten. Sondern wir sollen ihn geduldig auf den richtigen Weg zurückbringen und selber aufpassen, dass wir nicht Fehler machen.

„Einer trage die Last des anderen“ folgt nach dieser Ermahnung. Trage die Fehler des anderen! Trage seine Last, was er falsch gemacht hat. Damit machst du, was Christus von den Christen will. Damit zeigst du, dass du als ein Christ lebst.

So gilt es zum Beispiel in der Ehe, dass wir die Last des anderen mit ihm gemeinsam tragen. – Der Gegensatz dazu wäre: ich bin stark. Ich schaffe das alleine. Auch die anderen sollen es alleine schaffen. Ich kümmere mich um nichts, jeder soll nach sich selber schauen. So denken gerade die Männer oft. Doch in der Ehe sind Mann und Frau zusammengestellt, dass sie füreinander da sind und miteinander tragen. „Bis dass der Tod euch scheidet“, sagt der Pfarrer am Traualtar, und so versprechen es die Eheleute. Vom Beginn der Ehe an sollen Mann und Frau füreinander da sein und gegenseitig die Last des Lebens miteinander teilen und tragen. Dafür sind Mann und Frau bestimmt, dass sie einander helfen, wo es nötig ist.

„Einer trage die Last des anderen, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

Das heißt zum einen: (1) Trage die Last, die der andere trägt. Wenn es Probleme gab am Arbeitsplatz. Wenn es Unstimmigkeiten mit dem Vorgesetzten gibt, Ärger mit einem unangenehmen Kollegen – dann trägt doch die Frau mit, wenn ihr Mann leidet. Was für Lasten trägt eine Mutter für ihre Familie! Die Kinderkrankheiten, die Schulaufgaben und die Schulprobleme der Kinder, Streit mit den Kameraden, rebellierende Jugendliche in der Pubertät und was es sonst noch alles gibt: Auch in der Familie trägt einer die Last des anderen mit. Dazu kommt noch der Wunsch, Familie und Beruf weitgehend unter einen Hut zu bringen. In einer Familie, wie sie nun mal ist, gibt es viele Lasten zu tragen.

„Einer trage die Last des anderen, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Das meint nicht nur: Trage die Last mit, die der andere trägt. Sondern das heißt auch: (2) Trage die Last, die der andere ist. Ich bin einmal fröhlich und einmal traurig. Oder ich bin niedergeschlagen und fertig mit der Welt. Ich gehe dem anderen auf die Nerven und mein Gegenüber mir, jeder mit seinen besonderen Charakter. Doch da heißt es: Trage und ertrage den anderen. Er ist dir eine Last, wie du auch ihm eine Last bist. Das ist beidseitig, und nicht nur der andere ist diese Last.

Was bei dem Thema nicht unter den Tisch fallen darf: Wir tragen die Lasten unseres Lebens nicht allein. Ich kann Gott bitten, wenn ich mich abplage. Und Gott, der Vater lässt mich nicht im Stich. Das verspricht der 68. Psalm: „Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“

 

Autor: Pfarrer Dr. Jochen Eber

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Unterwegs mit der Bibel

Der Mann aus Äthiopien war ein besonderer Mann! Er kam aus dem großen Königreich im Norden von Afrika. Das reichte nilaufwärts von Ägypten vom heutigen Sudan bis nach Äthiopien. Er hat eine weite Reise auf sich genommen. Er fuhr wohl auf einem Pferdewagen und hatte seine Diener dabei. Der Äthiopier war nicht nur reich, sondern er war Finanzminister der Königin seines Landes. Er hat ihr persönliches Vermögen verwaltet, das war zugleich das Vermögen des ganzen Staates.

Ein Spitzenbeamter aus Afrika – und doch war er anscheinend nicht zufrieden. Er hatte es bis an den höchsten Punkt der Erfolgsleiter gebracht. Als Finanzminister hat er ausgesorgt. Dennoch hat ihm etwas gefehlt. In der Gegend, aus der er kommt, gab es schon seit langer Zeit eine jüdische Gemeinde. Wahrscheinlich hat er durch die Juden erfahren, dass sie den einen, wahren Gott in Jerusalem verehren. Er scheute nicht die Kosten. So ist er selbst  nach Jerusalem gereist und hat dort diesen Gott verehrt.

Eine teure Buchrolle mit dem Text des Propheten Jesaja hat er sich für unterwegs gekauft. Jesaja ist eines der umfangreichsten Bücher im Alten Testament. Jetzt ist er auf der Heimfahrt. Sicher freut er sich schon auf zu Hause. Er liest in der Buchrolle, die er gekauft hat. Wahrscheinlich liest er auf Griechisch, das war die Weltsprache, so wie heute Englisch. Der Finanzminister ist an der Bibel interessiert. Er hat sich das etwas kosten lassen. Er will die Quellen studieren. Der Mann ist wirklich am Glauben interessiert. Sein Herz ist offen für Gott.

Dieser besondere Mann braucht es, dass er von Gott auf besondere Art und Weise begleitet wird. Der Apostel Philippus war sowieso schon unterwegs, da bekommt er von einem Engel den Auftrag: Reise zur Straße von Jerusalem nach Gaza! Philippus soll sich dort an die Straße stellen und abwarten, was passiert. – Das ist wirklich nicht die Aufgabe, mit der sich Philippus regelmäßig beschäftigt. Einfach an der Autobahn warten und dann missionarische Gespräche anfangen – das ist nicht jedermanns Sache. Deshalb muss ihn ein Engel beauftragen.

Nun kommt der Reisewagen des Ministers von Äthiopien, und jetzt bekommt Philippus den Auftrag, wiederum direkt von Gott: geh hin!

Der Leser auf dem Wagen versteht nicht, was er liest. Ich würde sagen: Das ist nicht schlimm. Das ist normal. Jeder, der Jesaja 53 zum ersten Mal liest, fragt sich doch: Von wem wird da geredet? Wer ist der unschuldige Gerechte, der wie ein Lamm für sein Volk geopfert wird? Wer ist dieser Mann, der wie ein Lamm seinen Mund nicht auftut, wenn der Scherer kommt?

Zumindest einige Menschen wissen zu dieser Zeit, wer im Jesajabuch gemeint ist: Jesus von Nazareth. Er ist der Messias, der Christus. In diesem Bibelwort wird schon einige hundert Jahre vor Jesus vorhergesagt, was eines Tages geschehen wird. Jesus ist als Gottes Sohn in die Welt gekommen, um uns zu retten. Er ist am Kreuz gestorben, aber nicht, weil er schuldig war. Sondern weil wir schuldig sind. Unsere Schuld und Sünde hat er getragen. Damit hat er den Weg zu Gott wieder frei gemacht. Wir sind frei! Wir sind gerecht, wir sind in Gottes Augen angenehm, wenn wir an Jesus Christus glauben.

Philippus steigt auf den Wagen und setzt sich zu dem Reisenden. – Mir fällt dazu auf: Auch ich bin auf meiner Lebensreise mit der Bibel unterwegs. Wenn ich etwas nicht verstehe, lese ich den weiteren Zusammenhang. Oder ich schaue nach den wichtigen Worten im Bibeltext: Wie werden sie in der ganzen Bibel verwendet? Oder ich frage einen Freund: Was heißt das? – Deshalb bete ich, und dieses Gebet können Sie sich zu eigen machen: Herr, hilf mir, wenn ich in der Bibel lese und Fragen habe. Ich will jemanden fragen, der mir helfen kann, dein Wort besser zu verstehen. Amen.

 

Autor: Pfarrer Dr. Jochen Eber

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Wenn der Groschen fällt

Bei einem der ganz Großen in der Menschheitsgeschichte ist der Groschen gefallen. Und das ist in mancherlei Hinsicht bemerkenswert, denn normalerweise leiden Menschen, die es aus eigener Kraft bis nach ganz oben geschafft haben, nicht an Selbstzweifel. Im Gegenteil. Man bezeichnet diese Sorte Mensch gerne als Alphatier. Ich rede von denen, die immer vorne sind, den Ton angeben und keine Bedenken haben, Konkurrenten wegzubeißen.

Also, noch einmal, einer dieser ganz Großen hat eine alles verändernde Erkenntnis. Die Rede ist von Nebukadnezar, dem babylonischen Imperator und stolzen Herrscher über ein gigantisches Reich.

Diesem Mann gewährt Gott einen verstörenden Traum. Nebukadnezar darf einen Blick in seine unmittelbare Zukunft werfen - und was er da zu sehen bekommt, verunsichert ihn zutiefst. Gott lässt ihm durch seinen Hofbeamten, den Propheten Daniel, ausrichten: Du bist reif fürs Gericht. Deine Selbstherrlichkeit hat ein Maß erreicht, das ich nicht mehr toleriere. Ich werde dich wie einen großen Baum fällen und dich bis in den Staub erniedrigen.

Genau so kommt es. Der größenwahnsinnige Nebukadnezar dreht durch. Geistige Umnachtung überfällt den Herrscher von jetzt auf gleich. Infolgedessen stürzt er tief. Die Details werden von Daniel im Kapitel 4 seines Buchs beschrieben. An dieser Stelle nur so viel: Der mächtige Nebukadnezar ist nur noch ein Schatten seiner selbst, ein jämmerliches Häufchen Elend, zurechtgestutzt vom allmächtigen Gott.

Aber dabei bleibt es nicht. Der gerichtete und gedemütigte Nebukadnezar wendet seine Blicke zum Himmel empor. Er sucht Hilfe in seiner großen Not bei dem, der allein Hilfe geben kann, beim Gott Israels. Und tatsächlich: Gott erbarmt sich über ihn und gibt ihm eine zweite Chance.

Davon legt der vormals so selbstherrliche König Zeugnis ab. Die Bibel zitiert Nebukadnezar, der über Gott folgendes zu sagen weiß: 

All sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz einherschreitet, den kann er demütigen. Daniel 4,34

Was Nebukadnezar bekennt, sind Erfahrungen, die er durchleben musste. Gott kann jenen demütigen, der stolz einherschreitet. Auch wenn der Stolze zu seiner Zeit der mächtigste Mann auf der Erde ist.

Das Alte Testament dient Christen als ein Lehrbuch. Hier können sie lernen, wie Gott in der Geschichte handelt und können Rückschlüsse für ihr eigenes Leben und ihren Glauben ziehen. Und genau das ist für heute die Herausforderung: von Nebukadnezar zu lernen.

Drei Dinge lerne ich:

1. Hochmut kommt vor dem Fall. Die Bibel bestätigt dieses alte Sprichwort.

2. Gott gibt jedem eine zweite Chance. Wenn ich mich an Jesus Christus wende, wird Gott mich hören und sich meiner erbarmen. 

3. Wie Nebukadnezar es vorgemacht hat, soll ich anderen von dem erzählen, was ich mit Gott erlebt habe. Wie er eingegriffen und mich aus meiner Not errettet hat. Über das Gute, was ich erlebt habe, über seinen Segen, will ich Gott öffentlich loben.

 

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Ein besonderes Geschenk

Gut, wenn man Freunde und Familie hat, die einem auf die Sprünge helfen. Ich rede von lieben Menschen, die mich beispielsweise an das erinnern, was wesentlich ist. Manchmal habe ich nämlich die Tendenz, Letzteres aus den Augen zu verlieren.

Der Apostel Paulus schreibt seinem Mitarbeiter Timotheus. Es ist bereits sein zweiter Brief. Paulus erinnert Timotheus in väterlich-freundlicher Art an all das Gute in seinem Leben. Seine Mutter Eunike und Großmutter Lois haben ihm im Glauben Wesentliches beigebracht. Und dann fordert der Apostel seinen Mitarbeiter auf, die Begabungen einzusetzen, die er für seinen Dienst bekommen hat. Paulus schreibt weiter: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2.Timotheus 1,7).

Drei Faktoren spielen ab jetzt eine Rolle im Leben von Timotheus. Gottes Geist hat ihn mit Kraft ausgerüstet, sowie mit Liebe und mit Besonnenheit erfüllt. Jetzt, da der Geist Gottes im Leben von Timotheus wirkt, bleibt für Angst kein Raum.

Ich finde es ausgesprochen ermutigend, dass Sie und ich das heute noch genauso in Anspruch nehmen können wie Timotheus seinerzeit. Warum?  Weil wir es mit demselben Geist Gottes zu tun haben.

Gott gibt Ihnen und mir Kraft für die Aufgaben, die er uns stellt

Nein, es ist mitnichten so, dass Gott Sie oder mich mit etwas beauftragt und dann sagt, dass wir schauen sollen, wie wir zurechtkommen. Gott lässt mich nicht allein. Und er lässt Sie auch nicht im Stich. Jesus Christus hat versprochen, Ihnen und mir nahe zu sein. Durch Jesus Christus verfügen Sie und ich über alle Kraft, die notwendig ist, um das zu tun, was uns aufgetragen ist.

Gott erfüllt mit Liebe

Ich gestehe, dass diese Aussage in mir Unbehagen auslöst. Ich weiß nämlich nur zu gut, wie oft mir die Liebe für meine Mitmenschen fehlt, und damit meine ich Leute, die Gott mir in den Weg gestellt hat.Trotzdem gilt die Zusage: Gott erfüllt mich mit Liebe. Ich muss  nur davon Gebrauch machen. Das Dritte:

Gott stattet mit Besonnenheit aus

Er will Ihnen und mir Augenmaß und Weisheit geben, damit wir unseren Auftrag gut erledigen können.

Darf ich Ihnen etwas raten? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir gut tut, wenn ich mich mit Menschen umgebe, die ebenfalls Jesus Christus nachfolgen und die mich auf meinem Weg ermutigen können.

Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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Selber schuld!

Autor: Janine Haller

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Einen Unterschied machen

Mit meinem Leben möchte ich gerne in meinem Umfeld einen Unterschied machen. Ich möchte, dass die Menschen an meinem Leben ablesen können, dass ich an Jesus Christus glaube. Nicht nur aus Gewohnheit. Und auch nicht nur aus Tradition. Ich habe mich einmal sehr bewusst dafür entschieden, dass ich mein Leben zusammen mit Jesus als meinem Retter führen möchte. Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Doch ich merke auch, dass ich in dieser Entscheidung immer wieder neu herausgefordert bin.

Ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel nennen. Es hat mit dem heutigen Tagesvers zu tun. Das Matthäus-Evangelium berichtet uns davon, dass Jesus einmal mit seinen Jüngern und vielen Zuhörern auf einen Berg stieg. Dort erzählte Jesus den Menschen, wie gutes Zusammenleben gelingen kann. Er sagte: Liebt eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! So handelt ihr wie wahre Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt die Sonne für Böse und Gute aufgehen und sendet Regen für die Gerechten wie für die Ungerechten.

Mir fällt es viel leichter, die Menschen, die ich nicht mag, zu meiden. Menschen, die eine völlig andere Lebenseinstellung als ich haben. Konflikten gehe ich viel lieber aus dem Weg, als sie zu lösen. Doch Jesus fordert mich auf: Liebe diese Menschen. Nimm sie genauso an, wie sie sind. Begegne ihnen in Freundlichkeit und Respekt.

Das ist eine echte Herausforderung. Und damit auch noch nicht genug. Denn er sagt auch: Bete für die, die dich verfolgen. Das wiederum fällt mir viel leichter – aber nur scheinbar. Ich habe zwar keine Verfolger. Doch ich bete tatsächlich für die Menschen, mit denen mir das Leben schwerfällt. Ich bete für die Menschen, die mir sagen, ich nehme die Bibel zu ernst. Und im gleichen Atemzug merke ich, dass ich im Gebet Gott gerne vorschreiben würde, wie er die Menschen verändern soll.

Hier möchte ich von Jesus lernen und mein Reden und Handeln von Gottes Liebe bestimmen lassen. Auch dann, wenn die Menschen mir in Feindschaft begegnen. Ich möchte Gottes Wort im Leben umsetzen. Ich möchte gerne die Menschen lieben, die meinen Glauben ins Lächerliche ziehen oder gar hassen. Ich möchte für die beten und die segnen, die Jesus Christus ablehnen. Ich bin überzeugt, dass Gott uns dazu seinen Geist und Kraft geben wird.

Vielleicht wird es Menschen geben, die darüber lachen, wenn wir für unsere Feinde beten. Gleichzeitig setzt es in unserer heutigen Zeit ein deutliches Zeichen, auf Hass nicht mit Hass zu reagieren. Auch nicht mit kalter Neutralität. In der Geschichte wurde diese Eigenschaft immer wieder Christen zugeschrieben. Gutes Tun um des Guten willen. Das ist der Versuch, Gottes Handeln an uns Menschen nachzuahmen.

Ich möchte uns dazu ermutigen, dass wir für unsere Mitmenschen beten, sie segnen und ihnen das Beste wünschen. Denn wenn wir genauso handeln, wie die Menschen, die Jesus Christus nicht kennen und ihm nicht nachfolgen, welchen Unterschied macht dann unser Leben und Handeln in unserem Umfeld? Wenn ich eben ganz anders reagiere als erwartet oder sogar beabsichtigt, dann kann Gottes Liebe in ganz neuen Gebieten sichtbar werden.

Von Gott will ich lernen, verschwenderisch von seiner Liebe mit meinem Leben zu erzählen. Nämlich ohne Ansehen der Person aber immer im Blick auf Jesus Christus. Damit mein Leben sagt: Ja, sie ist ein wahres Kind des Vaters im Himmel.

Autor: Janine Haller

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Sehnsuchtsthema

„Die Liebe ist ein seltsames Spiel; sie kommt und geht von einem zum andern,“ hat die Schlagersängerin Connie Francis vor vielen Jahren gesungen. Mir sind diese Worte immer wieder eingefallen, vor allem dann, wenn es um das große Thema Liebe ging. Und darum geht es ja immer wieder; das mit der Liebe hört ja nicht auf; sie bleibt das große Sehnsuchtsthema, der Traum unzähliger Menschen.

Aber das ist doch merkwürdig: In dem Schlager, den Connie Francis damals gesungen hat, klingt das ganz anders. Da kommt mir das mit der Liebe irgendwie abgeklärt vor, so, als hätte da jemand schon seinen Traum ausgeträumt und festgestellt, dass es diese Sehnsuchtsliebe gar nicht gibt. Da erscheint Liebe als eine Art Spiel, als eine Stimmung, die kommt und geht, die sich mal bei dem einen, mal bei der anderen festmacht.

Gibt es das eigentlich, Liebe pur, Liebe, die bleibt, Liebe, auf die ich immer wieder zurückgreifen kann? Zeigen nicht gerade die dramatischen Zahlen beim Thema Ehe und Ehescheidung an, dass viele Menschen, in Berlin fast die Hälfte aller derer, die eine Ehe geschlossen haben, mit der Liebe Schiffbruch erleiden? Die Sehnsucht nach Liebe treibt ungezählte Menschen um und an, aber in der Realität sieht es ganz anders aus.

Kann es sein, dass wir ein falsches Bild von der Liebe haben? Der Apostel Paulus hat dem Thema Liebe einmal ein ganzes Kapitel in seinen Briefen gewidmet. Bis heute ist es bekannt als das „Hohelied der Liebe“. Paulus hat es in einem seiner Briefe an die Christengemeinde in Korinth niedergeschrieben. Am bekanntesten bis heute ist der Schlusssatz. Da heißt es: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Was für eine gewaltige Aussage! Nicht umsonst wollen auch heute noch viele Brautleute dieses Wort als Trauspruch haben. Es entspricht ja genau dieser großen Sehnsucht nach bleibender Liebe. Aber halt! Da muss ich doch gleich fragen: Na, Paulus, bist du auch reingefallen in die allgemeine Traumvorstellung von Liebe?

Aber nein, sagt Paulus und bittet mich, doch das ganze Kapitel 13 im 1. Korintherbrief zu lesen. Das tue ich und staune über die vielen nüchternen Aussagen zum großen Thema Liebe. Offenbar sieht Paulus Liebe eher als Zuverlässigkeit, als Treue, als wechselseitige Hingabe, als stabile Größe im Leiden, als Anker in den Spannungen des Lebens an. Liebe ist bei Paulus nicht rosarot. Sie trägt eher die Farbe Blau als Farbe der Treue und Weiß als Farbe der Reinheit und Wahrhaftigkeit. Ja, auch die Farbe Weiß ist dabei, und wie! Da schreibt Paulus doch in Vers 6 glatt: „Die Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit.“

Da bindet Paulus also zusammen, was wir nicht sofort mit der Liebe verbinden würden. Liebe ist mehr als ein schnelllebiges Gefühl: Liebe hat mit Gerechtigkeit und Wahrheit zu tun! Sogar noch mehr: Liebe blüht auf, wenn es gerecht zugeht in unserer Welt. Wo aber Unrecht geschieht, wo Menschen missbraucht, verachtet und vertrieben werden, da regiert Lieblosigkeit. Da verkriecht sich die Liebe. Genauso ist es mit der Wahrheit. Da, wo Menschen ehrlich und wahrhaftig miteinander umgehen, da geht es der Liebe gut. Da freut sie sich.

Also doch kein Traumthema, die Sache mit der Liebe! Wenn man es so sieht wie Paulus, wenn Liebe mit Treue und Verlässlichkeit verbunden wird, dann entwickelt sie bleibende Kraft. Dann können wir darauf vertrauen, dass sie uns erhalten bleibt. Denn diese Liebe kommt von Gott dem Herrn. So steht er vor uns Tag für Tag und will uns mit Liebe beschenken. Denn die vielgepriesene Liebe im Hohelied der Liebe – ist Gott selbst.

Autor: Pfarrer i. R. Hartmut Bärend

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Dann …

Ja, DANN, sagen wir oft. DANN wird alles besser. DANN können wir uns selbständig machen. DANN sind wir raus aus den Schulden. Ja, DANN. Aber ganz sicher ist dieses DANN auch nicht. Ob das wirklich so kommt, - wer weiß? Darum verbinden wir das DANN meist mit einem WENN, ja, wir müssen es sogar. Also: WENN wir das so und so machen, dann wird alles besser. WENN wir die nötigen Voraussetzungen geschaffen haben, dann können wir uns selbständig machen. WENN wir das fehlende Geld zusammenbekommen, sind wir raus aus den Schulden. Und so weiter.

Mit unserer Hoffnung ist das so eine Sache. Einerseits brauchen wir sie, denn, wie es so heißt, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ohne Hoffnung gibt es kein dauerhaftes Leben, mit der Hoffnung ist das Leben bunt und lebenswert. Aber wir werden auch oft enttäuscht. „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren“, heißt das Sprichwort. Wir hoffen auf das DANN, aber wenn das WENN nicht klappt, dann ist da nichts mit DANN.

Die Bibel ist voll von Hoffnungsbildern. So heißt es einmal im Propheten Jesaja: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.“ Da ist es wieder, das DANN. Und da steht kein WENN dabei. Also eine bedingungslose Hoffnungsansage? Da muss ich stocken, denn hier geht mich etwas ganz persönlich an. Seit einigen Jahren brauche ich ein Hörgerät. Lange musste ich experimentieren, um ein für mich passendes zu finden. Und heute noch habe ich mein altes, so gutes Gehör nicht wieder. Gespräche in Gruppen fallen mir schwer, der Aufenthalt in einem Restaurant ist mehr als anstrengend. Und vor allem: Ich kann meine liebe klassische Musik nicht mehr wie früher auf mich wirken lassen. Trotz aller modernen Technik klingen viele Töne in meinen Ohren schräg. So ganz richtig wird das wohl nicht mehr.

Wenn ich dann lese, dass die Ohren der Tauben geöffnet werden, dann kann ich mir das einfach nicht vorstellen, jedenfalls nicht in dieser Welt. Und trotzdem steht da dieses DANN, ohne WENN und Aber. Ich glaube, es ist gut, wenn wir uns dieses DANN einfach mal gefallen lassen. Als der Prophet Jesaja vor vielen Jahren diese Verheißungsworte sagte, war an Erfüllung nicht zu denken. Da waren die Verhältnisse beängstigend. Fremde Mächte drohten Israel zu zerstören. Die Leute müssen gedacht haben: Der Jesaja spinnt. Das ist ein Traumtänzer. Der gaukelt eine Zukunft vor, die es gar nicht gibt.

Aber ich kann es auch ganz anders sehen. Wie gut, dass wir nicht einfach nur Realisten, sondern auch Träumer, Utopisten, sein können. Wir brauchen Menschen, die sich nicht nur von der sogenannten Realität leiten lassen. Wenn Martin Luther King nicht seine wunderbare Rede gehalten hätte, die mit dem Satz „Ich habe einen Traum“ begann, wäre die Welt ärmer geblieben. Genauso war es für uns Berliner, als der amerikanische Präsident Ronald Reagan am Brandenburger Tor den Satz sprach: „Mr. Gorbatschow, reißen Sie die Mauer nieder.“ Wir brauchen Menschen, die eine Zukunft vor sich sehen, die es noch gar nicht gibt. Daraus entsteht Phantasie, gerade wenn die vielen WENNs noch nicht benannt worden sind.

Und was mache ich nun mit meinen Hörproblemen? Erstens: Es geht mir mit dem Hören besser, als ich noch vor Jahren gedacht habe. Warum? Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben und habe das mir Mögliche getan, auch den Akustiker gewechselt. Und dann: Christen sind unerschütterliche Hoffnungsträger. Wenn ich in dieser Welt nicht mehr „meine“ Komponisten so hören kann wie noch vor zehn Jahren, warum sollte ich sie nicht in der neuen Welt Gottes hören, glasklar und strahlend? Warum nicht? Prophetische Worte haben auch immer eine überzeitliche Bedeutung. Die biblischen Hoffnungsbilder brauchen kein WENN: Da wirkt Gott allein, da baut er allein seine neue Welt. Da wird der Tod nicht mehr sein, da wird Gott alle Tränen abwischen, - und da wird es auch keine Hörprobleme mehr geben.

Autor: Pfarrer i. R. Hartmut Bärend

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Ein Vermächtnis

Abschiedsworte sind oft von besonderer Bedeutung in einem Menschenleben. Sie wollen mahnen,Trost, Erinnerung und ein Vermächtnis sein.

Das fünfte Buch Mose ist die Abschiedsrede Moses an sein Volk Israel. „Das sind die Worte, die Mose zu ganz Israel redete“, heißt es am Anfang des Buches. Israel soll jetzt nach vierzig Jahren Wüstenwanderung in das verheißene Land einziehen. Mose selber wird nicht ins Land einziehen. Er darf es nur von ferne sehen. Gott holt seinen Knecht Mose zu sich.

So wird die Rede Moses zu seinem Vermächtnis. Auch bei ihm geht es um Erinnerung, Mahnung und Trost. In Kapitel 8, Vers 6, sind die wichtigsten Anliegen genannt:

So halte nun die Gebote des HERRN, deines Gottes, dass du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest. Drei Dinge werden von Mose angesprochen: Zuerst: So halte nun die Gebote des Herrn. Nicht zufällig werden die Zehn Gebote im fünften Buch Mose noch einmal wiederholt. „Hört die Gebote, auf dass ihr lebt“, fordert Mose sein Volk auf. Gottes Gebote sind Wegweiser zum Leben, auch für uns.


 Sie schützen uns, sie zeigen uns, wie wir uns als Christen verhalten sollen.




 „Gottes Gebote sind ein Zeichen seiner Güte und Gnade, dass er uns nicht einfach unsere Wege gehen lässt, sondern uns sucht und sagt, wie sein Wille unser Leben haben will“, hat einer meiner Lehrer geschrieben.




 Um unseren Weg mit Gott geht es beim zweiten Anliegen des Mose. Zunächst geht sein Blick zurück auf den Weg, den Gott sein Volk geführt hat: „Gedenke des ganzen Weges, den dich der Herr, dein Gott geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste.“ Und Gott lässt dem Volk sagen: „Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.“


 Das ist auch meine Erfahrung, dass Gott mich begleitet und geführt hat in meinem Leben, an die Hand genommen und oft auch getragen, selbst durch Umwege und Irrwege hindurch.




 „Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte,


 bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte,


 bis hierher hat er mich geleit, bis hierher hat er mich erfreut,


 bis hierher mir geholfen“, heißt es in einem Lied.




 In seinen Wegen gilt es auch in Zukunft zu gehen. Nicht selber groß sein wollen und meinen, es besser zu wissen als Gott, was für uns gut ist. Nein, wir sollen in seinen Wegen wandeln und nach seinem Willen fragen.


 „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn“, heißt es im 37. Psalm. Für Christen ist Jesus der Weg, der zum Ziel führt. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“, sagt Jesus in einem seiner vollmächtigen Ich-bin-Worte.

Als Anhänger des neuen Weges werden die Christen in der Apostelgeschichte bezeichnet.


 Unser Leben in der Nachfolge Jesu ist dieser neue Weg.




 Das dritte Anliegen des Mose ist, dass sein Volk Gott fürchten soll.


 „Muss man vor Gott Angst haben?“, fragen manche Menschen, wenn ich von Gottesfurcht rede.


 Aber das ist nicht gemeint. Es geht um die Ehrfurcht vor Gott, um das Wissen, dass Gott heilig ist und einen Anspruch auf unser Leben hat. Die Furcht Gottes gilt in der Bibel als Inbegriff der Weisheit.


 Martin Luther beginnt seine Erklärung der einzelnen Zehn Gebote immer mit den Worten: „Wir sollen Gott fürchten und lieben.“




 Er macht damit deutlich: Gottesfurcht und Liebe zu Gott und seinem Wort und Gebot sind eine Grundvoraussetzung, wenn unser Leben im Glauben gelingen soll.

Autor: Pfarrer Werner Schmückle

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Augen des Herzens

Worum bitten Sie Gott, wenn Sie für Ihre Familie, für Ihre Freunde und Bekannten beten, und für die anderen Menschen, die Ihnen wichtig sind?




 Ich denke, Sie werden um Segen und Bewahrung und um Hilfe in schwierigen Situationen beten.


 Manchmal auch um Heilung und um Trost. Das ist gut und das ist unsere Aufgabe als Christen.


 In den Briefen des Apostels Paulus entdecken wir, dass er für die Gemeinden betet, die er auf seinen Missionsreisen gegründet hat.

Für die Gemeindeglieder in Ephesus bittet er um erleuchtete Augen des Herzens.


 Er schreibt in Epheser 1, Vers 18: Er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist.


 Mit unseren natürlichen Augen können wir nicht erkennen, was Gott uns schenkt. Dazu braucht es die Augen des Herzens.




 Wenn wir vom Herzen reden, dann denken wir vor allem an positive Gefühle und Empfindungen.


 In vielen Liedern und Schlagern ist vom Herzen in diesem Sinn die Rede. In der Bibel ist das anders.


 Da ist das Herz nicht nur für die Gefühle zuständig, sondern mehr noch für das Erkennen und für den Willen des Menschen. Das Herz ist das Personenzentrum des Menschen, in dem alle Entscheidungen fallen.




 Aber auch die Augen des Herzens können trüb und dunkel sein, gefangen im Unglauben und im Misstrauen gegen Gott. Dann, wenn unser Christsein zur Routine geworden ist. Wenn die Augen unseres Herzens trüb werden oder mit Blindheit geschlagen sind, dann hat das mit dem Wesen des menschlichen Herzens zu tun.




 „Das Herz ist ein trotzig und verzagt Ding“, heißt es beim Propheten Jeremia. Das Herz kann verschlossen und hart, aber auch matt und mutlos sein. Deshalb bittet der Apostel Paulus für die Christen in Ephesus, dass Gott ihre Augen erleuchtet und damit die Blindheit ihres Herzens heilt.


 Dann können die Augen des Herzens wieder sehen, was Gott tut und was er uns schenkt.

Das geheilte Herz lässt uns zuerst die Hoffnung sehen, zu der wir berufen sind.


 Gott hat uns durch seinen Sohn Jesus Christus zum Glauben gerufen und uns damit seine Vergebung und das Leben geschenkt. Was unserem Leben Ewigkeitswert gibt, das haben wir schon geschenkt bekommen. Wir leben nicht ohne Hoffnung in dieser Welt.




 Hoffnung ist so nötig wie der Sauerstoff, ohne den alles Leben zugrunde geht. Die geheilten Augen des Herzens lassen uns diese Hoffnung sehen. Und dann sollen wir auf das schauen, was noch auf uns wartet. „Den Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen“ nennt es der Apostel Paulus.


 Ja, wir sind reich, weil das Schönste noch kommt. Das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit, in seiner Nähe und in der Geborgenheit seiner Liebe. All das kommt in den Blick, wenn Gott uns die erleuchteten Augen des Herzens schenkt.




 Dann wird erst wahr, was die Schlagersängerin Stefanie Hertel in ihrem Lied „Mit den Augen des Herzens“ singt:


 „Mit den Augen des Herzens blühn Rosen im Schnee.


 Wer sie findet, bleibt niemals allein.


 Es ist manchmal nicht leicht, aber unsagbar schön,


 mit den Augen des Herzens zu sehn.“

Autor: Pfarrer Werner Schmückle

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Lebensgrundlage von Christinnen und Christen

Schreiben Sie eigentlich noch Briefe an Menschen, mit denen Sie eine tiefe innere Verbindung haben? Jahrhundertelang war dies die einzige und beste Möglichkeit, mit ihnen wichtige Gedanken auszutauschen, die Wertschätzung ihnen gegenüber auszudrücken.

Nur so konnten einmal geknüpfte Beziehungen über große Entfernungen hin gehalten werden.

Briefe mit der eigenen Hand zu schreiben und überbringen zu lassen, das gehörte einmal zur Lebenskultur. Heute sind es meist nur sehr kurze, schnell auf ein kleines emotionales Symbolbild reduzierte digitale Nachrichten in sozialen Netzwerken.

Bedeutende Briefe wurden auch anderen in der Familie oder Verwandtschaft vorgelesen.

Als kostbare Erinnerungsstücke, die das Herz berührten, wurden sie sogar sorgsam aufgehoben und je und dann wieder hervorgeholt. So konnte neu mit den Augen gelesen und den Händen „begriffen“ werden, was da geschrieben stand.

Christinnen und Christen könnte es auch heute so gehen, wenn wir aus einem Brief des Apostels Paulus wieder neu lesen:

„Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus.“ (1. Thess. 5, 9)

Paulus hat diesen bedeutenden Satz in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Thessalonich geschrieben. Mit dieser Gemeinde war er innerlich sehr verbunden. Den Menschen, die Christus dort nachfolgten, wollte er ein wichtiges Signal für ihren Alltag geben. Ein Signal, dem sie folgen konnten, das ihr Leben auf der richtigen Spur hielt.

Es ist ein Wort, das alle Angst vor dem Gericht Gottes für die Menschen in der Nachfolge Jesu vertreiben sollte.

Ein Wort gegen die Angst, vor Gott und seinem letzten Urteil nicht bestehen zu können.

Ein Wort gegen eine Nachfolge, die vor lauter Nachdenken darüber, ob es nicht doch besser wäre, das, was entschieden oder getan werden müsse, nicht doch besser anders zu entscheiden oder zu tun, um Gott zu gefallen.

Es ist ein Wort, das uns als Christinnen und Christen ganz fest in Gott verankert und uns eine unwiderrufliche Gewissheit über Gottes unverbrüchliche Liebe schafft, wenn wir diesen Satz neu lesen und „begreifen“:

„Gott hat uns nicht dazu erwählt, dass wir seinem Strafgericht verfallen. Sondern dazu, dass wir gerettet werden durch unseren Herrn Jesus Christus.“ –

Es ist übrigens einer unter den ersten Sätzen, die Paulus als Briefschreiber überhaupt formuliert hat. Wir haben mit dieser Aussage so etwas wie eine wichtige und sehr stabile Grundlage unseres Glaubens an den auferstandenen Herrn Jesus Christus in Händen.

Auf dieser Grundlage können wir unser Leben für Jesus Christus angstfrei gestalten und Glaube, Liebe und Hoffnung aktiv in diese Welt hineintragen.

Diese Gewissheit schafft Licht und Klarheit auf dem Weg der „Kinder des Lichtes“, wie Paulus die Thessalonicher bezeichnet. Die ihnen von ihm beigelegte Bezeichnung  „Kinder des Lichtes“ trifft auch auf heutige Christinnen und Christen zu.

„Zusammen mit Christus“, wie es Paulus formulierte, dem „Licht der Welt“, werden Christen mit Christus leben! Darum sollten sie sich nicht ängstliche und düstere Gedanken, die nur lähmen und unfrei machen, über ihr Bestehen vor Gott machen.

Vielmehr können sie sich voller Energie, Hoffnung und Freude über die Versöhnung durch Jesus engagiert und angstfrei für das Wohl und die Würde von Menschen und Schöpfung einsetzen.

Die Zukunft in dieser Perspektive hell zu gestalten, wird auch dem heutigen Tag ein freundliches Gesicht geben.

Autor: Pfarrer Helmut Heiser

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Die Lebensaufgabe für Christinnen und Christen

 „Was muss ich heute tun?“, das ist oft die Frage zu Beginn eines neuen Tages. Dabei gehen mir dann viele Gedanken auf der Suche nach einer Antwort durch den Kopf, wenn viele Aufgaben in Familie und Beruf auf ihre Erledigung warten.

Manche Tagesaktivitäten sind so zur Routine geworden, dass ich gar nicht weiter über sie nachdenke. Aber je und dann gibt es darunter mal auch besondere Termine, Aufgaben oder Anlässe, die meine ganz besondere Vorbereitung und Aufmerksamkeit herausfordern.

Bei aller Routine und besonderen Ereignissen kann es im Lauf der Zeit leicht geschehen, dass wir als Christinnen und Christen die Grundaufgabe unseres Lebens aus dem Blick verlieren. Dass wir vergessen, in allem, was wir tun und was wir sind, sie ganz praktisch zu verwirklichen und für andere erfahrbar zu machen: Licht und Salz zu sein für diese Welt. Dazu sind wir doch da! Uns gilt jeden Tag neu der Auftrag Jesu:

„So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt. 5, 16)

Direkt im Anschluss an seine bekannte Bergpredigt forderte Jesus seine Jüngerinnen und Jünger mit dieser Aufgabe heraus. Sie umfasst und meint nicht einzelne Aktivitäten, sie will aus der Mitte unseres Lebens herausstrahlen und unsere gesamten Lebensbezüge und Aktivitäten erhellen!

Jesus ging es dabei um die selbstverständlich positive Funktion von Licht für die Jünger untereinander und für die Welt, für den gesamten Kosmos des Lebens. 

Licht hat die Eigenschaft, Dunkel und Finsternis zu erhellen. Es spendet notwendige Wärme, Geborgenheit und sorgt für Orientierung. Denken wir an die Sonne, das „Himmelslicht“, es geht von ihr eine Energie spendende Wirkung aus, ohne die kein Leben möglich wäre. Die lebensfördernden Dimensionen von Licht lassen sich gar nicht in wenigen Worten beschreiben, sie sind sehr vielfältig.

„Ich bin das Licht der Welt“, so hat es Jesus von sich selbst bezeugt. Er hat auch seinen Jüngerinnen und Jüngern den Auftrag gegeben, ihr Licht in der Welt leuchten zu lassen.

Wie hell würde es also in der Welt, wenn heute durch die guten Werke des Lichtes aller weltweiten christlichen Gemeinden das Licht der Liebe, des Friedens und der Versöhnung zwischen Menschen und Gott aufleuchten würde!

Mich erinnert diese Ermutigung für den heutigen Tag eindrücklich an ein Bild aus dem Buch der Offenbarung des Johannes.

Johannes begegnete Jesus auf Patmos. Jesus war schon auferstanden und Johannes schaute ihn in dieser Offenbarung „inmitten sieben goldener Leuchter". Mit diesen „sieben goldenen Leuchtern“ sind die in der Offenbarung genannten Gemeinden gemeint. An sie sollte Johannes schreiben, was er sah.  Das hat er auch dann getan. Sie sollten ihre Leuchtkraft für Jesus entfalten!

Darum ging es ihm als erhöhtem Herrn: dass seine Nachfolgerinnen und Nachfolger durch Licht und Liebe, Heil und Segen zu einem Leben mit Gott, dem Schöpfer all dessen, was ist, einladen.

Darum ging es Jesus in der Zeit seines irdischen Lebens auf dieser Welt.

Es bleibt das Ziel seines Auftrages an uns: dass unsere guten Taten wie helle Lichter in dunkler Nacht den Menschen den Weg zum Lob Gottes weisen: „Die Menschen sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ So wurde von ihm der Zuspruch „Ihr seid das Licht der Welt!“ auf den Punkt gebracht.

Autor: Pfarrer Helmut Heiser

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Das Rettungsseil

Ein Schlauchboot gerät in einen Strudel. Geistesgegenwärtig werfen Passanten vom Ufer aus ein Seil herüber. Der Junge im Boot ergreift das Seil und kann an Land gezogen werden. Dort zittert er immer noch vor Schreck am ganzen Leib und stammelt:

„Vielen Dank! Dankeschön!“ Rettung in größter Not. 

Davon spricht auch das Bibelwort für den heutigen Tag aus Ps. 118, V21:

„Herr, ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.“

Schon der erste Satz des Psalms ruft zur Dankbarkeit auf: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.“ (V.1).

Des Öfteren wird in diesem Psalm der Ausruf als Refrain wiederholt. Vermutlich hat man den kompletten Psalm als Lied an hohen Festtagen im Tempel gesungen –  im Wechsel zwischen Priester und Gemeinde.

Martin Luther schreibt zu Ps. 118 „ Es ist mein Psalm, den ich lieb habe… weil er mir aus manchen Nöten geholfen hat, da mir sonst weder Kaiser, Könige, Weise, Kluge, Heilige hätten helfen mögen.“

Manchmal geht Gottes Hilfe auch über Umwege, die wir nicht gleich verstehen können. Ich denke an eine Konfirmandenfreizeit zurück vor einigen Jahren. Uns brachte ein Reisebus zum Zielort.

Wir nehmen immer auch unseren Jugendbus zur Konfi-Freizeit mit. Eigentlich mehr für den Notfall oder falls noch etwas zu besorgen ist. Man weiß ja nie….

Und tatsächlich: nach der ersten Nacht fiel uns auf, dass wir noch etwas besorgen mussten. Aber unser Jugendbus sprang am Vormittag nicht an. „Wie ärgerlich! Gott, muss das gerade jetzt passieren“ so dachte ich. Aber zum Glück konnten uns die gelben Engel vom ADAC direkt helfen. Ein Marderbiss war für den Defekt verantwortlich. Wieder einen Tag später erkrankte einer unserer Jungen. Eine typische Herbstgrippe, so dachten wir. Alle Hausmittel halfen aber nicht. Gegen Abend bekam der Junge Fieber, das immer höher anstieg. Wie gut, das unser Bus wieder einsatzbereit war. So fuhren wir zur nächsten Kinderklinik. Dort stellte der Arzt eine akute Blinddarmentzündung fest. Sie war ganz plötzlich ohne Vorzeichen aufgetreten. Alles hätte noch schlimmer kommen können, stände nicht ein einsatzbereiter Bus zur Verfügung.  „Ja, ….wir danken dir, Herr, dass du uns erhört hast und hast uns geholfen „ (nach V21). Das war unser Gebet. Und das, obwohl wir anfangs die Autopanne nicht einordnen konnten. So ist und bleibt das Gebet unser Rettungsseil im „Strudel“ aller Alltagsprobleme. Gott sei Dank!

Autor: Pfarrer Rainer Heuschneider

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„Segensträger“

„Herr Pfarrer, ich pack es nicht mehr. Ich muss die Leitung des Frauenkreises abgeben.“ Und dann fährt meine Gesprächspartnerin  fort: „Wissen Sie, seitdem unser zweites Kind da ist, meine Mutter schwer krank wurde….., dazu noch der Haushalt und der Garten. Und mein Mann kehrt immer erst spätabends von der Arbeit zurück. Es tut mir leid, aber ich schaffe es nicht mehr“.

Schade, aber verständlich, oder?  Manchmal gibt es Lebensphasen, wo jemand auch in der Mitarbeit einen Gang herunterschalten muss.

Stellen Sie sich allerdings mal vor, es würden in kürzester Zeit alle Mitarbeiter einer Gemeinde das Handtuch werfen. Und längst nicht jeder könnte das so plausibel begründen wie diese junge Frau. Lebendige Gemeindearbeit ade.

Eine ähnliche Situation können wir in Israel um das Jahr 520 vor Christus beobachten. Jahrzehnte vorher hatte Babylon Israel besiegt und einen Großteil der Bevölkerung aus der Heimat verschleppt. Dann kam es zu einem Machtwechsel. Die Perser, die neu herrschten, ließen die Juden  wieder heimkehren. Endlich die Rückkehr ins gelobte Land. Aber in ihrer alten Heimat fanden sie keine blühenden Landschaften vor. Zum größten Teil lag ihre Hauptstadt Jerusalem in Schutt und Asche. Auch vom zerstörten Tempel blieb nur eine Ruine übrig. Wiederaufbau war angesagt. Und die Heimkehrer brachten sich anfangs voller Euphorie ein.

Aber nach und nach wurde die große Schar der Mitarbeiter immer kleiner. „Entschuldigung, aber ich muss mich zuerst um unsere eigene Wohnung kümmern. Ich habe keine Zeit….“

Gottes Sache wie der Tempelneubau wurde hinten drangestellt. Mag der Rückzug einzelner noch nachvollziehbar sein. Aber die Arbeitsverweigerung der breiten Masse akzeptiert Gott nicht. So sendet er Propheten wie Sacharja oder Haggai, will sein Volk aufrütteln. Aber er ermutigt sie auch und spornt sie an. So heißt es im Bibelwort für heute: „Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt“ (Sacharja 8, 13). In einer anderen Übersetzung ist der gesamte Vers so wiedergegeben: „Ihr werdet durch das, was ich tue, zum Inbegriff des Segens werden. Ja, so wird es geschehen. Habt also keine Angst! Packt zu!“ Also: Zieht euch nicht zurück! Krempelt wieder die Ärmel hoch! Gott will euch als Segensträger gebrauchen.

Ich erinnere mich noch an den Anfang meines Theologiestudiums. Mit großer Begeisterung ging ich an den Start. Aber da war viel Neues: eine fremde Großstadt, weg von Familie und Freundeskreis. Ich brauchte viel Zeit, bis ich innerlich ankam. Dann fiel mir das Lernen der alten Sprachen viel schwerer als erwartet. In der Schule hatte ich fast nie Probleme. Aber jetzt stand ich in der Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Soll ich doch lieber alles wieder hinschmeißen? Und dann saß ich im Gottesdienst, hörte die Predigt. Und ein Satz kam bei mir an, als sei er nur für mich gesprochen: „Denke daran: In deinem Ende liegt Gottes Anfang.“

Plötzlich geht mein Blick weg von mir und meinen Grenzen. Ich schaue auf das, was Gott kann und mit mir noch vorhat. Ja, Gott formt aus kraftlosen Menschen seine „Segensträger“.

 

Autor: Pfarrer Rainer Heuschneider

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„Um Gottes Willen: Nein!“

Nein, um Gottes Willen: Nein! So schreit es aus mir heraus, wenn mich die Krisen packen. Anderen ergeht es vermutlich ähnlich. Wir stürzen in Abgründe. Der Arzt teilt z. B. einen lebensbedrohlichen Befund mit. Die große Liebe zerbricht und der Mensch, dem wir uns ganz anvertraut hatten, verlässt uns. Oder der Job, der unsere Lebensexistenz sicherte, wird abgebaut.

Auch im großen Geschehen dieser Welt gibt es solche Ereignisse. Tausende Menschen kommen bei Naturkatastrophen um. Tausende Menschen, die nichts dafür können, werden Opfer von Kriegen und Machtinteressen brutaler und gewissenloser Machthaber. Dann schreien wir es heraus: Nein, oh nein! Oder wir stöhnen: Das kann Gott doch nicht machen! Das kann er doch nicht zulassen! Und sofort stellt sich die uralte Frage: Warum? Warum? Warum?

Die Warum-Frage stellt auch das für den heutigen Tag ausgeloste, bekannte Bibelwort aus dem 22. Psalm. Vers 2 lautet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Hier wird die Warum-Frage allerdings auf ganz eigene Weise gestellt. Denn ich finde, dass diese Worte „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ in sich schon tragfähige Antworten enthalten. Darüber möchte ich in drei Gedankenschritten jetzt  mit Ihnen nachdenken.

Erste Antwort: Den wahren Gott erkennen.

 Gott ist nicht der „liebe“ Gott. Er lässt sich nicht in unseren Denkschablonen einfangen. Sonst wäre er nicht Gott, sondern nur eine menschliche Erfindung. Gott wirkt auch Unheil. Der Prophet Amos sagt: „Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht tut?“ Jesus, der ewige Sohn des himmlischen Vaters, hat das heutige Bibelwort am Kreuz gebetet, als er starb. Kein göttliches Eingreifen hat ihm geholfen. Der Gott, der alles irdisch gut ausgehen lässt, ist ein Phantasie-Gott. Gott lässt uns manchmal äußerlich allein und schweigt. Die Zerbrüche unseres Lebens können uns helfen, den wahren Gott zu erkennen.

Die zweite Antwort lautet: Am wahren Gott festhalten.

Mein Gott, mein Gott, ruft der Beter. Seine Verzweiflung und sein Schmerz haben ihn nicht von Gott weggebracht. Er betet, als wäre Gott da. Der Mann breitet seinen ganzen Schmerz vor Gott aus. Wenn überhaupt, dann können wir die Warum-Frage nur persönlich beantworten. Mit unserer Hingabe, mit unserer Selbstpreisgabe an eben den Gott, den viele oft nicht verstehen. Wer sein Leid in sich hineinfrisst, wer stumm bei sich selbst bleibt, macht sich auf Dauer krank. Aber wer mitten in der Tiefe am wahren Gott festhält und klagt und schreit, macht es richtig. Wie der Mann von Psalm 22 und wie Jesus .

Die dritte Antwort, die uns „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ gibt, heißt: Den wahren Gott erleben.

Plötzlich, völlig unvermittelt, bricht der Beter seine verzweifelte Klage ab und sagt: Du hast mich erhört. Und dann beginnt er ein Loblied auf Gott. Wie das? Es ist wie beim gekreuzigten Jesus. Das Grab ist leer. Jesus tritt mit einem neuen, himmlischen Körper zu seinen Jüngern. Der erschreckende, unbegreifliche Gott ist plötzlich greifbar nahe. Plötzlich persönlich erfahrbar. Gott verschließt sich nicht auf Dauer. Unsere äußere Situation wird sich oft gar nicht ändern. Aber innerlich kehrt Friede bei uns ein. Ich kann das nicht erzwingen, sondern mich nur fallenlassen.

Schaue ich mit meinen inneren Augen Jesus an, der den Tod besiegt hat, kommt göttliche Kraft und Hoffnung in mein Herz: Gott ist doch da. Er trägt mich. Ich halte durch.

Autor: Paul-Ludwig Böcking

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Alles, was Du brauchst

Was wir Menschen denken und tun, wird wesentlich von der Befriedigung unserer Bedürfnisse bestimmt. So sagte es 1970 der amerikanische Psychologe Abraham Maslow. Also nicht so sehr unser Verstand treibt uns Menschen an, sondern Bedürfnisse und Sehnsüchte. Abraham Maslow hat dazu acht Bedürfnis-Bereiche beschrieben. Grundlegend ist der Bereich der biologischen Bedürfnisse, also das, was ich überhaupt brauche, um lebendig zu sein. Zum Beispiel: Hunger, Luft, Ruhen, Sexualität. 

Danach treibt mich das Verlangen nach Sicherheit und Schutz an, sagt Maslow. Darauf aufbauend geht es um Zugehörigkeit, um Lieben und Geliebtwerden. Weitere Bereiche sind der Wunsch nach Kompetenz und Bedeutsamkeit, dann der Wunsch nach Wissen, nach Neuem, weiter der Wunsch nach Ordnung und Schönheit, dann das Streben nach Selbstverwirklichung und schließlich die Sehnsucht nach Einklang mit dem Kosmos, also Religion.

Das alles bestimmt und motiviert uns Menschen. So „ticken“ wir Menschen. 

Die Menschen der Bibel haben immer um diese Bedürfnisse gewusst und davon geschrieben. Vor allem aber haben sie um eine einzigartige Erfüllung unserer Sehnsüchte gewusst. Im 62. Psalm, Vers 8, heißt es: Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre. So kurz und so bedeutungsschwer: Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre. Dieser Beter redet also nicht allgemein von Bedürfnissen und Antrieben, sondern vor allem von deren Erfüllung. Und zwar durch Gott. Der Beter redet vom Heil. Vom Heil, das Gott gibt und bringt. Heil meint in der Bibel nämlich Rettung, Befreiung. Heil passiert, wenn jemand oder auch ein Volk oder die ganze Welt um Hilfe schreit. Und dann kommt die Hilfe auch tatsächlich. Das ist etwas ganz Großes. Göttliches. Heil hat also voll mit unserer Bedürftigkeit und Gott zu tun.

Denn ständig neu tun sich Mängel in unserem Leben auf. Vom leiblichen Hunger angefangen über unsere Sehnsucht nach Liebe und unser Kämpfen um Bedeutsamkeit und Ehre bis zum Verlust unseres Lebens im Tod. Es muss unbedingt sein, dass wir Menschen uns gegenseitig wertschätzen, dass wir einander helfen und dass wir versuchen, uns etwas von dem zu geben, dessen wir bedürftig sind. Die alles entscheidende Hilfe aber, das Heil, die Rettung, die Befreiung aus unserem Verfallensein an Ohnmacht und Gottesferne und Tod, die Rettung, ist bei Gott. Die ist Gott selbst. Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre. Das heißt: Gott hat Sie und mich im Blick. Ich bekomme heute, was ich brauche. Wir können Gottes Eingreifen erwarten. Im Kleinen des Alltags. Und im ganz Großen. 

Die Rettung unserer Welt, die aus tausend Wunden blutet, ist Gott ein Anliegen. Zuversicht ist angesagt. Wir können zu innerer Ruhe finden, gelassener in den Tag gehen. Gott schenkt heute jedem von uns eine und oft sogar viele Erfüllungen unserer Bedürfnisse. Und er arbeitet im ganz Großen daran, dass er unsere Welt umbricht und dass er alles ganz neu erschafft. Sei nur stille zu Gott, meine Seele, sagt der Beter, kurz bevor er betet: Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre.

Sie meinen, das sei  fromme Einbildung? Jesus von Nazareth, der von Gott gesandte Retter, setzt genau bei unserer Bedürftigkeit an. Er heilt Kranke, macht 5000 Menschen satt und sorgt für unsere biologischen Bedürfnisse. Er stillt den Sturm und gibt Sicherheit und Schutz. Er sucht die Gemeinschaft mit Sündern und liebt sie ohne Vorleistung. Er gibt Fischern und Zöllnern und unbedeutenden Frauen und Kindern Kompetenz. Er gibt Menschen neue Einsichten über Gott und die Welt. Er feiert schöne Feste mit ihnen. Und das Wichtigste: Er opfert sich selbst,stirbt, um gottferne Menschen mit Gott zu verbinden. Er besiegt den Tod und kommt mit einem neuen Körper aus dem Totenreich zurück.

Das sind die Fakten des Heils.

Heute gibt es die Chance, diesem Retter das Herz aufzutun und mit ihm direkt verbunden zu werden. Eine einzigartige Glaubenserfahrung. Die Erfüllung aller Ihrer Sehnsüchte beginnt heute. Und sie endet in der neuen Welt Gottes. Sei nur stille zu Gott, meine Seele. Denn bei Gott ist mein Heil und meine Ehre.

Autor: Paul-Ludwig Böcking

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