ERF Plus - Wort zum Tag

Ein guter Mentor

Da ist ein junger Mann, der für sein Empfinden viel zu früh in Verantwortung gekommen ist. Er hatte sich das anders vorgestellt. Aber jetzt war es eben so. Er war Gemeindeleiter und musste älteren und weit erfahreneren Christen vorangehen. Das kann zur Belastung werden. Und in dem Versuch, es allen recht machen zu wollen, geht dann die Orientierung verloren.

Deswegen gibt der Apostel Paulus seinem jungen Mitarbeiter und Freund, Timotheus, hier einen wichtigen Rat. Er nennt ihm das Vorbild, an das er sich in seiner besonderen Situation halten kann. „Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus“, schreibt er. Was für eine Wohltat!

Da ist ein junger Mann in Verantwortung, der einen Mentor hat, der sich wirklich um ihn kümmert. Und er gibt ihm nicht nur ein paar Tipps für Gemeindeleitung, sondern er lässt ihn teilhaben an dem, was ihn selbst jeden Tag aufrechthält und ermutigt. Er spricht von den heilsamen Worten im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus.

Heilsame Worte, Worte, die Balsam sind für die Seele! Gerade Menschen in Führungspositionen erleben oft genug, dass Menschen sie verletzen mit dem, was sie sagen. Und leider tun sie das oft genug mit voller Absicht. Gerade Pastoren oder Pfarrer erleben immer wieder, dass sie von ihren eigenen Leuten verbal angegriffen und regelrecht bloßgestellt werden.

Das sind schmerzhafte Erfahrungen; Erfahrungen, die blockieren, entmutigen und verhindern, dass Kreativität freigesetzt wird. Der Apostel Jakobus schreibt dazu in seinem Brief: „Auch die Zunge ist ein Feuer. Eine Welt voll Ungerechtigkeit ist die Zunge unter unsern Gliedern: Sie befleckt den ganzen Leib und setzt das ganze Leben in Brand und ist selbst von der Hölle entzündet.“ (Jak 3, 6)

Die Worte Jesu sind heilsam, heilen unsere Wunden, richten uns auf und helfen uns, vorwärtszugehen.

Jesus spricht in den Evangelien die Menschen nicht direkt auf ihre Sünden an. Sätze wie, „du hast das nicht eingehalten“ oder „du bist ein Sünder, weil…“ kommen nicht über seine Lippen. Nur den Pharisäern und Schriftgelehrten macht er massive Vorwürfe. Aber er kritisiert sie hauptsächlich wegen ihrer Herzenshaltung.

Wenn Jesus  Menschen begegnet ist, dann waren seine Worte wegweisend und ermutigend; herausfordernd immer wieder, sicher, aber immer spürbar von vollmächtiger Liebe geleitet! Jesus sagt z. B.: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ (Joh 14,16 EU)

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Ohne mich könnt ihr nichts tun!“ (Joh 15,1)

„Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!“ (Mt 11,28)

„Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Joh 7,38)

Ich möchte diesen Rat des Apostels Paulus in mein Leben nehmen. Ich will mich nicht aufhalten und aufreiben an Worten, die mich verletzen oder verwirren sollen. Ich will auf die Worte Jesu hören, Worte, an denen ich meinen Glauben festmachen kann; Worte, die mein Herz mit Liebe erfüllen und mir Orientierung geben. Daran können wir uns halten!

Autor: Pfarrer Michael Sarembe

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Herz ist gefragt

Gott macht keine Unterschiede! Nichts, was wir sind oder tun, beeinflusst seine Haltung zu uns. Und das weder im Guten noch im Schlechten. Nichts, was wir tun, wird ihn dazu bringen, uns zu lieben. Genauso wie wir nichts dazu tun können, das ihn dazu bringen wird, uns zu hassen.

Der Apostel Paulus beschreibt dies im Römerbrief, Kapitel 10, Vers 12 so: „Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.“

Ihm geht es nämlich in erster Linie gar nicht darum, an unserem Handeln etwas zu verändern oder zu verbessern. Ihm geht es zuerst einmal darum, eine Beziehung zu uns herzustellen. Wenn wir uns etwa wundern, dass wir mit einem Computer keine Emails verschicken können, dann hilft es nicht, die Tastatur sauber zu machen. Dann müssen wir nachschauen, warum keine Verbindung zum Internet besteht. Sonst wird keine Kommunikation möglich sein.

Gott will eine Beziehung herstellen zu jedem Menschen, ganz egal, wer er ist, wo er lebt oder welchem Volk er angehört. Niemand hat da einen Vor- oder Nachteil. Selbst Menschen, die zum auserwählten Volk Gottes, den Juden, gehören, haben hier keine Vorrechte. Es gibt keine Tradition, keine Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Gemeinde, keine religiöse Leistung, keine besondere Fähigkeit, keinen Erfolg, der einen Menschen in den Augen Gottes in eine bessere Ausgangsposition bringen würde. Und das hängt mit dem Wesen Gottes zusammen.

„Gott ist Liebe“, so schreibt es der Apostel Johannes in einem seiner Briefe. Und Liebe nötigt niemanden. Sie sehnt sich nach Beziehung, nach Herzensnähe, inniger Verbindung. Das Motiv ist immer das Gegenüber!

So geht Gott mit uns um. Er will uns nicht manipulieren, damit wir so funktionieren, wie er sich das vorstellt. Er will unser Herz gewinnen. Und deswegen lässt er uns mitteilen, dass er für uns bereit ist. Wir sollen seinen Namen anrufen. Nicht als Bittsteller, die sich durch ein bestimmtes Verhalten oder durch Leistung ihren Zugang erarbeiten wollen, sondern als geliebte Kinder, die sich danach sehnen, in der Nähe ihres Vaters zu sein; die sich von ihm berühren, vergewissern, befreien, stärken, aufrichten lassen wollen.

Er ist reich für alle, die ihn so anrufen.

Wie rufen Sie ihn an? Wie gehen Sie auf Gott zu? Vielleicht erwarten Sie zu wenig von ihm. Ihn mit irgendetwas, was Sie sind oder tun beeindrucken zu wollen – das wird immer zu wenig sein. Aber da, wo Sie ihm Ihr Herz schenken, da wo Sie in kindlichem Vertrauen Ihr Herz ausbreiten; da wo Sie alles andere loslassen und einfach nur im Namen Jesu vor ihn treten und ihn suchen – da werden Sie seinen Reichtum entdecken. Den Reichtum eines Vaters im Himmel, der Sie so sehr viel mehr liebt, als Sie es sich vorstellen. Dann wird er in Ihnen diese Verbindung herstellen, die Beziehung zu ihm.

Danach hat Gott Sehnsucht. Das ist sein Reichtum; wenn Sie bei ihm angekommen und zuhause sind.

Autor: Pfarrer Michael Sarembe

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Fakenews?

Uralt und immer wieder ein Thema. „Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten“ oder wie auch übersetzt werden kann: “Du sollst keine falschen Aussagen machen“. Heute kennen wir das unter dem Stichwort Fakenews.

Das 2. Buch Mose beschreibt in Kap 23 eine ganze Reihe solcher simplen und doch wirkungsstarken Aussagen. Ganz praktische Anweisungen für ein ehrliches Miteinander werden da gegeben.

Das Thema Wahrheit wird quer durch die Geschichte und Generationen zur Sprache gebracht. Unendlich viele Artikel und Aufrufe sind bisher dazu erschienen. Es scheint uns nicht loszulassen, das Thema mit der Wahrheit und der Lüge. Immer wieder brauchen wir die Ermahnung, ehrlich zu sein.

Ganz zentral steht diese Aussage auch in den 10 Geboten: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.“ Zuerst geht es um mich und den Wahrheitsgehalt meiner Botschaften. Dann erleben wir das auch von anderen.

Obwohl wir heute unendlich viele Möglichkeiten haben, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, wird es nicht einfacher. Die Überprüfung vom Wahrheitsgehalt einer Aussage ist mitunter sehr aufwendig. In unserer schnelllebigen Zeit nimmt man sie sich oft auch nicht. Ständig neue Gerüchte. Dabei ist das mit der Wahrheit doch gar nicht so schwer. In unserem Sprachgebrauch hat das Wort „Gerücht“ schon einen gewissen Beigeschmack. Ein Gerücht ist etwas, was angezweifelt werden kann. Eine Nachricht kommt vom Hörensagen zustande.

In dem Ort, in dem ich einmal wohnte, sagte man, im Oberdorf hat die betreffende Person den Fuß verstaucht. Im Mitteldorf, da hat er sich das Bein gebrochen und im Unterdorf ist er dann schon gestorben. Ein Gerücht entwickelt eine Eigendynamik, die nur schwer zu bremsen ist.

Immer wieder beeindruckt mich die Geschichte von den drei Sieben: Eines Tages kam einer zum weisen Sokrates und war voller Aufregung. "He, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen." "Moment mal", unterbrach ihn der Weise. "hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?" "Drei Siebe?" fragte der andere voller Verwunderung.

"Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?" "Nein, ich hörte es, erzählte und …“

"So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst - wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist - so doch wenigstens gut?" Zögernd sagte der andere: "Nein, das nicht, im Gegenteil …“

"Aha!" unterbrach Sokrates. "So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so aufregt!" "Notwendig nun gerade nicht …

"Also", lächelte der Weise, "wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!"

Ob nun bewusst oder unbewusst Falschmeldungen verbreitet werden, die Wirkung ist verheerend. Menschen werden manipuliert. Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht soll dann auch auf seine Wirkung überprüft werden. Schluss mit lustig wird es dann, wenn ich selbst betroffen bin. Ein tiefer Riss hat sich in das Vertrauen gezogen. Wie wir dann einander begegnen, ist eine echte Herausforderung. Die Folgen von Falschaussagen werden, je persönlicher sie sind, oft eine Spur tiefer Enttäuschung hinterlassen.

Falschmeldungen ziehen auch eine Spur der Verletzung nach sich. Vielleicht sind die Urheber solcher Infos auch nur verletzt und wollen andere verletzen. Es liegt nun an mir, diese Kette zu durchbrechen.

Autor: Pfarrer Uwe Winkler

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Stille

Für diesen Tag haben wir das Wort aus dem Propheten Zefanja: „Seid stille vor Gott dem Herrn, denn des Herrn Tag ist nahe.“

Zwei Aussagen werden hier in eine Beziehung gesetzt. Meine „Zeit der Stille“ und „der Tag des Herrn“. Für die Stille bin ich verantwortlich. Den Tag des Herrn kann ich nicht beeinflussen. Dieser Text zeigt mir jedoch, dass ich mich auf diesen Tag des Herrn vorbereiten kann.

In unserer lauten Welt ist es eine große Herausforderung, Stille zu haben. Auch wenn es ruhige Orte gibt, tönt so vieles in uns, dass es eine ganze Zeit zum Abschalten braucht. Ich spüre z. B. nach einem anstrengenden Tag, wie ich zur Stille kommen kann. Da waren die vielen Anforderungen und Termine. Meine Gedanken kreisen noch um das, was war. War es gut und was wühlt mich dabei noch auf? Ich suche die Beziehung zu Gott.

Diese Stille zu suchen, braucht eine gute Einübung. Bevor ich wirklich zur Ruhe komme, müssen sich erst einmal die ganzen Gedanken ordnen und setzen lassen. Ich erinnere mich an den Teich, der nach einem heftigen Regen aufgewühlt ist. Das aufgewühlte Wasser nimmt den Blick auf den Grund. Nach einigen Stunden haben sich die aufgewirbelten Partikel wieder abgesetzt. Dann kann ich die 60 cm durch das Wasser sehen.

Das ist für mich ein Vergleich, dass ich im Trubel des Alltags auch nicht auf den Grund sehen kann. Da ist so vieles, was aufgewirbelt wird und die Sicht nimmt. Bin ich zur Ruhe gekommen, kann ich auch viel deutlicher meinen Grund entdecken. Bei den Turbulenzen meines Lebens sehe ich bei aufgewirbeltem Bodensatz nicht die Stellen, die mir Halt geben. Da hilft ein Zur-Ruhe-Kommen, ein Stille-Werden in der Beziehung zu Gott. Meine Gedanken können sich besser konzentrieren. Ich kann dann meinen Gedanken nachgehen.

Dabei erlebe ich zwei unterschiedliche Erfahrungen von Stille. Da ist einmal eine drückende Stille. Die Zeit wird schwer. Dann kenne ich die Zeit der Ruhe, die mich erfrischt. So eine Stille ist wie ein Eintauchen in eine Geborgenheit. Ich bin zur Ruhe gekommen und das tut gut.

Unser Bibelwort aus dem Propheten Zefanja setzt „das Stille-Sein“ in diese besondere Beziehung: „denn des HERRN Tag ist nahe.“

Der Prophet Zefanja schreibt das vor gut 2600 Jahren den Menschen ins Gewissen. Der Tag des Herrn ist ein Offenbarmachen, was geschehen ist. Wir werden mit dem konfrontiert, was wir in unserem Leben geplant und durchgeführt haben. Keiner wird dem entkommen. Gott wird die Menschen zur Verantwortung ziehen, indem er wie in einem Spiegel das jeweilige Leben ablaufen lässt. Zefanja kündigt im Auftrag Gottes an, was sein wird. Dieser Tag des Herrn ist also nicht überraschend. Jeder kann sich darauf einstellen, um sein Lebensziel nicht zu verfehlen. Von daher ist es gut, wenn ich zur Ruhe und zur Besinnung komme.

Ich habe für mich immer wieder einmal bewusst diese Zeiten der Ruhe eingeplant. So kann ich lernen, auf Gott zu hören. Das ist für mich eine wichtige Erfahrung. In meiner Zeit mit Gott wird mir bewusst, worauf ich mich verlassen kann.

Die Zeitangabe „der Tag des Herrn ist nahe“ warnt vor Gleichgültigkeit. Manchmal gibt es plötzlich eine Veränderung, manchmal kommt sie langsam. Der Ausbruch der Corona-Epidemie kam auch überraschend. Wir in Deutschland hatten etwas mehr Zeit, uns darauf vorzubereiten. Wie es dann jeder für sich erlebt, ist auch nicht vorherzusagen. Die konkreten Auswirkungen sind auch sehr unterschiedlich und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Innehalten, überlegen und orientieren, was ist wirklich wichtig, kommt in diesem Bibelwort auf den Punkt.

Schaffen wir es, die aufgewühlte Situation zu klären? Mir ist dabei wichtig geworden, die Chance einer echten Gottesbegegnung wahrzunehmen. Heute wird es dann für mich ein guter Tag des Herrn, weil ich Jesus in meinem Leben vertraue. Ich weiß, ich darf mit seiner Barmherzigkeit rechnen.

Autor: Pfarrer Uwe Winkler

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Hiobsbotschaften

Hiobsbotschaften haben wir in diesem Jahr viele gehört. Das Corona-Virus hat sie uns gebracht. Unvorstellbares wurde Realität: Die Grenzen Europas wurden geschlossen. Schulen, Kindergärten waren zu. Gottesdienste konnten in den Kirchen nicht mehr stattfinden.

Das gab es noch nie in der ganzen christlichen Geschichte. Doch zum Schutz unseres Nächsten und uns selbst wurde dies notwendig. Betriebe schlossen und der Urlaub für das Jahr 2020 ist passé oder steht auf der Kippe. Und die Hiobsbotschaften wurden bei vielen Menschen noch viel konkreter: Der Bruder oder die Großmutter im Krankenhaus auf Intensiv oder gar tot. Der eigene Betrieb, die Firma, kämpft ums Überleben. Der finanzielle Ruin steht vor Augen. Was in vielen Jahren mühsam aufgebaut wurde, ist kurz vor dem Aus. Ja, Hiobsbotschaften haben wir viele gehört.

Aber Hiobsbotschaften, woher kommt denn dieses Wort? Die Bibel erzählt uns von Hiob. Hiob war ein frommer Mann, er war sehr reich, hatte große Herden, viel Besitz und eine glückliche Familie – 10 Söhne und 3 Töchter. Doch an einem Abend geben sich viele Botschafter die Türklinke in die Hand und einer nach dem andern beginnt zu erzählen, was geschehen ist.

Unfassbares ist geschehen! Der ganze Besitz von Hiob, alle Herden, Schafe, Rinder, Kamele, alles ist weg, von Feinden geraubt. Und dann kommt das Schlimmste: Die Kinder! Alle 10 Söhne und 3 Töchter sind tot, in einem fürchterlichen Unwetter umgekommen. Der reiche Hiob ist plötzlich arm, bettelarm. Wie reagiert er? Er zerreißt seine Kleider zum Zeichen tiefer Trauer. Und dann sagt er: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren (Hiob 1, Vers 21) Und dann lobt er Gott.

Wenn uns das Corona-Virus und die ganzen Hiobsbotschaften etwas lehren können, dann doch dies: Unsere scheinbar so sicher aufgebaute Welt, unser kleines Paradies auf Erden, ist brüchig geworden. Es hat Risse. Der Wohlstand, auf den wir uns verlassen, ist unsicher. Ja, nackt sind wir geboren worden und das letzte Hemd hat keine Taschen. Nichts können wir mitnehmen!

Was macht dann unser Leben aus? Was ist wichtig? Was gibt uns Halt? Das sind die Fragen des Corona-Virus an uns. Und unsere Antwort?

Hiob dankt Gott: Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, gelobt sei der Name des Herrn. So Hiob. (Kapitel 1, 21)

Und wir? Nicht das Corona-Virus hält uns in seiner Hand, Nein! Er, Jesus Christus, hält die Welt in seiner Hand, und auch uns, Sie und mich! Er sagt es uns zu: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Mt 28,18) Was für ein Herr! Auf ihn wollen wir schauen. Diesen Herrn wollen wir loben!

Autor: Dekan Volker Teich

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Was f?r ein Tag!

Die Bibel erzählt uns packende Glaubensgeschichten. Samuel, der große Richter Israels, lud sein Volk nach Mizpa ein. Und tatsächlich, sie kamen alle. Die Fürsten und einfachen Leute, Groß und Klein. Es wurde eine Art ergreifender Kirchentag in Mizpa.

Im Volk spürte man, dass die Sache mit Gott bei ihnen nicht in Ordnung war. Sie bekannten vor Gott ihre Schuld und versprachen einen Neubeginn des Glaubens mit Gott. Das war ein Fest!

Doch bei diesem Kirchentag geschah etwas Unfassliches: Die Fürsten der Philister hatten Nachricht bekommen von diesem Kirchentag. Und so planten sie Furchtbares. Sie wollten das Volk Israel während des Gottesdienstes angreifen und vernichten. Unerhört! Und tatsächlich, als die Israeliten fröhlich Gott lobten, ihre Schuld bekannten, da sahen sie plötzlich die Heere der Philister um sich herum.

Sie sahen, wie die Philister mit gezogenen Schwertern immer näherkamen. Entsetzt schauten alle auf Samuel und schrien: „Samuel, Samuel, bete doch für uns zum Herrn!“ Samuel kniete nieder und betete. Er stand auf, nahm ein Tier und opferte es auf dem Altar. Die Philister schien dies nicht zu beeindrucken. Sie rückten noch näher. Als sie zum Sturm auf das Volk Israel ansetzen wollten, brach plötzlich ein gewaltiger Gewittersturm los. Ein Gewitter, wie es kaum jemand erlebt hatte. Die Philister erschraken. Schrecken hatte sie gepackt. Sie konnten nicht anders. Sie mussten fliehen. Gott hatte sein Volk errettet.

Samuel sah ein paar große Steine. Er richtete sie auf und nannte diesen Ort Eben Ezer „Steine der Hilfe“. Und dann sprach er diesen Satz: „Bis hierher hat uns Gott geholfen!“ (1. Samuel 7, Vers 12) Staunend, fast stammelnd, sagte er diesen Satz: „Bis hierher hat uns Gott geholfen!“

Ja, bei uns Christen läuft nicht alles glatt! Es stimmt nicht: Glaube an Jesus und alles ist gut. Nein, oft ist es bei uns so wie in Mizpa. Da ist die großartige Gottesbegegnung. Da haben wir eine große Erfahrung mit Gott gemacht. Aber das Dunkle in unserem Leben, das, was uns Angst macht, ist nicht einfach weg. Es ist da! Ganz dicht neben der großen Erfahrung des Glaubens ist das Bedrohliche noch da.

Wie gut, wenn wir jemanden haben. Es muss nicht gleich der große Richter Samuel sein. Nein, es reicht eine Schwester oder ein Bruder, der für uns betet. Und wenn wir selbst gar nicht mehr beten können, dieser Bruder und diese Schwester beten. Und wie oft erfahren wir es dann auch: Gott ist mitten in der Dunkelheit da. Der gute Hirte Jesus hält uns mitten in der Dunkelheit in seiner Hand.

Und wie oft dürfen wir es dann auch staunend sagen: „Bis hierher hat mich Gott gebracht!“ Staunend darf ich dann die Geschichte meines Lebens durchgehen und überall Spuren Gottes entdecken.

Samuel richtet Steine auf. Eben Ezer nannte er diesen Ort: Hilfssteine. Haben Sie auch solche Hilfssteine? Schauen Sie sich doch einmal Ihre Wohnung oder Ihr Zimmer an. Gibt es da nicht Gegenstände, die Sie an die Hilfe Gottes in Ihrem Leben erinnern? Es müssen ja nicht riesengroße Steine sein. Es kann ein Bild oder ein Buch sein.

Gehen Sie es doch heute einmal durch. Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder sagen können: Ja, bis hierher hat uns der Herr geholfen, bis hierher hat mich Gott gebracht.

Autor: Dekan Volker Teich

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Was für ein Tag!

Die Bibel erzählt uns packende Glaubensgeschichten. Samuel, der große Richter Israels, lud sein Volk nach Mizpa ein. Und tatsächlich, sie kamen alle. Die Fürsten und einfachen Leute, Groß und Klein. Es wurde eine Art ergreifender Kirchentag in Mizpa.

Im Volk spürte man, dass die Sache mit Gott bei ihnen nicht in Ordnung war. Sie bekannten vor Gott ihre Schuld und versprachen einen Neubeginn des Glaubens mit Gott. Das war ein Fest!

Doch bei diesem Kirchentag geschah etwas Unfassliches: Die Fürsten der Philister hatten Nachricht bekommen von diesem Kirchentag. Und so planten sie Furchtbares. Sie wollten das Volk Israel während des Gottesdienstes angreifen und vernichten. Unerhört! Und tatsächlich, als die Israeliten fröhlich Gott lobten, ihre Schuld bekannten, da sahen sie plötzlich die Heere der Philister um sich herum.

Sie sahen, wie die Philister mit gezogenen Schwertern immer näherkamen. Entsetzt schauten alle auf Samuel und schrien: „Samuel, Samuel, bete doch für uns zum Herrn!“ Samuel kniete nieder und betete. Er stand auf, nahm ein Tier und opferte es auf dem Altar. Die Philister schien dies nicht zu beeindrucken. Sie rückten noch näher. Als sie zum Sturm auf das Volk Israel ansetzen wollten, brach plötzlich ein gewaltiger Gewittersturm los. Ein Gewitter, wie es kaum jemand erlebt hatte. Die Philister erschraken. Schrecken hatte sie gepackt. Sie konnten nicht anders. Sie mussten fliehen. Gott hatte sein Volk errettet.

Samuel sah ein paar große Steine. Er richtete sie auf und nannte diesen Ort Eben Ezer „Steine der Hilfe“. Und dann sprach er diesen Satz: „Bis hierher hat uns Gott geholfen!“ (1. Samuel 7, Vers 12) Staunend, fast stammelnd, sagte er diesen Satz: „Bis hierher hat uns Gott geholfen!“

Ja, bei uns Christen läuft nicht alles glatt! Es stimmt nicht: Glaube an Jesus und alles ist gut. Nein, oft ist es bei uns so wie in Mizpa. Da ist die großartige Gottesbegegnung. Da haben wir eine große Erfahrung mit Gott gemacht. Aber das Dunkle in unserem Leben, das, was uns Angst macht, ist nicht einfach weg. Es ist da! Ganz dicht neben der großen Erfahrung des Glaubens ist das Bedrohliche noch da.

Wie gut, wenn wir jemanden haben. Es muss nicht gleich der große Richter Samuel sein. Nein, es reicht eine Schwester oder ein Bruder, der für uns betet. Und wenn wir selbst gar nicht mehr beten können, dieser Bruder und diese Schwester beten. Und wie oft erfahren wir es dann auch: Gott ist mitten in der Dunkelheit da. Der gute Hirte Jesus hält uns mitten in der Dunkelheit in seiner Hand.

Und wie oft dürfen wir es dann auch staunend sagen: „Bis hierher hat mich Gott gebracht!“ Staunend darf ich dann die Geschichte meines Lebens durchgehen und überall Spuren Gottes entdecken.

Samuel richtet Steine auf. Eben Ezer nannte er diesen Ort: Hilfssteine. Haben Sie auch solche Hilfssteine? Schauen Sie sich doch einmal Ihre Wohnung oder Ihr Zimmer an. Gibt es da nicht Gegenstände, die Sie an die Hilfe Gottes in Ihrem Leben erinnern? Es müssen ja nicht riesengroße Steine sein. Es kann ein Bild oder ein Buch sein.

Gehen Sie es doch heute einmal durch. Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder sagen können: Ja, bis hierher hat uns der Herr geholfen, bis hierher hat mich Gott gebracht.

Autor: Dekan Volker Teich

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? und kein bisschen weise

„Sechzig Jahre – und kein bisschen weise“, so beginnt ein Lied, das Curd Jürgens einmal gesungen hat. „Sechzig Jahre – und kein bisschen weise, aus gehabtem Schaden nichts gelernt.“ Ja, so ist das – zumindest bei mir. Ich bin jetzt über sechzig Jahre alt und nehme immer noch Fettnäpfchen mit, die sich mir bieten. Wenn ich mich entscheiden muss, dann liege ich oft genug daneben. Und auf meine guten Ratschläge wartet auch keiner. Weisheit – davon fühle ich mich weit entfernt.

Und andere? Sind die weise? Doch, unsere Bundesregierung hat in der Corona-Krise immer wieder Entscheidungen getroffen, die ich weise fand. Bei den Politikern im Allgemeinen gibt es aber auch viel Hauen und Stechen und Profilierungssucht. Und andere weise Menschen? Erst einmal fällt mir keiner ein. Doch, meine Schwiegermutter. Sie hatte eine Weisheit, die zeigte sich weniger in einem riesigen Wissen. Sondern es war eine Herzensweisheit. Sie hatte ein gutes Gespür dafür, wann ein Mensch Trost und Beistand brauchte, und wann auch einmal eine feste Ansage. Bei ihr habe ich mir gern Rat geholt.

Was ist das überhaupt, Weisheit? Die Bibel erklärt sie im Buch der Sprüche so: „Wenn du nach Vernunft rufst und deine Stimme nach Einsicht erhebst, dann wirst du die Erkenntnis Gottes finden. Denn der Herr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht“ (Sprüche 2, Verse 3, 5b und 6).

Vernunft und Einsicht führen zur Erkenntnis. Vernunft ist für mich, wenn ich nur auf die Sache schaue, wenn ich persönliche Empfindlichkeiten außen vor lasse. Und Einsicht? Dazu gehört für mich, dass ich bereit bin, Ansichten von mir in Frage zu stellen. Dass ich sagen kann: Stimmt, wenn ich es so bedenke, dann muss ich meine Meinung ändern. Vernunft und Einsicht kommen, wenn ich bereit bin, von mir abzurücken. Wenn ich bereit bin, auch andere zu hören.

Die Bibel ermutigt mich: Höre doch auf Gott! Wenn du nach Vernunft – zu Gott – rufst, und wenn du – Gott – nach Einsicht fragst, dann wird er dir antworten. Dann wird er dir die Erkenntnis und die Einsicht schenken.

Ja, so erlebe ich es immer wieder. Ich bete zu Gott und frage ihn, wo ich nicht weiterkomme. Ich lese in der Bibel und suche darin Antworten auf Fragen, die mich umtreiben. Und ich finde Antworten. Es sind nicht immer die Antworten, die ich gerne hören möchte. Aber wenn ich sie umsetze, habe ich jedes Mal den Segen gespürt, der darin liegt.

„Sechzig Jahre – und kein bisschen weise, aus gehabtem Schaden nichts gelernt.“ Nein, so soll es nicht bleiben. Ich wünsche mir, dass ich lerne, mehr innezuhalten, mehr zu fragen. Vor allem: mehr Gott zu fragen. Und ich darf mich freuen, was er mir für Erkenntnisse schenkt.

Ich merke: Ich selbst brauche nicht weise zu sein. Denn das könnte mich eitel machen. Aber ich will eine Fragende bleiben. Und ich weiß, an wen ich mich mit meinen Fragen wenden kann: an Gott, meinen weisen Ratgeber.

Autor: Dorothee D?bler

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… und kein bisschen weise

„Sechzig Jahre – und kein bisschen weise“, so beginnt ein Lied, das Curd Jürgens einmal gesungen hat. „Sechzig Jahre – und kein bisschen weise, aus gehabtem Schaden nichts gelernt.“ Ja, so ist das – zumindest bei mir. Ich bin jetzt über sechzig Jahre alt und nehme immer noch Fettnäpfchen mit, die sich mir bieten. Wenn ich mich entscheiden muss, dann liege ich oft genug daneben. Und auf meine guten Ratschläge wartet auch keiner. Weisheit – davon fühle ich mich weit entfernt.

Und andere? Sind die weise? Doch, unsere Bundesregierung hat in der Corona-Krise immer wieder Entscheidungen getroffen, die ich weise fand. Bei den Politikern im Allgemeinen gibt es aber auch viel Hauen und Stechen und Profilierungssucht. Und andere weise Menschen? Erst einmal fällt mir keiner ein. Doch, meine Schwiegermutter. Sie hatte eine Weisheit, die zeigte sich weniger in einem riesigen Wissen. Sondern es war eine Herzensweisheit. Sie hatte ein gutes Gespür dafür, wann ein Mensch Trost und Beistand brauchte, und wann auch einmal eine feste Ansage. Bei ihr habe ich mir gern Rat geholt.

Was ist das überhaupt, Weisheit? Die Bibel erklärt sie im Buch der Sprüche so: „Wenn du nach Vernunft rufst und deine Stimme nach Einsicht erhebst, dann wirst du die Erkenntnis Gottes finden. Denn der Herr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht“ (Sprüche 2, Verse 3, 5b und 6).

Vernunft und Einsicht führen zur Erkenntnis. Vernunft ist für mich, wenn ich nur auf die Sache schaue, wenn ich persönliche Empfindlichkeiten außen vor lasse. Und Einsicht? Dazu gehört für mich, dass ich bereit bin, Ansichten von mir in Frage zu stellen. Dass ich sagen kann: Stimmt, wenn ich es so bedenke, dann muss ich meine Meinung ändern. Vernunft und Einsicht kommen, wenn ich bereit bin, von mir abzurücken. Wenn ich bereit bin, auch andere zu hören.

Die Bibel ermutigt mich: Höre doch auf Gott! Wenn du nach Vernunft – zu Gott – rufst, und wenn du – Gott – nach Einsicht fragst, dann wird er dir antworten. Dann wird er dir die Erkenntnis und die Einsicht schenken.

Ja, so erlebe ich es immer wieder. Ich bete zu Gott und frage ihn, wo ich nicht weiterkomme. Ich lese in der Bibel und suche darin Antworten auf Fragen, die mich umtreiben. Und ich finde Antworten. Es sind nicht immer die Antworten, die ich gerne hören möchte. Aber wenn ich sie umsetze, habe ich jedes Mal den Segen gespürt, der darin liegt.

„Sechzig Jahre – und kein bisschen weise, aus gehabtem Schaden nichts gelernt.“ Nein, so soll es nicht bleiben. Ich wünsche mir, dass ich lerne, mehr innezuhalten, mehr zu fragen. Vor allem: mehr Gott zu fragen. Und ich darf mich freuen, was er mir für Erkenntnisse schenkt.

Ich merke: Ich selbst brauche nicht weise zu sein. Denn das könnte mich eitel machen. Aber ich will eine Fragende bleiben. Und ich weiß, an wen ich mich mit meinen Fragen wenden kann: an Gott, meinen weisen Ratgeber.

Autor: Dorothee Döbler

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Geben oder nicht geben?

Ich wohne in Berlin. Jeden Morgen fahre ich mit der U-Bahn in die Innenstadt zur Arbeit. Da begegne ich ihnen – den Obdachlosen, den Bettlern, den Musikern. Und jeder wünscht sich ein paar Cent von mir.

Da gibt es den Querflötenspieler, ein etwas älterer Herr. Ich staune immer wieder, dass er auch schon morgens um halb acht seine Arbeit in der U-Bahn beginnt! Er spielt Musik zum Genießen, und ich mache die Augen dabei zu. Weil ich selbst Querflöte spiele, ist es mir eine Musikerehre, ihm etwas zu geben.

Dann kommt ein junger, verlotterter Mann: „Ham Sie mal ein paar Cents? Ich hab heute noch nicht gefrühstückt.“ Na, ob das stimmt? Es gibt so viele Angebote für Obdachlose in Berlin, wo sie kostenlos essen können. Und unterstütze ich mit einer Gabe nicht die Lebensweise dieses Menschen? Der ist noch so jung! Warum nimmt er nicht die Hilfe der Sozialarbeiter an und findet in das geregelte Leben zurück?

Beim Umsteigen treffe ich die Frau, die auf den Treppenstufen der Unterführung sitzt und singt. Sie könnte zum Volk der Sinti und Roma gehören. Ihr Gesang ist nicht schön, aber sehr inbrünstig. Und ich höre heraus, dass es gesungene Gebete sind. Wie hält diese Frau es nur durch, auf der zugigen Treppe zu sitzen und dann auch noch zu singen? Dass sie nicht schon nach einer halben Stunde heiser ist?!

Und manchmal treffe ich auch die Junkies, die Drogenabhängigen, die schon zittern, weil sie Nachschub brauchen. 

Alle wollen Geld von mir. Alle brauchen es. Brauchen sie es? Oder unterstütze ich damit nur einen Lebenswandel, der ihnen nicht guttut. Der ihnen sogar schadet? Weiß ich denn wirklich, was ihnen guttut und was ihnen schadet?

Soll ich jedem etwas geben? Dafür sind es zu viele! Sind sie das wirklich? Wenn ich jedem 20 Cent gäbe, dann wäre das – wenn ich ehrlich bin - für mich persönlich finanziell zu verschmerzen.

„Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott“, heißt es im Buch der Sprüche. - Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott. Das soll heißen: Wer dazu beiträgt, dass der Arme nicht mehr arm ist, der ehrt Gott.

In der Schöpfungsgeschichte der Bibel steht: Gott schuf den Menschen zu seinem Ebenbild. Darum begegnet mir in jedem Menschen das Ebenbild Gottes, egal wie er aussieht, egal in welcher Lebenssituation er sich gerade befindet.

Ich merke: Es verändert meinen Blick auf die Menschen, die mich in der U-Bahn anbetteln. Auch sie sind ein Ebenbild Gottes. Auch sie sind Menschen, die von Gott gewollt und geliebt sind.

Und es fällt mir leichter, ihnen etwas zu geben: ein paar Münzen für ihr Auskommen, ein Lächeln für den Respekt und die Wertschätzung und ein Segenswort, im Herzen gesprochen und – wenn ich manchmal mutig bin – auch laut.

Autor: Dorothee Döbler

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Hunger nach Gerechtigkeit

Wer hungert und dürstet, soll satt werden. Ich stelle mir eine festliche Tafel vor. Blumen und Kerzen schmücken den Tisch. Mehrere Gänge werden gereicht. Und an diversen Getränken wird auch nicht gespart. Der Appetit kommt beim Essen. Köstlich ist der Duft, der von den erlesenen Speisen ausgeht. Das Auge kann sich fast nicht sattsehen an kulinarischen Kreationen der Köche. Was für ein glückseliges Gefühl stellt sich nach diesem Festessen ein! Hunger und Durst sind längst gestillt.

Dieses Glück verspricht uns Jesus in der vierten Seligpreisung seiner Bergpredigt. „Selig sind“, so beginnt Jesus. Ich kann auch sagen: Glücklich zu preisen sind die Hungernden, denn sie werden gesättigt.

Viele denken zunächst an den Hunger nach Nahrungsmitteln. Jesus dagegen spricht vom Hunger nach Gerechtigkeit. Wenn im Neuen Testament von der Gerechtigkeit die Rede ist, dann geht es oft darum, dass jemand in Gottes Augen frei von Schuld ist. Nur diese Gerechtigkeit kann vor Gott bestehen. Mit Selbstgerechtigkeit können wir uns vor Gottes Angesicht nicht blicken lassen. Die Gerechtigkeit jedoch, die Gott uns schenkt, kann vor den Augen Gottes bestehen.

Gott betrachtet uns als gerecht, weil er uns unsere Verfehlungen und unsere Schuld vergeben hat. Wir stehen vor Gott da, als hätten wir noch nie gesündigt. Wir sind rein vor ihm und gerecht.

Als Martin Luther über diese Gerechtigkeit Gottes nachdachte, ging ihm ein großes Licht auf. Er fühlte sich wie neugeboren. Er hasste nicht mehr den zornigen Gott, sondern liebte ihn von ganzem Herzen.

Nach dieser Gerechtigkeit, die Gott schenken möchte, sollen wir trachten. Jesus fordert uns auf; „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“ (Mt. 6, 33). Die vierte Seligpreisung hat Menschen im Blick, die vor Gott frei von Schuld werden wollen.

Jesus redet hier nicht von einem einfachen „Wollen“. Er spricht von Menschen, „die hungern und dürsten“. Wenn einer Hunger hat, dann entsteht bei ihm ein großes Verlangen nach dem Essen. Er kann es gar nicht erwarten, bis er sich an den gedeckten Tisch setzen kann. Selig sind nun diese Menschen, die mit einem genauso starken Verlangen von ihrer Schuld befreit werden möchten. Wer frei von Schuld ist, ist gerecht. Mit ihm ist Gott zufrieden.

In unserem Leben kann dieses Verlangen so aussehen, dass wir erkennen, so darf es nicht weitergehen wie bisher. Da habe ich meine Familienangehörigen zu wenig geliebt. Auch gegenüber meinen Geschäftskollegen und meinem Vorgesetzten habe ich es an Liebe und Zuwendung fehlen lassen. Oder ich stelle fest, für Gott und sein Wort habe ich mir zu wenig Zeit genommen. Alles andere war wichtiger. Wenn ich das alles heute vor Gott ausspreche, dieses Verlangen und Sehnen nach Veränderung, diesen Hunger und Durst, dann gilt das Versprechung von Jesus für mich heute: „Du kannst dich glücklich preisen, denn ich werde dich satt machen“.

Jesus wird den Hunger nach Gerechtigkeit stillen. Das hat er versprochen und das trägt mich am heutigen Tag.

Autor: Pfarrer Johannes Hruby

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Damit nicht die Leere bleibt

Manchmal fehlen uns die richtigen Worte, wenn wir unsere Gedanken und Sorgen vor Gott bringen möchten. Das weiß Jesus. Deshalb hat er uns ein Gebet gegeben, das alles aufnimmt, was uns bewegt. Es ist das Vaterunser. Es fehlt in keinem Gottesdienst. Wer zu Hause oder am Krankenbett nicht weiß, wie er beten soll, der kann wenigstens noch das Vaterunser sprechen.

Aus sieben Bitten besteht dieses Gebet des Herrn. Heute geht es um die letzte Bitte: „Erlöse uns von dem Bösen“. Als ich in der Corona-Krise anfing, täglich dieses Gebet zu sprechen, dachte ich bei dieser siebten Bitte immer an den unsichtbaren Feind, das Coronavirus. Gott möge uns davon befreien. Er möge diesem Virus Einhalt gebieten. Er soll uns erlösen und befreien von den Folgen einer Infektion.

Ursprünglich ist mit dem „Bösen“ nicht ein Virus gemeint, sondern der Böse. Der Satan, der alles durcheinanderbringt. Er geht „umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“, heißt es in der Bibel (1. Petrus 5, Vers 8). Dieser Böse will uns Angst einjagen. Er wird Abstand von uns nehmen, wenn wir in der Nähe von Jesus sind. Er wird sich um uns herumschleichen, kann uns aber nichts antun. Wenn wir an Jesus die Bitte richten: „Erlöse uns von dem Bösen“, dann stellen wir uns ganz unter den Schutz von Jesus. Wir flüchten in seine Nähe und vertrauen seiner Kraft. Es ist die Bitte: „Bei dir Jesu, will ich bleiben …“, halte mich in deiner Gemeinschaft, auch gerade dann, wenn ich weglaufen will.

Jesus kann und will uns retten vor dem Feind. Der Böse, der Feind, ist an Jesus gescheitert. „Böse“ bedeutet in seiner griechischen Grundbedeutung so viel wie „sich vergeblich abmühen, Mangel haben“. Das ist die Tragik des Bösen, dass am Ende alles „vergeblich“ ist und eine mangelhafte Leere zurückbleibt. Letztlich wird der Böse nicht siegen können. Der letzte Sieg gehört allein Gott.

Wer sich mit dem Bösen einlässt, der steht letztlich vor einem großen Mangel und einer Leere, die ihn entmutigt. „Unrecht Gut gedeihet nicht“, sagt der Volksmund.

Ich denke an Walter. Mit allerlei Tricks und Betrügereien ist er zu großem Reichtum gekommen. Die Gier nach immer mehr hat ihn fast aufgefressen. Nun steht er menschlich vor einem Nichts. Seine Frau hat sich von ihm scheiden lassen. Seine Kälte hat die Kinder aus dem Haus vertrieben. Die Verwandten und Bekannten haben sich von ihm abgewandt. Ein Herzinfarkt lähmt alle seine Energien. Er sitzt da wie ein Bündel Elend. Er hat alles und hat doch nichts. „Es war alles vergeblich“, bekennt er bitter. Ein großer Mangel steht am Ende seines Lebens. Trotz Geld, Luxus und Ansehen bleibt alles leer. So betrügt uns das Böse. Es gaukelt uns ein erfülltes Leben vor. Am Ende war alles vergeblich.

Deshalb legt uns Jesus diese Bitte ans Herz: „Erlöse uns von dem Bösen.“ Erlöse uns von dem Betrug des Bösen. Damit wir von der äußeren Fülle nicht geblendet werden und bewahre unsere Herzen vor einer inneren Leere. Öffne uns die Augen für das, was wirklich ein Leben füllt.

Autor: Pfarrer Johannes Hruby

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Auf geht?s!

Fröhlich bin ich dabei, mich zu verabschieden. Hinter mir liegt eine christliche Tagung. Da nimmt mich jemand zur Seite und fragt: „Willst du nicht mit nach Pakistan ausreisen?“ Es geht um die Begleitung bei einem medizinischen Projekt.

Vor lauter Überraschung – und auch vor Schreck – fällt mir keine Antwort ein. Unruhig fahre ich nach Hause. Soll mein Leben eine solche Wendung nehmen? Ab und zu verreise ich ja gerne. Aber bei dem Gedanken, in eine völlig fremde Welt – weitab von Heimat und Zivilisation – einzutauchen, machen sich Bauchschmerzen bemerkbar. Ist das Gottes Wille für mich?

Die biblische Antwort kommt mir unmissverständlich vor. In Markus 16, Vers 15 gibt Jesus seinen Jüngern den Auftrag: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ Was gibt es da also noch zu überlegen?

Hierzu scheint mir der vorangehende Vers (14) bedeutsam zu sein. Da steht: „Jesus wies sie (die Jünger) zurecht, weil sie in ihrem Unglauben und Starrsinn nicht einmal denen glauben wollten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.“ (HFA) Für die Jünger kommt vor dem Gehen das Hören. Das persönliche Gespräch mit Jesus. Er kann nur den in seinem Dienst gebrauchen und beauftragen, der sich von ihm etwas sagen lässt. Erst, wenn ich mit Jesus eins bin, dann kann ich mich aufmachen. In Psalm 25, Vers 12 heißt es: „Was ist mit dem, der dem Herrn gehorcht? Der Herr zeigt ihm den richtigen Weg.“

Jesus weiß, wie unterschiedlich seine Jünger begabt sind. Zwar gibt er allen denselben Auftrag. Aber jedem zeigt er einen anderen Weg. Auch heute haben seine Nachfolger denselben Auftrag. Alle sollen das Evangelium verkünden. Aber nicht alle sind auf die Kanzel berufen. Jesus kennt unsere Fähigkeiten. Darum hat er für jeden eine Aufgabe, die genau zu ihm passt. Und er zeigt uns den Platz, an dem wir sie erfüllen können.

„In alle Welt“ sagt Jesus. Da ist kein Land ist ausgenommen. Auch nicht Pakistan. Aber auch keine Stadt und kein Dorf. Ebenso kein Arbeitsplatz, keine Nachbarschaft und kein Freundeskreis. Kein Sportverein und kein Einkaufsladen. Überall sollen Menschen das Evangelium hören.

Das Evangelium. Hier geht es nicht um erbauliche Geschichten. Sondern um das größte Angebot aller Zeiten: Die Versöhnung zwischen Gott und Mensch. Alle Welt soll erfahren, dass Gott die Menschen liebt. Jeden Einzelnen. Ohne Vorbehalte. Jeder soll erkennen, dass eigene Schuld und Versagen nicht mehr von Gott trennen muss. Denn die Strafe für unsere Schuld hat Jesus auf sich genommen. Unschuldig wurde er verurteilt. Unschuldig hat er sich kreuzigen lassen. Weil er uns liebt. Bei Jesus bekommen wir Vergebung.

Darauf weist schon der Prophet Jesaja hin: „Kehr deinem alten Leben den Rücken und komme zum Herrn! Er wird sich über dich erbarmen. Unser Gott vergibt uns, was auch immer wir getan haben.“ (Jes. 55, Vers 7, HFA). Aber wir bekommen noch mehr: Jesus schenkt uns ein neues, ewiges Leben. Weil er auferstanden ist und den Tod besiegt hat. Darum geht es im Evangelium.

Ich bin nicht in Pakistan gelandet. Dafür an anderen Orten. Nicht immer gleich mit Begeisterung. Aber ich habe gelernt zu vertrauen, dass er es ist, der mich jetzt an diese Aufgabe und an diesen Ort stellt. Um den Menschen, mit denen er mich zusammenbringt, das Evangelium zu sagen. Durch Wort oder durch Tat oder durch beides. So, wie er die Gelegenheit schenkt. Nicht aus eigener Kraft. Sondern allein durch seine Gnade.

Autor: Gudrun Weber

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Auf geht’s!

Fröhlich bin ich dabei, mich zu verabschieden. Hinter mir liegt eine christliche Tagung. Da nimmt mich jemand zur Seite und fragt: „Willst du nicht mit nach Pakistan ausreisen?“ Es geht um die Begleitung bei einem medizinischen Projekt.

Vor lauter Überraschung – und auch vor Schreck – fällt mir keine Antwort ein. Unruhig fahre ich nach Hause. Soll mein Leben eine solche Wendung nehmen? Ab und zu verreise ich ja gerne. Aber bei dem Gedanken, in eine völlig fremde Welt – weitab von Heimat und Zivilisation – einzutauchen, machen sich Bauchschmerzen bemerkbar. Ist das Gottes Wille für mich?

Die biblische Antwort kommt mir unmissverständlich vor. In Markus 16, Vers 15 gibt Jesus seinen Jüngern den Auftrag: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ Was gibt es da also noch zu überlegen?

Hierzu scheint mir der vorangehende Vers (14) bedeutsam zu sein. Da steht: „Jesus wies sie (die Jünger) zurecht, weil sie in ihrem Unglauben und Starrsinn nicht einmal denen glauben wollten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.“ (HFA) Für die Jünger kommt vor dem Gehen das Hören. Das persönliche Gespräch mit Jesus. Er kann nur den in seinem Dienst gebrauchen und beauftragen, der sich von ihm etwas sagen lässt. Erst, wenn ich mit Jesus eins bin, dann kann ich mich aufmachen. In Psalm 25, Vers 12 heißt es: „Was ist mit dem, der dem Herrn gehorcht? Der Herr zeigt ihm den richtigen Weg.“

Jesus weiß, wie unterschiedlich seine Jünger begabt sind. Zwar gibt er allen denselben Auftrag. Aber jedem zeigt er einen anderen Weg. Auch heute haben seine Nachfolger denselben Auftrag. Alle sollen das Evangelium verkünden. Aber nicht alle sind auf die Kanzel berufen. Jesus kennt unsere Fähigkeiten. Darum hat er für jeden eine Aufgabe, die genau zu ihm passt. Und er zeigt uns den Platz, an dem wir sie erfüllen können.

„In alle Welt“ sagt Jesus. Da ist kein Land ist ausgenommen. Auch nicht Pakistan. Aber auch keine Stadt und kein Dorf. Ebenso kein Arbeitsplatz, keine Nachbarschaft und kein Freundeskreis. Kein Sportverein und kein Einkaufsladen. Überall sollen Menschen das Evangelium hören.

Das Evangelium. Hier geht es nicht um erbauliche Geschichten. Sondern um das größte Angebot aller Zeiten: Die Versöhnung zwischen Gott und Mensch. Alle Welt soll erfahren, dass Gott die Menschen liebt. Jeden Einzelnen. Ohne Vorbehalte. Jeder soll erkennen, dass eigene Schuld und Versagen nicht mehr von Gott trennen muss. Denn die Strafe für unsere Schuld hat Jesus auf sich genommen. Unschuldig wurde er verurteilt. Unschuldig hat er sich kreuzigen lassen. Weil er uns liebt. Bei Jesus bekommen wir Vergebung.

Darauf weist schon der Prophet Jesaja hin: „Kehr deinem alten Leben den Rücken und komme zum Herrn! Er wird sich über dich erbarmen. Unser Gott vergibt uns, was auch immer wir getan haben.“ (Jes. 55, Vers 7, HFA). Aber wir bekommen noch mehr: Jesus schenkt uns ein neues, ewiges Leben. Weil er auferstanden ist und den Tod besiegt hat. Darum geht es im Evangelium.

Ich bin nicht in Pakistan gelandet. Dafür an anderen Orten. Nicht immer gleich mit Begeisterung. Aber ich habe gelernt zu vertrauen, dass er es ist, der mich jetzt an diese Aufgabe und an diesen Ort stellt. Um den Menschen, mit denen er mich zusammenbringt, das Evangelium zu sagen. Durch Wort oder durch Tat oder durch beides. So, wie er die Gelegenheit schenkt. Nicht aus eigener Kraft. Sondern allein durch seine Gnade.

Autor: Gudrun Weber

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Gott tut Wunder

Nun ist es nicht mehr zu umgehen: Meine Augen müssen operiert werden. Vor einem solchen Eingriff habe ich mich immer gefürchtet. Aber es bleibt keine Wahl.

Ruhig fährt mich ein Nachbar zum Operationszentrum. Ich dagegen bin angespannt. Versuche zu beten. Auf einmal höre ich tief in meinem Herzen die Worte: „Lass mich doch ein Wunder tun!“ Wie ein Rettungsseil ergreife ich diesen Satz. Für Jesus Christus sind Wunder kein Problem, das weiß ich. Ob ihm meine Angst und meine Befürchtungen im Weg stehen? Jetzt gilt es, zu vertrauen. Die Operation gelingt. Eine Woche später stellt sich heraus: Es geschah wirklich ein Wunder.

Für Gott ist nichts unmöglich. Das hat auch Hiob begriffen. In Hiob 9, Vers 10 lesen wir : „Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.“

Dabei geht es Hiob zu diesem Zeitpunkt regelrecht schlecht. Seinen ganzen Besitz hat er verloren, dazu Mitarbeiter, alle Kinder und die eigene Gesundheit. Nach Wunder sieht das nicht aus.

Auch nicht nach Gerechtigkeit. Hiob hat ein rechtschaffenes Leben geführt. Weder vor Gott noch vor Menschen hat er sich etwas zuschulden kommen lassen. Kann er vor Gott sein Recht durchsetzen? Hiob überlegt und begreift: Unmöglich. Gott hat die ganze Welt erschaffen. Er beherrscht die Wolken am Himmel und die Wogen der Meere. Jeder Stern ist sein Werk. Gegen ihn, den Allmächtigen, hat Hiob in einem Rechtsstreit keine Chance. Denn dieser gewaltige Gott weiß offenbar sehr genau, was er tut.

Wer so perfekt die Erde bis ins Detail gestaltet, der übersieht nichts. Weder im Leben von Hiob noch in unserem. Wir mögen gerade eine Zeit durchleben, die uns nicht so gefällt. Die uns vielleicht sogar schwer belastet. Unwillkürlich kommt der Gedanke: „Hat Gott noch alles im Griff?“

Wenn wir zu Gott gehören, sind wir keinem blinden Schicksal ausgeliefert. Er hat nicht nur diese Erde wunderbar erschaffen, sondern auch uns. Sorgfältig und liebevoll wendet er sich jedem Menschen zu. Das Ausmaß seiner Liebe können wir in seinem Sohn Jesus Christus erkennen. Jesus hat mit seinem Leben das Wesen des Vaters gezeigt: Liebe. Diese Liebe brachte ihn dazu, den Tod am Kreuz auf sich zu nehmen. Damit hat er die Strafe, die auf unserer Schuld liegt, getragen. Jesus schenkt Vergebung. Und ein neues, ewiges Leben. Denn er ist auferstanden. Er hat den Tod besiegt. Er lebt.

Dass Gott lebt, weiß auch Hiob. Im nachfolgenden Vers (11) sagt er: „Unbemerkt zieht er an mir vorüber; er geht vorbei, er streift mich, und ich nehme es gar nicht wahr.“ (HFA) Gott ist da. Um uns herum. Wie oft mag er uns am Tag liebevoll streifen! Und wir bemerken es nicht.

Jesus Christus lebt nicht nur um die Seinen, sondern auch in ihnen. Er spürt, was wir empfinden. Wir müssen ihm gar nicht viel erklären. Sondern dürfen sagen: „Herr Jesus, Du weißt, wie mir jetzt zumute ist. Du teilst meine Gedanken und Gefühle. Du bist allmächtig. Bitte hilf mir. Ich vertraue dir, dass du alles zu einem guten Ende führst.“

Jede Zeit ist begrenzt. Auch die schwere Zeit. Am Ende kann Hiob nur staunen. Gott belohnt sein Vertrauen. Und zeigt: Er hat alles im Griff. In Hiobs Leben – und auch in unserem. Das darf uns trösten. Denn nicht nur für die Schöpfung, sondern auch für jeden Menschen gilt: „Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.“

Autor: Gudrun Weber

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Danken tut gut

Ich bin viel unterwegs. Im Auto meist. Und allein. Ich genieße das. Keiner weit und breit, der etwas von mir will. Keiner weit und breit, von dem ich etwas will. Ich höre Musik, so laut ich mag. Ich mache eine Pause, wann immer mir danach ist. Ich singe und denke und, ja, ich danke.

Zuweilen zähle ich all das auf, was ich bin und habe. Ich zähle es für mich selber auf. Aber ich sage damit auch Danke.

Für das Auto, das mich sicher an mein Ziel bringt.

Für die Straße, die schlaglochfrei ist.

Für die korruptionsfreie Ordnung, auf die ich mich in diesem Land verlassen kann.

Für die abwechslungsreiche Landschaft, die ich genießen kann.

Für Sonne und Wolken und Wind und Regen.

Für den Wechsel der Jahreszeiten.

Für die Musik aus dem Radio.

Für die unzensierten Nachrichten und Kommentare.

Für die Klamotten, die ich trage, und dass ich heute wieder einmal die Qual der Wahl hatte.

Für das Frühstück, das mir gutgetan hat.

Für Mittag- und Abendessen, die auf mich warten.

Für das Haus, in dem ich wohnen darf.

Für die Menschen, mit denen ich mein Leben teile. Die mich lieben und zuweilen einfach aushalten.

Für die Aufgaben, die ich für andere erledigen  darf.

Für die Projekte, die gelungen sind.

Für die Menschen, für die ich arbeite. Auch für die unangenehmen.

Für die Lunge, mit der ich atme.

Dass ich sprechen kann. Hören. Sehen. Riechen. Fühlen. Und schreiben.

Für den Glauben. Und dass ich beten darf.

Für das Ziel dieser Fahrt. Und meines Lebens.

Dass es einen Gott gibt, der mich uneingeschränkt und in alle Ewigkeit liebt.

So wie es der Apostel Paulus sagt: Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1. Thessalonicher 5,18)

Manchmal bete ich. Und komme kaum an ein Ende. Weil jedes Dankeschön ein neues hervorlockt. Und ich komme entspannt und motiviert am Ziel meiner Reise an.

„Danken tut gut“ habe ich eines meiner - inzwischen vergriffenen - Bücher genannt. Weil ich’s glaube und immer wieder erlebe. Danken ändert die Blickrichtung. Und die Seelenlage. Lenkt Gedanken und Gefühle weg von dem, was nicht ist, hin zu dem, was ist. Danken ist ein kleiner Urlaub für die Seele. Weil’s zufrieden macht.

Danken tut gut. Mir. Und den Menschen, mit denen ich lebe und arbeite. Dankbare Menschen sind entspannter und entspannen ihre Umgebung. Sie können sich an den guten Arbeitsergebnissen anderer neidlos freuen. Sie können vorbehaltlos loben. Dankbare Menschen sind motiviert und motivieren andere.

Unser deutsches Wort Danken ist mit dem Wort Denken verwandt. Das germanische Wort „danc“ bedeutet ursprünglich: Ich denke, ich gedenke. Auch: Ich achte, ich beachte. Heißt: Wer dankt, hat nachgedacht. Wer dankt, lebt achtsam. Er verachtet nicht. Er achtet auf sich selbst, und er achtet sich selbst. Und er achtet auf die Menschen, mit denen er arbeitet, Vorgesetzte und Unterstellte, auf seine Kinder und auf seine Eltern, auf seine Nachbarn, und er achtet sie. Und er kann sich an vielem freuen, was andere achtlos übersehen und übergehen.

Danken ist sogar gesund.

Es war ein simples Experiment, das zwei amerikanische Forscher, Robert Emmons und Michael McCullough, 2003 durchgeführt haben: Sie teilten ihre Probanden in zwei Gruppen. Die einen ließen sie wöchentlich ein paar Minuten darüber nachsinnen, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind. Die anderen sollten einfach an irgendetwas denken.

Das Ergebnis: Die Dankbaren entwickelten mehr Motivation und mehr Optimismus, selbst ihre Gesundheitswerte und die Immunabwehr verbesserten sich.

Ich sag‘s ja: Danken tut gut!

Autor: Jürgen Werth

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Trotzalter

Trotzig, stur, starrsinnig. Kinder sind das meist, wenn sie entdecken, dass sie eine eigenständige Persönlichkeit sind, mit einem eigenständigen Willen. Meist passiert das zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensjahr. Und bringt Eltern zuweilen zur Verzweiflung. Sie sind auf einmal nicht mehr die natürlichen Autoritäten, denen die Kinder vertrauensvoll folgen. Sie trauen ihnen nicht mehr uneingeschränkt alles zu. Und die knuddelige Kleine ist auf einmal so gar nicht mehr knuddelig, der niedliche Knirps so gar nicht mehr niedlich.

Das wiederholt sich dann, wenn die Kleinen endgültig groß werden, in der Pubertät.

Das muss so sein, sagen die Entwicklungspsychologen. Anders wird man nicht erwachsen. Aber es gibt sich auch wieder. Und die Eltern bekommen wieder den Platz, der ihnen zusteht. Frei nach Mark Twain: Als ich zwei war, wussten und konnten meine Eltern einfach alles. Als ich 15 war, wussten und konnten sie überhaupt nichts mehr. Und heute denke ich oft: Wären doch meine Eltern noch da, die wussten und konnten immer alles.

Trotzig, stur, starrsinnig sind Menschen oft ein Leben lang in ihrer Beziehung zu Gott. Und es gibt sich nicht, bis zum letzten Atemzug nicht. Klar, sie sind eigenständige Persönlichkeiten mit einem eigenständigen Willen. Gott hätte es sich bei der Schöpfung leichter machen können. Aber er wollte keine programmierten Geschöpfe, die dumpf einem himmlischen Logarithmus folgen. Er wollte lebendige, eigenständige Geschöpfe mit einem eigenen Kopf.

Aber er möchte schon auch, dass sie erwachsen werden. Nicht ein Leben lang im Trotzalter oder in der Pubertät festhängen.

Wie die Leute, von denen das Alte Testament erzählt, Gottes auserwählte Leute, die er mit einer besonderen Portion seiner fürsorglichen Liebe begleitet hat.

„Ihr trotzigen Herzen“ spricht Gott sie an. Weil sie immer wieder etwas anderes gewollt haben als ihr Gott. Weil sie seine Liebe immer wieder eingetauscht haben gegen die käufliche Liebe von machtlosen Göttern und Götzen. Weil sie lieber sich selbst vertraut haben als ihm.

Was macht man da? Kinder bleiben Kinder. Da wendet man sich nicht einfach so ab. Da fängt man immer wieder neu an. Menschliche Eltern sind so. Und Gott ist es auch. Im Kapitel, aus dem unser Vers entnommen worden ist, sagt er es ihnen unmissverständlich: Auch wenn ihr trotzig seid, auch wenn ihr mir und meinen Vorstellungen vom Leben nicht gerecht werdet, auch wenn ihr mir nichts zutraut - ich lasse euch nicht hängen, ich bleibe euch treu, ich helfe euch.

„Hört mir zu, ihr trotzigen Herzen, die ihr ferne seid von der Gerechtigkeit! Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht; sie ist nicht ferne.“ Oder, wie die Gute-Nachricht-Bibel übersetzt: „Hört her, ihr Starrsinnigen! Ihr habt alle Hoffnung aufgegeben, weil ihr weit und breit keine Hilfe seht. Aber von mir kommt eure Rettung, sie ist ganz nahe; meine Hilfe lässt nicht auf sich warten.“

Und Gott lässt den Worten Taten folgen. Das Ende aller Fremdherrschaft kommt. Die Zeit des Exils wird ein Ende haben.

Was er später noch viel eindrucksvoller toppt: Seine Hilfe bekommt  buchstäblich Hand und Fuß, wird ein Mensch. Der Messias kommt, Christus, der Erlöser, der Retter von der Fremdherrschaft des Teufels und des Todes.

Auch wenn ihr nichts zu eurer Rettung beitragt, auch wenn ihr nicht einmal daran glaubt, dass ich euch retten könnte - ich tu‘s! Nicht nur einmal, sondern immer wieder.

Ich will das heute für mich hören. Auch wenn es dunkel ist in meiner Seele, auch wenn mir meine Schmerzen den Verstand rauben, auch wenn mich die Angst um meine Kinder schier verrückt macht, auch wenn ich kaum glauben kann, dass er für mich sorgt: Seine Hilfe ist ganz nah. Er ist ganz nah. Er hält mich.

Autor: Jürgen Werth

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Gott bereitet vor, was ich tun darf

Paulus schreibt im Brief an die Epheser Kapitel 2, 10: „Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.“ (NGÜ)

Wir sind Gottes Werk. Jeder Mensch ist Gottes Werk, Gottes Schöpfungswerk.

Aber hier meint Paulus noch etwas anderes. Jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt, der bereit ist, sich ihm mit Leib und Leben anzuvertrauen, also jeder, der Jesus nachfolgen will, der ist nach Paulus ein neues geschaffenes Werk Gottes. Warum?

Gott gibt seinen Heiligen Geist in unser Leben und schafft damit etwas ganz Neues. Im Johannesevangelium, Kap.3, heißt es „von oben her neu gezeugt“. Paulus spricht von einer neuen Schöpfung, wiedergeboren durch den Heiligen Geist.

Gott macht uns zu neuen Menschen mit neuen Eigenschaften. Er setzt uns frei von Selbstzweifeln, von schlechten Gewohnheiten gegenüber anderen Menschen. Er erfüllt uns mit Liebe zu Gott, neuer Liebe zu den Menschen und uns selbst.

Das gilt, das steht fest. Weil Gott das versprochen hat und tut. Paulus sagt sogar: Damit haben wir schon jetzt einen Platz im Himmel.

Und Paulus betont sehr deutlich, was Gott da gemacht hat, ist Geschenk. Kein Mensch kann sich das verdienen. Kein noch so gutes Werk kann das bewirken, nur wer an Jesus glaubt, wird mit diesem neuen Leben beschenkt.

Und jetzt kommt der besondere, originelle Gedanke des Paulus. Ich muss gestehen, dass ich das bisher nicht gesehen habe. Die Werke, die wir in unserem Neuen Leben mit Jesus tun, sind nicht Werke, die wir tun, sondern die Gott vorbereitet hat und die Er durch uns tut. Er schafft Situationen und Umstände, in denen ich mich als Nachfolger Jesu beweisen kann.

Ich muss gar nicht danach suchen, wo ich was Gutes tun kann, Gott schafft Gelegenheit. Es ist alles vorbereitet.

Der Reformator Martin Luther sagte dazu: „Wozu ein jeglich Ding geschaffen ist, das tuts ohne Gesetz und Zwang. Die Sonne scheint von Natur ungeheißen; der Birnbaum trägt von sich selbst ungenötigt.“ Soweit Martin Luther.

Das trifft die Aussage. Ich brauche einem Nachfolger Jesu nicht zu sagen, dass er gute Werke zu tun hat, er tut es, weil er ein neu geschaffenes Werk Gottes ist, ein guter Baum, der gute Früchte trägt.

Paulus macht deutlich: Die guten Werke sind nicht Voraussetzung für das Heil, nicht Bedingung für den Glauben, sondern Folge, ja, Frucht der Neuschöpfung.

Das ist für mich ein großartiger Gedanke. Das ist für mein christliches Leben wohltuend, befreiend. Ich muss nicht krampfhaft versuchen, irgendetwas Gutes zu tun. Ich kann einfach in den Alltag hinein - gespannt darauf, was Gott vorbereitet hat. Ich bin herausgefordert, in seiner Liebe zu leben. Ich kann fröhlich den Weg der Liebe suchen, denn Gott hat es vorbereitet und wird es segnen.

Autor: Hartmut Giessler

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Ich kann vor dem Richterstuhl Christi bestehen

In 2.Korinther 5,10 schreibt Paulus: „Denn wir alle müssen einmal vor dem Richterstuhl von Christus erscheinen, wo alles offengelegt wird, und dann wird jeder den Lohn für das erhalten, was er während seines Lebens in diesem Körper getan hat, ob es nun gut war oder böse.“ (NGÜ)

Ich kenne Gerichtsverhandlungen fast nur aus Filmen. Was da so alles ans Tageslicht kommt, was da alles rauskommt. Vor Christus als Richter ist es noch mal ganz anders. Er weiß alles über uns Menschen, nichts ist ihm verborgen.

Ich muss ehrlich sagen, solche Verse haben mir als Jugendlicher immer Angst gemacht. Ich wusste, so wie ich bin, kann ich im Gerichtssaal Christi nicht bestehen. Jesus ist ohne Sünde, ich natürlich nicht.

Es ist nicht so sehr schön, daran erinnert zu werden, dass wir einmal vor Gott unser Leben verantworten müssen.

Heute habe ich keine Angst mehr. Ich bin zwar immer noch Sünder, aber ich kann vor Gott bestehen. Das liegt ganz allein daran, dass Jesus alle meine Sünde auf sich genommen hat. Deshalb ist er ja am Kreuz für uns Menschen gestorben.

Darüber hat Martin Luther schon gestaunt, als er gesagt hat: “welch ein Wechsel“.

Er meint: Jesus nimmt meine Sünde auf sich und ich bekomme seine Sündlosigkeit.

Johannes sagt in seinem Evangelium: „wer an Jesus Christus glaubt, ist schon gerichtet“ - freigesprochen. (Joh 3,18) Und nun bin ich im wahrsten Sinne des Wortes heilfroh, dass es den gesamtbiblischen Zusammenhang gibt und nicht nur 2.Kor.5,10.

Ich muss zwar noch vor Jesus als dem Richter erscheinen, meine guten und schlechten Werke werden zwar noch beurteilt, aber ich selbst bleibe durch Jesus gerettet in Ewigkeit.

Es ist wie bei einem Haus mit einem feuerfesten Fundament. Wenn das Fundament Jesus Christus in mein Leben gelegt ist, bleibt es in Ewigkeit. Alles, was darauf aufgebaut wird, kann im Feuer verbrennen. Meine guten und schlechten Werke werden geprüft. Was gut ist wird belohnt, was schlecht ist wird vernichtet, ich selbst aber bleibe bestehen, weil Jesus mein Herr ist.

Weil Jesus für mich gestorben und auferstanden ist, weil er alle meine Sünden auf sich genommen hat, habe ich keine Angst mehr vor dem Gericht Gottes.

Paulus spricht in diesem Zusammenhang von großer Zuversicht, für immer bei Gott ein neues Zuhause zu haben. Aus lauter Freude und Dankbarkeit, das zu wissen, wollen wir in diesem Leben uns Mühe geben so zu leben, dass es Gott gefällt.

Ich weiß, dass Jesus mein Herr ist; ich weiß; dass ich am Kreuz auf Golgatha schon gerichtet wurde; ich weiß, dass ich durch Jesus ewig leben werde.

Deshalb habe ich keine Angst vor dem Richterstuhl Christi.

Alles, was dann an schlechten Taten ans Licht kommt, das ist alles schon vergeben.

Autor: Hartmut Giessler

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Gl?ck gehabt!

Wenn sich zwei Computerspezialisten unterhalten, verstehe ich manchmal nur Bahnhof – oder diese Fachworte kommen mir zumindest sehr spanisch vor. Manchmal hat die Bibel auch solche Worte in ihrem Repertoire, die erklärungsbedürftig sind.

Im heutigen Bibelvers aus dem Matthäusevangelium sagt Jesus:

„Selig, sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“

Das ist eine Aussage, die gut klingt, aber übersetzt werden will. „Selig“ ist ein Begriff, der so in unserer Sprache ja nicht vorkommt – das Originalwort im Griechischen jedoch kennen wir: „Glücklich“ heißt es da.

Also solche Menschen, wie sie dann im Weiteren beschrieben werden, können sich glücklich schätzen. Na, das ist doch mal eher eine Sprache, die wir verstehen – denn das Glück sucht nun mal jeder und wer Glück hat, hat das Glück dann auch gefunden – sei es im persönlichen Leben oder eben, wie hier angedeutet, dann, wenn wir einen Zugang zu Gott gefunden haben.

Schauen wir weiter: „Herz“ ist kein Ausdruck aus dem Bereich der Kardiologen als Spezialisten für Herzensangelegenheiten. Der Ausdruck steht für mein gesamtes Leben äußerlich und innerlich mit Gefühlen, Verstand, und Willen.

Und wenn dann hier von einem „reinen Herz“ die Rede ist, meint dies, dass wir uns in einem Zustand befinden, in dem wir Gott begegnen können.

Und ein „reines Herz“ meint nicht, dass nur der sich Gott nahen darf, der ohne Schuld und Fehler ist. Dann wären wir „rein“ im Sinne von perfekt – und das ist nur einer - nämlich Gott selbst. Und das würde bedeuten, dass kein einziger Mensch dem Schöpfer der Welt gegenübertreten könnte. Neudeutsch nennen wir das vielleicht: Wir sind „inkompatibel“ mit Gott. Tja, wenn wir jetzt nur diesen Vers hätten, müssten wir an dieser Stelle resigniert die Bibel zuschlagen.

Wenn ich jedoch mehr von Jesus weiß, dann stelle ich fest: He, dieser Vers spricht von mir als einem Christen!

Denn ein Christ hat durch seinen Glauben jederzeit die Möglichkeit, zu diesem Schöpfer der Welt zu kommen - zum Beispiel, wenn er betet.

Und das alles, ohne irgendetwas zu leisten oder Perfektion anzubieten. „Reine Herzen“ bekommen wir nur durch diesen Sohn Gottes, indem wir an ihn glauben – und dann können wir „Gott sehen“ – auch hier nicht mit unseren körperlichen Augen. Im ursprünglichen Text steht hier: Wir nehmen Gott überhaupt erst mal wahr, „dass er ist“. Es steckt auch drin: Er selbst ist dabei aktiv und wir werden dadurch auch aktiviert. Dadurch erkennen wir auch ein Stück weit, wie Gott ist.

Und in diesem griechischen Wort steckt sogar ein „Hören“ drin – „wir hören mit sehenden Augen“ und daraus ergibt sich übrigens immer auch der Glaube.

Und dann schließt sich der Kreis: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“

Autor: Pfarrer Ulrich Nellen

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