ERF Plus - Wort zum Tag

Meine Berufung

Mich erreichte eine WhatsApp-Nachricht einer verzweifelten Mutter. Sie schreibt: „Heute ist der Tag: Schlimmer geht immer!“ Das ist ihre Erfahrung und sie fordert mein Gebet.

Wie tröstlich, dass wir im 2. Thessalonicherbrief ganz andere, positive Worte finden. Er behandelt als Hauptthema die Endzeit. In Kapitel 2, Vers 14 heißt es: "Gott hat euch berufen durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus erlangt." Ein herrlicher Rückblick - ein herrlicher Einblick - ein herrlicher Ausblick!

Viele "W"-Fragen fallen mir ein: wer, wie, was, warum, wie(so) wann und wo und etliches mehr. Aber hängen bleibt nur meine Erinnerung an meinen Stolz, dass ich eine Berufung zum Evangelisten erfahren habe. Das machte meinen Wert aus: was ganz Besonderes sein - eine spezielle Berufung zu haben- bis..., ja, bis ich das Buch: "Gott braucht keine Helden" von Magnus Malm gelesen habe. Da wurde mir klar, dass die wichtigste Berufung die Berufung zum Christsein, zum Kind-Gottes-Sein ist und dass diese Berufung allen gilt.

Noch einmal der Bibelvers aus dem 2. Thessalonicherbrief: „Gott hat euch berufen durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.“

Viele glauben nicht an ihre Berufung. Viele warten auf eine ganz spezielle Berufung. Vielleicht können sie da lange warten. Sie sind doch schon berufen!

Der Lebendige - Gott selbst - hat Sie berufen; da gibt es nichts zu bemänteln oder zu diskutieren. Nicht der Evangelist XY, oder der Superchrist Paulus oder seine Mitarbeiter Silas und Timotheus, nein, Gott selbst hat Sie berufen. An anderer Stelle heißt es in der Bibel: Gott kann seine Berufung nicht gereuen (vgl. Römer 11,29). Gott hält fest an Euer aller Berufung. Wir werden geadelt durch seine Berufung. Und es steht fest: „Sind wir untreu, so ist er doch treu“! (vgl. 2. Tim 2, 13)

Wie werden wir berufen? Durch das Evangelium. Wenn wir nur die Botschaft von der Liebe Gottes und seiner Rettungstat durch seinen Sohn Jesus am Kreuz und dessen Auferstehung glauben.

Warum? Gott hat Großes mit uns vor! Oder ist es etwa kleinkariert, wenn Gott will, dass wir die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangen? Das ist viel - sehr viel! Wer mehr möchte, ist im falschen Film oder im falschen Team.

WAS? Menschen wollen ewig leben. Menschen wollen Ausstrahlung. Menschen wollen schön sein. Das alles schenkt uns Gott. Er schenkt uns allen eine Berufung und will, dass wir die Herrlichkeit Unseres HERRN Jesus Christus erlangen, das heißt, IHM, JESUS, ganz ähnlich werden. Haben Sie Lust dazu? Dann fangen Sie heute damit an bzw. machen Sie heute damit weiter.

Ich schließe mit den Schlussworten aus dem Vaterunser: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.

Autor: Michael Pietras

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Gott ist gut

Lassen Sie sich Worte aus Psalm 100 zusprechen: „Der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.“

Wir schreiben freundliche Grüße, aber nur an Empfänger, die uns nicht nahestehen. Wir freuen uns, wenn wir in einem Laden oder Lokal freundlich bedient werden. Niemand hat etwas dagegen, wenn das Wetter freundlich ist. Wer denkt dabei an den ursprünglichen Sinn von freundlich, nämlich an das Verhalten eines Freundes?

„Der HERR ist freundlich,“ heißt es in der Bibel. Das ist alles andere als eine flache, formal-nichtssagende Aussage über Gott. Sie beschreibt damit Gottes Wesen schlicht, staunend und bedeutungsvoll: Gott ist gut, Gott ist schön. Unvergleichlich gut und schön, unermesslich gütig und herrlich. Gott, unser Gott, ist Güte und Freundlichkeit in Person.

Seine Güte zeigt sich darin, dass er gütig und gnädig ist. Ohne Vorbedingung und Vorleistung unsrerseits. Und dass er treu ist. Für immer uns zugewandt und zugetan. Ohne Ende, ohne Verfallsdatum.

Der Beter spricht von Gott wie ein Verliebter. Schwärmend, erfüllt, begeistert lädt er andere ein, es ihm gleichzutun und Gott zu loben. Er erzählt in seinem Glück von Gottes Größe und bezeugt sein großartiges Wirken in dieser Welt und seinem Leben. Die Begeisterung dieses Beters springt über auf die, die in seinen Psalm einstimmen.

Menschen, die eine Lebenswende hin zu einem lebendigen Glauben erlebten, können nicht schweigen. Daniel Böcking schreibt: „Danke! Danke, dass du mein Leben auf den Kopf gestellt hast. Danke, dass du mir eine Glaubensfreude geschenkt hast, die mich rätseln lässt, wie ich ... ohne diese innere Ruhe, diese Zuversicht und diese Wegweisung gut schlafen konnte. Danke für die Vollbremsung auf meinem Lebensweg und den anschließenden U-Turn zu dir.“ (Ein bisschen Glauben gibt es nicht, S.7)

Rede ich von Gott und meinen Erfahrungen mit ihm nicht viel zu abgeklärt, viel zu blutleer, viel zu lebensfern, viel zu abstrakt? Spüren andere, dass mein Herz für ihn schlägt, ich ihn liebe, ich von ihm begeistert bin? Hören mich andere in höchsten Tönen von ihm reden? Zeige ich ihnen seine Güte und Schönheit, die mit nichts zu vergleichen ist?

Der Psalm fordert dazu heraus. Wann und in welcher Weise haben wir die Güte erfahren und seine Schönheit gesehen? Ich will diese Frage in den heutigen Tag mitnehmen. Ich will aufmerksam sein für die kleinen und die großen Hinweise, wie gütig unser Gott ist. Ich bin mir sicher: Niemand wird, wenn wir den Tag heute Abend bedenken, ohne ein Erlebnis sein, das bestätigt: „Der Herr ist gut! Für immer bleibt seine Güte und seine Treue von Generation zu Generation.“

Der Evangelist Johannes bezeugt: „Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14) Er erzählt dazu Begebenheiten, wie Jesus den Menschen Gottes Güte und Schönheit zeigt. Jesus zeigt sie gerade jenen, auf deren Leben ein Schatten liegt.

Darum: Gerade wenn auf Ihrem Leben ein Schatten liegt, lassen Sie es sich zusprechen, lassen Sie's in ihr Herz: „Der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.“

Autor: Dekan Harald Klingler

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Mehr als eine Sehnsucht

„Religion ist Privatsache!“ Das wird nicht nur lautstark verkündet. Dies wird von vielen bei uns so gelebt. Auch von Menschen, die sich als Christen verstehen. Viele leben ihren Glauben im stillen Kämmerlein, oft ohne Kontakt zu Christen oder einer Gemeinde. Individualismus prägt alle Bereiche unsrer Gesellschaft und das Verhalten vieler.

Unser Individualismus ist eine Frucht der Freiheit. Dass jeder seinen Glauben und seine Art, den Glauben zu leben, haben darf, ist eines der freiheitlichen Grundrechte bei uns. Es gibt zu viele Länder, wo dieses Recht nicht gewährt wird. Meist sind Christen die Leidtragenden. Zugleich ist Glauben in den privaten Bereich verwiesen. Öffentliche Glaubensäußerungen befremden. Wenn katholische Geschwister eine Prozession halten, dann erscheint das wie aus der Zeit gefallene religiöse Folklore.

In der Bibel wird gesagt, dass der Glaube an Jesus Christus ohne Gemeinschaft mit anderen Christen nicht sein kann. In Apostelgeschichte 2, Verse 46 und 47 berichtet Lukas von den ersten Christen: „Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.“

Ja, sie feierten täglich im Haus Gottes Gottesdienst, wahrscheinlich auch in ihren Häusern das Heilige Abendmahl und Tischgemeinschaft. Einmütig sei ihre Gemeinschaft gewesen, ihr Miteinander ohne Spannungen. Ihr Miteinander war von einer Atmosphäre aufrichtiger Freude aneinander und an ihrem Herrn geprägt. Das machte in ihrem Umfeld Eindruck.

Möglicherweise hat Lukas die Farben seines Berichtes kräftiger gewählt, als es der Wirklichkeit entsprach. Ein Idealbild, das mit den Gegebenheiten nichts zu tun hat, ein Wunschbild jenseits der Realität, zeichnete er nicht. Die Christen jener Anfangszeit waren vom Heiligen Geist ergriffen. Sie lebten begeistert ihren Glauben. Der auferstandene Herr war in ihrer Mitte. Er war ihre Mitte. Er hatte sie zusammengeführt und schweißte sie zusammen. Ihn feierten sie miteinander. Ihn lobten sie.

Eine Kehrseite unseres Individualismus ist Vereinzelung und Einsamkeit vieler. Und doch haben viele Sehnsucht nach echter, tragfähiger Gemeinschaft. Die christliche Gemeinde kann und soll ein Ort sein, an dem Menschen gute Gemeinschaft erfahren. In der Gemeinde Jesu wird auf Gottes Wort gehört, Gemeinschaft des Glaubens gelebt und das Leben miteinander geteilt. Wo Menschen miteinander mit dem Evangelium unterwegs sind, ist schon ein Stück Himmel auf Erden erlebbar.

Für mich zeichnet Lukas ein Sehnsuchtsbild. Ja, so wünschen sich viele von uns Gemeinde, keine ideale Gemeinde. Aber eine, die nahe bei dem ist, was dies Wort sagt. Eine Gemeinde, in der Gottes Geist spürbar wirkt. Wünschen wir uns diese Form von Gemeinde nicht nur, sondern erbitten sie von Herzen von Gott. Für viele, für alle!

Wo auf Gottes Wort gehört wird, wo Jesus in der Mitte ist, wo er die Mitte ist, wirkt der Heilige Geist. Er wirkt Glauben und Gemeinschaft. Er führt Menschen zusammen. Sie feiern ihren Herrn. Sie loben ihren Gott. Und sie teilen Glauben und Leben. Heute wie damals.

Autor: Dekan Harald Klingler

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Aus den Augen ? aus dem Sinn?

„Aus den Augen – aus dem Sinn!“ Die uns geläufige Redewendung bringt zum Ausdruck, dass es aufgrund fehlender Kontakte und Begegnungen oft dazu kommt, dass ein uns ansonsten vertrauter Mensch in Vergessenheit gerät. Von andern vergessen zu werden kann zu einer bedrückenden Last werden. „Keiner denkt mehr an mich!“ ist dann der Seufzer eines sich selbst überlassenen Menschen, dessen Kinder, Enkel oder Freunde wochenlang nichts von sich hören ließen.

Wie wichtig war es gerade in den zurückliegenden Monaten der Pandemie-Einschränkungen, wo persönliche Begegnungen nicht mehr möglich waren, dass liebe Menschen an uns gedacht und per Telefon, E-Mail oder Skype den Kontakt zu uns aufrechterhalten haben! Es tut uns gut und stärkt unser Selbstwertgefühl, wenn andere uns durch Kontakte und Begegnungen das Gefühl geben, dass wir ihnen nicht gleichgültig sind.

Am bedrückendsten aber ist wohl die Erfahrung, dann vergessen oder übersehen zu werden, wenn wir in Not geraten und besonders auf Zuspruch und Unterstützung durch andere angewiesen sind. Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch mit einer Frau aus der Gemeinde, deren Mann wenige Monate zuvor gestorben war. Sie klagte darüber, dass sie in der Zeit seither von keinem einzigen Mitglied aus ihrer Gemeindegruppe besucht worden war, obwohl ihr ein solcher Besuch gutgetan hätte. Mag sein, dass der Grund für solche Zurückhaltung die Verlegenheit war, wie man der Trauer eines anderen Menschen angemessen begegnet und wirksamen Trost spendet.

Wie gut ist es da, zu hören, dass Gott uns gerade dann nicht vergisst, wenn wir seinen Zuspruch und seine Hilfe am nötigsten haben.

In einem biblischen Wort lesen wir das Bekenntnis des Psalmbeters: „Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich!“ In diesem 136. Psalm erinnert der Beter an die großen Taten und Wunder Gottes in seiner Schöpfung und der Geschichte seines Volkes Israel. Aber es gab ja nicht nur die erhebenden Momente im Leben des Volkes Israel, sondern auch die Zeiten schlimmer Niederlagen und Unterdrückung. Und doch macht Israel in den Höhen wie Tiefen seiner Geschichte stets neu die Erfahrung, dass Gottes Güte ewiglich währt. Die Güte Gottes ist wie ein roter Faden, der die Geschichte des Volkes wie das Leben des einzelnen durchzieht.

Mag sein, dass Sie auch an diesem Tag den Eindruck haben: „Niemand denkt an mich!“ Mag sein, dass Sie gerade das Gefühl des Verlassenseins bedrückt. Aber ich darf Ihnen sagen, dass Gott Sie nicht aus dem Blick verliert und Sie sich auch heute seiner fürsorgenden Liebe gewiss sein dürfen. Mag sein, dass Sie davon gerade nichts spüren. Dann halten Sie sich umso fester an diese Zusage aus Gottes Wort: Der HERR denkt an Sie und segnet Sie – auch heute!

Und wenn es dazu noch einer besonderen Begründung bedarf, dann lassen Sie sich daran erinnern, dass Jesus selbst am Kreuz die tiefsten Tiefen der Verlassenheit durchlitten hat, um uns dadurch nahe zu sein und uns die ewige Verlassenheit von Gott und Menschen zu ersparen. In einem alten Passionslied heißt es: „Hat dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht!“ (Albert Knapp, „Eines wünsch ich mir vor allem andern“; Vers 2).

Was für ein großartiger Gedanke, dass wir mit unserm kleinen Leben schon in das liebende Gedenken des Gekreuzigten eingeschlossen waren!

Autor: Pastor Klaus J?rgen Diehl

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Aus den Augen – aus dem Sinn?

„Aus den Augen – aus dem Sinn!“ Die uns geläufige Redewendung bringt zum Ausdruck, dass es aufgrund fehlender Kontakte und Begegnungen oft dazu kommt, dass ein uns ansonsten vertrauter Mensch in Vergessenheit gerät. Von andern vergessen zu werden kann zu einer bedrückenden Last werden. „Keiner denkt mehr an mich!“ ist dann der Seufzer eines sich selbst überlassenen Menschen, dessen Kinder, Enkel oder Freunde wochenlang nichts von sich hören ließen.

Wie wichtig war es gerade in den zurückliegenden Monaten der Pandemie-Einschränkungen, wo persönliche Begegnungen nicht mehr möglich waren, dass liebe Menschen an uns gedacht und per Telefon, E-Mail oder Skype den Kontakt zu uns aufrechterhalten haben! Es tut uns gut und stärkt unser Selbstwertgefühl, wenn andere uns durch Kontakte und Begegnungen das Gefühl geben, dass wir ihnen nicht gleichgültig sind.

Am bedrückendsten aber ist wohl die Erfahrung, dann vergessen oder übersehen zu werden, wenn wir in Not geraten und besonders auf Zuspruch und Unterstützung durch andere angewiesen sind. Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch mit einer Frau aus der Gemeinde, deren Mann wenige Monate zuvor gestorben war. Sie klagte darüber, dass sie in der Zeit seither von keinem einzigen Mitglied aus ihrer Gemeindegruppe besucht worden war, obwohl ihr ein solcher Besuch gutgetan hätte. Mag sein, dass der Grund für solche Zurückhaltung die Verlegenheit war, wie man der Trauer eines anderen Menschen angemessen begegnet und wirksamen Trost spendet.

Wie gut ist es da, zu hören, dass Gott uns gerade dann nicht vergisst, wenn wir seinen Zuspruch und seine Hilfe am nötigsten haben.

In einem biblischen Wort lesen wir das Bekenntnis des Psalmbeters: „Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich!“ In diesem 136. Psalm erinnert der Beter an die großen Taten und Wunder Gottes in seiner Schöpfung und der Geschichte seines Volkes Israel. Aber es gab ja nicht nur die erhebenden Momente im Leben des Volkes Israel, sondern auch die Zeiten schlimmer Niederlagen und Unterdrückung. Und doch macht Israel in den Höhen wie Tiefen seiner Geschichte stets neu die Erfahrung, dass Gottes Güte ewiglich währt. Die Güte Gottes ist wie ein roter Faden, der die Geschichte des Volkes wie das Leben des einzelnen durchzieht.

Mag sein, dass Sie auch an diesem Tag den Eindruck haben: „Niemand denkt an mich!“ Mag sein, dass Sie gerade das Gefühl des Verlassenseins bedrückt. Aber ich darf Ihnen sagen, dass Gott Sie nicht aus dem Blick verliert und Sie sich auch heute seiner fürsorgenden Liebe gewiss sein dürfen. Mag sein, dass Sie davon gerade nichts spüren. Dann halten Sie sich umso fester an diese Zusage aus Gottes Wort: Der HERR denkt an Sie und segnet Sie – auch heute!

Und wenn es dazu noch einer besonderen Begründung bedarf, dann lassen Sie sich daran erinnern, dass Jesus selbst am Kreuz die tiefsten Tiefen der Verlassenheit durchlitten hat, um uns dadurch nahe zu sein und uns die ewige Verlassenheit von Gott und Menschen zu ersparen. In einem alten Passionslied heißt es: „Hat dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht!“ (Albert Knapp, „Eines wünsch ich mir vor allem andern“; Vers 2).

Was für ein großartiger Gedanke, dass wir mit unserm kleinen Leben schon in das liebende Gedenken des Gekreuzigten eingeschlossen waren!

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Auf den Kopf gestellt

Immer wieder droht das Zusammenleben der Menschen in einen Konkurrenzkampf zu entarten, in dem es darauf ankommt, andere zu überflügeln und hinter sich zu lassen. Wer es dann an die Spitze geschafft hat - beruflich, gesellschaftlich, materiell - dem ist der Neid oder die Bewunderung der anderen sicher. Dass dabei Solidarität mit den Schwächeren, Rücksichtnahme gegenüber Benachteiligten oder Wertschätzung der Abgehängten auf der Strecke bleiben, scheint zu den unvermeidlichen Begleitschäden unseres menschlichen Miteinanders zu gehören. Es gibt eben die Verlierer, die gegenüber den Fitten keine Chance haben. Schon Charles Darwin prognostizierte das „survival of the fittest“ - d.h. das Überleben der Stärksten, die sich in der Entwicklungsgeschichte der Menschen gegenüber den Schwächeren durchsetzen.

Es ist aber offensichtlich, dass das besondere Augenmerk Gottes nicht den Starken und Erfolgreichen gilt, sondern denen, die arm sind, in ihren Rechten unterdrückt und von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. So stellt sich Jesus immer wieder eindeutig an die Seite der Armen, Schwachen, Kranken und von der Gesellschaft Ausgegrenzten. Er prangert das Wohlleben der Pharisäer und Schriftgelehrten an, die sich etwa auf Kosten der Witwen bereichern (Markus 12,40).

Für Jesus ist es daher ausgemacht, dass im vollendeten Reich Gottes die ungerechten Verhältnisse dieser Welt umgekehrt werden, indem die Letzten zu den Ersten und die Ersten zu Letzten werden (Matthäus 20,16).

Ein anschauliches Beispiel dafür gibt er in dem Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus (Lukas 16,19-31). Während der Reiche „alle Tage herrlich und in Freuden lebt“, muss sich der arme Lazarus, von Geschwüren geplagt, mit den Tischabfällen aus dem Haus des Reichen begnügen und so ein menschenunwürdiges Dasein fristen. Doch nach dem Tode erleben beide eine totale Umkehr ihrer irdischen Verhältnisse: Während der Reiche Höllenqualen erdulden muss, findet sich Lazarus in „Abrahams Schoß“ wieder – ein Bild für die besondere Gottesnähe – und kann jetzt sein Leben ohne jedes Leid genießen. Aus dem Letzten wird ein Erster - und aus dem Ersten ein Letzter.

Daher stellt der Apostel Paulus mit Recht im 1. Korintherbrief fest: „Was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt“.

Doch bleibt die Frage: Was geschieht eigentlich mit den unzähligen Opfern von Ausbeutung und Unterdrückung, von Krieg, Terror und Hunger, die in ihrem Leben nie die Chance auf ein menschenwürdiges Leben bekamen? So sehr gerade wir Christen dazu herausgefordert sind, uns an ihre Seite zu stellen und sie tatkräftig zu unterstützen, erreicht viele diese Hilfe leider nicht. Sind und bleiben diese Geringen und Verachteten für immer die Verlierer?

Wäre der Tod der endgültige Schlussstrich unter das Leben der Menschen, dann müsste man schier verzweifeln angesichts der Tatsache, dass Millionen und Abermillionen von Menschen als geliebte Geschöpfe Gottes für immer auf unserer Erde um ein erfülltes Leben betrogen wurden. Das kann nicht im Sinne Gottes sein. Darum eröffnet Jesus mit der Geschichte von Lazarus eine hoffnungsvolle Perspektive auch für den Lazarus in Kalkutta, der wie viele andere den heutigen Tag infolge von Hunger und Entkräftung nicht überleben wird. Er hatte in seinem Leben nie die Chance, das Evangelium zu hören und Jesus persönlich kennenzulernen. Und doch ist auch für ihn ein Platz in „Abrahams Schoß“ reserviert. Das ist kein billiger Jenseitstrost, sondern die lebendige Hoffnung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit, für die Gott selbst am Ende der Tage sorgen wird.

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Geleitet von Gottes Geist

Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gewünscht, zu Jesu Zeiten gelebt zu haben!? Zusammen mit den Jüngern gestaunt zu haben, über die wundersame Mahlzeit der 5000 Menschen auf dem Berg? Oder auch mit offenem Mund sich gefragt haben, warum Jesus über das unruhige wellenreiche Wasser gehen konnte? Wie gerne hätten Sie mit Jesus mitdiskutiert über das wahre Brot des Lebens?

Jesus erleben und ihn verstehen, sind zwei paar verschiedene Schuhe, leider. Die Menschen und die Jünger damals wollten Wunder von Jesus sehen und hofften durch IHN auf die politische Errettung des Volkes Israel. So sehr Jesus versuchte, ihnen zu verdeutlichen, dass er ein anderes Ziel habe, die Menschen zu dem Zeitpunkt konnten es nicht fassen und begreifen. Darum wandten sich schließlich viele von ihm ab.

Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes. Joh. 6,67-69

Wow, Petrus! Was sind das auf einmal für Worte aus deinem Mund!? Petrus war bei all den vorangegangenen Erlebnissen mit dabei gewesen und hatte wohl nicht viel begriffen. In diesem Moment, in dem Jesus ihn und die anderen Jünger herausfordert, ihren Glauben auf den Prüfstand stellt, purzeln diese Worte aus Petrus Mund. Geleitet von Gottes Geist spricht er eine Wahrheit aus, die er jetzt selber noch nicht fassen kann.

Erst allmählich gewinnt diese Wahrheit in Petrus Raum. Es sollten danach weitere Situationen folgen, wie zum Beispiel der Einzug Jesu nach Jerusalem auf dem Eselsfüllen, die Fußwaschung oder auch die Frage nach Petrus Liebe zu Jesus. Dadurch ist Petrus immer mehr in seinem Glauben gewachsen, so dass er nur bei dem „Heiligen Gottes“ seine persönliche Rettung und sein Lebensglück finden will. An diese besondere Situation, diesen Kairos Moment wird sich Petrus bestimmt später oft erinnert haben. Gott offenbart ihm einen Teil seiner Gedanken, damit Petrus nach dieser Antwort sein Lebensziel neu definieren und sich daran ausrichten kann.

Solch ein Kairos Moment gibt nicht nur Petrus Leben eine neue Richtung. Ich kann solch eine Erfahrung nur bestätigen. Für mich war dieser Moment ein heiliger Moment, in dem sich Gott selber verpflichtete. Gott bestätigte sein Wort für mich und die weitere beteiligte Person und sprach uns seinen Segen zu. Ich sehe diesen von Gott gegebenen Zeitpunkt als ein Signal der Stärkung und Ermutigung. Darauf aufbauend hat Gott mir immer wieder neue konkrete Gedanken geschenkt und in weiteren unsicheren Situationen mich an diesen Kairos Moment erinnert. Im Rückblick sehe ich es als ein entscheidendes Puzzleteil in meinem „großen“ Lebensbild.

Ob mit oder ohne Kairos Moment, wie können Sie heute Gott hören und ihn real erfahren? Ich habe ihn eben nur kurz erwähnt, möchte jetzt jedoch etwas näher auf ihn eingehen: Der Heilige Geist ist entscheidend, um mit Gott in Verbindung zu kommen. ER ist ein lebendiger Geist, der jeden Menschen und auch Sie bewegen möchte. Denn Gott sehnt sich nach Ihnen. Er möchte Gemeinschaft mit Ihnen haben. Seine Liebe ist die treibende Kraft und dazu gehört allerdings auch sein Hinweis auf das, was diese Beziehung stört: Der Heilige Geist macht Sie auf Ihre Fehler, Ihre Sünden aufmerksam.

Ehrlichkeit, Vertrauen und die Bereitschaft zur Korrektur sind dann die Schlüssel in Ihrem Gespräch mit Gott. Zum Gespräch gehören Sprechen und Hören. Ich finde es unglaublich befreiend, alles bei Gott zu sagen, rauszuschreien, zu streiten, zu weinen, sich mit ihm zu freuen und ihn zu loben.

Doch anschließend rate ich, den Mund zu schließen, damit Gott zu Ihnen reden kann, er will Ihnen seine Gedanken, seine Zusagen, seine Wahrheiten und seine Liebe ans Herz legen.

Öffnen Sie sich für Gottes Geist, er schenkt Ihnen seine Klarheit.

Autor: Klaudia Wolf

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Gott gibt sich f?r Sie hin ? aus Liebe

Gott liebt uns Menschen. Diese Botschaft zieht sich durch die Geschichte, diese Botschaft hatte bei Gott immer wieder die allererste Priorität, unabhängig von der Treue der Menschen. Darum ließ er die Propheten seine Gedanken und Pläne zur Rettung der Menschen verkünden. Auch Jesaja tat das und verkündigte:

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jes. 53,5

Mit Jesus als dem Sohn Gottes, der „Knecht Gottes“ wie er bei Jesaja genannt wird, erfüllt sich dieses Wort. Aus Liebe zu den Menschen ging er ans Kreuz und nahm die Schuld, die Strafe der Menschen, auf sich. Sein stellvertretender Tod lässt jeden Menschen leben und nicht nur das: Jeder wird dadurch frei. Die alten Bindungen und Ketten von Schuld, Scham und schlechten Einflüssen werden dort gesprengt. Tiefer Frieden erfüllt denjenigen, der das annimmt. Jesu vergossenes Blut und seine Wunden bringen innere Heilung und neue Gedanken für den, der das glaubt.

Gott liebt Sie, heute, jetzt in diesem Moment. Jesus ist auch für Sie ans Kreuz gegangen. Jesus wünscht sich, dass Sie diesen tiefen Frieden, seine Heilung annehmen und erleben. Vielleicht gibt es Erfahrungen, die Sie daran zweifeln lassen oder Sie hören das so zum ersten Mal. Vielleicht sehnen Sie sich danach, so geliebt zu werden, wie Sie sind. Gott weiß das. Er sieht Ihr Herz. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, darüber mit Gott zu reden. 

Ich möchte Sie ermutigen, dabei auch Gott zuzuhören und seine Liebe heute neu zu Ihrem Herzen sprechen zu lassen. Geben Sie ihm jetzt die Gelegenheit, dass ER seine Güte und Barmherzigkeit und seine Wahrheit und Zusagen über Ihrem Leben neu aussprechen mag.

Der deutsche Liedtext von Reckless Love = Gewagte Liebe von Stefan Schöpfle und Mia Friesen drückt das hervorragend aus. Er begleite Sie heute durch den Tag:

Bevor ich ein Wort sprach, sangst du Lieder über mich. Du warst schon immer gut zu mir. Du hast mich geformt, mir Leben eingehaucht. Du warst schon immer gut zu mir.

Ich war noch dein Feind, doch du hast gekämpft um mich. Du warst schon immer gut zu mir. Ich war mir nichts wert, doch du hast bezahlt für mich. Du warst schon immer gut zu mir.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

Du erleuchtest alle Schatten, erklimmst alle Berge, um mir nachzugehn.

Du zerstörst alle Mauern, vertreibst alle Lügen, um mir nachzugehn.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

 

Autor: Klaudia Wolf

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Gott gibt sich für Sie hin – aus Liebe

Gott liebt uns Menschen. Diese Botschaft zieht sich durch die Geschichte, diese Botschaft hatte bei Gott immer wieder die allererste Priorität, unabhängig von der Treue der Menschen. Darum ließ er die Propheten seine Gedanken und Pläne zur Rettung der Menschen verkünden. Auch Jesaja tat das und verkündigte:

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jes. 53,5

Mit Jesus als dem Sohn Gottes, der „Knecht Gottes“ wie er bei Jesaja genannt wird, erfüllt sich dieses Wort. Aus Liebe zu den Menschen ging er ans Kreuz und nahm die Schuld, die Strafe der Menschen, auf sich. Sein stellvertretender Tod lässt jeden Menschen leben und nicht nur das: Jeder wird dadurch frei. Die alten Bindungen und Ketten von Schuld, Scham und schlechten Einflüssen werden dort gesprengt. Tiefer Frieden erfüllt denjenigen, der das annimmt. Jesu vergossenes Blut und seine Wunden bringen innere Heilung und neue Gedanken für den, der das glaubt.

Gott liebt Sie, heute, jetzt in diesem Moment. Jesus ist auch für Sie ans Kreuz gegangen. Jesus wünscht sich, dass Sie diesen tiefen Frieden, seine Heilung annehmen und erleben. Vielleicht gibt es Erfahrungen, die Sie daran zweifeln lassen oder Sie hören das so zum ersten Mal. Vielleicht sehnen Sie sich danach, so geliebt zu werden, wie Sie sind. Gott weiß das. Er sieht Ihr Herz. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, darüber mit Gott zu reden. 

Ich möchte Sie ermutigen, dabei auch Gott zuzuhören und seine Liebe heute neu zu Ihrem Herzen sprechen zu lassen. Geben Sie ihm jetzt die Gelegenheit, dass ER seine Güte und Barmherzigkeit und seine Wahrheit und Zusagen über Ihrem Leben neu aussprechen mag.

Der deutsche Liedtext von Reckless Love = Gewagte Liebe von Stefan Schöpfle und Mia Friesen drückt das hervorragend aus. Er begleite Sie heute durch den Tag:

Bevor ich ein Wort sprach, sangst du Lieder über mich. Du warst schon immer gut zu mir. Du hast mich geformt, mir Leben eingehaucht. Du warst schon immer gut zu mir.

Ich war noch dein Feind, doch du hast gekämpft um mich. Du warst schon immer gut zu mir. Ich war mir nichts wert, doch du hast bezahlt für mich. Du warst schon immer gut zu mir.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

Du erleuchtest alle Schatten, erklimmst alle Berge, um mir nachzugehn.

Du zerstörst alle Mauern, vertreibst alle Lügen, um mir nachzugehn.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

 

Autor: Klaudia Wolf

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Beten: Mein Wille geschehe?

Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.

Das hat Jesus gesagt. Zu seinen Freunden. Vor 2.000 Jahren. Ich lese ihn heute in meiner Bibel, im Johannesevangelium Kapitel 14, Vers 14. Und ich frage mich, was ich mit diesem Satz heute anfange, „wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun“. (NGÜ)

Gilt das auch für mich? Funktioniert das auch noch heute, wenn ich Jesus um etwas bitte? Um irgendwas?

Generationen von Christen haben innig und tiefgreifend gerungen mit der Spannung zwischen dem Beten um Etwas und dem Nicht-Passieren dieses Etwas. Viele haben gebetet um Heilung – und sind doch krank geblieben. Viele haben gebetet um Wohlstand – und sind doch arm geblieben. Viele haben gebetet um Bewahrung – und sind doch wegen ihres Glaubens verfolgt worden. „Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun“ - ist dieser Satz von Jesus am Ende gar kein Versprechen, sondern eher ein Versprecher?

Ich merke: Ich komme nicht weiter, wenn ich diesen einen Satz für sich allein lese, ihn aus seinem Zusammenhang reiße. Denn das macht ihn am Ende zur magischen Formel, die Jesus mir vermeintlich in die Hand gibt. Die Praxis aus 2000 Jahren Kirchengeschichte beweist das Gegenteil. Wie arrogant wäre es zu denken, dass alle diese Christen einfach nur nicht richtig gebetet hätten!

Der Satz von Jesus – ich muss ihn anders – besser - verstehen. Am besten im Zusammenhang dessen, was Jesus bei der Gelegenheit sonst noch gesagt hat zu seinen Freunden. Jesus hat damals versucht, seinen Freunden begreiflich zu machen, was es bedeutet, an ihn zu glauben. Ihm zu vertrauen. Ihm zu folgen. „Vertraut mir!“, so lädt Jesus seine Freunde im Johannesevangelium, Kapitel 14, Vers 1 ein, und in den folgenden Sätzen malt er ihnen vor Augen, wie weit er ihnen selbst vertrauensvoll entgegenkommt – indem er nämlich bereitwillig und rückhaltlos mit ihnen teilt, in dreifacher Hinsicht:

Da ist erstens der Wohnort, das räumliche Zusammensein. „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen“, sagt Jesus in Vers 2. Ja, Jesus wird gekreuzigt werden und auferstehen und in den Himmel auffahren, und sie werden ihn eine Zeitlang nicht sehen, aber am Ende, sagt Jesus, „werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin“. Christen werden am Ende da zu Hause sein, wo Christus zu Hause ist.

Und Jesus teilt zweitens den Zugang zu seinem himmlischen Vater mit seinen Freunden. Vers 7: „Wenn ihr mich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen.“ Das heißt: Wenn ihr mich, Jesus, kennenlernt, wer ich bin und wie ich bin – dann lernt ihr dadurch auch Gott den Vater kennen. Denn „ich lebe im Vater und der Vater in mir“. Christen können in dem Maß Gott kennen, wie sie Christus kennen.

Drittens: Jesus teilt seine Vollmacht mit seinen Freunden. Vers 12: „Wer im Glauben mit mir verbunden bleibt, wird die gleichen Taten vollbringen, die ich tue“. Jesus erinnert seine Freunde an das, was sie Gott durch ihn hatten tun sehen: Wie seine Predigten den Zuhörern mitten durchs Herz gingen. Wie Gott auf sein Gebet hin Kranke gesund gemacht hatte. Wie Menschen aufgrund der Begegnung mit ihm neues Vertrauen zu Gott gefasst hatten. All das, sagt Jesus ihnen, teile ich mit euch: Wenn ihr in meinem Namen predigt, wenn ihr betet, wenn ihr Menschen ermutigt – dann werde ich all das durch euch tun. Wenn Christen im Namen Jesu handeln, dann handelt Christus durch sie.

Es ist dieses vertrauensvolle Miteinander, in das Jesus dann sein Versprechen legt: Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun. Dieser Satz ist keine magische Formel, kein Gebetsrezept, kein göttlicher Automatismus. Er formuliert vielmehr eine Gewissheit, aus der heraus ich heute als Christ lebe: Ich werde bei Christus zu Hause sein. In ihm begegnet mir schon jetzt Gott selbst. Und wenn ich in seinem Namen handle, dann wird er durch mich handeln.

Nicht als Erfüllungsgehilfe meiner nach formalen Kriterien richtig gebeteten Wünsche und Vorstellungen. Sondern – viel besser – als der Gott, der sein eigenes Leben vertrauensvoll mit mir teilt, und der mich einlädt: „Vertraue mir. Komm und folge mir nach!“

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Freuen lernen gegen alle Umst?nde

Was wäre, wenn es möglich wäre, zu jedem Zeitpunkt des Lebens glücklich zu sein? Sich unabhängig von den äußeren Umständen zu freuen? Würde ich das wollen? Würden Sie das wollen?

Auf den ersten Blick erscheint diese Vorstellung absurd. Wie soll das gehen, ohne die Augen zu verschließen vor all dem Leid und all dem, was so offensichtlich kritikwürdig ist an unserer Welt? Müsste ich nicht eine naive, rosarote Brille aufsetzen und mein Denken ausschalten, um mich in allen Lebenslagen freuen zu können?

Und doch… Und doch will ich diese Idee nicht vorschnell vom Tisch wischen. Denn da ist dieser eine Bibelvers im Neuen Testament, der mich seit vielen Jahren nicht loslässt:

Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch! (NGÜ)

So steht es im Philipperbrief Kapitel 4, Vers 4, geschrieben von Paulus, dem krisenerprobten Apostel und hochgebildeten Theologen, an die junge christliche Gemeinde in Philippi. Und Paulus war eigentlich nicht der Typ, der anfällig gewesen wäre für eine rosarote Brille. Wie hat er das also gemeint, mit der Freude „was auch immer geschieht“?

Die Suche nach einer Antwort führt uns vielleicht nach Rom im ersten Jahrhundert nach Christus. Paulus, der vielgereiste Gemeindegründer, war wegen seines Glaubens verhaftet worden und für seinen Prozess an den Hof des Kaisers überstellt worden. Während immer mehr Christen in den Städten des römischen Reiches mit Todesdrohungen eingeschüchtert oder wegen ihres Glaubens ermordet wurden, versuchte Paulus, aus der Haft heraus Briefkontakt zu halten mit den Gemeinden, die er gegründet hatte. Möglicherweise auch zu den Christen in Philippi. Während er selbst auf sein mutmaßliches Todesurteil wartete, versuchte er, den vielen jungen Christen Mut zu machen, trotz allem an ihrem Glauben festzuhalten.

Paulus wusste ziemlich genau, was sie wohl gerade durchmachten. Schließlich war er selbst oft wegen seines Glaubens bedroht worden. „Ihr habt jetzt denselben Kampf zu bestehen wie ich – den Kampf, den ihr miterlebt habt, als ich bei euch war, und in dem ich – wie ihr gehört habt – immer noch stehe.“, so Paulus in Philipper 1 Vers 30. (NGÜ)

Aber für Paulus scheint die entscheidende Schlacht nicht der Widerstand gegen die Staatsmacht zu sein, sondern das innere Festhalten der Christen an Gottes Versprechen einer neuen Welt und an einer Haltung, die ihren Herrn Jesus Christus ehrte. So schreibt Paulus in Kapitel 2, Verse 3 bis 5:

„Rechthaberei und Überheblichkeit dürfen keinen Platz bei euch haben. Vielmehr sollt ihr demütig genug sein, von euren Geschwistern höher zu denken als von euch selbst. Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat.“ (NGÜ)

Und hier – bei der inneren Haltung – liegt für Paulus die Quelle der Freude, mitten in allen bedrohlichen äußeren Umständen. Ab Vers 16: „Haltet daher an der Botschaft fest, die zum Leben führt! Dann kann ich dem Tag, an dem Christus wiederkommt, voll Zuversicht entgegensehen, glücklich darüber, dass ich das Ziel meiner Arbeit nicht verfehlt habe und dass meine Mühe nicht umsonst gewesen ist. Und selbst wenn ich zum Tod verurteilt werde und sterben muss, werde ich mich freuen.“ (NGÜ)

Mitten in seiner Haft, mitten in der heraufziehenden Christenverfolgung, findet Paulus einen Grund, sich zu freuen: Dass die innere Stärke und das Vertrauen der Christen Jesus vor aller Augen ehrt. „Das soll also eure Einstellung sein, liebe Freunde“ – so fordert er sie in Kapitel 4 heraus, und weiter: „Haltet daher treu zum Herrn! Ihr seid doch meine Geschwister, die ich liebe und nach denen ich mich sehne; ihr seid meine Freude und mein Siegeskranz“. Und dann kommt unser Freude-Vers, Philipper 4 Vers 4: Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!

Ich lese das, ich höre das, und es packt mich, zugegebenermaßen trotz einiger leichter Zweifel: Wenn es wirklich möglich ist, sich in jeglichen Lebensumständen an der Verbindung zu Gott so zu freuen wie Paulus das beschreibt – dann möchte ich das erlernen und erleben.

Ich glaube, das wäre einen Versuch mehr als wert. Finden Sie nicht?

Autor: Dr. J?rg Dechert

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Freuen lernen gegen alle Umstände

Was wäre, wenn es möglich wäre, zu jedem Zeitpunkt des Lebens glücklich zu sein? Sich unabhängig von den äußeren Umständen zu freuen? Würde ich das wollen? Würden Sie das wollen?

Auf den ersten Blick erscheint diese Vorstellung absurd. Wie soll das gehen, ohne die Augen zu verschließen vor all dem Leid und all dem, was so offensichtlich kritikwürdig ist an unserer Welt? Müsste ich nicht eine naive, rosarote Brille aufsetzen und mein Denken ausschalten, um mich in allen Lebenslagen freuen zu können?

Und doch… Und doch will ich diese Idee nicht vorschnell vom Tisch wischen. Denn da ist dieser eine Bibelvers im Neuen Testament, der mich seit vielen Jahren nicht loslässt:

Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch! (NGÜ)

So steht es im Philipperbrief Kapitel 4, Vers 4, geschrieben von Paulus, dem krisenerprobten Apostel und hochgebildeten Theologen, an die junge christliche Gemeinde in Philippi. Und Paulus war eigentlich nicht der Typ, der anfällig gewesen wäre für eine rosarote Brille. Wie hat er das also gemeint, mit der Freude „was auch immer geschieht“?

Die Suche nach einer Antwort führt uns vielleicht nach Rom im ersten Jahrhundert nach Christus. Paulus, der vielgereiste Gemeindegründer, war wegen seines Glaubens verhaftet worden und für seinen Prozess an den Hof des Kaisers überstellt worden. Während immer mehr Christen in den Städten des römischen Reiches mit Todesdrohungen eingeschüchtert oder wegen ihres Glaubens ermordet wurden, versuchte Paulus, aus der Haft heraus Briefkontakt zu halten mit den Gemeinden, die er gegründet hatte. Möglicherweise auch zu den Christen in Philippi. Während er selbst auf sein mutmaßliches Todesurteil wartete, versuchte er, den vielen jungen Christen Mut zu machen, trotz allem an ihrem Glauben festzuhalten.

Paulus wusste ziemlich genau, was sie wohl gerade durchmachten. Schließlich war er selbst oft wegen seines Glaubens bedroht worden. „Ihr habt jetzt denselben Kampf zu bestehen wie ich – den Kampf, den ihr miterlebt habt, als ich bei euch war, und in dem ich – wie ihr gehört habt – immer noch stehe.“, so Paulus in Philipper 1 Vers 30. (NGÜ)

Aber für Paulus scheint die entscheidende Schlacht nicht der Widerstand gegen die Staatsmacht zu sein, sondern das innere Festhalten der Christen an Gottes Versprechen einer neuen Welt und an einer Haltung, die ihren Herrn Jesus Christus ehrte. So schreibt Paulus in Kapitel 2, Verse 3 bis 5:

„Rechthaberei und Überheblichkeit dürfen keinen Platz bei euch haben. Vielmehr sollt ihr demütig genug sein, von euren Geschwistern höher zu denken als von euch selbst. Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat.“ (NGÜ)

Und hier – bei der inneren Haltung – liegt für Paulus die Quelle der Freude, mitten in allen bedrohlichen äußeren Umständen. Ab Vers 16: „Haltet daher an der Botschaft fest, die zum Leben führt! Dann kann ich dem Tag, an dem Christus wiederkommt, voll Zuversicht entgegensehen, glücklich darüber, dass ich das Ziel meiner Arbeit nicht verfehlt habe und dass meine Mühe nicht umsonst gewesen ist. Und selbst wenn ich zum Tod verurteilt werde und sterben muss, werde ich mich freuen.“ (NGÜ)

Mitten in seiner Haft, mitten in der heraufziehenden Christenverfolgung, findet Paulus einen Grund, sich zu freuen: Dass die innere Stärke und das Vertrauen der Christen Jesus vor aller Augen ehrt. „Das soll also eure Einstellung sein, liebe Freunde“ – so fordert er sie in Kapitel 4 heraus, und weiter: „Haltet daher treu zum Herrn! Ihr seid doch meine Geschwister, die ich liebe und nach denen ich mich sehne; ihr seid meine Freude und mein Siegeskranz“. Und dann kommt unser Freude-Vers, Philipper 4 Vers 4: Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!

Ich lese das, ich höre das, und es packt mich, zugegebenermaßen trotz einiger leichter Zweifel: Wenn es wirklich möglich ist, sich in jeglichen Lebensumständen an der Verbindung zu Gott so zu freuen wie Paulus das beschreibt – dann möchte ich das erlernen und erleben.

Ich glaube, das wäre einen Versuch mehr als wert. Finden Sie nicht?

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Referenzen

Waren Sie schon einmal in der Situation, jemanden für einen Job anzustellen? Es ist gar nicht so einfach, gut auszuwählen unter denen, die sich bewerben. Die Bewerbungsunterlagen streichen die Leistungen und Begabungen der Kandidierenden so gut wie möglich heraus und übertreiben vielleicht ein wenig. Zugleich werden Schwächen nicht gerade verschwiegen, aber doch relativiert. Wer also könnte am besten geeignet sein für die Stelle?

Eine Hilfe zur guten Entscheidung können Referenzauskünfte sein. Mit den Bewerbungsunterlagen kann man Personen angeben, bei denen der Stellenanbieter nachfragen kann. Überzeugende Referenzen sind oft ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe eines Jobs.

Das ging mir durch den Kopf, als ich in 2. Korinther 10,18 den Satz las: „Nicht wer sich selbst empfiehlt, gilt als bewährt, sondern wen der Herr empfiehlt!“ (ZB) Die Lutherbibel übersetzt statt ‚bewährt‘ mit ‚tüchtig‘. – Nun ja, eine gute Referenz von Gott selbst, das wäre wohl eine große Hilfe bei der Jobsuche.

Nun geht es im 2. Korintherbrief allerdings nicht direkt um eine Stellenbewerbung. Sondern Paulus bemüht sich gegenüber der Gemeinde um seine Glaubwürdigkeit als Apostel. Und zwar im Vergleich mit Konkurrenten, die sich selbst in den Vordergrund gespielt haben. Als Trumpf versucht er dabei, seine Demut ins Spiel zu bringen.

„Demut ist der Mut, sich nicht zu vergleichen“ soll Teresa von Avila einmal gesagt haben. Auf dieser Linie scheint mir auch Paulus‘ Argumentation zu liegen: Ihn zeichnet nicht aus, dass er besser ist als die anderen. Sondern das Ja Gottes zu ihm, die Berufung durch Christus macht seine Referenz aus. Darum will er nicht prahlerisch mit anderen um die Gunst der Gemeinde wetteifern. Er verlässt sich aber auf die Gnade Gottes, die für ihn spricht.

So einfach ist das gar nicht. Die Verlockung, sich etwas größer zu machen, als man ist, sich in ein etwas besseres Licht zu rücken, ist stark. Nicht nur, wenn man sich um einen Job bewirbt. Oft reicht auch schon die Aussicht auf ein wenig Anerkennung oder Applaus. Ich fürchte, es gibt auch heute in der christlichen Szene viel unnötige PR im Sinne von Eigenwerbung. Oft habe ich dafür sogar ein wenig Verständnis. Ich beobachte aber, dass daraus eben nicht nur Wettbewerb, sondern auch Konflikte entstehen können. Und das ist dann doch bedauerlich.

Man soll ja bekanntlich zuerst vor der eigenen Haustür wischen. In diesem Sinne sehe ich den Satz des Paulus vor allem als Hilfe zur Selbsteinschätzung: Bin ich ehrlich in der Art, wie ich mich anderen gegenüber gebe? Wage ich es, auch Schwäche zu zeigen? Stehe ich dazu, dass nicht meine Leistung, sondern Gottes gnädiges Wirken das Entscheidende ist in allem, was ich tue? - Den Philippern schrieb Paulus: „Ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war“ (Philipper 2,5, Schlachter). Sich nach Jesu Vorbild ganz auf die Liebe Gottes verlassen.

Schließlich ist ja nicht entscheidend, was andere Menschen von uns denken, sondern wie Gott uns sieht. Er schaut uns außerordentlich wohlwollend an. Und er ist bereit, uns die Referenz zu geben: Er bzw. sie ist mein Kind.

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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Erinnerungen

Kürzlich habe ich alte Dateien auf der Festplatte meines Computers durchstöbert. Dabei habe ich Videosequenzen entdeckt, die ich schon lange vergessen hatte.

Die Kamera war damals ganz neu. Und ich habe einfach drauflos gefilmt. Unsere Kinder waren noch klein. Zu sehen war eigentlich nichts Sensationelles: Die Kinder im Quartier beim Spielen; eine Bergwanderung, die wir als Familie machten; Small-Talk in der Bergbahn ... Und doch hat das ganz viel mit mir gemacht.

Beim Anschauen sind Erinnerungen erwacht, weit über das in den Filmchen Sichtbare hinaus. Und es wurde mir wieder bewusst: Was für eine tolle Zeit war das doch, als wir so als Familie miteinander unterwegs waren. Ich habe große Dankbarkeit gespürt: Für viele gute, kleine Momente und Tage, die wir zusammen erlebt haben. Und Freude kam auf: Die Kinder sind längst erwachsen, haben sich entwickelt, ihren Platz im Leben gefunden und sind gut unterwegs. Die Beziehung zu ihnen hat sich verändert, aber sie ist intakt geblieben. Was für ein Geschenk!

Erinnerungen sind wichtig. Wir Menschen haben einen Hang zur Vergesslichkeit und sehen deshalb bei Widerstand oder Problemen schnell schwarz. Dabei haben wir schon so viel erlebt, was uns hoffnungsvoll, zuversichtlich stimmen könnte. Wir müssen nur unsere Erinnerungen lebendig halten.

Das gilt auch und ganz besonders für den Glauben. Wenn wir uns nicht immer wieder in Erinnerung rufen, was wir schon alles mit und dank Gott erlebt haben, wird der Glaube schnell einmal klein, brüchig oder hohl.

In etlichen Psalmen gibt es Passagen, die bewusst Israels Erinnerungen aktivieren, sie wieder ins Bewusstsein holen, um so das Vertrauen von Gottes Volk zu stärken. So zum Beispiel in Psalm 105. Da wird die ganze Geschichte Israels mit seinem Gott von A bis Z aufgerollt. In den Versen 40-42 klingt das dann zum Beispiel so: „Als sie ihn baten, ließ er Wachteln kommen, mit Brot vom Himmel machte er sie satt. Er öffnete den Felsen und Wasser kam hervor, wie ein Strom ergoss es sich durch die Wüste. Das tat er wegen seines heiligen Versprechens, das er seinem Diener Abraham gegeben hatte.“ (GNB)

Gott war an Israels Seite. Die ganze Zeit. Er hat für sein Volk gekämpft, hat es beschenkt, es bewahrt. Unzählige Ereignisse bestätigen, was er zuerst Abraham versprochen hatte: „Ich will bei Dir sein und dich segnen!“ – Es stimmt. Gott ist und bleibt da. Wir können uns darauf verlassen. Was er versprochen hat, gilt. Darum kann, wer sich an ihn hält und auf ihn vertraut, selbst in schwierigen, unsicheren Zeiten zuversichtlich bleiben und die Hoffnung bewahren.

Erinnerungen sind wichtig, weil sie uns für aktuelle Herausforderungen die nötige Kraft und Zuversicht schenken, weil sie unser Gottvertrauen stärken und unsere Angst überwinden. Darum: Warum gönnen Sie sich nicht gleich noch ein paar Minuten, um in Erinnerungen zu schwelgen? Und ich meine jetzt vor allem Erinnerungen an das, was Sie mit Gott schon erlebt haben. Eine Art persönliches Erntedankfest. – Es könnte Ihnen helfen, den Herausforderungen, die heute vielleicht auf Sie warten, zuversichtlich zu begegnen. Ich wünsche Ihnen einen guten, gesegneten Tag.

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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Gott schenkt Freiheit und Leben

In unserer Nachbarschaft leben Waschbären. Einige wurden mit Lebendfallen gefangen und vom Jäger erschossen. Ganz schön aufregend für unsere Kinder, die die lebendigen Waschbären in der Falle noch gesehen hatten und dann die Schüsse hörten.

Fallen werden aufgestellt, um Tiere, die man nicht da haben möchte, zu fangen oder auch zu töten.

In Psalm 25,15 ist von einer Falle die Rede - hier ist es ein Netz. Der Vers heißt so: Meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Der Psalmbeter kennt Fallen. Nicht nur solche für Tiere, sondern auch für ihn selbst. Er weiß: Es gibt da Menschen, die ihm Böses wollen. Oder die ihn loswerden wollen, wie einen Schädling im Garten. Der Beter benutzt dieses Bild der Falle, um das deutlich zum Ausdruck zu bringen. Es ist so, als ob er mit seinem Fuß darin hängenbleiben soll.

Was tut er nun in dieser Situation? Er vertraut auf den Herrn. Er ist mit seinen Augen beim Herrn. Warum wohl? Man könnte ja auch sagen: Meine Augen schauen auf den Boden, damit ich die Fallen gleich entdecke und nicht aus Versehen hineintrete. Es ist ja auch gar nicht so dumm, auf manchen Wiesen die Augen auf den Boden zu richten, damit man sieht, wo man nicht reintreten sollte.

Aber der Beter sagt: Er schaut auf den Herrn. Der Herr weiß ganz genau, wo die Fallen stehen. Und diese Fallen müssen ja auch nicht alle am Boden sein.

Das Netz ist ein Bild für die Falle im Allgemeinen. Der Fuß, der ins Netz tritt und darin hängen bleibt, heißt: Der Mensch ist gefangen worden, hat nicht mehr die Kontrolle. Andere können über ihn verfügen. Er hat sich verwickelt, verstrickt. Solche Fallen können ja auch mit Worten, mit Fangfragen ausgelegt werden.

Verschiedene Bibelstellen fallen mir dazu ein. Jesus wurden auch Fangfragen gestellt. Es gab Menschen, die verhindern wollten, dass viele Jesus nachfolgten. Und so wollten sie Jesus durch die Fangfragen einwickeln. Sie erhofften sich, dass er sich verstricken würde in Widersprüche. Dass er sich selbst unglaubwürdig machen würde. Jesus ist nicht in die Falle getappt.

Doch der Psalmbeter weiß: Er wird in die Falle tappen. Das lässt sich nicht verhindern. Und er braucht jemanden, der ihn da wieder herausholt. Der ganze Psalm, in dem unser Vers steht, ist durchdrungen von dem Wissen: Ich brauche Hilfe. Ich brauche Vergebung. Ich brauche Gott, der mich führt und der mir aus der Falle heraushilft.

Wenn ich an den Waschbären denke die Falle bedeutete für ihn: Tod. Hätte jemand die Falle geöffnet - er wäre blitzartig draußen gewesen. Da bin ich mir sicher. Freiheit und Leben, das zieht.

Genau das ist es auch, was Jesus geben möchte. Freiheit und Leben. Dafür hat er sich selbst gefangen nehmen und ans Kreuz schlagen lassen. Sein Tod ist unser Leben. Mit seinem Tod hat er uns frei gemacht von der Sünde. Wer an ihn glaubt, der darf aufatmen. Er darf aus der Falle herausspringen und weitergehen, mit den Augen auf den Herrn Jesus gerichtet.

Der Psalmbeter wusste noch nichts von Jesus. Er kannte Gott, den Schöpfer. Er kannte Gott, der mit seinem Volk einen Weg gegangen war. Gott, an den er sich persönlich wenden konnte. Es ist derselbe Herr, der gnädig ist und gerne vergibt, der befreit und der sich für das Leben einsetzt.

Was für ein guter Gott, der Freiheit und Leben schenkt!

Autor: Sigrun Teßmer

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Auf Gott ist Verlass

Es war bei einer Bergwanderung. Irgendwie war ich auf ein Geröllfeld gekommen. Ich weiß nicht, ob ich den falschen Weg erwischt hatte, aber ich war nun mal dort. Und nun versuchte ich, mich vorsichtig von diesem Geröllfeld wegzubewegen. Dahin, wo es wieder sicher aussah. Eine Wiese war dort. Als ich bei der Wiese angekommen war, sah ich ein Schild, und darauf stand - von der anderen Seite allerdings - man sollte nicht weitergehen, wegen Lebensgefahr. Da wurde mir nachträglich noch ganz heiß.

Hat Gott mich aus dieser Gefahr gerettet? - könnte ich mich fragen - oder war ich einfach umsichtig genug und hab mich rechtzeitig - vorsichtig - aus der Gefahrenzone begeben? Auf jeden Fall bin ich heil aus der Situation herausgekommen.

Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief Kapitel 1, Vers 10: Aus großer Todesnot hat er uns errettet und wird er uns erretten; auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt.

Paulus meint damit: Gott war es. Er hat uns errettet. Er wird uns auch in Zukunft erretten. Auf Gott haben wir unsere Hoffnung gesetzt.

Geht es Ihnen so ähnlich wie mir? Große Todesnot gehört nicht zu dem, was ich täglich erlebe und empfinde. Ja, manche Leute aus einer anderen Generation - Leute, die den Krieg miterlebt haben, die Flucht erlebt haben, die können aus Erfahrung von großer Todesnot sprechen.

Auch der Apostel Paulus. Er war im 1. Jahrhundert unterwegs im Mittelmeerraum und predigte von Jesus. Nicht alle seine Zuhörer waren ihm wohlgesonnen. Es gab verschiedene Situationen, in denen es wirklich um Leben und Tod ging. Er kam ins Gefängnis, wurde sogar gesteinigt, und als die Leute glaubten, er sei tot, ist er wieder aufgestanden. Und dieser Paulus ist es, der sagt: Gott hat uns errettet aus Todesnot. Paulus schließt daraus: Das wird er auch in Zukunft tun.

Für mich ist das erst einmal ein ganz schön großer Abstand. Paulus ist weit weg, und solche schlimmen Erlebnisse kenne ich - Gott sei Dank - persönlich nicht. Doch was ich kenne, ist diese Erfahrung: Ein Erlebnis mit Gott in der Vergangenheit stärkt das Vertrauen zu ihm auch für die Zukunft.

Auf meinem persönlichen Lebensweg habe ich erlebt: Gott hat mir nie zu früh, aber auch nie zu spät gezeigt, was als nächstes dran war. Ja, es war wirklich nie zu spät. Und so ist in mir das Vertrauen gewachsen. Ich konnte dann auch in neuen Situationen vertrauen. Ich wusste: Gott wird schon rechtzeitig die nächsten Weichen stellen. Und nie wurde ich enttäuscht.

Wenn der Apostel Paulus von Errettung aus Todesnot spricht, dann muss ich allerdings auch noch an eine andere Todesnot denken als nur die körperliche. Denn dass Gott unseren Körper vor dem Tod verschonen würde, steht nirgends in der Bibel. Allerdings gibt es noch einen anderen Tod, der uns bedroht - nämlich der Tod als ewiger Tod. Als Trennung von Gott - für immer.

Ich weiß gar nicht, aus welchen natürlichen Todesgefahren Gott mich schon gerettet hat. Ich weiß nicht, ob das Geröllfeld so eine Todesgefahr war. Aber irgendwann werde ich sterben. Doch ich weiß, dass Gott mich vor dem ewigen Tod - vor dieser Todesnot - retten wird. Denn dafür ist Jesus auf diese Welt gekommen. Er hat den Tod besiegt. Er hat die Trennung von Gott überwunden. Durch ihn ist der Weg frei zum Vater im Himmel.

Darauf darf ich meine Hoffnung setzen. Und Sie auch.

Autor: Sigrun Teßmer

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Grenzenlose Vergebung

Folgende Wortfetzen aus der Unterhaltung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn schnappe ich in der Fußgängerzone auf. Das Kind schreit: „Mama, der Sven hat mir einfach eine reingeboxt, so ganz ohne jeden Grund.“ Die Mutter: „Und, hast du zurückgeschlagen?“ Der Kleine erwidert selbstbewusst: „Ja, klar!“ Daraufhin die Reaktion der Mutter: „Dann ist es ja gut!“

Typisch Echoprinzip: „Wie du mir, so ich dir!“ Das ist uns vertraut. Wir leben nach dem Prinzip, wie man in den „Wald“ meines Lebens hineinruft, so hallt es durch mich zurück. Wie beim Ping-Pong-Spiel, gebe ich den Ball wieder genauso zurück, wie er mir zugespielt wird. Dieser Grundsatz scheint eine Art menschliches Grundgesetz, aus dem es uns nur schwer auszubrechen gelingt.

Ganz anders verhält es sich bei Gott, wie wir heute in Psalm 103, 10 lesen: „Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.“

In dieser Welt wird Schuld meistens mit Vergeltung beantwortet. Aber Gott ist so ganz und gar anders. Psalm 103 singt ein Loblied auf Gottes Barmherzigkeit, die das gängige Echoprinzip des „Wie du mir, so ich dir“ durchbricht.

„Gott vergibt, das ist ja sein Metier!“ – so spottete einst der Dichter Voltaire. So locker dahergesagt, verliert die Rede von der Vergebung den Ernst, der ihr eigentlich zukommen muss. Und es wird ein Problem offenkundig, das mit dem Phänomen der Vergebung eng verbunden ist: Vergebung kann ihrer Natur nach nicht zur „Schleuderware“ werden.

Vergebung ist kostbar. Sie kostet Gott am Ende sogar das Leben - im Sterben seines Sohnes Jesus.

Und sie bezieht sich auf Situationen, die durch das geprägt sind, was in den Worten der Bibel Sünde und Schuld heißt. Und das sind Situationen, in denen das Gelingen des Lebens und der menschlichen Beziehungen auf dem Spiel steht.

Vergebung ist tatsächlich Gottes Sache, aber nicht oberflächlich, sondern mit Ernst und Tiefe, damit verbunden, dass der, dem vergeben wird, Einsicht in seine Schuld zeigt und zur Umkehr bereit ist. Es gehört zum großen Reichtum unseres Glaubens, dass Gott uns immer wieder einen neuen Anfang ermöglicht.

Wer Gottes vergebender Liebe vertraut, der kann neu anfangen. Denn wer sich auf Gott verlässt, der wird nicht auf sein Versagen festgelegt. Wer auf ihn baut, der bekommt eine neue Perspektive für sein Leben.

Grenzenlose Vergebung, das ist Gottes Geschenk, das er uns in Jesus Christus macht. Und „wo Vergebung ist, da ist Leben und Seligkeit“, hat Martin Luther einmal gesagt.

Autor: Jürgen Schweitzer

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Sehen und gesehen werden

Eine tobende Menschenmenge, Stars und Sternchen, ein roter Teppich, Blitzlichtgewitter, Glanz und Glamour. Hollywood. Oskar Preisverleihung. Die besten Filme und ihre Darstellerinnen werden gekürt. Wer sich auf dem roten Teppich in Szene setzen kann – wer dort gesehen wird - der ist wer.

Sehen und gesehen werden. Wir kennen wohl alle diesen Wunsch. Egal ob bei einem Treffen mit Freunden, bei der Veranstaltung vom Sportverein, beim Einkaufen oder im Beruf. Es tut gut, wenn wir von unseren Mitmenschen gesehen werden. Denn das bedeutet: Wir werden wahrgenommen. Wir werden beachtet. Man schenkt uns Aufmerksamkeit. Wir stehen im Mittelpunkt. Das gibt Selbstvertrauen. Da merkt man: Ich komme an. Die anderen interessieren sich für mich. Ich bin wer.

Um das „Sehen und gesehen Werden“, geht es auch in den Versen 2 und 3 aus dem Lukasevangelium Kapitel 19: „Da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen.“

Jericho vor 2000 Jahren. Auch da war ordentlich was los. Eine tobende Menschenmenge. Mittendrin Zachäus. Er wollte Jesus unbedingt sehen. Erst mal nicht mehr, nur sehen, einen Blick drauf werfen und sich eine Meinung bilden.

Zachäus klettert in einen Maulbeerbaum. Zum Zuschauen ist das der ideale Platz: Ein stabiler, nicht allzu hoher Stamm, eine ausladende Krone mit wenigen, aber dicken Ästen, auf denen man bequem sitzen kann, und ein dichtes Blätterwerk, wie eine Wand aus grünem Laub, das von innen genug Löcher zum Durchgucken bietet und die Blicke von außen abhält. Ideal, wenn man sehen will, ohne gesehen zu werden, wenn man erst mal beobachten will, alles aus einer sicheren Entfernung.

Plötzlich blicken zwischen den Blättern des Maulbeerbaums zwei Augen, die sagen: Ich sehe Dich. Ich weiß, wer du bist.

Und als Zachäus seinen Namen hört, zuckt er vielleicht zusammen, zieht den Kopf ein, hält den Atem an und wartet auf das, was sonst immer kommt, wenn die Leute ihn, den kleinen, reichen Oberzöllner, auf der Straße erkennen: abfällige Bemerkungen, offene Beschimpfungen, wütende Fragen von denen, die sich ungerecht behandelt fühlen und damit vielleicht sogar Recht haben. Aber all das bleibt aus. Stattdessen: „Komm runter von deinem Baum – heute muss ich bei dir zu Gast sein.“

Sehen und gesehen werden. Das verändert vieles.

Der Zaungast, der eigentlich nur gucken wollte, wird verwickelt in das Geschehen und stellt fest: Es geht um mich. Hier will jemand mit mir zu tun haben, noch mehr: Er braucht mich. Nicht als Zuschauer, sondern als Mitspieler.

Jesus schaut mich wie Zachäus an, mit einem aufmerksamen, liebevollen Blick.

Er schaut mich an mit meinen Verwundungen und Verletzungen, mit meinen Träumen und Sehnsüchten, den Um- und Irrwegen meines Lebens. Wo ich so liebevoll angeschaut werde, kann ich mich selbst auch mit anderen Augen sehen.

Jesus schaut mich an mit den Augen der Liebe, weil er ein tiefes Interesse an uns Menschen hat.

Der Mensch, wir, sind Gottes große Leidenschaft.

Autor: Jürgen Schweitzer

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Termine mit Gott

Ja, so ist es! Zunächst bekommen Sie Ihren persönlichen Termin mit Gott. Und dann  sind Sie bei ihm zuhause!

Diesen Termin können wir jeden Tag haben. Vielleicht am Morgen des Tages oder mittags. Eine Zeit zur Stille, für Gedanken aus der Bibel und für das Gebet.

Es ist ganz einfach Ihre persönliche Entscheidung, dass Sie diesen Termin wahrnehmen. Das lesen wir heute im Psalm 26, Vers 12: „Ich will den Herrn loben in den Versammlungen“. Das ist eine klare Entscheidung. Ich will Gott loben, zu ihm beten. Und wenn ich das möchte, dann geschieht es auch.

Davor sagt der Psalmbeter auch noch: „Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund“. Er oder auch sie ist eine Persönlichkeit, welche „geerdet“ ist. Diese Lebensgrundlage besteht in der Glaubensverbindung mit Gott. Und wenn wir schon in der Lage sind, auf festem Grund zu stehen, dann können wir uns auch auf den Weg machen zum Gottesdienst mit dem gemeinsamen Gotteslob.

Jetzt geht es um die Termine, welche Sie zusammen mit anderen Christen wahrnehmen: Es ist der persönliche Weg hin zum Gotteshaus. Und dann sind Sie willkommen im Gotteshaus. Das muss noch nicht einmal Kirchenmauern haben.

So wurde zum Beispiel der Innenhof eines Seniorenzentrums zum Gotteshaus. Und die Heimbewohner erlebten diesen Gottesdienst mit an den Fenstern und auf den Balkonen. Und seit März dieses Jahres ermöglichten zunehmend mehr Internet-Gottesdienste in Ortsgemeinden das Gotteslob in vielfältiger Form. Aus der Distanz und zugleich gemeinsam. Wie gut, dass auch auf diese Art der Gottesdienst unsere geistliche Heimat wird und bleibt. Aber die erste Wahl sind jetzt natürlich wieder die Gottesdienste mit der anwesenden Gemeinde.

Denn: Wir wollen Gott den Herrn loben in den Versammlungen.

Gottesdienst und Gotteshaus als Ort der Beheimatung in Gottes Gegenwart, das ist Thema des Psalms 26. Im Vers 8 dieses Psalms steht dazu:

Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, wo deine Ehre wohnt.“

Dieser Satz ist der der Dreh- und Angelpunkt dieses Psalms.

Dessen Aussage überrascht wahrscheinlich nicht. Zumindest dann nicht, wenn wir in einem schönen und einladenden Kirchenraum angekommen sind. Dabei geht es nicht nur um die Schönheit von Architektur und sakraler Kunst. Sondern der dreieinige Gott in Christus durch den heiligen Geist spricht uns an und hilft uns. Denn alleine kommen wir mit unserem Leben nicht zurecht. Wir sind angewiesen auf diesen Ort im Gottesdienst, um Trost und Ermutigung zu empfangen. Das wird uns in diesem Psalm beschrieben in diesem Gebet: „Herr, schaffe mir Recht denn ich bin unschuldig.“

Stellen wir uns diesen Gottesdienstbesucher vor. Der Mann oder die Frau hat ein Problem. Die Leute reden schlecht und verbreiten Anschuldigungen und sagen: „Du bist schuld!“ Wie wird er den falschen Verdacht wieder los? Er könnte sich Rat holen bei Freuden oder in der Familie. Doch entscheidend ist der Gottesdienst und die Bitte: Gott, erlöse mich und sei mir gnädig!

Und Gottes Hilfe kommt an. Und wir können dann singen mit den Worten von Jochen Klepper: „Gott hält sich nicht verborgen… Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht“. Wir gehen dann anders mit unserem Alltag um. Wir empfangen Trost und Gelassenheit. Gott sei Dank!

Autor: Pfarrer Heinz-Günther Brinken

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Eigenen Mut loslassen und Gottes Gnade empfangen

Mit den täglichen Bibelversen aus dem Losungsbuch nehmen wir an einer Verlosung teil. Dabei gibt es nur Gewinne und keine Nieten. Wir gewinnen durch die Bibelverse  überraschende Einsichten und liebevolle Erinnerungen an elementare Glaubensgrundlagen.

Das gilt auch am heutigen 3. August. Dazu wurde ausgelost ein Satz aus dem Buch der Sprüche, Kapitel 3: Den Demütigen wird der Herr Gnade geben.—„Aber die Hochmütigen werden über ihre eigenen Füße stolpern“. Dieser zweite Satz steht nicht hier in Sprüche drei. Der ist mir so eingefallen.

Ich hatte mich gefragt, wie kann das Gegenteil von Demut beschrieben werden? Denn der heutige Bibelvers ist typisch für viele Aussagen in dem Buch der Sprüche. Dessen Aussagen regen unser Vorstellungsvermögen und Nachdenken an. So wird uns die Realität des Wortes Gottes, der Bibel, in besonderer Weise anschaulich.

Wir lesen die kurzen und einprägsamen Sätze und finden schnell Beispiele aus aktuellen Lebenssituationen. Wir erkennen, welche Lebenseinstellungen wertvoll sind. Und umgekehrt wird auch deutlich, was wir besser nicht tun sollten.

„Hochmut kommt vor dem Fall“, sagte der Trainer nach der ersten Saisonniederlage des Fußballvereins. Die waren einfach zu siegesgewiss gewesen gegen den Tabellenletzten.

Die Lebenseinstellung, welche mit Hochmut infiziert ist, sagt sich: „Ich schaffe das schon, mir kann keiner was“. Aber es tauchen Schwierigkeiten und Krisen auf. Dann verwandelt sich diese Selbstermutigung als negative Kehrseite in Depression und Jammern: „Alles ist schlecht, früher war alles besser, ich kann nicht mehr“. Vielleicht gibt es dann noch den Mut der Verzweiflung, vermischt mit Illusionen. Doch die Realität der Krise ist dann wie eine Sackgasse. Und so kommen wir nicht weiter.

Aber Gott wird Gnade geben. Im Neuen Testament, im 1.Petrusbrief, wird uns gesagt: Wir empfangen die Gnade Gottes, wenn wir unsere Selbstermutigung erst einmal loslassen. Und zugleich unterstellen wir uns der machtvollen und liebevollen Hand Gottes. Und dann entstehen Perspektiven zur Lösung von Problemen.

Wir empfangen dann durch den Heiligen Geist Ermutigung zum Leben und Mut zum Dienen für andere. So ist Demut im Denken der Bibel zu verstehen. Diese Demut ist nicht unterwürfig, sondern aktiv und empfangsbereit.

Weil ich durch Jesus Christus täglich die Gnade Gottes empfange, habe ich es nicht nötig, mich auf Kosten anderer hervorzuheben. Stattdessen höre, rede und handle ich auf Augenhöhe mit dem Nächsten. Demut bedeutet dann auch: Wir akzeptieren unsere Grenzen und sagen auch klar, was wir nicht können. Es wäre schon peinlich, wenn wir ein Versprechen abgeben, welches wir später nicht einhalten können.

Am Anfang hatte ich gesagt: „Die Hochmütigen werden über ihre eigenen Füße stolpern“. Jetzt lese ich in der heutigen Losung den Anfang aus dem Vers 34 in Sprüche drei. Da steht: „Gott wird der Spötter spotten“. Irgendwie passt das. Wer aus Selbstüberschätzung heraus ein Vorhaben in den Sand gesetzt hat, der wird am Ende die Lacher auf der anderen Seite haben.

Sei demütig und fürchte dich nicht! Denn Gott der Herr ist bei dir und macht dich stark durch seine Gnade.

Autor: Pfarrer Heinz-Günther Brinken

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