ERF Plus - Wort zum Tag

Mehr als eine Sehnsucht

„Religion ist Privatsache!“ Das wird nicht nur lautstark verkündet. Dies wird von vielen bei uns so gelebt. Auch von Menschen, die sich als Christen verstehen. Viele leben ihren Glauben im stillen Kämmerlein, oft ohne Kontakt zu Christen oder einer Gemeinde. Individualismus prägt alle Bereiche unsrer Gesellschaft und das Verhalten vieler.

Unser Individualismus ist eine Frucht der Freiheit. Dass jeder seinen Glauben und seine Art, den Glauben zu leben, haben darf, ist eines der freiheitlichen Grundrechte bei uns. Es gibt zu viele Länder, wo dieses Recht nicht gewährt wird. Meist sind Christen die Leidtragenden. Zugleich ist Glauben in den privaten Bereich verwiesen. Öffentliche Glaubensäußerungen befremden. Wenn katholische Geschwister eine Prozession halten, dann erscheint das wie aus der Zeit gefallene religiöse Folklore.

In der Bibel wird gesagt, dass der Glaube an Jesus Christus ohne Gemeinschaft mit anderen Christen nicht sein kann. In Apostelgeschichte 2, Verse 46 und 47 berichtet Lukas von den ersten Christen: „Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.“

Ja, sie feierten täglich im Haus Gottes Gottesdienst, wahrscheinlich auch in ihren Häusern das Heilige Abendmahl und Tischgemeinschaft. Einmütig sei ihre Gemeinschaft gewesen, ihr Miteinander ohne Spannungen. Ihr Miteinander war von einer Atmosphäre aufrichtiger Freude aneinander und an ihrem Herrn geprägt. Das machte in ihrem Umfeld Eindruck.

Möglicherweise hat Lukas die Farben seines Berichtes kräftiger gewählt, als es der Wirklichkeit entsprach. Ein Idealbild, das mit den Gegebenheiten nichts zu tun hat, ein Wunschbild jenseits der Realität, zeichnete er nicht. Die Christen jener Anfangszeit waren vom Heiligen Geist ergriffen. Sie lebten begeistert ihren Glauben. Der auferstandene Herr war in ihrer Mitte. Er war ihre Mitte. Er hatte sie zusammengeführt und schweißte sie zusammen. Ihn feierten sie miteinander. Ihn lobten sie.

Eine Kehrseite unseres Individualismus ist Vereinzelung und Einsamkeit vieler. Und doch haben viele Sehnsucht nach echter, tragfähiger Gemeinschaft. Die christliche Gemeinde kann und soll ein Ort sein, an dem Menschen gute Gemeinschaft erfahren. In der Gemeinde Jesu wird auf Gottes Wort gehört, Gemeinschaft des Glaubens gelebt und das Leben miteinander geteilt. Wo Menschen miteinander mit dem Evangelium unterwegs sind, ist schon ein Stück Himmel auf Erden erlebbar.

Für mich zeichnet Lukas ein Sehnsuchtsbild. Ja, so wünschen sich viele von uns Gemeinde, keine ideale Gemeinde. Aber eine, die nahe bei dem ist, was dies Wort sagt. Eine Gemeinde, in der Gottes Geist spürbar wirkt. Wünschen wir uns diese Form von Gemeinde nicht nur, sondern erbitten sie von Herzen von Gott. Für viele, für alle!

Wo auf Gottes Wort gehört wird, wo Jesus in der Mitte ist, wo er die Mitte ist, wirkt der Heilige Geist. Er wirkt Glauben und Gemeinschaft. Er führt Menschen zusammen. Sie feiern ihren Herrn. Sie loben ihren Gott. Und sie teilen Glauben und Leben. Heute wie damals.

Autor: Dekan Harald Klingler

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Aus den Augen ? aus dem Sinn?

„Aus den Augen – aus dem Sinn!“ Die uns geläufige Redewendung bringt zum Ausdruck, dass es aufgrund fehlender Kontakte und Begegnungen oft dazu kommt, dass ein uns ansonsten vertrauter Mensch in Vergessenheit gerät. Von andern vergessen zu werden kann zu einer bedrückenden Last werden. „Keiner denkt mehr an mich!“ ist dann der Seufzer eines sich selbst überlassenen Menschen, dessen Kinder, Enkel oder Freunde wochenlang nichts von sich hören ließen.

Wie wichtig war es gerade in den zurückliegenden Monaten der Pandemie-Einschränkungen, wo persönliche Begegnungen nicht mehr möglich waren, dass liebe Menschen an uns gedacht und per Telefon, E-Mail oder Skype den Kontakt zu uns aufrechterhalten haben! Es tut uns gut und stärkt unser Selbstwertgefühl, wenn andere uns durch Kontakte und Begegnungen das Gefühl geben, dass wir ihnen nicht gleichgültig sind.

Am bedrückendsten aber ist wohl die Erfahrung, dann vergessen oder übersehen zu werden, wenn wir in Not geraten und besonders auf Zuspruch und Unterstützung durch andere angewiesen sind. Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch mit einer Frau aus der Gemeinde, deren Mann wenige Monate zuvor gestorben war. Sie klagte darüber, dass sie in der Zeit seither von keinem einzigen Mitglied aus ihrer Gemeindegruppe besucht worden war, obwohl ihr ein solcher Besuch gutgetan hätte. Mag sein, dass der Grund für solche Zurückhaltung die Verlegenheit war, wie man der Trauer eines anderen Menschen angemessen begegnet und wirksamen Trost spendet.

Wie gut ist es da, zu hören, dass Gott uns gerade dann nicht vergisst, wenn wir seinen Zuspruch und seine Hilfe am nötigsten haben.

In einem biblischen Wort lesen wir das Bekenntnis des Psalmbeters: „Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich!“ In diesem 136. Psalm erinnert der Beter an die großen Taten und Wunder Gottes in seiner Schöpfung und der Geschichte seines Volkes Israel. Aber es gab ja nicht nur die erhebenden Momente im Leben des Volkes Israel, sondern auch die Zeiten schlimmer Niederlagen und Unterdrückung. Und doch macht Israel in den Höhen wie Tiefen seiner Geschichte stets neu die Erfahrung, dass Gottes Güte ewiglich währt. Die Güte Gottes ist wie ein roter Faden, der die Geschichte des Volkes wie das Leben des einzelnen durchzieht.

Mag sein, dass Sie auch an diesem Tag den Eindruck haben: „Niemand denkt an mich!“ Mag sein, dass Sie gerade das Gefühl des Verlassenseins bedrückt. Aber ich darf Ihnen sagen, dass Gott Sie nicht aus dem Blick verliert und Sie sich auch heute seiner fürsorgenden Liebe gewiss sein dürfen. Mag sein, dass Sie davon gerade nichts spüren. Dann halten Sie sich umso fester an diese Zusage aus Gottes Wort: Der HERR denkt an Sie und segnet Sie – auch heute!

Und wenn es dazu noch einer besonderen Begründung bedarf, dann lassen Sie sich daran erinnern, dass Jesus selbst am Kreuz die tiefsten Tiefen der Verlassenheit durchlitten hat, um uns dadurch nahe zu sein und uns die ewige Verlassenheit von Gott und Menschen zu ersparen. In einem alten Passionslied heißt es: „Hat dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht!“ (Albert Knapp, „Eines wünsch ich mir vor allem andern“; Vers 2).

Was für ein großartiger Gedanke, dass wir mit unserm kleinen Leben schon in das liebende Gedenken des Gekreuzigten eingeschlossen waren!

Autor: Pastor Klaus J?rgen Diehl

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Aus den Augen – aus dem Sinn?

„Aus den Augen – aus dem Sinn!“ Die uns geläufige Redewendung bringt zum Ausdruck, dass es aufgrund fehlender Kontakte und Begegnungen oft dazu kommt, dass ein uns ansonsten vertrauter Mensch in Vergessenheit gerät. Von andern vergessen zu werden kann zu einer bedrückenden Last werden. „Keiner denkt mehr an mich!“ ist dann der Seufzer eines sich selbst überlassenen Menschen, dessen Kinder, Enkel oder Freunde wochenlang nichts von sich hören ließen.

Wie wichtig war es gerade in den zurückliegenden Monaten der Pandemie-Einschränkungen, wo persönliche Begegnungen nicht mehr möglich waren, dass liebe Menschen an uns gedacht und per Telefon, E-Mail oder Skype den Kontakt zu uns aufrechterhalten haben! Es tut uns gut und stärkt unser Selbstwertgefühl, wenn andere uns durch Kontakte und Begegnungen das Gefühl geben, dass wir ihnen nicht gleichgültig sind.

Am bedrückendsten aber ist wohl die Erfahrung, dann vergessen oder übersehen zu werden, wenn wir in Not geraten und besonders auf Zuspruch und Unterstützung durch andere angewiesen sind. Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch mit einer Frau aus der Gemeinde, deren Mann wenige Monate zuvor gestorben war. Sie klagte darüber, dass sie in der Zeit seither von keinem einzigen Mitglied aus ihrer Gemeindegruppe besucht worden war, obwohl ihr ein solcher Besuch gutgetan hätte. Mag sein, dass der Grund für solche Zurückhaltung die Verlegenheit war, wie man der Trauer eines anderen Menschen angemessen begegnet und wirksamen Trost spendet.

Wie gut ist es da, zu hören, dass Gott uns gerade dann nicht vergisst, wenn wir seinen Zuspruch und seine Hilfe am nötigsten haben.

In einem biblischen Wort lesen wir das Bekenntnis des Psalmbeters: „Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich!“ In diesem 136. Psalm erinnert der Beter an die großen Taten und Wunder Gottes in seiner Schöpfung und der Geschichte seines Volkes Israel. Aber es gab ja nicht nur die erhebenden Momente im Leben des Volkes Israel, sondern auch die Zeiten schlimmer Niederlagen und Unterdrückung. Und doch macht Israel in den Höhen wie Tiefen seiner Geschichte stets neu die Erfahrung, dass Gottes Güte ewiglich währt. Die Güte Gottes ist wie ein roter Faden, der die Geschichte des Volkes wie das Leben des einzelnen durchzieht.

Mag sein, dass Sie auch an diesem Tag den Eindruck haben: „Niemand denkt an mich!“ Mag sein, dass Sie gerade das Gefühl des Verlassenseins bedrückt. Aber ich darf Ihnen sagen, dass Gott Sie nicht aus dem Blick verliert und Sie sich auch heute seiner fürsorgenden Liebe gewiss sein dürfen. Mag sein, dass Sie davon gerade nichts spüren. Dann halten Sie sich umso fester an diese Zusage aus Gottes Wort: Der HERR denkt an Sie und segnet Sie – auch heute!

Und wenn es dazu noch einer besonderen Begründung bedarf, dann lassen Sie sich daran erinnern, dass Jesus selbst am Kreuz die tiefsten Tiefen der Verlassenheit durchlitten hat, um uns dadurch nahe zu sein und uns die ewige Verlassenheit von Gott und Menschen zu ersparen. In einem alten Passionslied heißt es: „Hat dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht!“ (Albert Knapp, „Eines wünsch ich mir vor allem andern“; Vers 2).

Was für ein großartiger Gedanke, dass wir mit unserm kleinen Leben schon in das liebende Gedenken des Gekreuzigten eingeschlossen waren!

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Auf den Kopf gestellt

Immer wieder droht das Zusammenleben der Menschen in einen Konkurrenzkampf zu entarten, in dem es darauf ankommt, andere zu überflügeln und hinter sich zu lassen. Wer es dann an die Spitze geschafft hat - beruflich, gesellschaftlich, materiell - dem ist der Neid oder die Bewunderung der anderen sicher. Dass dabei Solidarität mit den Schwächeren, Rücksichtnahme gegenüber Benachteiligten oder Wertschätzung der Abgehängten auf der Strecke bleiben, scheint zu den unvermeidlichen Begleitschäden unseres menschlichen Miteinanders zu gehören. Es gibt eben die Verlierer, die gegenüber den Fitten keine Chance haben. Schon Charles Darwin prognostizierte das „survival of the fittest“ - d.h. das Überleben der Stärksten, die sich in der Entwicklungsgeschichte der Menschen gegenüber den Schwächeren durchsetzen.

Es ist aber offensichtlich, dass das besondere Augenmerk Gottes nicht den Starken und Erfolgreichen gilt, sondern denen, die arm sind, in ihren Rechten unterdrückt und von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. So stellt sich Jesus immer wieder eindeutig an die Seite der Armen, Schwachen, Kranken und von der Gesellschaft Ausgegrenzten. Er prangert das Wohlleben der Pharisäer und Schriftgelehrten an, die sich etwa auf Kosten der Witwen bereichern (Markus 12,40).

Für Jesus ist es daher ausgemacht, dass im vollendeten Reich Gottes die ungerechten Verhältnisse dieser Welt umgekehrt werden, indem die Letzten zu den Ersten und die Ersten zu Letzten werden (Matthäus 20,16).

Ein anschauliches Beispiel dafür gibt er in dem Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus (Lukas 16,19-31). Während der Reiche „alle Tage herrlich und in Freuden lebt“, muss sich der arme Lazarus, von Geschwüren geplagt, mit den Tischabfällen aus dem Haus des Reichen begnügen und so ein menschenunwürdiges Dasein fristen. Doch nach dem Tode erleben beide eine totale Umkehr ihrer irdischen Verhältnisse: Während der Reiche Höllenqualen erdulden muss, findet sich Lazarus in „Abrahams Schoß“ wieder – ein Bild für die besondere Gottesnähe – und kann jetzt sein Leben ohne jedes Leid genießen. Aus dem Letzten wird ein Erster - und aus dem Ersten ein Letzter.

Daher stellt der Apostel Paulus mit Recht im 1. Korintherbrief fest: „Was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt“.

Doch bleibt die Frage: Was geschieht eigentlich mit den unzähligen Opfern von Ausbeutung und Unterdrückung, von Krieg, Terror und Hunger, die in ihrem Leben nie die Chance auf ein menschenwürdiges Leben bekamen? So sehr gerade wir Christen dazu herausgefordert sind, uns an ihre Seite zu stellen und sie tatkräftig zu unterstützen, erreicht viele diese Hilfe leider nicht. Sind und bleiben diese Geringen und Verachteten für immer die Verlierer?

Wäre der Tod der endgültige Schlussstrich unter das Leben der Menschen, dann müsste man schier verzweifeln angesichts der Tatsache, dass Millionen und Abermillionen von Menschen als geliebte Geschöpfe Gottes für immer auf unserer Erde um ein erfülltes Leben betrogen wurden. Das kann nicht im Sinne Gottes sein. Darum eröffnet Jesus mit der Geschichte von Lazarus eine hoffnungsvolle Perspektive auch für den Lazarus in Kalkutta, der wie viele andere den heutigen Tag infolge von Hunger und Entkräftung nicht überleben wird. Er hatte in seinem Leben nie die Chance, das Evangelium zu hören und Jesus persönlich kennenzulernen. Und doch ist auch für ihn ein Platz in „Abrahams Schoß“ reserviert. Das ist kein billiger Jenseitstrost, sondern die lebendige Hoffnung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit, für die Gott selbst am Ende der Tage sorgen wird.

Autor: Pastor Klaus Jürgen Diehl

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Geleitet von Gottes Geist

Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gewünscht, zu Jesu Zeiten gelebt zu haben!? Zusammen mit den Jüngern gestaunt zu haben, über die wundersame Mahlzeit der 5000 Menschen auf dem Berg? Oder auch mit offenem Mund sich gefragt haben, warum Jesus über das unruhige wellenreiche Wasser gehen konnte? Wie gerne hätten Sie mit Jesus mitdiskutiert über das wahre Brot des Lebens?

Jesus erleben und ihn verstehen, sind zwei paar verschiedene Schuhe, leider. Die Menschen und die Jünger damals wollten Wunder von Jesus sehen und hofften durch IHN auf die politische Errettung des Volkes Israel. So sehr Jesus versuchte, ihnen zu verdeutlichen, dass er ein anderes Ziel habe, die Menschen zu dem Zeitpunkt konnten es nicht fassen und begreifen. Darum wandten sich schließlich viele von ihm ab.

Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes. Joh. 6,67-69

Wow, Petrus! Was sind das auf einmal für Worte aus deinem Mund!? Petrus war bei all den vorangegangenen Erlebnissen mit dabei gewesen und hatte wohl nicht viel begriffen. In diesem Moment, in dem Jesus ihn und die anderen Jünger herausfordert, ihren Glauben auf den Prüfstand stellt, purzeln diese Worte aus Petrus Mund. Geleitet von Gottes Geist spricht er eine Wahrheit aus, die er jetzt selber noch nicht fassen kann.

Erst allmählich gewinnt diese Wahrheit in Petrus Raum. Es sollten danach weitere Situationen folgen, wie zum Beispiel der Einzug Jesu nach Jerusalem auf dem Eselsfüllen, die Fußwaschung oder auch die Frage nach Petrus Liebe zu Jesus. Dadurch ist Petrus immer mehr in seinem Glauben gewachsen, so dass er nur bei dem „Heiligen Gottes“ seine persönliche Rettung und sein Lebensglück finden will. An diese besondere Situation, diesen Kairos Moment wird sich Petrus bestimmt später oft erinnert haben. Gott offenbart ihm einen Teil seiner Gedanken, damit Petrus nach dieser Antwort sein Lebensziel neu definieren und sich daran ausrichten kann.

Solch ein Kairos Moment gibt nicht nur Petrus Leben eine neue Richtung. Ich kann solch eine Erfahrung nur bestätigen. Für mich war dieser Moment ein heiliger Moment, in dem sich Gott selber verpflichtete. Gott bestätigte sein Wort für mich und die weitere beteiligte Person und sprach uns seinen Segen zu. Ich sehe diesen von Gott gegebenen Zeitpunkt als ein Signal der Stärkung und Ermutigung. Darauf aufbauend hat Gott mir immer wieder neue konkrete Gedanken geschenkt und in weiteren unsicheren Situationen mich an diesen Kairos Moment erinnert. Im Rückblick sehe ich es als ein entscheidendes Puzzleteil in meinem „großen“ Lebensbild.

Ob mit oder ohne Kairos Moment, wie können Sie heute Gott hören und ihn real erfahren? Ich habe ihn eben nur kurz erwähnt, möchte jetzt jedoch etwas näher auf ihn eingehen: Der Heilige Geist ist entscheidend, um mit Gott in Verbindung zu kommen. ER ist ein lebendiger Geist, der jeden Menschen und auch Sie bewegen möchte. Denn Gott sehnt sich nach Ihnen. Er möchte Gemeinschaft mit Ihnen haben. Seine Liebe ist die treibende Kraft und dazu gehört allerdings auch sein Hinweis auf das, was diese Beziehung stört: Der Heilige Geist macht Sie auf Ihre Fehler, Ihre Sünden aufmerksam.

Ehrlichkeit, Vertrauen und die Bereitschaft zur Korrektur sind dann die Schlüssel in Ihrem Gespräch mit Gott. Zum Gespräch gehören Sprechen und Hören. Ich finde es unglaublich befreiend, alles bei Gott zu sagen, rauszuschreien, zu streiten, zu weinen, sich mit ihm zu freuen und ihn zu loben.

Doch anschließend rate ich, den Mund zu schließen, damit Gott zu Ihnen reden kann, er will Ihnen seine Gedanken, seine Zusagen, seine Wahrheiten und seine Liebe ans Herz legen.

Öffnen Sie sich für Gottes Geist, er schenkt Ihnen seine Klarheit.

Autor: Klaudia Wolf

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Gott gibt sich f?r Sie hin ? aus Liebe

Gott liebt uns Menschen. Diese Botschaft zieht sich durch die Geschichte, diese Botschaft hatte bei Gott immer wieder die allererste Priorität, unabhängig von der Treue der Menschen. Darum ließ er die Propheten seine Gedanken und Pläne zur Rettung der Menschen verkünden. Auch Jesaja tat das und verkündigte:

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jes. 53,5

Mit Jesus als dem Sohn Gottes, der „Knecht Gottes“ wie er bei Jesaja genannt wird, erfüllt sich dieses Wort. Aus Liebe zu den Menschen ging er ans Kreuz und nahm die Schuld, die Strafe der Menschen, auf sich. Sein stellvertretender Tod lässt jeden Menschen leben und nicht nur das: Jeder wird dadurch frei. Die alten Bindungen und Ketten von Schuld, Scham und schlechten Einflüssen werden dort gesprengt. Tiefer Frieden erfüllt denjenigen, der das annimmt. Jesu vergossenes Blut und seine Wunden bringen innere Heilung und neue Gedanken für den, der das glaubt.

Gott liebt Sie, heute, jetzt in diesem Moment. Jesus ist auch für Sie ans Kreuz gegangen. Jesus wünscht sich, dass Sie diesen tiefen Frieden, seine Heilung annehmen und erleben. Vielleicht gibt es Erfahrungen, die Sie daran zweifeln lassen oder Sie hören das so zum ersten Mal. Vielleicht sehnen Sie sich danach, so geliebt zu werden, wie Sie sind. Gott weiß das. Er sieht Ihr Herz. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, darüber mit Gott zu reden. 

Ich möchte Sie ermutigen, dabei auch Gott zuzuhören und seine Liebe heute neu zu Ihrem Herzen sprechen zu lassen. Geben Sie ihm jetzt die Gelegenheit, dass ER seine Güte und Barmherzigkeit und seine Wahrheit und Zusagen über Ihrem Leben neu aussprechen mag.

Der deutsche Liedtext von Reckless Love = Gewagte Liebe von Stefan Schöpfle und Mia Friesen drückt das hervorragend aus. Er begleite Sie heute durch den Tag:

Bevor ich ein Wort sprach, sangst du Lieder über mich. Du warst schon immer gut zu mir. Du hast mich geformt, mir Leben eingehaucht. Du warst schon immer gut zu mir.

Ich war noch dein Feind, doch du hast gekämpft um mich. Du warst schon immer gut zu mir. Ich war mir nichts wert, doch du hast bezahlt für mich. Du warst schon immer gut zu mir.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

Du erleuchtest alle Schatten, erklimmst alle Berge, um mir nachzugehn.

Du zerstörst alle Mauern, vertreibst alle Lügen, um mir nachzugehn.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

 

Autor: Klaudia Wolf

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Gott gibt sich für Sie hin – aus Liebe

Gott liebt uns Menschen. Diese Botschaft zieht sich durch die Geschichte, diese Botschaft hatte bei Gott immer wieder die allererste Priorität, unabhängig von der Treue der Menschen. Darum ließ er die Propheten seine Gedanken und Pläne zur Rettung der Menschen verkünden. Auch Jesaja tat das und verkündigte:

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jes. 53,5

Mit Jesus als dem Sohn Gottes, der „Knecht Gottes“ wie er bei Jesaja genannt wird, erfüllt sich dieses Wort. Aus Liebe zu den Menschen ging er ans Kreuz und nahm die Schuld, die Strafe der Menschen, auf sich. Sein stellvertretender Tod lässt jeden Menschen leben und nicht nur das: Jeder wird dadurch frei. Die alten Bindungen und Ketten von Schuld, Scham und schlechten Einflüssen werden dort gesprengt. Tiefer Frieden erfüllt denjenigen, der das annimmt. Jesu vergossenes Blut und seine Wunden bringen innere Heilung und neue Gedanken für den, der das glaubt.

Gott liebt Sie, heute, jetzt in diesem Moment. Jesus ist auch für Sie ans Kreuz gegangen. Jesus wünscht sich, dass Sie diesen tiefen Frieden, seine Heilung annehmen und erleben. Vielleicht gibt es Erfahrungen, die Sie daran zweifeln lassen oder Sie hören das so zum ersten Mal. Vielleicht sehnen Sie sich danach, so geliebt zu werden, wie Sie sind. Gott weiß das. Er sieht Ihr Herz. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, darüber mit Gott zu reden. 

Ich möchte Sie ermutigen, dabei auch Gott zuzuhören und seine Liebe heute neu zu Ihrem Herzen sprechen zu lassen. Geben Sie ihm jetzt die Gelegenheit, dass ER seine Güte und Barmherzigkeit und seine Wahrheit und Zusagen über Ihrem Leben neu aussprechen mag.

Der deutsche Liedtext von Reckless Love = Gewagte Liebe von Stefan Schöpfle und Mia Friesen drückt das hervorragend aus. Er begleite Sie heute durch den Tag:

Bevor ich ein Wort sprach, sangst du Lieder über mich. Du warst schon immer gut zu mir. Du hast mich geformt, mir Leben eingehaucht. Du warst schon immer gut zu mir.

Ich war noch dein Feind, doch du hast gekämpft um mich. Du warst schon immer gut zu mir. Ich war mir nichts wert, doch du hast bezahlt für mich. Du warst schon immer gut zu mir.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

Du erleuchtest alle Schatten, erklimmst alle Berge, um mir nachzugehn.

Du zerstörst alle Mauern, vertreibst alle Lügen, um mir nachzugehn.

O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst. O, du kämpfst für mich und spürst mich auf, lässt neunundneunzig stehn. Ich weiß genau, dass ichs nicht verdient hab, doch du gibst dich für mich hin. O, wie endlos, überwältigend, gewagt ist, wie du liebst.

 

Autor: Klaudia Wolf

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Beten: Mein Wille geschehe?

Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.

Das hat Jesus gesagt. Zu seinen Freunden. Vor 2.000 Jahren. Ich lese ihn heute in meiner Bibel, im Johannesevangelium Kapitel 14, Vers 14. Und ich frage mich, was ich mit diesem Satz heute anfange, „wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun“. (NGÜ)

Gilt das auch für mich? Funktioniert das auch noch heute, wenn ich Jesus um etwas bitte? Um irgendwas?

Generationen von Christen haben innig und tiefgreifend gerungen mit der Spannung zwischen dem Beten um Etwas und dem Nicht-Passieren dieses Etwas. Viele haben gebetet um Heilung – und sind doch krank geblieben. Viele haben gebetet um Wohlstand – und sind doch arm geblieben. Viele haben gebetet um Bewahrung – und sind doch wegen ihres Glaubens verfolgt worden. „Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun“ - ist dieser Satz von Jesus am Ende gar kein Versprechen, sondern eher ein Versprecher?

Ich merke: Ich komme nicht weiter, wenn ich diesen einen Satz für sich allein lese, ihn aus seinem Zusammenhang reiße. Denn das macht ihn am Ende zur magischen Formel, die Jesus mir vermeintlich in die Hand gibt. Die Praxis aus 2000 Jahren Kirchengeschichte beweist das Gegenteil. Wie arrogant wäre es zu denken, dass alle diese Christen einfach nur nicht richtig gebetet hätten!

Der Satz von Jesus – ich muss ihn anders – besser - verstehen. Am besten im Zusammenhang dessen, was Jesus bei der Gelegenheit sonst noch gesagt hat zu seinen Freunden. Jesus hat damals versucht, seinen Freunden begreiflich zu machen, was es bedeutet, an ihn zu glauben. Ihm zu vertrauen. Ihm zu folgen. „Vertraut mir!“, so lädt Jesus seine Freunde im Johannesevangelium, Kapitel 14, Vers 1 ein, und in den folgenden Sätzen malt er ihnen vor Augen, wie weit er ihnen selbst vertrauensvoll entgegenkommt – indem er nämlich bereitwillig und rückhaltlos mit ihnen teilt, in dreifacher Hinsicht:

Da ist erstens der Wohnort, das räumliche Zusammensein. „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen“, sagt Jesus in Vers 2. Ja, Jesus wird gekreuzigt werden und auferstehen und in den Himmel auffahren, und sie werden ihn eine Zeitlang nicht sehen, aber am Ende, sagt Jesus, „werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin“. Christen werden am Ende da zu Hause sein, wo Christus zu Hause ist.

Und Jesus teilt zweitens den Zugang zu seinem himmlischen Vater mit seinen Freunden. Vers 7: „Wenn ihr mich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen.“ Das heißt: Wenn ihr mich, Jesus, kennenlernt, wer ich bin und wie ich bin – dann lernt ihr dadurch auch Gott den Vater kennen. Denn „ich lebe im Vater und der Vater in mir“. Christen können in dem Maß Gott kennen, wie sie Christus kennen.

Drittens: Jesus teilt seine Vollmacht mit seinen Freunden. Vers 12: „Wer im Glauben mit mir verbunden bleibt, wird die gleichen Taten vollbringen, die ich tue“. Jesus erinnert seine Freunde an das, was sie Gott durch ihn hatten tun sehen: Wie seine Predigten den Zuhörern mitten durchs Herz gingen. Wie Gott auf sein Gebet hin Kranke gesund gemacht hatte. Wie Menschen aufgrund der Begegnung mit ihm neues Vertrauen zu Gott gefasst hatten. All das, sagt Jesus ihnen, teile ich mit euch: Wenn ihr in meinem Namen predigt, wenn ihr betet, wenn ihr Menschen ermutigt – dann werde ich all das durch euch tun. Wenn Christen im Namen Jesu handeln, dann handelt Christus durch sie.

Es ist dieses vertrauensvolle Miteinander, in das Jesus dann sein Versprechen legt: Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun. Dieser Satz ist keine magische Formel, kein Gebetsrezept, kein göttlicher Automatismus. Er formuliert vielmehr eine Gewissheit, aus der heraus ich heute als Christ lebe: Ich werde bei Christus zu Hause sein. In ihm begegnet mir schon jetzt Gott selbst. Und wenn ich in seinem Namen handle, dann wird er durch mich handeln.

Nicht als Erfüllungsgehilfe meiner nach formalen Kriterien richtig gebeteten Wünsche und Vorstellungen. Sondern – viel besser – als der Gott, der sein eigenes Leben vertrauensvoll mit mir teilt, und der mich einlädt: „Vertraue mir. Komm und folge mir nach!“

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Freuen lernen gegen alle Umst?nde

Was wäre, wenn es möglich wäre, zu jedem Zeitpunkt des Lebens glücklich zu sein? Sich unabhängig von den äußeren Umständen zu freuen? Würde ich das wollen? Würden Sie das wollen?

Auf den ersten Blick erscheint diese Vorstellung absurd. Wie soll das gehen, ohne die Augen zu verschließen vor all dem Leid und all dem, was so offensichtlich kritikwürdig ist an unserer Welt? Müsste ich nicht eine naive, rosarote Brille aufsetzen und mein Denken ausschalten, um mich in allen Lebenslagen freuen zu können?

Und doch… Und doch will ich diese Idee nicht vorschnell vom Tisch wischen. Denn da ist dieser eine Bibelvers im Neuen Testament, der mich seit vielen Jahren nicht loslässt:

Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch! (NGÜ)

So steht es im Philipperbrief Kapitel 4, Vers 4, geschrieben von Paulus, dem krisenerprobten Apostel und hochgebildeten Theologen, an die junge christliche Gemeinde in Philippi. Und Paulus war eigentlich nicht der Typ, der anfällig gewesen wäre für eine rosarote Brille. Wie hat er das also gemeint, mit der Freude „was auch immer geschieht“?

Die Suche nach einer Antwort führt uns vielleicht nach Rom im ersten Jahrhundert nach Christus. Paulus, der vielgereiste Gemeindegründer, war wegen seines Glaubens verhaftet worden und für seinen Prozess an den Hof des Kaisers überstellt worden. Während immer mehr Christen in den Städten des römischen Reiches mit Todesdrohungen eingeschüchtert oder wegen ihres Glaubens ermordet wurden, versuchte Paulus, aus der Haft heraus Briefkontakt zu halten mit den Gemeinden, die er gegründet hatte. Möglicherweise auch zu den Christen in Philippi. Während er selbst auf sein mutmaßliches Todesurteil wartete, versuchte er, den vielen jungen Christen Mut zu machen, trotz allem an ihrem Glauben festzuhalten.

Paulus wusste ziemlich genau, was sie wohl gerade durchmachten. Schließlich war er selbst oft wegen seines Glaubens bedroht worden. „Ihr habt jetzt denselben Kampf zu bestehen wie ich – den Kampf, den ihr miterlebt habt, als ich bei euch war, und in dem ich – wie ihr gehört habt – immer noch stehe.“, so Paulus in Philipper 1 Vers 30. (NGÜ)

Aber für Paulus scheint die entscheidende Schlacht nicht der Widerstand gegen die Staatsmacht zu sein, sondern das innere Festhalten der Christen an Gottes Versprechen einer neuen Welt und an einer Haltung, die ihren Herrn Jesus Christus ehrte. So schreibt Paulus in Kapitel 2, Verse 3 bis 5:

„Rechthaberei und Überheblichkeit dürfen keinen Platz bei euch haben. Vielmehr sollt ihr demütig genug sein, von euren Geschwistern höher zu denken als von euch selbst. Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat.“ (NGÜ)

Und hier – bei der inneren Haltung – liegt für Paulus die Quelle der Freude, mitten in allen bedrohlichen äußeren Umständen. Ab Vers 16: „Haltet daher an der Botschaft fest, die zum Leben führt! Dann kann ich dem Tag, an dem Christus wiederkommt, voll Zuversicht entgegensehen, glücklich darüber, dass ich das Ziel meiner Arbeit nicht verfehlt habe und dass meine Mühe nicht umsonst gewesen ist. Und selbst wenn ich zum Tod verurteilt werde und sterben muss, werde ich mich freuen.“ (NGÜ)

Mitten in seiner Haft, mitten in der heraufziehenden Christenverfolgung, findet Paulus einen Grund, sich zu freuen: Dass die innere Stärke und das Vertrauen der Christen Jesus vor aller Augen ehrt. „Das soll also eure Einstellung sein, liebe Freunde“ – so fordert er sie in Kapitel 4 heraus, und weiter: „Haltet daher treu zum Herrn! Ihr seid doch meine Geschwister, die ich liebe und nach denen ich mich sehne; ihr seid meine Freude und mein Siegeskranz“. Und dann kommt unser Freude-Vers, Philipper 4 Vers 4: Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!

Ich lese das, ich höre das, und es packt mich, zugegebenermaßen trotz einiger leichter Zweifel: Wenn es wirklich möglich ist, sich in jeglichen Lebensumständen an der Verbindung zu Gott so zu freuen wie Paulus das beschreibt – dann möchte ich das erlernen und erleben.

Ich glaube, das wäre einen Versuch mehr als wert. Finden Sie nicht?

Autor: Dr. J?rg Dechert

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Freuen lernen gegen alle Umstände

Was wäre, wenn es möglich wäre, zu jedem Zeitpunkt des Lebens glücklich zu sein? Sich unabhängig von den äußeren Umständen zu freuen? Würde ich das wollen? Würden Sie das wollen?

Auf den ersten Blick erscheint diese Vorstellung absurd. Wie soll das gehen, ohne die Augen zu verschließen vor all dem Leid und all dem, was so offensichtlich kritikwürdig ist an unserer Welt? Müsste ich nicht eine naive, rosarote Brille aufsetzen und mein Denken ausschalten, um mich in allen Lebenslagen freuen zu können?

Und doch… Und doch will ich diese Idee nicht vorschnell vom Tisch wischen. Denn da ist dieser eine Bibelvers im Neuen Testament, der mich seit vielen Jahren nicht loslässt:

Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch! (NGÜ)

So steht es im Philipperbrief Kapitel 4, Vers 4, geschrieben von Paulus, dem krisenerprobten Apostel und hochgebildeten Theologen, an die junge christliche Gemeinde in Philippi. Und Paulus war eigentlich nicht der Typ, der anfällig gewesen wäre für eine rosarote Brille. Wie hat er das also gemeint, mit der Freude „was auch immer geschieht“?

Die Suche nach einer Antwort führt uns vielleicht nach Rom im ersten Jahrhundert nach Christus. Paulus, der vielgereiste Gemeindegründer, war wegen seines Glaubens verhaftet worden und für seinen Prozess an den Hof des Kaisers überstellt worden. Während immer mehr Christen in den Städten des römischen Reiches mit Todesdrohungen eingeschüchtert oder wegen ihres Glaubens ermordet wurden, versuchte Paulus, aus der Haft heraus Briefkontakt zu halten mit den Gemeinden, die er gegründet hatte. Möglicherweise auch zu den Christen in Philippi. Während er selbst auf sein mutmaßliches Todesurteil wartete, versuchte er, den vielen jungen Christen Mut zu machen, trotz allem an ihrem Glauben festzuhalten.

Paulus wusste ziemlich genau, was sie wohl gerade durchmachten. Schließlich war er selbst oft wegen seines Glaubens bedroht worden. „Ihr habt jetzt denselben Kampf zu bestehen wie ich – den Kampf, den ihr miterlebt habt, als ich bei euch war, und in dem ich – wie ihr gehört habt – immer noch stehe.“, so Paulus in Philipper 1 Vers 30. (NGÜ)

Aber für Paulus scheint die entscheidende Schlacht nicht der Widerstand gegen die Staatsmacht zu sein, sondern das innere Festhalten der Christen an Gottes Versprechen einer neuen Welt und an einer Haltung, die ihren Herrn Jesus Christus ehrte. So schreibt Paulus in Kapitel 2, Verse 3 bis 5:

„Rechthaberei und Überheblichkeit dürfen keinen Platz bei euch haben. Vielmehr sollt ihr demütig genug sein, von euren Geschwistern höher zu denken als von euch selbst. Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat.“ (NGÜ)

Und hier – bei der inneren Haltung – liegt für Paulus die Quelle der Freude, mitten in allen bedrohlichen äußeren Umständen. Ab Vers 16: „Haltet daher an der Botschaft fest, die zum Leben führt! Dann kann ich dem Tag, an dem Christus wiederkommt, voll Zuversicht entgegensehen, glücklich darüber, dass ich das Ziel meiner Arbeit nicht verfehlt habe und dass meine Mühe nicht umsonst gewesen ist. Und selbst wenn ich zum Tod verurteilt werde und sterben muss, werde ich mich freuen.“ (NGÜ)

Mitten in seiner Haft, mitten in der heraufziehenden Christenverfolgung, findet Paulus einen Grund, sich zu freuen: Dass die innere Stärke und das Vertrauen der Christen Jesus vor aller Augen ehrt. „Das soll also eure Einstellung sein, liebe Freunde“ – so fordert er sie in Kapitel 4 heraus, und weiter: „Haltet daher treu zum Herrn! Ihr seid doch meine Geschwister, die ich liebe und nach denen ich mich sehne; ihr seid meine Freude und mein Siegeskranz“. Und dann kommt unser Freude-Vers, Philipper 4 Vers 4: Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!

Ich lese das, ich höre das, und es packt mich, zugegebenermaßen trotz einiger leichter Zweifel: Wenn es wirklich möglich ist, sich in jeglichen Lebensumständen an der Verbindung zu Gott so zu freuen wie Paulus das beschreibt – dann möchte ich das erlernen und erleben.

Ich glaube, das wäre einen Versuch mehr als wert. Finden Sie nicht?

Autor: Dr. Jörg Dechert

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Referenzen

Waren Sie schon einmal in der Situation, jemanden für einen Job anzustellen? Es ist gar nicht so einfach, gut auszuwählen unter denen, die sich bewerben. Die Bewerbungsunterlagen streichen die Leistungen und Begabungen der Kandidierenden so gut wie möglich heraus und übertreiben vielleicht ein wenig. Zugleich werden Schwächen nicht gerade verschwiegen, aber doch relativiert. Wer also könnte am besten geeignet sein für die Stelle?

Eine Hilfe zur guten Entscheidung können Referenzauskünfte sein. Mit den Bewerbungsunterlagen kann man Personen angeben, bei denen der Stellenanbieter nachfragen kann. Überzeugende Referenzen sind oft ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe eines Jobs.

Das ging mir durch den Kopf, als ich in 2. Korinther 10,18 den Satz las: „Nicht wer sich selbst empfiehlt, gilt als bewährt, sondern wen der Herr empfiehlt!“ (ZB) Die Lutherbibel übersetzt statt ‚bewährt‘ mit ‚tüchtig‘. – Nun ja, eine gute Referenz von Gott selbst, das wäre wohl eine große Hilfe bei der Jobsuche.

Nun geht es im 2. Korintherbrief allerdings nicht direkt um eine Stellenbewerbung. Sondern Paulus bemüht sich gegenüber der Gemeinde um seine Glaubwürdigkeit als Apostel. Und zwar im Vergleich mit Konkurrenten, die sich selbst in den Vordergrund gespielt haben. Als Trumpf versucht er dabei, seine Demut ins Spiel zu bringen.

„Demut ist der Mut, sich nicht zu vergleichen“ soll Teresa von Avila einmal gesagt haben. Auf dieser Linie scheint mir auch Paulus‘ Argumentation zu liegen: Ihn zeichnet nicht aus, dass er besser ist als die anderen. Sondern das Ja Gottes zu ihm, die Berufung durch Christus macht seine Referenz aus. Darum will er nicht prahlerisch mit anderen um die Gunst der Gemeinde wetteifern. Er verlässt sich aber auf die Gnade Gottes, die für ihn spricht.

So einfach ist das gar nicht. Die Verlockung, sich etwas größer zu machen, als man ist, sich in ein etwas besseres Licht zu rücken, ist stark. Nicht nur, wenn man sich um einen Job bewirbt. Oft reicht auch schon die Aussicht auf ein wenig Anerkennung oder Applaus. Ich fürchte, es gibt auch heute in der christlichen Szene viel unnötige PR im Sinne von Eigenwerbung. Oft habe ich dafür sogar ein wenig Verständnis. Ich beobachte aber, dass daraus eben nicht nur Wettbewerb, sondern auch Konflikte entstehen können. Und das ist dann doch bedauerlich.

Man soll ja bekanntlich zuerst vor der eigenen Haustür wischen. In diesem Sinne sehe ich den Satz des Paulus vor allem als Hilfe zur Selbsteinschätzung: Bin ich ehrlich in der Art, wie ich mich anderen gegenüber gebe? Wage ich es, auch Schwäche zu zeigen? Stehe ich dazu, dass nicht meine Leistung, sondern Gottes gnädiges Wirken das Entscheidende ist in allem, was ich tue? - Den Philippern schrieb Paulus: „Ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war“ (Philipper 2,5, Schlachter). Sich nach Jesu Vorbild ganz auf die Liebe Gottes verlassen.

Schließlich ist ja nicht entscheidend, was andere Menschen von uns denken, sondern wie Gott uns sieht. Er schaut uns außerordentlich wohlwollend an. Und er ist bereit, uns die Referenz zu geben: Er bzw. sie ist mein Kind.

Autor: Pfarrer Daniel Eschbach

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