Andacht - Johannes 20, 21

»Friede sei mit euch!«, sagte Jesus noch einmal zu ihnen. »Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.«

Johannes 20, 21

Ich atme tief durch – Friede sei mit euch! – und fühle mich schon nicht mehr ganz so gehetzt. Letzte Woche, drei Tage Konferenz; diese Woche, ein Azubi soll betreut werden; nächste Woche, drei Tage Lehrgang – Friede sei mit euch!

Ich denke an die Predigt, den Geist Gottes, den Atem Gottes – einatmen – ausatmen. Atmen – nicht wie diese 12 – 18 Mal in der Minute sonst – sondern, der Atem Gottes, sein Geist, sein Leben schaffender, Leben stiftender Geist durchströmt mich. - Friede sei mit euch! - Jetzt bin ich bereit, mich auf den Text einzulassen.

Wir feiern Ostern. Der Vers stammt aus der ersten Begegnung der Jünger mit Jesus nach seinem Tod und Auferstehung. Die Jünger leben in unruhigen Zeiten, sie verstecken sich, haben Angst und die Türen verschlossen. Und dennoch dringt Jesus durch die Unruhe, Angst und Verschlossenheit zu ihnen vor. - Friede sei mit euch! - Und er kann es gar nicht oft genug sagen. Wie Wasser auf dürres Land fallen diese Worte, auch für mich in dieser Zeit. Ich spüre die Kraft und tatsächlich auch den Frieden seiner Worte. Eben noch war ich atemlos und erschöpft, jetzt spüre ich, wie seine Kraft mir Kraft gibt.

Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.

Was wissen wir darüber, wie Jesus gelebt hat, wie er die Sendung Gottes gelebt hat. Wie können wir nur in diese Fußstapfen treten, ihm nachfolgen, so leben, wie er gelebt hat? Wie passt das noch in diese Welt? Und doch weiß ich, ohne IHN wäre diese Welt nicht so wie sie ist. Auch wenn der Glaube scheinbar nicht in diese Welt passt, ohne ihn wäre sie auch nicht denkbar. Überall begegnen uns seine Fußstapfen. Auf uns gestellt, mit unserer Kraft, sind wir überfordert.

Aber der Vers geht noch weiter:

Und er hauchte sie an und sagte: »Empfangt ´den` Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben.«

Johannes 20, 22 – 23

Gott sei Dank. Nicht wie der Frosch in der Sahne strampeln bis es Butter geworden ist, sondern mit der Kraft des Heiligen Geistes die gute Nachricht weitergeben, von der Erlösung durch seinen Tod und Auferstehung erzählen, Sünden vergeben. Erzählen, wie gut es tut, an seinem Wort auszuruhen und Kraft zu schöpfen. Das ist unser Auftrag.

- So sende ich jetzt euch -

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